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Wiener Morgenzeitung · 1924-11-15 · Heft 2063 (15.11.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2063 (15.11.1924)
Date
1924-11-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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IPolen 20flroszyl Wien: Zum Abholen in der Expedition, II. Taborstr. 1-3, oder in einerVerschleisstelle (Trafik) monatl. K 40.000 StrMsenyerkauf' in Wien durd» die Kolporteure der FirniaGoldschmied, 1. Bez., Wollzeilo 11 Mit Postver3and für Wien u. Oesierr. monatl. K 40.QOC iiiniminms Hilmß Tscliec h o-SI owa k ei: Mon. K 20. Jugoslawien: Mon. DinaröO. Po len: Mon. 3V» Zloty, Deutschland: Mon. Goldmark 4, F r a n k r>, Belgien: Mon. Frcs. 15 Heute im | IMaria-Lherestm-Z i sr.no i MariahUferstratzs 70 - mtii'Mtmimmiuimiimiumtin-mü | Preis K 1800 | England: Mon.4 Schilling, Italien: Monatl. 15 Lire;, Rumänien Mon. 150 Lei, Bulgarien Mon.80 Lewe, Schweiz und das übrige1 Ausland monatlich Frcs. 4J Redaktion u. Administration i Wien, II., Taborstr. 1—3! relephone: 44-0-38,43«3-1911 AbÄr afeds. 21402,25*282 j ’X. Universitätsstrasse 6—81 (Druckerei Steinmann) WU" N» ch *«h I u n j>ea -W> hei .Preieerhohunfen vorbalmHeB Nr. 2888 Wien. Samstag. 18. November 1934 Oesterreicbisches Postspar»1 ka«sen-Konto Nr. 150.693 6. iiafirrnma Verwandte« amerikanischer Nöw-Aorl, 13. November. (I. T. A.) F» wenigen Wochen werden -ie Sitzungen des amerikanischen Kongresses wieder beginnen. Man erwartet, -atz der Kongreß eine Reihe von Milderungen des Einwandemngsgrsetzes prlasseu wird, die die Verwandten in Amerika wohnender Personen betreffen. Es wird erwartet, daß Gattinnen, Kinder, Eltern und Geschwister von mnerikamHen Bürgern oder von P e r s o n e tt, die im Besitz der ersten EiiMrtzerungsdokumente sind, außer der Quote ins Land werden kommen können. Dies würde Zehntansenden hott Emigranten die Möglichkeit der Einwanderung geben. Minimale jüdische Einwanderungsziffern. Laut dem Bevicht des staatlichen EiMvanderurrgsbuveaus sind im Verlaus der Monate ZM und August im ganzen 941 Personen, die als Angehörige der jüdischen Rasse verzeichnet sind, eingöwanbert. In dem gleichen Zeitraum des Jahres 1923 sind 15.922 Anjgchövige der Wischen Rasse in Amerika eingewandert. Aus dem Bericht des GiNwandevuingsdePartements geht weiter hervor, daß auf Rechnung der Quote 1924— 1925 fe zum 30. September d. I. die folgende A-ngähl von Bisa hevausgegeben wurde: In Polen 688 Bisa (Jahresquote 5982), in Rumänien 119 Visa (FHresquote 603), in Rußland E Visa (Jahresgnote 2245)^ Zugoslawlen und Griechenland. Jugoslawien droht mit der Lösung des Bündnisses. Belgrad, 14. November. (Tel.-Komp.) Minister des Zkeußvvn Dr. Nincic hat an die griechische Regierung eine Verba luvte gerichtet, in der er gegen die Entnativnalisieruing - der serbischeck Bev'ö <l k e r u n g in den' ma z e d oOischie^'''Ä^DriE Wn Bcdena, Amnendje und Hierin protestiert. Sollte Gviechew iland der BergÄvulMung der serbischen PevAkerung Wrizedoniens nicht ein Ende setzen, daun würde Ing o- Maw'len sich gezwungon sehen, aus dem Bündnis- -v erhält u i s ,m it Grie chenlan d' a ns zu t r e t e n. tzine Ansammenkunft Weygand—Sir Samuel. > Jerusalem, 12. Noventber. Der fvanzöisilsche Oberkommissär ifür S y r.i e n und den 2. i h ano u, General W e y g a n d, ist heute in 'Palästina eingetrchfen. Er stattete dem britischen Obnkommissär für Palästina, Sir' Heribert Samuel, der aus Genf, wo er vor. der Manld'atsikommisiion Bericht erstattete, bereits zuvückgokchrt ist und feine Amtsgefchäiste' wieder übernommen hat, einen Bchrch ab, der unter anderem auch der Erörterung verschiedener die beiden Mandatsgebiete gemeinsam vcriihrcnlder Fragen gilt. Insibesondeve soll der: Ban einer Eisenbahniinie BeYrut—Hc>i;fa