Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2061 (13.11.1924)
- Date
- 1924-11-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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jPolan 20gro»zyl Wien: Zorn Abholen in der Expedition, II. Taborstr. 1-A pderln einerVerschlelsstelle (Trafik) monatl. K 40,000 Strassenverkauf n» Wien durch die Kolporteure der Ffarma Goldschmied, 1. Be*., Wollzeile 11 MH Postversand für Wien u. jOlwteir. monatl. K 40.00*1 Tseheeh o-Slowakrh Mon. K20. Jugoslawien: Mob. DinaröO. P o len: Mon. 37« Zloty, Deutschland: Mon. Goldmark 4, Fr a nk r., Belgien: Mon. Fres. 15 M PrtitarliSliDDrcD Vorbehalt«« Rt. 2061 Wiener . . ♦ 5E5525SS55ESS535E! Wien. Lonnerstag. 13. November 1924 \9i BfV rt-ifnttiimmniB tfUiUJl'SUmi I tb II. Nov. 192t 1 ZMaria-Theresie»-- Z Mariahttferstratze 70 - "".in» | Preis K 14001 England: Mon,4Schilling, Italien: Monatl. 15 Lire, Rumänien Mon. 150 Lei, Bulgarien Mon. 80 Lewa, Schweiz und das übrige' Ausland monrt'ich Fres. 4 ■Redaktion n. Administration Wien, II., Taborstr. 1-3 Telephone: 44-0-33,43*3^. AbSUhr abds. 21-102,25-282 IX. Universitätsstrasse 6—8 (Druckerei Steinmann) m Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.6^8 K. Safirswns Bet Wnbahnetftreik beendet. Kimguns. — Bie Bahnen verkehre« wieder. — Tie Regierung wird erst Biemtag gewühlt. Gestern abends fand eine neuerliche Zufammenkulift jjwifchen den Vertretern der drei Perfonalorganifationen der österreichischen Bundesbahnen mit den Delegierten der Generaldirektion statt, in welcher auf Grund der in den Organisationen gepflogenen Verhandlungen und der dadurch erzielten N eberein st immung die Hinausgabe der Weisung zur Wiederaufnahme des Verkehres um Miternacht vom 12. auf den 13. d. beschlossen wurde. Durch die getroffene Vereinbarung ist nunmehr der Weg zur Verabschiedung der definitiven Besoldung s o r d n u n g und damit zu einer S t a b i l i s i erung der Besoldungsverhältnisse frei, so daß die E n t l o h n u n g der Bnndesbahnbediensteten den fortgesetzten Fluktuationen der Preise entzogen wird. Die letzten Verhandlungen. Geistern vormittags u'm 8 Ahr fand die Sitzung der Werwailtungskommissiorr der Bundesbahnen' statt, in der unter andersm auch unverbindliche Aussprachen der Vertreter der Orgcvnij-satlpWn. Wer, den Streik stattfan'den.. PovmittvM Hatten dann die Vorstände der so^ldomÄkratischen und der christlichen ElfLnbahnerMtverkschasten -und die - Hauptlieitumg der Deutschen Verkehrs?cwrvvschaft Sitzungen. Nachmittags fanden dann die Vertranensimännerdevsa.mnrliungen der ' Eisenbahnevgeiw^rkfchaften statt; die Vertrauensmänner stimmten im' >we.stnt'ichen den BovschUgan der GenevaldiroMon zu. Hetzen wurde in der Vertranensmännerversanhinllung der soz!alt>?mrkratischen Eisenbahner, die in Rndolfsheim tagte, der Vorschlag, nnd gjwar wegen eines einzigen Punktes, aLge-- Le>hn.t. In dem Vorschlag der Gencmldirektion wurden die Forderungen der Eisenbahnbedl-cnstetsn bis zu.95 Prozent erfüllt. Doch war eine B i ndnng enthalten. Es wurde^ nämlich