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Wiener Morgenzeitung · 1924-11-04 · Heft 2052 (4.11.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2052 (4.11.1924)
Date
1924-11-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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IPoibb 2Dgrmy| Wien: Zum Abholen in der Expedition, ll. Taborstr.1-3, oder in. einerVerßchleisstelle - (Trafik) monatl K 40.000 Strassenverkauf in Wien durch die ^Kolporteure der Firma Goldschmied, 1. Bez'.,. ' : . WolizeÜe 11 \ Mit Poatversand für Wien n' Oesterr. monatl K 4Öi00fi Ts eh e e h;o - 81 o w a k e i Mon. .K.20.. J u gos law i ent Mon, Dinar60. Pole ri:Mon. 31/* Zloty, Deutsehland: Mon. Goldmark 4, F r a n k r., Belgien: Mon. Frida. 15 KT Nutfa s äh l u d "V9 bd Prd»arbobuasreD .Vorbehalt«» V i‘V- >’• /; icittr f^i-aarartTertiirr ar^rarr.' Preis K 14001 England: Mon. 4 Schilling, it a 1 i en: Monatl. 15 Lire, Ru m an ien Mon. 150Lei, Bulgarien Mon.80 Lewa, Schweiz undd^fl übrige Ausland monatlich Fres. 4. Redaktion n. Administration Wien, 11., Tabomr. 1—8 Telephon c: 4 4-0-38 j43»3»19, Al6Uhrabds.21-102,25*282 IX. Universitatsstrakse 6~8 (Druckerei Steinmänn) Oesterreichisches Postspar kassen-fcohtö k(r. T50.698 Mt. 2052 Wien. Iisnstllg, 4. November 1924 8. Fahrgang Am siebenten London, 1. November. (F. T. A.) Lord Balso nt, der ehemalige britische Minister für auswärtige Angelegenheiten, her am 2. November 1917 die bekannte, nach ihm ^benannte Deklaration zugunsten 6er Errichtung eines jüdischen Natioüalheims in Palästina veröffentlichte, die dann die Basis für das britische Mandat über Palästina bildete, hat im Hinblick auf den am Sonntag den 2. November 1924 -zum fiebentenmal sich jah.renden Tag der: Veröffentlichung der Deklaration die solgende Kundgebung an die Zionistische Organisation erlassen: /»Ich entLiete Vhnen weine herzlichsten Glückwünsche zu den ViHher durch die zionistische Bewegung errzielteu Erfolgen und wünsche der Bewegung daK Beste in ihrem werteren Fortschreiten. Zweifellos sind noch Schwierigkeiten zu Merwinhen. Das ist nur natürlich. Aber diejenigen, die, wie auch ich, d e n f esten G l a n b e n an die Zukunft des Zionismus hegen, können , aus der Veraangen^ft Muk schöpfen."^ M Antwort der MienWon Zionisten an die . Rom,, 1. N-ovW'her- (I.- T. M ) .Jm ZuWinckiHang viü der in Genf Mprckm MmaneyM-MarMM de^:VöUerbwudes^hnt/dveExMint'üv e 'der"ItäLie- -nischkathoilischen Anion-Mr die lhöWgorr"Skäthen und WallfahMvrteMlWbnW''. ein I^morMdum M ... . -.. . .. .. ,,Osn wird... Pr dein WnrovaÄdMr wird nurter andevsm ausgeführsi . . - V , ,/ Äphem.