Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2016 (25.9.1924)
- Date
- 1924-09-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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P o i e n 20 groazy I Wien: Zum AbKoIen in der Spedition, II. Taborstr, 1-3, oder in einerVerschleisstelle (Trafik) monatl. K 40.000 Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1. Bez., Wallzeile 11 [ Mit Postversand für Wien u. Oesterr. monatl. K 40.000 Tschecho-Slowakei: Mon. K 20. Jugoslawien: Mon. DinaröO.Pol e n: Mon. 37t Zloty, Deutschland: Mon. Gold mark 4, Frank r., Belgien: Mon.Frcs. 15 BV* Natthzah I u d von "W bei Preiaerhohunteo Vorbehalten Nk. 2016 Me«. Donnerstag, 25. September 1024 reis. K 1400 England: Mon.4 Schilling Italien: Monatl; 15 Lire Ru man ie nMoji, 150 Le! Bulgarien Mon. 80 Lewa Schweiz und das übrig« Ausland monatlich Frcs. 4 Redaktion ü. Administratip» Wien. II., Taborstr. 1—2 i'elephone: 44-U-3ö,43-3-1- A^öUhrabds. 21-102,25-28Ü IX. Universitätsstrasse 6—8 (Druckerei Steinmannj; i -1. Qesterreichisches Postspar kassen-Konto Nr. 150.698 6. S Jeutschlmds Wem und Aber. Sie Vorbehalte für den Sintzttt In den Bollerbund. (Eigendienst. der „Wiener Morgenzeitung".) Berlin, 24. September. Im Ministerium des- Aeußern wird gegenwärtig ein Memorandum ausgearLeitet, das alle jene Fragen behandelt, die der Reichsaußenminister beantwortet -wissen will, bevor er das Ausnah m sgesuch Deutschlands in den Völkerbund abscßt. Dieses Memorandum, das schon in kürzester Zeit einem K a b i n e t t 's r a t unter Vorsitz des R e i ch s P r a s i d e nte n zur Genehmigung vorgelegt werden wird, soll an a Tic z e hn im Völkerbundrat vertretenen Staaten abgeschickt werden. Ihre Antwort wird für die Haltung der Reichsregierung bestimmend sein. Nansen und Branttng die dentschen Einwände. Genf, M. September. In Völkerbundkreisen wird der letzte Satz^der Erklärung der deutschen Regierung über ein eventuelles Aufnahmsgesuch in den Völkerbund, der sich auf gewisse mit dem Aüsuahmsgesuch unzertrennbar verbundene Fragen bezieht, lebhaft erörtert. Die etwas unbestimmte Mssnng des Satzes gibt Anlaß zu allerlei Auslegungen. : Verschiedene.Pressevertreter befragten Dr. Nansen, 8er Sonntag mit dem Reichskanzler Dr. Marx eine längere Besprechung hatte, wie er diesen Satz auffasse. Dr. Nansen erwiderte, er glaube, daß sich der Satz auf die Uebernahme der M-ilitärkontrclle durch den Völkerbund sowie den V ölkerbundrat beziehe, daß abe^ auf keinen Fall damit die A u f r o l l u n g d e r S ch ü l d f ra g e . gemeint sei, da auch der Ne'chskanzler Dr. M a r x die Ansicht habe, daß dieser Frage nur mehr h ist o r i.s che r Wert zukomme; B r-a n t i ng, den man ebenfalls befraate, hat von der deutschen Erklärung mit -Bekriediguna Keu^ünis genojymey, wie man auch allgemein in Bölkerbundkreism die Erklärung als einen Schritt nach vorwärts betrachtet, wenn man auch den Eindruck hat. daß eine Präzisierung gewisser Voraussetzungen mit Rücksicht auf die in DeiN'ch!and;herrschenden politischen Bechältnisse unterlassen worden sei. Man spricht auch in Völkerbnndkreisen allgemein von der e v e n tue l l e n E i n b e r u f u n g einer außero r d e n t l i che n, wenn auch kurz e n, S e s s i o n der B ö l k e r b ü n d v e i s a Mchlch n g im D e z e mb e r oder Jan n er, die dann eben über ein voran-st btl'ches A u f n a h m s g e s u ch D e u t-s ch la n d s sowie auch über 'das Beitrittsgesuch der Türke i. fall« es bis >?b'u vorliegtz-u verhandeln hätte. Die Echiedsgerichtsbarkeit. Die Beratungen in Genf. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Genf, 24. September. Nachdem gestern der Begnff des „A n g r e i f e r s" definitiv präzisiert werden konnte, ist nunmehr das Schiedsgerichtssystein in ein einheitliches Ganzes gebracht werden und die A u s w i r k u n g e n dieses Artikels für alle Staaten gestchert. Nun gehen die Arbeiten wieder rascher vorwärts. Die Abrüstungskommission hat heute die Beratungen über die Bestimmungen der Schiedsgerichtsbarkeit^ der Sicherheit und Abrüstung beschleunigt und man hofft, in zwei Tagen den ganzen Entwurf sertigstellen zu können. Dann wird sich die VölkerbundversamnMng damit befassen und die diesbezügliche Behandlung wird den wichtigsten Toll ^er diesjährigen VMerbu-ndstagung bilden. Keine krmordiing des bulgarischen Kümgs Eine tendenziöse Erfindung. Sofia, 24. "September. (Bülg. Tel.-Agent.) Die über die Ermordung des Königs von Bulgarien verbreiteten Gerüchte entsprechen - nicht der Wahrheit. