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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-07 · Heft 2026 (7.10.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2026 (7.10.1924)
Date
1924-10-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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t■- ’-w, ’ i ’."*>.■-;*' /-: •■ ' - Wm#*'w iPolen 20groszy| Wien: Zorn Abholen in der Expedition, II. Taborstr. 1-3, oder in einerVerschleisstelle (Trafilc) monatl. K 40.000 Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1. Bez„ Wbllzeile 11 Mit Postversand für Wien u. Oesterr, monatl. K 40.000 Preis K 1400 »euer Ts che c h o-S 1 owa k e i: Mon. K20. Jugoslawien: Mon. DinaröO. Polen: Mon. 3Vg Zloty, Deutschland: Mon. Goldmark 4, Fr an kr,, Belgien' Mon. Frcs. 15 WV" Ma c ii .i H ii n n e n HW bei Preiserhöliiiinieri Vorbehalten England: Mon.4Schilling, Italien: Monatl. 15 Lire, Rum a n i e n Mon. 150 Lei, Bulgarien Mon.B0 Lewa. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 4 Redaktion «. Administration Wien, II., Taborstr. 1—3 Telephone: 44-0-38,43-3-19, A'^Uhrabds. 21-102.25-282 IX. Universitätsstrasse 6—8 (Druckerei Steinmann) Oesterreichisches Postspar» ka<?sen- Konto Nr, 150.693 Nr. 2026 Wien. Dienstag, 7. Sttober 1824 BAkerbundrat Jeutfchland muß ohne Vorbehalte und Bedingungen um die Aufnahme in den Völkerbund anluchen. Paris, 6. Oktober. (Havas.) Die französische Regierung hat heute vormittags die deutsche Note bezüglich der Zulassung Deutschlands zum Völkerbund beantwortet. Man glaubt, daß die ftangösische Note die seinerzeitigen Erklärungen Herri ots best ä t i g t, wonach Frankreich k e i n e n prinzipiellen Einßpmch gegen die Zulassung Deutschlands zum Völkerbund und selbst zumVWerbuudräte erhebe, wo- ' gegen Deutschland sich den für alle Staaten hinsichtlich der Zulassung zum Völkerbund geltenden allgenreinen Regeln, wie sie im Völkerbundpakt bestimmt sind, ohne Privileg und ohne Ausnahme unterwerfen Müsse. Die englische und. die b e,I g i s ch e Antwort sollen im s e l b e nSi u n e abgefaßt sein. Die Note ttt Berlin eingetroffen. Berlin, 6. Oktober. Wie das Wolffsche Bureau erfährt, ist die Antwort der französischen Regierung auf das Memorandum der Reichsvegiorung vom 29. September über den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund heute abends hier eiugegangen. Der Inhalt der Antwort läßt sich kurz dahin zusainmenfassen, daß die französische Regierung gegen einen ständigen Ratssitz Deutschlands Einwendungen nicht erheben werde. Es würde jedoch ertvartet, daß der Ausnahmeantrag ohne Borbshalt und Bedingungen gestellt wird. Die Antwort der französischen Regierung und das Memorandum vom 29. Septsmber werdenveröffentlicht werden, sobald die Antworten der übrigen Ratsmächte vorliegen, was m wenigen Tagen der Fall sein dürste. Bor der Auflösung der Reichstage». Berlin, 6. Oktober. Wie das ,/Berliner Tageblatt" Erfährt, gedenkt Reichskanzler Marx unbeeinflußt von den Treibereien, welche.gewisse Kreise seinem Wrhandlnngen mit den Parteien entgegensetzen, diese zunächst sachlich» und mkbeirrt sortzusetzen. Vlan verhehlt, sich aber in maßgebenden parlamentarischen Kreisen nicht, daß die Aussichten dieser Mion immer mehr schwinden,, ja daß die Be-, wühungen des Reichskanzlers erfolglos bleiben werden. Geschieht das, dann soll der Reichstag am 15. b. Zusammentreten, um der deutschen Volkspartei Gelegenheit zu geben, ihre Politik zugunsten der Deutschnationalen bis zum Ende, das heißt bi's zur Zurückziehung ihrer Minister aus dem Kabinett durchzufühven. Es ist weiter anznnehmen, daß die A uflö sn ng des Reichstages sehr rasch erfolgen würde. Berönderungen im tschecho-slowakischen Kabinett. Bratislava, 4. Oktober. Der „Slovenska Politika" zufolge sind in der allernächsten Zeit Veränderungen im Kabinett zu erwarten. Vor allem Wird mit dem Rücktritt des Ministers für soziale Fürsorge Habrmann aus Gesundheitsrücksichten gerechnet, der durch den Abgegeordneten Dr. Winter ersetzt werden wird., Minister Habrmann soll angeblich auch sein Abgeordnetenmanbat niederlegen, da er für den Gesandtschaftsposten in Kairo ausersehen ist.