Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2032 (14.10.1924)
- Date
- 1924-10-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Ir oien Hl) groszyl Wiens Zum Abholen in der Expedition, II. Taborstr. 1*3, oder in einerVerschleisstelle (Trafik) monatl. K 40.000 Strassenverkauf in Wien dnrdi die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1. Bez„ Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien n. Oesterr. monatl. K 40.00V Tsehech o-Sl owake i: Mon. K 20 Jugoslawien: Mon. DinaröO. P o 1 e n: Mon. 3*/» Zloty, Deutschland: Mon. Goldmark 4,Fr ank rM Belgien: Mon. Frcs. 15 ear MO b« •PreJwMhunpen vorWetisneB Rr. 2012_ Me». Mmtaa. 14. Sttob« 1924 1 Prel? K 14001 England: Mon,4Schilling Italien: Moiiat'. 15 ,i ire, Rumänien Mon. 1501 ei, Bulgarien Mon. B0 Lewa Schweiz and d as übrige Ausland monatlich Frcs. 4 Redaktion n Administration Wien, II., Taborstr. 1,-3 (elepnone: 44*0»3b,43-3*19, A'^Ubrabd* 21-102,25*282 IX. Universitatsstrasse 6—8 (Druckerei Steinmann) Oeaterreichisches Postspar* kamen ^ohto 'Mr. 150.(5911 6. »OfitflOBfl erste HWothek auf das deutsche Rationalvermöse» dou der Revaratiouskommissto« aussehoben. Paris, 13. Oktober. (Havas.) Die Reparationskommission hat heute vormittags offiziell sestgestellt, daß Deutschland die für das Funktionieren des D a w e s- Planes notwendigen Gesetze in der von der Reparationskommission genehmigten Form votieren und sodann knndmachen ließ, daß es alle für die Durchführung und die Kontrolle vorgesehenen Organe bestellt, daß es die Bank- und die Reichsbahngesellschaft' endgültig konstituiert und den Treuhändern Lre die Eisenbahnobligationen darstellenden Scheine übergeben hat. Die Reparationskommission stellte desgleichen fest, daß Vertrage abgeschlossen worden sind, wtlche die Placierung der Anleihe von 800 Millionen Goldmark sicherstellen. Die.Repara- Lionskommission beschloß insbesondere d:e teilweise Aufhebung der Hypothek erst en Ran ge s, die ans Grund des Versailler Vertrages das V e rmögen und die Einnahmen Deutschlands und der deutschen Staaten belasten. Dieser Teil des Vermögens und der Einkünfte Deutschlands wird soh'n für die für den Anleihedienst notwendigen Zahlungen bestimmt werden können. Die Kommission billigte schließlich die englischen und am e r i k a n i s ch e n Vorschläge für die Emission der Anleihe und erklärte, sie würde es für wünschenswert erachten, daß der Generalagent für Repa r atro n szahlungen einer der Treuhänder der Bonsinhaber werde. " Die englische Tranche der Anleihe. London, 13. Oktober. Der Sübsiripnonspreis der deutschen Anleihe ist'aus 92 Prozent festgesetzt Wörden. Die Zahlungen sind wie folgt, zu leisten' 5 Prozent bei der Zeichnung, 25 Prozent anfangs November, 30 Prozent anfangs Dezember und 32 Prozent anfangs Jänner. , " , ' . Marx' KaMirmsschknemkeit-n. Die entscheidende Erklärung nächsten Dienstag. Berlin, 13. Oktober. (Wolfs.) Auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung des Reichstages, die vom Aeltestenausschuß für Dienstag den 21. d., 3 Uhr nachmittags, festgesetzt wurde,. steht die Entgegennahme einer Regierungserklärung. (Bis dahin muß sich entschieden haben, ob die Schwierigkeiten der neuen' Koalitionsbildung, wie sie der Reichskanzler angeregt hat, zu überwinden sind oder ob die angekündigte Regierungserklärung die Auflösung des Reichstages vussprechen wird.) Der Streit «m MW. Eine türkische Note an den Volkerbundrai. Genf, 13. Oktober. (Schweig. Dep.