Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2017 (26.9.1924)
- Date
- 1924-09-26
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Serk S _Men, Freitag Seit iit Einklang bringen; der Spiclplan soll vinn reinen Spiel (Zpklus deutscher Singspiele und Spielopern) zur kultisch gesteigerten Handlung (Moste, .Herakles, Titrrs) leiten und damit den neuen Stillvillen anfzeigeu. Die Erkenntnis einer Entwicklung der Bühnendarstellung zum tänzerischen Stil soll die bewußte Wege des Tanzes innerhalb einer zum erstenmal einheitlich erzogenen Bühnentanz-grnppe zur unbedingt geäderten Ausgabe machen. Folgende Uraufflchrnnigen si;rd geplant: „Monteverdis „Orfeo" in der Bearbeitung Male P i e r o s, H a e n d e l s „A-grippina", bearlbeitet von Schulz- D o r n b u r g, H a e u d e l s „Herakles", bearbeitet von N'i cd ecken-Gebhard. Püree! ls „Dido und Aeueas", Petyreks „Die arme Mutter und der Tod", Stadens „Seelewig" in der Bearbeitung von Schulz-Dvrnburg. Die Tanzgruppe bringt folgende Werke heraus: Tochs '„Tanzsnrte" als Orchesterkonzert, das Tanzdrama „Die Opferung der Gefangenen" von Wekles; und Wilhelm Groß' „Tanzspiel für Kinder" „König Nußknacker und der arme Heinrich". Durch die Schaffung von Bewegu-nas-, Ding- und Sprech- . chören werden die jungen Menschen iit das Werden -der modernen Theaterknltur zur aktiven Mitarbeit embezogen. Gerichtssaal. 2er Mutterschaftrrwang. Das Beruftmgsgericht spricht alle von Hsfrat Ramfauer Ber^ urteilten frei. § 144, das ij't Fall des Tages und der Notschrei der Zeit. Immer weiter greift der Arm der Gerichte, .die hier kein ethisches Gesetz wahren, sondern ein starres Do-gma als Uetberbleibsel der „staatserhaltenden" Idee des Militarismus Hirten. Die Diagnosen medizinischer Kapazitäten von Weltruf werden bereits angezweifelt, alte erfahren« Aerzte Peinlich prozessiert und arm« Frauen wie gemeine Sträflinge äbgeurterlt. So will es ein weltfremdes, unsoziales Gesetz, das nur die Gerichtsärzte als Autoritäten gelten läßt. Gestern standen zwei angesehene Wiener Aerzte vor einem Bernfungssenat. Im November des vorigen Jahres hatten sich vor dem Einzelrichter Hosrat R a m s a u e r sieben Personen wegen des Beibrechens nach § 144 zu verantworten. Darunter waren zwei Aerzte, Dr. Julius F l e s ch und Dr. Karl N a t a n s o n. Tie Ramsaner-Nrteile hatten damals großes Aufsehen erregt, i Die beiden Aerzte wurden zu je d r e i M o n a t e n schweren Kerkers, verschärft durch zwei harte Lager, verurteilt. Die "Angeklagte Marie Schmidt, an der der Eingriff vorgenommen wurde, bekam einen Monat "schweren Kerkers. Juliane Schmidt, die das für den Eingriff notwendige Geld ' hergäb, wurde zu zwei Monaten, Theresia Köck, die di« 'Schmidt vom Lande nach Wien brachte, zu sechs Wochen und Ferdinand Dan gl, der ihr den Rat gab. sich die Frucht ' nehmen zu lassen, zu sechs Monaten schweren Kerkers verirrte ilt. Die Aerzteka mm er protestierte unmittelbar nach Bekanntwerdung des Urteils össe.ntlich nicht nur gegen die Strafe, sondern auch dagegen, daß Gerichtsärzte Äs -einzige ärztliche Sachverständige vom Gericht zllgelassen wurden. Nach Untersuchung der Marie Schmidt waren die beiden Aerzte zu der UöberzeuMng gelangt, daß sie an einem N i erenleiden, an einer Lungenerkranknng sowie an einem Herzfehler leide, so daß die Indikation zur Schwangerschaftsunterbrechung gegeben war. Der Eingriff wurde in Gegenwart eines dritten Arztes, der die Narkose vornahm, durchgeführt. Nach der ersten Untersuchung