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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-24 · Heft 2042 (24.10.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2042 (24.10.1924)
Date
1924-10-24
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Wiitm MorgedlkuM. M. 'OMer im mk b Arte Arten non der Kroatischen Eskomptebank, Agram d i t -xi WIEN. I. SßlTZEföGÄSSE & (ECKE boqnergasse beim Bankgeschäften ■■ oraben) Wn+»n-// Telephons 22-5-90 Serie ■ "■ 'um. Telegrammadresse: FRAPOBANIC ”aren&eschafte Kreditand Volkswirt. Polnische Wirtschaftswoche. Tendenzumschwung auf den Börsen. — Geldmangel. Von unserem polnischen M.-S.-Berichterstätter. Wieder einmal wurde der Beweis erbracht, daß die Wiener Börse ans die polnischen Cffektenplätze einen entscheidenden Einfluß aus-ülbt. Noch am Anfang der BerichtÄwoche machte der Rückgang auf den Börsen weitere Fortschritte, i,m Wochenverlanfe trat jedoch infolge günstiger Nachrichten aus Wien und infolge der guten Aufnahme der deutschen Anleihe im Auslände ein Umschwung ein, welcher in eine leichte Hausse ausartete, die täglich an Stärke zunahm. Der Einfluß Wiens ist jedoch hauptsächlich auf die galtzischen Plätze beschränkt, da die Warschauer Börse nur zögernd den Kurssteigerungen folgte und auch deshalb ziemlich stark zuvückblieb. Die in der abgelanfenen Woche zum Durchbruch gekommene Festiglkeit, die fast alle Kurse nicht unbeträchtlich in die Höhe schraubte, krankt allerdings an den in keiner Weise gemilderten GeMechältnissen. Aus diesem Grunde muß man auch bezweifeln, ob sich diese Festigkeit für eine längere Dauer wird durchsetzen können, nachdem im Inland auf eine Entspannung der Göldverhältmsse nicht zn rechnen ist. Das Publikum hält sich eben infolgedessen von den Börsen fern. Daß die Banken in der nächsten Zukunft Mer so viel Geld verfügen würden, daß sie es den Börsen zur Verfügung stellen könnten, muß man bezweifeln. Die BevufsspMlation zieht jedoch eine längere Festvgkeitsperiode in Erwägung und nimmt unrfangreiche Deckungsläufe vor. Der Geldmangel herrscht mit unverminderter Stärke an. Der Zlotyumlauf ist in der letzten Dekade um 8,8 Millionen zurückgegangen, die Deckung ist jedoch infolge Steigerungen des Goldschatzes und Valutenvorrates wieder in die Höhe gegangen. Zfiber auch die wirtschaftlichen Verhältnisse sind noch immer nicht geregelt und können siür eine dauernde Besserung auf den Börsen keine Anregung bedeuten. Die Teuerung ist in der letzten Woche um 5 Prozent gestiegen. Selbstvevstäirdlich standen die Wiener AMtragewerte iir Vordergrund der Kurserholungen. Stark gesucht waren Zieleniewski, deren Kurs bis §uif 10.26 in die HGe ging, Galtzssche Montan, die bis auf 4.80 und Lemlberger Bvcm, die bis auf 7.30 Zloty steigen konnten. Hypothekenbank gingen auf 0.68, Industriebau! auf 0.42, Tepege auf 8.40, Chodorow auf 6.36, ^Chhbie auf 7.40, Rakszawa ans 2.40 Zloty hinauf. Warschauer Diskontobank vecharrte auf dem Tiefstand von 8.10 Zloty. Die polnischen Werte wurden durch die Arbitragepapiere mitgerissen und verzeichnen ebenfalls'erhöhte Notierungen. Cegie-lSki notiert 0.64, Trzebinia 0.74, Gorka-Zement 17.25, Jawovzno 17.75, Handelsbank 7.