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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-04 · Heft 2023 (4.10.1924) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2023 (4.10.1924)
Date
1924-10-04
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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4. Oktober 1924 Gelte 6 Wien. Samstag Wiener Morgenzeitung. fiSäSiSl Alle Arten von Kommandlte der Kroatischen Eskomptebank, Agram (Ecke Bognergasse Kredituna Bankgeschäften 8a S©itS©S"83$J© 4 beim <§?aben) Warengeschäfte >m»*v»<VTV*vv&ir*K*iw Telephon: S—'-QO Serie hum Telegrammadresse: Ffspofcsank *w^«wviwvvwv«w Salfsmirf. Sie EÄLMe. Bon Dr. Heinrich Schreiber. Goldohligationen haben wir schon, bei denen der finanzielle Dienst für Kapital und Zins in goldhaltiger, wertbeständiger Währung versprochen und geleistet wird. Wo dies noch nicht der Fall ist und an die Ausgabe von Industrieobligationen gedacht wird, soll auch da der Goldcharakter der Schuldverschreibungen ausgesrischt und gewahrt werden, nachdem die Inflation und die verweigerte Valorisierung ihn so gründlich verdorben hatten. Der Goldobligation eifert und rückt nun inehr die Goldaktie nach. Auch die Aktie zieht es zum Golde. Sie wird durch deu Abglanz der Goldbilanzierung vergoldet werden, in welcher nach der Anforderung des Völkerbundes je früher die Gebarung der Aktiengesellschaften ansgewiesen werden soll. Sobald nämlich die Goldbilanz eingesiihrt wird, ist selbstverständlich auch die Post des Aktienkapitals in Gold zu erstellen, so daß dann die Aktie ans Gold lauten, goldumrändert ausgefertigt werden kann. Freilich wird die Goldschichte, die der Aktie ausgetragen Wird, sehr dünn ausfallen; dies gilt selbst dann, wenn für bas Mtiennominale die alte Norm, daß das Mmdestnominale grundsätzlich 200 Kronen beträgt, gesteigert werden sollte. Was sind heute 200 Kronen, und zwar selbst Borkriegskronen? Auch diese verweht die Fiktion, daß ,^krone gleich Krone"' ist. Werden sie aber auf Neugold umgestellt mit der Relation, daß 14.400 Papierkronen eine Goldkrone ansmachen, so schrumpft das Nominale aus Ich- Goldheller ein. Mit einer Aktie von 1,25 Goldheller ist aber wohl nichts Rechtes anzusangen; es lohnt nicht einmal das Papier, auf dem sie gedruckt wird. So hat denn schon die Auswertung nach einem höheren Nominale verlangt, das allerdings mit Hinblick auf das regulative Mindestmaß siir die Stimme, das für jede Aktie und für je 10.000 Kronen berechnet ist, nicht zu hoch angesetzt werden konnte. Dafür aber hat die späterhi« geplante Umstellung ein Uebriges getan und sich nicht gescheut, das Nominale (für Freirätien) bis aus 100.000 Kronen und darüber hinaufzuschnellen. Allein auch das wären nicht mehr als etwas über 6 Goldheller geworden. Da indessen mit Kronen und Hellern überhaupt aufgeräumt und die neue Währung mit dem G old gewicht einSchilling und der Relation 10.000 Papierkrönen gleich «in Schilling umgetauft werden soll, so wäre jenes vergrößerte Nominale auf 10 Schilling umg-ewandelt. Dies ist immerhin eine Zahl, di« sich schon sehen und hören. lassen kann; freilich auch nicht mehr; denn imponieren kann auch sienicht. Eine Aktie zu 10 Schilling erweist stch wohl noch immer zu dürftig und so wivd man dazu greifen müssen, das Mindestnomrnale weiter hinaufzusetzen, «Ho auf die Aktie von 20 oder 30 Schilling und mehr überzngehen. Das geschähe schon aus Rücksicht darauf, um dem Typus der Kleinaktien möglichst auszuweichen, weil diese danach angetan ist, die Spekulation in die Schichten der keinen Sparer zu tragen