der Marie Schmidt durch die Gerichtsärste hatten sie diese zum Zwecke gründlicher Untersuchung an die Klinik Ortner verwiesen. In der Verhandlung selbst hatte der Richter den Antrag der Verteidiger, die beiden Assistenzärzte der Klinik Ortner Äs sachverständige Zeugen zu vernehmen, abgewiesen. Gestern beschäftigte sich ein Berusungsseual unter Vorsitz des Hofrates Dr. B i l l e k mit der Berufung der beiden Aerzte. In der ersten Verhandlung hatten sich die -beiden Aerzte n i ch t s ch u l d i g erklärt. Tr. Flesch hatte angegeben, er habe die Marie Schmidt genau untersucht und eine Nierenentzündung an ihr festgestellt. Er habe sie dann mit einem Schreiben zu Tr. N a 1 a n \ o u geschickt. Dr. Natanson hat gleichfalls an der Schmidt eine Nierenerkrantung festgestellt. Er sagte danials gleich: „Sie können kein Kind kriegen." Die Operation habe er ftir unumgänglich notwendig gehalten. Eine Entbindung wäre ftir die Schmidt sehr gefährlich gewesen. Tr. Flesch ist seit 28 Jahren praktischer Arzt, war 20 Jahre Assistent der Wiener Poliklinik und Stellvertreter . des Professors Benedikt. Er ist Verfasser verschiedener wissenschaftlicher Werke und jetzt leitender Arzt einer großen Entbindungsanstalt. Dr. Natanson ist über 30 Jahre Äs Frauenarzt tätig und erfreut sich in Aerztekreisen des allerbesten Rufes. Die Verhandlung fand im Gegensatz zu der ersten Verhandlung öffentlich statt. Tie Anklage vertrat Dtaatsa«- wali Tr. Bulschek. Es wurde auch ein Faknltätsgut-achten eingeholt, das gestern km Gericht bekanntgegeben wurde. Es heißt Darin unter anderem: Es ist Pflicht des Arztes, vor der Einleitung der Fehsgeburr alle llntersuchungsmethoden anzuwenden, welche Klarheit schaffen können. Dozent Dr. Viktor Koller wurde über Beschluß des Gerichtshofes Äs Zeuge übe.-- seine Wahrnehmung bei Ausnahme der SchmÄN in -di« Klisik Ortner befragt. Er gab an, daß zu dieser Zeit au der Patientin k e i n N i e r en l eid en,. Wohl aber ei« fort- , schreitendes Herz- und Lun gen leih en konstatiert wurde. Nach längerer Beratung hob das Berufungsgericht all« Urteile des E r st g e r i ch t c § auf -uttb sprach i« Staitgebaug der Berufung alle Angeklagten frei. In der sehr umfangreichen. Begründung führte der Borfitzende aus: Es war vorerst zu prüfen, ob Dr. Flesch in gutem Glauben gehandelt habe. Das müsse in diesem Falte angenommen werden und auch das Gutachten weis« darauf hin. Der Kernpunkt der Dache wurde in diesem Falle auf das Wirtschaftsgebiet verlegt und «s könnt« höchstens von einem Irrtum stlfprochen werden, der dem AügtzKastell M . Wiener Morgenzeituns. 26. September 1921_ Nr. 2017. ft Kommandite der Kroatischen Eskomptebank, Agram Alle Arten von »«»» ■ f AI|-a JL (Ecke Boanergasse Kreditttno Bankgeschäften WM6R| 5©BlX©ff@3J|© 4 beim Graben) Warengeschäfte Telephon: 32-6-90 Serie i0465 Telegrammadresse: Frapobank WWrt'WFtMWM BOKBBnRESBSBBea Es hätte dem Beschuldigten Dr. Flesch nachgewiesen werden müssen, daß eine Operation nicht -notwendig gewesen sei. Dies haben weder di« Gerichlsärzt« noch später das Fakultätsgutachten behauptet. Dr. Flefch hat angegeben, er habe, nach ärztlicher Ueberzeugung gchan-delt, und 'das konnte nicht widerlegt werden. Auch wegen der anderen Delikt« konnte Dr. Flesch nicht schuldig erkannt werden, weil eine gesundheitliche Schädigung der Mari« Schmidt -nicht erfolgt sei. Diese Gr ü n d e treffen im wesentlichen auch für Doktor Natanson zu. Er hat sich auf die Angaben des bekannten Internisten Dr. Flesch