—, Lilpop 0.70 Zloty. Polska Naphtha erholten sich auf 0.40, Nobel auf 1.70, östliche Gazy auf 13.50', westliche auf 2.90 Zloty. Die Aktien der Vereinigten polnischen Zündholzfabriken „Blouic", „Mszczonow" und „Sta'brvtvsch" wurden auf der Warschauer Börse eingeführt. Die Mtien der „Soriete Anonyme des Etablissements Piesch", deren Betrieb sich in Tomaszow befindet, wurden am 8. d. auf der Pariser Börse kotiert. Die Zuckerraffinerie-A.-G. „Goslawice" valorisierte ihr Mienkapital und setzte den Nominalwert einer Aktie Mit 5 Zloty fest. Außerdem' werden die Aktien auf diese Weis« zusammengelegt, daß 20 alte Aktien eine neue im Nominalwerte von 100 Zloty bilden werden. Lar Mine Paket tzastiglionis. Direktor Weiners Ambitionen. Untier ldiM Aktiven Castiglionis beisindet sich bekanntlich ein kbiedentender Posten Alpine-Aktien, welche er teils durch die GyndikMbegeibiMgein des Vorjahres, teils i>m freien Ankauf evwoiiben hat. Diese Aktien sind Mmn Großteil gebunden. Es wind nun versucht, einen Abnehmer für dieses Aktienpaket zu finden. Da genügende Kapitalien im Inland« für diesen Zweck nicht gn finden sind, wird versucht, sie MS Ausl-and zu verkaufen. Unter anderen versucht auch der gewesene Divekbinr der Länlderbank und jetzige Mitchef des Bankhauses Gplhruffi, Weiner, das Paket in Amerika Ml placieren. Die geheime Idee Weiners, welcher über einige Beziehwngen in Amerika verfügt, ist dabei, beim Zustandekommen eines solchen Berkaufes eventuell seMst als Vertrauensmann der amerikaniffchen Grupps zu fungieren, um dann in das Präsidium der Mlpiiwen auf Grund des ANenbeifttzes seindr Hiintermänner eiuWzichen. Ms solcher könnte dann Meiner wieder eine maßgebende Stellmvg im Wiener Fmanzlelben erbangen. Es scheint aber, daß die Amerbkaner sich diesen Ambitionen WeinerS gegenüber Mchnend verhallten, denn itatsächbich ist auch, wie hier eingÄcmgte Berichte besagen, das Wpine-Paket auch anderwärts Angeboten worden. Unser'Kursblatt. iJnifolge technischer AeAmMge-n unsieres KnrM-attes sind in dieser Woche die VortagDkurse kvsggMieben. In der nächsten Woche wird unser 'KurMiatt wie bisher auch die VortaigsNuÄse enthalten. / Devisen 0eld Var* Amsterdam f. I holl. Gulden. 27950,— 28053, Belgrad 1 Dinar ...1014.- 1018. Berlin. 16850.- 16950, Brüssel 1 belgischer Frank. 3429.— 3441, Budapest 100 ungar. Kronen » 92.30 93. Bukarest 1 Lei.„.404,— 406. London 1 Pfund Sterling « 319700,— S20700, Mailand 1 Lite ...... 3082,- 3094, New-York 1 Dollar.70935.- 71185, Paris 1 Frank. 3712.- .3728, Prag 1 tschecho-slow. Krone. 2117.— 2127, und Bntotenfotfe vom 28. Mob« 1924. 10 Sova 1 Leva. . . .. Stockholm 1 schwed, Krone Warschau . . . .. Zürich 1 schwele. Frank. , . Valuten Amerikanische Noten .... Belgische Noten 100 Franken. Bulgarische Noten zulOOOLeva Deutsche Noten. Englische Noten ..... Geld Ware Geld Ware 81?»— 816.- Französische Noten . . . . 3670.- 3700,— 18750,- 18810,- Holländische Noten . . . . 27600.- 27800.- 13600.- 13700.- Italienische Noten. 3055.- 3075.- 13660.- 13710.- Jugoslawische Noten . . . 1007,- 1012— Polnische Noten. 13480.- 13620.- Rumänische Noten.... 398.— 402.- 70460.- 70660.- Russische Noten (Roman,) 3385.- 3415.- Schweizer. Noten 100 Franken 13520.- 13660.- 500.- 508.- Tschecho-slow. Noten. . 2102.- 2118.- 16640.- 16760.