Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2066 (19.11.1924)
- Date
- 1924-11-19
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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hieltet Mvr^enzeUunft. - Seite 6_Wien, Mittwoch Sein neuestes Werk hat gestern erfolgreich die Feuertaufe bestanden. In fünf knappe Akte ist ein Drama zusammengedrängt, das zwischen drei Mitgliedern einer Familie spielt. Die Mutter, die gewohnt war, 'in der Einsiedelei eines Bahnwächtcr- Häuschens die Herrin zu spieletr, sieht sich durch die Ankunft einer Schwiegertochter in ihrer Machtstellung bedroht. Aber nicht als Mutter, als Weib will sie über die junge Frautriumphiereu, im tollen Tanz zu einer wilden Musik ihre Sinnlichkeit aufstacheln und um die Liebe ihres eigenen Kißdes werben. Der Kampf um den Mann schafft eine int*, überbrückbare Kluft zwischen Mutter und Schwiegertochter. Blinde Eifersucht schwingt ihre Geißel und tötet die Ruhe des Hauses. Selbst mit dem Giftmord spielen die Gedanken der um die Liebe ihres Sohnes ringenden Mutter, aber ihre sittliche Kraft verdrängt die Ausführung dieser Tat. So mutz sie selbst das Opfer werden; nur über ihre Leiche kann der Friede der jungen Ehegatten begründet werden. Der Eisenbahnzug, der über ihren Körper hinwegbraust, ist weder vom Sohn noch von der Schwiegertochter aufgchalten worden. Die Exl-Bühne spielt das schwierige Schauspiel als eine dunkle Ballade. Nur spärliche Lichter Hellen die Atmosphäre j von Unerbittlichkeit auf. die drei Gestalten sind nur die Exponenten einer überirdischen Macht, die ihre Opfer fordert. Anna Exl, Josef Hauser und Mimi Aner-Gstöttner, ein wundervoll abgetöntes Ensemble, verhalfen dem Drama ^rotz seines heiklen Problems zu einem großen Erfolg, dt. Aus den Theatern. Burgtheater. Morgen, 7 Uhr, „E o r i o 1a n u ä". A k a d e m i e t b e a t e r. Morgen, V»8 Uhr, Erstaufführung des dreiaktigen Lustspieles „D i e' D a m e mit demScheidungsgru n b" von Emst V a j d a. S t a a t S o v e r. Infolge vorl Belebungsschwierigkeiten entfallt die für Samstag augesetzte Vorstellung „D e r Barbier von Sevilla" int Redorrtens aa l. Volksoper. Morgen „Der Barbrer von Sevilla". Raimuud-Tbeater. Samstag findet die österreichische Uraufführung von Wedekinds Tanzdichtimg „D i e Kaiserin von Neufundland" mit Blandine E h i u g e r in der^Titelrolle statt. Robert-Stolz-Bübne. Morgen 50. Aufführung von „DasFränleinausiooi Nacht". Modernes Theater. Das Zweckstück Felix Fischers gegen d'e Morphium- und Koka'mse-uche „D i a g n o sc 16", das jedenfalls zu den geschmackoollercu die-ser Gattung zählt und dramatisch wirksam ist, wird jetzt unter Homma's Regie als Nachtvorstellung an dieser Bühne gespielt. Die Damen W o iw.ode und Cartellieri, die sehr schön ist, die Herren Fried-ell und vor allein der o-ls Darsteller der Hauptrolle von uns bereits gewürdigte Herr M i k s ch sind die Hcmptokl'.mre des trefflichen Ensembles. Eine Kunstbibliothek in der Pariser Rothschild-Stiftung. Aus Paris wird uns -berichtet: W-ie erinnerlich, hat Frau Salnmon de Rothschild ihr Pariser Palais samt dm darin enthaltenen Kunstschatzcn denk Staat vermacht und 'letztwillig verfügt, .daß dieses Stiftzunashcms zu offiziellen Empfängen - ausländischer Künstler und Gelchrter dienen soll. In diöstm ' Haus, wurde vor einigen Tagen die Kunst- und archäologische Bibliothek der Pariser Universität, die Jahre 1918 von Jacques. Doucet der Universität aeschenA worden war, untergebracht. Die Pa-rterreräume d.s Hauses dienen Äs Empfangssalons. In den verschiedenen .Stockwerken sind, in je einem Saal die Werke über die Kunst des Altertums, des. Mittelalters, der Neuzeit und der Knust des Ostens, chro-uoloMch geordnet, , untergcdracht. In zwei großen Sälen sind die überaus wertvollen Kataloge aller öffentlichen und Privaten Museen, die Kataloge der Kunstfalons seit dem 18. Jahrhundert, ferner eine Sammlung von 150.000 Photographien ausgestellt. Auch eine Kostümsamm'lnng mit «c.i-ner BiblivHeik des Kostümiwestns und ~ eine Bibliothek seltener Archit-ekturwerke vom 16. bis 18. Jahrhundert gehörten zu di-eft.r seltenen, unschätzbaren Sammlung. Copyright 1924 by Nachdruck verlöten. Deutsche Berlagsaniialt, Stuttgart. 11. Fort>etzu«g, Ire Ctadt an der Moldau. Roman. Von Auguste Hauschner. Frau Zahradil kamihrem Gast eilig entgegen. Sonntäglich geschmückt, fest eingeschnürt m «blaue. Seide, der weiße Spitzenkragen von goldener Kette Überhängen, durch eine große Gemme f.stgehalten. Ohne'ersichtlichen Grund war sie erhitzt, sie mochte oben den Kaffee ausgegossen ' haben, dessen würziges Aroma aus dem Nebenraum, offenbar die Küche, drang und sich mit dem leckeren Geruch frischgebackenen Kuchens mischte. Zu unsicher, um die richtige Gesellschaftsform zu finden, nötigte sie die Besucherin nicht gleich zum Sitzen. Stehend wurde die Apfeltortenangelegenheit besprochen. Dann kam eine Entschuldigung wegen der maugelhasten Einrichtung des Zimmers. Es tvar durch einen Wandschirm in Schlaf- und Wohnstube geteilt. „Es ist so wenig Platz, alles mit Kranken und Verwundeten besetzt. Und mein Mann und ich, wir sind so de- 1 schäftigt. Essen tun wir mit in der Kant'ne." Nur znm Schlafen kommen wir herauf. Der Josef freilich.. . aber wo er nur bleibt, der Josef, so schrecklich hat er sich gefreut. . Aber wollen gnädige Frau", sie drängte Therese auf ein rotes, eingesessenes Plüschkanapee, „mir.nicht die' Ehre gebr t, eine Schale Kaffee . . ." So schnell ihre Aülle es er- . Laubte, huschte sie hinaus, kam mit einem Brett zurück, so doll bclahen, daß Therese zusprang, ihr zu helfen. - Therese nippte an der - Tasse, bröckelte das Bäckwrrk { äb^ rühmte die Vortresflichkeit des Trankes und der süßen Speise. Sie dachte: Wäre es, zu unschicklich, gleich wegzugehen? Gar -zu unangebracht dünkte sie ihr Schritt. Sie dachte unwillkürlich: Wenn mich der Montelu-po :feheH. könnte. ... ' Z ^Ziellos irrten. iW Bljcke-Wer'die geschytaKose'./Täs PeO und hafteten ans einem bunten Blatt:" Gehirgswand,, §w>' Kinder, Edelweiß:im Körbchen, am RmÄ.^-Äb-'s Was ist unsittliche Kunst? Der ÄtÄ-ilk-V-erl'Lg erließ 'i»n Frühjahr dieses Jahres ' anläßlich des Eccc-Hoülo-PWzess>es eiu Prcisausschreilben „Was -istiunsitAiche Kunst?" Jnfolgeder UebeuMe de.r eingegangenen Antworten konnte die Jury erst am 31. Oktober ihre 'S-ü)>lußsitzuug obihaltirn und die endgültigen Presse ver-toilen. Es «rhiMirn ' >insgesaimt 31. Arbeiten Preis. Den EmiseMru der ^'pvviSgeövö-nten Aübeiten >i!st direkte Mitteilung Mgeigaugen. mm s'st NM Im BetrngsprW'sse gegen de«: ohvmaligen Hotelpächter von Bad Schallevbach, Kar>l Zottl, wurde gestern in fortgesetzter Verhandlung der Hauptgeschädigte, Theodor Moor m a n n, als Zeuge ei-nvernommen. „Ich bin," sagt der Zeuge, „nach SHallerbach gefahren, habe dort Informationen eingcholt «md über die Aussichten des Unternehmens mir ein Bild -gemacht. Auf Grund'meiner Wahviuhulungeu, die durchaus günstig waren, entschloß ich mich, Herrn Zottl die nötigen Dummen vorzustrecken. Zottl erklärte mir, er habe einen Vertrag , auf Pachtung des .Hotetbctriübes. abgeschlossen und hierbei einen