Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2033 (15.10.1924)
- Date
- 1924-10-15
- Page
- Seite 6 (sequence 8)
- Language
- German
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Velle's ' . Wen. MWdH Jinz güüsrige Gelegenheit für tzte Herren"Ä-»lisch,. Ro th-' ' s ch il >d. D i ck und Stutsch eito s I y, des neugegründeten „W i e n e r S t r e i ch q n a t \ 111 s", ihre musikalfiche Dis- Mm und, ihren Älangreichtum zu erweisen. Daß sie namentlich in den Geist eines schwierigen modernen Werkes tief ein« zudrmgen vermögen, bezeugte die vortreiMiche Wiedergabe des Streichquartetts Op.:3 hon Wban Berg. Der Schöübevg- Lchnler, der seither -durch seine Oper „Wozzeck" im KorWrtsaa'le bekalwi geworden ist, weiß in zwei knappen Sätzen mehr zu sagen als mancher andere m vier 'lanMdehnten. Da. er alle? überflüssige ansschci'det, hat fast jeder Ton seine motivische Bedeutung. Namentlich der erste Satz bringt große dh-. namische und agogisch« Steigerungen, äußerste rhythmische und melodische Konzeunation, sorgfältige, lineare Arbeit jenseits des herkömmlichen Wöhlklanges. Erwähnen wir gleich seinen Weggefährten Anton Webern, dessen fünf geistlich« Lieder mit Begleitung von KammeriNstruureilten von Fw-ü Felioie Hü ni-Mih aes et so ausdrucksstark gesungen wurden, daß das Publikum ihre Wiedecholung eGvarvg. Und dies trotz ihres schwierigen musikalischen Gehaltes, trotz linearer Technik und trotz der instrumental motivischen Arbeit, gegen deren neuartige Klangreize die eigenwillige Singstimme einen schweren Stand hat. Und als dritter im Bunde der Schöwbevg-Schule der hochbegabte Hans Eisler, der, wie olle Schönberg- Schüler, eine gediegene technische Grundlage besitzt. So bringt er im Jnterme^o seiner Klaviersonate eine. Pasfaoa-Fia, die bei größter Modernität doch m Bvcchms wurzelt und im heiteren Rondosin ale verstärken sich noch die musikantifchen Impulse. -Ein starker, von Dogma und Jntellskt unbeschwerter Musikant ist auch Paul A. Pis I, dessen Streichquartett im melodischen Material wie in dessen Entwicklung Kraft mit Gemüt paart. Nicht radikal um jeden Preis, vermag es doch die modernen Errungenschaften mit SeibstveustüMichkeit in den Dienst der Tradition zu stellen und verrät in der ernsten Feierlichkeit des schönen. Adagio wie im Humor des in seinen Motiv-RemimszenZön reizvollen Epilogs Einfall und Persönlichkeit eines echten Lyrikers. — Wir hörten noch anspruchslose, sympachische Lieder von Karl H o r w i tz, fast impressionistische, noch unausgeglichene Klavierstücke von Heinrich Knödt und eine im Adagio warm empfundene Eellofimatc des konservativen Karl W eigl. Ein geistliches Lied für Sing- ' stimme, Geige, Bratsche und Klavier von Egon Wellesz wurde von Rosette Anday ganz wunderschön gesungen. Auch hier gelingt Wellesz wie in seiner Oper „Prinzessin Gu-irnara" mit raffiniert einfachen Mitteln die schöne' Stimmung eines gewissermaßen geistkich-dramatischen Stils. Durch seine Ursprünglichkeit fesselte wie immer der Reichsdeutsche Paul Hindemith, der in ferner neuen Scilosonate für Biolirre den Bachschen Stil mit neuen Ausdrucksmitteln durchsetzt und als starker Rhythmiker im Banne Strawinskys auch um originelle Scherze niemals verlegen ist. : M. Ar SrWmug der Wische« «leinUmftM« »Wser Klar!". Sa ms rag den 18. d., 8 Uhr abends, findet die Erbssrruug der Machen Kleinkunstbühne „Unser Klas8" «u Saale des Schriffitellervoreins „Die Scholle", 8. Bez., Lilienbr-unngaffe 1, statt. Das reichhaltige KinsÄettsche Programm .enthält unter anderem -folgende Darbietungen: Rezitationen von Michael Preis, Mitglied des RarumlM- Theaters; Ausführung des Sketchs „S'a ligew" vo^ Sch «lern Alej.chem -durch Benzion Sigall iKd I. MesteT; MelödeNamationen von Ls-uda Kadisom; Jnszenisnmg des bekannten jüdischen Volksliedes ,Maf kmnafchma klon"; GesanHsvorträge von Hilda Dulicrasa; Borlestmg tFostf B u low' und Ausführung des Einakters ,Me erste Kocht" von I. L. Perez. Conferencier: Makry. Am FbÜMck: F. Timari. Während der Aufführung der „Ersten Kocht" spielt eine Keesmer-Kapeille -jüdische Hochzeitsmärsche hinter der Bühne. Me nächsten Veranstaltungen finden Sonntag' den M, Montag .den 20. -und Dienstag den Kl. d. statt. „Moderne Bvulnnft und da» Theater." Im Rähnren des Musi'-t- und Dheaterfesdes hielt der 'bekannte Architekt Theo van Doesb-urg im KonzerthMS aus der Raumbühne einen Bortrag, der eine Einführung in die holländische Stilbeweguug bezweckte. Die moderne Ärchitsktur, wie sie der Vereimguug ,We S-tfil" dovschwetbt, Hot Berührungspunkte mir zwei Strömungen der A-ödenden Künste, nlit dem 'Konstmitiouismus -und dem Neoplastizismus. Auch sie sucht sich dom imitativen Charakter zu befreien und von der Tradition unabhängig zu machen. Die TbeLerwinÄMg der Jllwsiail, die ökonomische Organisation der Mittel, die Rücksicht« rahme aus die Erfordernisse der Praxis, die Monumentalität wird erstrebt. Für den Theaterbarl ergeben sich neue Anschauun. gen. Ta die frontale Bühne nicht mehr in Einklang mit dem modernen Leberiüge-sühl zu bringen ist, so Wird durch die Durchbrechung der Hintertvand allmählich die viereckige Form der Bühne aufgehoben, das mchvdimensionale Theater ist i« Entstehen begriffen. Die Einteilung des Raumes, das BechältuiK zwischen Raum und Zeit, Symmetrie und Wiederholung, das Wesen der Farbe, die Architektur als Synthese der Kmrgestalt'ung sind die Probleme, deren Ueberlegur^ erfoa-derlich ist, um gleichsam „in vier Dinwnsionen zu denken," wie sich Does-burg austzrückte. Am Schluffe seiner Ausführungen, las er eilt .prograimnzüsch^ Eern'onisch:-» Komponisten George An 1 hei 1 (auch in Wien bekannt) vor, für den alle Musik, ja selbst die eines Stvowinsikh und Hebe, nur eine Vorbereitung für den komnrenden, schöpferischen Mniskler ist, der zugleich Musiker, Mechdanker und Mathematiker sein wird. Eine neue Dimension de- Rhychmisch- Sensualen wird alle Bertikalisten und Ho-mzontalisten unr als arme Stümper erschemen lassen und an Stelle unserer Instrumente werden Musikmaschinen treten. dt. Saisonbeginu am Misch« Aeat« iv «üv-MN. (Von «lsettm Xew«SoÄtt Berichsekßatter.) D» Mische« Theater M RÄv-Uor» haben bereits mit Bolldanchf zu arbeiten begonnen, obwohl die ersten Wochen der Saison bis zum Ende der Mischen Feiertage eigentlich als Vorsaison zu betrachte« sind. Dennoch haben die Direktoren bereits Stücke angefetzt, von denen sie sich hlche AuGührnngszitsfern echojstn. Das Nationaltheater hat als EröffnrmgSoperette ,^Die Liebe im Kaukasus" herauAgebracht, deren Musik von Sandle t, dem in der letzten Saison so erfolgreichen Komponisten der Operette ^vie rumänische Hochzeit", stammt. Die Stars der neuen Operette sirw Aron Lebedje« A-nd Beffie W eißm ann. In Borbereitung sind Stücke der Hausdichter dieses Theaters ZolotorewM, Kvrnbiüth und Kalmanowitsch. Keßlers Seeond Avonue-Dheater hat sich für Saisonbeginn Mali Pieon im ,Lipke Feuer" verschrieben; für den zweiten weMchen Star des Theaters, Jenny Bail.iere, wurde ein Stück in Deutschland bestellt. Starken Erfolg hat das Grand Street Daudeville-Theater mit der musikalischen Komödie ^Der wahre Schah" von A. Lash, Mlstk von Tangma«-n. Im Mittelpunkt der Aufmerksatnkeit steht Morris S chwa r tz' jüdiksches Musttheater, das mit An—skis „Dybuk" eröffnet hat. Die Aufführung bot drei Sensationen, zunächst Lia Rosen, die berühmte Darstellerin des Burgtheaters, welche.ratn den. Weg zur jüdischen Bühne gefum-den hat, dann Paul Baratosf, welcher in der stummen Rolle des Stadtnarren mächtigen Eindruck erweckte, und Bina A b r amowicz, das „Mütterchen der jüdischen Bichne", welche die Amme Frejde spielte.