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Wiener Morgenzeitung · 1924-11-23 · Heft 2070 (23.11.1924) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2070 (23.11.1924)
Date
1924-11-23
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Selbe $ We». Sonntag Mete, Löhne, BeheiMrng upd Reinigung denkt unser Kaufmann an die Reklame erst dann, wenn alle anderen Aus- Haben beveitsvoNlnmnenevl>edigt sind und das Budget noch em^'Aeine-'ÄEevschüsse; <uchveift, welche man ,^»uch für Rekl^re" verwendet. Während der westliche Kaufmann beim Spesenabbau an d'.e Abschve-büng der Reklamckosten an letzter Stelle denkt, beginnt bei unserem Kaufmann der Abbau in erster Linie bei diesem Posten. Nirgends zeigt sich die Verschiedenheit der Auffassung -beider Kaufmannsarten krasser als 'gerade ber diesem Punkte, und wenn man konftquent«vw:i>se die Ursachen für die gewaltigen Erfolge, welche der westliiche Kaufmann noch immer erzielt, im Gegensatz zum ständigen Krisenzustand, m welchem sich unser Kaufmann befindet, erforschen wollte, so muß man gerade die Verkennung des Wertes der Reklame hier besonders berücksichtigen Es soll nicht geleugnet werden, daß mancher unserer Kaufleute sich auch schon der Reklame zu bedienen beginnt. Doch auch hier läßt die Art, wie Reklame ausgeübt wird, alles zu wünschen übrig. Denn es kommt nicht nur daraus an. ob, sondern auch wie man die Reklanre verwendet. Irr dieser Hinsicht sind unsere Reklam-'formen veraltet. In ihrer schablonenmäßigen Anwendung verschlingen sie nur viel Geld, ohne daß der entsprechend Zweck erreicht wird. Ties ist z. B. besonders bei der kostspieligen Straßenreklame zu beobachten, welche vielleicht bei in vielen NVerlagen oert.iilten Massenartikeln ihren Zweck erreichen mag, für die Anpreisung von Einzelgeschäften in der Gr^stadt mit ihren weiten Entfernungen völlig versagt. Im -Westen wird man diese Reklarne für Quäker Oats, Fleischextrakt, photographische Apparate und ähnliche Massenartikel, aber fast nie für Geschäftsladen awwenden. Die bei uns übliche Anwendung der Zirkulare, welche als Flugzettel verteilt oder ins Heim des emzelnen gesendet werden, verfehlen fetzt völlig ihren Zweck. Ihre Masse hat es bewirkt, daß sie insgesamt nicht beachtet und, ohne genau gelesen zu werden, achtlcs in den Papierkorb getvorfen werden. Man vergißt -ihre Anpreisungen und sieht ihre weiteren Zusendungen oft nur als aufdringliche Belästigung an, die nicht mehr, brachtet werden und wirklich in vielen; "allen nur unnütz verschwendete Reklame 'bedeuten. Völlig verkannt wird bei uns das Wesen der Zeitrmgsreklame, welche gerade im Westen einen ungeheuren Aufschwung genomrnen,' weil -man Ihren gewaltigen Wert' schon längst; erkannt hat. Aus den Zeitungsleser, dessen Grdankemvelt - von der'Zeitung bei ihrer-Durchsicht völlig in Anspruchs genommen ist, wird das Inserat, das er einige Zeit vot sich ’ hat. einen unbewußten, aber dafür um so unvevwischbareren Eindruck machen. Dabei darf der Umstand nicht außer acht gelassen werden, daß der