besprochen werden. General Weygand ist wahrend seines AufenthMes in Jerui>alenr Gast des Hi>gh-Commrsfioiners. Paris, 14. ddc!ve>mber. In der KammerveHandkung ßes' Budgets des JnuonmimsterMMs forderte der Kammmnist Eachiu die Streichung der Kredite für die G e h ei m f o n d s. der. PoWi. Herriot vertriait mit LdachdmÄ die Pflicht der Regievuing, die RePulblöÄ gegen Auf- DÄHror, von welcher Seile immer, zu schützen; es sei'not-, dvendig, über eine Gohoirnpoilizvi zu verfügen. Da Herr'wt die Vertrauensfrage stellte, veriwaich die Kameuer den kammimüstisscheu Aintrag mit 337 'gegen 200 Stirn- -mien. Dagegen gelllangte der Antrag des WaNisiischen Ml? rors Leo Blum, daß dem Parlament ein Kontrollrecht über die. Boriwenduckg der Gchmmsonds Fuistehen Soll, mir 807 gegen 224 Stsinmen zur Annahme, nachdem Herriot auf die säst ullibimative. Anfrage Bkmrs,' «b die Regierung ibevÄt< sei, seinen Vorschlag zu akzelptievvnsich dazu bereit erklärt hMe. Die Kammer nahm sodann das Budgetkapitol, de-- treffend die Ackvenduing des Dekrets vom 2. WM 1917, au, das sich auf die Jdentitätsklarte der Ausländer bezieht. Minister des Innern Ghautemips erklärt, die Regierung werde .zw'ischeu TErPen.und AchvHuchenden einen Unterschied ina-cheu. Er erinnerte da>ran, daß jFranlveich mit dem Erlaß, der den-Verkehr der AMänder regle, nicht die Wficht habe, d re Au sländerzube- 1 ästigen. Frankreich werde niemals die - Pflichten^ der G astfr eu nds chaft,^ die es stets übe, vevletzem Mussolini ent'chuldigt sich, Rom, 14. OLovomber. Bor dem AnßenMM-isterium ereigmte sich. hmfe auf belebter Strafe e'm alufschenerregender ^wlischenfaT ^ffen 2^Lttc^upt der. rGMÄs.ch e Ge°- ist M?HdfWaWWiM chß MZZvst. LMf-dg^ 2htz0'. stürzte und^ vMuchje.- die Sowjetflagge che.r- U:w!t e r z u r e i'ß e n. Er wurde fofortwon GsheimpMzifteu Ergriffen und verhaftet.^ - ' . - Ms darauf der russische Gc.sandte imMntPsauMawl-des PalaW .CWgi 'erschien, - ,.k «tW ujld t gH e,' sich der - Ka- OinettschefidÄ'MinistevmM sofoxt uck» nachher Muss ol i n i selbst wegen des Vorfalles, der nun auf die Uubödacht- .samkeit eines-saszrstischen Heißsporns zurückzuführen sei. AnnMerung der Lemberger Kulturgemeinde- Lemberg, 13. OLovembev. <J.,T. A.) Der Lemberger Stad trat hat auf die Jmterventlioin der assirMatorischen Kreise hin, die dar dem im Juni Äiefes Jahrss ftattgesumdönlen WaWen in'Ne jüdische Geurmbde keinen einzigen Vertreter durchzulbvingen vermochten,, diese Wahlen annulliert. . Ler Fndex vlm t Rach eingehenden Beratungen hat die paritätische Jndexkommission gestern den Index für die Zeit vom 15. Oktober 'bis' 14. b. mit plus 2 festgesetzt, indem sie feststellte, daß sich der Aufwand , für den Haushaltnngsbedarf um 2,22 Prozent verteuerte. * Maßgebend für die neue positive Gestaltung des Index war die durch den. Eisenbahner streik in den letzten Tagen erfolgte sprunghafte' Preisieuerung für Fl eis chwaren, Kartoffeln und Kohle. Die Gruppe Ernährung hat sich Nach den Berechnungen um 2,22 Prozent erhöht, die Gruppe Wohnung um 9,4 Prozent. Für B.eleuchtung und Beheizung hat Nie Judexkommission eine halbprozentige - Verteuerung, festgesetzt. Seit der Stabilisierung der Krone ergibt sich in Zügen folgende Jndexberechnung: Stand der Indexziffer großen Monat September 1922 Zännsr 1923 . Mai 1923 .- . . August 1923. . Jänner 1924 . Mai 1924 . . . August 1924 . September 1924 Oktober 1824 . November 1924 Prozent . 100 . 84.5 .103 . 94,5 . 105,6 . 109,5 . 118 . 118 . .119 . 