verlangt, daß die Gundekbahnang^stellten bei steigendem Wohnung sawstwand- bis Ende Februar nnd bei^ nicht steigerndem WchnnngSLustvand bis Ende April keine neuen materiellen Forderungen stellen. Für HM-7 Uhr abends waren idann neuerliche Werhcmdlungen beim Präsiden,ten Günther anberaumt. in der die endgültige Bereinigung der Differenzen erfolgen sollte. Nach einer halbstündigen Beratung des Präsidenten Günther mit dem Bundeskanzler Doktor Seipel begab sich hierauf evsterer zu der gemeinsamen Konferenz mit den Gewerkschaftsvertretern. In der 'Aussprache ergab sich dabei, daß nur mehr ein einziger DifsermzpumEt vorhanden ist, nämlich die Bindnngsklan se l. Bundesahnpräsident Günther begab sich nach 8 Uhr neuerdings zunr Bundeskanzler Dr. Seipel ins Parlament, und es wurde dann nochmals verhandelt, wobei man zu der Meinung kam, daß eine vollständige Aufrechterha ltnng dieses Punktes nicht notwendig sei. Mit dieser Beveinbavung bcgab sich Präsident Günther neuerdings zur Beratung mit den Ge-werkschaftsvorstehern der Eisenbahner, worauf dann um viertel 10 Uhr der Vorschlagder Generald'irekiion mit der verlangten Aenderung ge n eh-m i g t wurde und nach endgültiger Fornmlierung die H it terfchrift der Unterhändler erhielt. Die Aufnahme des Verkehrs. Gleiü) nach Abschluß der Versa,mMnngen wurde von dien GöwerksichaiftAorgan'i'satilonieN! eine Zirkulardepafche an alle Stationen ausge>ge>beu, in. welcher den Eisenbahnern der Abbruch des Stvetts miiigeteilt und sie z,ur Anifnahwe des Dienistes «lirfgefordert wurden. Der Personenverkehr konnte rasch w-'eder in Gang gebracht werden. Im Güterverkehr dürfte es wohl etwa 24 Stunden dauern, bis er sich gsüatt obivickelt. Die Grostdeutschen stellen Forderungen. Der Eisenbahnevstveick ist beendet, aber die Negierung, die, wie es hieß, wegen des StreMusoruches gezwungen 'war, zu deiMsjsiomevne, Bannt heule n o ch nicht wiedergewählt werden. Wie gestern vbeinds im Paa'samieut verlautete, sind noch wicht die Borbedingitngen geschaffen, die der designierte Bundeskanzler für seine Wiederwahl stellte. Es wird daher heuite dein Hampimrsschuß noch nicht die neue Mimsterliste, Ne ja die alle sein soll,'vorgclegt werden können. Die für heule embevusene Sitzung des Natioualvates wird daher nur vom gang kurzer Dauer sein. Das Haus wird bis D i e n s t a g d e n 18. d. v e r t a g t. Gestern vormittags hatte Bundeskanzler Dr. Seipel . mit den Vertretern der Gvoßdoutschen scl.oie mit seinen Parteigenossen, den Abgeordneten Knnfchak und Stöckler, lim Bundeskanzleramt eine geme:>nsani>e Aussprache, die der Frage des weiteren Ziusammenarbeitens der Mehrheitsparteien galt. Die Groß-deutschen stellten für den weiteren . Verbleib in der Mehrheit und für den Verbleib ihrer Minister in der Regierung F o r d e r u n gg e n betreffen die V e rfa ssn ng s f rag e, die S ch u lf r a g e und die B e a m l e n f r a ge. Die Verhaaidlungen gebracht werden u n d so llen Ne selbenmorgen oder am Freitag fortgesetzt werden, lim halb 12 Ahr trat dann der chriDichsoziaile Klub zu einer