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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-26 · Heft 2044 (26.10.1924) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2044 (26.10.1924)
Date
1924-10-26
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Serie Z Wien. SonniaH Schahei mit,eingebautem 9, BersdnfSGunimi-Absatz können,-wenn das freie und oicgatlDerte.jützffcheWolk' auf fernem Bodm wird wirken' können? Wir haben cher Menschheit viel zu geben, und-schöpfen aus der FM dessen, tvas wir schon bisher spendeten, die Ueberzeugung, daß', wir den geistigen Wettkampf in Ehren bestehen. Har Urteil gegen „KoM". Hoffmann zu acht Monaten verurteilt. Leipzig, 25. Oktober. In dem Prozeß gegen die führenden Mitglieder der Organisation „Evnsul" Hofsmann und Genossen tvrrrde heute das Urteil gesprochen. Die vier Hauptangeklagten H o ff man n, K a n 1 er, Killinger und Müller wurde zu je acht Monaten Gefängnis verurteilt. Vierzehn Angeklagte erhielten Gefängnisstrafen von' sechs bis drei Monaten unter Anrechnung eines Teiles ihrer Untersuchungshaft. Acht Angeklagte wurden freigesprochen. - Der krzberger-MSrder Thtzleffen. Pretzburg, 25. Oktober. (Tel. der „Wiener Morgen- Leitung".) Das tschechisch» Iustizminfftermm hat der Konfrontation des hier in Haft befindlichen angeblichen Kapitäns Thylessen mit einem Äbgesawdctvn der deutschen Polizei Mgestnnmt. Bewaffnete Autisemitenvrovaganda. Bukarest, 20. Oktober. (Orientradio.) Der 'bekannte antisemitische Agitator Zelea Codeanu hat durch RevowerMffe den Präfekten von Jassy getö-tet- und.zwei Polizeibeamte verletzt. Aus der Bukowina und dem. Norden der Moldau wird über Versuche berichtet, die antisemitische Propaganda wieder aufleben zu lassen. Die Behörden haben e n t.s P r e ch e n d e M a ß n a h m e n getroffen, um jede Agitation zu verhindern. Ser Staatsstreich in Wim. Die Revolutionären proklamieren das Ende des Krieges. — Rücktritt der Regierung. -Mulden, 24, Oktober. (Reuter.) Ein« amchiche DA-: teibuug Tschangtsolins verkündet das Ende des K r i e g es E der'chinMchen Zentralregverung. . Ern Erlaß des Präsidenten. Peking, 24. Oktober. (Reuter.) Das Käbvnett Hai einen Erlaß des Präsidenten T s a o k u n betreffend die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten gegengezeichnet-und ist sodann zurückgekeben. - Eine jpäbere bcrfe S | ä o $ üt u das Kabinett ersucht hat, im Amte zn blokben. Mederlage der Zeniralregierung. Mulden, 24. Oktober. (Reuter.) General Fengywsiang ist im dollen Besitze der Macht in Peking. Präsident Tsaokun hat im Gesandtlfchaftsviertel Zuflucht gesucht. General Wupersu ist geflohen. Ter Armee der Zeniralregierung ist bei Schan'haiVwan der Rückzug abgeschnitten worden. Eine japanische Intervention. Tokio, 24. Oktober. (Router.) Die Regierung hat beschlossen, nach Tientsin zwei Torpedobootzerstörer nntz nach ■ ScharchaÄwan 200 Mann zu entsenden. Konferenz der Merten Rn muminifter. Paris» 25. Oktober. Die Ftnanzmittister ber Alliierten werden am 2 7. Oktober zu einer vorbereitende n K o n f e r enz zufammentretenl Ae Bereininten Staaten da« stnrova. Mne Rede Herriots. Paris, 25. Oktober.' (Tel. der ,HZiener Mprgenzeitung".) In der Sorbonne erstatteten gestern in öffentlicher Versammlung di« französischen Delegierten bei der Genfer Abrüstungstagung des Bölkerbundrates ihre Berichte. Am Schlüsse ergriff Herriot das Wort und sagte: „Frankreich hat als erstes