jährlichen Pachifchilling von 300 Millionen Kro:- ,, ausbedungen. Erst später habe ich erfahren, daß vertraglich eine Pachtismmue von zwei Milliarden ausbedungen war. Hätte ich das früher gewußt, dann hätte ich mich in das Geschäft sicher nicht eingelassen." Bert.: Haben Sie das Unternehmen für gut gehalten? — Zeuge: Gewiß. Der Pachtzins von 300 Millionen schien mir sehr annehmbar, aber mit zwei Milliarden hätte ich auf keinen Fall das Geschäft gemacht. — V e r ist Es sind also , eigentlich die Schaller'bacher, die Die h i n e i n g e l e g t haben. — Zeuge: Der Veowalrungsrat ist freilich auch nicht ganz ohne Schuld. Er hat gewußt, daß hinter dem Zottl der Moormanu steht und da hätte man Wohl mich aufmerksam Machen sollen. — Bert.: Die Dchallerbacher haben sich des Zottl bedient, mit den Moormann hineinzulegen. Der Zeuge Tr.' Adalbert Feingold. Rechtsanwalt des Herrn Moormann, hat M-oormann gleich Äs er von Zottls Existenz erfuhr, gewarnt. „Leuten, die man am Trabrennplatz kennen lernt, vertraut man nicht so viel Geld an" sagte ich zu ihm, aber Moormaun war ganz bös und sagte: „Zottl ist doch so fromm." Später kam er dann mit dem Schalterbach-Bertrag -.und.weinte vor Erregung. Dieser Vertrag ist auch das Ungeheuerlichste, was man sich vorstellcn kann. - Der Gerichtshof erkannte den Angeklagten Zottl wegen des Verbrechens der V e r u n t r e u u n g schuldig und verurteilte. chn bei Ainoeudung . des außerordentlichen Milderungsrechtes zn eine.m Jahre schweren Kerk e r-s. In diese Slvaf-e.wurde ein Teil der Untersuchungshaft eingerechnet. Vom Verbrechen, des Betruges wurde er freigesprochen. Der'ZlnMagte erklärte, die Strafe aiMirehnren und bat uw StrafaiKchu-b, was der Gerichtshof äblchnte. „Frau Breier aus Gaha" und die Lustbarkeitsabgabc. Vor dem VerwalmngsgLrichtshof unter dem Vorsitz des Präsisenten Dr. S ch u st e r wurde gestern über die Befchlverde der Rolandbühne gegen die Bemessung der Lustbarkeit sab gäbe mit 40 Prozent für das' unter dem Titell „Revue mit Fitmeinlagen" ausgeführte Stück „Frau Breier aus Gaha" verhandelt.' Der bekla-gte Magistrat wendete ein, daß für dieses Stück nicht die zchnprozentige Lustbavkeitsabgalbe, wie sie für Prcfastücke vorgeschrichen ist. in Fra,ge kommen könne, da ein anlschnljcher Teil des. Stückes chvei von siebest Dilldern) aus LichWildervorsührungen beftohe. '"Dieser Anstcht schloß sich auch , ^r Bevwali-ungsaerichtshoif .an und evkannte die erhöhte Lustbavkeitsabga.be als zu Recht 'bestehend an. Der Apotheker Linsker verurteilt. Gestern wurde die Verhandlung gegen den wegen Verkaufes von minderwertigen Herlmittslu' anig'eAagten Apotheker Raphael Linsker fortgösetzt-und beendet. Das Schöffengericht erkannte den Angeklagten des Verbrechens des Betruges und der Ueibertretung nach § 345 schuldig und verurteilte ihn zu sechs Monaten einfachen Kerkers, verschärft, durch einhartes Lager jeden Monat, sowie zum Verluste des Grades eims Magisters, der Pharmazie. Verteidiger Dr. P l a s ch'k e s meldete die Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an, der Staatsanwalt Berufung wegen des zu geringen Strafausmaßes. grundes emgeschlafen. Dahinter der Schutzengel mit ausgespreizten Flügeln, sie vor Absturz zu' hewahren. Frau Zahradil, in steigender Verlegenheit, di« Unter- . Haltung sortzusp'mmn, mißdeutete Frau Krommers dem Oe'ldruck zugewendetös Interesse und mhm an, es gelte den Familienbildern, die sich in schief, gerückten goldenen, schwarzen, braunen Nahmen regellos über die Wand verteilten.. Sie sagte, und die Mutterliebe erhob sich