und sie mit der Spielleidenschast zu mfizieren. Nun gehen aber bereits aus 1 Schilling Goldgewichtwährung 50 Aktien des bisher gebräuchlichen Nominales von 200 Kronen; auf 10 Schilling 500 Aktien zu 200 Kronen, auf 50 Schilling würde schon ein Paket von 260 Aktien und aus 100 Schilling eine Kiste von 5000 Aktien zu 300 Kronen Nominal« entsalben. Die Umstellung; des Aktienkapitals auf Goldnominale würde demnach in die Mtienzahl eine breite Bresche schießen und sie furchtbar dezimieren und es müßte eine Zusammenlegung des Kronennominales zu Haus stattfinden, um eine Golda'ktie herauszukristallisteren. Im Vergleiche zu Gold stünde die alte Aktie splitternackt und spindeldürr da, nicht zum Anschauen, ein Bild des Jammers und deö Spottes und wenigstens 50 bis 100 Stück müßten sich zusiarmrentun, um sich halbwegs bemerkbar und respektabel m machen. Die Goldbllanz wirkt ldaher wie eine Presse aus; hoi Mtienmatevial: sie drückt die Aktien fest aufeinander, macht aus 50 oder 100 Stück alten'Aktien eine einzige neue, ans dem Paket einen kleinen Knäuel, aus der Kiste ein Paket, wn alle jene, die weniger als 50 oder 100 Stück besitzen, unsanft und unwirsch zun Seite zu schieben. Sie müssen sich irgendwo anhängen, müssen stch um eine Garde urnsehen und trachten, um in der Masse nicht mvkM-kmcherl, noch mitgenommen zu werden. Durch die 'Zusammenlegung wird daher die Zahl der Mtien kleiner, 'das Nominale trotz der Zusammenlegung geringer und der finanzielle Aufbau schmächtiger. Daher erweckt 'die Zusammenlegung die Furcht, daß auch die Einschätzung dürftiger wird, daß sie an dem alten Stande rührt, so Laß sie allen jenen bedenklich und unerwünscht erscheint, -die es vorziehen, 'daß 'das, was ruht, nicht in Bewegung gesetzt werde-. Davaus greift das Unbehagen zurück, Welches den Widerstand gegen die Gold b ilanzier u-ng schürt. Sie geht jedenfalls daraus aus, das phantastische ZHerngehäude der Papierbilanzen abzutragen : itn-b zu zerstören. Dos niedrige Geschoß der Goldbilanz, das sich an seiner statt erhebt, macht jedoch stutzig;- dem Aktienmärkte dünkt es, daß der neue Ban nicht weit und geräumig genug sein wird, um den Reflektanten Unterkunft zu bieten. Die Goldbilanzierung, so verführerisch der Name klingt, macht die Spekulation kopfscheu, benimmt ihr die Lust an der Umstellung, so glitzernd sie sich auch geben mag. Die Spekulation besorgt, um alle Illusion der großen Zahl gebracht zu werden, von dem Regen der Inflation in die Traufe der kärglichen De ff lation zu fallen und dabei noch mit den Spitzen solcher Aktienbruchteile, die durch die Zusammenlegung vom Handel ausgestoßen werden, hängen zu bleiben und ganz ins Leere zu stürzen. Viel Freude macht der Börse das Problem der Goldaktie also vorerst nicht. Sie zieht sich ängstlich zurück, um sich schmollend zu wehren, daß. ihr selbst die ärnclicbe Papierkrone vom Haupte gerissen werde. Artzrfen- und Salutenkurse. '.Mitgeteilt uon der OesierreicWcken Nationalbank.t Vista 3. Oktober 2. Oktober Geld Ware . Geld Ware Amsterdam f. i holl. Gulden 27475.- 27575.- 27475— 27575- Airram 1 iu«\ Kronen .... Belgrad 1 filnar ...... 981.- 987.- 973— 977— Perlln* 1 deutsche Pelchsmark .!f>a2.T - 169-0.- 16840 — 16910— PfPsse! 1 helplsche Franc*- . . 7429 3441. 74 4. 3456— ""dapest** 1 ungarische Kronen. ^0.83 9280 01.8O 92.80 i'M'-aresf 1 Lei ...... 763. 3'0.- 368.- 370. - Hi*•<*■,finnig 1 norwep. Kronen <F8'. - r92r. - '839— o97'.- ^ormpkaeen 1 dänische Kfonor 12780.- 12320— 1108O— 12327.- t.ondon i Pfund Sterling . . 3165fo. - 3175-in— 3165:0— 317590,- ''n^rld 1 Pesetas ...... 