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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-13 · Heft 2031 (13.10.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2031 (13.10.1924)
Date
1924-10-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Wf -i'fc,*/- ''■•r'iW*t:i»tt:'t'’<‘-i -'"- * ■ '.V an Wien: 2mm Abholen in der Expedition, H, Taborstr. 1-3, | oder in emerVernchleiastelle i (Trafik)»öaatl. K 40.000 Sfcrassercverkauf in Vis» 'durch die Kolporteure der , Fimi Goldschmied, 1. Bez.» Vollzeile 11 j Mit Postversand für Wien v. Oetkern monetl. K 40,000 teuer lösche eh o« Slowakei: Men. K20. Jojroslawiea: Uon. Dinar 60.Felen:Mon. SVt Zloty, Destaehland: Mon. Goldmark 4, F r a n k r., Belgien: Mon. Fres. 15 t&f* Na*h * ab I n ■ 'MW lw PretimhShauea* vortaludkt* I Preis K 1400 > |M , England: Mon.4 Sdiillihg Italien: Monatl.l5Uro Rumäai e n klon. 150 Lei, BaJgarien Man.JOLew« Schweiz ttnd dis übrig« Ausland monatlich Frei. 4 Redaktion o. Administration Wien, 11, Taborstr. 1—3 Telephone: 44-0-38,43-3-19, Ah6Uhr ahds.21-102,25-282 IX. Universität«« trasse 6—8 (Druckerei Stemmann) Oesterreichisches Postspar» Irasaee -Konto Nr. 150.693 Re. 2031 Paris, 11. Oktober. (Havas.) Der erstes e il der wrriüschaftlichen BerhaMungen zwischen «Frankreich und Deutschland ist beendet. Es wurde ein Abkommen über die Grundlageic evMlt, nach denen die Berhandllungen am 5. November m Paris fortgesetzt werden sollen. Es ist der französischen Regierung unmöglich gewesen, Deutschland die allgemeine M e i stbegünftigit<itg zu gewähren. Die beiden Abordnungen haben beschlossen, daß man, um die Leiderscütigen Gesetzgebungen in Einklang zu bringen, nach dem Grundsätze der Aequivalente Vorgehen solle. Paris, 12. Oktober. ZaglulPas cha ist nach M a rs eille abgereist, wo er sich Mittwoch nach Aegypten einschiffen wird. Paris, 12. Oktober. Nach dem „Jntranstgeant" wird Pierpont M o r g a n, der sich gegenwärtig in L o n d o n auMlt, Dienstag in Paris eintreffen, um mit den Direktoren der Großbanken zu Verhandeln. . MoÄaü, h2. Oktober,. In den Städten, Dörfern und Ansiedlungen.der U. S. S.. R. haben die W a h l e n z u den Sowjets begonnen. Die Wahlkampagne auf dem Lande ist äußerst rege. ' Angora, 12. Oktober. Der Freundschaftsvertrag zwischen der Türkei und der Tschecho-Slowakei ist heute unterzeichnet worden. Angora, 12. Oktober. Der Präsident der Republik M' u st a f a K e m a l P a s ch a hat den Präsidenten der Großen Nationalversammlung telegraphisch aufgefordert, hie Nationalversa m m l n n g wegen dringe nper Fragen sofort einzuberufen. Melilla, 12. Oktober. Die Spanier haben drei Stellungen geräumt. . . Rom, 12. Oktober. „Messaggew" meldet ans Verona, haß in der vergangenen Nacht einige bewaffnete Räuber, einen nach Verona fahrenden Zug überfallen haben.' Sie Warfen zahlreiche.Ballen Stoffe und Käsesendungen aus dem fahrenden Zug heraus und verschwanden in der Dunkelheit. ' Paris, .12. Oktober.. Dem „Petit. Parisien" wird aüs MewDörk Ldrichtet, daß auf dem amerikanischen Dampfer „President Polk", der von Marseille ’ komme, Feuer ausgebrochen ' sei. Mehrere Persorte« feien‘ ums Leben gekommen. ßin Vergleich MWovr Zwischen Castigl io ui und der Depositenbank ist eine Ei nigun g zustande, gekommen, die *ffe schwebende« Angelegenheiten bereinigt. Das Lederet», kommen ist noch nachts paraffiert worden. Soweit bisher bekannt, ist dieser Vergleich ans folgenden Grundlagen geschloffen worden: Castiglioni bezahlt s o f o r t an die D e p»o s i t e n v a n k eine« Betrag Von 10 M i l l j a r d e n» wahrend ein weiterer Betrag von 20 Milliarde«, sofern dieser nach durchgefShrter Verhandlung sich ergibt» nachtraglich von Castiglioni an das Finanzinstitut zu bezahlen ist. Ferner soll CoistlMni sämtliche Engagements, die aus dem Spiritusgesch 8 f t anShäften,. Äber'nehmtN und von