Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2053 (5.11.1924)
- Date
- 1924-11-05
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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I ÄI'SS« MoegMMtrW. mm WWWWW ^KonatSraien Lrzvhleri. Die Wägen, dii in Aussicht genommen /find, die S-H.-P.-Citroen, sollen bei uns als 4000fache Taxa- /meter laufen und-^so die Buntheit unseres Autodroschkenparkes, Ford, Renauld usw. aus dem Jahre Schnee, dann Perl und die vielen neuerer Konstruktion, vermehren. Dieses .großzügige Problem kann nur eine Fabrikation, die sich solche Ziele gesteckt hat, wie es Citroen tat, verwirklichen. Wien, 6. November. , * Todesfall. Am Montag fft hier der beikannte .Kinderarzt Dr. Felix Schlicht an einer Infektion gestorben. Mit j Dr. Schlichter rst ein Alter Mensch und anfrechier Jude däbin- > «ALNigen. Während des Krieges war der Vevstorlbene unermüdlich mild in seöbstlasoster Weese in dom vom Zionistischen i Landeskomitee gegründeten Amibuilatorium für jüdische Krwgs- MrchKnge tätig und ^hat sich durch seine ärztliche Ku-Nist die DanWaÄeit vieler Tausender Mmschen erworben. Das Andenken <rn diasen edlen Menßchon wird bei allen, die ihn gekannt haben, forbloben. * D«r Erfinder der Dobos-Torte gestorben. Aus Budapest wird gemeldet: Der gewesene Budapcster Zuckerbäcker Dvbo8, der Erfinder der nach ihm benannten Dobos-Torte, ist nn Alter von 77 Jahren gestorben. * Das Wetter. Die Wärmewelle der letzten Tage ist zu einem vorläufigen Abschluß gelangt. Gestern war es kalt und trüb. Die Voraussage Rndi-gt. weitere Tempcraturabncchme und ragmrisches Wetter cm. * Die Rektorsinauguration an der Wiener vniversität. Die Merliche Inauguration des für das Studienjahr 1924-25 gewählten Rektors der Wiener Universität, Hosvales Professor Dr. Hans Sperl, findet am Dienstag den 11. d. um 12 Uhr mittags im großen Festsaale, der Universität statt. Professor Sperl wird dabei «inen Bortrag über Nationalismus^ Internationalismus und Rechtsordnung halten. * Die Autoraserei. In Kaffermühlen wurde der 13jährige AloiS Brettschneider von dem Auto A13841 medergestoßen. Der Knabe «rlitt mehrfache Verletzungen und wurde ins Spital gebracht. — Der AMrige Gehilfe Karl Koch wurde von dem Auto A12 885 niedergestoßen. Koch erlitt einen Bruch d»eZ Schädelgrundes und mußte von der Rettungsgsi'ellschaft in bewußtlosem Zn,stand ins Spital gelbracht werden. * Ein Kind von einem Hund gebissen. Im Hause Pen- KMgerstratze 2Y wurde ein Kweijähriges Mädchen von einem Hund gebissen und erlitt erhebliche Verletzungen im Gesicht. Die Rettungsgesellschaft brachte sie in das Spital. * Di« Lebensmüden. Gestern hat sich der Mechanikergehilfe Emmerich D u tz durch Einatmen von Leuchtgas vergiftet. Er wurde von ferner Frau tot aufgefunden. Die Ursache der Tat ist Unbekannt. — Vorgestern abends sprang von der Marienbrücke ein Mann in den Donaukanal. Ein Machmannfuhr ihm i-n einer Zille nach, konnte aber den Selbstmörder nicht mehr erreichen. — Der 31jährige Hilssarhaiter Eduard B., Judengasse, hat sich in seiner Wohnung aus unbekannter Ursache durch Lysol zu vergiften versucht. — In ihrer Wohnung in der Maugavetenstraße wurde die 37jährige Private Therese S. von ihrem heimkchrenden Gatten in der mit Leuchtgas erfüllten Küche bewußtlos «ufgosimden. Die R-ettungsgesellschaft brachte sie in das Spital. * Die aufKfchnittene Tasche. Die bei der Dabaktrafikamtin Rosa Luz angestellte Verkäuferin Mizzi Fied'erhell zeigte beim Polizeikommissarictt Hernals an, daß ihr kurz vorher in einem vollbesetzten