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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-16 · Heft 2034 (16.10.1924) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2034 (16.10.1924)
Date
1924-10-16
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 2034 Mm, Dorm-eBüH 3tvi Hirsch Mischer. Zu stimm 60. Todestage. In den Fünfzigerjahren des vorigen Jahrhunderts be gann sich innerhalb der deutschen Judenl/eit ein regeres Interesse für die Kolonisierung Palästinas zu zeigen, ©ine Reihe von Aufrufen und Broschüren forderte die Jndenheit auf, Geld für den Ankauf von Boden in Palästina zu sammeln. Zu der: tatkräftigsten Förderern dieser Bewegung zählte auch der 'bekannte Rabbiner irr Thorv Z ii> i Hirs ch Kali scher. Geboren im Jahve 1804 in Ma, hat er sich bereits in feiner Jugend als ungenlein begabter Talmudgelehrter ausgezeichnet. Noch als ganz junger Main, tvurde er zuur Rabbiner in Thorn gewählt, wo er über 50 Jahre dieses Amt ausübte. Schon nur das Jahr 1832 reifte in Kalischer der Gedanke der Notwendigkeit einer Kolonisierung in Erez Israel. In feinev Korrespondenz mit R. Aftba Eg er und Moses Sofcr sowie anderen großen Talnludgelehrten besprach er die Frage eilte e jüdischen A u siedle: n g i n Erez Israel, wobei er der alten hebräischen Literatur Belege entnahm, um dm Nachweis zu erbringen, daß die Errettung Israels aus dem Golus auf dem natürlichen Wege ihrer Konzuttration in Palästinanoch bevor der Messias kommen sollte, geschehen müsse. Marer gestaltete er diese Gedanken in seiner im Jahre 1861 erschienenen Schrift „Drischath Zion", in der er für die Wiederherstellung „des verödeten Landes Palästina und die Erhebung der zuversichtlich darauf harrenden Herzen" eintrat. In dieser Schrift, die mit dem Gutachten bekäunten Vorkämpfers der Paläftinakolonisalion, des Rabbiners E. Gut mach er, versehen ist, versucht Kalischer ans Grund von'Zitaten aus der jüdischer!, religiösen Litermur. den frommen Volksschichten zu beweisen, daß der Plan der Kolonisation Palästinas sowie dessen Aufvichlurrg im Sinne der Tradition zulässig sei, ohne daß hierdurch der Messias- Glaube irgendwie beeinträchtigt werden könnte. Auf Grund von 2lussprüchen alter Weist« versucht äkalischer nachzuiweisen, daß oie Beschäftigung ruit der Landwirtschaft in Erez Israel stets den Satzungen der Glaubenslehre entsprochen habe. Er meint jedoch, daß die vom Kolomsationsverein für Palästina in Frankfurt a. d. Oder (seiner Gründung) eiugüleitete Kblouisatiosistäligkeit nicht nur den Charakter der Wohltätigkeit tragt, sondern vorwiegend „vom Streben nach einem zu erreichenden jüdischen Nationalzweck, das in der allmÄhlicheü Enmnzipation des palästinensischen Territoriums Zu erblicken wäre, beherrscht sei. Es sei daher Pflicht der Juden, für die Belebung des heiligen Landes sowie für dessen Kultivierung, mit allen Kräften einzutreten". Die führenden Persönlichkeiten des Judentums müßten für den Schütz der in Palästina sich niederlaffenden jüdischen Kolonisten und ihre Sicherheit erntreten. Vor allem aber sei es notwendig, daß Palästina von. den Juden stark bevölkert nsid seine wüsten Fluren von ihnen bebaut werden. So hat Kalischer in seiner Schrift die Notwendigkeit der Kolonisierung Palästinas erörtert und Beweis hierfür vor allem das Pranzip der Nationalität ange- __Wiener Morgen-ettung. AMERICAN TAILORS Brüder Koch Ges.m. b. H. lA!