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Wiener Morgenzeitung · 1924-11-20 · Heft 2067 (20.11.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2067 (20.11.1924)
Date
1924-11-20
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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I?li IOW «OKit, DimneMatz fcblcitet Morgenzesrung. 20. NobenBer 1224 Seite E Seteine, ffiortrüac und Versammlungen. Keren K a j e m e t h l'J s r a«l. Die konstttuierende Sitzung der Landeskommission des Keren Kajernetb l'Jsrael findet am Donnerstag den 27. d. 8 Uhr abends, im neuen Bureau, 1.Bez., Kärntnersttatze28,1.Stock, statt. — Akademischer Friedensbund. Diorgen, 7 Uhr abends, Hörsaal 88 der Universität, Prof. Dr. Walter K ü ch l e r r Gedenkrede für Anatole Franee. — Iuqendverein Abawath Z i o n. 2. Glockengüsse 80. Heute. 7 Ubr abends hebräische Sicha unter Borsitz des Herrn Picker. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. Der Jüdische Turnverein Döbling I&bt alle seine Mitglieder und Freunde zu seiner am Sonntaa, 23. d., 10 Uhr vo>- mittagS, im Eafä Döblingerkiof, IS. Billrottstraße 49, stattfindenden Plenarversammlung böflichst ein und richtet an die jüdische Bewohnerschaft DöblingS den dringenden Appell, durch zahlreichen Beitritt als ausübende oder unterstützende Mitglieder sein Streben zu fördern. Die Beiträge sind äußerst mäßig. Turnplatz r IS. Panvergasse 28. Volksschule, Turnsaal. Turnzeiten r Montag und Donnerstag von 6 bis Uhr abends für Kinder, Montag und Donnerstag von l/«8 bis 9 Uhr obeiidS für Männer, Dienstag uuv Freitag von 7 bis 9 Uhr abends für Damen und Mädchen. Radioprograrnur für heute: 11 bis 1 l!hr r Matinee Silving. — 1 Uhr 7 Min.: Urania- Leit. — 1 Uhr 20 Min.r Wetteransage. — 4 bis 5 Uhr: Teekonzert Silving. - 7»^ bis l/j8 Uhr r Hugo-Wolf-Abend. — 8 bis 10 Uhr: Konzertakademie. Sühne und Kunst. „So ist er. - 8ft es fa?" Ralumud-Theater. Diese «Parte Komödie Pirandellos zeigt, wie verlogen die Wahrheitssehnsucht der lieben Mitbürger ist. Da leben drei Menschen, Schwiegermutter, Gatte, Gattin, in gewiß son- : devbaren Beziehungen, sind aber, so wie sie nebeneinander leben, durchaus glücklich. Die ganze Stadt schreit, sie müsse! „bie Waaahrheit" über dieses merkwürdige Trifolium erfahren. Je weniger es gelingt, dahinter zu kommen, um so leidenschaftlicher, rücksichtsloser, roher drängen sie sich heran, bringen di« drei zur Verzweiflung und sind schließlich so klug als wie zuvor. ES itst natürlich gar nicht das Bedürfnis, die Wahrheit $u ergründen, das di? Spießbürger fiebern macht, sondern lüsterne, brennende Neugierde. Wenn man sie erregt tuscheln, eine würdige Greisin aushorchen, einen einsamen, schwer geprüften Mann peinlich befragen und in geiler Erregung die drei Menschen konfrontieren sicht, freut man sich, daß Daumenschrauben, spanischer Stiefel und Scheiterhaufen abgeschaUt sind. Diese Leutchen hätten anno dazumal ihre Opfer zu Tode gefoltert. Ein Räsonneur begleitet die Vorgänge der nachdenklichen, wirklich außerordentlichen Komödie, ein philosophischer, die menschliche Dummheit superb kritisierender Kopf, der den Akteuren des Stückes und dem Publikum — wahrscheinlich diesem wie jenen fruchtlos — zu erklären sucht, daß jeder Mensch und jedes Ding nur so ist, wie es der Nachbar sieht und daß niemals auch nur zwei mit gleichen