diesem GeschSst die Deposttenbank volttommen entlasten. Es.handelt sich in diesem Falle . um Forderungen der Erben Bo n dys im Betrag, von 40 D i ll i a r d e rtr des Gpftitusagenten Robitfchek im Betrage von 8 Milliarde'n unddes ÄügnstLederer, der ursprünglich 80 Dillia rd e it angemeldet, jedoch die Zusicherung gegeben hat, daß er seine Forbernng wesentlich herabsetzen werde. Da nundie Depositenbank-Angelegenheit bereinigt ist, dürfte die Van e a C o m rn e r e i al e ihre Mitwirkung an der Ordnung der Schwierigkeiten Castwl;,mis wieder ausnehmen. , 13. Lttsber 1824 Anatole Franke gestorben. (Eigendienst, der „Wiener Morgenzeitun.q".) Plwrs, 13. Oktober. A n a t o l e $ * ä n c c Mseftvrben. 6. gahrsang FF Dits Luftschiff beverts über dem Atlantischen .. > . Ozean. (E-i-gendienist;«dör „Wüner F r i e d r i. ch s h a f em, 13. Oftober. Der Abflug des Zeppelin-Luftschiffes ist gestern programmgeniätz vor sich gegangen. Nach 6 Uhr früh wurde der Lufttiese aus der Halle gezogen und, schon wenige Minute« später stieg „Z. R. 3" langsam in die Hohe. Eine tausendköpfige Menschenmenge hatte sich au? dem Flugplatz eingefunden und bereitete der Besatzung lebhafte Ovationen. Nach Absolvierung einer kleinen Schleife nahm äas Luftschiff sogleich Kurs nach dem Westen und.war. in wenigen Minuten verschwunden. Die Telegraphenstation des Flugschiffes sandte von dem Verlauf der Fahrt bisher folgende. Fnnkfprüche: Um Ist Uhr vornrittägs. befand sich das Luftschiff über L hon mit.dßw.^M.M.die P h r e n a e ^M..-1^..Ahx'.zA:D^ gab das Luftschiff einen Funkspruch ab, wonach tzz ^H-WerH.etz'.Lp befand, mit der Richtung, atzs B o r d e a n Daraus geht h«r-or,7^.W^ etwas abgeänderi zu haben scheint ükd einen etwas'nördlicheren Kurs verfolgt, Um 2 Uhr 45 Mm. befand sich der Lustrreuzer 150 Kilometer östlich von R o ch e f o r t, um 3 Uhr 50 Min. funkte das Luftschiff nach Friedrichshafen, daß soeben dir M ü n d u « g d e r G r r o n d e überflogen werde. Abschied dom europrrischen Festland. Frankfurt a. M., 12. Okiober. (Wolfs.) Doktor Eckener,'der . Führer des „Z. R. 3", sandte an di« „Frank-. furter Zeitung" folgenden Funkspruch: „Nach schöner, gleichmäßiger Fahrt über den Mittelgebirgen Frankreichs, wo es etwas böig war, überfliegen wir um 3 Uhr 30 Min. die französische Destküfte bei der Girondemünduug und Nehmen Abschied vom europäischen Festland. Wir fahre« durchschnittlich 65 Meile« (117 Kilometer) in der Stunde bei Südwind von sechs bis sieben Meter in'der Sekunde. Schiff und Maschinen sind in bester Ordnung. Die Stimrpung an Bord ist vorzüglich." Ueber dem Ozean. FriedrichShasen» 12. Oktober. Um 7 Uhr twends befand sich „Z. R. 3" bereits über dem Bt l an t ischen Ozean, 250 Kilometer von der Girondemündung entfernt. Um 4 Uhr wurde die Küste an der Girondemündung erreicht und der Flug über de'n Ozean angetreten. Ein Attentat aof Dr. Eckonen. Gestern abends wurde ein geistLsgestorter Student ans Westfalen verhaftet, bei dem man ein«« Karabiner und Munition vorfand. Aus GedWeu und Briefen ging hervor, daß der Student beabsicht hatte, Dr. Eckener zu erschießen, um die Fahrt des. Zeppelins nach Amerika zu verhindern. Ein Freund des Verhafteten, der anscheinend um den Plan wußte, ist verschwunden. Die Toten von SNo Paulo. ,,.' * ' ‘ st. W1 e m 13.' pktais!. '.. Die Regierung Brasiliens " Hai die ' MMoluirvn, welche irn Staate Sao Paulo ausgsbvochen-war, mÄergefchlagen. Die Armee der Rebellen wurde gesangengenorymen und .entwaffnet^ Drei Rebellen.werden wieder' zu ihrer bürgerlichen -Beschäftigung zurückkehren und weiter arbeiten,-als ob nichts geschehen wäre. Das ist in dem an RevolvLttmen nicht armen Südamerika so Sitte. Nur an einem Bataillon wurde ein schauerliches Exempel statuiert. Man hat die.Leute,, .M. bie. Hsircheiet, .,nach-. der. Entwaffnung an die Mauer gestellt und erschossen. Warum? Wer waren diese Menschen? - Deutsche Einwanderer, soeben angekommene, .die sich gegen Mn-Sold ünid . Aussicht auf Ruhm und Beüteän ^den - DiW der Rovolutionäre gestellt und für 'DffeMft'igdWDLMW..'