Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-11-09 · Heft 2057 (9.11.1924) · p. Seite 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2057 (9.11.1924)
Date
1924-11-09
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2981140--21050-3008319
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Wiener MÄe-enzetfungl. A. November 1924 Seile 9 HAUS VERLASST, DIH VERDANKEN WICKLUNG UNSERER FIRM' NUTZEN Sie ' AUCH OEN VORMITTAG ZU h i CIN KAUM aus WtoferfUnach L ZCO, n Häit'sl _ verblümt K 590 Palz-Mäntil i"Ä” <al’ aus starkem Eskimo, sretuttert, wattelle; t peW || .ohne Peli Jf*,vt0j aus Velours, gediegene Fla »'Ci Qualitäten, gefüttert und u watteiiert . . .. K 980, K «90, llüntol.ModMle, moternst.pelzmdllm verbrämt, rein Seide, gefüttert . 710 fC |,9 0 1 650.Ü 1.450 und Bro» katfutter. , . K 5.600. K 4,900, llftrital #Us prima Qua ttät AstramOillal chanplüsdi, ganz gefü't. und watteiiert. ,. . . K1.100 Mäntal aus prima Qual, glattem muliiol Tedyoärpltlscfa, ganz gef; und wattetiert . K ljor-, K >,55», a. giait. Sealplflech K1980, K1580 . Ifnctftrtlfi in "nitardig. Feschen KUSIUVTIB Modeächotten und Stra fen . .; , , K Oftp. 7an MODEN-PAL AIS KAI StR STR.' Hi' KiKtftfiM »ufeinem Ve'ours,mlt (VUhiUlllQ reicher, moderner Veru brimung . » K 1,680, K 1,280, H Kleider ans gutem Cheviot , . . R 188 a. Oabardin u. Kammgarn K 390, ff qne ‘aus Schatwolfrips.K 570, R Lsv riB-flnr sns Crepe de Chine, reizenff jflfl MB UOl de Fassons. K 690, 690, k 49U r ittirfur«Modc,,e ksr Nachmittag, MbIUBI Gesellschaft und Aden' K 1.950,158- ' Up. $05? Men, Somcklg SDöt CÄirtfc::>d£ im?f? ,t>. Dev durch die vi.-. .. f.l.; ,it«r herv^rg?russn-e Evstubahinerstwik und d.e ..Hs>n.l^UKitg ontze- Lolvm Domission -der Negierung Sc'ipel hat im A-uS'and eine äußerst un-günstig« Mrkung hevrorgevustin. In Lelephcmgefprächen, welche gosiern van auMMschsn FinancierZ mi't den vinzellnen Banken geführt wurden, trat ‘direkt eine Bestürzung der auMMschen Finanzkreise herror. Bezie-Hungen werden hastig abgebrochen. Entrierte Geschäft« werden nicht Perfekticmiert. Mktienlpaftle werden ab* KUtschielben versucht. Sowohl in London als auch in Paris, Gens uin<d Berlin macht sich wesentliches Unbehagen geltend, das in telephamschen Gesvvächrn ga-nz u-nvechohlen zum Ausdruck gebracht wird. kann man sich nicht auf das UrM au'Mndischer Mütter verlasien. D i e Meinungen der a u s l ä n d i s cki e n Finanzfaktoren -sind viel maßgebender. Die a*6er ikünden nichts Gute?. Sie zeigen, daß das Vertrauen ‘des Auslandes zu Oesterreich abermals erschüttert wurde und daß nicht einmal der Zusammenbruch der Deposit'nbank, dve Casügl'vni-Asfäre und all« anderen Zusammenbrüche Lstervoichischer Banken so viel Schanden aurigen k «nnten als es der auf frivole Meise hervorgevusene Eisenibahuerstreik der Hoiken-kveuzler bewirkt hat. Es hatte -den Anschein, als ob es gerade in der letzten Zeit mit HAse des AuÄlandrs golmgen würde, die Krise ' einzudammen, welche nunmehr mit ihrer vollen Gewalt loszubrechen droht. Es war ein allgeüteineS Dogma, das üiberall, nicht nur vom Völkerbund, sondern auch von der österre'lchifchen Finanz uind von der Presse anerkannt