Straßeuhahmug der Linie 8 auf dem Gürtel im Gedränge von einem nNoÄannten Täter die Handtasche ausgeschnitten worden und aus ihr die Losung der letzten drei Tage im Betrage von acht Mllionen Kronen gestohlen worden sei. * Di« Neuwahlen der Wiener Aerztekammer. Das für die Neuwahl der. Wiener Aertztebammer verfaßte Verzeichnis der Wahlberechtigten liegt vom Montag den 3. d. an durch acht Tage, das ist bis einschließlich Montag den 10. d., während der AmtsstuÄden bei den magistratischen Bezirksämtern und in der Magistratsabteilung 13, neues Amtshaus, 4. Stock, sowie im Bureau der Wiener Aierztek-ammier, 1. Bez., Börsegasse 1, zur Einsicht auf. * Die braven Linzer. Beim Landesgericht Linz war für diesen Monat -eine SchwunAerichtssession in Aussicht genommen. Da aber nur ein einziger Strafsall, ein Kmdesmrrd, für die Schwuvgerichtsfession in Betracht kam, wurde zur Durchführung dieses Prozeises das Schwurgericht Wels delegrert und die Linzer SchwurHerichtssession entfällt. Cs wird im heurigen .Jahre in Linz überhaupt Haine SchwurgevichtsVerhündlung ' mehr geben. * Die jüdischen Sezierleichen in Szegedin. Der „Pester Lloyd" meldet aus SMgedin: An.Stelle der Kundmachung, die . bisher am Eingang des anatonüschen Instituts angooracht war uwd den jüdischen Univevsitätsyörern den Besuch der Vor- : Lesungen Md der Uebungen verbot, wurde die folgende Vvoiklamation angeschlagen: „Da als Ergebnis der zwffchen vom! Kicktus- und Untervichts- sowie ' dem Valkswohlfahrts« i Ministerium schwebenden Verhandlungen demnächst'eine V e-r- ' o rd nu u g erscheinen wird, die die neue Ordnung in der Vergehung der Universitäten mit Leichen sestsetzt und die loyale - jüdische Gsmeindevertretuing in ihrer an die inedtziniische Fakul- , tät gerichteten Zuschrift erklärt hat, daß sie dm diesbMgjlichen! Verfügungen sich unterwerfe, können die jüdischen Hörer an den anatomischen Hebungen vom 5. November an wieder teilnehmen." * Ein neuer jüdischer Tempel für Sarajewo. Aus der Hauptstadt Bosniens wrrd uns gemeldet: Vor fleiawnter Zeit beschloß die sephardffche Kultus,qemeinde von Sarajewo den Bau eines großen Prachttempels, der an einem der schönsten i Punkte der Stadt aiffgesichrt werden sollte. Es wurde eine internationale Preiskonkurrenz für die besten Entwürfe ausgeschrieben. Doch von den 42 Konkurrenten wurde keinem der , erste Preis zuevkannt, während die zwei zweiten Preise zu je;2500 Schweizer Frankm den betreffenden Einsendern zugesprochen wurden, ebenso die zwei dritten Preise. Mit dom Bau des neuen Tempels wird nn nächsten FrWahr bvgonnen werden. * Die Jugendgruppe der Zionistischen Sektion Zwischenbrücken hielt vor kurzem ihre erste ordentliche Generalversanrmlnng üb. Nach einer kurzen Begrüßung des Vorsitzenden Schleien, der mit wenigen Worten den Werdegang des Vereines schilderte, gab der Obnrann Salzcherg ein klares BW der Vereiustatigkeit und gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß die Jugendgruppe sich im Stadium der Aujlwärtsbsweigung ' befinde. Er'verwies darauf, daß der Verein fast zur Gänze seijn NationalLfondskontingsnt aulfgelbracht habe. Herr Tenne-rtbaum erstattete den Kassenbericht. 'Bei den Neuwahlen wurden gewählt: Herr Salzberg (Obmann), Herr Tenne L (Vizeobmann und Nationallfondskomimissär), Herr Tennenbanm ll. Kassier), Herr Jnsler (2. Kassier), Herr S ch l e i er und Frl. Wein t r a u b (Schriftführer), Herr B e r g st e i n (Kontrollor), zu BeiMen Frl. I u n g e m a n n. Frl. S E u s-m a n n, Frl. Färb, Herr R ob ins oh n. Der Verein unterhält Kurse für heibrailscbe Sprache und Geschichte des jüdischen Volkes. Ferner bsstcht eine eigene Turnsektion für Burschen und Mädchen und in allernächster 'Zeit „dürste unter Leitturg des Frl. JungcrManU <!ii Kurs "für leine re Tameuhand- VersattlmlungskalendeHi der vereintglen jüdischen Parteien. Heute Mittwoch! 