Augen sehen. Herr Neugebauer spielt diesen „Zuschauer auf der Bühne" mit Humor und feinster Pointierung. Frieda Richard ist als alte Dame so verehvungswürdig, gestaltet reines Menschentum so ergreifend, daß man an die große Auguste Wibbraudt-Baudrus erinnert wird. Die Gastin wurde au>f offener Szene gefeiert. Auch sonst (unter Hommas Leitung) eine ausgezeichnete lebendige Ausführung, an deren Gelingen noch insbesondere die Damen Förster, Förh und Fässer, die Herren S ch m i e d e r, E h m a n n, Loibner und Enge l Anteil haben. O. Ä. „Ire kleine Heilige." Premiere im Lustspieltheater« Schnitzler, Molnar, Willde und Artur Ernst Weiß dasselbe tun... Aber vielleicht ist's später einmal dasselbe. Jedenfalls hat «der blutjunge Äustspie'ldichter gute Rezepte verwendet imb wenn sein nächster Einfall nicht schwächer jlst als der, dein das amüsante Stück „Die kleine Heilige" seine Entstehung verdankt, dann haben wir einen Wiener „Autor", der seine eigene Grazie, seinen eigenen Ton und sein eigenes „Pointen (0 den Aermeln schütteln" besitzt Und darum auf diese kostbaren Elemente aus dem Ausland verzichten kann. Unsere kleine Heilige nämlich... rettet dis überreife, unverstandene Mutter wr der Ent-täuschung durch ein Erlebnis, indenr sie dieses Erlebnis auf ihre eigenen, unerfahrenen, aber rei;end-ju>gend!ich-en Schultern nimmt. Man wirft sich Pointen zu, inacht Spihimbi«g«keiten, ist nach Bedarf sentimental oder banal und zum Schluß wird man Vött der Idee überrumpelt, daß es im Loben so vieles rieben der Liebe gibt. Eiu Schlager, weNit Titan so sagen darf, Fräulein Charlotte Ander, unnachahmlich frivol, keusch bei aller — pfui! — Verderbtheit, ein lustiger teuflischer Fratz, dem Man das Gewagteste verzeiht. Der gute Jarno schwamm resignierend in einer Harrh-Äälden-Rolle, Paul Mahr bsgnügie sich mit diskreten Andeutungen, Matr-sttä Weber uttd Hörbiger ölten den Mechaitismus gut. Ein großer Erfolg und gleichzeitig eine Maihnung an den Autor zur SelbsttLzichUn-g. Also nächstens! o. r. B u r g t h e a t e r MoraeN, 7 Uhr, „D e r K o m ö- - i a n t". A k a d e m i e t h e ä t e r. ' Morgin. l(9B Uhr, 11 T n an e mit bem Scheidvngstzt u n d". Ä ü l k 8 o p e t. Morgen tzelüNgt „D e r T r o inv e i e r von S ä k k i ft g t numit Herrn Brand in der STi topfit?iiv Anstüdnn'g. •' Mitteilungen aus dem Publikum. Mtislis MnM $ Morfer W.en, IV. Mühlgasse 28/20 =?■«= .-t-:-.- ru KaciliO'. idoifoü Os'asiatische Sammlung Metzulce / Lacke / Bronzen / Porzellan / Schwerter etc. Heute Berichtigung von 10 bis 4 Uhr Versteigerung vom 24. bis 26. Nov. 1924 OTEL LLANDSTRASS Ofasälrit ui paraVcnts B. I. Wipplingerstrasse Nr. 18 Deutsches Bolkstbeater. Gegenwärtig wird FuldaS „DieZwtlltngsschwester" vorbereitet. Frau Konstantin wirkt mit. Nachmittagsvorstellungen Samstag den 22. b., 7,3 Ubr, „DieAhnfra u", Sonntag, 7,3 Uhr, „M e i n L*e o p o l d". In den K a m m e r s p i e l e n findet morgen Freitag, 7 Uhr, zum ersten Male an dieser Bühne, eine Vorstellung von Flers Caillavets Lustspiel „D e r M a n ri ohne Moral" mit Richard Romauowsky in der Titelrolle statt. Theater in der Joses st ad t. In Vorbereitung „DerHerrsetneS Herzens" von Paul Rahnald. Raimund-Tbeater. Die Erstaufführung von Wedekinds großer Tanzdichtung ^Die Kaiserin von N e u f u n d l a n d" findet Samstag um 7-8 Uhr statt. Jod