*’;« 6. Bez.. MariahUferkrabel? AL'K Erstklassige Maß? Schneiderei für-Herren / Reiche Auswahl in feinen englischen Stoffen./ Elegante Ausführung / Billige Preist fuhrt. Er erklärt ausdrücklich, daß die Inden in dem Augenblick», wo die Völker für-ihre nationale Sache eimr-eten, für die sie Gut und Blut einsttzen, kein Recht haben, die Hände in den Schoß zu legey nud nichts zu tun, „um unser nationales Besitztum, das heiligste Erbgut unserer Väter, wieder zu erlangen". Ferner sei.es eine heilige Pflicht der Wohltätigkeit, henKn Palästina wohnenden Juden zu helfen, jedoch nicht durch Almosen und Spenden, sondern ihnen Mittel zu verschaffen, damit sie sich durch e i g e n e s c l b st tätige A r b e i t ihr Brot erwerben können. Mit dieser Schrift hat nun Kalischer die geistige Grundlage für die Palästinäkolvnisationsbetveguug, wie sie in den Sechzigerjahren in Deutschland entständen ist, geschaffen. Wenn auch der Vorkämpfer der Trennnngsorthodoxie, S. R. Hirsch, gegen diese Ansichten anftrat, gelang es doch Kasischer, einen bedeutenden Kreis religiöser Inder! für die von ihm inaugurierte Palästinabewegung zu gewinnen. Seine Anhänger berief er zu einer speziellen Konferenz nach Thorn, in der über die Gründung von Palästinäkoloitisatiousvereinen beraten wurde. Er nahrn auch eine intensive Korrespondenz mit M o n t e f i o r e, C r e m i e n x und Rothschild auf, um sie von der Notwendigkeit.der Erweiterung der Palästinakolonisation zu überzeugen. Er träumte davon, daß die kurz vorher entstandene Alliance Jsraelite die Verivirklichnng seiner Idee in Angriff nehinen werde. Mit seinem überzeugten Jünger Dr. Chaim L o r j e begründete er den ersten Palästinakolornsationsderein in Frankfurt a. d. Oder. Er.schickte Emissäre in die einzelnen Genreinden, um die Judenschaft zur Uiit-erstütznng dieses großen Werkes hrranzuziehen und durch Geldsammlnrrgen die Gründung von Kolonien in Erez Israel zu ermöglichen. Jnr Jahre 1864 gründete er in Berlin das Zemral- - lonütee für die Kolonisation Palästinas und ist unermüdlich bemüht, die Tätigkeit auf diesem Gebiete zu intensivieren. Mer allmählich muß er, der mutigste Borkänrpfer des Palästmagedankeus, eiusehen, daß die Alliance Jsraelite, .in die er seine Hoffnung setzt, die Kolonisanonstätigkeit in den' Hintergrund stellt und nicht die Initiative zu diostrn Werk M ergreifen gedenkt. Dennoch setzt er seine Tätigkeit bis zu seinem am 16. Oktober 1874 erfolgten Tode fort. Nur 50 Jahre sind vergangen und das neue Ere' Israel vebwirklichit in reichstem Maße Kalischers Ideen. Dr. N. M. Gelber. Anatole Frame. Die -rutsche Aegieruug han-oliert -er srau-ösischen. Paris, 15. Oktober. (Radio.) Wie „Matin" meldet, hat die deutsche Reichsregierturg' anläßlich des Ablebens Anatole Frances der französischen Regierung ihr B e i-! ei d ausgesprochen. Der Nachlaß. . Ans Paris wird uns gemeldet: Das T e st a m e n t Anatole F r a n c e s umfaßt, wie bekannt wird, nur fünf 16. Oktober-1024 Seite S Zeilen. Der Dichter hat sein ganzes Vermögen feinet GattÄ und seinen nächsten Familienangehörigen vermacht. Eine G e s a m t a » S g a b e d e r M e r k e Anatole Frances ist ftir die nächste Zeit in Vorbereitung. Sie wird auch zwei nachgelassene Manuskripte des Dichters enthalte,'. Lar Vermögen der Soulds. Bekanntlich lstrt Anna Gould einen Prozeß gegen ihre Brüder wegen des auf IW Millionen Dollar geschätzten Bernwgens