wurde, daß nur die Beteiligung des Auslandes Oe st erreich aus der tiefen Krise, in d:« es in den letzten -Fahren gerann war, 'hevaushslisen könne. Es gab auch hoffnungsvolle Auspizien dafür. London und New- Jork. Paris und Genf begannen sich intensiver für -den Wiener Markt zu intevesiieren. Ausländische Kredite nahmen wieder den Weg nach Wien. Es hatte den Anschein, alS ob die Kapita'lsavmutt, die so furchtbare Wunden geschlagen hat, die die Ursache des Ruins eine Unzahl von Existenzen war, nunmehr zu schwinden beginnen werde. Durch den ungeschickten völkischen Streik drohen alle diese Früchte wieder zunichte gemacht zu werden. Es ist mögliich, daß die Folgen vielleicht nacht so drastisch sein -wer.dvn. Wohl aber bieten die ersten Anzeichen den Beweis dafür, daß die letzten Vorgänge im österreichischen. Wirtschaftsleben im Ausland viel ernster genommen werden , als hier, Di« Engländer und Amerikaner er- - Näreir» sie können nicht mit der Wirtschaft eines Landes innigen Kontakt -halten, mit der man nicht einmal durch die Post richtig verkehren könne, wo unverhofft der Verkehr plötzlich dollk-cmnren stillgelegt - werden könne. Das bedeute ein Zeichen der Abnvrmailität der Wirtschaft, zu der insolgedesien jedes Vertrauen unberechtigt sei. Kann man von Hakenkreuzlern vevlangen, daß sie sich in di-e Mentalität des fremden Kapitals hinvinfinden? Alle Parteien des NationalvateS ha'ben längst eingefehen, daß unbedingt ausländisches Kapital nach Oesterreich kommen muß. Die Sozialdemokraten haben Interesse daran, weil dadurch die Arbeitslosigkeit behoben werden kann, ebensv wie die Christlichs-ozialen und Deubschnationalen, deren bürgerliche Wähler dadurch von der Kapitalsnot befreit werden. Doch wenn es zur Durchführung dieser Wünsche kommt, versagen alle drei Faktoren. Schließlich haben wohl die Völkischen den* Streik begonnen. Doch die christlichen un>d sogialdemo-kraliischen Geworkschasbler tun ebenfalls fleißig mit. Sie haben die Folgen nicht bedacht. Da zeigt sich di« Ungeschicklichkeit der Wirt- .schasispolitik der maßgebenden Faktoren. Man wünscht die Sanierung und will sich mit ihren Folgen albfinden. Wenn es aber tatsächlich zu Handlungen dieser Sanierung genräß kommen soll, dann versagen all« ohne Ausnvhnre. Der Notenbankprästdent will die Flinte ins Korn werfen und die ganze Stabil'isrevung der Währung auf sich beruhen lassen, wenn nicht seinem Wunsch nach emar gewissen Zinssußevmäßigung nachgekommen wird, trotzdem das Ausland für seinen Standpunkt gerade so viel vernünftige Gründe anführen kann wie der Leiter der Nattonalibank. Der Kanzler, der das Genfer Programm entrierte, der im Ausland nicht genug Fanfaren über die wirtschaftliche Zuk>unstsM‘ög.lichk«it Oesterreichs blasen konnte, gedenkt sich .sofort zurückzuziehen, wenn er bemerkt, daß gewisse Voraussetzungen -der Sanierung infolge der Renitenz einzelner Schichten nicyr durchgefnhrt werden können. Allerdings ist sich auch die Masse ‘derjenigen, für die di« Sanierung in 'erster Reihe geschaffen wurde, die staatliche Beamtenschaft, der Wirkung der Änierung nicht bewußt. Sonst würde sie nicht bei„jeder Gelegenheit mit neuen Forderungen heran-, treten. Es