ameritairiffche Leser-ein äußerst oberflächlicher Leser ist, der nur die hoadleines, das sind die UckLerschristerr beachtet und sich rasch einem anderen Blatte Mkwendet. Wenn dennoch - ber amerikanische Kaufmann der Zei'tungsriAame so gewa-ltige Beachtung schenkt, um wie viel isbdiese in unseren Gegenden noch berechtigter, wo der Leser äußerst gründlich fein Blatt studiert und.namentlichbei gut redigierten Zeitungen kleineren Umfanges jede Zei'l e mustert? Dennoch sucht der amer-kanische .Kaufmann die Zeitung auf, während in unseren Gebieten der Kaufrncrnu infolge seiner Indolenz und Unerfahrenheit. von;der' Zeitung aufgesucht wnb. In Amevika betrachtet der Kaufmann das Instrat als Gefälligkeit für sich, unser Kaufmann-sieht in völliger Verkennung der Verhältnisse das Inserat als Gefälligkeit an die Zeitung. Dies ist der wesentliche Gvundirrtrmr, der den amerikanischen -sLaufmann himmelhoch über unfereni stellt und jenem gewaltige Erfoloe bringt, wahrend unserer von einer Krise -n die andere fällt. i raxe der obeMlelffchea Zvdiiftrle. - Aus Warschau, 22. d., wird gemeldet: „Kurjer Polski" veröffentlicht einen Artikel, wonach in der Lage. der sbevschlrsischen Industrie eine leichte Besserung eingetreten ist- : Tie Eisenbahnsic h-ckben, den Forderungen der Industrie Rech nung Lrageud,. die Tarife für den Kohleniransport evrmitzigl, wodurch deren Ar'.sstchr in großer: Quantitäten nach Deutsch-- - land, Oesterreich und Ungarn emröglicht wurde. Die ober-'' schlchh'che-'Kohle,-heißt es in dem Artikel weiter, di« vovwi-egerck auf dein Landwege exportiert wird, könnte sich auf den ent- - fernlen Märkten nicht mit Erfolg behaupten, wenn sie nicht ' Vorzugstarife genießt. Es ist deshalb zu hoffen, daß bei den * bevorstche irden VerhaMungen über einen Handelsvertragmit ' der Tschechoslowakei für den Transit - obevschlchischer KM'e durch die, Tschecho-Sloüvakei nach Oesterreich, Ungarn, Jugoslawienuwv Italien möglichst hche ErnräßMngen erzielt werden. Dies ist um so dringender notwendig, als die deutsche Kohle, die viel kürzere Strecken zurückzulegen hat - und ayige- - messene Bahntarife genießt, die oberschlesische Kohle in . den - Ländern, die ihr natürliches Absatzgebiet bilden, zu Vevdrängeü vermöchte. Auch die Zunahme der in Betrieb stehenden Hochöfen ist ein Zeichen für, die Besserung der wirtschaftlichen Lage Oberschchsiens,. Der Absatz in. Eisen. ans dem inländischen Markte hat sich insbesondere in den beiden letzt«« Monaten gebessert. . , '; _ . . ' Aulchrlfte» an Die »elmttüm fott>ic unverlangt ei«!«tt£*ttdcN saanafftriptett »»Kt man Sets Rückporto betteg«», ba tonst «in» Deäntrportnnsr bß-iehnngsweise Rückfe»d«rs mcht «rkokge» Wlenev Movftenzetttttts. WIENER der gute und billige aus den Wiener städtischen Gaswerken vorzüglich geeignet für sämtlicher Systeme und (für metallurgische Zwecke Speziälsorten) Zu beziehen in Waggons, Fuhren und sackweise wie durch die Zentral- Warenabteilung Koks-Sektion -i>v yy SS. NcveMer 1dS4 Nr. MV Die Allgomeme österreichische Boden-Credit-Austalt gibt an den SWltern Lhrer ZentrallWechselstube- Wien, 1. Bez^ ^ittfalff1raß« 6, und ihres StMBureauS, Men, 1. Bez^ Kärntnerstraße 49, Kassenscheine, lautend auf 1,000.000 .Kronen, 5M).000 .K- und 60,000.000 St. auS. : Die Verzinsung betrügt gegenwärtig.!bet jederzeit ohne Kündigung zahlbaren Kassenscheinen lO Prozent jährlich, Lei solchen mit SOtägiger Kündigungsfrist. 