ihres Vaters angestrengt. Nun bringen amerikanfscho Blätter Mitteilungen über die Entstehung dieses Riesenvermögens. Ter Eisenbahnkönig Jay Gould hat so klein wie andere „Könige" in der Union begonnen. Er wurde im Jahre 1886 als Sohn eines Farmers im Staate New-For-k geboren und seine erste Beschäftigung war das Ki'chchüten. W Jahre all, wurde er Kommis in einem-Geschäftsladen. Durch eine kluge Schiebung wurde er, dein ein Ncw-Vorter Kaufmann das Geld vorgeschossen hatte, bald selbst Besitzer einer Gerberei, und als sein Nvw-Z)orker Kompagnon Leupp beim Krach von 18D7 sich eine Kugel durch den Kopf schoß, war dies für Gould kein Hindernis, sich als reicher Ledechändler in New-Aort niederzulassen. In aller Stille hatte er sich aber auch mit den, Eiseuibahngeschäift vertraut gemacht, und gerade da Leupp in den Tod grüg, kaufte er die ersten Obligationen einer kleinen Provinzhahn. J'nnerhall) zehn Jahre hatte der Hirtenknabe von einst eine zwar gefürchtete, «der doch anerkannte Position in der New-Äorker Großfinanz, und er konnte es tvagen, William H. Vandevbilt wie auch Cyrus V). Hiel'd entgogenzutreten. Seines wachsenls?n Vermögens konnte, sich Jay Gould eigentlich nie erfreuen.' Znerst mußte er hasten und kämpfen, als Besihen'der wurde er krank, dtachdem er am W. Tezencher t.8U2 gestorben war, tourde er wie ein richtiger König in einem Mausoleum beigesetzt. Er hinterließ rund 1)0 Millionen Dollar und eine Position rmter den „Vierhundert" der Fünften Avenue, die seine Kinder zu verteidigen hatten: Vier Söhne und zwei Töchter, die nach dein letzten Willen Jay Gvu'Ids keine Ehen eing-ehen dunsten, die nicht die Billigung aller anderen Familiennritglisdor gefmrden hätte. Sollte ein Kind aber gegen den Willen der Geschwister eine nicht passende Ehe eingehen, so sollten von seinenl Erbe fünf Millionen gostricheu mt'o unter die übrigen Erben verteilt werden. Goulds Tochler Anna, geboren in New-3)ork am 5. Juni 1816, heiratete den Grasen Bonfface de Castellane und. rverteiserte mit ihm in der Verschwendung. Was der Bader, beziehnngsweise Schwiegervater, uri'chsam und unbe>denklich zusamrnerigerafft hatte, verschleuderten die beiden ebenso leicht wie MbedenKich. Es kam zu öffentlichen, Eklat und zur Scheidung von. Grasen Castellauc, toorans die damals Dreißigjährige das Wappen der stolzesten soanzösischeu Aristokraten, des Herzogs von TalleyranÄ, zu vergolden beschloß. Sie heiratete ihn auch als Dreißigjährige im Jahre 1966 und schenkte ihm einen Schn, der als Erstgeborner des Hauses den Namen Herzog zu Sogan führt. Man erzähl: sich, daß sie ihrem zweiten Mann 15 Millionen Dollar in die Ehe mitgedracht hat. Diese Herzogin klagt nnn ihre Brüder Edwin und George Jay Gould auf Herausgabe eines Betrages von 18 Millionen Dollar aus l^r Berlassenschaft. Sie begründet ihren Anspmch damit, daß ihre beiden älteren Brüder zu ihren, Schaden den erwähnten Betrag aus dem väterlichen Nachlaß in waghalsigen Börsenspekulationen verloren, hätten. Die Klage unterstützt ihr jüngerer Bruder Frank, und. die New-Aorker haben wieder einmal ihre Gonld-Sensation. ' Re glückliche Hand. (Uraufführung in der Lolksopcr.) Das vor e'lf Jahrelr vollendete Drama mit Aiuisik „Die glückliche Hand", irr tvelchem Schvnberg als sein eigener Textdichter die Gedrängtheit seines Mtsikstils ans die dra- Amatrsche Handlung überträgt, ist gewissermaßen ein Gegenstück zu