Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2019 (28.9.1924)
- Date
- 1924-09-28
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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' \ '* * ~ '9‘! *’’'" j >'«... - / |;f- /' Ai -' 3w 11 m Worte Weizmanns. Das Londoner Direktorium des Keren Hajessod hat die wertvollsten Reden und Ansprachen des Führers der zionistischen Bewegung-, Prof. Chaim Weizmann herausgegeben und Albert Einstein , - «' - schreibb in seinem Geleitwort: „In diesem Bändchen sind in fast aphoristischer form die Auffassungen Weizmanns über die mannigfaltigen Seiten des Palästina-Problems enthalten. Der Haüptreiz des^Büchleins liegt Irr seiner Unmittelbarkeit “Wir bringen nachstehend einige bezeichnende Stellen dieser wertvollen Publikation. Man wind immer als Gast behandelt, wenn man auch seinerseits den Gastgeber spielen kann. Nur derjenige wird zu einem Essen eingeladen, der, wenn er Lust hat, seine Mahlzeit auch zu Hanse einnehmen kanh. Die .Schweiz ist ein kleines Land, und mehr Schweizer leben ausserhalb als in der Schweiz. Aber es gibt keine Schweizerfeindschaft in dem Sinne, in dem es eine Jndenf-eindschaft gibt. Der Schweizer hat sein Hehn, in dias er sich zurückziehen kann, in das er andere ernladen kann. Es ist gleichgültig, wie klein das Heim ist, so lange es nur das eigene ist. Wenn wir wünschen, dass unsere Stellung in aßen arideren Ländern sicher sei, muss es einen Teil des Judentums geben, der bei sich zu Hause ist, in seinem eigenen Lande. Wenn wir sicher sein wollen, dass wir an anderen Universitäten als Gleiche behandelt werden, müssen wir unsere eigene Universität halben. In .dieser Beziehung wird die Universität in Jerusalem einen Einfluss auf die Stellung der Juden aller Länder ausüben- Die ganze Welt wirft uns Juden vor, dass wir Händler in alten Kleidern, ein Volk vor Trödlern Seien- Vielleicht sind wir die Sohne von Händlern ln alten MeäM'n, aber wir sind die Enkel von Propheten. Denken wir an die Enkel und nicht an die Söhne.; Ich glaube, es ist keine Uebertreibung,. zu behaupten, dass nirgendwo in der Welt auf einen Quadratkilometer Boden so viel Energie, so viel Idealismus, so viel Intelligenz und so viel 'Bemühen vereinigt ist, wie auf dem Quadratkilometer, wo unsere Chahizäm arbeiten, träumen und leiden. Ich habe Männer davon sörzätüen hören, die von Palästina kamen — Nichtjuden — und sie sagten* dass sie diese Art Menschen nicht verstehen. Die Chaluzim sind eines unserer Wunder., Vielleicht ist das der angesammelte Idealismus von Generationen, der von ihren Ahnen firnen überkommen, ist und der heute in Palästina ausströmt’imd zur Tat wird. Dieser Schatz von Idealismus, diese treibende Kraft macht Erdarbeiter aus Studenten und Studenten aus Erdarbeitern. . Die Arbeit des Keren Hajessod in Palästina. Er-yv erb uhg größter öebst diesejn I*.oo/d;s. zur B odeb.s, der. vnacb wie, vor von ist, -ein - - neuer Fonds liaflken 'werden/ nämlich ein I m m i g r a ii o n ’su li d 'K'O'lontsa.'t'ioinsfonds mit der. a-yfis chll.es slich.en Bestimmung, die'Mittel für'den Aufbau b e r e i t z u s teile n. Selbstverständlich war für dieses Finanzinstrument das System der „Spenden“- untauglich.- Sollte das Werk mit solcher Progression gedeihen, die allein die Entwicklung und Sicherung eines Kolomsatjonsgebietes gewähir- 1 eistet,' so musste , (t:,. „/ das ganze Volk zu einer regelihiissigen Steuerleistung herangezogen werde#); wöbe] sich von vornherein die Schwierigkeit ergab, dass ’ den Führern dieses iii der ganzen Welt verstreuten Volkes kein Zwangsmittel zur Verfügung steht. Mit aller Tatkraft wurde die Schaffung und Stärkung dieses Ffoianzinstrumentes ' ' J auf Grund der uralten Maasser-Idee die Wege geleitet. Die Zionisten haben nach Gmmd- ' IV1! •* V; .