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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-31 · Heft 2049 (31.10.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2049 (31.10.1924)
Date
1924-10-31
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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W?ener Msrftenzeltttnft. MV 31. Cftofot 1924 m* 5 A/fe Arien von KommandUe der Kroatischen Eskömptebänk, Agram £«.*,.I» SEITZERQÄSSE 4 (ECKt BaA?“ ,EIM -i ■■ ■■""■" ■"! »i ■" ■ Telegrammadmse: FRAPOBANK Kreditcr/ti/ Ware Aiejcj It. 40 (Vcktz Untere Weißgättberstraße), stattsinden. und Kvar eben Montag abendS von 6 bis 7 Uhr Jesaja, 7 bis 8 Uhr NaimonrdeS More Nebuchim, jeden Mittwoch afcettitf von 0 >ii 7 Uhr Talmud, 7 biS .6 Uhr MaimouSdeS More Nobuch im, xdm Samstag von 8 bis 4 Uhr währsnd des Wintersemesters Zentatench mit Kommentaren. Die Eröffnung findet Sonntag -LN 2. November 1984 um 8 Uhr nachmittags Mlt einem Borrag über ,Me echifchen GruMagen des MofeS MaimomdeS^ katt. . * Radiopeogramm für heute: 11 bis 18 Uhrr Matinee. 16 bis 18 Uhrr Verborgene Lalzerperlen-Nachrntttag der Künstlerkapelle Gilving. 20 Uhr: ^erettenabend »Ztgeunerbaron*. Bühne und Kunst. Gastspiel Lharlotte Ander. — Lustspieltheater. Die Komödie G i u s e p P.e A d am i s ist ein. Anlaß für die bezwingende Innigkeit und Anmut, für die raivir/ bellseherisch stets den richtigen Tvrr treffende Spielfreude Lch arlott e An der s, die im Vorjahre das, Publikum im Sturm eroberte und Heuer .als gefeierter Liebling wiederkehrt. Ein Anlaß auch für die unvergleichliche'Knust Josef Jarnos, humorvoll zu pointieren. Die zweite Hälfte deS Stückes wäre ohne diese beiden (und die sonstige geschmackvolle Aufführung), schwer zu verdauen. — aber das köstliche Wesen der schönen jungen Gastiw erfüllt den Zuschauerraum mit so erquicklicher Musik, die Vinfälle Jarnos sind so gelungen, daß Herr Adami erstaunlich gut abfchneidet. So läßt man sich nach dem angenehmtührsamen ersten Akt und dem erheiternd-beziehungsreichen zweiten, der Jarno als überlegenen Theaterdivektor und. Lebemann vorführt, auch die fragwürdigen folgenden Alte gefallen. Bon den Mitwirkenden sind noch Herr H ö.r b i g e r (ein bescheidener und ernster junger Künstler), sowie die-sehr begabte Johanna San«, besonders hervorzuheben. Lharlotte Ander wurde bejubelt und mit reichest i „L i eb e l e und „Ab s ch i e d r s o u v e r". Sonntag bringt! das Deutsche VolkStheaier-Ensewble mit Dr. Rudolf T y r o l t »Familie Gchimek" zur Darstellung. — An den beiden Nachmittagen, am 1. und 3. November, S Uhr,, wird ,D e r M ülle r und f e i n K t n d" gegeben. Thea tet in der Josef stabt. Heute, 7*8 Uhr, Premidre von Leonid AndrejewS Drama «Du sollst nicht töten". ■ In der N e « e «Wiener Bühne verabschiedet sich heute den 81. d. Gisela Werbezir k in der Rolle der Frau Pick in Emil und Arnold Golz* dreiaktigem Schwank „Frau .P i ck i n Audienz". Samstag den 1. November tritt Leopoldine Konstantin in Alfted Savoir'S Lustspiel „D i e G r o 6 fji r ft i n u n d d e r Z i m m e r k e l l n e r", als GroMrstin Xenia zum ersten Male an dieser Bühne auf, da er der Direktion gelungen ist, den Vertrag der Künstlerin bis in die erste Novemberwochv zu verlängern. Die Besetzung -ist die der Kammerspiele. Zur George-Gtosz-Beschlagncchme. DiMt!