Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2059 (11.11.1924)
- Date
- 1924-11-11
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Kr. 803C Men, DlenMg Wiener Morgenzeltunn. 11. November 168^ SkÄtz 5 Bühne und Kunst. Bollrover. Die neninszeniette „Walküre". Bon hswte auf movgen wnrstcilt die VoMsoper weiter, ohne auch rmr die Sorge um da>8 tägliche Brot von ihnen Mit- Medem bannen zu können, und doch besitzt Drveiktor Dr. Fritz Sdiedry die Energie und den nicht geimg Mimenswerten IdecvliSmuZ, unter diesen tvaungen PeHäl'tnissen, die der Kunstförde-vunig der Stadt Wien nicht zur Ehre gereichen, am eine / völlige' Neneiinistudievunig der „Wailküre" AU schvedten. Fvsitsich müssen die «Mimen Lotvte in im muHMschen Küche der Bolks-oper mit Wasser kochen, wenn weder die Stadt Wien noch vpferwilliige Mäcene zmn Operochcmslhailt boistouevn, und so kann Direktor Stiiedry vorderhand weder gegen die Enge der Bühne noch gegen die Durstigkeit der «immerhin stildollen Sgeine «mtkämpfen. Um so souveräner schMebe der gmialle Dirigent im Orchester, m£ wellchom die Flammen der Wagrvevs«chen Lv^denschaift und seltnes oigewn Künstlertompevamenies «mächt«ig «nporischlkvgen. Ja, so mächtig, daß sie den Sängerin ans der Bühne gefährlich wurden, die mit ihren neuen Rosten vichfach ohnedies noch aus schwanke ttdem Boden standen. Frau Bes«alla ist der Würde der Göt«teriMtitter Fricka stimmlich und darstellerisch noch nicht durchwegs gewachsen, auch bei Fvaiu Schimon ist Wuchs und Erscheinung vorlänifig viel! statt- Ncher aüs das Hojotvho der WaMire. Mit woMuemder Wärme und strahlender Helle schmückte Frau U r s u l e a e die Gisgjvinde, mit ReckenhaftiAkeit rmd Sangcsfreude Herr Hofer den Siagmund; e>m prächtiger Naturtburfch, der in der StaatAoper mit Unrecht gering ocschätzt wird.' Beängstigend finster und gar zu llosgcherisch sang Herr List den Hnndmg mit seines Basses Grumdgewailt, welche die Bühne erschütterte.NowakalisWotan ist noch zu stark im Tschechischen bofamigrn und stcht dem Wagn-e-vschen Siprechgesang hilflos gogeEder. Man sollte dein stimmbogäbten Säuger eine ruhige Entwicklung gmiwen und chm nicht vorzeitig alle Götter und Heilden ausibürden. fvb. „Revanche.^ Wiener Bürgertheater. GMich wieder eine Operette, hei deren Aufführung Man behaglich.fchmun-elt, ohne sich nachher schänien p müssen. Das Buch ist von Fritz Lunzer umd Fritz Beda verfaßt, und obgleich nicht neu in der Idee, doch gut und brauchbar, da es dem Mi che n OperetfenWdsimr ausweicht und selbst in der Form des Couiplets einen sauberen, die Sprache nicht beleidigenden Vers «bevorzugt. Oskar Iascha ist ein gediegener Muistker, der «nicht gerade üppigen Melodr-eveichttom sein eigen nennt, aber doch geschmackvoll unter Ausnützung jedes von der Szene geboitenen Kolorits musiziert. Ein «Parodiistische's Duett, ein Pottes Marschlied, ein Ständchen in Quartettfovm, das alle muisikalischen Möglichkeiten des unbegleiteteu Gesanges nützt, ein vom Xylophon regierter Sologesang uind rin großes Finale sind die amüsanten Einfälle des ersten Aktes. Im zweiten kommt der moderne Tanz gebührend ffox Wirkung, aber auch eine Art exotischen Aebesgesanges und die Weise eines sentimentalen Tenovliebhabers fehlen wicht. Zwei Duette würzen den Schlußakt. Eines der beiden ist ein köstlich persiflierter holländischer Bauevntanz, originell m Fabbe und Rhythmus. Hervorragende Wiedergabe sichert dieser «das Mttel-- rnaß der Operettenmache überra-gendsn Novität den Erfolg. Luise K a r t o u s ch ist herrlicher denn je.. Man glcmbt an die zweite Jugend dieses Operettengenies aussterbender Art, im dessen schlanker «gewordenem Körper das sonnige Wesen eines Wiener Kindes sich fpiegelit. Und welcher Komiker hat die Noblesse eines Ernst Tauten-- Hahn! Keine Uebertreibu«ng in der PointieruW, kein Forcieren des Gesangstones, in jc'dem darstellerischen Zuge ein hochkultivierter Künstler. Aus anderem Holz geschnitzt als die Kartousch ist Mim«i Kött. Ein hochgezüchtetes, im OssellschaMchen wurzelndes Talent, dessen >werbende Sinnlichkeit mehr ans Zeitvertreib mit dem Opfer spielt. Gustav Jahrbeck, ein neuer Tenor, führt eine gute Figur und eine kräftige, der feinen Ausbildung noch bedürftige Stimme ins Treffen. Wexander Herrnfeld, Ludwig H e r «o l d, Cilli T o e g e l und Heinrich Pirk wirkten erfolgreich mit. Ein Beifallsorikan von ausgiebiger Stärke fegte alle Mitwirkenden, darunter den trefflichen Ka'pellmieiister Dr. Egon Nenmann und alle Autoren, Vor die Rampe. dt. „Moritz, der Gute." Uraufführung im Stadttheater. Oder: Sechs ailte Witze suchen eine neue Pointe. Sie suchen sie drei lange Mte hiindmrch, unterstützt von Mtomtz Blatt, dem Sonffleuir, der einen: le!ben«detr Manschen nachgelbildet ist, aber du sollst dir keine Götter nrocheu nsiv. Dieser gute Moritz ist ein SchlrhnÄ von «inem Menschen, will sagen: SanMur stäche, BasaM!), der in sciinor Herren sgiüle allen Menschen helfen will (besonders denen, fette er l'.M) und eitren sog«enannten PMawaisch amrichiet — da«sür statt Danlk natiMilich Grobheiten bekommt und im Ton des Theodor Herzilschen Wasfevstein „Ich tu mir leid" gesicht. Es wäre eine gu'te Idee gewvstn, solch orn.cn im Tunlel des Sousflourkasiens sitze« öden Schlehmkl aus eiben diesem Souifffeuvkastelt ins grelle Raimpenllicht M stellen, ein bißchen Philvlfophiie zu Verschleißen und die M)mmg vmt viN'vm Lvibenssch«:ck>s«a>l zu erwecken. Dos fie«l den Auitvven — ihr Name seii aus WohLvalben Verschwveyeu —? nicht ewt. Sie nahmett oiat Loch uuid wickelten Eisen herum. Daums war die «Kanone fertig. * . Vom ' drillen Akt werden sie sich wohl viicl versprochen halben: Theater i.,n Theater! A'bgobmmchlt'cr Barietetvick, .der eine ganze Stunde dauert mpd «den Re-Monr, die Autoo.'», den Direktor, den Souffleur n.nd die Genevalpvolbe einer OperettenverrMpng aus die Beine bringt. Der Wbe Lwdwig Stärk als guter Moritz war mchr als Mt. Er war das Opfer dm — sagen Wir — Verirrung -wsier Stückeischreilber, die vielleicht im Stück (im Stück) sich sMt vertMten. Vielleicht? Ich glsaittb's nicht. Maigjda Garden pikant, Zeisel dienstbeflissen, die anderen noch hchichtom Opevettenrezept. Wir Wiener sind hast Äte Dinrchhalter und uns blMt n«ichdS svfpavt. Das Stück hatte großen Eufolg — bei .den zahlreich erschienenen Autoren dss Stückes. o. .r Der Musikant der Hakeukreurler. Wahnftled-Wagn» In W-«. Siegfried W a g n e r ist mit seiner Gattin und seinen Awei Töchtern in Wien eingetrofsen. Die arischen Zeituingen nchmen kaum Notiz von ihm. Um so größeren Krawall machen die Juidenölätter. Jeder Schritt des großen Sohnes wird mit Bleistift «und Kamera sestgehalten, es gibt Interviews über Wien, über die Musik, über Mchard Stvanß, über das Wetter. Wie das ebenbei bedeutenden Persönlichkeiten so geht. Herrn Wagners Bedeutung liegt fveMch auch a«u>f einem Gebiet, dem die^Juidenpresse sonst, um sich nicht zu erkennen zu. geben, keine Beachtung schenkt. Sr steht den Münchener Hakenkreuzliern sehr nahe und hat ihnen aus dem in Aneerika — selbstverständlich bei Inden — evschnorrtm Geld einige Male hübsche Spenden ldurch seine Frau zuwenden lassen. Es ist hübsch, daß ein Künstler sich auch mit PMik besaßt. Aber es ist unnötig, daß die Juden diese Art von Politik u n t e