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Wiener Morgenzeitung · 1924-11-09 · Heft 2057 (9.11.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2057 (9.11.1924)
Date
1924-11-09
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Wen, GsiiMs Svlener MvrftenzeitunA. 9. November 1924 Ve«e- ValNrommsu vagvkLälivd, L«lakanrlsr Mittel, kein* Sehllddrtil*, ä»z lieb erprobt. 1 Fl., 60 81, (»X til. t St.), K 45.000 la allem Ap# bektn. rrornzrers. tritnko. w H««p 4»p*t t 8278 Dr. FRIEDRICH, Apotheke, Wien, XV Ifariuhilforstntpse Nr. 15» zu bsg-eihvon^ Denn sie ^besitzen die Herrschaft über die Wett, die' jic twit1' gu^Wh,wonn^ sie evwachftn' sein werden, für ömmer verlieren müsien, um sich —^ aus -der vrelgerühmten Erfcchru'Ng — mit 'der Illusion zu begnsiZen. S. S. Ae Fllufio« der Herrschaft. Wn GPidlMirg: Zwei Men Wein aus Pappendeckel, Mit ibcwegttchen Gliedern, lhLpsien auf e'mom Mtevgedreitetkn KartanMatt hin imd> her, boxen, tanzen, fetzen sich nieder, 'liegen sich, einander an den Händen hallend, zur Seite, erheben sich wieder, boxen und tanzen weiter. Gin GMizeuig wie taufend ander« wird unter großen Zulauf an den Straßendecken ferlge'boten und ^demonsirievt. Sein, besonderer Re-iz aber liegt darin, daß die - beiden PaMndeckeKmLnnchen ihre Kunststücke s-ozN'agen auf Befehl ausfichren. Sie boxen auf Befehl, schließen auf Befehl Fraulndfchast und legen oder Hecken sich Arm m Arm nieder und auf BeM tanzen sie Shimmy, mx, >wvnn der Befehl ertönt, gleich wieder wütend gegeuoinander ibosgu» fahren. Das Geheimnis dieser PaippondeMdressur ist em 'sehr einfaches — ich werde es mcht verraten, demr «das 'ivürde Geschäftsschödigung für die St-ratzenverkäuser bedeuten, welche dieses harmlos auzichendr Spielzeug feit» iMetew. Aber «inen anderen Werttvurdigsn Umstand mochte ich verzeichnen: Die gchovsamvni Pappendecketmannchen erwecken weit mchr das Interesse der Erwachsenen denn d^r Kinder. Das Geheimnis? Die'Illusion des Gehorsams. Für Kinder ist es ftlbstderstüMich, daß die Objekte 4» khvem Bevoich ihnen gehorchen. Das in Fetzen gewickelte Holz wird ihnen nicht nur Puppe, sondern Lebewesen ihrer Schöpsimg umdaher ihnen untertan und gehorsam; der Sam-- oder Schneemann empfängt Befehle, die er m der Horstelttmg deS Kinder gehorsam auMbrt, ohne sich von der Stelle ztt rührm. Aber wir Erwachsenen vertieren mit unheimlicher Rafckheit die Illusion, daß die Dünge tmstrem Willen gehorchen, und es scheint derIn° Latt «cheves gan§en Lebens zu, sei«, daß wir diese ver- Uttm Illusion wieder gewinnen. Im WirVtchseit gehorchen uns die Dange iw Raum gar nicht, ftckdern wir tun mx so, als wären jene uns gchochmr, und feit altersher besteht «n Großteil -er menschlichen Komik darin, Menschen zu zeigen, welche uicht imstande sind, die Illusion von de« gehorchenden Dingen «uftvchi-udrhatten, sondern aus Schritt und Tritt mit dm Dingen der Umwelt Widerstreit geraten. Unser wirk- . ttche's Bechältni» zu den Dinge» der Umwelt emfchlreßttch!ws Dinges, das sich Mitmensch nennt, ist daS wohlavollendey Au«veichenS, Ä« BerhWniS, das von den Natmyefttzen erftvamgn» erscheint. Daher auch böe ewige Sehnsucht, die Dinge wmiaistens scheinbar in unser« Gewait zu bekomme«, sie zum Gehorsam zu bringen und zm Unter- MiWckt unter emfere« Dillen. Die Sehnsucht, zu de» Men, ist nicht nur die Triebkraft für das, was wir Herrschaft des Mensihen «er die Natur neunen, «ich für das, was man so gern als des Menschen Hang zum Bösen bezeichnet, sonder» diese Sehnsucht zu befehlen, durch den Gehorsam der Umwelt sich, sein Ach zur Geltung zu dringen, weckt auch den £mfe nach küivstkrischem oder spivlerifchem GrittbniS, Die Karte nach feine« Willem zu Senken, «bede-utet für den Menschen dasstGe, wie die Wckt zum Gehorsam zu zwinge», umdasselbe, wie zwei Pappvndeck«lma»uchm zur Bewegung aus Befehl zu bringen. Und was -tt Ki nder für feWsiversta-Mich anfthen, weil chve reiche Wett der Uuerfahvenheit ihnen lei» Holt gebietet — die Botmäßigkeit -er Dinge —, das erzwingen wir Evwachse-nen. durch Erfahrung beider ckrm Gewyrde^ nen durch tausend Finten rmd Listen über uns selbst. Deshalb stehen um das Spickgeug der dem Brfchl gchorsamrn Pappendeckelmänn chen Hunderte von Großen mit schn» süchtigen, hungrigen Augen, während di« Kleinen es mit dem ruhigen Blick der Besitzenden betragen, ohne seines MadrasvorhAnge, 2 Teile, eine Draperie . JE 125.000 Halbstores.. 