Vollsitzung zjusanimen, ob der auch!der Bundeskanzler teiluabm. Nach etwa eineinhalbstündiger Bemtnng -wurde die Sitzung unterbrochen. Am 3 Uhr nachmittags fand dann ein M i n i st e r r a t unter dem Vorsitz des Bundeskanzlers statt, in der die politische Lage sowie die Chancen zur Nonwahl der Regierung erörtert wurd Die Sozialdemokraten bleiben in der Opposition Für viertel 6 Uhr abends hatte der Bundeskanzler die Führer der foziMemokmEchen Partei, Bürgermeister Sei tz, Präsident Eldersch die Abgeordneten Doktor Bauer und Danneberg zu sich geladen, denen er Mitteilungen über das bisherige Ergebnis seiner Verhandlungen mit den Führern der beiden Mehche^sParteien inachte. Die Ver eeter der Soz'aldrntkrQten w.derholten hieraus den bereits von ihnen gekonnzeicl'neten Ltaudpunkt, daß sie in der vppositionelle>n Stellnng gegenüber der Regierung verharren, keinerlei Bindung eingehen nnd si'ch voMonunen freie Hand behakterr. Jer Berliner Berkchrrstreil. Berlin, 12. November. Zn dem Stve-ik auf der B er-- l i n e r Hochnnd U u t e r g r u u d b a h n teilen d i e Blätter mit, eiine Bersauunliung des Beirkchrspersonals habe als Antwort aus die von der Direktion angcdrohte Kündigung beschlossen, die Arbeit unter keinen U mständen wieder anszunehmen, bevor die vom Personal gestellten Forderungen bewilligt scken. Wie d'e betonen, sei ein Aebergrcifen des Streiks a>us die übrigen Berliner Berkohrsm.twl ,-u'ht zu befürchten. kme PaMinawsüie in Wien. Eine Deranflaltnng -es Jüdischen Raiionalson-s. Der Jüdische Nationalfonds «Keren Kajemeth l'Jsrael) veranstaltet in der Zeit vom 12. bis 23. d. eine Palästinawoche.;©8 ist bekannt, daß dieser Fonds die Aufgabe bat, Grund nnd Boden für die jüdischen Siedler zu erwerben. Die Steigerrmg. der Einwanderung nach Palästina hat in den letzten Monaten ihren Rekord von 3000 Köpfen erreicht, was den Bodenmangel besonders schwer fühlbar macht. Es ist anzunehmen, daß die jüdische Bevölkerung den Keren Kajemeth tatkräft gst unterstützen wird. Bundestmvvenparade. Die Medevkchr des Belfremrvgstages von WaffengewM und Klriegsgreerol wurde gestern in schimnrernder Wehr gefeiert,, die Erinnerung an BlnÄesehle und Front d-urch Froiitabschreiten und Kmnnlaudotöne scstgehalten... Die „Armee" wartet, der Neibsl drückt, der StahHvlim auch/ man kriegt kalte Füße. Auf einnrall gcht's los, die Berg« länderbimdhynme erklingt, die Attachees machen ihr Photo« graphiaqesicht, das Lieldel erklingt noch immer, -unerbittlich, und zieht sich wie ein Strudolteig. Es wird fad, der Winker rieselt durchs Gebein nnd man denkt so nach, und da ziehen sie vorüber, die Blinden und Lahmen und Krüppel, die Witwen und Waisc-n, die lheimatlosen, angstvoll irrenden Flüchtlinge, sie -alle, die tausendfach gequälteu Opfer des großen Wahnsinns, uämllich vor dem geistigen Auge nnd nicht am Ring des 12. No« vonlber, wo das „Nie wieder Krieg" durch Paradedesili-erung von „Fovmcvt-ionen" und -gezückten Saiboln z»»m Ausdvrtck kaut. Es war dasselbe in Grün oder Gran, mir noch viel lächerlicher als anno