Land das Genfer Protokoll unterzeichnet. Es hat erklärt: „Entwaffnet amd. auch ich Iwevde entwaffnen". ..Bilden wir, wenn es irgendwie möglich ist, die Bereinigten Staaten von Europa; wenn wir es nicht können, vereinen wir uns wenigstens mit den Nationen, die.gute'n Willens sind. Frankreich wird immer allen Bemühungen zur Schaffung des Friedens seine Unterstützung verleihen. Das ist kein übertriebener Idealismus, wie gewisse Kreise behaupten. Der Idealismus . ist eine europäische Macht, und Deutschland wurde nur deswegen geschlagen/ t-veil es die psychologischen Kräfte verkannte. Möge Frankreich, das der Welt die Menschenrechte gegeben hat, ihr auch die Rechte der Völker geben." / --- Wiener MvvrMzettmisi. eine neue arabif&e Konföderation? Mt Jbn-fSaud Aus Lo-st:p y »A. tyMHnDAOÄ^tetr.' „Manchester Guardian" vouchliert im/AsitMikstfwom,^17.^Okto den PW, estrev ne n eit.a rchb jWe n K o n.föbe r a t-io n unter Führung.des/V^halnteAehetrschers I,b nxS a<D, gtz-W'. Mlle ^desWWPen-sÄn^treW wMe.- Das "Matt' grDch^r WstM w8Wt Eden- -yDeEÄb.'DMWZÄurzDraWMM geeigM' gvahische .dann Eier Ms: der' WtlW von<.NeW/ driiLte.vor sechs MonaW Hin eifriges Bestreben aus, daß ein Bündnis der^arabischen Länder zustande gebracht wird. Er erklärte, daß er in dieser Angelegenheit an König Hussein geschrieen habe, baß jedoch sein Schreiben mit Mißachtung behandelt wuvde. Wir sind an dem Schi ck sal per D h na st ie n in denarabischen. Län. dern, hauptsächlich infolgeunserer - befondeven Stellungür Irak, PalastiUr und Transsovdanien, interessiert. Wir haben um fernerdie BerpstichttMtz ansevlegt, den Arabern, die loyal mit uns im Kriege mitgefochten hoben, zu'hÄsew daß zwischen Mossul und dem Persischen Golf eist festes Regi-nie errichtet wird.• Mein unsere Verantwortlichkeit gegenüber der Idee eines ara- 'bifchen Staabmbundes hat nicht zur Voraussetzung, daß wir zwischen den Herrschern, deren U n e i n i Me 11 derzeit einen solchen Bund unmöglich macht, einen Frieden erzwingen." Ein wahabitischev Llnaviff cnrf jovdnnien? JerusaletN, 24. Oktober. (I. T. A.) Nach einer hierher gelangten Mitteilung befindet- - sich' oim wah a hitische St reit macht auf den: Wege durch'den. Hedschas nach der Sinai-Halbinseil. Es heißt, daß sich diese Streitmacht an der palästinensischen Grenze konzentrieren -werde. Eine,.,weitere Mttefluing. besagt, s daß eine wahaMche' StveMraft züm Angriff aus Transjordanien nwrschirt. (Die Verantwortung für die Richtigkeit dieser Nachricht Miß die Agentur selbst tragen. Die Red.) r>e Barem enMstet. London, 2h. Oktober. Wie aus Belfa st gemeldet'wirb, wurde d e V al er'a nach seiner gestrigen Verhaftung in Newry heute vormittags a n d i e^ G r e u z e N o r - i r l a n d 8 ge-k bracht und i n F r e i h e-i tg e f e fe.fc MebWems SoMWel. Der Szegediner Krieg gegen die jüdische» Leichen. (Eigendienst der „Wiener MorgenMUng".) . I -n, Budapest,^H. Woher. In. ^r.-Szegediutt Deichen-.