98.000, 75.000 K 49 000 Lautteppiche 30,000 K 97.800 Btttgarnlturen.. 348.000 £ 87590t Doppeldecken, Dflll und Betört . . . , . . £ 108.004» Steppdecken, geblümt.JE 198.000 Dlwanüberwurf, Satin, Oobalinnvnster . . JE 898.000 | ftarchonto und Wa»chwironl Wftscheflanelle ...... . per Meter £ 19800 Velonrbarckente ... , .per Meter 18.900 K 18.900 Wäschebarchente .. per Meier JE 19.500 Französische Waachveloure, 80 cm, p. 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Am 1. d. fand in der grcsiön Wa'vscha-uer ^tznagog« ein Gedächtnisgottesdren-st .nach ben während der Schlacht zwischen'den polnischen Aiufftändlgen wnter Kosciuszko wnd den Truppen des vusiischrn Generals Suwarow ge-.' Menen jüdischen Kümmern statt. Nach der am 4. Nodem-. Lcr 1794 ersolgten Erstürmung der Marschaner Borstadt Prags wurde ein jüdisches Freiwilligenregiment, das di« Schanzen Pragas Vertvidigen hals, L i s --a u f b.e n! letzten Mann aufgerieben. Die Suwar"wschett Regimenter vewnstalteten nach -dem Einmarsch in Praga einefurchtbare Metzelei, «der auch zahlreiche nicht Dampfende iJuden zmn Opfer geMen sind. Dem hellden-- haften Eingreäsen des Juden Schmuel Zbittawer war es zu verdanken, daß viele Juden und Polen >der Metzeleientgingen. Me Synagoge war 'bei der Feier überfüllt. In den ersten Reihen befanden sich die Mitglieder der jüdischen Gomerndeverwaltung, dös Rabbinats, des Synagogenkamitoes, ferner die jüdischen Deputierten, Senatoren und Stadlrate sowie ein M Schmuck Zbitkowers. Nach Absinguug der Trauerpsalimen hielt Rabbiner. Professor Dr. "Moses Scho t t die Gedenkrede und führte aus: Wahrend der Bckagevung Warschaus durch SuwaMos Heere haben sich die Juden mit Begeisterung auf die polnische Seite Mellt, Obwohl erst ^i KyrzehnLe M jener Zeit vechvichen waren, wo das Verbot für -Jndsn, i« Warschau zu. wchnen, aufgehoben» iw«. Der jüdische Held Berek FoJjelewitsch hat eine.jüdische.Legion geschaffen, van deren Taten die Zangen der damaligen Geschchmsie mit grenzenlofer Bewunderung .sprachen. Gin ganges^Msches Regiment fand vor 130 Jahren fvmen Tod in den Schnee« PragaS. Dmnals hat sich für ewige Zche« in das Gedächtnis der jüdische« mch der polnischen Raffen der Rame des Mische Heiden Schmuel Zbitkower »ivgesraden, desien Aufvpserung es zu danken daß daS LeLe« Mveicher Menschen gerettet werde» kmoite« ' Am Sonntag den L d. stmd Äne zweite Gedachinisstier m der gwhen Sh-mgog« der Vorstadt Prag» statt. Rach Schluß der GedLchtnisftier «mrschttrte die Menge -um Grab des Schmuck Ibitkcwer mch dsm Friedhof zn. Prags mrd verweilte auch bei den Gräbern der anderen am 4. Rovsmibex 1794 gefallenen und ah- -vWachteten Judsn. Ssr schttsrrr SchuWtzer W Srut. Der HoMapler mit dem Diplomatenpaß. U-cher die Abenteuer eitzes Hochstaplers berichten die Londoner Blätter. Saide..Caeelo ist der Name eines Negers-, .Bei den besten Schneidern von London und Paris ließ er seine Kleider machen. Dieses schwarze Betrügergenie spricht fast sämtliche europäische Sprachen. Er wohnte *ht den besten Hotels der-Welt ümner aus Kosten des Inhabers oder'Portiers. Vor sechs Wochen stieg der schwarze Prinz im Hotel Savoyzu London ab. In der FveandeMte trug , sich der vornehm austretende Gast als Prinz von Kurdistan ein. Sein eleganter.Anzug und seine goldene T«batiere, ans der er. dem Portier eine Havanna^ anbot, zerstreuten jeden Zweifel, und dun vermeintlichen Prinzen wurde das teuerste Zimmer zur Verfügung gestellt. Die BoMchung