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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-30 · Heft 2048 (30.10.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2048 (30.10.1924)
Date
1924-10-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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IP o l b n. 20 groszy I Wien: ZumÄbholen in der Expedition, II. Taborstr. 13, oder in eroerVersehleUstelle (Trafik) monatl: K 40.000 Strassenverkäuf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1. Bez., Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien u. Oeaterr. monatl. K 40.000! ’ Wiener Ifa-PaUst-Kino II. Taborstrasse 1-3 Ts che c h 0-81 owak« i:• Mon. K 20. Jugoslawien Mon. Dinar60. P o len: Mon < 31/, Zloty, Deutschland , Mon. Gofdmark 4, F r a n V t., Belgien: Mon; Frca. 15 | Preis K 1400 E n g l a n d: Mon, 4 Schilling Italien: Monatl. 15 Lire R u m an i e n Mbn. 150Lei Bulgarien Mon. 80 Lewa Schweiz und das übrig« Ausland monatlich Frcs. 4 Redaktion u. Administratioi Wien, II., Taborstr. 1—8 elephone: 44-0-38,43-3-19, W N«e!i t ah I »b j;•» "Wß bat Praiiarliohiingran vorhabalteB AS6Uhr abda. 21-102,25-282 X. Universitätsstrasse 6—8 (Druckerei Steinmann) Oesterreicbischee Postspar* kasaen - Konto Nr. 150.698 Nr. 2048 Wie». Donnerstag. 30. Mober 1824 8. Jahrgang mt Siektößflet Wühlvorgang. allgemeine Ruhe, kein ZivWenW. (Eigendienst der >,Wiener Morgenzeitung".) / . London, SS. Oktober. Halb 1 Ahr nachts. Die Aufregung rvüchft. Stoch immer warten große Menschenmengen vor den Wahlzentren, in denen die Stimmen gezählt.werden. Das zuletzt, bekanntgegebene Resultat lautet:; L a d a n r : 2S Mau' ate Konservative 38 Liberale London am Wahltag. London, 29. Oktober. Dem härtesten Wahlkampf der englischen Geschichte folgte heute ein höchst aufregender Wahltag. Das ganze Land befindet, sich inmitten einer sieberha ften Bewegung, die ihre krassesten Formen naturgemäß in London selbst aufweist. England ken nt nicht das W 8 h l e n a n arbeitsfreicn Tagen und erwartet tzon,seinen Wählern, daß sie ihre Stimmen meiner! Arbeitspause oder aber erst nach Arbeitsfchlutz ahgehen. Dex Heutige MMtag.hat darin, eine A e« de r« ng gehrachir.-Oer-gphM Deht^rx Hl xh eitler-: sch abt,: aber eM . heute » ich t t tfc wv,Sorten; ..„.^.^^e.ich.e- •? H,utouko^il/e . durchrasen, die? Straßen/ Alle Pa^t.e ienbringe»! in. den von - ihnen , requirierten Autos -Parteigänger M:.tienMayllykaren.^Hehr interessant ist. hie starke. W ah.Hb x-t e i.ligu n g her Frau en. Schon von 7 Uhx ntorgens a n sah man sie vor den Wahllokalen in langenNechen angescellt,dasie ihrer Wahlpflicht noch Vox der TagMeschästrgung genügen wollten. ' . Der Wahlpkt selbst ist.im hanzen Lande in. g r o ß.t e r P u h e . verlausen.; Es . kqm nirgends zu Zwischensrsllen. / . ' \; Um 5 U h r n a ch m it t ags hatte die M ehr za h l der Möller abgestl m m t. Zu dieser Zeit, begann man; auch schon mit dem Zählen der Stimmen. - /' ' ' " Gegen 6 Uhr abends versammelten .sich int» §ehenre Mc»s chenmafsen in Pieadilly und auf dem T r a fa l gär Sana r e,/.wo die Z e i t u n g e n durch Lichtreklame stündlich, die: einlaufenden Wahlergebnisse bclanntgeben. . . - Dem K ö n i g, der sich in 2) o. r k - C o t t a g e aufhAt, werden -je Wahlresultate durch «yen.eigenen Telegraphondraht mitgeteitt. - bo de» HaM»»artie:m der Pürteie». Me der amtliche englische Ahendfunkdrrust meldet, zeigen hie in. den HaupLqirartieeen. der einzelnen PaktMr einge-angenen Berichte, daß der h e u t i g e ‘ Wcchlkampf. überall ungewöhnlich hart ist. Sein Hauptmerkmal ist, daß sich die Fra « c n. in einer nie dagewe enen Zahl an der Wahl bejelligen. Trotz der Erbitterung, mit der der Kampf geführt. wird, ist die O r d mu n g nirgends g e- Pört worden. Die konservative Partei ‘ ... zeßgt große