verlassen und, wie erwiesen wurde, vor der Operation noch selbst eine Untersuchung der Marie Schmidt vorgenvmmen. Wenn an ihr auch keine Nierenerkrankung mehr festgestellt wurde, so sei cs doch nicht ausgeschlossen, daß sie damals mit einem Nierenleiden behaftet war. Mit der Freisprechung der beiden Aerzte hängt auch die Freisprechung aller übrigen, Angeklagten zusammen. Di« Abfertigungen der entlassenen Bankbeamten fürsorgeabgabenfrei. Der Verwaltungsgerichtshöf unter Vorsitz des Präsidenten Dr. Schuster verhandelte gestern über eine Beschwerde der Länder bank in Wien ge g an die Gemeinde W i t n wegen Vorschröbnn.g der.. Fürisorgsabgaibe von den den entlassenen Beamten rmsibezahlten Abfertigungen. Der Böschwerdevertreter Dr. Weitzkopif bezeichnte die Anschauung der Mgalbeibcfchwerdekonmrisiion, daß die Abfertigungen als ein Teil des Gehaktes anzuschen feien, als rechtswidrig. Die Abfertigung werde nicht ftir ein Dienstverhältnis, sandern im Gegenteil für die Auflösung.des Dienstverhältnisses .bezahlt und sei eine Jnlftftution der Mialen Fürsorge, um den albgelbairten BanNbeamte-n über die schwere Zeit der Stellenlosigkeit zu helfen. Es ,wär« daher eine Doppelbesteuerung, wenn für das, was aus dem Gesichtspunkte der sozialen Fürsorge gezählt wird, außerdem noch eine Fürisvrgeaibgaibe geleistet werden soll. Die Abfertigung sei eine von der Angestelltenklasse errungen« sozialpolitische Maßnahme wie die A-r-beitslosenunterstütznug, der sie gleichzustellen sei. Der Verwaltungsgerichtshoif schloß sich dam Standpunkt der Beschwerde an und hob die angeisochtene Entscheidnng als ungesetzlich auf. Die schuldig gebliebenen Drucksorten der Monarchisten- Provagauda. Vor dem Zivillandesgerichte wurde gestern die Verhandlung zu Ende geführt, welche die österreichrscheDruckurch Verlag'sanstalt gegen den Führer der kaisertreuen Volk spart ei Oberst Gustav Wolfs auf Zahlung von 5 0 Millionen erhoben hatte. Das Organ dieser monarchistischen Partei „D i e' S t a a t s w e h r" war nach Inhalt der Klage bei der klägerischen -Gesellschaft gedruckt worden, wobei Oberst Wolfs die Verpflichtung übernommen hätte, int Falle er den .Druckort wechseln wollte den Vertrag vierwöchentlich zu kündigen. Nun hatte Wolfff plötzlich ohire Kündigung den Druck des Blattes eingestellt. Er schuldete ftir. den Druck der Zeitung und pur Drucksorten für die kaisertreue Volkspartei, anläßlich der letzten Wahlen einen Betrag von 29,480.000 Kronen, welche unbeglich en blieben. Die Klage, beansprucht außerdem noch einen Schadenersatzbetrag von 15 Millionen, Lveil durch die nichtersolgte Kündigung das Kr die Herstellung des Blattes erforderliche Personal durch vier Wochen ^behalten werden mußte. Der Beklagte Oberst Gustav Wolfs bchouptete in der Klagebeantwortung, daß er Kr .die Dructtosten der Wahlagitation nicht anfznkommen habe, weil dies Sache der Partei sei. und bestritt auch die.Berechtigung des Schadenersatzanspruches. Es tourbe festgestellt, daß örüf eine Frage, wer für die Kosten der Wahlagitation au-ffrmrme, nachdem die kaisertreue Bolkspiartei n ich t sehr ver t rau enss i ch er schien, Oberst WoM erklärt 'habe „alles bezahle ich". Nachdem der Klage- - Vertreter di« Klage auf 44,480.000 Kronen eingeschränkt hatte, indem, er gewisse Barauslagen in Abrechnung brachte, v e ru Di eil re der Senat den Beklagten zur Zahlung dieses Betrages und der Kosten. . Konjunkturritter. Drei snngL Bankbeamte, .der 33jährige \ Otto Puj >m a n n, der 35jährr-ge Hans Roth' , und >der . 