^ Die erste Novität des Kunsp'heaters spar Berkowiez' Drama „Moschke Chaser", in welchem Paul Baratöff Gelegenheit hatte, seine große tragische Begabung in allen Nuancen spielen zu lassen. ' Me W iln a e x T r u p p e, welche in der vorigen Saison in 3ie>w-Nork mit Erfolg gastiert hat, absolviert jetzt ein Gastspiel in L o s Angeles (Kalifornien) und erntet, wie von -dort berichtet wird, mit den Aufführungen von ,Dybuk", „Grüne Felder", „Die Rewele" reichen Beifall und — was nicht unwesentlich ist — reiche Einnahmen. Lmz auf der «anmbMnr. - «Nuor rordir. Gertrud Bodenwieser nnd. chc« Gruppe haben den Versuch unternommen, Tänze, di« ursprünglich für die Rechteckform des Kontzertpodiums Lestimmr waren, auf die Kreisfläche der Raumbühne zu übertragen oder gar neue Schöpfungen für diese zu ersinnen. Die bereits bekannten Tanzdichtrmgen „Dämon Maschine und ^Der Tanz imt das gMeave Kalb" erzielen eine stärkere künstlerische Wirkung, da eine Verteilung der Bewegungen auf drei Etagen eine scharfe« Rhychmisierung und eindringliche« Miedernng erlaubt. Me. restlose Aufiösmrg von mchr bildhäfien, konstruktiven Einfällen in tänzerische Kompositiomn gelingt auch auf der Raunchühne nicht. Beffer, zeigen zwei abstrakte Bewegrmgsstudien die Müglichckeit auf, die sich hier dem absoluten Stag Bieten, Das Bilden -und Auflösen von Gruppenakkordeu, das Kontrastieren vo« symmetrischen und unregelmäßigen Beweguagsreihen, die Führung der tänzerischen. Linien m Form der Spirale sind technische Probleme, um deren Lösung Gertrud Bodeuwieser ans «euer Einstellung gerungen hat. . Eine Karikatur „Der Film ohne Leinwand", in die Form eines Kostümscherzes gekleidet, Me Lunte, mehr turbulente als lustige AngÄlegenheit, bildete den Abschluß des Abends. Mehr als durch ch« schöpferische Begabung überzeugt Gertrud Bodenwieser durch ihr pädagogisches Talent. Ihre Schulz die so starke tänzerische Individualitäten, wie Gifa Gert und Hilde Holger mit der mehr gesellschaftlichmondänen Begabung einer Kiesel Ninaldin«, der graziösen Rossigkeit einer Marion'und mit der Eigenart so mancher jungen werdenden Kraft, deren Namen «bisher noch nicht, in die Oeffontlichkeit gelangt ist, vereinigt, hat Anspruch arrf A-n- «vkennung, die Hr auch «ichlich gespendet wurde. Wiens stärkste tänzerische PeriMüchkM Ellinar Tor-, dis hat lim Lause aiw?8 IahreS ihre GestaMMgGoast^ sprunig-. halft vergrößert. Zwei Komponenten sind für ihre Tanzkunst wesenhafft: chve starke MußikaliM und ein eckbchenes SWge- ' «fühl. Der erste Teil ihres Programms umfaßte «vr Dmze^zn- Koinchchttianen des 18. JcchchundertS. Sie hat «töt Jwrttlberbaver Emifühlung den Geist dieser Musik aufgesogon; sie leiht mm Passtwaglia von Händel die weiche, geschmeidige. Gestält, Mt einem Ciorellii die stmgsame FoierAchköit, die melodische Lmiie mit chven femMedttigen Händen nachiPichnsUd, ist M «i>mm Memrette von Pugmmi von einer bevückenden, tänzerischen Lsichttgeeit, denen Mkigvr U-wtevgr«md nicht verborgen Aeibt. ' V ’! Den zweiten TM l'ihves ProgrammeS widmest Ellbnvr ToMs der MsdeMung innboriner Musik. Im. den Längen, zu denen dm Partnerin hmtzugazogen wird, ist sie di« müsNalische Füh-veom; sie baut das bevühntte Stück Baffo Ostinato von WnenSkh streng »ach den musAaMschen Fovmgeisetzen aus.