dazumal. Die „Fachmänner" (das gi-'bt's noch immer) lächelten herablassend, die übrigen Zuschauer waren beschwichtigt: Liob Vaterland magst ruhig sein! Bis plötzlich die guten, Men, flotten Militärmärsche.Lüben in die Bude brachten und der Radetzkh-Atarsch dom vepnihlrkanischon Friedenssost den richtigen Schwung gab. Das goldene Wienerhevz erbebte, die Monarch istenseele-n janchztvn, wo es rot ausgesteckt war, gab es Protest als Training fürs nachmittägige Fußballmatch, alles schwang die Beine, erstens wegen des Rhythmus, zweitens, weil es kalt war.^ Der „Prinz-Ellgen-Ma^rsch" galoppierte schuretternd bis zur Ler-Ämie nnd „Wir^'ind vom k. u, i . . "-retz-rte die Ber- -Mstglt-Mg ansMngend in die NoveMbermÄanchrLie des. ,,OH, du msin Oesterreich!". ' ■' Oh, du mein Oesterreich!! (Geschossen wurde nicht. Hätte für den Film auch keiner Sinn.) * Boi der -gestrigen mMtärischen Feior anläßl-ich , de!» Staa-tsseiertages ka>m es zu Zwischenfällen. Schon während des Voribomm-rsches vor dorn Parlaurent d enro nst ri e rl e ein Teil des Publikums gogon die al tö ste r r e i ch i. scheu M usi k st ü ck e. Die «Reitembtioilung, die ihre Kriegs, dekorationen trug, wurde zum Teil ab fällig Eritifievt. In der Mariahilfevstraße wollten Zuschauer mit den Rulfen: „Seipel-Garde, Psiti, schämt euch!" gegen die Kavallerie losgchrn, wwriden jedoch von starken Wacheabteilunigen obgedrängt. Es -gaib einige Arretierungen wogen NichttfÄgel-eistuno Zu Zusammenstößen ist es nicht gekommew Nach der Defilierung ereignete sich ein schwerer Unfall. In der Elisabethstraße stürzte der ZGjöhriae Wehrmann Hans R i k s n e r beim Besteigen des Pferdes aus dem Sattel und brach den linken Unterschenkel. Die Rettun-gsgesellschaft brachte ihn in das Spttal. Präg, 12. November. Beim österreichischen Gesandten Dr. Marek fand heute anläßlich des österreichischen Natioaral« soiertages ein Empfang statt, zu denn sich -u. a. auch Minister des Aouß-evn Dr. B e n e s ch und Legationsrat I. Masarvk emgofunden hatten. Die Radic-Bartei wird aufgelöst. Belgrad, 12. Nove-mbe-r. (U. T. K. B.) Der Haupt» ausschnß der radikalen Partei hat unter -dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Pa sic heute abends eine Sitzung abgehalten, m der $u den gegen die ^kroatische republi« la nische Partei zu treffenden Maßnahmen Stellung genomunen >tv>u-rde. Nach einer -Information ans zuständiger Quelle wird die Regierung auf Grund des Staatsschutzgefetzles die k r o a t i s ch - r e p -u b l i k a n i s ch e Bauernpartei anflösen. Diesbezügliche Maßnahmen dürften schon morgen in Angriff genonimen worden.. Ratzie in der Schweiz? Das in Ag-ramr erscheinende regiernngsfrenndüche Blatt „N-ovttfti" will wissen, daß sich Ra die in de^ Schweiz anfhalte. «HWisanBWM^^ AJFBfiC 8 8 ersparen Sie beim Einkauf von Stoffen für Herbst und hinter, IlHpl BL*11 PF8 w JB Damen- und Herrenwäsche, Leinenwaren, Strick- und Wirkw ««MSWH WM«Wwaren, Teppichen, Vorhängen usw. LM- Im Warenhaus Ms Schiffmann II. Taborstraße 48 Telaution 47*1«79 En gros En detail mmmmmsssmsamsm'