ann-Stranß-Tbeater. Sonntag nachmittags „D i e F ö r st e r ch r i st l". Nenatssaneebühne. Mittwoch den 26. d. wird Gutzkows „U r t e l A e o st a" in einer neuartigen Inszenierung Friedrich FeherS, die den Zuschauerraum in den Schauplatz der Handlung einbezieht, gegeben werden; die Titelrolle spielt Oskar Beregi. Ans der Staatsoper. Direktor Schalk ist von seiner Erkrankung wieder hergestellt und hat bereits vergangenen Montag die DirektionSgeschäste übernommen. Er wird morgen Freitag die Ausführung „D i e Zauberflöte" dirigieren. Die Herbstausstellung her Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens wird Samstag den 22. d kt Künstle rhause eröffnet. Sie ist mit der Kollektivausstellung der Genossenschaft bildender Künstler Steiermarks verbunden. Eine Gedenktafel für Johann Strauß. Der Wiener Mannergesangverein hat den Beschluß gefaßt, an dem Hause 7. Bez., Lerchenfeldcrstraße 15, an dessen Stelle emst das Geburtshaus von Johann Strauß stand, eine Gedenktafel mit dem Bronzerelief des Walzerkönigs anbringvn zu lassen. Die künstlerische Ausführung de8 Bronzerelisfs wurde dem akademischen Bildhauer Gustav Guvschner übertragen. Die Enthüllung der Gedenktafel wird anläßlich des 100. Geburtstages von Johann Stvauß im Oktober 1925 stattfinden. Joel Engel, der bekannte jüdische Komponist und Musik- Heoretiker, verläßt Berlin, um die Leitung der Musikschule S u l o m i t h in T e l - A w i w M übernehmen. Bekanntlich hat sich der Wiener Musiker Prof. Wolf mit einem Anfruife än die jüdische Oossentlichkeit gewendet, -um die Mittel für den Ausbau dieses palästinensischen Mnsikinstitut-es zu einem vollwertigen Konservatorium cmfzubringen. Ein Berliner Komitee züdlscher Schriftsteller, Gelehrter und Künstler veranstaltet am 23. d. zu Ehren des scheidender Tondichters einen Mschiedsabend. Hindemith-Nraufsührnng. In Stuttgart kamen die beiden neuösten Werke von Paul Hindemith: ^Fünfstimmige Madrigale", nach altdeutschen Texten, durch bic Stuttgarter Modrigalvereniichuna und „Die Serenaden", eine Kantate nach romantischen Dichtungen, bei ausgezeichneter Darbietung zur erfolgrelchen Ur-aufsnhrung. mm Gcstovn verhaardeilibe das ZiviklandeAgerichi Unter dem Donsi^ des Hofrates Tr. Frankel über eine Kiage, die das BanIhä'Uä-. S.. 33 ö | <ü J gegen b?tt BeMältUMsrat der Allge- Mvmen Jndustrielbank, Köinmemialrat Hans Pösbauer, aus EerauHMe von Miien im Werte von 4,6 M lliarden roneil «angestrengt hatte.. Bofol, ein persönlicher Freund des BokWsn, stellte derv Jndnstriebauk, da er kein Grild zur Verfügling ha>Ä>e, . die Attiien K-rrter Vorbehalt seines Eitzrniiumsr'echtes mt VevfL-gnng, . damit sie sich Geld poeschaffen könne. Er halbe sich dabei anÄbedimgen, daß er diefevbrw Aktien z-uruckbakonunLÜ müsse, weil davunter.. eine Antzahl Gernavoß- Aktien waren, die Mrevrle Syndiktsstücke darstellend Bösvauer Wb Boscil eine Erklärung, in der er sich vetipstichtetie, als MVA ihitib ZaWe für die rechtzeitige MDeÜü.ng der Mllen und -für die MOdzähl-uing des Kursunteinschledes am Entliethnttmigs» und am R>ückstelln>niaSt>age zu haften, Für den Fall der «nicht vvchtzeitiiaiLn Rückstellung wu«rde dem Klä-ger ein Pfandbecht m hem BattikMais itt ddt Wippl'ingerstrüße eingvränmt. DerAorichtAhof verurteilte den Belkl«a«gteU zur Rückstelluing der Aktien. Keine Haftung der Gemeinde Wen für Stratzenuusälle. IM Jänner 1923 fuhr fcfcr Fnhrmerker KaÄ T o m e k durch die Matznevstvaße» Infolge Glatteises und schMzafter Pst-asteru«ng ttMde der Magen am, Tomok sinpzte Vvm Bock und zog sich M!n..PhirhWhaMvuch zu. Auch das Psttd wurde Verletzt. Tom«vk Äaigte beim Zivi.!