-Ag.) General J skne t Pascha hat im Namen der türkischen Regierung an den Generalsekretär des Völkerbundes Sir Eric D r u mm o n d eine Note gerichtet, worin er. um das,E i n s ch r z iten des Völkerbundrates in der Mossul- Affäre ersucht, da die britische Regierung ihre Verpflichtung, den Status quo an der Grenze : zwischen b:tn Irak und der Türkei zu.respektieren, nicht eingehalten habe. Der Bölkerbundrat möge , die -notwendigen Maßnahmen' ergreifen, um seiner Entscheidung Nachdruck 'zu verleihen. Das Välker'bündsekretvriast hat die Mitglieder' des Rates ‘ von dem türkischen Begehren unverzüglich in Kenntnis ge- Die Lage sehe ernst. Die Pariser Abendblätter berichten aus London: Die türkische -Antwort auf das englische Ultimatum wird für ungenügend angesehen. Wenn die Türkei bis Samstag mittags nichtauf die provisorische Grenze, wie sie der Vertrag von Lausanne Vorsicht, zurückgche, sei die Latze - als sehr ernst §u betrachten. Husseins Sihn aus Mekka geflr ch ll. Kairo, 13. Oktober. (Reuter.), Wie verlaut t, .sollen die W a h a b i t c n. sich geweigert haben,, in B e rhatt b lu ngen einzutreten. Sie hätten die. Zlbsicht, auf Mekka zu marschieren. Der neue König des Hedschas, AI i, und seine Regierung haben sich nach B a h r r zurückgezogen. - ' : Sthlvierigketten der Adriatische» Bank in Triest. (EigendienstbL „Wiener MorgsnMung".) Triest, 13. Oktober. Seit einigen Tagen gingen die alarmierendsten Gerüchte über die' Lage der A d r t a tis ch e n B a n k. Man sprach von einer bevorstehenden -Z ä hlungsein st e l l u n g.- , Die Bank selbst hat heute■ ein Communi q u e an'chlagm lassen, in dem sie Misieilt, daß sie infolge der großen- Nachfrage auf R ü ckz ah l.u n g der.Depots geKwungeu sei,-die Zahlungen e inzustellen, bis die rm Laufe befindlichen Verhandlungen zu einer,Regelung der. Situation der Bank geführt-haben werden. Die Adriatische Bank.hat sich nach Ro m gewendet, wo zwischen den verantwortlichen Stellen der-römischen Rcgi-erung. und im Beisein hiesiger-Parlamentarier und Vertreter der Bank- Verhandlungen eingeleitet wurden. Die Regierung will mit einer neuen Gruppe von Kapitalisten die Verhandlungen sorsiühren. Heute abends sind die Vertreter dieser neuen Finanzgrüppe nach Rom abaereist. Die Adriatische Bank Triest -in in den letzten Jahren nationalisiert worden. Das italienische Kapital hat das sklwische Kapital vollkommen zurückgedrängt.s Es be-. stand die Absicht, sich der Adriatifchen Bank zu politisch-":, Durchdr-mgungszwecken unter den Slaven zn bedienen. Der Kamvf um Schmghai beendet. Sieg der Regierungstruppen, Schanghai, 13Oktober. (Router.) Die T sl ch -e k i a n g- TrupPen haben sich auif der ganzen.Linie'den Regierung 8 t r n PP e n ergeben. Damit ist. der Kriegzwischen Tschekiang und Kia-ngu vollständig beendet. Verhandlungen betreffend die U e b ergäbe und Kontrolle der Chmesenstadt von Schanghai sind eingeleitet. L u - 8) o u n g - S a n g -und sein Generalsiab sind nach Japan geflüchtet. LeMchnationale Bettelbriefe an guden. Hamburg, 12. Oktober. (I. T. A.) Im Hamburger Landesparlament kam es am Mittwoch den 8. d., abends,' zu einer, längeren Aussprache über die Reichsbannerbewegung.' Nach Abschluß der Debatte wies der demokratische Parteisekretär in Hamburg, M e u t h e r, nach daß - die; Dentschnationalen Bettelbriefe an Juden und Judenabkömmbinge gerichtet haben, um' Wahlschulden vom 4. Mai zu decken. Diesen--Versuch haben sie für die bevorstehende Bürgerschaftswahl wiederholt. GELD ersparen Sie beim Einkauf von Stoffen für Herbst und Winter, Damen* und Herrenwäsche,. temenwaren, Strick« Und wukwaren, Teppichen, Vorhängen usw. Im Warenhaus Die Mische Abrüstung. ~y. W i e n.14. Öktobrr. Das dänische Kabinett hat dem Parlament , einen vom König Unterzeichneten Äbrüstungsplan vorgekegt, der die gesamte militärische Organisation - aufhebt und an ihrer Stelle ein Poliztzikochs -vorsieht. - Die. .Befeftigungswerke sollen..geschleiftwerden. Das 'Schicksal.der Vorlage steht noch' dahin,-, aber es' ist ^bemerkenswert, daß sie kein Initiativantrag eines Pazifisten ist, -sondern von einer Negierung