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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-28 · Heft 2046 (28.10.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2046 (28.10.1924)
Date
1924-10-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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IP o,mn 20 uroszyl Wien: Zant Abholen in der Expedition, ILTabprltr. 1-3* oder in «nerVetaeblviaatellis (Trafik) monatl. K 40.000 S trauenverkauf in Wien dürdi die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1. Bez.. Wollieile 11' WStPoftveraand furWien « Oealerr, monatl. K 40.00 Ta-.«hf c h o-81 owikei: Mon; K 20. jujf o.al awi« n: M6n.Dinar60.rp len: Mon.; 3V, Zloty,. D ea taehl and: Mon.Goldmark4, F r an kr., Belgien: Mon. Fren. 15 •>« *» ■ ■ f jJJI bei PfÄMrhöJuinjea verbahtltn 9Jr. 2046 Ifa-Palast-Kino II. Taborstrasse i-3 ..vfer^r: fpretsiK idjrj Engländ: Mon.4 Schilfingv' 11 a iren:Moi»atl.l5Ure, 1 R.u ma n i e n. Mpn. l50,Lei, Bulgarien Mon.80 Lewa; S 6 hw e'hf 'und daaiHÄ%e Ausland monatlich. Fr«. 4.. Redaktion u,.Admipista|tioa Wien, W.,1 Telephone: 4 j., Ah«Ärabds.21-102i25-2«i IX:,t3niVersitatsatras«e 6—6 (Druekerei Steinmann) v.;TT?'. V V > Oesterrei,chi8eherPo»tspar> ' kauen- Konto 150,69b : Me«. Dienstag, 28. flttabtr 1924 In Zwei Wochen wird der Vorstand der Wiener schen Kultusgeineinde neu gewählt. Zirka, 300:000 Wiener.Juden werden vor die.Aufgabe gestellt, die einzige Interessenvertretung, welche, das. österreichische Staatsgefetz den Juden einräumt, ruit. Männern ihkes' Vertrauens, zu besetzen. Es geht mn keine kleine Lokalangelegenheit. An dieser/ Äyltusgerneindej welche ein Budget von 40 Milliarden zu verwalten, die Erziehung der jüdischen Jugend, die Erhaltung von Spitälern, Versorgungshäusern und die Repräsentanz eines'der größten , jüdischen Zentren -zu besorgen hat,'Hängt das Wohl und Wehe vieler-tauseMr jüdischer Menschen. Sie ist. berufen, über die Ehre und die Sicherheit-der jüdischen M.itbürger zu wachen/ Kultuswahlen, in Wien sind also keine nebensächliche. Angelegenheit. Wer-sie als solche wertet, handelt kurzsichtig' und oberflächlich) denn er handelt gegen die Sicherheit und Ehre seiner Gemeinschaft. Wer diese Wahlen bagatellisiert, bagatellisiert sein eigenes Interesse und das Interesse seiner Gemein-' schast und seiner Kinder. - - - v •," / : ' .' 7 Seit dem Auftreten Theodor Herzls, also seit un- : gefähr 28 Jahren, haben sich hie Wiener Kultuswahlen nn Zeichen des heftigsten Kampfes zweier Parteien ab- >' gespielt. Die Zionisten waren unablässig bemüht, in die' Gemeinde emzudringen) um hörtihr Programm zu' vertreten. Die alte Majorität /ihrerseits hat mit Hart-' näckigkeit diese Versuche abgewehrt. Nach dem Zusammen- - bruche. des Weltkrieges, der auch Hem alten reaktionären Wahlsystem ein.Ende bereitete) si^>'die Ziom'stem in erheblicher Anzahl in den V'orstärwiei'ngetreten. Seit vier 'iMLderMiemr MMizionistische.MmpritgtHweHstWiMsttenWaüf/die' Führung der Geschäfte Einfluß: nilnmt^ Die /Neuartige Zusammensetzung hatte vorerst Heftige - Kämpfe: hervorgerufen. Bald aber hatte-die. Sorge um die. Erhaltung der Gemeinde beide