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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-29 · Heft 2047 (29.10.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2047 (29.10.1924)
Date
1924-10-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
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4 *i ’" '- ' ' T*T‘'" Y1 1 IfoiBB 20grogzyI Wiens'Zum'Abholenin der Expedition» ll. Täb'or str. 1^3, oder in emerVerachleisstelle Grafik) monatl K 4Ö.O0Q Straasenverkauf in, Men durch die Kolporteure der Firma Goldachmied, 1. Bez., Wollzeile 11 MltPoatveraantf för Wien n Oeaterr. monatl. K 40.00C lener Ifa-Pa last-Kino //; Taborstrasse t-3 Tsche eh o>*S io'wa k ei: Mbn, K 20.' jin^oalavrien: Mon, Pinar60. Fol ensMös 3*jF| Zloty,’ Deutschland Mon. Goldmark 4, Fr an kr., Belgiens Mon.' Fr ca. 15 WV Naehtaltlua r«a *M| mI PraUerhÖhiitigen Vorbehalt«! f Preis K 14001 Enzian d: Mon. 4 Schilling, Italien: Monatl. 15 Lire, R u m ä n i e n Mön.!l50L«i, Bu Ijfarien Mon. 80 Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Free, 4. Redaktion u. Administration Wien, II., Taborstr.l—8 Telephone: 44-0-38,43-3-19. Ab6Uhr abds. 21-102,25-282 IX. Uhiversitätsstrasse 6—8 (Druckerei Steinmann) Oesterreichisehei Poatapar* leassen- Konto Nr. 150.693 Sr. 2047 Wien. Mittwoch, 29. SVober 1924 6.8«chrglms M Genf, 28. Oktober.In ihrer heutigenVomiittags-' fichuig uahbi die'S t a n b i g«' M a n d'ä t Z T o m m i f f.i o n! des VölKepbui'ndeseist Expose' :des britischen. Ober kvnrm i ssärs '' tot’'- Pailästtno Sir. Herbert Samuel Mr'die " Lage in Palästina feit der Schaffung des bvitvschsn 'Mandats, das heißt seit dem 29. September i,923> entgegen. ' - ' Dir Samu-el Mbeinen U-eberblück über-die dortige Zi b i s v e r \v «:I i it ng feit dem ■ I ahr e 1Ü20, das heißt 'M dem Zeitpunkt, wo die Militärv e r w a l t n n g in. P-aWinri durch'. eine - ' ZivllveMaltung ’ er-rht ävürbe.' det' Oberlomimissar der Kam- Mission zahlreiche A.u f s ch I ü sse üp e.r di e Bev ö l kerftng nutz bescMrs über den.:U>mterricht,'der in : hebräischer Sprache . . erfc'lM.' Er stellte fest,' daß die 'hritilche 'Börw-ältiing' s e-chs M i ll i o -n e n P.stn n.d '.St ersinn g a-uAgegeben der M,achniitta>gssitzun^- MxSe 'Mefkoimniffär .'Sir', Heicher^^c>,m^ü^ch äsif,,Üaß.'dA.Wllösche Reg.ie'rintg soscrt rMMepAlebernghuie cker,-.-Be bchörden einen''I < :-'y:.,)•[ . ' y '• . - ' konsultativen'Fiat . achrhiMil' habe, der ans zc hn .-B oa.-m te u nnd zehn Be r-tre i fern d er -B eb ölkeru n.g . Pa l L.st i na's bestand: Bei -der.^nkraftWmgt'.desHMäuda.tes versuchte' die, enzlische' Regierung, Pakqst-i'na'.einc Verfassung zu Mben. .Cs. war. die Schaffung einer g c j c tzge.be n d e n B e h ö r d e vorMsehcn, die ans dem € b e rik o m -m i s s ä v,' zrhn B eamten undzwölf ge wä'hlten Mi»ttz lj.e d.e.r n bcstchen sc.llk'..T«.MyäGten MWivder.solllLn, nach dem'■ tutkischen Wahltecht, das Wähler ersten und zweiten Grades Vorsicht, gewählt werden. Die V o r-- w'a h l e 'n vom Februar nnd M ä r z wurden lannuMert, da die.Zahl der arabischen Wähler nicht groß genuy schien. Nüich diesem M-ißerfalg wurden 'bei den a-raibtschen Parteien neue Schritte u-nternommM, um sie Kn bewegen, mit. der Regierung zusamunenzuarbeiten; aber alle diese Verhandlungen führten zu keiueim Ergebnis. Im D e z e m b e r wurde dann ein konsnltativer Rat, bestehend'aus zehn Beamten, gewählt. Für das \ : ' Unterrichtswesen ist ein Betrag von 103.60 0 Pfund in das Badget-LMgestM,worden. .Aen L a n d w i r t e n wurden.Vorschüsse in der Höhe von 4 00.0 0 0 P f u n d gewährt;' diese' Dovschüsie wurden auf I n d e v .und Mus e l m.a ne nv e r t ei l t. Der ^'benkom-mlssär.sprach auch über.die'.Hrnyidung des , : Hädischen^NattonalhermeS^"'".. i'' ... wie es, -im' Mandat vorglesehen ist, ivwd. gäb .Erklärungen über / die' f ü d x s ch i Ein w n 4 de r usi g:b^ die -größten-' teils aus'-O st e u.ro pü,erolge. , " ' '■ : --.