r -st ü tz e n, und deshalb «wollen wir daraus ausmevksa«m machen, daß Siegfried Wagners Besuch bei den Wiener jüdischen Reichen sehr leicht die Kasse Ludendorffs stärken könnte. Ob dies der Hauptzweck oder der Nebenzweck der Falhrt ist, haben wir nicht zu prüfen. Aber wir meinen, daß die Brigade Roßbach, wenn sie schon leben mutz, v o n d e m a r i s ch e n Bolle erhallten werden soll. Aus den Theatern. Operntheater. Morgen, haW 7 Uhr: „Der R o s e n k a v a l i e r." Im Redoutensaal: Ballettsoiree. B u r g t h e a t e r. Morgen, 7 Uhr abends: „Die P i c c o l o m t tt i." Akademietheater. Morgen, haW 8 Uhr: „Mama Nicole."' Die für morgen angekündigte Nachmittagsvorstellung von „Die Katakombe n" und „D i e M a u s" entfällt. Volksoper. Heute Dienstag Mavschners „Hans Herling" nnd morgen Mittwoch Millöckers „Bettelst u de nt. Donnerstag dm 13. d. ^letztes Gastspiel Richard Kublas als Jose in „Carmen". — Ms nächste Novität wird die lyrisch-phantastische Oper Walter Braunfels' „Die Vögel" einstudiert. Voraussichtlicher Termin: Ende November. Raimund-Theater. Die heutige Neueinstudierung von Bevn-stsms „D e r D i e b" beginnt Präzise unt halb 8 Uhr abends. Diese Dorstellunig wird am Donnerstag den 13. d. wiederholt. Am Freitag dm 14. d. wird Franz Langers Lustspiel „Das Kamel geht durch das Nadelöhr", Samstag dort 15. d., mit Dr. Rudolf Ty'rolt als Gast, ,Jamilie Schimek" gegeben. An allen übrigen Abenden „Pension Schöller" mit Franz Glawatsch als Gast. Theater in der Josefstadt. Freitag den 14. d. findet die Erstansführung des Schauspieles „lieberfahrt" (Outward bonnd) von Sutton Bane, deutsch von Otto Klemmt, statt, Pie Besetzung ist folgmde: Tom Prior—Nomberg, Mrs. Elivüden Banks—Terwin-Moissi, William Duke- Hans Dhimig, Mrs. Midget—Marcha Havtmairn Lingjley— Homolka, Amt—Gregor, Henry—Waniek, Serubby—Rainer, Thomson—Hugo Dhimig. Rsgie: Richard Beer-Hofmann. Das Werk wurde von Dr. Richard Beer-Hofmann einer durchgreifenden Neubearbeitung unterzogen und für die Aufführung am Theater in der Josefstadt eingerichtet. Der Autor wird der Erstaufführung am Freitag beiwohnen. In den Kämmers pielen findet Donnorstag den 13. d. 7 Uhr abends, die de«tltsche llvausfühmmg des dreiaktigen Schauspieles Jacqueline" von Sascha Guitry mit Paul Weg euer als Armand Berton statt. Renaissancebühne. Heute Dienstag und movgm Mittwoch finden die lebten Aufführungen von „Ssani n" statt. Dorvuerstag den 18. d. ist die Premiere von „Geld". Samstag den 16. d, und Sonntag den Iß. d, 3 Uhr nachmittags, „Das tapfere S ch ne-iderle in". Kindermärchen str drei Billdertt, m«it Erna Andorf, Viktor Franz, Anton Rrcholph, Hemnatru Mall, Mihail Dantho, Eamill Trimbacher. Aus der Staatsoper. Im Opernthsater sind die Bühnenproben zur Neuöinstndievung des „Falstaff" bereits im Gange. Anßerdent ist für die nächste Zeit noch geplant: Eine Wiederawsnalhme der „A s r i k a n e r i n" mit Frau Olszvwska in der Titelrolle, sowie eine Reprise der verkauften Braut", in der Herr Kammersänger Mayr zum ersten Male die Rolle des Kezäl fingen wird, während die anderen Hnuvt- Partiün in den Händen der Frau Rosdl und des Herrn Tcnroer sind. In der nächsten Zeit werden auch Gastspiele hervorragender Dirigentetr stattsinden. Der Nobel-Preis für Literawr. In der schwedischen QesfeMchM beginnt wieder das übliche Rätseivawn über die diesjährigen Nobeil-Pveisträger. Für dm Literatuvpreis, der neben dem Friedettspreis- «immer am meisten interesiiert, dstxften außer dem von uns bereits genannten polnischen Romanschriftsteller Madislaw Rehmont Thomas M a n n und Jakob W a s s e x m a n n, ferner D'Zl'n n u