033'.- 9371— 9330— Q37o,— "nil.md i Mre ....... 3093. - 3111 — 3109— 4121.— New York ’ Dollar...... 70931.- 71185— 70935— 71185— PirfS T Francs ....... 3732.- 3748— 3752— 3768— Prar» 1 fscherho-slow. Kronen 2115— 2125— 2115— 2125.- 'Ofla 1 Lewa ....... 515.- 519.- 512— 516— Stockholm ' schwertlseheKronor . 18770.- 1P810— 18770— 1*831— Warschau*** 1 oolnlsche Mark . 13600,— 13700- 13600— 13701— Zürich I schweizerische Francs . 13535.- 13625— 13550— 13600— Noten Amerlkan. Noten v. 5 Dollar aufw, 70460.— 70860.— 7C460— 70860.- , „ Reinere . . . 70360.- 70701.- 70360.- 70760— Belgische Noten 100 Franc« . . 3386.- 3415.» 3406.- 3435— Bul j»arische Noten zu 1000 Lera , 501.— 509.— 501.— 509— » a . 1OO , . ■*> — ■"» ~ * , kleinere« , « 481.— 489.— 481.— 489— Dlnische Noten 100 Krönet . . 12130.- 12217.- 12130,- 12213— Deutsche Noten*. . . . . . . 16690.- 16810,- 16720.- 16840.- . . .100 ... ——- . . kleinere* . . . 16590.- 16710.- 16620.- 16740— Engl. Noten von 5 Llvrest. aufw. 314700.- 316300,- 314700.— 316300.- . . kleiner. 314530.- 316100.— 314500.- 316100— Französische Noten 100 Frutics . 3715.— 3745.— 3725.— . 3755.- Holländische Noten 100 Gulden . 27150.- 273».- 27150— 27350— Ilallenlsche Noten v. 100 Lire aufw. 3088.— 3108,— 3093,— 3110.- , . kleinere . . . 3058.- 3378.- 3060.- Zv8o>- Jugcsl. Noten ungest. zu 1000 Dinar 978.— e84,— 970.— 576— " I * kleinere .' . 968— 974'.- 960,3 966- Korweglsche Noten 100 Kroner . 976:).— 9840.— 9760,— 9840.— Polnische Noten ***. 13490.- 13630.— 13493.- 13830— * . kleinere . . . 13290.- 13430,- 13290.- 13430— Ruatänlsche Noten *ul00Ou.50OLef 303.- 367,— 363.— 367— » , kleinere ... 353.- 357.- 353.- 357— Ruw« Noten (Roman.) zu 500 Rubel — » » » » 190 » —' •— -• » ,; kleinere. . ——.— — *— Schwedische Noten lOOKrotior , 18600.— 18700,— 18600,— 18700— Schweizerische Noten 100 France. 13440,— 13520,— 13410.— 13490— Spanische Noten 100 Pesetas . . 9210.— 9290.— 9210.— 9290— Tscliecho-slow. Not. v.lOOCaufw, 2102.- 2118.— 2102.- 2118.— . , . kleinere . 2097.- 2123,- 2097.- 2113— Türkische Pfund-Noten ..... 36050— 36830,— 36050— 36850— Ungar. Noten**(n. Eni.) zu lOOOKr, —.— — •— — . . zu 10.000 Kr. , t . «3.50 91.50 88.5a 91.50 . . kleinere. 86.50 89.58 86.50 89 50 * Für eine Billion Mark, ** für 100 ungarische Kronen, *** für 1 Zloty aufwärts. Der zufammeilbruch der Kaafmiinuische« Bank. Intervention beim Polizeipräfidtnten. Eine Abordnung der kleinen Einleger der Kaufmännischen Bank, geführt von Dr. Zalmann, sprach gestern beim PolizeipvDdenten Schober vor, um Hm ihre Wünsche vorzutragen. Die Abordnung verwies aus die Strafanzeige, die schon . vor einiger Zeit gegey die am Zusammenbruche der Kaufmännischen Bank schuMgen Persönlichkeiten erstattet wurde und bemerkte da'bei, daß vor allem klargestellt werden müsse, wieso es komme, daß die Kaufmännische Bank die doch statutengemäß nur Einlagen in der Höhe von drei Milliarden entgegennehmen durfte, solche im Gesamtbeträge von 40 Milliarden übernommen hatte. Ferner wurden von der Bank Einlagen noch zu einer Zeit übernommen, in der es den Funktionären der Dank klar sein mußte, daß dieses Institut zahlungsunfähig ist. Ist den Tagen des Runs auf die Kaufmännische Bank wurden dm Großgläubigern erhebliche Beträge auAezahlt, während man den kleinen Gläubigern nur Summen bis zu zwei Millionen Kronen aussolgte. Des weiteren wurde erhoiben, daß Effekten und Wechsel verpfändet wurden, die dritten Personen gehörten, daß Wechsel mit fingierten Summen ausgchüllt und Weü)sel begeben wurden, die gar nicht weitergegeben werden