- Eine ÄvckbeKe zu der Musik deö s-chr begabten jungen Wiener Komponisten Fvany Salmhofer zeigt ihr Talent aus neue« Pfaden; di« Spannkraft -ihres Körpers schafft einen einhett^. Rchen Organismus aus der Bewindung von Da-nz mrd Don. — Der BHall war sehr ftmck. Akffved Sandi. >«» dm Aeatmi. Bur,th r ater. Morst», 7 Uhr abends, „D a- Abenteuer in Chiua. A k a b e m i e t h e a t«r. Morgen, */«8 Uhr abends, «r Ra«b der Sabine rin ne«". S chSn b rnnner Schlo ß tbeater. Morgen, «/,8 Uhr abends, „Der Widerspenstigen Zähmung". __T yMr M Mc..MS, P o l k § o p e r. Heute c r B e 111 l ft u d e n i#. Morgen „C a v al l e.ri a r usi i e a n a", „Der Bajazzo". - Im D en t / ch'e n Bol k St h e a t er findet heut« um -7 Uhr abends - im Rchmeu des Mufik- und Theaterfestes die AuMrung' der neueinstudierten BauernkoMödie ,^D.e r G' w i s s e n S w u r m" von Ludwig Anzengruber miti Dr. Rudolf T y r o l t als Grilthofer st-", ^'''«lleiter: Friedrich Rosenthal. Im M v der n e n T b e a t e r eröffnet heute um 10 Uhr abends Ellen D e l a-R a b e n e ck (Moskau) ein auf wenige Abende berechnetes Gastspiel. -Die - MMertn undihr' Ensintble bringen neues Programm, das den Gesamttitel „Comedia del l'Art des XX. Jahrhundert»" führt, zur erstmaligen Darstellung. - : . Vorlesung Iizchak Kahenelson. Heute um. halb 8 Uhl abends liest im Saale der Lesehalle, 9. Bez., Türkenstraße 9, der in Wien - weilende hebräische Dichter J-tzchak Ketzonelsovaus eigenen Schriften. Eine internationale Ausstellung für Theatertechnik in Berlin. Aus Grund der diesjährigen technischen Theaterausstellnng, die vorn 10. bis 14. d. in den DheatersÄen in Berlin stattfand, ist ans Veranlassung des Bühnentechnikers George Piek, unter Beihilfe der Spitzenverbände, der Plan Mumehr festgelegt, im August 1926 die „J tta", eine internationale technische Theaterausstellung, in den Ansstellirngshallenam. Kmserdamm Zu veranstalten. Eine fchr starke Beteiligung der in- und ausländischen Bühnen und der gesamten Theaterindustrie ist bereits gesichert. Hoffentlich versäumen die österreichischen Thoaterkünstle-r die Gelegenheit nicht, ihre-Werke im Ausland dvkanntzunmcherr. „Eharlehs Tante" das Lustspiel, von dem hier dieser Tage aus Anlaß des zehnten Todestages seines Verfaffers die Robe war. gchorte auch zu den ausgesprochenen Lieiblmgs-, stücken Wilhelms des Ztveiten. Ms der Kaiser das Stück zum soundsovielten Male besucht hatte, prägten die böfen^ Berliner das Bonmot: „Eharleys Tante" kann man. sich höchstens zivennal, allerhöchstens sechs bis sie-Lenmal ansehen!" Eine Rousseau-Buste Houdons. Im. Jaquemart-Andre- Museum mPa r i s lst jetzt eine sehr schöne Erwerbung des Institut de France, eine Büste I. I. Ronsseaus ausgestellt die-der berühmteste französische Bildhauer des 18. Jahrhnickerts, Houdon. dem Marquis de Girardin für die Sammlung der Kmrsttverke von Ermenonville geschenkt hat. Das präch. tiae Werk ist zwar nur gemalter Gips, aber von einer besonders seinen Qualität und vom Künstler mit großer Sorgfalt behaudelt. Neue Kompositionen. Wexander Zem-linskh hat im Laufe des Sommers ein neues Streichquartett vollendet, das (verorts in der allernächsten Zeit durch das Buxbaum- Quartett in Wien zur Uraufführung gebracht wird. — Pietw Mascag.nis neueste Kourposition. syrische Vision", gelangt am 16. d. in Berlin zur Auffühnmg. Eine neue Beuus gefunden. Wie die rönnschen Blätter melden, hat man , soeben in -de-n Thermen von Septis in Tripolis eme Venusstatne gefunden, die von außergewöhnlicher Schönheit ist. Die Figur, die aus >weißem Marmor verfertigt ist, fit tadellos erh