ist ihr allem Anscheine nach nicht zum Bewußt-' [«litt gekommen, welche Vorteile sie ans einer sanierten Staatswivtschaft hat. Die Mentalität des Auslandes bei Beurteilung der österreichischen WirtschaflsverhAtmsie wird überhaupt nicht-beachtet. Der Demagogie wird Tür und Tor geöffnet. Und wenn irgend welche Hakenkvenzschwier wegen einzelner Bezüge das Maul ausreißen, so finden sie doch, obwohl sie nur in der verschwindenden Minorität sind und sonst nicht ernst genommen wenden, bei der großen Majorität, bei ‘-den chrWchsozia-len und sozialdemokratischen Eisenbahnern, Gehör. Dabei entwickelt sich das kuriose Schauspiiel, daß di« Hakenkreuzler gegen die Politik ihrer eigenen Neg-nrnngsvortreter im Muvisterimn arbeiten und ihre Minister desavouieren. Nichts kann krasser die Kopflosigkeit, der gesamten Wirtscha-ftsmentalität eines großen- Teilesder Bevölkerung charakterisieren als gerade dieser Umstand. Allerdings,, es fehlt ilhnen auch die Uebersicht über die Folgen. Sie sind -wie Kisider, die bündwüterd mft dem Stock im Porzellan-i laden herumschlagen, ohne eine Ahnung zu haben, welchen Scha-den sie anrichten. Die . Konsequenz dieser Handlungen werden wahrscheinlich, auch sie trägen müssen; vielleicht m eimm viel schärferen Maße, als es das Entbehren der Konzessionen wäre, di« sie jetzt so stürmisch verlangen. Amerikanischer Kapital in Kuropa. Abgesehen von Amerikas Beteiligung an der Dawes»Ayloche, die sich bekanntlich auf lio Millionen Dollar beläuft, hat sich die Kredüvermittlung zugunsten europäischer Geldnehmer in der letzten Zeit bedeutend entwickelt. In den ersten acht Monaten dieses Jahres schon wurden in den Bereinigten Staaten ausländische Anleihen im Betrage von 833 Millionen Dollar begeben, gegenüber kaum 191 Millionen Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres, und während im September und Lkwber 1923 nur 21 Millionen Dollar kreditiert wurden, wird sich die entsprechende Ziffer sür das laufende Jahr ganz bedeutend erhöhen. Von geiviffen Seiten wird freilich davor, gewarnt, daß der amerikanische Geldmarkt aslzu^entgegenkommend werde. So erklärt der. Direktor der National City Bank, Mr. Mitchell, man tttiiffc unbedingt in dieser Hinsicht sehr langsam vorge-hen und die Krediisucheniden sogfältig sichten. Daß Diese Auffassung..jedoch nicht eine allgemeine ist,, zeigt, sich tu der Gründung eines neuen FinanzmstitutS, American and Continental Corporation, das mit einem Grundkapitalwon 25 Millionen Dollar beziveckt, amerikanisches Kapital zur Finanzierung industrieller Unternebmungen nach Europa überzuführen. Die Bedeutung dieser Neugründung liegt nicht nur in ihrem anfchnlichen Aktienkapital, sondern auch darin, daß die Gründet ganz hervorragende anr.'rikänische Finanzgruppen repräsentieren. An der Spitze steht nämlich JnteM-ational Acooptance Corporation, das internationale Krsditinstitut, das Paul M. Warbuvg vor einigen Jahren -in New-Nork eröffnete und das in engem Kontakt mit deutschen Fmawzkveisen steht. Ferner finden sich als Beteiligte bekannte Firmen, wie Kuhn, Loch u. Co. und Dillan, Read u. Co. Dis Praxis ^dieses neuen Instituts bestcht darin, daß Kapitalien europäischen