Üiouövortra.g Wieland Herzfeld, Beivl in, heute um 7 Uhr, Wien, 1. Be«., Eschen'bachgaffe 9. Ka-vten >bel Würchle, Wsihburjagsse 9; Hugo Heller, Bauernmarkt 3: Buchha-ndsimg Lanyi, Kärntnersttaße Nr. 44; MMMorbaig, 'BuuewMiaÄKt. 1. Blumenspenden bedacht. O. % »deinttstmmn." SA-Bühue. — Komödienhaus. Es ist jammerschade, baß die Exl-Bühn^ die eine st große Schar hervorragend er Darsteller und ein ausgeglichemr- EnsenEe besitzt dramaturgisch so schlecht bevaten.ist,' daß sast jede zweite ober dritte Urauffführung eine Mete VedeuteL Auch das Stück „Heivatsnarren" von Eugen Wrany» Naben hat gar keine Qualität, wü>er dichterische noch sprachliche, noch den Vorzug eines gesunden Humors oder einer geschickten technischen Mache. Es ist nur banal. M bedauern waren die Künstler, die, wie Ferdinand Exl, August Burger, Pepi Gstöttner, Anna Exl, Leynhard Auer, Eduard Köck, Ludwig Auer, mit Unverdrossenheit die blutarmen Rotten darstellten und dem Stücke einen freundlichen Erfolg errangen. —bt Böse Buben Bühne Direktion: II. PraterstraBe 60 Rolf Reinhart-Hans Kaiser; Telephon 43-5-59 Mott o: ^■Inn' «Iia **" ' ' *‘11 Täglich 8 Uhr aktuelle satirische Szenen Eintrittspreise von 16.000 b i s 40.000 K Aus dr« Theatern. »D e r 7 Uhr Burgth eater. Morgen,.2 Uhr nachmittags, Alpenkbuignud derMensche st se isto. abends,. „Komödie d er B e r s ü h r st n g*. A k a d e m i e t h e a t e r. Morgen, 8 Uhr nachmittag?,' „Liebelei", 7,8 Uhr abends. „D i e F r a u R a t". Sch 8 nbrunner Schloßtheater. . Morgen, 7,8 Uhr. „DoktorFaust". In den K a m m e r s p j e l e n beginnt Maria O r 8 k a, die von ihrer Krankheit wiederheraestellt ist. Samstag den 1. November ihre Tütigkest als Effte .j» Frank WedekiM Schay» spiel „Schloß Wetterstein*. ' , V o l k 8 o p er. Hente^„Dannh Lus er". Morgen, SamStag nachmittags, „Der Mül l et »»b fein Kist, abends „D e r B e t t e l st u d e n t". B ü r g er t h e a t e r, Heute wird SudermannS ,,E h r e" (mit. Alfted Verasch) wiederholt. Morgen gastiert. da- Ensemble be3 : Deutschen WolkStbeaterS mit SchyiislerS Spekulation und Verbrechen. Der 81jähriqe Franz K o- Pe h k.y war Ende Juni 1923 als Obevbuchiyalter bei der BaMfirma Adolf Gaedicke u. Co. eingetreten. Im Sommer 1824 wurde entdeckt, daß Kopetzky sich zahlreiche Unregölmäßigkeiton hatte zuschulden kommen, lassen, und die Firma erstattete die Anzeige. Gestern hatte sich Kopetzky vor einem Scholffen« senate wogen Verbrechens der Veruntreuung, wegen Diebstahls und Betruges zu, vevandworten. Der . Schaden, den die Firma durch das unredliche Verfahren des Kopetzky erleidet,^ beziffert sich auf mehrere hundert Millionen Kronen. Der Angeklagte gab da8 Tatsächliche zu, stellte aber jed? betrügerische Ansicht in Mrede. Er habe sich in große SpMlationett eingelassen, die großen Gewinn versprachen und es chm leicht^ möglich gemacht hätten, den ganzen Schäden sofort guttzumachen. Durch seine Verhaftung wurde er verhindert, die aussichtsreich Geschäfte durchzuführen.Nach lärmerer. BechaMung. qualifizierte der Staatsanwalt die aus Diebstahl lautenden PMkte dßr AnAage ebenfalls aus Betrugt 'Demgemäß erkannte:^ der Senat: über Kopetzky wegen Betruges und BeruntreuunG aG zyei Jahre schwere« Kerkers. ' BeirÜgereien ünter der Flogge der Schwerinvaliden. Me bereits berichtet, hat DiettStag vor einem SchöffenfLnat 'die' DerhaMung gegen den 26jährigon Rudolf Ka n tb r begonnen, welcher als Leiter der Einum» VerkaufAkornmanditgeselllsHaft