- .Als sein Nachfolger inder Abgeordnetenkammer kommt Inspektor Posta Benesch- -in Betracht.; Außerdem soll mit 'der Leitung des Postmch Telegraphenministenums der bisherige provisorische Leiter desselben, Dr. Franke, mit der definitiven Le itnng betraut werden, llnterrichtsminister Bechyne ist,- wie schon berichtet/ zurückgetreten und durch den Ministex Markov ie ersetzt worden. . ' Mac Ionalds Fchwierigkeiten. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 6.- Oktober. M a e'D. o n ct l.d ist gestern abends Von Ehaqners nach London zürückgekehrt. Für heute ist ein wichtiger Ministerrat anberaumt, an dom außer Lord P a r m o o r und Thomso n alle. Minister teilnehmen werden. Es wird dabei über die Haltung der Regierung in dex nächsten Unterhaussihung Beschluß gefaßt werden. Der N n t e r st a a t s s e k r etär im. Foreign Office, Ponsonby, erklärte Sonntag abends in Sheffield in einer Rede, daß man behaupte, die. Regierung werde am Mittwoch gestürzt werden. . Er werde-daran erst glauben, wenn die Regierung M-ttwoch abends im Unterhaus am Boden liege. Es sei nicht das erste mal, daß die Regierung von den Liberalen bedroht wird,' aber .stets hatten sie noch im letzten Augenblick em-e H i n t e r t ü r gestlnden. um einem: Kampfe auszuweichen. Die. Llrheiterpartei. sei bereitaüe Herausforderungen anzuüehmer!, wann es' ihr paffe,, ob siei nun von Seite dex Konservarivew-- oder der Liberalen kommen werden., / Der Hch gi e n e m i n ist er erklärte in einer Rede .in -Birmingham, daß d'e reaktionäre Presse seit einigen.Tagen : weniger laut mach Nnt-erlMtslvghlen rufe/ als" noch vor 14 Tagen. Das erkläre sich daraus,' daß sie sich Rechnung -darüber abgelegt habe, daß die Za hl derArbeitera.b ge ordneten im neuen Parlament bedeutend Höker .sein würde al's im gegenwärtigen. Der Minister ist überzeugt, daß die Arbeiterpartei bei den nächsten Wahlen eine genügende Mehrheit erringen werde, um den Liberalen und Konservativen ihren Willen zu diktieren. - (CigeMenst.der-„Wiener Morgen,zeitung".) Lo«öon, 6. Augusü iTel.-Comv.) Zagblul.Pascha lvird morgen früh nach Paris und von dort über Marseille nach Kairo zurückkehren. ' - Köniq Husseins Sturz. Sein Sohn soll Kalif werden. Kairo, 5. Oktober. (Reuter.) Emir- Ali hat sich bereiterklärt,, den Thron von Hedschas im Namen des Kalifats zu besteigen. Das L a n d e s k o m i t e e von Hedschas hat tele« graphisch ' mitgeteilt,, daß der Thron beut Emir Ali unter der Bedingung cmge-oten worden sei, daß er den Forderungen des Volkes Rechnung träges Das Kalifatkomiiee in Kairo hat I b u S e u d ersucht, die Heiligen Stätten zu achten und nicht, mit seiner Armee in Mekka einzudnügen. - ' Husseins Doppelspiel. London, 5. Oktober.- (Tel. der „Wiener Morgenzeiniltg") Die Abdankung König H u f seins wird von der Presse nicht ohne Befriedigung.kommentiert, was seinen . Grund darin hat, das; Hussein über die Ziele, die ihm England steckte, hinausschießen wollte. Der englisch-arabisch e Vertrag eiwies sich trotz langer Verhandlungeil als n n m ö g l i ch, weil Hussein beispielsweise Pä l ä st iua in sein prosek-- t i e r t e 8 a r a b i s ch r s K ö n i g r e i eh e i n b e z i e h e u wollte. Angesichts solcher Spannungen entzog ihm die englische Regierung die ftüheren SuSsidien," und als er durch die W a h a b i t e n schwer bedrängt würde, erklärte sich England für n enltfl I. .und außerstande, ihm Hilfe, zu bringen. Die „Morning Post" isagt, während der drei letzten Jahre hätte i Hussein ein Bündnis, mit England..jederzeit haben können, aber er spielie n m ho h e reu' G e w i it it u n d 'verlor dabei... Wegen des auf den morgigen Tag fallenden jüdischen Versöhnungsfestes entfällt morgen den 8. d. die Ausgabe der „Wiener Morgenzeitung". Die nächste Nummer erscheint am Donnerstag den 9. d. zur gewöhnlichen Stunde. ersparen Sie beim Einkauf von Stoffen für Herbst und Winter, Damen- und