- Türkische Pfund-Nöten . . 36050.- 37050.— 3179CO.- 319500.- Ungarische Noten .... 89.70 90.90 Nr. W " Mm, WM >*—-...-.. " L ■“ der Zeuge: Ich wollte niemer Muttier nicht die Schande anttm, die PoAzei m A.nfperch zu nehmen. DaS Zougenlverhör wird uwiepbrochen, mn . das psychiatrische Gutachten ftifret Wald M erstatten. Es lautet dahin,. daß Wald zwar «Mich belastet und geistig minderwertig sei, doch bestehe oieiw Minderwertigkeit vorwiegend in geminderter Intelligenz und einer gewissen GemütisstumpHeit; das Interesse Walds beschränke sich lediglich ans den Gelderwerb nnd die Befriedigung seines Soymallrieb es. Eine anSgelsprochene Nsigung zum gstvichsn Geschlecht sei bei ihm nicht entwickelt, wie seine vielen WerlhAtnisse mit Frauen beweisen; erst später habe er homosexnellen, Veriveihr getrieben. Diese Tatsachen schließen auch eine vprübergHende Geistesstörung ronter den: Einfluß seines pervertierten Triebes aus. Das Gutachten über dm AnigeMagten Fuchs besagt, daß er aus 'einer gesunden Familie stamme, einen gewissen weibischen Einschlag zeige und von Haus Ms nicht homosexuell veranlagt sei. Er sei'ausgeisprochen heterosexmll, wenn auch mit stark onanistischem Eiwjchlag. Von einer GorsteskranHeit oder einer Geistesstövnng in irgend einem Zeitpunkte kann bei Fuchs nicht die Rede sein, zu bemerken äber ist, daß er, der frühzeitig in schlechte Gesell!chast kam, moralisch und sittltch verdorben ist, doch ist das Gefühlsleben bei,ihm noch ksinesifalls erloschen. Zum Schlüsse stellen beide Psychiater in Abrede, daß zwischen den beiden Anaeklagten «in Zustand sexueller Hörigkeit bestanden habe. Die in der Unterfnchung von Wald gemachte Angabe, daß eines Nachts, als er im Bette lag, Fuchs auf ihn geschossen Hab?, wurde durch einen Sachverständigen Mit Schießfache, der die La,ge des am Kopfende des Bettes stecken gMrebenen Projektils, auf das sich Wald berief, untersucht hatte, in einem Gntachten als unwahrjchsinl'ich bezeichnet. In weiterer Fortsetzung des Zsugenverhörs wurden Angestellte des Sportoafe vernommen, welche angabsn, daß es schr häufsg Streit zwischen Wald und der Koch gegeben habe, die oft ln Tätlichkeiten Wsarteten. Nach Angabe der KaffeehMskassierm habe sich Wald mit Bezug ans die Koch oft geäußert: „Die Alte bring» ich um!" Wald hatte, wie die ZeugM angaben, eine unheimliche Macht über die Koch. „Wenn er sie," sagt eine Zeugin, „nach einer Streitszene nur angesehen und Lina gesagt hat, ist sie ihm sofort um den Hals gefallen, hat ihm die Schläge verziehen und ihn albgeküßt." ' Lehel^ Kadar verurteilt. Untier dem Weil „Das Schächtmesser" schrieb vor einigen Nionaiten der Gnldapieister Journalist Lehel Kadar im Rassenschützlerblabt „A Neip" einen Artikel, in welchem «r sich mit oem Zulsammenstoß bei einer ChanEkalhbescherung in Budapest befaßte, im Verlause dessen der Soldat Mathias Tremmel eine' tödliche Verletzung davortrng. Unter dem Verdacht der Täterschaft wurde der Wische KuischM L ö b e.l verhaiftet und unter Au'k.iage gestellt. Der Artikel enthielt die gröbsten Boschimpsungerl des J>ndontmns, das dafür vorantworKich gemacht wird, daß betrunkene Soldaten m>it den Gästen eines Kasfechauises in Streit gerieten und dabei «in Sbldat vrjstochen wurde. Die Staatsanwaltschaft