2. V e z i r kt 8 Uhr abends, Cafe Fetzer, 2. Bez., Praterstraße 9. Redner r Dr. Isidor Klaber, Dr. Sanel Beer, Dr. Arnold Ascher, Dir. I. Haber. 8 Uhr abends, Jüdische Volksküche. 2. Bez., Krummbaumgnsse 8. Redner: N. Dohan, Julius Rosenfeld, Aaron Schwertstnger, Dir. Boxenbaum. S. Bezirk: 8 Uhr abends, Terrasfencafä, 5. Bez., Wargaretenvlatz. Redner: Börsenrat Gluck, Dr. Jakob Ehrlich, Professor Dr. Wilhelm Stein, Emil Engel. 12. B e z i r k: 8 Uhr abends, LehnerS Gasthaus, 12. Bez., Kienmayergasse 2. Redner: Dr. Desider Friedmann, Dr. Georg Weiner, Hennanu Kuner, AloiS Grub er. 21. B e z i r k: 8 Uhr abends, Restaurcntt Goldener Engel, 21. Bez.. Am Spitz 3. Redner: Baurat Kempstr, Gemeinderat Dr. Leopold Plaschkes, Josef Brenner, Dr. Paul Diamant. # In der jüdischen Tischgesellschaft Landstraße ^Cafe Lovrana) referieren heute um */,9 Uhr abends Kommerzialrat Max Markus und Gemeinderat Dr. Leopold PlaschkeS über dir bevorstehenden Wahlen in die Kulinsgemeinde. Zahlreiche? Erscheinen erwünscht. * Eine fvomure WahllÜKe. Bei der ^am Samstag im Hotel Continental stattgelundrnen Vollversammlung schloß Gemeinderat Dr. P laschkeS feine Rede mit den Worten: „Hüten Sie sich vor der rote« Gefa h r, >vä h l e n S i e di e v it e t ft { g t e n jüdischen Parteien, d a m i t n i ch t d e r 9. N ov e n: b e r d e r 9. A b tv e r d e." Die ftommcn Herren des religiösen Blocks lassen nun im Jfa-Kino bei der Aufführung des Films „I i s k o r" eine Mitteilung durch Lichkreklame erscheinen, die folgenden Wortlaut hat: Gemeinderat Dr. Plaschkes hat erklärt: „Sorget bafür, daß nicht der 9. NovemberderS. Ab werde. Darum wählet den religiösen Block! Man siebt also, daß auch die Herren der Orthodoxie lügen können. arbeiten eröffnet worden. DieJwgendgvnppe,die.cnnM. Oktober mit einer groß angelegten GM:cha-Tlhvrafoier. zum ersten Male vor die Ochsentlichißeit trat, verdient die tatkräftigste Unterstützung der gesamten Judenschrst des 89. Bezirkes. * Die Novemberrevolution. Richard Müller, chenwlS Dorfitz-endsr des VollMgsrates der Arbeiterimd Svwatenräte, läßt söebon im Mälik-Verlag, Berlin' ein Buch unter dom Di teil „Vom Kaiserreich zur Republik" erscheinen. Das Werk, das dir Gchchichte der Arbeiterbewegung während des Weltkrieges behandelt, und den wiMichm Hintevgrüüd des Dolchstoßes auifzeigt, wird durch einen zivsttett Band, der noch nn Laufe des November erscheinen wird und die Gchchichte, des 9. ^^?on>ber behandelt, ergängt werden. Kleine khromk. Antisenntendank. Aus Oe-denburg wird uns berichtet: Das Verhalten der hiesigen antisemitischen Ho-chschuler, daS, wie berichtet, zu einer GywPathiskuwdaÄbung der Erwachenden' Ungarn au allen ungarischen Hochschulen geführt'hat, ries in der hichigen Bvölkeruna fast ausnahmslos die tiefste Emtwrnn-g hewor. Wie tief die Moral dieser Rassenschützler gesunken ist, wird durch die folgende Geschichte illustriert: Im Septewber vorigen Jahres hatten sich unter anderen auch zwölf bMrftige christliche Hörer an der Hochschule etnschreiben lassen. Auf Initiative des Herausgebers des Oedeniburgrr BlatteS Sopronvarmeghe" erklärten sich die hiesigen jüdischen Mühlen- und Ziegeleibesitzer bereit, die Kosten der Verpflegung, Wohnung und der