11 Prozent, M OOtägvger Kündigungsfrist 12 Prozent und bei SOtagiger Kündigungsfrist 18 Prozent pro Jahr. Die Rente nst euer wick von der Anstalt äu§ Eigenem'getragen.' " (Entgeltlich.) Der gestrige Privatverkehr. Der gestrige Privatverkch von Geschäft zu Geschäft gestaltete sich sehr lebhaft. Die Kulisie- Papiere, die in den letzten Tagen besonders favorisiert waren; zeigten höhere Taxationen. Auch nach Schrankenwerten, besonders Petroleum- und ungarischen Kohlenwerten. zeigte sich leibhaftes Interesse. Der Verkehr schloß mit bcdentendeu KurSgewinnen gegenüber dem Vortage. Der Geldmarkt. Geld war reichlich angeboten, doch fanden sich wenig Abnehmer, da der größte. Teil der Kanfainlstrage» die in letzter. Zeit getätigt wurden, ausländischen Ursprung- Waren und den hiesigen Geldmarkt in keinerlei Weise belaste« ten. Do« 14,75 bis 15 PrvMt wurde Geld nur schwer untergeibracht. 88 Austritte «mS. de« Arrangement. Nach den bisherigen Fcststelkmgen sind seit Begrün der Krise bis heute §8 Firme« <bu£ dem Arvangemenit der Wiener Börse ausgeschieben. , Die BSrsenratSwahlen. Gestern fand im Wnsengebaude e-me Wahlversammlung Dr die am 1. Dezember statt» sinldertzen Wahlen von 19 Börftnräte» statt. Die verschiedene« KandLaHen stellten sich vor und entwickelten ihr Programm, AuS allen Reden ging deutlich hervor, daß die wichrigsten Aufgaben für die kommenden Bövenräte darin bestchrn Werren, die durch die herrschende Krise ohnehin leidenden Sonkgeschüste vor Uebersteuerurig zu schützen. Es wurde emmüriß .verlangt, daß die Kopfsteuer und Goldabgabe fülle« rnüsse. Börsenrat Rationalrat Wancura sicher» m diese» Hinsicht die Un-terstützung des neuen Finanzministecs zul Börsenrat Straß er verteidigte sich gegen die von stvtt ent« bassonen Angestellten erhobenen Vorwürfe gegen seine Person. ^Es wurde chm auch von seiten einer eingesetzten UnwrstrchlntzSkomlnössi-on das vollste Vertraue« ausgesprocheu. Es wurde auch an dsm Stützungskomrtee' Kritik gSübt, well eS dj«- nötigtz Derschwiegercheit nichts wahicte.' . . . ^> . Insolvenzen. Das AuS^chsverstchoen wurde erSspet: UsLer JaSoib Spiel mann'und H.^mann Lanzet, «che 2. Bez., Untere Augartenstrahe SO, Gesellschafter der Firma SpiÄmann Pud Lanzet, Handeil mrt TeMien e« gvos. 7. Bm» Nvustistgasse 9. UeiberschiEnng drsiviertek Milliarden. Urber NudÄ Roik, 12. Bez., Wimmergasse 19. Inhaber der Firma Rock u. Eo., & S-ckenlbHrmngalle VL ÜGerschuKLg 250 Mlliomn.. . Weiteres Steig« der Wepdevise«. ^Me VMrViMtzeitz' einzelner Staaten, chve Wahrungen deri FricdenchchMt «W. gleichen, dauern MeMevÄcoch»n-^sM^' war das haiisstarllitze Ästigen des e »tzllfch'e ch