erholb Men Kadar die Anftage wegen Aufreizung gegen eine Konfession. Der Gerichtshof, verurteilte den Angeiktagten wegen Beivgehms der Aufreizung gegen eine Gese lIsch0,fts!klasse zu 14 Tagen Gefängnis und 100.000 K. Gel'dstrafe. Wie nm8„>wun aus Budapest berichtet wird, wurde dieses Ärleil von der königlichen DasÄ mit der Albändertma bestätigt, daß das De>M nicht als 'Aufreizung gegen eine Gssellschaftsklasse, sondern gegen eine Konfession angogelbon werden muß. / Das Eigentumsrecht am' Palais Ludwig Viktor. Im schriftlichen Wege ist gestern das Urteil des ZivAlandesaericktes über die bereiis hier gebührend gewürdigt« Klage herabgelangt, welche der Militärwissenichafiliche und Kasinoverein ftvlllitärkasino) gegen den österreichischen Bundesschah auf An-? erkennung des Eigentumsrechtes des, Vereines an dem Haust Schwarzenbergplatz 1, dem ehemaligen Palais Erzherzog Ludwig Viktor, und auf Ausstellung einer tabulationsfähigen Urkunde hierüber angOrenat hat. Der Senat unter Vorsitz des Hofrates Spitzer hat die Klage und den Zwifchenantrag, daß der Erlaß vom 19, Juli 1910, womit der Hauserwerb durch die Heeresverwaltung erfolgte, lediglich in Vollmacht des Kasinoverems aeschchen sei und das Aerar kein Recht aus dem Hanserwerb ableiten wollte, ab gewiesen. Damit ist eine« der unverschämtesten Ansprüche gegen den österreichischen Staat, zu dessen Begründung eine frühere Steuechinterztryung herangezogen wurde, erledigt- _. \: Copyright 1924 by Nachdruck verboten. Deutsche B-rlagSaiistalt, CtuttgarL 20. Fortsetzung, Ae Stadt an der Moldau. - Roman. Von Auguste Hauschner. Die MrAmitz.dieistr Frage.nbervaschte i-hn. E» schien, als oh sie Josef o.us der Fassung ibringe. „Seltsam, daß du diesen Namen auKsprichst. Gr hat Mlich die ganze Zeit über versorgt." Schon war seine Stiiiwmuug Weder zugchängt. Er trug Meichgültigskeit-Kur Scha-u. „Sie ist ein sehr hübsches, kluges Mädchon. Und, tvie ich weiß, sehr vsich." Ohne diese Auskunft zu erörtern, fragte Jakob weiter: „Hat sie dir von mir gesprochM?" Nun war Josefs Ersta-nMw ehrlich. „Bon dir? Kennst dir sie denn? Richtlig," häbf er dem versagenden Gedächtnis nach, „du aribeitest ja beii ihrem Vater." „Ich liebe sie." Drei schbichte Worte. Nachdem er sie a>us-ge'spvochm hatte, war es Jaikolb, als fülle sich sein Mund «nt Bliuit. Josef stammelte, als habe, er ein Unrecht an dem Freunde beg,a,n>gon: „Verzeih . . . ich hafte keine iAhmmg ... ich. habe auch gar nicht beme.vkt, daß du mit ihr gesprochen hast." . Jakob schwieg. Er schämt« sich zn sagen: ,/Jch habe nnch gefürchtet, dnß ste mich verleugnet." Josef umfaßte feine Schulter, wie wm ihn wach zrr rütteln. ,Mb dich nicht so an diese Liebe. Sie entnervt dich." Zögernd setzte er hinzu: ,^Jch halte sie für hoffnungslos." „Nein," wehrte Jakob sich Md schüttelte den Warner alb. Gleich überfiel ihn eine Angst. „Hast du einen bestinnnten Grund, das anzunehnien?" Aufs neue zaudernd, als folge er widerivilltg einem inneren Zwange, sagte Jvsesr „Fräulein Percziner hat mir einen Erndmck hinterlasstn, über den ich mir noch nicht klar bin. Sie scheint ein -ehrgeiziges, bürgerliches Dntzenbmädchen, in Wirklichkeit ist sie eine Hysterica. In ihr schlummern dunkle Fähigkeiten. Wer es verstehen