durften. Den Einlegern wurde in allen Zahlstellen erklärt, daß die Kausleute Wiens mit ihren gesamten Vermögen für die Verbindlichkeiten der Bank haften, welche unwahre Vorspiegelung die Leute veranlaßt^ ihr Geld dieser Bank anzuvertrauen. Er wurden Leuten, die gar kein Vermögen besitzan, Milliarden kredtiiert, iveshalb der Verpacht besteht, daß die leitenden Funktionäre diese Geschäfte in betrügerischer Absicht durchgeführt haben. Die Abordnung ersuchte den Poltzeiprasildenten, dahinzuwivkeu, daß die Schuldner sich ihren Verpfliäftungen, die sie gegenüber der Kaufmännischen Bau! haben, Rr. 2023 nicht entziehen können und die Gläubigerschaft nicht schwer ge» schädigt wird. Die GläUbigerschast verlangt, daß die Berwaltungsräte, die für das Gebaren der Bank mitverantwortlich sind, zu st r e n g e r Rechenschaft heran gezogen werden. Hevositenbank. Der ne-ue Status. — Ansfolgung der Depots. Gestern 'wurde dem Vorsitzenden des AusgleichsenaiÄ der neue Status der Depositenbank überreicht. Die Depositenbank hat ihre Kommittenten aufgeforder:, die unbela,steten Depots auzumeldeu und der Bank mitzuteilen, o>b diese Depots an ein anderes Bankinstitut übertragen oder den Kommittenten selbst ausgefalgt werden sollen. Am Montag beginnt diese Anmeldung und nach der Sichtung derselben wird die Depositenbank -mit der Aussolgung de-r Gssektenbestünde beginnen. Diese Ansfolgung dürfte in einer alphabetischen Reihenfolge staltsinden. Es handelt sich hierbei um voll ausbczählte und freie, also nicht gesperrte Effchtensiücke. Was die nicht ganz ausgezahlten Effekten betrifft, so dürsten diese in einem späteren Zeitpunkt nach voller Auszahlung der Effekten ausgefolgt werden. Das Schicksal der Einleger ist noch immer ungeklärt. Es ist noch ungewiß, ob es zu einem gerichtlichen Ausgleichsrerfahren oder zu einer Sanierung der Bank kommen wird. Diese Fragen Ihängen von dun Ausgange der Verhandlungen mit de Banca Commerciale und dem neuen Status der Bonk ab. Herabsetzung der Börsensteuer«. Eine Abordnung der Börsenmitglieder wird am Montag vormittags beim Finanzminister vorsprechen und eine weitere Herabsetzung der Börsensteuern, namentlich der Goldabgäbe, fordern. In derselben Angelegenheit wird auch das Präsidium der Börsenkammer beim Finanzministerium intervenieren. Es verlautet, daß die Finanzbehörde sich gegenüber der Forderung nach Minderung der staatlichen Belastung des Börsengeschäftes nicht albsolut ablehnend verhält. Insolvenzen. Der Kreditorenveveiu meldet folgende Zahlungseinstellungen: Emilie Langauer, Wien, 1. Bez., KärntUlerrrng 2. Daniel Fuchs, MusikinstrumenteMrzeuger, 4. Bez., Wiedener Hauptstraße 82. Siegmund Tarier, Kaufmann, 17. Bez., Ottakringerstraße 7. Karl Asperger. Kaufmann, 4. Bez., Rechte Wienzeile 1. Norbert Klüger, Schuhwaren, 14. Bez., Pfeifergasse 3. Gustav Prochaska, Kaufmann, Graz, Josefsaasse 65. Georg Le Louise Haller, KoylenhaMung, Graz, Nackhergasse 13. Karl Rußheim, Händler, Graz, Schönaugürtel 36. Franz & Rosa Lesky, Kaufmann. Gratwetn. Franz Tomitsch, Kaufmann, Leolben. Käthe Graisricgler, Händlerin, ©reu, Morellenfeldaasse 10. Johann Paller, Gast- Wirt, Graz, Schönaugürtel 22. Ing. Franz Hostvimnicr, Kappern Nr. 26, Ob.