>la«ndes!gericht hie GvnreiE Wien ans Z'WliMg vd>kt . 60, MillionLll Kronen Sch-adöuers-ütz und eine hbri' dröi. MÄ-wineU «mon-attich für vocknind^rve. Evwevbs- WWit «llnd Verd«ion«st2n:t,gaug. Er stützte seinen Anspruch aus das BerfchuldLn der Gomeind'e, die trotz des 'hoivi-gen Schneet-alteZ u«n«d dev Vereisung nicht die genügenide Reinigung wird Sii:<-7ru»g d?r sich im sch'lechb.'n Zustande bsfk.W-ck^n Straße angoordnvt nud dadurch den Unfall verschuldet halbe. In da vor dem ZivMaudesigericht du-vchgesül>rt«en Dechmndlulng beainl tragtie Dr. Schl-euderer namens der Gemeinde die Alblweisnnt der Klage, da kein Gesetz die Reinign«ng «der Stwaßrn vorschr-cibv was anch bei plöhllich einsallrnden Schneeifällen reicht zu jodet Stunde möglich erscheint. Das Berfasfnnlgs,«setz der Gom-einds Wien -vom J«a«hre 1920 macht der Gemeinde Wilen w-chl die In« stan-chaltung der Straßen zur Pflicht, aber nur in reck)tlichew Belange, dem Bunde gegeniüber, wqdt aber nicht die rein privatrechtlichm Be«rhä«ttnisse und gewälhrt «für diese keine Haf t«u«ng. Der Senat wies aus diesem G-vumde die Klage kosten« pflichtig «ab. Der große SchwnrgerichtSsaal lebensgefährlich? Der Präq sident des Straflandesgerichtes hat angeordnet, Daß die heuttz stattfindende Schwurgerichtsvechandlung szc«ge.u den Bäckergshilsen Walter Müller, der seine <Mtd6te erschossen hat, sowie der morgen stattfindende Prozeß gegen den «des MordcS an seinem Lehrherrn angeklagten Lehrlings Brzobohaty im kleinen Schwurgerichtssaat durchgch'chrt werden, da die behördliche Kommission, welche deu großen Schwurgerichtssawl nach dem Dippelbau-m'brande besich«tigt Hai, sich dahin aussprach, daß es nicht aus-geschtossen werden könne, daß die Benützung des Saales für das Publikum, daS bei Verhandlungen anwesend ist. Gefahr mit sich -bringe. Direktor Bayer klagt das Unterrichtsministerium. Der Direktor des Naturhistorischen Staatsmuseums, Ncgiernngsrai Professor Dr. Bayer, hat durch seinen Vertreter Dr. Herz- «berg-Fraenkel beim Verwaltungsgerichtshaf die Klage gegen das Unterrichtsmmisteriu-m wegen administrativer Trennung der ihm gemeinsam übergebenen ethnographischen «und prö> historischen Abteilung eingebracht. Volkswirt. Las Ansgleichsverfahren der Levositenbank. Erst gestern wurde beim Wiener Handelslgevicht das schon seit ein«ig>en Tagen erwartete formelle Ansuchen dcr» Depositeniba-nik um Eröffnung des Ausgleichsverfahrens eingebracht. Gle'tchz-eitüg wurde der Antrag a«u>f . Aufhebung der Geschäftsaufsicht gestellt. Bekanntlich stand bis jetzt -die Depo«sitenb2ln>k unter Geschästsaulfsichtv da sei«n«erzeit der Erwartung Ausdruck gegeben wurde, baß es doch'gelingen würde, den Z«us«acnvi Men!bvu>ch der Depositenbank «ohne Schädigung der E!lä«)rbi« ger zu vermeiden. Es hat schon -damals einen Kampf gege^ ben, ob tatsä-chlbich die Geschästsauifstcht, welche nur sür die durch den Krieg gefchädigten Unternehmuingen «vorgesehen war, aiu-ch über die Dep«o>siteüba«n«? verhä-ngt «werben und nicht gleich das Ausgleichsverfa«hren^ eröffnet werben solle. Man hoffte