wird, sie auszuwecken ..." Wie von Steinschlägen getroffen siMte Jakob sich verwundet. „Du bist ein Narr mit deiner Geheimtuerei," fuhr er auf. ,Mie kannst du dir überhaupt erlauben, eine junge Dame... Nach so flüchtiger Bekanntschaft..." Wieder zitterte es wie ein Bedauern durch Josefs Relde. „In Sekun'den ist es niir oft gegeben, düs Wesen einer fremden Seele zu verstehen." Vorbei an Jakob, wie im Selbstgespräch, vergrübelt: „Heiraten wird sie, wen der Vater ihr empsiehlt. Gedacht hat sie auf dem Bahnhof an niemand anderen als an den MEteliuPo." Als er Jakob überwälftgt von Bewegung sah, kam er Wieder dicht an ihn heran. „Ich glaube, Fräulein Percziner wird nicht glücklich sein in ihrer. Ehe. Sie wird sich nach Liebe sehnen. . . sollte," herabgebengt suchte er in Jakobs Augen Eingang zu erhalten, „sollte Montelupo nicht wiedevkommen aus dem Krieg . . Mit Entsetzen fühlte Jakob, wie ein Wunsch sich in ihm regte: daß er doch siele. Er wich zurück. „Wer bist du? Ich habe geglaubt, daß ich dich kenne. Wer gibt dir diese unheimliche Macht?" Josefs Lippen verdünnten sich zu einer schmalen, blassen Linie, sein Gesicht' erstarrte. „Ich stehe nicht mit Satanas im Bunde. Ich bin nur nicht so stumpf wie ihr und an die paar armseligen Sinne angebunden." An Jakobs Rückenmark rieselte es kalt hinunter. „Du bist ein fürchterlicher Gegner. Warum haßt du diesen Montelupo so tödlich?" In Josefs Pupillen sarnmelte sich fanatische Entschlossenheit. „Ich Haff« in ihm das Prinzip, das mein Volk zugrunde richten will." Erschüttert von dieser finsteren Bestftmnchert ftagte Mob: ,Mamm gerade ihn, von Mllionen einen?" Größe trat in Josefs feindselige Maske. - ‘ - ,Menn mir der Haß hilft einen Schädling zu entfernen^ hat er schon eine segensreiche Tat vollbracht. Vielleicht ist gerade er dev Punkt, von dem aus man die Welt aus ihren Angeln heben kann." „Nein, nein", schrie Mob auf, „das ist eine ungeheuerliche Täuschung.' Niemals kann , aus Haß Segen wachsen." Er richtete sich hoch auf, von der Kleinheit des Persönlichen befreit. Zum erstenmal in dieser schmerzensreichen Stunde lichtete sich das Dunkel uw ihn auf. „Gerade das Gegenteil ist Wahrheit. Sich nur einem Menschen » hinzuigeben in unfelbstifcher, unbegrenzter Liebe, das ist der Weg, die Mnschheit zu erlösen." Joses zuckte geringschätzig die Achseln. „Du sprichst, wie du es verstehst. Hast du mir nicht selbst gestanden: ich kann gut und böse nicht mehr von einander unterscheiden. Weil sie unzertrennlich sind und gleichgeschlechtlich. Wenn der Haß sich große Ziele setzt;, wird tt zur Liebe. Aus dem Haß unseres edlen Märtyrers und Kämsers Hus ist unsere Nation wieder Mferstanden. Er lhat damit kommende Jahrhunderte bereichert und bescheM." . „Werden verzeihen, bitte" kam eine weinerliche Un- , terbvechung. Der laute Wortwechsel hatte den kleinen Kellner aufgeweckt. Schlaftrunken schlich er herbei. „Werden verzeihen, bitte. Ist schon spat. Gas ist teuer. Muß ich schließen." Aus der Straße reichten die Streiter sich die Hände wie in schweigender Uebeveinknnst,; das Gespräch heule Nacht nicht mehr fortznfetzen. Haß und Liebe 1mg ein jeder unverfthrt im Herzen ' beim, (Fortsetzung folgt.)

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