- rtr. Jr\ ' ' ■ .. , t-J Entwicklung:, jd,es Aufb'^üforids^ Hh Interesse dentÄufb«^ 'Wf-üder »HDHWySk, ".Jhssrer/ijÜGscljeu OflHU '.ihW '..Schwestern..Lur rBrlöehnthis - i^er Bedeutungdfeses- Werkes grundsätzlich ta b g e 1 e h'n :t : werden.- dfer Kerert Hajessod ln Palästina? ,. Wir wissen, dass der Aufbau schwer ist. Wir erwarten iticht, dass wir ein leichtes Spiel 'haben werden. Es war leichter, Kanada aufcubauen. als Palästina. VieWcht lenkt ein Sdiicksatsigesetz 'das jüktische Volk, aber wenn Sie Gelegenheit hätten, unsere Menschen in Palästina arbeiten zu sehen, würde es Sie überraschen- Ich wünsche nicht, auf ihr Gefühl ehnzuwirken, aber ich habe Männer gesehen, die von der chinesaschen Mauer nach Palästina auf den schwierigsten Strassen gewandert sind- Sie wünschten nur eins: Arbeit. Nach den offiziellen Berichten, nicht jüdischen, sondern britischen unparteiischen, objektiven Berichten/ waren 86 Prozent dieser Leute für die beste, schwerste Arbeit geeignet, nndi sie leisten sie freudig. Sie verehren mit Liebe den Gott des Aufbaues, nachdem sie m Ländern gelebt haben, wo der Gott der Zerstörung geherrscht hat. . in Sätzen, die auf die besonderen Verhältnisse der einzelnen Länder Rücksicht nehmen, im Sinne dieser Idee einen bestimmten Prozentsatz ihres Einkom- Wie arbeitet .... Auf einer Konferenz, die "jüngst irf AriieqlRa stäMiarid, hat der Vorsitzende des Direktoriums des Keren iHajessod in Amerika, Mor rl-s R o theah er g„ einen .eingehenden Bericht Erstattet, dessen; wesentlichste-.‘Punkte Wir liier anführeh: /- /' . / - •. > Tf, , ' Uasere ,erste .Sorge.' v "1 Die erste Sorge des -Keren 'Hajessod ist .es, .Qualität und Quantität der j üd’is c heu - Be v öik'crun-g in Palästina auf recht;zue,r hatten und. auf jede nur mögliche 'Weise ihr Wachstum, zu ■sichern. Dieses. Ziel wird von ihm auf verschiedenen Wegen ..,erreicht, .von denen der hauptsächHchstg vor allem die '/ Regulierung der Erwanderung durch Auslese der Immigranten und Ihre Untei;Stützu«g .>ia den Herkunftsländern und auf der Reise ist In zweiter Linie kommt ein genaues System zeitweiliger Fürsorge von dem Augenblick ihrer Ankunft in Palästina an. Drittens werden Arbeltsmöglichkelten durch Darlehen an Einzelpersonen und Arbeitdr-grnppe^ geschaiferi, denen die. Möglichkeit zum" Erwerb: vohLAK^tsgeräiin gegeben wl«d ''J'vP, - ‘ - wird. Da$s kür ddy. iGesritj^föitszustand dieses teuren Menschenmaterials insolange' zu sorgen ist, als. sich Erez Israel sein Samfätswesen nicht aus eigener Steuerkraft ordnen kann, muss wohl nicht besonders betont werden. Wichtig ist nur, zu vermerken, dass dieser Gesundheitsdienst auch der arabischen- Bevölkerung zustatten kommt und von ihr gewürdigt wird. Der Keren Hajessod beteiligt sich hervorragend an einer Gruppe .von S a n i t ä >i S f ür.sorg,e-Üut c rit e ihm u pgen, die unter dem Namen;,Hadäss:a Medical Organisation“ bekannt ist. Ferner 'besieht': ein Sanitätswerk, das durch den Keren HajessoJ vermittels der Kupath. Cholim (Krankenkasse) die „Sick Benefit Association“ und die „Allgemeine A r h e i t e ro rgani sation“ unterHälfen werden. Es erstreckt; sich auf ungefähr 5000 Leute* die zusammen miW Ihren. Familien zirka... . ” - ' . 12.000 Köpfe ausmachen, denen medizinische Hilfe/Unterstützung: während Krankheiten Und Rekonvaleszenzihöglichkeiten geboten werden. -• - .; Es* ist bekannt, dass in der Verbesse.‘ung dvs Gesundheitswesens in Palästina grosse Fortsei.htc gemacht wurden, dass der Malaria er reger allmählich ■ A.UJSÄS.14^1^e^r^.jnd^s; krankhedt, die ^besonders' ^in^er bÄÄE ebenfäUs^ Tj?