121.4 Wegen des Feiertages evscheint moegen in Wien keine Zeitung. Die nächste Nummee der „Wiener Morgenzeitung" wird am Montagdenl 7. d. zu Mittag ausgegeben. / ' . —y. Wien. 15. November. Zn Neukölln bei Berlin ist ein jüdischer. MabhematÄlehrer durch einen Boykott der Gymnafiasten von der Schule wegigeekeA worden. Dev DirEot der Anstalt und.einige Professoren waren mit. bei der Hetze. Fünf Schüler,, die nicht mitm-achten, wurden von ihren Kollegen schwer mißhandelt. Dieser TaMstand ist tausendmal wichtiger zur Beurteilung des Mischen Zustandes des heutigen Dmtschl-and und zur . Gvkönntnis seiner Zukunft als alle Reden und Bücher. Vorgänge dieser Art zeigen das Leben und seine Verwilderung in so grellE Licht, daß sie niemand überfehen kann und daß die Mschiebung auf das Gebiet der Jugendtorheiten und der rührselig verdrossenen Betrachtungen von der- Verirrung unreifer Burschen nicht angängig ist.; Diese Gymnasiasten halben genau so gehevndM, wie man es ihnen auftrügt, und sie sind noch immer honoriger als die Lehrer, die aus dem Hinterhalt'.ihrer Amtswürbe Gift und Mord säen ttnö k;t Buben den -Geist-predigen, der in Deutschland die faktische Herrschaft besitzt und, wenn nicht Enthalt getan wird, auch die weitere Entwicklung diches' SDates und dieses Volkes. fn der.uuheilvoll'sten Weist zerstören muß. - . - Der Vorfall m Neukölln steht nicht allein, er ereögnet sich an so urch so viol^r^ Schulen Deutschlands und .die psychische. Entartung^, aus -der. er kommt, LeschräM sich nicht aüst das .SchMvefen, sondern durchsetzt l alle' Äbiete' des öfsentlicheu ^Lebens und strahlt auch über die Grenzen des Staates.. Der gesamte.Volkskör^per ist von.dieser Pest ergvisten. Die schm än sich faule Berufung, auf den Versailler Vertrag als die Schu'ldquelle nmß schon darum tit sich zuisammenfallen, daß sich diese Auswüchsegar nicht mit dem'Vertrag in Verbindung bringen lassen. Der antisemitische Ehauvimsmus kann sich in keinem Punkt darauf berufen, daß in Versailles auf der einen oder der anderen Seite eine jüdische Auffassung entscheidend gewirkt hat, und wenn er dies doch tut, so lügt er urwdas mit vollem Wissen und fester Lehrer, die den Buben berbvachten, daß sie keinen jüdischen Lehrer brauchen, hat es schon vor Versailles in DeMchland gegeben, und das ganze Erziehungssyste-nr des NatiowaRsmus war von diesem AusfckMeßungsgedanken erfüllt. Die Sbaatsautorität sorgte in tvoiser Voraussicht dafür, daß es zu keinem Zusammenstoß zwischen ihr und den treuen Stützen des germanischen Hochgedänkens kommen konnte. Immerhin war der Zustand erträglich und es gab wenn auch sehr wenige jüdische Lchrer, die als Kouzessionsschülzen fungierteil und bei Versammlungen begeisterter nationalpreußischer Israeliten. hochslichst , angestaunt wurden. Der deutsche GW fand zu dieser Zeit ein viel, fruchtbareres Betätigungsseld an den deutschen - Hochschulen Oesterreichs. Aber da er.hier außer den Inden auch noch die tschechischen, italienischen und floüemichen VöKerschaften über die Größe und. Macht der vovauleuchtenden arisch-germanischen Killtur 'belehren wollte, so geriet er in Widerspruch zu der Maxime „Mei^ Ruah will i hab'n" und wurde des öfteren hart zurückgewiestu. . Diese ^Hemmungen hat der Weltkrieg beseitigt. Er hat die restlichen österreichischen Hochschulen dem deutschen. Ehauvimsmus als feste . Bollwerke überliefert, auf denen stolz das HatenkreuWanier.flattert. Auch in diesem Zwergland ist der Fricdensvertrag die Ausrede, die alle Aeußerungen niedriger Seelen decken soll. Aber auch ui Österreich ist der Friedeusvertrag keine ausreichonve Deckung für den rasenden Nihilismus der Phrase^ und der sinnlosen Vergötterung des'Faustrechtes. Er äst die naturgegebene Folge der militaristischen Verknechtung der Seelen, des Systems, das die Jugend nach einer raffinierten Methodik für den. - Massenmord und die blinde Anbetung des Rasstnsihantoms erzog. Schüler sind imnier das Produkt.der Schule, und die Schule, die in Deutschland, und Österreich im Banne des Kastruen- ▼L ■ I&ke Wienzelle 44 J.

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