-die sirr die höM- 9en SMten ündN^llsahrtspste jepen lRassenhaß und ijeide anAsemilÄsche EnWndu-M, von.sich wx>'G sicht sie in den zicklWschen Taten, den .Wmpsch ,ngch! einet : BevmchvmW lder Mischen Rechte m PqHstma>. wchche -ach. IiMrsio^ der Leklaration. DurchdvingMg und ProfanationhrnziÄM. Die Union sieht die zionistische Bewegung als eiime .materialistische und antichvistliche Konzeption der. Geschichte an und betrachtet sie-infolge dessen als mtiff uvd nichtig. Die Union leugnet das et'Wsche und «nationale Recht der m der ganzen! Welt zerstwut -lobenden jüdffchen Griuippon auf die Wvöderevobevung des Landes, das: fte vor zweitausend Jahren -verlorein haben. - : Uldgesjchts Äesiou, - daß diese WeitmsiMMrdge Zerstreuung ei« Z-eichen der göttl4chen Ge-rechtigkeit'gegen diese Raffe ist und angesichts, der z-mniistischm Dvolhuiwg erneuter Entweihung der Heiligen -Stätten Md vor allem des Coeuaeulum (Mbendmasiaal auf dem Berge Zion), 'welches der amsschNeßliche Besitz des italienischen. Staates ist, fordert die .AmWeiNischka-tHoUslche Union für-die he-Vigen Stätten und Wallsichrtsorte, daß der Böllkevbnind die Zionistische Bewegung dümme nnd daß die Dertreter aller Natioinen die . unverletzbaven - Rechte des CHMentuims Är 'PÄWna schützen. , ' - ' Sie Ziouisti che-Orgiauisalivn --ily, JtakLen stellt in emom Kommunique an -W .Presse.fest, daß die Zöoiyiisien rr i e m a l s die Rechte der christlichen Religion lbedvoht oder-je die heiligen Stätten Miwecht hättsn. Die Frage de's C o eu a-c ulu-m-dringt gar nicht in zioniskische Sphäre' ein. .WU- Heiisen die Men Ido» Zionismus erhobene Anklage der.- Jyvasion. .Md .Wofauation zurück. Der Zionismus, der ^seine hrstdvijslche 'Be§>ründung in uhe») :gjöttkchlen' DffeMvmng und--in'-den Worten , ,der ».MWhOkN ShoMMn-'-de-e' '<Ml -die chvem 'gvoHeN weilligiösäN Jdeail trsu -güblliebeuieni Juden'vor Mer glvei-Msend ZÄHve alten Vevf-o>lgung -retten. ' Wir-> lbsdaiuern -Gn-' Mmen: der- Nächstenlielbe, die die jüdische -Gchvisi, die -Menschen lehrt, daß die JtalieniWaHMsche UnÄon, die sich ge-c^n Anitisie>mibl's.m»us veÄwahrt!,'diejenigen Jüderr aiNgiverst, die, dem Haß. entziehend, das La>nd ihrer Väter aiüszuibiMen vevsirchen. Der CMattag der Wffchen ma Las Kabiuett HerWl seföMtt . - Paris, 3. NÄvemder.- Im: Ngt-iqualmt der soKialistischen Pgrter wurde die Tagesordnung B-l uw/ Mmach^ die -ParteimiWtzdm .berechtigt find,- dqs-Budget. a-NM.nehm-e n,"Ms darin HMveiHende.Mformen eingeführt werden, mit 1130 Stimmenfänge^ow.nl'en. Im Schlußwort wies Abg. R e n a nÄ)el - darauf hm, daß das Kabinett -leicht >m Gefa^-kowchW HMch; in den Wandelgängen der Kammer^sip^che man^. bereits.dyn-em-em Kabinett Painleve ÄM-DaLUÄ>ux. '! Ne^gyntzPseW^'kHtt 'Senat.' / . Im Senat hat sich einen e <u,e .G r -usi s) e Umber, dom Rgwen Demokratische mnid, radiEia'<l-.er.Ifc«.io«; gebildet. Sie zählt-W jetzt-3 9 M'-i t-gliede r, von denen 10 der demokratischen^ Kinken. und. 20 der vesiublWnifchen Univn angehorten. «Infolge..-der. Bildung dieser, '.«leimt Guupve wird die deiMolkratrische Linke, djie^Wher 1^8 M-itglieder Enßaßir," hn^'. sÄAM.'.nji -ch t - rn-'tz'h r die absbIute'Mehrh er.1 -Hrtz«G,--Kuch. -in -den. Koinm i ss ä.one.« verWert.die Wrtei. die - Maijorität. .... Ae MoWftaga Brüssel, 3. November.' <Te!l.