-Oesterr. Anna Buschberger, derehl. Kogler, Kirchberg 19. Felix Haigner, Utzenaich. Fritz Bruggmoser, Eisenbeton-, Hoch- und Tiefbaugesellschcht, Wels. Karl Hausner,- Kaufmann, Salzburg. Friedrich Lex, Schneider, Eisenerz. Die Lage der rumänischen Lcmdwirtschast. Aus Bukarest wird geschrieben: Auf Grund der von den Larvdwirtschastsräten dem Ackerbauministerium erstatteten Berichte war die Lage der Landwirtschaft zum Septemlber folgende: Aus dem ganzen Gebiete des Reiches waren die Landleute mit der Vorbereitung der Herbstarbeiten beschäftigt. Das regnerische Wetter hat das Umackern der Felder fast überall begünstigt und auch die Hackfrüchte stark ^fördert. Dies« Früchte sind auf wesentlich größerer Badensläche angebaut worden als im Vorjahre. Die mit MaiZ bebaute Fläche beläuft sich auf 3,6 Milliouen Hektar gegen 9,4 im Vorjahr. Kartoffeln auf 180.000 gegen 170.000. Zuckerrüben 54.000 gegen 97.000. Auch Rußland denkt an die Ausgabe von Jndüstrieobligationen. Aus Moskau'wird gemeldet: Die Frage der Beschaffung von Kapitalien, welche in der russischen Industrie investiert werden könnten, beschäftigt in Wchstem Maße die Sowjetkreise. Da der Weg der Beschaffung von Kapitalien durch die Emisiion von Aktien keine besondere Fortschritte zeitigt, ist die Frage der JndustmeMigationen aufgetaucht. „Ekonomitscheskaja Schisn" schreibt darüber: „In Rußland betrug das OWgationskapital im Jahre 1910 etwa 320 Billionen Rubel, das ist etwa 1L Prozent des Aktienkapilals. Es schien naÄrlich bei uns ^diejenigen wirtschaftlichen Bedingungen, welche eine günstige Entwicklung von Obligationsanleihen, wie eS >im Westen geschieht, fördern könnten. Und vor allem fehlt bei uns ein entwickelter Kapitalienmarkt. Wir haben weder 'beträchtliche Ersparnisse, noch die Gewohnheit, sie in Wertpapiere umzuwandeln." Nach Uelbersicht des Standes der Mssischen Jndustneuntemehmungen, welche eine Stabilisierung und eine igewisfe Rentabilität versprechen, kommt die Zeitung zu dem Schluß, daß die Emissionen von Jndustrieolbligatronen durch Trusts und andere Wirtschaftsorgonisai tonen einen gewissen Erfolg haben können. Landwirtschaftsmaschinenbau in Rußland. Au? M o 8 k a u wird gemeldet: Um der Bauernschaft den Ankauf von billigen Landwirtschaftsmaschinen zu ermöglichen, hat die Sowjetregierung bis jetzt ein System der Dotationen aufrecht erhalten. Demzufolge halben, wie „Rußpreß" berichtet, die Fabriken beim Verkauf von landw-iftschaiftlichen Maschinen 15 Prozent ihres Wertes von der Negierung vergütet erhalten. Die Handelsorganisationen haben bei demselben Verkauf 12 Prozent vergütet. Nunmehr beabsichtigt die Sowjet reo ieruna, dieses System.abzuschaffen und die genannten Dotationen nicht mehr zu erteilen. Es wivd Mer zur Folge haben, daß die Preise für landwirtschaftliche Maschinen im kommenden Jahre um etwa 25 bis 30 Prozent in die Höhe gehen werden. Es wird aber keine Vergrößerung der Nachfrage nach Maschinen Hervorrufen. Diie zweite Regierunbsmaßnahni>e, welche für die Bauernschaft sehr ungünstig ist. ist die Kürzung der Kreditbedingungen. Es werden nämlich die landwirtschaftlichen Maschinen an die Bauern gegen einen zweijäh eigen gegen einen Kredit von fünf Jahren früher vergeben. Die Aufnahmsfähigkeit des russischen Marktes in bezug auf landwirtschaftliche Maschinen wird -auf 50 Millionen Rubel geschätzt. Die russische Industrie selbst wird 37,6 Millionen Rubel decken, für den Nest, das sind 12,6 Millionen Rubel, sollen Maschinen eingefnhrt werden. Mitteilungen des „Effekten-Wegweiser". Die soeben erschienene Nummer 11 der „Mitteilungen des Effekten-Wegweiser" hat nachstichenden Inhalt: Kritische Börsenrevus, -- Warum fürchtet die Börse die GoMilanz? Bon Dr. Alfred Sckiwoner. — Das Problem der Patronanz. Bon Dr. N. E. Pohorilles. — Mtuelle Informationen, und zwar: Die Bewertung der NatÜMglbam-Mlien. Mitteilungen der Evidenz-

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