seinem .nur tvenlge J^ahre älteren Mouodrau, „Die Ertvartnng", das vor einigen Monaten bei einen: Prager Mnsikfest seine Uraufführung erlebte. Ist dmü.eine einzige Frau Trägerin des Geschehens, die angesichts der Leiche ihres Geliebten sch'icksalsmäßig alle Stadien bes Schlnerzes durchlebt, so ist hier der Mann, der trotz a(Kr AAflehnnng vom Irdischen nicht loskümnlt, dein Schicksal verfallen. Wenn er mit leichte,n Schwur,ge mit dern Haninier zu einenc gewaltigen Schlaige aushvlt, ein reich mit Edelsteinen geschmücktes Diadem langsan, hoch einpor hetzt und es nach den schlichten Worten: „So schafft n,an Schnmck" lachend ltvieder wegwirst, mag ncan an den Künstler deuten, der im Heben von Schätzen, die dein Stevbl'ichdn unerreichbar sind, eine glückliche Hand hat. Und. doch bleibt er stets der arme Teufel „in der schmntzigbraungelben Jacke mit zerrissenen Schuhen lttld entstellenden Narben an Brust und im Gesicht" und zugleich der Knecht seiner Sinnlichkeit, der nach den: Besitz des Werbes begehrt. Und so oft er sich auch überzeugt, daß das jugendlich schone Weib denr „elegant modisch gekleideten" feinen Herrn ans den: Alltag mit der „vornehm schönen Figur und dem Spazierstock in der Hand" folgt und er selbst imrmr wieder nuß das Nachsehen Ijat, kommt er doch vom Weibsteufel ewig nicht los. — Ein kompliziertes Gleichnis:. Mag nun Schönberg in diesem Weib das Sinnbild der Erotik erkemren, welche hie Geistigkeit des in der Tiefe seiner inneren Gesichte für die Außenwelt blinden Künstlers gefährdet, oder :nag er das Weib sozial als materiellen Besitz werten, welchn dem in. Seelischen wurzelnden Künstler versagt Wvben nmß; der Künstler wird aus der Erfahrung niernals klug, verfällt immer wieder der Wirklichkeit und tvill nicht erfaßen, daß durch das Unglück seiner irdischen Blindheit und Armut das Glück und der Reichtum seines Innenlebens bedingt ist, daß ckben der Unglückliche zugleich der Glückliche äst, der die glückliche H<u:d besitzt. Immer wieder verziweiselt^ der Künstler und die Sinnenlust verbeißt sich ----so schreibt es Schönbergvor — als hyänenartiges Fabeltier mit fledermausartigen, großen Flügeln in seinen Rücken und zerstört sein besseres Ich, das aus der Stimme des Chores — sechs Männer und sechs Fra:,en, -deren grüubcleuchtete Gesichter ans der Bühne aus -kleinen Lucken des dunkel-violetten 'Sanltes starren — lebendig wird. Wie in der griechischen Tragödie, greift der Chor an: Anfang und am Ende — mit der Lehre, daß für den Künstler alles Aeußere Traum und nur das Innenleben W-rklichkeit wäre — in die Handlung ein, die, halb Sketch, halb Filin, in 28 Minuten abrollt: Traumhaft, unwirklich, unterbewußt wie ein Nachtjgesicht erschaut man das Phantom der Frau, die es mit dem nür schemenhaft, gezeichneten reichen Galan hält und doch immer wieder den Künstler b.ichjferiig reizt, der um ihretwillen alle Schätze hinNnrst. Gesteigert wird die TraumhastigkeiL noch durch das eigenartige Licht-, und Farbenspiel ans der Bühne, welches, wie Paul Stefan in seinem gerade rechtzeitig im Zeitkunst- Verlag crschieuenen. anregenden Büchlein „Arnold Schömberg" meint, die Farbenträume der Romantiker und das Skrjabinsche Farbenklavier — unabhängig von Skrjabin — verwirklicht. Hier offenbar, sich der Maler Schönbevg, dessen optische Visionen mit den akustischen .Hand in Hand gehen. Er schreibt zur'n Beispiel in Uebereirtstinmrung mit