-Koch-P,) Der Pystevbnndrat hat in seiner heutigen - Sitzung den ' Ausschuß. zur Festsetzung der Grenze.zwischen dem..Staate Irak und der T ü r -k e i gewählt. Unter den drei gewählten. Korryniffi-imSmitgliedern befindet sich auch der gewesene ungarische Ministerpräsident Graf Paul Tele kt, ivas. ällgicmM einen sehr, schlecht em' Gmdvuck -hervingevusen hat, schon deshalb, da Telely als ungarischer Chauvinist 'für «inesolche Ko-inmission üargeeliguet sei. iDie Kommission wird in der nächsten ZÄt die Reise, nach M ossn l-.antreten, um das Studium der GrenKveMliernngsfratze. nmszunehmen." Nie amerikanische PrafidesitfchaftstvM. Schatzungen der heutigen Wahlmännerwahl. Paris, 3. November. --Nach WäWNgtoner Meldirngen gilt es Nls sicher, daß Cooli d g e bpi-den morgigen Wahlen in alle« Staaten bes - N orbostens die Meh r h eit evlanigen.werde, wodurch sich-die Zahl der ^^tWmä....zusaMl8en -W-mmen aus >228 belaufen tvübde. Im al^emetnen-'rechnet man damit, daß 'sich.die rePu-bli-ikQnische'n Stimmen.ans/ 27-4 .erhöhen wecken. Die repMikaNischen Blätter" versichern, daß ihre Partei 300 As. 350 Stimmen - erreichen - werde. „Chioago Tribüne" sä-gt folgendes Walhliergebnis voraus: Coolidge,326, Davis 149 und La Follette 56. . Das Ergebnis der WaMmännerwicchlen dürste Mittwo ch belanntgegeben werden. Die Präisiden-tschgstswvhil Mbst sindet erst am 10. Jänner statt.' Die Blätter besprechen bereits/die behovsteheinden Aenderungen im Kabinett Coolidge. Sie behaupten, daß Schatzselretär Mellon mit Rücksicht ans sein hohes Alter zur ückircten und durch den gegenwärtigen Kviegsselvetär Weeks werde ersetzt wecken. Ferner werde' Marmesekretär W il b u r n wegen sMer japanseindliche-n Haltung nicht mehr ins Mnett, emtreten. Schließlich soll Handelssekretär H o o v e r endgültig beschlossen haben, sich von de'r-P oli-tit z urück z u z i ech.e-n, - um : sich neiueckings dem ' G es ch äs t slebe n zu.widmen. —y. W i e n,- 4. November. Artur B-alsour, der -im Jahre 1917 die Deklaration des englischen Kabinetts an die ZioniMche Organisation Unterzeichnete, erläßt zur Sielbenjahrsei-er dielseZ historischen Ereignisses eine Botschaft, i n der er seinen' festen- Glauben ^an^ die Zukunft des. Zionismus-ausfpricht.'Der Zufall fügtes, daß diese Feier mit der '.öfstMicheN Rechnungslegung vor . der MandntskommiMöu ^deS DWerbundes zusammentrifft. Der Oberkommiffn^ von Erez Israel hat seinen Beckcht erstattet, dein das-Audi- ' tormm entnehmen konnte, daß die Zionistische Organisation als Vertreter der Nation sich ihrer vor der- Welt übernommenen Verpflichtungen bewußt ist-nick'daß es ihr gelungen ist, das jüdische Volk mit-der poM'sthetr - Idee des neuen Jridenwms vertraut Zu niachen.' Etez Israel ist heute ein Politischer Begriff, keine leere-, 'vön Sentiments und Träumen. umhegte Phantasie,-imL 'die jüdische Gesamtheit weiß heute, daß sie dieserr-''Begriff mit vollem Leben zufüllen hat. Die AnstreüguNgensiditz sie macht, entsprechen stetlich noch innner '-Nicht-der - 'Große des Zieles.und die Genfer M-audatskontMifsion mag den ihr Norgelegten Bericht als genügend -zur Kenntnis'nehmen. Äe ist nicht jüdisch und--sie 'kann * nicht die Tiefe der Seihnsucht eckennen, die - im - Jiiideii- 1 tum besteht und von der- Momftischen OrganisirtiW mer: und immer wieder betont wird; Sie