Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2040 (22.10.1924)
- Date
- 1924-10-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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IPoien iOnmnrt Wien: Zum Abliolen in der Expedition» II. Taboratr. 1*3, oder in emerVerschleisstelle (Trafik) monatl. K 40.000 . Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied» 1. Bez., Wollzeile 11 MitPostversand für Wien u. Oeaterr. monatl. K 40.000 r Preis K ,1400. Tscheeh o-SIowakei: Mon. K20. Jugoslawien: Mon. Dinar60. Polen: Mon. 3yt Zloty, Deutschland: Mon. Goldmark 4, Frankr., Belgien: Mon. Frei. 15 England: Mon. 4 Schilling, Italien: Monatl. 15 IJr*, R u ’n ä ti i e n Mon; 150 Lei, 0 >rIgg rien Mohi HO Lewa, S c h w t i x und das Übrige Ausland monatlich FVes. 4. \ rlministration Wien H.» Taborstf.l—3 lelephone: 4-1-'.--^,43-3-19. bei * Na ehj ah lu n jrt O *■§ Prefserbohunff-ea .vorbebaitee AS6Uhrahds 21-102.25-282 X. Universitätsstrasse 6—8 (Druckerei Steinmann) Oesterreichisches Postspar * kassen-Konto Nr. 150.698 «r. 2640 Wien, Mittwoch, 22. Sttober 1924 6. Fohrgang Deutschland wiihlt am l Dezember. VleichzeMge Wahlen für den Reichstag and den vrenhische« Landtag. Dr. Mart über die Politik der Reichsregiernns. Die Verordnung des ReiHKprästdenten. Berlin, 21. Oktober. Amtlich wird witgeteilt: Der Reichspräsident Hot mit.Verordnung vom 21. d. die Haupttvahl für den Reichstag auf den 7. Dezember aittzeraumt. Berlin, 21. Oktober. (Tel. de, „Wiener Morgenzettnng".) Nachdem der Aeltestenrat des preußischen Landtages einen deutschnationalen. Antrag auf Aüflösnng des Landtages angenommen hat, werden die Neuwahlen in den preußischen Landtag gleichzeitigmitden für Sonntag den 7.' Dezember angesetzten Reichsratswahlen statsinden.. Bor der Auflösung soll noch der Haushaltspkrn vom Drndtag verabschiedet werden. ' Die Vorbereitungen zu den Wahlen find bereits in Gang, gekommen.. ... (Bitte Erklärung des Reichskanzlers. . Berlin, 21. Oktober. In ein«er Unterredung mit einem- Vertreter.des Wölfischen. Bureaus spvach^ Reichskanzler Dr. Marx sem- Bchauern' darüber aus, daß es Die Mumang der Nuhraebietes. - . (Edgeudieust b&tr Mlener.WorgaM'Mng-.)- ^vuppensind' hÄlte’ von Mannheim -abgezoGn.' Bor ihrem AbrüLen wurde die französische' Besatzung-ans'dem SchloMatz anfgestellt» Der französische Kommandeurhielt eine 'Ansprache, an die TruPM. stDarpüf wurde die französische Flagge vom Schloß heruntergholt, während die M'Märmusik die Marseillaise spielte. ' Die - Räinmtvng der Zonevon st' D o r t m und . und Horde, die bereits im Gange ist, soll Mtestens morgen um 9 Uhr vormittags beendet sein. ' . Cleve, 21. Oktober. Die östliche- Z o il ilgrupp e ist in der-Nacht aus den-21. d. aufgehoben worden-. Das deutsche Zo11pc tfo nalhat den Dienst in den. Zolllstellen ausgenommen. Die Paß- und AußenVontrolle an der Holland!scheu und belgischen Grenze, wird indessen auch weiterhin durch die Gendarmerie derBesetzungsmächte ansjgeM.' "’.V. Mat DonM aefltfl die Reparationen. - London, 21. Oktober. In einer. Wahlrede m Workso.p befaßte sich Mae Donald mit der Frage der Rep ratä >on s zahlu-ng e n mild': LÄflärte," et: habe ui emals den Reparationsplan für wi rts chaft- I ich z w e ckwä ß i g anigesichen und se>i stets foer Ansicht gewesen, daß er schließlich den englischen Handel derartigin MWMenischaft ziehen werde, Laß das englische VE -werde leiden müssen, bis wieder ein 'normaler Handel eintveten werde. Der Krieg .habei.ns>ölge der Angliederrmg von Elsaß uind Äochringen an-F-vantveich. .den französischen KohlennMkt verändert. Wn 'nönet'Markt müsse erst ge-, f.unden werden.- B>evor Moch dies .'geschehen, könne, 'sei -es wes>snMch,>daß die Währung tn'FvankÄi-ch -und in Deutschland stabMsievt werde. - Brrhaftang eines lommnaMchen Mgeordaete» in Nerli». (EigeMon-st der „Wiener Morgeirzeitung".) Berlin, 21. Oktober. Heute -vormittags louvbe der kom-' nmnistische Mgoovdnete H eble'i'n >im seiner Wohnung verhaftet und nach M o ä b r t gebracht,. wo er dem 11ntevsuchu>ngsrichter übergeben w-uvde.