-Bei' BesprechüiNg des.Bu-dg e ts - wies', 'der.i Ober-, koOuMar..besbn^rs^dvVm^'h'm>,daß hie dieses (Kebiet habe; ohrie Nlfe von außen sein Budget im-Gleichgewicht? zu 'halten vermocht. Das .Rechnuwzsfahr. 1922 habe zwar mit. ein-r-m- D e f i z i t. a-ögeMofsen; dieses fiMuntc aiber wieder eingebracht werden. Die Kommission wird Morgen die DiÄnsfton über den Bericht sovtsetzen. ,' Die Komm'ssion gab dem Wunsche Ausdvuch. daß-ihr im nächsten Jahre, auch' ühcr Trans jvrdau ren, das gleichfalls.. - eimn.^ TN des hrÄi.schrn' Mandatsgebi-etes dcprsielle, ein.Bericht 'vorgele^' -werde.'''' hat ZMsÄrSßlii»: , anerlmK: 'Ein Telegramm Herriots an 'Tschrtscherin: ' P a i i s, 28. Oktober. Das Telegramm der. fta.nzSflschsn Regierunb an die SowjeLregiernng. in der die A n-. < 11 e nn u n g v-r Sowjetreaiernng. äusgeshrochrn wsi'^ ist an. L s,ch i t s ch e rin gerichtet uüd um. 12 'Yhrs mittags . abgeschickt wordeu. . , ... ' , . . . . . . Im Ministermm für auswärtige. Angelegenheiten erwartet man im Laufe des Nachmittags die Antwort Tschitscherins. nach deren Eintreffen der Dejiefchenwechsel Üofort veröffen11icht wird. Branting dermMelt Um englisch-türkischen KünffM, -/ s - Brüssel, 28, Oktohcr. Br««t.iitfl, bet bestrebt'ist, <it beit, engl i sch-türki s che u sD iffere nzen eine Basis für eine .V'-e r s ö h nun g zu finden, hatte heute vormittags mit^Loch P armo o r, Fethh Bei und den Sachverständigen des. Pölrerbundrates .eine Besprechung'. .Man hofft,- daß der. Pölkerbundrat morgen, die Entscheidung { fällen wird. ' ' " . LndrnWss «ntK Mlazr. Berlin, 28'. Oktobern 'Den Blattern , zufolge: ist das öerfa-hren' gegen die Führer des -'Fvöntbanners wegen - G eheim b ü n i e l c i -nach der A.pMu-ng,-deS Reichstages : mm'mchr auch auf L ü d e nd o rff,' Hauvtman.n R.o e h m,. Hauptntann Reiß und'den ChefrsdaEteur^drs „BEschen Kurier"'ausgedchn-t. ' r ■ ' Die emWe Rsgisrrmg wird nicht Eine wichtige Erklärung des Kolonialministers Thomas. London,' 28.: Oktober. K'olouwlntinrster T h o nt a s Mb heute voreiner Wä-Hlerverfammlung - in Derby folgende 'wichtige Erklärung ab: '' ' '. : „Wie immer die Wahlen Ausfallen, mögen,', die- R egierung w'ird ,nicht demissionieren.1 Wir werden vor dem Parlament urschei-MN und die Thronrede vernehmen, in der unsere Politik -auseina'Udevgefetzt fein wird. Am ' 2 4. N v"v e m b e r wird inan - sehen, welche politischen Ziele die Arbeiterpartei verfolgt." Mae Donald ist zuversichtlich. London, 28. Oktober. Mae Donald hat heute folgende Botschaft/ an die fozialiistifche Wählevschasl gerichtet:' ,Mm Ende des h ä r t e st e.n Wahl kam Pf es, den ich je -erlebt Mbe, sind die Anzeichen eines Sieges -der Arbeiterpartet' u n v e r k e n n b ar. Unsere Anhänger sind inau s ge z e i ch u e t e r S,t i m m it n g. Der morgige Dag wird ein großer Tag -für die.Arbeiterpartei sein." Die sugoslawische Regiernngskrise gelöst. Ein Konzentrattonskabinett Timotievie. '! . . Budapest,, 28. OktlMr.,' Heut« aborchs erhielt der gewesene demokratische Minister Kofkä. Timotievic das Dian-dat ' zur '' Bildung . .eines 'Konzerntratio nsk ab in e t t s, dessen AufMbe die Weiiersührung der Gei-schästie fein Würde.? , . , : Der vergiftete Brief. —y. Wien. 29. Oktober. Die Geschichte des Smowjew-Briefes und der Protestnote des Londoner Auswärtigen Amtes ist reinstep Balkan. Es ist vieles an dieser Affäre, waß noch aufgeklärt werden, müßte; aber daß dieser giftige Schlag gegen die Position 8er Avbeiterregierung geführt werden konnte, ist weitaus verhängnisvoller als alles, was noch zur Aufhellung gesagt weÄen wird. 06 der Brief an die englischen Kommunisten echt ist oder, eine geschickte Fälschung, ist nicht maßgebend. Er wurde im Auswärtigen Amt als echt behandelt. Erstaunlich und von höchster Bedeutung ist das Schicksal der Note, die, Wie Mae Donald in einer Rede mitteilte, nicht in einer von ihm endgültig genehmigten Fassung, sondern in einem Entwurf an den russischen Vertteter . geleitet worden war. Das kann nur Ungeschicklichkeit oder Böswilligkeit sein.