Parteien, zur Zusammenarbeit' genötigt undheuteerkennt die . Majorität rückhaltlos/an, - daß ohne die Mitarbeit-der-Zionisten die Erhaltung der Wiener Judengemeinde, unmöglich ist. ' ' . ■ Der Umstand, daß die traurige wirtschaftliche imd die bedrohte politische Lage des Wiener Judentums. außer-' ordentliche Anstrengungen und Opfer erfordert, hat. es dahin gebracht, die. alten Gegner, für diesen Wahlgang zu Vereinen. Zionisten: und Nichtzionisten präsentieren Heuer der Bevölkerung eine ,g,em einsame Liste, die Liste der „B^er e i n i g t e n - j n d i s ch en Parteien". Dieser Zustand,, welcher einerseits-die-von wirtschaftlichen Sorgen hart bedrängte Wiener Judenschaft der Teilnahme an heftigem Kampfe enthebt, birgt andererseits eine Gefahr in fick), welcher nur dadur'ch^begegnet werden kann, daß alle jüdischen Wähler die der Aufklärung. über das Leben in der Gemeinde.'dienenden Äersammlungeu besuchen und am Wähltag e zur Urne gehen. ' Wohl haben sich die beiden maßgebenden Faktoren der Wiener jüdischen Gemeinschaft geeinigt. Ah§r es wäre ganz verfehlt, die Sache' damit als gut erledigt airzusehey und am 9< November der Wähl ferne zu bleiben. Diese. Sorglosigkeit könnte sich bitter rächen und die wohltätige Wirkung der Einigung ms Gegenteil Umschlagen lassen. Das Wahlrecht'her. Kultusgemeinde-ist ein. Pr o p o r ti on alw-ah l djtr Nicht.die Majorität ist' allein ausschlaggebend, sondern das' Verhältnis zur Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen ist maßgebend. Einer kleinen Gruppe kann es gelingen, Mandate in unverhältnismäßig großer Zahl an sich zu reißen, wenn die Majorität säumig urä nachlässig ist. Kleine' Gruppen, welche lediglich die Träger Persönlicher. Aspirationen ungeeigneter und im jüdischen Leben, gänzlich unbekannter Männer sind, haben'Listen eingereicht,'um - im . Trüben fischen' zu können. Sie-bauem nicht aus ein 'Programm, denn sie haben keines. /Sie rechnen mit den Lücken'; des''-/PraportionalwahMchtes, welches große <Gewinye an ^Mästdaten bei kleiner Mim-: ntenanzahl möglich macht) MM nl di e M as o r rt ät in--s ieg es s öch e.-r eL'chssi-g'k.ert b re^Mahl- P f I i ch t v er a b säu m t. Wenn Liefe Boräussetzungder kleinen Grstppew' eintritt, dja-stn-'i' st d -i'e: A r b e i/t i n der Gemmn d e/ dan,u kist .der/Bestand -der: Das Mmstavdum an Genst-26) Oktober.. (I. T.' A.) 'Der. PrüsidM -dve Z'vo- ExÄMive, - Dr.. Weizmanu,- -welcher zus-cmmMl mit Sir Herbert-Sa.MM e l,. hvm KrMschen.Ober-- .komMW-'füx.^.PaWMch-.' rU-ch/'eiuM: KurkM ^TüseVchcOe/-, in Rom Zur Mitzung der 'Mchu'd'w-tsk-ommis-- .sio« des Bälk er bÄjud es «i tr G rrtf einßetvcOstn ist, hat Ler' Kommission seinen Bericht in'Jovm eines MemöVAud«!Nls überreicht. '- Dätz /Schnftstück -ist - in' frauzösis'cher, englischer Uwd' hebräischer' Spvache'-'abAöfäHt. Das ' MVM>oro.ndum erinnert zunächst / an AEel 4 des WainMs, laut '-welchem 'i&ic Z-iönistifche^ -Organisä>t>ion als I ewi sh - Ag'-en e Y 'Erkannt w'M M eine -Kövpevschwst die der' P a l'ä ft i n a v e r w «4 t u n g. - in den UngchegeuMMwelche die Errichtung'- des IMschen MrüMheÄns' 'ÄtreW,- beratend Kur Seite stehen' und E ''ihr Züsammemiarbeiten soll. .Scdawch.