Umernchmern zur Verfügung gestellt werden gegen Obligationen, die American and Continental Cor- -pöration alS Sicherheiten für die eigenen auf dom amerik.:nischrn Markt abgesetzten Obligationen dienenl Man rechnet damit, Europa auf diese Art Kredite in größerem Umfange zuführen zu können, vor-allem aber a-uch zu vorteihastereu. BcdnvgiMgen, als wenn jedes einzelne Unternehmen direkten Kredit suchen würde. Endlich kann Äs typisches-Anzeichen sür die europäische Orientierung amerikanischen- 5dapitals.das Vorgehen der United States and Foreign Security Corporation gelten, deren 'Zweck in der Anlage von Kapitalien in ausländischen .Unternehmungen besteht; diese Gesellschaft hat nämlich 25 Millionen Dollar in bprozentigen Vorzugsaktien zum Parikurs emittiert; jeder Vorzugsaktie wurde eine Stammaktie gratis Leigege-bon; die Anleihe war bald überzeichnet. «esitzwechsel bei der Fidesbant. Me wir enfcchven, Wunde die Majorität der Aktiender Fidesbamk, welche sich bisher -im Besitze der Kvmpaßbmck befanden, von diisfer an das Bankhaus Bösel verkauft. Dadurch ist die FÄvsbmÄ dem Bose>l-Konzern amig-sschlvsseu Worden. MS Letter der Bank fungiert Dr. Sachsel. welcher als Geschäftsführer eingesetzt wurde. Sie fiiqtiiMcntng der SMglionl-AMr. In Fina-ng-veisen deMutet, daß sich di« LiqMdivr-ung dei Castigl-wni'Affare rascher rmd leichter vollzieht, als allgMioiu angenommen wurde.'- Bon einer BeteAigung des Dorochemm?' dürfte abgesehen werden, da sich die Mianläinder KvmnwuMlbm'.'k MMnvehr inldensivLr an der Sanvevumg Castiglioniis detvAbgr. Ebenso wurden auch andere ausländische Banken zur Sarnevu-ng zutzezoMN. ES herrscht über di« ganze Affäne zienEches Dunkel, da M Wien nichts über das Rch'nltxrt der im Mslanld gapflogsnen Dechcm-Mmgen vschauibart wird. In anderen Kreisen Vevlaivt-st wieder, daß CastiOioni t-atsächliich schm d o l l st ö udig saniert sei und daß die einzelnen DevhaMimrgrn. die hier rmd da noch oibgaführt werden, sich mehr als Rück^wSgefechtv darstellen. M!«isttN>rSflde«t Srabski über dieWittschNftr- Itife. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeüung".) Warschau, S. November. (P. T.-A.). In der gest«n ob» gehaltenen Sitzung des Sejm hielt Mmifterpräsidc-ü! G r a b L k i rm Lause der Budgcitberat-ung ein« Rede, in derer eine MilderMg der wirtschaftlichen Krise sowie eine Abnahme der Arbeitslosigkeit seststellle und erklärt«, daß drs Budget für-das Jahr 1926 -ins Gleichgewicht gebracht sein und allen Gefahren gegenüber standhalten werde. Das Ta'baimon.'- pol werde den vollen veranschlagten Ertrag lieserk- ^trd Ui Alkoholmonopol werde ebenso Erträge, zu kiefern begiuucu. Vom November angcsangen werden die Eisenbahnen nicht nur -kein Defizit ergeben, sondern nicht eimnal mchr den monatlichen Zuschuß von fünf Millionen sür Investitionen brauchc'.r. Dirse Ersparuw-m werden keineswegs aus -den normalen Eisenbahnverkehr Einfluß üben. Di« Regierung, deren Sorge ganz besonders a-us die Kreditbeschaffung gerichtet sei. habe ün laufenden Jahre auswärtige Anleihen nn Betrage von 296 Millionen Zloty zustande gebracht; mit den von Pritmlba-nken 3

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.