Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2042 (24.10.1924)
- Date
- 1924-10-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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$ien: 2iim Abholen in der Expedition, II. Taborstr. 1-3, oder in einer Verschleisstelle (Trafik) monatl, K 40.000 Strassenverliauf in Wien durch die Kolporteureder.. Firma Goldschmied, 1. Bei., •Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien e Oeeterr. monatl. K 40.00ü Ts«he h o-S I owalce i: Mon. K 20. Jugoslawien: Mob'. Dinar 60. Pole n: Mon. 37, Zloty, Deutschland: Mo>n. Goldmark 4, F r ank r., Belgien: MoB. Frcs.15 MieMr Maahiahlna yea *910 b«t Pra$ierfaShun{r<«B vorbebilte» j , j Preis K 14001 EngIand:<Mon,4 Schilling,, Italien: Monatl. 15 Lire, Romani en Mon, 150Lei, Bolgarieil Mon. 80 Lew^ Scb wei r und dasubrigl Ausland monatlich. Frca. 4 <v ■. ■ ■ - Redaktion a. Administration Wien, II., Taborstr. 1—3 Telephone: 44-0-38,4Ä-£l 9.' Abßühr abds. 21-102,25-282 IX. Universitatsstrasse 6—8 (Druckerei Steinmann) Oesterreichisches Postsp ar ► hassen-Konto Nr, 150,6*3 ■B Rr. 2642 Men. Freitag. 24. Svnber 1924 —y. W i e n, 24. Oktober. Drohungen Gombös' und anläßlich der VirWeW Gmeiade- Budapest, 23. Oktober. Irr den Couloirs der No» tiimaldersämmlung erregt unter den liberalen und demokratischen Abgeordneten eine Aeußerurig des Abg. Gömbös großes Aufsehen. Vom bös erklärte nöm-. lich: „Wen» wir genug moralischen Mut besaßen, im Interesse deS Landes Seiner Majestät dem König entgegenzutrelen, werden wir auch genug Mut besitzen, es ' zu v e r h i n d. e r n, daß das Judentum in den Gemeinder at ein* ziehe." Abg. Eckhardt sagte hierzu: „Was Gömbös rklärt hat, ist nichts anderes, als das Programm des ungarischen Faszis- MUS. Wir werde« mit allen Mitteln den Interessen des Landes dienen." (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Diese beiden Aeutzöruirgen werden in politischen Kreisen vielfach als eine .angekündigte Revolution angesehen. - - > Vorstellung des dernokrMWjtn Verbandes in der NationnlversamMüüg. ..Budapest, 23. Oktober. In, der heutigen Sitzung der Nationalversammlung brachte vor Eintritt in die Tagesordnung- ■ Abg. - H e ghme gj-Kiß^ dem Haus die erfolgte Gründung des - o p.p o sti-t i onellen demokratischen Perbandeszur-! Kenntnis. Er führte aus,- daß nach.seiner UeberzeuHung; die Bestrebungen Bethlens dahin gerichtet seien, den i Prozeß der demokratischen Uingestalturvg in Ungarn zu vereiteln. Die demokratische Opposition hält es für ihre' moralische- Pflicht, der herrschenden /Reaktion entgegen-. zutreten. H egymeg r - K.i tz verlas, Wann die P r og r a m m p u ulte des neu gegründeten oppositionellen Kampfherbandes. - \ : m ittwte ragMg vek Manoms (EigeMenft, der MLeUK ' , Genf,' 23.- Oktober: Heutewurde im Völkevbuudpalais die fünfte Tagung der ständigen M a n d a t s k o m m i s s i o n - des Wlkeribundes eröffnet. In dieser Tagung wird zmn ersten Male der Bericht der britischen Regierung «über die Verwaltung Palästinas und der der französischen Regierun g-nber das Mandat in Syrien und im L i'b a n o-u behandelt. Der britische O>berkommissär in Jerusalem,- Sir Herbert S a m u e l, wird persönlich der Verhandlung des Rechenschaftsberichtes über das Mandat in Palästina beiwohnen. In der Eröffnungsansprache erinnerte der Präsident der Kommission, Marchese T e o d o l i daran, daß das Mandat über Irak (Mesopotamien) erst seit September d. I. in Kraft getreten sei und daß es nach der Bestimmung des zwischen der-britischen Regie- , rung und König F a i s a l abgeschlossenen ■ Vertrages .auf die D au ervonvier Ja h r e n Mtig sei. Nach Ablauf dieser Frist sei die Ausnahme Iraks als selbständiges Mitglied in den , Völkerbund vorgesehen. M ktallenWe SWisWon nimmt an 8m Rv«, 23. Oktober. In seiner?hmrDen Sitzung-, hat dyH OpposittMskomitee beschlossen^.ferne Taktik vom - I,Urft bei-zü« bchailtisn, das Heidt, « ich tau d e« K a rn'm e-rs ichumg e n teiLziuneH-MLK^nd ein MsnWt arr-daZ Land zu richten, mn diesen BefDÄß zu Lloyd George der AeichszerstSrer. London, 23. Oktober. (Tel. der Miener Movgenzeitung") KolomalmMister Th o m y, s- Hielt he-irte vn 'Gravesend eine Rede, die allgemein das größte Aufsehen evvegte. Er sp lach über die! Haltung Ä l o y d Georges aus der Lausann er Konferenz rund eErte, das Verhalten Aohd Georges habe "derart verstimmt, »daß die kanadische Regierung ernstlich den Gedanken erwog, aus dem b r i t is ch e n R e i ch sverband auszutre te n. Dies sei auch der Grund gejmesen, warum die ArLeiterregierung davon absah, ein Weißbuch über Lausanne zu veröffentlichen, da der Inhalt eines solchen Weißbuchesgeeignet - gewesen Ware, die Beziehu-ngen z w 'i s ch e n E n g l and und d e n Dsiminions schwer zu schädigen!. Frankreich anerkennt die.SoMletregierüsg. Berlin, 23. Oktober. (Tsl.-Ko!mip.) Nach eiuünr Pariser ' Telegramm des. „Vorwärts" hat die französische Negiemn-z gestern die So w j et retzireru ng de j\m anerkannt. •' In dem WogMMn a>n die Sowjetvegievung wivd betont, daß mit' diesem Akv-der Auerkennung kein -Berz t ch t auf die Rechte französischer Staatsangch>öviger/ ik o nf i S z i er t e n Be s i tz oder a,nf fvauKsische Schadenersatzansprüche <msgvspro>chen! wird. Sin italienisch-ingoflawlsches Lesensill, ablommen. (GvgeMenst der »Wiemr Morgen-zeiitM-g".-) - Paris» 23. Oktober. Der Berichterstatter deS Matin" «neidet aus Belgrad, er habe auS-- autorisierter Quelle erfahren, ' daß im Laufe der Z u s a m m e ii k u n f t Muss ö l t n i s mit dem - s e r b i s ch e « A « ß e » mini st e r, die nach der ' Lösung der Ministerkrise ftattfindeu werde, die F r a g e 'e i n e 8 D e f e n s i v a b k o m m e n S zwischen Italien und I u g o s l a w i e it besprochen werden soll. - Durch ' den Vertrag, der wahrend der Besucher'der serbischen" KöitigSpaareS t n .R o m abgeschloss en w e r d e W so ll, Leabsichttgt, man den statu g' <j u 6 In Mi 11 eJtVit r'o )) a und -die ‘M‘ A'l- -1) a u i c n neU geschaffene Ordnimg -z Ü g a r a n l i e v c n. Regelung der MerreichW-tschecho. Aus -Prag wird Mme,Mt: Vovgestern sind Vertreter des Finanz-, Eifenba-hn-, Post- und -Jnn-enministeLiums unter Führung des Sekiionschefs Dr. S t o r ch' noch Wien abgereist «um E dem österreichischen! Verkchrsmiwsterium . üb-w die d et in.i t-i.v-e N r g?i u it g - e r e nü ze l n e n Austausch- und,V.er bi-ndn ngs erseubahng r c n z st a t i o n e n zu verhandeln. Nach einem provisorischem Uebe-reiwkoiumen wurdxn 'Ku solchen Verblnduin-gs- - stai-ron-en, bestimmt: G m ü n d, L u n d e nb u r g, fc o r ch e g g und Stab o n n i tz. Bei . den übrigen .Uebe-rMtgsstädten existieren, noch zwei, Statrouen. so -Zna im, Schattau aus der tschechischen und Retz auf der österreichischen und , ,ähnlich, - Oberhaid, S u Q» m cta-it und G r u s b a ch - S ch ö n a u - L a a. Durch die beabsichtigten VerhauÄungen, die laut ,Aribuna" gesteru begonnen ha-ben, soll ein-e definitive Rogeluug der einzelnen Stabioum zwecks ' VereiüchkiÄichu-ng der. gesamten. Gvenz-' und VerkehrKmäniPulgtiomn er-, reicht Werden. ' . ' . \ v - \ : ,Die. Konferenz wurde gestern v durch, den, .Handels-; .tNiin-i'ster Är.. S ch'.ü r s f einHeleitet; siedürfte. längere Zest .dauern,- da eine ganze Reihe von -FrMN.'