der Klangtvelt des irnmer nmchtiger anschwellenden Windes genau vor, wie „das Crescendo der Beleuchtung mit schNmch rötlicheur Licht beginnt, das über Braun in ein schmutziges Grün übergeht. Daraus entwickelt sich ein dunkles Braungrmi, den, Violett folgt. Dieses spaltet ein intensives Dunöolrot ab, das immer heller und schreiender tvird, indem sich, nachdem cs Blutrot.erreicht hat, immer mehr Orange und dann Hellgelb hineinmischt, bis das gelbe schreiende Licht allein bleibt". Natürlich spielen auch in die Farben magisch-mWische Vorstellungen ebenso hinein tvie in die Handlung — die das Uebersinnliche von Schönbergs „.Jakobsleiter^ vorausahnt —, und wie in die Musik, die in nur 296 Takten mit der höchsten Stärke des tiefften Ausdruckes di« gcheimnisvollen Scelenvorgä-nge und Beziehungen.des Mannes und , des Weibes zu Tönen ballt. Dieses Vibrieren überenrpfindlicher Nerven, diese nuterbewußten^rud doch schicksalsmäßigen Erschütterungen konnten nicht durch herkömmliche musikalische Mittel vertont werden, und sy lmnt sich- Schönberg mit souveräner Rücksichtslosijgkeit eine selbstherrliche Klan-gwelt aus, die in reichster Differenzierung der vorwiegend solistisch behänderen Instrumente die' Seelenstinunnugen in bizarre, zerflatternde Klänge und Klangfarben cinfängt und wieder aufl-ost und in Klängen mehr Seelisches enthüllt, als Worte, vermögen. Unheimlich nnwiMich der zwischen Sprache und Gesang abgetönte Chor, mächtig die plastische Gestaltung des Mannes, der ftir sein Triebleben nur spärlich von der Singstimme Gebrauch nwcht und doch seinem geqrmlten Innenleben erschürtcvnden Ausdruck verleiiht. Die sinnlichen.Lockungen des stummen Mibes muten fast wie letzte Ausklänge der Salome-Epoche an, im übrigen folgt die Musik denr knappen Stil.der fünf Orchester-, stücke Op. 16, den Schönberg seither in seinem neuen Zwölstonsystem schon wieder verlassen hat. Die Probleme des in der Schärft seiner psychologischen Plastik durchaus neuartigen und genialen Werkes wurden von Oberregiffeur Prof. Turnan, fotveit es die beschränkten Mittel der Boltsoper gestatten, dom Direktor Dr. Fritz Stiedrh, der die Vorstellung leitete, restlos aelöst. Die Verdienste des ausgezeichneten Dirigenten um die Einstudierung des beispiellos schwierigen Werkes können gar nicht hoch genug eingeschätzr werden.-Das Farbenspiel auf her Bühne tvar wohl wesentlich eingeschränkt und das onnmtige Fräulein P f n n d m a y e r in der Rolle des Weibsteufels mehrverschüchtert als unternehmend; um jo prächtiger charakterisierte Herr Iarger den unglücklichglücklichen Künstle-,-, lieber die stüninischen, schier endlosen Ovationen für Schöüberg und alle Witwirtenden haben wir bereits berichtet. Nach der ,/8lücklichen Hand" gah es noch eine geluugene Erstaufftchrung: „D e r h ä n s l ich e K r i e g" von Schubert, mit den Damen Schimon, Wagschal und Bäck und dem famosen Herrn Band l c t in den Hauptrollen, von dem hochbegabten Kapellmeister Dr. I a l o w c tz sorgfältig einstudiert. Eine reizende einaktM komische Oper, die trotz ihrer himmlischen Länge gerade ein Jahchundert überdauert hat und mit ihren wundervollen, nicht gerade dramatischen Melodien auch weiterhin lebensfähig ist. Freilich täten ihr einige energische Striche und' eine andere Nachbarschaft als Schvnibergs „Glückliche Hand" dringend not. Erwin Fel'ber. .

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