seiner Rechnung verschob ep von einem Tag zum andern. Er erwarte, so erklärte er. ei-nigk tausend Pfund von der Regierung Kurdistans, und man solle ihn einer Bagatelle willen in Ruhe lassen. Dem Hoteildivoktor öam. schließlich die . Sache bcberMch. vor, und dem Prinzen wurde das kleinste und billigste Zimmer des Hotels. Mgowiesen. Seine. Hoheit war beleidigt und verließ das Hotel, c-hne einen Penny bezahlt zu haben. ... . Er begab sich in ein nichtminder vornchanes Quartier. Dies zweite Hotel hatte seine eigene Polizei. Der Prinz, der sich dort als Thronfolger eines Phantasiestaates ausgab, wurde. .verhaftet. Das Verhör mit dom Schwarzen gcstaj.ltete.1ich schwer. Saide Gacelo konnte plötzlich nur noch koptisch sprechen. Ein Dolmetscher wurde gefunden und nun stellte -sich heraus, daß seine Hoheit in Now-Dovk sich Zde n e o M o ha mmed und in Konstantinopck Jack Bo ns o n - Knannt hatte. Das interesiantestt- Kapitel lieferte die Pariser Polizei. Der 'Prinz löbte zwei Jahre in Paris. Am Tage war. er Schuhputzer amf dem Boulevard des Italiens, bei s Nacht war er als eleganter Gast der Nachtlokale bckannt. : / Der Neger faß nun einige Zeit im Londoner Gefängnis. Es gelang ihm, entkommen, und' nun kommt aus New-Amck die Nachricht, daß man ihn, als er mit einem Diplomatenpaß eines nicht existierenden Staates den ämertkarmschen Bcden betreten wollte, verhaftet hat. Großer BtitoSchiffmann Wien, II. Taborstraße 48 r«I»p»0I> 47-H .7O Nachstehend e 1 n 1 { e Beispiele; -ie GchleichhaOrlimellr» kn JtalniR ni Morphium. Vor einigen Monaten hat die Wirtschaftspottzei das' GPbuch der „Herba", Handelsgenosienlschaft der Apotheker Oesterreichs, 9. Bez., Spitalgasse 31, einer Kontrolle unterzogen und dabei fefbgcfteHt, daß die H e i l b o r n - A p o t h e k e, Mariah'vlfevstraße 133, von-der ,Herba" Kokain und Mor.ph.ium in Quantitätm bezogen hat, die weit über den normalen 'Be-, darf einer Apotheke hinanSgchen. A« 4. d. wurde eine 3Fbö>i{iott der ,^eiba" -dovgcttonwnen und äußer verschiehtnen Dlängeln, die dabei zutage -kamen, wurden auch drei KLogväM» Kokain Vorgeftlnde,n, >die .in einem Be ist eck bsgen «nd mn Giftbuch nichi' verzeichnet waren. Die Hauptobnchmer für die Gifte waren die Besitzer der HeKborn-Apotheke, namentlich Karl Raab, der das Kokain und das Morphium i» den Schleichhandel bracht^. Ein Muchmer war auch der Prokurist der Firma. R o e d e r°' Raaibe, Konrvb SawSki. Bei der Untersuchung machte KawSki verschiedene Angaben,. «rS denen hevoorgcht, daß Raab ,auch aus der Provinz Kokain und Morphium bezog, das er in den Schleichhandel brachte. Raab und Rawssi wurden gestern «vchaftet und dem Äandesgerichle erugeliefert Die von ihnen in den Schleichhandel gebrachte Giftmenge kämt, mit -s i e b z x g Kilogramm veranfOagt werden. Iwische» Sttitrakih« ndLastntokrnetschl. Gestern früh gegen 8 Uhr fuhr der lOstchrtge Handcksaugchellte Franz Prepehal auf einem Straßenbahnzuig her Linie „B" durch die Jörgerstvatze in der Richtung gegen die SMt. Nächst der Palffygasie stand an der FchrbHn ein Last- Mto. Prepchal, der auf der Plattform des Stratzenbahnzuges stand, wurde zwischen die Wand des Zuges und des Lastautos gepreßt und buchstäblich zerquetscht. Er starb in der Nnfav Patio». ■p ileinenwareitl Webe . per Meter 10.500 Jt 8.500 Chiffon . .... per Meter 13,500, 11,000 JE 9.800 Streifgradl.per Metpr 19.800 Ä 17.500 Damast ...... per Meter 22.800 £18.500 iniet ........... per Meter £ 14.800 Molino . ........... per Meter X 8.900 Bettzeuge ..per Meter 15.800 K 18.800 Batistchiffon . . ... . . . . per Meter £15.900 Matratzengradl . . . . per Meter 30.000 £84.000 Bettücher. 26.500 £ 19.800 Tischtflcher . ... . . £48000 Kaffeegarnituren ..K 98.000 QlSsertflcher .............. £ | OiWin» und fdonroiistoMel ^agianstoffe . . . . . . . . . . per Meter £ 185.000 Schafwoll-Mode-SchoMenstoff . per Meter £ 49.000 Engl. 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