über ihre Üübcholfenheit wie anfgehende Sonn«: „Mcrschtenteils ist es der Peppik. Das da," der Finger zeigte ans ein verblaßtes' Dagoerotyp, „ist er als ganz ein Kleiner, anderthalb war er erst alt. Wie ein Engevl.stvar er, mit blonden Lockerln und blauen Augen. Und da und da ist er mit dem Großpa-pa. Jedes Jahr hat er ihn. sich aufs Land genommen nach Czemislau. So viel lieb hat er ihn gehabt. Den ganzen Tag hat er sich mit ihm gespielt, hat ihm auch cm Paar. Tausend hinterlassen. Und da," in -ihrem - Eifer lief sie, ein Bildchen vom Nagel abzu-hängen, mit dem Seidenärmel entfernte sie den Staub, „war er schon aufs Gymnasium ge>ganigen,.aufs deutsche. Er hat nicht anders wollen. Ter'ist Ihnen gescheut. Wenn ihn nicht hätten immer die deutschen Professoren Sie hielt inne, als sei ihr etwas Un'passendes entschlüpft, und spähte in «das-Lächeln, das ans der Fremden - Lippen fror. Sie -fühlte , sich der Lage nicht gewachsen. „Aber wo er nur bleibt, der PePPik. Ich muß doch schauen, ob er vielleicht in der Kanzlei . . ." bemühen Sie sich nicht, Frau Zahradil," hielt Therese sie zurück, „ich muß ohnehin . . .'eine 'Verabredung mit meinem Mann .. ." Es poltertedie Treppe'aufwärts^ stürmte den Gang entlang. „Gnädigste." Josef verbeugte sich bis an die Erde. „Ich bin verzweifelt. Ist es möglich, daß Sie mir verzeihen?" Jnr Hereinstürzen warf er einen weißen Kittel ab, wie ihn diehMirurgen bei-ihrer Arbeit tragen, darunter war seine Wäsche zerknittert, wie stzach -Mgerem Gebrauch, Me'He- .rüchejsi die von Krankheft, Schmerzen und Betäubung spva- , chech chvßchte er mit seinen Alltagskleidern herein» 19. November 1924- Nr. 2066 BolksKirt. Ser österreichisch-tschecho-slowaklsche Handel« vertrag. . Nach denr gestern abgeschlossenen Vertragwnrdey alle handelspolitisch Mevanten Zollpofitionen 'seitens best der Vertragsteile' ermäßigt. Für die Ausfuhr Oester«, r-eichs nach der Tschecho-Slowakei wurden die Zollsätze iilsbesondere. -folgender Warengattnngen feftgestellt: Obsst wein, Sämercien, Leinöl, Kasseesurvogate, LKMoftsewen^ Farberden, Baumwollgarne, Ba-unnwollstosfe, 'Stickereiech Strick- und Wiükwaren, Lernen- und Hanfgarne, Irrten teppiche, Loden, >ivollene Wirkwaren, Filzivaren, einige Soideriiartl'kel, Kleidungen, Hüte und andere KoniMions-, . arti-kel, Büvsten, Papier «und Papiererzeugnisse, Kautschuk-, lvaren, Wachstuch. Wagendecken, Leder und Ledevwaren, Treibriemen, Knrschnevwareu, Stöcke, Fässer, Modell, Skier, Spiolwaren' und andere Drechsler- und . Schnitz-, waren, insbesondere Rauchreqnisiten, Haarschmuck, Perlmuttcrknöpfe, Glas nnd -Glla's>waven, Zementwareu. künist-, liche Schleifsteine, BaMsten, Ma-Wesitziegol, Graphittiegell, Roheisen und H-albfabvikate, Blech- und Drahst waren, Werkzeuge, Schrauben, Beschläge und Schlösser, eiserne Kassen und Möbel, Muminimnwaren, landwirtschaftliche Maschinen, elektrische Maschinen, Te»legrapb«en- und Telephoueiurichtmtgen, Meß- und Zählapparate, Installationsgegleustände aller Art, elektrische ' Wühlampen, elektrische Kohlen, Mulstkinftruimente, chemische Predukkte, wie: Wasievstosffnpevoxytd, Schwefel-- und Salpetersäure, Soda, Wasserglas, Terror, Chromalaun, Lackfirn'isse ufw. Unter den Waren, deren Zölle für die Ausfuhr dev Tschecho-Slowakei nach Oesterreich gevegeilt wurden, sind hervorzuheben: Zucker. Gerste, Malz, Same- Kien, Hopsen. Mer, Obstwein, Mineralwässer. Schinbm,' Selchwaren, Käse, Obst- und Ge-müsekonserven, Bamniwoll-, Leiueir- und Wollwaren, einige Jute, . Hanf- und-Seidenartikel, Konfektion, Bürsten, Papier- und Papierergeug-«. nisse, Leder, Schuhwaren, Hand'chnhe, Ho>tz. Stöcke. Fässer» Bughcilzmöbckl, Skier u. a. Drechsler- und Schnitzwaren, wie: Knopfwareu aller Art, Rauchrequislien, Glas und Glaswareu, künstliche SchleMe'me, Zement, Kalk.