banvals, -baß sich boch irgendwie eine Sa«n-ievumg wevbe arrmtigieven küssen. Die Regierung '«st info'-^e dessen -im dieser ^-iniftcht a«bwartend gewefen. NM stellte sich aber heraus, daß jede Sanierung ohne vorherige Verhängung des Ans». gleichsverfahrens unmöglich war. Einerseits spielte w!bei die Frage be«r Abs-ertlgu'ngen der Angestellten eine große Rolle, weil diese bei der Ver-, Hängung des Au«s«gss«e'i«chs!vsvfa'h-reN's relvitiv niedriger sinh als sonst, da beka'nntli'ch das Ausglei«chsversalhren die Be-- vorrechtuing der Amgestellten«fordevu«ngen nur bis zu einer gewissen Summe zuiläßt. Mil ihrer R«sstfovdevu«ng van-, gieren sie hmgegen mit den übrigen Fo«rdevungen der a«n«deven Gläubiger gleich. Ein zweites Motiv lag dartn, daß sich allmählich hevaavsstellte, daß tatsächlich eine Rsstituitw i«n integrum bei der Depositenbank nicht möglich sei ltmib baß sich eine Rekonstruktivn ohne stärkere Abzüge beiden Gläubigevforbevuingen,unim«öglich bewerkstelligen Nasse. Vor e'mi«ger Zeit tst eine sra«nzösi-sche Gruppe, welche der Kerika«l-roholistischen Partei nahesteht, m Wien erschienen «uub hat sich um die Sanievung bemüht. Die«se Gruppe wäre zur Ueberna-Hme der Depositeuban«k bereit gewesen, wenn viuch bie Fw.ge ber Schulbner rmd Gläubiger restlos durch ein Au§glei«chsvevfa!hren bereinigt worden Ware. Die Verhandlungen für die Negierung führte der jetzige Minister des Aeußern Dr. Mataja, der als Ehri'stlichfozi«aller «bem fvmrzösischen klerikalen Fin<rnKka«pitail nahesteht. Die Verhanblungen stoben aber zu keinem Refultat geführt, Werl die österreichische Regierung sich i«n dieser Fm«ge zögernd -vevhtelt u«n«d sich namentlich int der Frage des Ausgleichsverwalters zu keiner präzisen Stellungnahme entschließen kon«nte. Dies dauerte d«c>m Konisorttu.m zu la«nge un«d es ist schon vor zwei Wochen «weggererst. Der frühere Finiunzminister Dr. Kienböck verhielt sich m der ga«nzen Fra«ge sehr zögernd. Urspmn«g!7i«ch wollte er nach bem Geldinstitutszentvalengesetz «bas Institut für öffentliche Uniternehnnungen als Au§gleich§veriv«a«lter em'setzen. Dagegen «mochten sich aber manche Wid«erstände «geltend. Namentlich der Generalkommisiär des Völkerbundes Dr. ZiMMerma«n soll diesem Plan nicht zu«gestimmt haben, «da. er erklärte, daß «an dem Institut für öffeEiche Unternehmumigen auch «der Staint beteiligt sei .und er mfolge dessen n.i«cht die Zu>fti-mmu«ng zu dieser Tra.us- «a«kt'i>on geben köwne, die mit einem g-ciwissen Risiko sü«r di«es«es Institut verbunden sei. Es scheint aber, -daß ber Generalkommissär seinen Widerstand ausgegeben «ha>t. Es ist interessant «unb merkwürdig, «daß die Frage des A.rrs«gleichZmr- Walters geva.be im letzten Moment bes Wechsels im Finauzporteseuille gevegeilt würbe. Das Handelsgericht wird sich in eiiuiger Zeit mit ber Bestellung des Ausglei-chZPerwatters befassen müssen, d«a an dasselbe vom seiten des Finan^ministerkuns die Aufforderung gerichtet wurde, sich vor Bestim«m«ung des AusglelchLvevwalters mit dem F'ttrl.'mzmi-uisteriunu in Verbindung zu setzen. Dies dürfte erst in d«en nächsten Togen geschehen. No«ch den gestri'gen Me-!«bungcn würde doch das Kreditinstitut Äusaleichsverwalt-er bestimmt iwerbell. Es -ist aber in dieser Hlusicht noch keine wie auch immer geartete Entscheidung getros-

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