der Schwerinvaliden Oesterreichs hochwertige Waren von Wiener Firmen bezogen nach nach Veräußerung Wichtig tzswordo» war. Die Verhandlung wurde gestern zu Em>e gMhrt. Kantor würde wegen Betruges zu 15 Monaten schwere» Kerkers verurtellt. Beleidigung des PunzierungSamteS. Anfangs Mai kam der Flnanzbezirksdivektion zur Kenntnis, daß der Goldarbeiter Vdnumd J o'ch S an mehrere Wiener' Goldwarenhandler, darunter auch an Herrn Salomon Ho row itz, yevschiedene Goldwaren, insbesondere Eheringe «geliefert hatte, die fMch punziert waren, ES wutt>« auch anläßlich einer behördlichen Re, Vision in der Werkstätte deS Jochs die falsche Punze Vovae, funden und beschlagnahmt. DaS PunziepungSamt nahm bei mehreren GoldwarerchäMepn, fo auch bei Herrn Horowitz, und hei allenvon den Kaufleuten mit Goldwaren bellöferten Kunden Revisionen vor, wobei die mit falscher Punze versehenen Goldwaren beschlagnahmt wurden. Die Untersuchung ergab keineM Verdacht gegen Herrn Horowitz und dessen Kunden, doch dauerte «S mehrere Monate, bis die Untersuchung abge. schlossen'worden war. In der ganzen Jett Weben dre heschlag. nahmten Goldwaren vei dem Punzierüngsamte. Am 11. September richtete Herr Horowitz eine Eingabe an daS Hauptvunnerungsamt, in welcher er sich insbesondere über die Langsamreit des Verfahrens in der genannten ÄngÄegenheit beschwerte und «ine sehr scharfe Krit-Ä an dem Vorgehen des Punzierungsanrtes übte. Er bchauptete in der Eingabe, daß man unschuldige Kaufleute zugrunde gerichtet halbe. Er behauptet« wrilerS. daß insbesondere er sevost durch' die Hanze Art deS Verfahrens zugrunde gerichtet worden sei und daß Fine Kinder nahezu verhungert wären, wegen der v o r m ä r z, lichen Zustände, die noch beider Gefallsbehörde.herrschen. Am Schluss seiner Eingabe erklärte Horowitz, daß er sich eventuell an. die Volksvertretung und sogar an die Presse wenden werde. Us Angeklagter gab gestern Horowitz zu, die inirimi- Nierte Eiustklbe verfaßt zu haben, doch halbe er seiner Ansicht noch mit den iniftiminierten Aeußerungen nur eine b e r e chti'gte. wenn auch. scharse Kritik an dem Vorgehen der Bchörde in der Angelegenheit der falschen Punzierung geübt. Der Verteidiger des BefchüDsgten betonte, daß die bei Horrw-t' und dessen Kunden.befchlagna>hmten Gegenstände durch Monate 'njAt Mpstckgestellt wuwen. Der HügeN'agte sei durch dieses Vyrgchsn, da er das Vertrauen der Kunden verloren habe, zugrunde gerichtet Und in.den. Ausgleich getrieben Worden. Nacb MUvetnähme eines höheren Funttionarß deS PunzierM-gZ- Mtes, der angab, daß allerdings Men'Hdrowitz und gegen dessen Kunden im Kusackmenhang mit der falschen PunzlerMg nichtS Berdächtige8 Vovlag, daß aber daS Verfahren bei dtM'E Punzierungsamte ordnnngAgsmäß und im Rahmey M VyrschWeü dUrchgesührt worden sei. v e % u r te ik t e der Richter oeft AnMagtLn im .vollen '.Unxf-ng. der : Anklage zü tzlN.ex Gelhstrafe von 500.000 Kronen, eventuell zu fünf Tagen- Arrest. ÄkMrMst in der Zentral < BodenlrediHM. Die Nivalitütskämpfe zwischen , Präsident Lustig und PerwaltuugSrat Benesch. In der Zentral«Bcdentkred iitvank IM fett einem hqLbaft' Jahre ein erbitterter Kamps zwischen dem Pr^siden-len der Bank Lustig und dem geschästssührenden Verwaltungsrat Benesch. Er ha, bereits so scharfe Formen angenommen/ daß sogar die Flucht in die Ochsentlichleit genommen und hier : durch An-gaibe verschiedener