Kollegiengelder für diese Hörer zu decken. D:e erfowerliche Summe wurde allmonatlich zu Händen des Chefredakteurs erlegt. Diese zwölf Studenten wußten genau, wer ihre Wchltäter sind. Ms nun die AusschrettuuE an der hiesigen Hochschule begannen, waren die zwölf christlichen Studenten, die auf Kosten der jüdischen Industriellem leben, die ersten, die sich der Bewegung anfchlossen. Es braucht nicht erst erwähnt zu werden, daß die lüdischen Mäcene keine Lust zeigen, ihre Wohltätigkeit an solches GÄichter weiter zu verschwenden. * Die Ähr des Tode». Im Palast von Hampton Court, in der Nähe von London, befindet sich eine astronomische Uhr, die noch aus der Zeit Heinrichs des Achten stammt und der nach uraltem Glauben eine geheimnisvolle Kraft iNnewohnt. Jedenfalls soll,- wenn sie stehen bleibt, stets im nämlichen Augenblick ein Bewohner des Palastes sterben. Man hat die Uhr lange Zeit mit größter Sorgfalt überwacht, zu bestimmten Stunden aufgezogen und das Werk mit peinlicher Ausmevkscmcksit instandgehalten. Da daS' Werk seit längerer Zeit nicht mehr stehen geblieben war, geriet die alte Legende in VeugessenHeit. Nun hörte vor einigen Tagen die schwere kupferne Pendule, niemand wußte anfangs warum, plötzlich zu schlagen auf, und da erinnerte man sich der alten Sage. Denn Miß Cuppage, die Enkelin des Generals Burke Cuppage, der unter Wellington an der Schlacht bei Waterloo teilgenommen hatte, ist zu gleicher Zeit gestorben. Sie hatte in Hampton Court gewohnt, und zwar in den Gsmächern, die Eduard der Sechste als Prinz von WaleS innegehabt hätte. * Der König von England als Barbesitzer. König Georg der Fünfte hat vor einigen Tagen die Erneuerung der Lizem zmn Betriebe feiner Bar evhalien, die „Feathers Hotel" heißt und in Deringham bei Norfolk liegt. Der König ist in der Tat Bavbesrtzer, und sein Unternehmen unterscheidet sich in nichiS von ähnlichen Etablissements. Man besucht die königliche Bar wie jede andere, man spricht Über Politik, man trinkt seinen Cocktail und bezahlt wie anderswo. Das Haus wird offiziell von Lord Ullswater, dem früheren Sprecher des Unterhauses und Vorsitzenden der Vereinigung der Getränkefabrikanten, verwaltet. Der einzige Unterschied, der die königliche Bar von anderen trennt, besteht darin, daß man im Winter Wkirme und Licht schindei: kann, ohne etwas verzehren zu müssen. Wenn man eine Erfrischung bestellt hat, tritt Lord UHwater persönlich au den Gast heran, um in freundschaftlichen Worten zu nicht alkoholischen Getränken zu raten. Das Seltsamste an jber Geschichte ist, daß der König seine -lieibe Not gchabi hat, bis er von der Bchörde die Erneuerung seiner Lizenz erhicilt. Offenbar muß die königliche Bar eine Goldgrube sein. Weibliche Stierkämvjeriuneu. Eine kürzlich erschienene Verordnung der spanischen Polizei verbietet dm Spanierinnen eine aktive Teilnahme am Stiergvfecht, wogegen sie lebhaft Protest erhöben. ES gehörte nicht mehr zu den Seltsrcheiten, daß jlinge Damen in der Arena die Stievkäiupfer unterstützten und sich allmählich eine solche Routine ertvarben, das; sie ein Stieroefecht ohne Männer ankündigteu, in dem Donna Re>bert-v als Matador anftreten sollte. Im B <'7 ei Schule, Nr. 2063 8. NlMitVer 'IM de^m,es, war zu bemerken, daß kn letzter Zeit viele iw Spanierinnen ihren Beruf aufgabett, um sich dem Stierkamps berufsmäßig zuzuwendeir. Die. Polizei von Madrid hat nun neuerdings eine L^erordnung erlaffen, die den Stievkampf fiir Kranen, obgleich es nicht ausdrücklich vom Gesetze verboten sei. ^reng untersagt, da er im Widerspruch zu Kultur, Moral, und dem.Gefühlsleben der Frau stehe. * Estr Asyl für verarmte Millionäre. Der Amerikaner Andre-w Freedman hinterließ.sein sehr bedeutendes Vermögen zur Gründimg eines „Asyls für verarmte Millionäre". ^^^^.