Herrenwäsche, Leinenwaren, Strick- und Wirkwaren, Teppichen, Vorhängen usw. SpV* im Warenhaus -y. W i c 1t, 7. Oktober. Oesterreich hat sich, wie bekannt, an den Verbandlnngen des Völkerbundrates nur solange beteiligt, als die Frage seiner Kredite und der Kontrolle in Diskussion .stalw. Als dies erledigt war, reiste seine Delegation ab, um derart das Desinteressenlenr an den weiteren Gegenständen der Tagesordnung, wie Abrüstung, Schiedsgericht und so weiter zu dokunlentieren. Für diese Angelegenheiten — so führte dann der Kanzler im Nationalrat aus — hat Oesterreich sicherlich ein warmes Herz und die besten Wünsche, die es aber incht in so solenner Weise aussprechen müsse. Mil diesen Dingen werden die großen und die kleinen flächte auch.ohne Oesterreich fertig. Bei dieser immerhin ausfälligen.Separierunghaben aber sicherlich ganz andere Monlente'mitgespielt, die die Haltung der österreichischen Delegation . bceinflußten. Die Vertreter-Oesterreichs hatten kein über den Zimmerman- Nahnlen hinansreichendes Atandat. Die hakbschlächtige Konstruktion der Regierung, in der neben dem Kanzler- - Pazifisten an.ch noch die großdelltschen Bekenner des >i'egsriedens fitzen, ließ -cs nicht zu, daß sich die Republik '. all der großen Auseinandersetzung über Krieg und Frie- '. dey. beteilige. Sie hätten erklären müssen, daß für ihren ' Fortbestand der Frieden eine mübsdingte Notwendigkeit sei- Und daß sie darum cuc -der politischen Linie des -Völterbnndes sefthalten.lnüste. Eine solche Definition hätte aber detr Wßrnnt der Hakenkreuzler. und ihrer Protektoren erregt, andererseits' a'berin -Genfziemliches Kopfschütteln hervorgernseu. Oesterreich -faßt nämlich seine Mitgliedschaft in der Liga^der Nationen etwas zu einseitig auf. Es erfreut sich.der Vorteile, lehnt aber alle Pflichten ab. Seine äußere Politik ist Völkerbund (soweit man sie ketlnt), seine -innere das genaue Gegenteil. Nach außen Pazifisnlus, nach innen Nationalismus. Das sind Extreme, die einander niemals berühren und deren Wider- .spiel auch in Genf logischerweise'hätte zur Besprechung komnien müssen. Wenn es die. österreichische Delegation nicht vorgezogen hätte, dem peinliche Dilemma durch Abreise zu entkommen. Es wäre eine iltrangenehme Situation gewesen, wenn bei dieser Gelegenheit-jemand sich erkundigt hätte, ob der Geist der österreichischen Innenpolitik auf Genf gestimmt sei, ob die Bestimmüngen des Friedensvertra- .ges'in bezug auf die -Minoritäten sinngemäß gehandhabt werdell, ob jedem'Oesterreicher, ausnahmslos -die Wohltat der Gesetze zuteil werde und ob die innere Konstitution allen Allfordemlngen.' einer . Friedenspolitik entspreche. Diese und ähnliche Fragen hätte die Abordnung nicht ganz im Sinne der Interpellanten beantworten können. Sie hätte — da doch an ihrer Wahrheitsliebe nicht .gezweifelt werden kann — sagen müssen, daß z-nm Beispiel die jüdische Minorität zwar Steuern zahlt, daß ihr alle Knochen im Leibe Weh tun, daß sie im übrigen aber nur das Recht-'des Klagens habe. Jüdische Beamte würdetl aus'dem Staatsdienst hinausgeekelt,, das höhere Schulwesen steht-ganz unter dein Einfluß der Nassenblödlinge und der Minister des Innern habe noch im März bei der Volkszählung .die Rassenfragc' drucken sassen. An den Wiener-Hochschulen besteht der deckbar offenste Numerus clausus, und wo er noch riicht eingesnhrt ist, dort wird dies in der Form der Studentennatiorcen geschehen, die einstweilen an der Technik und der Kraüthappelerziehungsanstalt anerkannt sind. Das sind ja nur einige wenige Blumert aus dem 'Saniernugsbukett. Sie beweisen aber, daß die Vertreter Oesterreichs sehr ivvh'l daran taten, der Diskussion fernzubleiben.-Was sollen-sie-zur Abrüstung sagen? Daß die Stnrmtrnp-ps noch existieren und ihr Abbau bei den geg'eiuvärtigen Regierunasverhältnissen unmöglich ist? Was zum Schiedsgericht? Daß die germanische Staats- ' Nation unter dem geistigen Diktat. Chamberlai ns und II. TaborstraSe 48 Telanhon 47-1-7S En gros En «letal LW2AW H

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