ausgear'beitet ist, hie hier den'.Beweis eröringt, daß sich demokratisches. Bekenntnis.mit der Staatsräson vereinbaren läßt, wenn-man nur-will. Es tut nichts zur Sache, daß ein kleiner Maat .den.Anfang macht. Dieses Dänemark-ist schon wiederholt in-der Situation gewesen, mit Kriegsgefahr rechnen zu müssen, und im Weltkrieg lenkte die'Mmenspetr^ im dänischen Sund die drohende Aufmerksamkeit des deutschen.Generalstabs in unerwünschtem Ausmaß auf sich. Die dänische Regierung von heute wacht sicherlich so gut wie jede andere über Ehre und Ansehen -von Staat und Volk; sie stellt sich aber auf den Standpunkt, daß Ehre und Ansehen uwer dem Schutz der Wüstenlosigkeituwd Friedlichkeit besser aufgehoben sind a'^ inst Schatten einer organisierten Armee, die in den für das Zand möglichen Fällen absolut ungenügend ist. Im alten österreMchen Reichsrat hat einmal 'einMgPordtteterer gehörte der jüdischnationalen Partei an .—^gesagt, eine kleine Partei könne sich den Luxus;be\: AnständiMt leisten. Es ^chM^MOiMMchWr kleine' Staaten gilt/ und die dänische Regierung-findet diemiljtärrsche - Mepeutung ihres Heeres für zu geringe MM M -festzuhaM^ "Aber doch ist --'khr^WMWön-WSM WiW'gkeit. tzn' unserer Zeit' wandern -Ideen und- GÄiänken-viel rascher und so wird die Demokratie aller Mster die Entwicklung ' der - Dinge m Dänemark - mit hohem Interesse zu' verfolgen habe«. In dem Entwurf, der, dem- Parlament zugegange'n ist, liegen vor allem . Stimmungsmomentest die man 'beachten muß.- Dasdänische .VoU steht auf einer .sehr hohen-Stufe der Kultur.-Das Volksbildungswesen ist vorbiWch/ die Landwirtschaft bis zur wissenschaftlichen Betriebssührurrg vorgedrungen^ -Nun ist es doch eine höchst ehüvurdige These, die Von den Panegyrikern des Krieges erfunden -und von. allen Wiederkäuern/immer -wieder vorgetragen wurde, daß „was den Bürgers'FUßgeschaffen, schütze'- treu des Kriegers Kraft". Dieser Widerspruch in sich selbst A zu einem Axiom geworden, an' dessen Heiligkeit niemand zu rütteln wagte. Die Jugend, - so lehrten bie Schulen, müsse sich fü?die Verteidigung der heiligsten Güter vorbereiten, wobei diese heiligsten Güter nach. Laune und Appetit der . eben Dreschenden Verschißen definiert wurden. In den Kasernen lernt die - Jugend Ordnung, Selbstzucht, Kameradschaft und' Pflichttreue, sie wird direkt zur höheren Ethik erzogen. Die Lehre war fast in ganz Europa verbreitet und die Lobredner des Exerzierplatzes übersahen.'dabei geflissentlich den immerhin ausfälligen Umstand, daß England, und die -Pereinigten Staaten, also ziemlich gut organisierte Gemeinschaften, ihre Jugend ohne die Musik des Schwertgeklirres erzogen und dabei, in technischer und geistiger Kultur nicht nur nicht zurückblieben, sondern mit den militaristisch ausgebauten Schritt zü halten vermochten. : * : So oft man an dieses Loch im Konzept rührte, kam die energische Antwort:,,Fa, aber im Krieg! Der ist der Prüfstein!" Es kam der Krieg, weit es doch -Völker in Waffen gab und weil die Führer' der Heere doch ihre Existenzberechtigung nachzuweisen bestrebt waren. Und 'in'.diesem Krieg Wüg sich die englische'Jugend genau so -tapfer wie die französische und die deutsche, die amerikanischen ' Soldaten? brachten sogar die * Entscheidung. Es ergab sich-, daß die Wissenschaft des Krieges -eine fratzenhafte. Lüge ist/ daß sie wedereinen 'geistigen noch einen ethischen Inhalt besitzt- und allen Begriffen eines freien und geordneten- Zusammenlebens der Menschen ins Gesicht schlägt. Der eben verstorbene-Dichter Anatole France hat dies in einem seiner geistvollen Dialoge so .ausgedrückt: „Die Strategie besteht daxin,' über die Flüsse mittels der- Brücken zn gelangen und: über die Berge mittels der Gipfel.. Die^ Regeln der Taktik sind II. Taborstraße 48 TstssHon 47*l»7(! I En gros ' En doisn