Details über die internen Vorgänge ' bei der Zentral-Bodenkreditbank das Anschen der Bank sehr l geschädigt wurde. . - Der Kampf geht noch auf die Zeit zurück, in der Berwoltungsrat Benesch in Urlaub war. Damals hat es Luftig' Wahrend der Abwvsenheit des. geschäftssiihrenden Verwaltuirgsrates Benesch unternommen, die innere Organisation der Bank derart umzumodulieren, daß der bis dahin fast unbeschränkte. Einfluß des Verwaltungsrates Benesch vollkommen paralysiert wurde. Als Revanche wurde hierauf während der UvlauhKzeit : des Präsidenten Lustig Beziehungen Mt einer Berliner Fin-anzpevsönlichkeit angVknüpft, welche auch zu dem Banlkhaus' Ull-' mann in' nahen Beziehungen stand, und die geeignet waren, . den Präsidenten Luistig aus seinem Sattel zu heben. Als dann der Vevwaltungsrat wieder .zusammentrat, begannen die-: Kämpfe in den Sitzungen eine scharfe Form anzunchmen. Es' scheint, daß die Nachrichten über die Schwierigkeiten der Zentral-Bodenkreditibank und über die Flucht Lustigs aus Jndis-s ' kretionen seiner Rivalen zuvsickzuführen sind. Ms Antwort. darar^ wird ein Schreiben eines Advokaten veröjfentticht.. welches die offizielle Ankündigung enthielt, daß weder van der ' Wirtschaftspolizei, noch von der StaatsanwaltschLjt irgendwelche Schritte eingeleitet worden sind. Nun wird verbreitet,.daß dys. , Bankhaus IX U nt a mt, welches in der letzten . Krise schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde und zwe-Wlos Äs bedeutendes Kompasciszent nicht in Betracht kommt, jetzt mit der Zentral-. Bodenkreditbank vereinigt werden soll. Dies ist wieder ein deut-. sicher Hiob eines Kampsteiles, da bekanntlich das Haus ÜK» mann sich ohnehin mit Liquidationsabsichten trägt. Dagegen Wird von der Gegenseite behauptet, daß gestern nachmittags in der Verwaltungsvatsitzung jede Uebernähme der Firma Ullmann durch die Zentral-Bodenkreditbank ab-gelehnt wurden Nun wird versucht, Präsidenten Lustig unbedingt zu. deposse--. dieren. Doch erklärt dieser, erst dann weichen zu wollen, wenn ihm . sein Aktienpaket zu einem hohen Betrage albgenomuteu. werden würde. Es scheint aber, daß zu diesem Zweck nicht die nötigen Mittel vochanden sind. Jnsobgchessen wird der. Kampf auf dem Rücken der Dank weiter ausgetvagen, bei welchem die Stznchathie äuf keiner Seite sein. kann. Es handelt sich um die Rivalrtät zweier Bankleute, die sich auf dem gleichen Niveau befinden. Durch den Verlust beider wücke das FinanDesen. Wiens zweifellos keinen großen Schaden erleiden. Wohl äber Nnnta das Prestige der österreichischen Wirtschaft vor weiterem Schaden, bewahrt werden, dachrckanMich die Aktien der ZentvH? ist' .PeiÄS als auch in'New.'RoÄ iy größeren Mengen äbgesetzt sind. . , vevisen A.nsterdnni t. I lioll. Guldon t Uclitrad l Dinar . . . ... Berlin ............ Brüssel 1 helRischerPriink. , Budapest 100 ungar. Krone» i Bukarest 1 Lei. . London 1 Pfund Stc/llng » , Mailand I Lire.. New-York I Dollar . » Paris l Frank. Pe«„ 14».«U«.»U U«an*. SeWfeti' «nd Snlttteafutfe ttop; 10. Sltobrr 1924 •Odd :, War< 27950,^ 2p)3n.- v1.<23.-, 1029.- . 16810.- 1591'.'.- 3410. - , 3451.- 92 40 93.21 366.- 898.- 3201*10,— 3271(0,- 31.60.— 3081,- 709«.- 71185.- 3737.- 3753.- 4ltl_ 0191_ i :, waij', äölla L Lewa * » 513.— 517,- Äoclkkoia, 14ekvsd., Krön» . 'M78p;-' tVarseliiu , . . . .... 13570,^ 13870.— Zörich I sehwil?. Frank. , , 13655.'- 13706.