-.^''''7,s. "v' ' ' . Diese Episode enthüllt die entsetzliche KrüuVheit des deutschen Volkes/ Der Deutsche ist darauf erngedrillt, iim Kriege, im Mertschenschlachten aust Kommando, einen- Beruf, ein Handwerk zu sehen, wie jedes, andere, nur ein ehrenvolleres und einträglicheres. Ohne diesen Drill, - ohne diese von der Volksschule und Kaiserne bis zur Universität hinauf mit eiserner Konsequenz am -Deutschen geübte militaristische Dressur wäre der traurige Vorfall in Brasilien einfach unerklärlich. Mau muß sich die Situation vor Augen halten. Arme Teufel, welche zu Haufe nicht mehr lehen können, welche ein verlorener Krieg fortgeirieben Hat, und welche mit der Wicht weggefahren sind, härteste und niedrigste Arbeit zu verrichten, steigen in fremdem Lande ans User und sehen dieses Land im hellsten Auftuhr. -Andere Menschen hätte dieser Anblick mit Verzweiflung erWt. Denn Revolution und Frankreich» Artteil an der deutsche« Anleihe. - Paris, 12.' OLtober. Das FickWKNNmsteMm' gibt M- Nlistje-rpräsident,Hctiioi omb AnanKnünister Cl« m-c ntellhäÄLN'dve fvauKösische-lp Gaukiers .-besondere IuteresfL hÄrFrw>iest-n, Idos die. Nation an der AuLfÄhrung des SachVeostünlddgKNptaMsund d<r^ Äoindouer AbkommLNs habe.- Die svcmzMchsu,BWkiers Laben, der^Ml.Go.rprvM§ ' der MvHveM-ng,' die MlÜcHe §u zeichnen, Folge geleistet. , 5Mer sWaukveich ^ustl-llen-d« Doll betmFL 3 >M i-l-, Mi.Mieu Pfun.d /' Sterling, amovtvstevbar m 25 HcchMlHu -einein ZiNssti-ß von 7 Prozent. Die Uuter-- -ibriMLUg vor Allleihe evsälgt mii üe.r; Iln'ierstÄtzuug der mch Ge-sellschaft chex BorsenagMiW in Paris. Dde Anleihe iverdr au der Pari-str Börse zur Mblieben. Anders die Deutschen. Krieg! Sie Gäben-aufgeatmet! Das ist ja das Paradies! Da gibts- Gelegenheit - für den Tüchtigen! Uniform, Kommando, Ruhm und / Beute. Herz, was willst du noch mehr! -Warum dieser Bürgerkrieg tobt, welchen Zweck dieses Gemetzel hat, danach haben sic nicht gefragt. Der-für sie üüaussprech- ' liche Name des unzufriedenen Generals," - in' -dessen Dienst sie traten, hat sie ebensowenig interessiert, wie der noch unaussprechlichere -Nanke des Staatspräsidenten, gegen den sie kämpften. Die Hauptsache ist das KrieMhren, das Schießen urrd Stechen, stir wen und was, ist Nebensache. Das blutige Hasardspiel hat sie in seinen Bann gezogen. Man mußte ihnen -nicht lange zuröden, sie taten fteudlg -mit,. denn sie hatten ja fet preußischen Drill im Leibe und das Lied ■ vom edlen Waffenhandtverk, vom Stahl- -und Blutbad im Köpfe. Die Würfel find auf die schlechte Seite gefallen-und die armen deutschen Teufel mußten blutig büßen, was der preußische Schulmeister und Korporal an ihnen verschuldet hat. ' ' -; Man spricht jetzt viel davon., wie Deutschland wieder in den Kreis.der. Völker ejnzuordnen fei. Man denkt an Linderung der Versailler Bedingungen, an Aufnahme in den Völkerbund. Man verspricht"fich Fon einem Ausgleich am grünen- Tische. Alles ist unnütz/solange in Deutschland' bet Geist herrscht, der die Opfer -von Sao Paulo in die Reihen der -Rebeüem -jagte, -svla-nge 'von Deutschlands Lehr- und Kirchen-kanzeln' . und Tri-' hüllen immer und mrmer' -wieder. gchredrgt'wird','-', daß das Waffe-nhandtver-k des Mannes edelster Beruf ist und das Recht aus des Schivertes Spitze'sitzt. Was ' in London, Paris, Genftund Berlin arff ^oyfexenzen M-''- Drochen W).gesHrWb ' Äerbt tm Krupp-'uüUackf. dem Papier. Was'in Sao Paulo geschäh,-i-st tnaßgchelch und wird für la-rM, lange Zeit maßgebend: bleiben, sylange,/als die D^chenMWm,,Ludendorff und Tit- ' pitz nichsvc-rgcsteü können >uO>'dergesson wwlleü. '" •V

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