Mckude S im Zusanvmenhong mit dem WahbauKgtvng, dop ehreaUSM» fprochen konservative Rogisrung ans Ruder brachte, van großer Bedoütnng für die englische Wähvur^SpoliE Die volle Goldparität ist jedoch nur vovivbergchend «relcht worden, ha düe außenpolMchen SchwioriMwn'EnglaaM ^besonders r« Aegypten, der Spekulait-ion neue AngrfffFmMe gegen das Pfund schaffen. An der gestrigen Züricher Nörs^ notierte daß englische Psimd 21,15 nach St,91. Auch der - SchweWr Franke« hat infolge der schweren Krise im Jahve 19S2 svme GoDparrtLt einMußt. Erst M dam Frühjahr 1924 war ein Steigen deS Schweizer Franken zu bemerken. Die auSaesprochen gute Fromdensaison in diesem Jahre verhalf endlich tet: Schweizer Wähmrvg zur vollen FriedenSpavrtät. Güstern - Lbetfchrrtit auf den rnteruationÄlen- Dcllutenmävkten ' der Schweizer - Franken die Parität. Er not>ierw in New«Nork 19L1 und ist damit um zwei Punkde hoher als die FriedenSparätat, die 19,29 betrug. Mit dieser Steigerung des.' Schweizer Franken ermäßigte sich der Dollar in Zürich von 518,50 auf 518^—^: übriKn Wäh» vmvgen zeigen nur unbedsutende AendeviMen. -- Couponeinlösung der BStterbund-nleitzL Die Oester» aLichWe-R-a'iMaLborvk. welche als ZMt«lle< für -die flsven» prvqenk'iae österre'Mche. garan'Kerie. MaatK'a-nlefhe 1923 .bis 1943 fVSKevbundanileihe österreichische/ Aüsgabe) su.ngiert. itc'JIt hierdurch mit. daß sie die am 1. Dezember -diitkeS JahreS fällig wevdendm, Coupons der VAPerÄrn'dartloihe . (österreichische MSgabel bereits <rb Mitj,woch de« 2L Rovember dieses Jahves au ihren Schaltern, und zwar. m. Wen bei chror Müm^zuuld Baiiivtenkaffe, 1. Bez., Landyyusäasie Z, »nb, in be» übrigen Buudesläickem bei ihren ZweigarSal<ien in effekt-iven .Dollarnoten oder in Dollarschecks auf New-NoÄ^ ohne Wen Abzug. einlösrn wird. \ .. .. Pestfrachtstückverkehr nach Frankr^ch über Dcktschland. Die Kammer für Handel, Gewerbe und Jlchustrie gibt bekannt» daß »lach allen Eisenbahnstationen in Frankreich hon . jetzt i an Posdfrachtstücke mit und ohrre Wertangabe^bis W ZO Ksioaramm über Deutschland (Köln-Deutz) und Belgien durch Vernuttlung der Agence Contmentale Anglaise zugelaffen . sind. - Me Gebühren für die gesamte BeförderungSstrecke-frnd bei der Aufgabe der Sendung entrichten; die Verwen-ung. von Ber- ItändigungSzetwln über ' BefördevungsgchührU - entMt für diesen Dag. > . : v:: 1 - -- •! Telephon 66-5-75 Serie Sie SettUentutfc - Zürich, 22. Atovember. <DeviienkuWvo« H Nhr. Bo« der Schweizerischen Kreditanstatt ptitgeteMe MittelArse.> BerUn pro BAün 1.S3Vz (1.2S'/s>. Holland 208.M »(S08.SY,.' New-Pork 518.— -518.50 London 24.01'/, (24.0U/ PmO 27.47 <27.42), Mailand 22.47 <2352), Brüssel Sb lO' (U-), Sovenbage« 91.50 (S1.—-Stockholm '1-89.— klM.öst!», ^MMoutck 77^- (76.50), Madrid 79.75 170.60-, Buenos Aires 1S6.- (1S7.-). Prag 15/0 (lö.hO-, BudaveÜ. O.OOSS'^ kOMst»/.), Bukarest 2.75 (2.70,, Belgrad, 7.55 (7.50), Sofia 8,80 (8.76), Warschau ioo.- (ioo.-), Me» um (0.0078). I; ■■■ ." ^48

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