alten. Sie stellt einen neuen Venustyp dar, zeigt jedoch eine ge-wiffe Verwandtschaft mit ihrer Schwester von Florenz und der von Milo. Hörne» ttttb Prügel. Der Musiker Richard Dt: ertappts» -als er «nachts nach fernem Dienst nach Ha-use Ku-virckkehrte, Lei fevnier Franc «den Leopold Kral im tichstm. Neglige mch stellte i'hor höflich zur Rede, was er hier tue. Auf diche semie Frage erhielt er die Antwort: ^Das geht Sie gär, nichts an." Darcmshim Prügelte i>hn M. tüchtig durch. - Kral hatte nichts Eiligeres zu «tun, als sofort den beleidigten Ehegatten bei der PoWzei wegen Mißhandlung an.znzeigen. Bei dev Berhandkmg vor dem BeKinksrichter Dr. Ämlle-r in Favoriten stellte sich heraus, daß sich -Kral stets wäl/rend der beau«fiichcir Mwesenheit «des Mcvums bei der «Frau lbeifcmd. -Kral Dar zur Verhandlung nicht erschienen. Er sitzt dsvzM inr Landesge- -vicht wegen «lnes Eigenitumsdelrkts. Der Richter sprach den Amgektagten mtit der Begründung frei, daß feine berechtigte Aufregung eine dsrartiye war, daß er damals Nicht sähi-g -war, seine HaNdlungswefie zu beurteilen Rechtsanwalt und Fabrikant. Vor dem L-aMsgevichts- «rt Dr. Arie (Beizirksg-ericht 1) trat d« Rechtsan-Walt Doktor .Franz Beintrexler a>ls PrivaMüger gegen den Lrder- ..ifabrikanten Joisef Blum auf. Nach Inhalt der -Klage hatte der Beschuldigte im Amtsramn des LarcheMgabenamtes den Klüger, der vor, ihm in den Amtsraum treten wollte, mit den Watten apastvaphrert: „Sie find ein feiner Rüppel!" Ms der Rechtsanwalt den FäbvÜkwnten zur Rede stellte, betzsichuet« letzterer den elfteren als einen o rdin-är e n- Ke rl. In dar tzefter-n ftattgchaibten Verhanidkmg wurde der ängekl-agte Fabvi- Tcmt, der trotz ausgÄvieseuer Zustellung zur Bechaüdlung uv-icht erschie n an war, auf Grund der Zengmaussage im Ginne der Auklage schuldig erkaiunit und zu dnei Tagen Arrest vemürteiit. Das Stummer!. In «den Monaten IM uck> August ftfttjjeS Jahres erschim in den verschiedenen Aemtem und GcschäftslbNlreauH ein luftiger Mann, etwa in der Mitte der Zwan>- Hlig, der um sin Almösen bettelte. Er hatte M Ävglriimation .Me «Kante des Asyl- und Workhcmses bei. sich, worin für den ToMtümmen Franz Braun, der als HWaMvter einen Posten in Ma-genisurt «oder Salhbuag (die Karten lauten vevs'chiedsn) ««treten sollte, nm Men Beitrag für die Reisekosten gelbeten wunde. Der arme bedoiuevnsüverte jun«g>e Mann erregte überall, wohin er kam, das Mitleid der Beamten, das sich zedoch bald nach feinem Abgang in unliiebsame Gchühle gegen ihn vsrwandel-te, als man jedesmal «den Abgang einer Brieftasche, hie -nur er. an sich genommen haben kannte,- bemerkte. Ec erbeutete solchermaßen mehr als ein Dutzend B-vieistafchen und stand gestern wegen Diebstahls und Betruges vm . einem Schöffemsenat. Auf Zureden des Präsidenten gab or den Trick M dem vom (WeÄhaus empfohlenen Dcmbstuftnrnen zu und gestand alle diese Dicblstähle, bis auf ötnen, ein. —Berte'ld i ger: Halben Sie schon einmal einen Selllbtstmordverfuch gemacht? — Angekl.r Mr-mal. 'Das letzbemal habe ich mich itm PollUzeiiMchcmgenhaus anshängen wollen,, bin aber von dem Posten gieschen worden. Der Gerichtshof veir-u-rtsilte den Ange- Kagjten zu zwei Jahren schw-eren^ Kerker s.- Berurtrilte Rotzbach-Mörder. Aus Breslau wird gemeldet: In dem Prozeß gegen die vier Angehörigen der-Organisation Roßbach wegen Evmordüng deS ZigarrenhändlerS Hermann hatte der Staatsarvwalt die TckdeSsträse beantragt. Das Schwurgericht verurteile die Angeklagten wegen Körpewevletzungmit Dodeserfolg ' unter Versagung mildernder Umstände: zu Zuchthausstrafen nn Ausmaße von sieden Jahren hie m fitm Monaten.