^ Bisher war er, durch die Jmnm-niität geschützt,' die Mt der Rei-chstagsauflösu-ng sor-tfällt. Die Mte-ilung' leides > P>vli-z-eipvä!sidM.ms hat daher heute einen Haftbefehl - erlassen. - Die änderen bommn'N'ist-ischen Abgeordneten, ge^en' die - ebenfalls Hafthefehle lausen, hatten gestern,, als die'NeicWtagsM-ffffnng ^bekannt wurde, Berlin verlassen..' ' <. : ' nicht möglich gewesen sei, den Gedänk'e.n einer Bolksge'm-einschaft zu verwirklichen'.'.Angesichts detr durch den Beschluß der deutschen Volks-hart'ei geschaffenen U n m ö gl i ch k e i t eines - Fortbestandesder jetzigen Regiernngsl-oal-itio-n und der Stelluitg.itahme der Demokraten gegen eine eiuseÄM Gdweiterung! der Regierung nach rechts sei der Haniptgrund für die Erweite- M'ng, die F e st i g u n g d e r R e g i e r'u n g s m e h rheit, hinfällig geworden..In den letzten'--Tagen..habe sich der Eindruck verstärkt, daß die .Stimmen Le.r D e u t s ch n a t i o n a l e n nur sicher, wären, wenn diese durch Bertvauensmänner des rechten Part-ebsMgels in der Regierung vertreten wären. Bei dieser Sachlage habe das Reichskabinett übereinstimmende-Billigung für die Au flösn ng des Reichstages gefunden. Die. Politik der Reichsi» r e g i e r ung, die Deutschland im 'le'tz'te'n' Jahre trotz allem vorange'bracht habe, müsse durch Neuwahlen für die,Zukmst gesichert we'rdem . M ameMMscher FinanzrerMgssyndttllt. ' ' 'FÄdie europäische Jnd^pie./. kanffche' GeMschaft Mt eittM Kapitel ..vom- /dr-e ißig EW-iaflten Dollär zwecks -Fin.än.zt?er)ung- -in-- dllsiriellex und Lommerzieller UnteradchmW'Gn,in..E1u-'r-°opa gebildet 'wo.rden!. . - Kruste stnmzielle Lase der AM Preßburs. (Eigeudisnst der »Miemr MorgenHsitun-g".) Preßburg, 21. Oktober. Das RegierungMätt meldet, daß die. Stadt Preßburg.sich in einer' sehr ernst en finanziellen Lage befind et und mit der Länderbanik in Prag über eine S a n t erung verhandle. Danach sollen von der Ausländsanleihe in der Höhe von 300 Mil-' Ronen Tschechokronen Preßbirrg 60 Mllionen bekommen. Polen» Kriegshafen. Paris, 21. Oktober. (Havas.) Der, ,Matin" schrMt, der Besuch des polnischen KvicgKmLniftvck' S. i k o r s k i in. Franlkreiich habe Mn Zwecke, die.Freiheit der Seeverbindungen Fvanlkrieichs >und Polens 'sichrMstellen. Borgestern ist in Paris ein Abloimmeen betlveffend'dde Schcvssung des pol>mschen Hafens GlYuia unterzeichnet worden. Die von ftanZöstschen Gesellschaften begonnenen Avbeiten wer- -den üisrW fortgesetzt werden. 1" '' Sentschlands Antwort an KorW. ' (Eige-Menst der „Wiener P!orgen.zritu.ng".)' Budapest, 21. Oktober. Der deutsche-Gesandte hat heute mittags die AntwoirtnOe der deutschen Regierung in A>ng>elegMche1t - der. verweigerten ‘ Auslieferung- S ch.u l z e- F ö r st e r s der illjNWvischm Regievmlg -überreicht. Szegediner Studenten. Budapest, 21. Okiobev.. (Tel.-Kor.) .Wie ,/Pesti Naplo" aus S z c g e d i n nreldet,' ist' es dort gesteun abends z>u kb n t i Is e M-i >'t ii -s ch q n S t,w de n t e n ä u 'ss ch r e i t >u ug e-n gelkommen. Jüdische Kinder Verließen-die Synagoge und trugen- Altr -Feiert des L a u b h ü t t e n f e st e s bunte Fähnchen m .der Hand,- darunter auch die -ungarische T r ik olor:e. Als die Kinder auf den HaupMatz Mimen, wo sich geWd>e. der Abe-Morso abspi-elte, stürzten sich mchrere Um* beris-itätWrer. auf die: Kinder : und entmssen ihnen mit Schi-mpfwyrten u-nd S chlätz e n die naitiionailen Fähnchen.' Bon S.pazi-ergä-rHen.zur' Rede.'gestellt,-'erklärtendie'Studen-ten, .-daß .sie in dem- A-ufgugder.jüdischen 'Kinder eine Schma-hu-ng der.-.unga-Mschen. Nation erblickten,' 'welche sie pflichtgemäß vechindeM mußten. - . . i!... \* r/ Ae deutschnationale Parole -v. e n, 22. Oktober. Die Auflösung des Deutschen Reichstages stellt sich als eine Verlegenheitsmaßregel dar..