müß -politisch s Minister Benesch. Der tscheWche ÄiußeMüniister D-r. Benes ch wird, wie bereiits gsmeldet, am 17. -d. für zwei Tage nach Wien kommen. Bel» seinenl Besuchs dürfte -vk.. nme.. tschechischvster-reichische.Han hel.s v e r t ra-g nnberferW werdequ samtlM'bann-sich nicht da-Mit chegmigen-,. daß .essüwHr -^ÄrM choMaM^g^^Gie'-nmßl-dve Mrts tragen>- .die Mische MMstlng'- 'Mrü? - ,jWschen'^ Land machen. - - - - - v J'; - Gewiß gi>bt estausend! SüMierigkeiten,' die sich'aus der wiMchalf-Gchm Depression -des Judentums^in -der ' ganzen Welt und ans der 'Fe-indschaft^^er-Wbens Ne.'gegen uns entbrannt ist und ihren Schatten auch ans-die . Zukunft wirst. Der. Antisemitismus wird zu'einer-' Weltbewegung. Er organisiert sich international. Er hat die Taktik außgegeben, regional abgegrenzte Gifthecke zu bilden, sondern er verbindet sie zu einer großen Seuche, die über die territorialen Grenzen hinausgreist und das < Judentum als Ganzes vernichtenwill. Er verfolgtiseine Pläne mit unheimlicher Systematik, die die' ernheitl-iche düng in jeder Aeußerung erkennen läßt/ War ehedem die Monistische Idee in den antijüdischen Kreisen Gecjenstarck einer gewissen sympathischen' Anstnerksamkeit, .'so . ist' sie,heute der Ha-uptangriiffspunkt, weil sich "von hier ans das ganze jüdische GMude aus -den' Angelir'heben ließe. Die Balsour-Erklärung, die zum ersten Male die ' politische Anerkennung der .jüdischen' Forderungen brachte, blieb. scheinbar unbeachtet. Sie galt Äs; ein nur von England vollzogener Akt. . Als sie aber wom Völkerbund bestätigt und das jüdische'Volk dadurch als politisches Subjekt anerkannt worden war/ geriet ihr Inhalt in den Aktionsradius des anti-semitischen Zentrums, und' seither ist ein'rasche Anschwellen des Kampfes, zu bemerken, der geschickt unter Ausnützung aller'sich bietenden'Momente geführt wird. - ' Es ist eine beharrliche, mit politischen Mitteln ar-' beitende Offensive. Einmal lenkt sie die AufmerksaNikeit-- frommer Mnmter auf die heiligen Stätten'der 'Ehristenheit, die sie bis pt Weltkrieg ohne Gewissensbisse von tüMchen Soldaten beschützen ließ; dös andereMal" ist das arabische Volk Gegenstand lebhafter-Sorge, die nickst hindert, daß dieses selbe arabische Volk von den braven Kulturträgern mit Kanonen und GranatenfviMich unterjocht wrck. Es gibt. Strömungen, die-si-ch. vor-dem. Entstehen eines jüdischen bolschewikischLn Staates graulen ..und, ihre Ergänzung in tem russischen. Kommü^smüs fhchen, der die Zionisten als-BoiMmpfer der englischen imperialisti-schien Bourgeoisie zu hassen vorgilbt.. Alle diese Erfindungen frecWer Phantasie stannnen' aus einer Quelle, die'sich überallhin ergießt, wo sie freundliches Verständnis vermutet und wo sie mit-Recht.hassen kann, verwandte Einpfindungen anfzurühren. Är am erspajren,Sie; beim Einkauf von Stoffen, für Herh[st*iind .Winter,- Damen- und Herrenwäsche,. Leinenwaren, StrickundWirkwaten, .Teppichen, Vorhängen usw. Ub" lim Ufa rehhau s II. TaborstraBe 48 Telephon 47-1-78 - En 970s En detail 096871

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