- Tonwaren, wie: Ziegel, Klinker, Boden- und Wandbelagplatben, Kachelöfen, Töpsevgeschirr, Porzellan, Steingut u. a.; Gleichzeitig wurden rm Sinne des Artikels 9 des .HaudÄsübereinkom'mens vom Jahre 1921 auf Grund dev Reziprozität für das Bewilligungsverfahren neue Richtlinien aufgestellt, um die bestehenden Schwierigkeiten zu beseitigen und die Doraussetzungen für die ungestörte ©tti* Wicklung der .Handelsbeziehungen zu schaffen. . Die Bewegung der Petroleumwerte. Au der gestrigen Börse ist die Abbröckelung einzelner Petroleumkurse besonders, ausgefallen. Diese Bewegung hat schon am Vortage eingesetzt 'Als Ursache der Senkung Werden neuerliche Schwierigkeiteu bei den Petroleumkartellverhandlungen angegeben. Es besteht die. Wahrscheinlichkeit, daß sich , die Kontermine stärker hervor-« gewagt hat und daß sie die Gerüchte über die Unstimmigkeite« .im Kartell ausgestreut hat. Nach den in Wien emgelangten Nckrichten nehmen die Verhandlungen einen normalen Verlauf. ' Das Ausgleichsverfahren der Depositenbank. Das Gchuch der Depositenboulk um Eröffmung des Amsgleichsvevsaihvens ist noch immer nicht überreicht worden. In den letzten. Tagen haben nveihrere BoratuWeu mit Hofrat Biber, denn Leiter der AusAl-eichsabterlu«n,g im Handelsgerichte, stattgefti-nlden^ daimit das Verfahren bei der Emireichung «des Gesuches üeiitte Der- Therese war bestürzt über die außerordentliche Aehn-- ftchkeit zwischen Sohn und Mutter, beinahe lächerlich durch, den Gegensatz zwischen ihrer Fülle und seiner Magerkeit Die gleiche Gesichtsbildung, vorstehende Backenknochen, Heist vortretende Augen, Haaransatz und -Favbe. Sie dachte: wie häßlich ist er, wie ungepftegt. Er Paßt in diese kulturlose Umgebung. Sie begriff nicht, dieses Menschen Arme hatten um ihren Leib gelegen, seine Berührung hatte sie berauscht. „Seit Mittag -bin ich in der Toreinfahrt gestandeitz, daß ich Sie nicht versäume. Da hat man einen Transport- Wagen gebracht. Einen meinen besten Freunde hat pn herausgetragen in einem Zustand . . sein Rümpf ibebde von der Anstrengung, die innere Erschütterung zu überwinden. „Man hat ihn gleich in den Operationssaal getragen . . ..ein Maler .. . blutjung und schön . . .' einer unserer Besten ... den rechten Arm haben sie ihm abge« nommen . . . eben ist er aus der Narkose aufgewacht." Er wehrte der Mutter, die, fahl vor Mitleid und Entsetzen!, ihn mit Nahrung laben wollte. „Unmöglich. . . ich wäre nicht imstande." ' Therese sagte, mit dem Versuch teilnehmend -au-szusehen: ,M tut mir außerordentlich leid, daß' ich in so ungelegenem Augenblick," sie streifte den rechten Handschuh über, „ich war ohnehin eben i>m Begriff'. . ." „Mn," mit einer Kühnheit, die seine Muttes übovrafchte, verhinderte Josef das Zutnöpfen des Handschuhs. „Ich lasse Sie nicht gehen. Für die Qual dieser Sttmde schuldet mir das Schicksal eine Gnade. Gewähren Sie mibe nur fünf Minuten, nur in einem würdigeren Auszug vor Ihnen zu erscheinen. Daimit die Zeit Ihnen nicht zu lang wird . . . Mtmiuka, die Gnädige wird dich entschuldigen, du hast gewiß unten zu tun. Ich habe dir vor vierzehn Tagen meine Uebersetzuug vom Bedrichschen Drama mitgebracht. Dü bist so eine ordentliche Frau,"-er tätschelte sie zärHich, wie um ihr das Necken abzubitben. ,-es liegt ' Wer -Noch unausgepackt auf derselben Äelle ,, ." Wrtfttzung folgt.) 'b