- äffäre ist.eine »eue KgM-plikfl ti oneingetveton. Die. medizinische Fakultät, der ''Äüive-siivf-SzegedLn.desavouiert - offen den Unterr.ichtsminist er Grafen Klebelsberg, der vor eiwige'n Tagen in einer Zeitungs-, erklävung den Aus-fchlüh der jüdischen Sttvdenten von den aMtomischen Vorlesungen.mißbilligte. Die imdizinifche Fakultät eÄlärt, daß der Mmster von der Absicht der Fakultät, die Waschen Stu>denwn wegen der Nichtablieferung jüdischer Leichen seitens dex KÄtuSg-onreinde von den Vorlefuingen aus zu's ch ließen, offiziell Kennt-, nis hatte, so daß die Fakultät in ihrem Voraehon von der sicheren.Meinung bestimmt wurde, daß der Kultusminister. mit ihrer Aktion oinverstanii'en fei. Das Kellegium. per. Medizinischen Fakultät, -müsse, daher die Mißbilligung^-. erklävung des UnterrichtKministers zuirüchwoifeu und als^ ungesetzlich -bezeichnen. Gestern hat die C-Helvra -Kadischah in Szegedin ^den Universitätsbe-Hörden mitgeteilt, daß sie bereit fei, die. Laichen der ohne Angehörigen Vevstorlbenen jüdischen Personen dem anatomischen', Institut zu wissen-, schäftlichen Zweck.en .zu überlassen, Darauf wurde die' Zurückziehnng der MAschließnngsverordnrmg in. Aussicht gestellt. . - ’ erdbeben m england. .Ms London wirb unsgonbÄdet: In Birmingham wurde gestern ein Erdbeben in der Dauer von drei Mi nuten, das sich Mer einen Radius von 36 lei»; len erstreckte, vers.piirt. Es wurden keinerlei Schäden konstatiert. Erdstöße iit Italien. Aus Rom wird gemeldet: In Ancona und Fer mo wurden heute um-4 Uhr 55 Minuten fM mehrere ivellenstmnige Erdstöße verspürt, - die vier Seknndetr dauerten. - l Die letzte» Kurse. London, 25.Oktober.-lD.e v i s e n k u-r s e.) Wien 318.860, Prag 180-78, New-»1örk 4.4P/„ Parks 86,175, Brüssel 93,70. Rom 108,77, Zürich 23,845, Madrid 33,476, Amsterdam 11,43'?/*, Kovenhaaen —, Clnrlstiania . 31,825, Stockholm 16,875, HelfingforS 17S,-, Berlin 18,90, Athen 260,-, Bukarest 807,50. Aew-Nork» 26. Oktober. (Radio.) D evise.ufchlutzk u r.s e : Taggeld 2 bis 2^°/-,, Wechsel auf London 4,49'/,, 60-Tage-Wechsel 4,47'/,, Paris 5.20V; Amsterdam 39,28, Prag 2,981/*/. Berlin.SchlußkmS 23V», Silber. 70»/». . 26. Qltobcr 1924 Bubi-KostOiM reine Schafwolle, {»Qualität K 840.000 /; frühe» K 585000 / Jetzt K 45.000 ff 44 nur l Trattnetfiof 2 (Graben) Tagesbericht. Worte des Führers. Das. Weizmann-Buch „Israel mrb sein Land". Ein haMiches, sehr geschmackvoll ansgestatietes Buch isr .jetzt evschienen »md wird rascheste Verbreitung.finden. Eine glückliche Hand hat die treMchstvn Wort« Chaim W e i z- .mann4, des Führers der zionMchm BewegÜM ans Redenherausgegr.Mn, die' et vor den Stuidentvn der Oxforder Uni; wechtät, ferner anläßlich seiner großzügigen Arbeit für den' Keren Hajessod in Amerika und in einem früheren Zeitpunkt bei der GvuHste-mlvguug der habräische-n Universität in Jern-- saile»n hiölt „Der Hauiptreig des Büchleins liegt in seiner Unnrittvkbavkeit" sogt Albert Einstein in seinem schönen Geleittvort, das in faks-ienrlierter Wiedergabe der -Han-^chrrft des. berühmten Forschers der- RÄativitätschcovie dem Buche'beigeblinden ist. Die Entwicklung des zimlistieschen Geidemk^ns unld der zionistischen Arbeit, das jüd'vsche Kultuvproblvm, /die Araibevsra>ge, die Aufbanprsbleme und die aktuellste Frage, die nämlich der Evweitevunig der Feivish Agency, sind hier von einem- Raren und — kein geringe« Vorzug — sehr anmutigen Geiste überaus prägnant formuliert. ’ Der Humor und die geistige Ueberlogenheit-des litauischen Juden (WoiMaim gehört zu der Zahl jener ausgezeichneten ' Männer, welche Atauen dem Judentum geschenkt hat) geben diesen aphoristischen. Sätzen ihre besondere Kraft «.lud Schönheit. Es ist ein anßerordenMch aktuelles Buch, das keiner missen' kann, der die gogentvärtige Lage in Palästina, im Jride-nttM der Zerstreuung und i'üsbesondeve auch in der ziomstischen Bewegung kennen will. Sehr bezeichnend ist. eine Stelle des Büchleins, fric sich a>uf'hie gegenwärtige Situation der Zionistischen Organisation bezicht und die wir — gleichzeitig als Probe von Weidmanns Art, die Dinge zu belouchden — hiecher setzen: „Wenn ich von der Ziynjfttschen Or.