n z i o und Gorki in Betracht kommen. Ms ernste Kandidaten gMert noch die Italienerin Grgzia Deledda, der Spanier Blasvo I'banez und schließlich die Norwegerin Sigrid U n d s e t, die sicherlich, wemr auch nicht diesmal, so doch in absehbarer Zeit, für ihre 'große Rontan-Trilogie „Krisiina Lavransdotter" den Nobel- Präis erhalten wird. Schnitzlers „Koniödie der Verführung" in Wiesbaden. Aus Wiesbaden wird uns berichtet: Im hiesigen Stadttheater fand Schnitzlers „Komödie der Verführung" bei der reichsdsutschen Urauf.si'chvung eine sehr freundliche Aufnahme. Die Vorzüge des Stückes, der feingeschlisfane Dialog und der glänzend gestaltete erste Akt mit seiner liobesschwulen Stimmung kanten in der Aufführung unter der Regie von Dr. B u xb a u m gut zur Geltung, so daß die schüchteme Opposition rasch durch starken Beifall erstickt wurde. Zwei Witwen im Kampfe um die Erbschaft des Dispens« gatten. Der Geschäfisinhabeir Josef Smrka hatte nach Scheidung von seiner ersten Gattin auf Grund einer Dispens d«er Landesregierung eine zweite Fron geheiratet. Er bereute jedoch diesen Schritt so sehr, daß er in der Wohnung seiner ersten Frau e'men S e l b st m o r d beging. Ans das bedeutende Nachlaßvermögen und auf das Geschäft erhoben nun beide Witwen Mtspruch. Durch den Dispenseheprozeß war auch der Eribschaflssireit zu entscheiden. Das Zivislandesgericht entschied, an seiner Judikatur festhaltend, daß die Dis.pensche ungültig, somit die erste Ehe gültig sei. lieber die dagegen eingobrachte Blerusung fand gestern vor dem Oberlandesgericht die Verhandlung statt. Der Ehcbandsverdeiüiger bezeichnete die Anfechtung der Dispens'he aus Geschäftsrücksichtcn — denn nur um den Nachlaß handle es sich der ersten Gattin — als unmoralisch. Durch den Tov des Mannes wäre, wenn die erste Frau nicht Anspruch auf das Evbe erhöbert hätte, die Nolwendigkeü sur Aufrollung de Dispenschegültigkciitsfrage entfallen. Der Bcru'ungssenät erklärte, gleichfalls an seiner Judikatur festhaltend, die Dispeusche für ungültig. Der Nachlaß fällt somit der ersten, geschiedemrt Gattin zu. Er zahlt alles. Im Juni dieses Jahres trieb sich in Wien eine Frau hemm, die in Tabaktrafiken Betrügereien verübte. Sie suchte eine Trafik auf und erzählte, sie sei die Frau eines Zählkellners einer in der Nähe gelegenen Gastwirtschaft od.'r eines Kaffeehauses, ihr Mann halbe sie beauftragt Zigavetten einzukaufen. Ihr Mann sei augenblicklich sehr beschäftigt, aber am Abend kommt mein Atann und wird schon zahlen! Auf diese Weise gllang es ihr, in elf Trafiken, zum größten Teil in der Leopoldstadt. Beträge von 60.000 bts 1,500.000 Kronen herauszulocken. Erst im September gelang es, die Betrügerin m der Person der 34jährigen angeblichen Händlerin Anna Nadler auszuforschen. Gestern hatte sich Anna Nadler vor einen: Schöffens'.nat weglen Betruges, Veruntreuung und Falfchmelidung zu verantworten. Die Angeklagte, eine verhärmt aussehende, schwächliche Frau, legte ein volles G e st ä n d n i s ab und gab Notlage als Grund ihres unredlichen Vorgehens an. der Gerichtshof erkannte Anna Rad!,.'