-Man wußte nicht mehr weiter und so sah sich die Regierimg veranlaßt, die Aufgabe des Tages, einen Ausweg zu finden, von sich ab- und dem Wähler zuzuschieben. Die^ Presseäußerungen zeigen eine arge. Befangenheit. Alle, hoffen zwar, wie . immer in solchem Falle, auf den Sieg ihrer Partei und malen ihn als selbstverständlich. auf das geduldige Papier. Alle aber können doch nicht ihr-e.Verblüffung über den energischen Entschluß des Kabinetts unterdrücken, das sich mit einem einfachen - Federstrich von seinen Sorgen befreit. Das Vorspiel der Auflösung zeigte wechselnde Stadien.. Nach der Koalition kam der Regierungsblock; als er die Last des Dawes-Pl-anes und dergroßen staatsfin-anziellen Reformen nicht, mehr . tragen zu können erklärte, sollte er erweitert werden. Entweder nach links, demnach sozusagen nach der demokratischen Linie, oder nach rechts, nach der Münchener Seite. Diese Pläne muteten der politischen Aufnahms- 'fähigkeit des Publikums sehr viel Elastizität zu.. Die Leitung des Kabinetts und insbesondere der. auswärtigen Angelegenheiten sollte dabei unverändert bleiben., Wie ist das möglich? Diese beiden Ressorts, müssen, sich ja trotz, aller Wahrung der.JndividnaWt.'/den'-.. Än-' schauungen der Mehrheit zumindest des WbmeN änbeqnemen. Ist sie links gerichtet, so heißt das Erfüllung , ' der Londoner. Verpflichtungen, Eintritt in.den.iBMerbünd üM eindeutige 's Hnedenspolitik. . Im .^rchewni Falle muß überall das Segenteil eintreten. Hat der MMter des Aeußern zwei Weltanschauungen in - der Tasche? Die eine '.für Mac Donald/ die andere - für Westarp? - - ..st' Die Erweiterung nach links fiel sofort-iw sich , zusammen. Gegen die Re'chtsrichtung wandten ' sichdie Demokraten, die in diesem Stadium zum ersten Male einen festen Kurs steuerten.. Sie wollten unter gar keinen Umständen mit den Deuts-chnatlona-len zusammen eine Verantwortung übernehmen,, bei der sie -nur die' Opfernden und Gebenden gewesen wären. Sie habenalle Verhandlungen, die Gbert mit den Nationalen führte, durchschlagen und mehr Zivilcourage gezeigt als der sozi-aldem-okratische Präsident. > Durch ihre. Entschlossenheit ist das Experiment des Rechtskabinetts und der' Pevsönlichkerten vereitelt worden, obzwar es gar nicht so übel gewesen wäre, die Herren Von der'Kriegs- Partei im Kreuzfeuer der internationalen Verpflichtungen zu sehen und zu beobachten, wie sie sich mit der Differenz zwischen der schlvarz-weiß-roten Theorie und der grauen Praxis abmühen. Esist nicht zu dieser Probe aufs Exempel gekommen. Ob dies zu bedauern oder zu begrüßen ist, steht jetzt nicht mehr zur Diskussion. Hinter diesen Doktorstreit setzt die. Reichstagsauflösung einen dicken Punkt. . Aber aus den vorhergegangenen Phasen der Krise ist doch zu erkennen, daß die Nationalen, die ihre Ansprüche immer weiter steigerten, ihre Position für sehr fest halten. Sie haben sich als Partei blamiert, aber trotzdem die Regierung durch die Verbindung Mit dem Außenminister beeinflußt. Sie haben davon profitiert, daß dieser Minister durch seine Partei seine eigene, klar vor gezeichnete Politik konterminierte und das Kabinett, dem er selbst in sehr wichtiger Funktion angehörle,. nicht weniger als fünfmal in akute Schwierigkeiten, stürzte. Die Westarp-Leute dürfen auch für die Zukunft mit'dieser Freundschaft rechnen. Ihnen gehört die„ höhere, auf die Monarchie oder die militaristische Diktatur eingestellte Beamte ns chast; sie verfügen über die. Beziehungen, den Einfluß und. düs . Gew der noch imnrer notleöbenden Agrarier und über die Wählkortege» der mit Antisemitismus geistig ernährten Jugend, st . . Politische Logik ist in diesem Kreis ein unnötiger Ballast. Die Partei^ die^den Dawes-Plan im Reichstag vor der Ablehnung geschützt hat, nennt ihn jetzt ein zweites Versailles' ünd.sterklärt als Wahlparoler „Für ein freies Deutschland,'. gegen den jüdischen Marxismus." Däraüist mur der zweite Teil'ehrlich' gemeint, obzwar er ah!- sich die kürzeste Form des leibhaftigsten und SEIDE alle modernen Herren* und Dameristoffe infolge kleiner Regien unerreicht im Preise. TI., links Wi8D" zelle 40, im Hofs