- Valuten ' V!:-V -- * - Amerika«^» Woteiii ■ 7^480.— 70869.- BelglscHe Noten 100 Franken. 3375.- 34i8>- Bnlgarlsclie Noten zu 100ULeva 496.— 504.- Deutaclie Noten . . ..... 16643.— 16760.— KnorUaelta Nalflü ....... 3)8300.— 319900.- Fransöslsche Noten . . . . . Bollandlseke Noten . , , . . Itall nlsrh^ Noten . / . . . . mgos awische Notall » , «.. > Polnisclie Noten . . . .. . » liUmXnIscpe Noten^ . » nuarkolte Noten'(stoman.). . Sckvelzer Noten'wo Franken Tseheclio-slnw. Noten . . . « Türkische Pfund-Noten . . . . Ungatlsch« Noten ...... Ä. 27691.' War« j 23.- 2799n.- 3040,-r-, 3060.- Il>2l.- tosS.- 13481,— 13620.- mm- 1351^!- 1359n.- 21110.- 2Itß.- 36059.- 37050.- 89.90 91.10 W«W MMastswoche. . . Bon unserem polnischen M. S.-Korrespondenten, In allen Jridustriehezirken Polens ist eine scharfe Lchnbswegung zu verzeichnen. Weder im Dombrowaer Revier noch in Lodz wurde bei BechaMungeu der Arbeiter mit den Industriellen eine Einigung erzielt. Die Industriellen können tatsächlich nicht mchr zahlen, die Arbeiter konne-n jedoch umnöglch mit chren jetzigen Löhnen leiben, wobei man nicht vergessen darf, daß hie Teuevung täglich wächst. Die größten Waggonfabriken deS Zi-eleniewski-Konzerns arbeiten höchstens zwei Tage in der Woche. Wenn also bei der'Hüttenindustrie wirklich eine kleine Besserung eingetreten ist, kann man noch nicht sagen, daß es fast überall gut ist. Die'Regierung sollte staatliche Aufträge, die seinerzeit sistiert wurden, wieder erteilen, dadurch'wird sie diel an Arbeits.toftN'MteOÜtzu.ng ersparen und der Industrie helfen. Die Verhandlungen der Regierungsvertreter nehmen hezügjsich der AchstahM einer Ausländsanleihe einen günstigen Verlauf und sichen vor dom Abschlüsse. Die amerikanischen Banken eMären sich bereit, eine 60-Millionen-Dollar-Anleihe zu gswährsn, wenn sie entsprechend hypochekärisch ans der polnischen Industrie an erster Stelle sichergöstellt sein wird. AuM dem sollen von einem anderen Konsortium die polnischen Städte eine Anleihe zwecks Sanierung ihrer Gememdekassen echalten. Auch diese BerhaMmtgen nehmen einen grinstigen Verkauf. , -Auf den polnischen Effektenplätzen.war die TendenK indtzr Berichtswoche nicht, einheitlich. Zum Wochechsginst dpuchte die von Wien diktierte Hausse auf den klernpolnischen Börsen m, jedoch schon vor dem Wochenschl-Uß trat eine merkliche Abschwächung ein, so daß die Kurse wieder ein wenig ^bröckelten. In Wayscha-U könnte man eine auSgesprochem Hcvpsse überhaupt nicht verzeichnen, und nur galizische Werte gingen etwas ist die Höhe. Die Warschauer Werte sind weiter audgeßirochen sicht. Keine GWtenkategorie konnte sich eines speziellen - Interesses evfre-uan, mit Ausnahme von ArbitrageMssn. Diese waren im BerZleiche &] Wien stärker gesucht. Es ist -jchvch'M' immer hauptsächlich die Berufsspsbulation an. her Avtzeii, sich die breiten Kreise der Bevölkerung von den' Börsen Pvnhalten. Es verlautet, daß Bant«! eine entsprechende Stützung- 'Mstst auf den Wektenplätzen voLbereiten. Diese Nachricht ist jiLöch mit Reserve aufz-uMmen, da 'alle FinanMttinti'nöch immer an eluer drückenden Geldnot leidest. -Jriftlvsnzen.Der Utz-Mch wurde über Valerie Becker, 13. Bez., Chrndnergasie 13, eröffnet. Der Konkurs wurde eröffnet über S. L. Frischmann. Handel mit Bauholz und Baumatevialien, 12. Bez.. Breitenfürterstraße 48. tz 2769

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