« schuldig und verurteilte sie mit Rücksicht auf ihre Vorstrafen zu a ch z e h n Monaten schweren Kerkers. Wann gilt ein Eheversprechen als ernst? In fortgesetzter Derhandlrtng hatte sich Bezirksrichter Dr. N a r z, Slrasbezirksgericht 1, mit einer bemerkensiverten, gegen den Privatbeamten Rudolf K. wegen Verführung unter Zusage der Ehe gerichteten Anklage zu befassen. Nach Inhalt der int Namen der Schattspielerin Anni M. erstatteten Anzeige hatte der Beschuldigte vor drei Jahren die Anzeiger in in Aussig während eiines Engagements am dort'igen Theater kenneltgelernt. Zwischen «beiden etttwickelte sich ein freundschaftliches Verhältnis und schließlich eine intime Annäherung. Kurze Zeit darattf fand auch zwischen dem Beschuldigten und der Anzeigerin die offizielle Verlobung statt. Längere Zeit war der Brautstand beider ein ungetrübter, bis dann Ende Dezember . vorigen Jahres der Beschuldigte in seinem Verhalten gsaen die Braut immer kühler wurde. Schließlich erklärte der Bräutigam der Braut, daß er nicht gesonnen sei, sie zu heiraten. Vor Gericht hatte sich -der Angeklagtix dahin verantwortet, daß er vor 5>er. ersten Annäherung der Anzeigern: kein ernstliches Eheversprechen gegüben habe, denn die erlvähnte Unterredung am Krankenlager der Anzeig:rin sei nicht ernstlich als Eheversprechen aufxufassen. Nach Durchführung eines umfangreichen Beweisverfahvens sprach der Richter den Angeklagten frei, lediglich aus dem Grunde, weil das erwähnte Cheversprechen nicht als ein ernstes aufznfassen war, sondern nur als eine unter Liebenden angewendete Phrase. Der Richter betonte jedoch, daß der Anzeigerin in moralischer Beziehung nach keiner Richtung hin etwas angelastet werden könne, die Anzeigerin sei einfach von denr Angeklagten getäuscht worden, doch von einem ernstlichen Eheversprechen in dem allein maßgebenden Moment der Verführung könne, wie bereits gesagt, nicht gesprochen werden. _ olkswirt. Zer internationale Valutenmarkt. Steigerung des Pfund. Die Kurssteigerung des englischen Pfund vor», der vorigen Woche nimmt ihren Fortgang. Die Höherbewerdung wird mit der Repatriierung englischen Kapitials aus Amevvka nach England nach den: Sturz der Arbesterr^giernnZ in ^Zusammenhang «gebracht. Es notierte in Züvich das enAische Pfund «mit 2388 nach 2S81 des Vorta«ges. Au>ch der Dollar zog ein wenig etn und machte den Kursverilnst von Samstag wieder wett. Er notiert wieder 519. Auch der französische Franken sireg von 27,20 auf 27,27. Im Zusammenhang mit der Höheribewertnng des Pfundes «besserte sich anch «die ungarische Krone. Die anderen Währungen zeigten nur mäßi«ge Veränderungen Hanflerverbot in MederWerreich. Lanideshauptmmtn Dr. B u r e s ch hat auf Ansuchen der Gemvindevertretunigen den Hausierhandel i«m Gomeindebereiche nachgonannter Gemeinden verboten, und zwar: 1. Für allv Waren und a«uf unbestimmte Zeit: Ardagger, Aschbach, Bvberbach, Kollmitzbeng, Mattier und Zell an der Böbs «im politischen Bezirk Amstette«::, Bruck cm der Leitha und Schwadovf im Politischen Bezirk Bmck att der Leitha, Eckartsau, Groß - Engersdorf, Pillichsdovf und Schleinbach im politischen Bezirtk Floridsdorf - Umgebung, Hohenruppersdorf, Ob«erweiden, Sierndorf und W-eikendorf im politischet: Bezirk Gänferttidorf, Schroms im Politischett Bezirk Gmünd, Geras im politischen Bezirk Hort:, N'isder - Rußbach im politischc-n Bezirk Korneuburg, Schönberg am Kamp und Weißenkirchen im politischen Bezirk Krems, Hainfeld im politischen Bezirk Lilienfeld, Brunn an der Erlauf und Kirnberg an der Mank im Po«li«tischen Bezirk Melk, Bullendorf im politischen Bezirk Mistelbach, Hinterbrühl.«im Politischett Bezirk Mödling, Grafenbach im politischen Bezirk Neunbirchen, Pleißing und Sitzendorf tut politischen Bezirk Oberhollabrnnn, Kottes und Marbach an der Donau im politischen Bezirk Pöggstall, Ambach, Kapelln, Markersdorf, Neidling, Pu«ntmersdorf und Schwarzenbach an der Sßiel im politischen Bezirk St. Pölten, Purgstalr und Rogarsboden im politischen Bezirk Scheibbs, Würinia im politischen Bezirk Tulln, Wiesmath und Wopfing im politischen Bezirk Wiener-Neustadt, Schweigers im"Pöltschen Bezirk Zwettl. — 2. Für alle Waren auf H