- siegt wird. - Ueber 13.000 jüdische Kinder werden jetzt schon im neuen jChalm Nachm an Bialik/ 4er berühmte hebräische Dichter, ist nach Erez Israel übersiedelt. Schritte des Frühlings Von Ch. N. Bialck Das ward ein andrer Hauch. So hoch der Himmel, Armoffen#* klar und leuchtend. alle Ferne, Und äuk den Bergen steht des Frühlingf^ Fuss Aus ^Triften lockt die Sonne warme Di Abs saftVen Stämmen springen Blütenkel rid Das ward ein andrer Hauch ringsum. Noch ist der Glanz nicht voll. Noch töntV nicht Jubelklänge. Nur eine linde keusche Weise steigt. Doch harret nur! Aufbrichtverschloss'nesLeben, Ja, alle Jugendmacht erblühet plötzlich, Mit allen Kräften, welche fruchtbar, gross. jüdischen Palästina in 130 Schalen erzogen. Dieses Schulsystem, mit der hebräischen Universität an der Spitze, deren Anfänge jetzt auf dem Skopusberge sichtbar wenden,; \ . wird von dem Keren Hajessod unterhalten. Dieser Gründungsfonds der jüdischen HVunstätte muss aber natürlich auch in immer grösserem Mass j : die landwirtschaftlichen Siedlungen - stützen* die doch die Grundlage für -unser < Endziel, in ^PaiätzHi,a bilden und Äch in diesen ei;si«n'Stadien-mirVdäiin.aus (S^eheh Kräften' entwickeln können, wenn sie ein. öffentlicher Fonds'stützt- Es wird allen Förderern des Keren Hajessod GemMu'un^ sein, m erfahren, dass von den 43 Sid'dl.ungcA weloiie der zionistischen Palästina exekutive unterstehen, 30 Siedlungen durch den Keren Hajessod errichtet und bis zum Zeitpunkt ihrer Selbständigkeit erhalten werden. Dass sich 86 Prozent aller Kolonien aui dem durch den Jüdischen Nationalfonds fKeren Kajemeth) erworbenen Boden erbeben, sei hier mit allem Nachdruck erwähnt. .; Wie mild das Licht! Wie süss das Licht! Eia lächelnd Antlitz, wo das Auge ruht — So strahlet eins dem andern zu Und eines spannt zum andern, gold'ne Fäden, Ein wenig hoch — dann giesst inweisse Blüten Sich aller Jugend Füll' und Ueberschwall., Der Keren Kajemeth Lejisrael. (Jfidischer Natiotiaffoiids.) Ein wenig noch, dann giesst in weisse Blüten Auch meine neue Jugend sich, mein alter Traum, Denn ihn auch hat dgt Lenzes Hauch durchweht. Aus vollem Herzen kund' ich tiefstes Sagen, Vertreib mit hellen Tränen j- Das ward ^ein jtnd|^r Haüch^tWWWTl'?.'^/"' \ ' (Aus/Ghaim Na ch man B ialik: Au4sde,wI,hl teO e dl ch te“, •Deutliche Uebertragunz von Ernst M ft Il e/. ’.Vreriaz, Wien und Leipzig;' Zr Mit Erlaubnis des VeH4g<s «ä'eägearjickt.) . ‘ ' Lange Jahre, bevor -die günstige Entwicklung den Aufbau der jüdischen H^mstätte unter der Aegke des Völkerbundes ermöglichte, bestand und wirkte , unser Volkssohate, der Jüdische Nationalfonds (Keren Kajemeth), jenes Finanzinstrument, welches dem Ankauf palästinensischen Bodens . als - unverämsserliclies Eigentium des jüdischen Volkes dient. Als steh nach dem Weltkriege die Tone Palästinas den Pionieren der jüdischen Aufbauarbeit öffneten, musste meris chi.esem Auf3maufonds Me,ren Hajess0d) z,u zufüihren.. (In^Oesterreich und,. Deutschland wird eine Leistung in ,d.er Maximalhöhe von. 6 Prozent des Br-uttpelnkomnfens-g-eföwtert.) Für Nichtzlonlsten, welche sich am Atifbali Palästinas interessiert zeigen, kommt natürlich das Mäasser-System nicht in Anwendung, aber es müssen „Spenden4", die eine bestimmte Minimalstfmtne nicht erreichen, im Interesse deV Der ÜCe-ren Kajemeth LejisraÄ hat den Zweck, Mittel auifznbrfngen für den Erwerb von Grund und Bodtzh in Palästina als unveräussbtliches EigenWm, ewigst Gem^^eiiti des iütascK^ä-'VblkesV . . Das jMsche^'LäiÄ^Mü ÄM nicht nur den Wohlhabenden ers Aesseii. Der vermögenslose Arbeiter, der Chaluz,;.der nichts htitbringt als Arbeitskraft und Arbeiftskenntnis und den ,Willen, -das darniederliegende Land; adtzubauen; soll dfem Sohicksal hoffnungsloser Proletarisfening nicht J anh-eimfallen. 'Ihm öffnet sich das Land, das Spendet - der ganzen Nation; (-daher Nationalfonds,!) auslÖSten: WoM bleibt der Böodeh Volkseigentum,, äber er wird Siedlern oder Sledlergruppen in Er bchaefat (in.der Stadt ln Erbbaurecht) gegeben;;dle .Früchte Ihres Fleiss.es «kommen den Siedlern uneingeschränkt ingute. Dauernde Verknüpfung mH dem Bodehj -ec^chtt BodenstchnchJgkel-t wird ebenso ermögltcht wie. beim Prlvachesltz. FortsetzunL Auf Seile A. ttte