^man. der sich von der größten Armitt mm vieüfachen Millwnar 'heraüfgearbeitet hatte, wurde Zeit seines Lebens die AMt vor einem Leben den Armut nicht los, und aus dem Bertandnis, für die Tragik des Lebens verarmter Reicher entstand >ie Stfftiung. die jetzt in New-York ins Leben getreten ist. Sie fft für jeweils zwanzig Pensionäre gedacht, die von den Änfichtsräten der Stiftung auSgewähli werden, nnd die nachwersen müssen, daß sie fvüher ein großes Bevinögen besessen halben. Die Auserwählten können in dem Uhl sich jeden Luxus gestatten, den sie Wünschen und Gäste einladen ohne einen Pfennig zu bezaUen; sie verbleiben im Schlaraffenland bis zu ihrem Tode, wenn sie Mt wieder in den Besitz eines Bcrmögens gelangen, * Der kupfern« Vogel. DaS/,B. T." berichtet: Jeden Morgen veüsammÄn fick im VogeHaus des Berliner Zoo vor dem Kälstg der Jlnraikos eine ÄnKahl! Herren. Eine Schöffel Wasser wird gelbracht, und die Herren wünschen dabei zu sein, wenn die Jnrakos baden. Di« Jnvakos sind kleine bunte Vögel, Nicht v:Ä größer wie die bekannten Wellensittiche, alber 'ic zeichnen sich durch leuchtend rote nnd blame Schwairzsedern aus. Diese Schwanzjfedern halben es dm Herren angetan. Es lsibt viele Vögel, die um dieise Zett baden.^Davum' künomert -ich uieruand. Nur bei den,Jilvakos vollzieht sich das Seltsame: das Aare Wasser wird bläulich und später Aar:, tichblan. Die Herren warten ans dieses Wasser, ja, sie sam-nwln sogar bchut- (mn die Evkrennente und ttagen sie fort, als trügen'sie etwas' ganz Kostbares. Und dann später, ian Laboratorvnnr, in der Retorte,^ in dm Danchflettuivg der Neagens-gläschen. da entwickelt sich das Nene, das die VerwunderuN>g der wisseuschaiftlichen West erregt. Es ist reines Kupfer, richtiges, metallisches Kupfer, das aus dem Badelvasser der Jnraikos gewonnen wird. Die Angelegenheit wird wissenschastllich rmtersncht. * Me König Hussetu ins Exil ging. König Hussein von Hedschas hat seine Residenz MeKa m einen: vorneHmen 2l'.:tomobil verLasivN, das ihm vor einiger Zeit von dem iiatieuischen MinNerpväsidenten Mussolini zum. Geischenf gemacht wordei: war. Unter dem,Gepäck, das der Waagen miUchrte, befanden sich zwölf Kübel, die die AuUchriift „Benzin" tru!gen und deren Inhalt angMich für die Reffe bestimmt gewelsejr Hst. In Wirklichkeit enllhielt jeder dieser Behälter 20.00g Stück englische Sovereigns. In dom eloganten Wagen des saszistischen 4)ikiators und im Besitz der netten runden Summe von 4,8 Mililiarten Goldmark, wie sie der Inhalt des Bvnzintanlks bavftelff, wird Hussein das harte Schicksal der Berbannuna wohl mit Fassung tragen. * Die schöne „Holländerin". Dolores van Ham es, die juttjz, schön und elegant war, hatte als Holländerin, di« von Pans nach Genf kam und in emem feinen Hotel abstieg. bald Zutritt zur guten Gesellschaft dieser Stadt, um so mehr, als sie das Gerücht verbreitete, daß sie eine E r b s ch a f t v 0 n 43 Millionen Dollar zu erwarten habe, tim diese Erblchast zu erhoben, wollte sie, nachdem sie majorenn geworden, sich nach Amerika begeben, trotz deS Widerspruches der Eltern, die sie zwildgen wollten, einen anrerikanischen Kapitän zu hei- - raten, füx den sie keine Sympathie, empfand. Sie vertraute Hre. Schwierigkeiten einem bekannten höheren Beamten an, der in den Genfer Salons sehr angel-chen ist und