-" gauisation sprecheerinnere ich mich an ein Rätsel, das wir als Kinder aHzugeiben pflegten-. Was ist das: Es bekleidet albe und ist selber nackt. Die NnslÜsung lautet: Me Nadel. Die ZionMfche -OrganlsatiM httt ihren Apparat und ihre'Kräfte dazu, veyveitdet, um eine Reihe von Jnstidntionen zu schaffen: - Banken, Fonds,.- Heu Keren Hajessod, -den Mtionalfonds, die - -Hypochokevhmch den Jswish Colonönl Tvuft —? es sind, fo vielst daß ich mich'gar nicht -an alle erinnere.- Und -die Zionistische Organisation selbst muß herum gehen und um Untersttitzung betteln. Die treibende Maschine, die- Mutter, die alle diese Institutionen zur Welt brachte. — große nick kleine, solche, die bleiben werden, und solche, die verschwirckm und tvieder durch ander« ersetzt werden, ober sie alle ein Ergebnis der Energie.nws. der. Mbeit ber Zionistischer» Organisation —, sie selbst, die Zionistische Organisation^ hat heute rricht Geld genug, um «ihre Ar». beit weitevführen zu können; and trotzdem ist sie der Gegenständ aller Kritik und aller Angriffe nicht nmr. im -Bereich^des Zionismüs, sondern auch außerhalb desselben. Wir sind schließlich M dem Entschluß gekommen, die Jswish Agency zu errichten. Es scheint mir jchoch einleuchtend zn sein, daß auch trotz.der Jechish Ägeu<Y die Zionistische OrganisaN'o'st noch lange Jahre die troibe-nde-Kraft w-rrd .bleiben müssen." Ae Mardnacht in Snleniki. Sine jüdische Familie abgeschlachtetz Wie schon A:rz m'ügetesit, lvurde' in der Jom-K^PPur» Nacht in der Nähe des Städtchens Soleniki bei Wtlna eine jüdische Fcnttllie von Banditen ermordet. I, T. A. teilt die folgenden Einzslheiten . mit: - -. Mnf 'KSlometer von Soleniki entfernt wohnte der.jüdische. Gastwirt Lipki >t mit-seiner Familie, die insgesamt aus sechs Personen bestand. Zu „Kol Nidve-i" Millen alle Familienmitglieder in Svtenvki. .MS sie geg'en 10 llhr abends heimkchrtea. fanden sie m dsm Schanklokal einige m a s k i dr t e B a uditen.vor, die sich an dm .Getränken gütlich tate-n. Die Räuber versperrten der Familie den AuStzang und wollten sie M- Nächst zwingen, mit ihnen zu essen auck zu trinken. Ä-ls die Fayri-lie unter Hinweisans das- Fastengebot dies verweigerte,' fesselten die Banditen alle Mitglieder der FamMe und ftopsten ihnen so lange Speise in den Mund, bis sie erstickten. Hernach hängten sie ihre Opfer'.mit den Füßen au den Deckenbalken ans und schnitten ihnen die Hälse durch. ' ' ' Arrf diese Weise karneir fünf Persvneu ums Leben: Das 52jährige. Famtlieuoiberhaupt Elkanau Jakolb Lipkin; die' 50-jähri.ge Mutter G i t t e f, der Lljährüge Schn. B c r i lder vicher Tage zum' Militär einvückm sollte, der 17jährige H e.r-- s ch el und die löjährige Pa sj a. Einzig die 13jährige- Ehanue ließen die Räuber am Leben, nachdm: sie sie vorher in den Ofen sp.errt e». Der christliche Diener des Lipkin, Mäkalewitsch, wurde geztvungeu, der Abschlachtung IwMwchnen.. Er bat die Banditen, ihn gleichfalls zu töten, doch sie antworte- . ten,'sie töten nur Juden. Der Dimer verlor den Verstand. Bis! jetzt sind die Mörder noch nicht ermittelt. ■ >!»»!>-»,«» »»»Nil ■rar.Mamilirm-TninTnniinifwn 11^61183756231

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