-werdest die zibniftiischest Ziela bei'der SchaKmg eines- Heimes für das .Mische^in 'P^lästim- Ms^Wn4stitze-^tzt.-'.; -' -Das-MemovLNidiMl 'br-ing^dann EichtzWtiest--'über die zPLriässustg '.der -ZiMistifchen MgaMsaMn'-uind^ Wer--, "die iPallaWM-aufbau- - zu- . erreichm i-und .aus Meft Weiisb den :Kreis -der Jewisih.A.gen.eh zu erweitern. Es behaudeilt ferner die-politis'che ArMther..Organisation und ruck darauf, daß der zweite' Teil dar ^Btilfouir-Oeflavatwst, ,'der' bMch«wiot,-'da^.Äe! Rechte der nichtjndischen Bevölkerung sichergestellt werden, nicht weniger nefpektiert wird als - der -.erste DsA, der die Errichtung eines Jüdischen Nati-Wailheiimis betrW. CK.wird-uu-techtrichen, daß es das Best-rebender I u d e n sei, zu ihren. Nachbarn,- sowohl in P a l ä- -st i n a se-lbst a«ls auch -in den angrenzenden L ä nd er n, die f r e u n d s ch a -f tl i ch sie n Bezieh n n g e n zu untechalten. ... >. . Die Eiuwanderungssrage. . -Gimr. der Mchtigissen^ FMoreu bei/ dex - E-vrichtung des Jüdischen NationaGei-ms ist.- die .Einwand-erungsfrage; die Zimvistische OrgamWtion hat sich in. dieser Angelegeuiheit mchrfach an diesMand a-t a r-!ma cht gewiendet. In den ursprünglichen ün-Jahre 1920 getwsfewen Arrangioments miifc der Zivstverwailtunig 'Paliä-' stinas wurde die Zionistische Organiisa-tion;!&e* v ollmächtigt, eine vorgeschriebe:jte Anzahl. Jmmigra nten ins Land gu. bringen. Die erste. jähv- -liche Quote war 16.000. Im Jd-Hve 1981 wurde die Immigration infolge de>r in. Palästina Mtgefünde-nen Ausschreituingen zunächst eingestellt, um - einen- Monat später wieder ausgencimmen zu . werden,. aber tmtex neue» und einschränkenden Bedingungen,. Später wurden zlvar >die böschränkeatden - Vevordnungen betracht- Dich'-modi'fiAliett, -aber in der sunlerwartet-längen 'Zwischen-' zeit, die bis zn'der RMsion verstrich War"'' die Immigration auf ein Minimum reduziert. Man schätzt die- Zahl der JMn, die sich, söst.'dw. britische» Besttzung 'bis Ende Mptenrber '1924. in. Palästiam angesiedM HMn> ans. a. n n ä herst.d ,3 8,0 0,0, - In.'diese Zahl sind etwa.5000 Inden, eingrechnet, die ..schon, 'vordom Kriege inr. Land wohnten, während des "Krieges äuswandern mußten und die nun wieder in ihr- Heim Kurü-ckge- Tchrt sind.,Die jüdis-che/Bevölker-ung. Pa-lä.stin a s wird gegenwärtig. auf mehr al s 10 0.0 0 0 Seelen : '-'Der jüdische Landbesitz rir,Palästim< . - ' Das Dokument weistdcttäü.f- ^m,-.daß--d^e -ZiiMisüM-^ Organisation der Mandatsmacht über vielerlei-' ' die - Eüt- ' Wicklung Palästinas und demzufolge des' JÄvischm Natio« nolhioims 'betreMnde Fragen ihre Ansichten .-'WitevLMitet.,- hat. -Die wichtigste FnM-on der ZroMstifchp»' tiön tvar es, die Immigranten rasch in-dasM ir-t--- schas.tsleben d.e's Landes einzugili-edern^ indem man sie produkt-i d 'befchüftigte.- DieZ Hjcch..j.«ie^- maiteriellM Fortschritt möglich gemacht; der - unter---Mi-./ sch«r Kontrolle in .der Sphäre der l and Wirts cha ftl i ch e n 'KoleimMon. sowie in der st ä h.t i s ch e n. ,E n wicklung>. ebeilvsu) in der Industrie mch ' iw. der ö s f ent l ich e n A r b e i t erreicht worden ist..Hst- Ende der Kvvsgszeit wären, etwa 400.000 Dunam Land, iw Pa-- läftiE Är'jüdiischeim Besitz; anfangs 1924 betrW'. .' - der jüdische Landbesitz bereits 780.000 Dstnam: . Gest 1020 hat der. Jüdische Natvonaffonds; unter^ .