der ihr Hilfe und Rat versprach und sich bald mit der jungsn Dame Verlobte. Da die Heirat als bevorstchend galt sowie das Gerücht der' fabelhaften Erbschaft geglcatbt wurde, konnte die Hochstaplerin eine Besitzung rm Werte von einer haliben Million Franken sowie Kleider, Möbel, Teppiche Wer 260.000 Franken erwerben, ungerechnet die Schmucksachen, die sie sich zu erschwindeln wußte. Ihr Schwiegervater gab ihr außerdem ein großes Darlehen in bar. Als nun die „amerikanische Milliardärin" nach Äferika abreisen wollte, halt« plötzlich die Polizei den Einsall, sich für ihre HeÄunst zu interessieren^ und es ergcb sich, daß sie weder Holländerin noch Evbrn, sondern daß sie in dem benachbarten Soletta geboren ist und Sophie Kauf-nann heißt. Sie war Dienstmädchen in der Schweiz und auch bei einer amerikanischen Familie in Paris, wo sie, wie auch in anderen sranzosischen Städten, zahlreiche Betrügereien beging. Die Genfer Sicherheitspolizei hqt daraufhin die Dame in Haft genommen. * Differtationen und wissenschaftliche Arbeiten für die jüdisch« Nationalbibliothek. Der Weltverband jüdischer Studenten hat beschlossen, die ihm angeschlossenen Landesverbände aufzufowern, an allen Aktionen für die jüdische Universität in Jerusalem, besonders an den Büchevsammlungen für die Universitatsbibliothek. aktiv teilzunchmen. Zum Zwecke einer systematisch angelegten Aktion für die Sammlung von Büchern arbeitet der Weltverband judffcher Studenten in ständigen: Kontakt mit der BibliothekskoMMissioN in Jerusalem. Ferner läßt der Weltvevband an alle jüdischen Studenten die Aufforderung ergehen, durch seine Vermittlung Abschriften ihrer Dissertationen und* anderen wissenschaftlichen Awekten der Universität in Jerusalem zur Verfügung zu stellen. Austritte aus dem Fudentum. Steiner Olga, geb. 26. April 1892,8. Bez., Hackgahe l. Grüner Rosa geb. Fubrmann, geb. 6. April 1871, Eibenschitz, 9. Bez., Glasergasse 22. Steiner Miksa, geb. 24. Juni 1887, Szombathely, 2. Bez., Vchüttelstraße 79. F l e s ch Siegfried, ,geb. 11. Oktober 1886, Stiegnltz. 2. Bez.. Rueppgasse 42. Basch Richard, geh. 2Y. Juni 1860, Ärttnn. Kaufmann, 1. Bez., Rathausstraße 6. H a r n i f ch Josef, geb. 7. Mai 1896. Jakobint, Wehrmann, 10. Bez., Arstnal. B t z e n tz Etel geb. Katp e l e s, geb. 18. August 1866, Kaschau, Erzieherin, 20. Bez., Vnrghardtgasse 19. Stlbermar k, geb. 9. Dezember 1876. Budapest, 9. ^Vez., Spittelauer-Platz &A. Iellin e k Alcxanver, geb. 8. September" 1896, Mm, Prokurist, 7. Bez., Neickaugasse Nr. 46. Schindler Irma gev. Kobn, geb. 24. April 1896, Wien, Private, 20. Bvz^, Karajangasse 6. Schindler Hans Wolfgang, geb. 26. Oktober 1923, Wien, 20. Bez-, Karajangasse K. P 0 ll e u z Fritz, geb. 84. März 1904, Wien, Bankbeamter, 18. Herbststraße 18. 'St m ft c t Marie, geb. 17. November 1907, Wien, Schülerin, 12. Bez., PMelhoWsst 7. Hermann Josef, geb. 4. November, 1^06, Wien, Postbediensteter, 14. Bez., Selreraasse 36. B a d e r l e Hisdeaarde, geb. 16. Dezember 1894, " Melnik, Postbediensteter, 2 Bez., Dmivingasse 92. Dr. G ch tv ar z HanS, geb. 17. Jänner 1896, Wien, Privatbeamter, S. Boz., Mollardgaffe 98, R (li m a n « Marianne, geh. 11, Oktober 1908, Hier:, Private, 8. Bez., Estoplatz 6. At i t tl e r Kar7, geb. 16. Zuni 1996, Wien, Private, S. Bez., Grürmttorgaffe 14. B ab a Sz Gruft/$el 4.April 1881, Budapest, 2. Bez., Ttzugutstraße 4. S e k l e r Wilhelm, geb. 15. April 1636, Lemberg, 0. Pez., Berggasse 80. Singer Charlotte, geb. 25. November 1900, Hodmezövasarhely, Privgte, 8, B ez., Langegasir 49