. zu. hahq-ndylin r 'ftnd. , Die jüngst in Genfbeschlossenen Mrüstungsproto^ kolle werden in den nächsten Wochen in . drei großen -Staaten dem Urteil der Völker vorgelegt. Dies ist nicht -so zu verstehen, daß die Nationen aufgefopdert' werden,' diesen ersten tastenden Versuch eines neuenübevimtlo? malen Rechtes zu begutachten. Sie haben lediglich darüber zu entscheiden, ob die weitere Geistaltüngüchrer staatlichen Politika sich auf der Genfer Linie entwickeln . solle. In England wird am Mittwochdas. -Unterhaus ,neu gewählt, am 4. November wird das Völk der Ver- Unigten Staaten die Wahlmänner für die NeubMßüug des' Präsidentenamtes'bestimmen und für den- 7. -Dezember sind die Massen der deutschen Wähler znr Bildung des Reichstages ausgerusen. Die Genfer.Beschlüsse .bilden nur in England einen,G^nstän-,.Hp.'MEen Wahldiskussion, da die englische^^Regierung an, der..Dprbereitung und Textierung energisch mitgewirkthatte. Für Amerika und Deutschland komme« sie nur mittelbar zur Geltung, -infoferne, als sich die,um"-däsallge- .. meine Vertrauen bewerbenden Parteien^. mii.idVN.Inhalt, der Protokolle, mit der Frage demokxatisöherHort- . schritt und BLlkevversöhnung oder, Mckschritt' und' neuer ^Kxieg zu beschäftigen haben. . , Alle. diese Wahlkämpfe werden.nur..scheinbar -zur -Lösung innerer Probleme ausgefochten. In Wirklichkeit sind sie trotz der Verschiedenheiten des nationalen Tenvperaments von der., gleichen tiefgreifenden. Frage bestimmt, von welchem Geiste die Ordnung der Heßiehun- 1 gen zur Außewvelt Werrscht werden soll. Am'wenigstes Wr'liM die Situation in Amerika.!^D.opt'-HcKyi'du Mwen Parteien, .hrKcheinander bisher in ^oer HiHrung- 'des StaatenbundeZ' ÄblLsten, eine vollkommene'! AbWr von allen herkömmlichen Anschauungen vollzogen^ - Die Republikaner und' diö Demokraten diese' --'Partei- -bezeichnuwgen haben niemals Identität mit den,euro- .patschen Namen besessen — sind unter derWirkung :des Krieges und des^für Amerika so großen Sieges zum -Nationalismus übergegangen. Er trägt dort genau so wie in Europa die Marke der Schwerindustrie, und.-des Ägrariertums, und - es sind inhaltlich die gleichen Bannerzeichen wie in dem sonst sohochmütig-abgelehn- ,ten Europa. Amerika mag sich noch so jung,, noch so frisch und robust vorkonmren — es. steht unter der Herrschaft des übelsten. europaischen Geschenlkes, des Nngeiistes der Hurrapölittk. Die Drosselung der Einwanderung, das chauvinistische Geschrei gegen Anden,' Katholiken und Farbige, die Msperrungspolitik der Farmer, das sind grobe Versündigungen wider die Geschichte her Vereinigten Staaten und als solche europäischer Amiportschund. Eine genaue Prüfung der.Namen und Her- 'künst, der ^lautesten .Streiter' wür^e'sicherlich ergeben, daß der Radikalismus, auch dort von Renegaten betrieben wird. Aber dieses System der Isolierung ist doch durch die Sorge um die in Europa lausenden Schulden und um die irnmobil gewordenen Goldschätze fraglich geworden; bei der Londoner Könfereuz traten bereits die New-Dovker Hochfinanciers als Friedensfreunde' auf und in dem Wahlkampf gÄvirrnt die dritte Partei, die des Senators La Folette, durch ihre scharfe Betonung der AnteresseNsolidarität der Welt immer mehr Raunt. Amerika wird sich nicht so bald dem Bölkerbinrd anschließen, aber es kommt dem Prinzisi der mternasio^ Men Institutionen zur friMichen Schlichtung von 'Streitfragen näher. Aus welche Seite es serns großes und entscheidendes Votum in Zukunft legen wird', das wird am 4. November bestimmt werden. Wenige Tage vorher tritt die Arbeiterregierung ,Mac Donalds vor die Wählerschaft. In Englarw liegt die Frage viel klarer. Soll die ausgefpwchene Friedenspolitik so sortgeführt werden wie in diesem letzten Jahr? Der Erfolg des Labour-Kabinetts ist deutlich zu scheu und er hat sich außenpolitisch Präzise manifestiert. Es ist der Grundstein zu einer Neuordnung^ gelegt Und hierfür die wertvolle Mitarbeit der' französischen Demokratie gewonnen worden. Zwar gibt es auch unter dieser Regierung noch Krie-i und Kriegsgeschrei. Aber die Erbschaft, welche in c!'“t Staaten das Linkssystem über- 'nMmen hat oder , ''treten hätte, ist traurig und übel 'genug. Die Reaktion kämpft' erbittert und "mit Benützung aller^ Kricgserf-ahrrmgen gegen ihre . Liquidlierüngi' Sie'beUützt. geschickt die 'Instinkte der 'Masse, die Magensrage, den Fremdenhaß uyd die Angst vot i