-AioyiK-, - scher Ävintvolle im gaMN etwa. 01.000 Dunam Lgnd Pusilich.erwowbein. All dieses Land ist aus dLm. Ha-Mrr,-Me i* . chHlili g e r Verkäst s e r ans ofsenem MlM7erwHrbsn.. wochsn. QWeich ÄrtrkÄ 0 des palästineMch^ ch e stum.d jenes B'r a-chlam d e 's,.- da!s - niP' ^fnr Liche-Zwecke evfovderlrch -ist-, - zu fördern.Ihrt,' ist die.^MU/.- stincvvegieMNg bis heute n o ch »i ch t. i n -d -> e ->Lagegekommen.,- eine irgendwie het-rä-ch^l.i'che Handfläche für die jüdische Kalststrs.a..t1stst. beiz n st e l l e n. Die Zionisüsche Orga-nitptian ' Mußte auch Mst stiel 'vovbeMvnLe'Mch imr/'mk■ AAest'Nrckbesitz nvbar zu machen..Es-wurden Sümpfe.trocken g e.l e g 1, der steinige Boden gesäubert und A nffo.r stu ngen durchgesühvt. Diese nmhstlimen und. kostspUMn Arbeiten wuivden m Verbindung mit dem. .Keren Hajessod und dem -Jüdischen Nationalsonds bewerkstelligt. - Die Enttvrcklmng btt städtischen Industrie und des Gesundheitswesens. Parallel mit dem Wachstum der lMdwirtschastli'chen Änsiedluuig schritt die städtische En,twicklung -sort. Pie Zionistische Organi-fation hat auch. viel zur i n d «st r j e llen- Entwicklung PälMnas cheigetvagen,: - indem sie-die . . .;; ■ . - Investition des jüdischen Kapitals 5 in verschiedenen Unternehmungen des Landes sörberte; sie entlast'e't auhtzldem. die.' Palästinavegrerung,- lindem sie verschiedene öffentliche Arbeiten durchführt. Die - jüdische medizin.i,sche ..Arbeit in Palästina, wird hWptsächlich - sturch die ■ medi'M'ische Örganisallon Hadafsa geleistet. Die- HaLassa unterhält Krankenhäuser/ Klmilen, Laboratorien, AebungAschucten für Sä-utzlingspflege, sie lei'LÄ fernerdiemedizinischen und sanitären Avböitest ist' heü Jttmchj'v«vNnherb^ ' «nd in den Hospltälsvtt:dieler jüdischer-Kolonien." -Sie unterstütztschKeßKih'.'dasiGesundheitsdepartement der Regierung in der wirksamen Bekämpfung der Malaria und des.Trachom. •;' /.: Das jüdische Schulwese«. Die große Mehrheit der jüdischen^ Schufen \m >Palä» stina steht unter der Kontrolle der Zionistlschen Organisation. - Dve Unterrichtssprache in sämtlichen..-zionistischen Schulen, ist -H e b r ä i s ch. Die Organisation..kontrolliert 65. Elementavschülen, M' Kindergärten, 8' ,7^""' y- 3 Lehverseminarien, 4 technische Schulen,, 5 G e-meistde -sch w er ge f äh rde^t. Dessen mögen die ijüdischett Wähler-ein'gedestk sein! .'Pstrden Bestand d'e r W i e n r r I u d e st g e m e t n d e wil l, ur u ß r e g e n - A n t e i l a n den B e r s a m.m l chng e n d e r , - B e r e i n i g t e n j ü d i s ch e n - P a rteten' nehmen und am 9. Novembe-r zur Wahl-gehen! .. ..- . -. . - / : ersparen Sie beim Einkauf vb n Stoffen; für Herbst m l hinter, Damen- und Herrenwäsche, Leinenwareh, Strick- und Wirk- ■n^rlVG^n» -Teppichen, Vorhängen IniWirenhaus iiiiiii 1. iiijniii 1 ii 11111111 liioiiiii'iiimiiwii ',! w im" I '■ i1 ~ niimrff ' »nwH II. TaborsfraS Telsphon.47^1 En sres Est e

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