34jährige Rechtsanwaltanwärter Dr. Alfons Fiat a, - hüben . sich' vor -einem Schöfsenksenat unter Vorsitz des ' Hof.rates Dri Glogau unter der ArMage des Betruges, betzieihungsweise Dr. Fiala idr.r -MitschM» am Betrüge, zu vevanliworten. ' Di-e ÄMageschrist legt -den Angelklagten Mr Last,, vier Mi >l- -iliardLn Krone« herausgölockt und davon nur die Hälfte . Mcückbeqahlt zu halben, so daß sin Restbetraig von 1.969Mll'.M' Aromen als Schaben veübbeibt. Die drei Angsklaaten waren als. Beamte lbei der Internaltionoleu Han.d-e'lsb-ank in Wien tätig. Die MLiaigeschrist führt aus, daß Pusmann und Roth ihre Stellung in 'der Bank dazu benützten. u-m seit dem Jahre 1932 aus eigene Rechnung' am 'der.-Börse zu' spielen. Sie fingen klein an. «pziÄteN ^bedeutende Getiviune und übernahmen nun -auch von an-deren Personen ..Geld zur Durchführung von B-örsengch'chästen. Sie versprachen ihnen monatlich 10 bis 12 Prozent des erhaltenen -Kapitals Äs Börsengewinn. Solange btc Bövsenlhausse anhielt,/ erfüllten sie ihr« Vevpslichttmgeu. auch nÄHÄos. Am 18. ,De§smber 1938 entschlossen sich Pustnann und. Roch..zu. ,einer Selbstanzeige. Unmittelbar vocher -aber 'hatten sie noch Beträge i-n der Höhe von rund 310 Millionen -ausgenommen. - Dr. Kala hat sich anfangs sel'bst mit gerin-Mn Beträgen, -die er von seinem Vater echiel-t, an den Geschäften seiner Bant-, Me-tzep ibeteMgt. Er behaichtete, von PuMann und Roth ge- 'schMgt worden m sein, und machte Forderungen -in der Hohe von rund 660 Millionen geltend, die aber nicht zu Recht 'bestehen, da Pulstnann irxifb Roth nachgeiwlielsen halben, .daß Dr. Fiala nur verschwindend geringe BargMbeträge ein- -gklegt hat. -Seine Forderungen evgeiben sich ans der Zusage vpn Provisionen für die Vermittlung von Darleihen. Er hat - nämlich, -wie aus den Aussagen der beiden anderen hervoracht, verschiedene Personen zu Darlehen bewogen, trotzdem -er .die mißliche Vermögenslage Pnjimanns und RoHs 'bereits Nannte. Die Angeklagten erklären sich n-ichlschMig, da ihnen jede SchädigungsaMcht geseihtt halbe. Nur die schlechte Kon- Wckiur und der Sturz Äler EffEen halben verschuldet,, da,ß -sie. Hvm Verpflichtungen nicht Nachkommen konnten. Die . Durchführnng des Prozirsses wird drei Tage in Anspruch Achntzen. " - Bolkswitt. Post und Lelegravh als selMndkger Win schastrlörtzer. Als Folge der Genfer Vereinbarungen wird, wie tnt „Wiener Bank- und Börsenzeitung" schreibt, bereits in der nächsten Zeit der Gesetzentwurf, der die Post- und Telegraphen- Verwaltung Äs selbständigen WirtschaftsNörper, ähnlich den Bundesibahnen, konstituiert, fertiggestellt werden. Im Augen, blick dauern die Verhandlungen hievülber in den Aemtern wohl noch an, doch glaubt man, bald zu einem -Abschluß der Be. ratungen konrmen zu können. Die Gru-ndzüge -des Entwurf-e-s sind denr Vorbild der Bundesbahllen fast gang nachgebildet. Atlch Post und Telegraph werden sich nach einer kurzen Uebergaugszeit ganz allein und ohne Staatsguschuß echalten müssen, was aber nach Ansicht informierter Kreise nur dann möglich ist, wenn alle Tarife, die größtenteils noch unter der FriedenÄpavität stchen, entsprechend erhöht werden. Und zu dieser Erhöhung wird es zweifellos auch kommen. Der Generaldirektion, die die Leitung der Geschäfte zu sichren hat, wird auch hier ein Vevwaltungs. rat mit beratender Stimme beigegeben werden, dem Vertreter vevs-chieden-er Wir-tsch.a-ftskreise (HandelsVammer, Industriellen- Organisation nsw.) angchören sollen; (doch muß