- Beides sind Fährlichkeiten, denen sich keine Regierung aussetzen darf, und in der Tat-ist auch dieser Vorgang zu einer politischen Sensation -geworden» die man von England am wenigsten hätte erwarten können. Diese Affäre läßt einen tiefen Blick zu in die Giftküche der Geheimdiplomatie und in die Unehelichkeit ihrer Methoden. In diesen Kreisen war feit'jeher der gute Ton und die Form nur der dünne Lack über dem Kern der Lüge. Es sind ja erst zehn Jahre her? seit die Völker von diesen verruchten Mitteln ins Mend gewissen würden. Der Zar gab ein falsches Ehrenwort,' die deutsche, Regierung sah französische Flieger Mep -W'rnbergn Berchtold erfand die Schlacht von Tsmes-MMm. Hm Kriege' stuiM---das Fälschen und Lügen dollends zum F'nhalt des politischen Systems. Ditz 'HckchMdgs-- zeit hat, wie sich wiederholt gezeigt hat, nichts gebessert. 'Aber es stand doch-zu hoffen, daß die sich überall regende Deniokratie mit diesem unseligen Erbe ausräumen werde. Sie hat diese erste Pflicht nur sehr lückenhaft erfüllt und ein Opfer dieser Versäumnis ist nunmehr der englische' Pcemiernnnister, dessen Autorität^ bis. zur Lächerlichkeit engagiert erscheint. Aber das Mißgeschick ist nicht aus ihn allein beschränkt. Seine Partei steht knapp vor der Entscheidung in einem WaWampft, dessen' unmittelbare Ursache die aufg-obau'schte Prozeßaffäre eines kommunistischen Zeitungsartikels bildete. An diese Angelegenheit schließt sich in direktem Zusammenhang der Sinowjew-Bries, der zum Ausgangspunkt eines vehementen Angriffes auf die Partei Mac Donalds geworden ist. In der Arbeiterregierung soll ihre Politik und das im Verlause von fast 'dreiviertel Jahren unter den größten Mühen gezimmerte System der Friedensarbeit getr.offen wecken. Der Sturm bricht von zwei Seiten los. Die Diehards, der unversöhnliche Flügel der Konservativen, Aauben an den Sieg und haben ihre in die höhere Büreaukratie reichenden Verbindungen.trefflich a-usgenützt, um durch den kommunistischen Brief das Kabinett, das doch mit den Sowjets einen Handelsvertrag abgeschloffen hat, zu kompromittieren. Ihr wichtigstes Instrument ist dieser Brief, der in engster geistiger Verwandtschaft mit der Moskauer Propagändazentrale geschrieben ist und ihre Denkart in solchem Matze besitzt, daß ihn Mac Donald für echt hielt. Der schwere Fehler des Kabinettschefs war es, daß er auf den Gedanken der Publizierung von Amts wegen einging. War der Brief echt, dann mußte er gerade während der Wahlkampagne iin Archiv bleWen.' War er falsch, dann durfte er schon - gar nicht angerührt werden. .. .. üY' -Nun. aber, da das Unheil geschehen rst, steht sich die Regierung inmitten einer fast grotesken Lage. Wie kann sie den Handelsvertrag mit einem so verräterischen System rechtfertigen und daran sesthalten, daß dieser Vertrag eine große-und wertvolle Errungenschaft ist?;Jst aber. Mac Donald hinters Licht geführt wocken, wie-- kann - er -derartige Tücken in Zukunft vermeiden? Herrn Herriot ist knapp vor der Londoner Konferenz ein ähnlicher Streich gespielt wocken, indem seine sachum die sebonslen 8toSe. 8eiden- und . l-einenwaxen —- unerreicäl b i 1! i g zu kaufen —Immer nur zu VI.. Unke Wien' zeile 40, im Hofe

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