Zuversicht. Sie nimmt als sicher an,, daß ihr eine klare M ajoritat mber.die beiden andete'n Parteien zufallen werde, das.heißt datz sie von den 650 Parlamentssitzen mindestens 368 erlangen sverde gegenüber 258 Sitzen bei den letzten Wahlen. Die Konservativen rechnen auf den Sieg zunächst wegen' des S i n o. w j e w - Z w i- W e n f a l l e s, dann deswegen, weil in ihrem Prograrnut d^r allgemeine Zolltärif nicht enthalten ist) der ihnen bei der letzten Wahl die Niederlage brachte. Die Arb ei ker Partei erwartet, daß die Partei trotz des, S-inowjew-Briefes «nd der von den anderen^^.Parteien an der. TaWeisi der Regierung im Innern geübten Kritik weftnsliche Gewinne er- ' werde. Die Partei erwartet,' nicht . nur auf « ihrem bisherigen Stand zu verbleiben, sondern einige Sitze gewinnen zu Vnnen und im neuen Unterhaus 213 bis 233 Sitze zu erreichen. Nur die liberale Partei scheint auf eine Besserung ihrer parlamentarischen Stellung n i ch t zu rechnen. Die Liberalen rechnen mit einem DeMst an Sitzen in Schottland, doch hoffen sie im großen «nd ganzen aus ihrer alten Höhe bleiben Zu können. Sie ersten Mer». > j London, 29. Oktober., Nach den erste» bek an nt g e w o rd e ne n Wüklres u l t a t e n ge- .^vitzuendie - M ö n sie^t v a t Sal-' -foÄ/ cmeß in Wakefield ^undseiyes in Manchester/ Bon diese» fünf Mandaten gewinnen sic v r e r"v o n d e r Arb eiterp artei »nd ei nes von den Liberalen. 11 Uhr nachts. Bis jetzt gewinnen die Konservativen acht Mandate, und zwar vier von der Arbeiterpartei und vier von der liberalen Partei. H c.n d e r s o n wurde in B u r n le y gewählt. Bisher sittd 26 Mahlresultate bekannt. Tavo» entfallen 14 auf die Konfervat i v e n, 9 auf die Arbeiterp a t t e i und 3 auf die L i b e r a k e n. 12 Uhr nachts. Die Spannung nimmt zu. Biel zu langsam geht für die noch immer aufgeregt wartende Menge das Zählen der Stimmen vor sich. Eben wieder verkündet der Lautsprecher: Konservative: 26 Labour: 24 Liberale: 5. Regelum der MoAllraae. Der Völkerbundrat schlagt eine neutralisierte I Zone vor. ' 'Brüssels 29. Okwiber. (HavaS.) Der, BöKerbmrdrat ist zu oi-ner R <e g>e l u n. g der englisch-türkischen MMMgsvevMeÄeniheit hinsichKich dea Mossiulgrenze gelangt. Es handelt sich um s'm K o m p r o m i ß,!das beidvn Te-iilen im -JntMsse b?x A'UsvechtevhMnng des Friedens Opfer, aulferlögt. Die Losung besteht in der Besti'MM'U'Nig einer . v orläufig-e n ' Demarkä'tionsiö»ie an disrBremze z.Misch.en -er Dü.rkeinnd de m Irak, Hiniter welcher die e ngli s chvn -un!> die türkischen Truppen Ge-wehr bei Fuß zu ver- Ae-iben haben. Die vorgeschlagene Deniar^tti-on schaD eine n e n t r a l i s i e r t e Z o n e, in die heu Englänldern und den Türken , bis zur JoeMlung der HM-Ptsrage. der Eintritt verwahrt ist. Slbrüstung und Schiedsgericht. Brüsiel, 28. Oktober. (Havas.) Der'Volkerbuudmt hat sich in v'mer. privaten. Sitzung. mit .der Inswer)setzu.ng des Genfer Protokolls »Hex -bie.Sicherheit imd die. Abrüstung beischäftigt uMd beschlössen, von dom für den 17. November w Genf geplanten Zusammentritt des SonderkoMitoes. abzusehen, um' es der'enWschen Wgieruug -zu ermöglichen,, die Versammlung vor-zuboMten. Der Västerbundrat selbst, wird sich mit der Mgolegeicheit auf seiner si r de nt-li che n T a. g rl n g a m 8. D e z e ,m 'b e r in N o -nr Herriot und Sinowjew. —y. Wien, 30. Oktober. Die französische Regierung hat die rechtliche An» e'rkennung des russischen Sowjetsystems , vollzogen. Zwischen Paris und Moskau sind Noten ausgetüufcht worden, die die Grundzüge des großen politischen Ereilgnifses festlegen. Frankreich ist bereit, die diplomatischen Beziehungen,' die seit dem Sturz des Zarismus,,respektive seit denr Frieden von Brest-Litowsk ruhten, Wieder äüfzunehmen und schlägt im übrigen die Klärung aller offenen Fragen zum' Zwecke eines gemeinsamen Abkommens vor, wobei vor allem die finanziellen Verpflichtungen Rußlands gegenüber den französischen Gläubigern zu ordnen sein werden. Die Pariser Regierung legt naturgemäß auf diesen letzteren Punkt das größte- Gewicht und hebt nachdrücklich alle Vorbehalte hervor, die sie schon jetzt trifft. Rußland ist in seiner Antwort etwas schweigsamer. Es redet nichts-über das Zahlen und drückt nur die Hoffnung aus, daß „alle erwähnten Fragen" durch eine dolle Einigung geregelt werden können. Das Sowjet-Triumvirat Kalinin, Nykow und Tfchitscherin akzeptiert den Grundsatz der Nichteinmischung in ' die inneren Angelegenheiten und ist bereit, UnterhäMer nach'Paris zu entsenden. Im ganzen Aingt die russische Note eben russisch;, sie ist sehr Zweideutig, kann aber doch nicht trotz aller diplomatifchen Tönung die gro^ Fronde darüber verbergen, daß Elemente aus StacheDraiht-; Politik.durchbrochen ist. ■ -! -- ' r ■. Die französisch^ Demokratie hat sich M. einer mutie,^ 'gen Initiative' entschlossen. Sie folgt dem 'BeMU EHlands, dessen.Arbeiterkabinett mit der Anerkennung der.- Sowjets seine Tätigkeit aufnahm. Dieser SchM'fft Mc -I Donald nicht gut bekommen und es ist vielleicht ein schlechtes Vorzeichen, daß Herriot seinen endgültigen Entschluß.gestern/ am kritischen Tage der Labour Party, bekanntgab. In die englischen Wahlen -—deren Resultate bis. zur Stunde noch nicht vorlie-gen — spielt die Sowjetregierung sehr stark hinein. Abgesehen von dem Brief Sinowjews, den sie ganz gut geschrieben haben/ könnte, hat sie sich als ein höchst gefährlicher Partner, erwiesen und es ist ganz klar, daß Mac Donald, bei Abfassung seines gereizten Protestes gegen den Brief nicht rmr dessen aktuellen Inhalt/sondern das ganze Verhalten - Rußlands vor Angen hatte. Die BolschÄviken sind, wie alle extremen Parteien, ungemein selbstbewußt, und - besitzen empfindsame Nerven. Der -Radikalismus, besten Grundzug die Feigheit nach außen und die Verleugnung seiner Brandstiftungen ist, sieht sich ununterbrochen be- - droht und die Sorge um die heiligen Interessen der Nation, der Klasse oder des Systems ist eine gemeinsame />»* r V Fi c ... CVY1 v*Av* ' rtlftnV ijUVtsViff . in 'der Unbeküntmertheit ihrer Propagandamethoden parallel mit den chauvinistischen Schreiern Europas und Amerikas. Sie haben die Nichteinmengung in innere . Angelegenheiten stets als eine Art. Nationalpark betrach-, tet. Aber es gibt keinen Staat, der nicht die Allgegen- > wart der beglückenden russisch-koMmunfftffchen Ideale verspüren würde. Die englischen Erfahrungen sind erne deutliche Warnung an Herriot, dem es vor Augen stehen muß, daß es zwischen der Demokratie und ihren. Antrpoden, dem Absolutisinus der Person oder der Klasse kein ehrliches Bündnis geben kann. Die Extreme, befreunden sich sehr gerne miteinander, ihre Wesensverwandtheit, die durch den Terror und den Militarismus gegeben ist, verlockt sie zu dem Angriff auf die Demokratie. " . Es haben bisher außer England auch noch andere Staaten die SowjeEatur anerkannt und mit ihr das Auskommen gesucht. Mer in allen Verträgen ist dieses verarmte Rußland der nehmende Teil. Es hat nur das Geld, das ihm geliehen wird, und es verlegt sich genau wie der Zarismus'darauf, sein Getreide ins Ausland zu verkaufen und im Inneren den Hunger walten. zu lasten. Das Sowjetsystem ist die organisierte Bedürfnislosigkeit; die Konzessionen, die es dem deutschen, englischen und amerikanischen Kapitalismus macht, sind Eingeständnisse schlimmster Art und das bitterste De- Mspsren 5ie dekm Einkauf von Stoffen für Herbst uri I Winter/ Damen- und. Herrenwäsche, Leinenwaren, Strick- und Wirkwaren, Teppichen, Vorhängen usw. Mss" < I m Waren haus II. TaborstraOe 48 Telephon 47-1-78 En gros En «letali

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