Hier Wohl auch die Forderung erhöben -werden, daß Vertreter der Zei» tuugsnntevnehmnngen, die an Post und Telegraph in hervorragendem Maße interessiert sind, in den VevwÄtungsvat berufen werden). Gleichzeitig mit der Neuordnung der Grundlagen der Post- und Telegraphenverwa'ltnng wird cckch eine gärig kaufmännische Gebarung eiwge'Dhrt werden, sowohl int Betrieb als auch. in der inneren Verwaltung, Buchhaltung usw. Was nun das Weiterbestcheu der ftaa-tlicheU Hoheitsverwaltung anbelangt, so ist hier die Teilung der Kompetenzen zwischen Staat und dem neuen selbständigen Wirtschastskörper der Post- und Telegraphenverwaltuug noch vollkommen 'cm unklaren, doch will man hier eine Form ftnden^ durch die fortwährende Streitigkeiten und Differenzen, wie sie bei den Bundesbahnen zwischen Höheitsvevwaltung und Generäldirektion bestehen, vermieden werden können. Protefttuudgebung des Mrsenvereines gesen die KoMeaer. Der Wiener B-örfenverein veranstaltet« gestern unter dem Ehrenvorsitz des Kommervizepräsidenten SteinhüLl ritte Pro t estverfanrmlnng gegen das Börsenb efuchsabgäbegesetz. Referent Börsenrat S t r a ß e r schilderte die prekäre Sittl-ation der Börse, die drcrch d>ie unerträgliche Uebe-rbesteuerung hervorgerufen wurde. Der Kulissier sei manchmÄ nicht in der Sage, an einem Börsen tag auch nur einen Heller zu v-evdiMen, um trotzdem mute man ihm zu, ftir diese feine vollkommen passive - Tätigkeit eine Kopfsteuer von 60.000 K. täglich zu leisten. Dem' Eingreifen des Völkerbundes -wird es Mnschreiben sein, daß die Valuten- und Göldumsatzsteuer allmählich schwinden werde. Strich die Kopfsteuer müsse >denselben Weg gehen, weil si-e den Börsenverkehr hemmt, ihn ^knebelt; Men wird ausgefchätiet aus dem internationalen Geldverkehr. -Dies wird -dr« unausbleibliche Folge der Verödung, der Börse sein. Nicht die Wahrung -des eigenen Interesses veranlasse die Börsenbeisucher, die Aushebung de-r KoMeuer zu verlangen, vor allem fei esdie Rücksichtnahme auf die Interessenten aus dem Auslände, die für die Wiener Börse gewonnen werden müssen. Der Reserent empfahl die Entsendung einer aus dem Wiener Börfenvereirc und dem Verband für Bank- und Kom-yrisftMsfivmen znsaM'Ulengesetzten 2lbordmmg zum Bundesminister Kr Mnanzen, um die möglichst rasche Herabsetzung der Goldabga'b^ zu erwirken. KonLermine und WochenarmngemenL. Die bedeutenden jdurssenkuingen an der Bövs« in deA letzten Tagen werden größtenteils -auf die.ftärNvre TätiglkeÄ der Kontermin-e zurückgeführt. Erle-icht-evt wurde 'der Kowtev» mine diese Arbeit durch den einmaligon Äiguidatvonstermin in der Woche, da sic bei zweim-aligem Termin nicht mit so rücksichtslosen Leerabgäben vorgeihein könnten. Es find deswegen Bestrebungen im Gange, das zweimMtze - Wochenarrangement wieder einzufti'hren. In der -nächsten Plenarsttzung der Börsen- -kämm-.-'.- soll diese Angelsgeichei-t zur Sprache 'kommen. Rentenhausse. Tas I-u-teresse für Vvrkvisgsrenten 'hat allem Anschein -nach an der güstr-igen. Börse den HÜHePuM. «rvvicht. Bei -dem geringen At-aterial, das zur De-rfügnng - stand, konnte der; Bedarf nicht im sn-tf-erntesten betfoieidigt werden. Es. konnte' deslvegon nur bei sehr wenigen / Paipivr-en .dieiser KategoM ei-ne Kurstfchtjetzu-wg stattsinden. Soweit die KursbestiMmung möglich war, weist sie eine bedeutende Stei'gevnng auf. Die Hausse dieser Papiere ist auis B-alovilfati-onSgeMchtck zuvückzüftihren, die aber von keiner autoritativen Seite «ine Be- .stätignng fanden. 5978297549685975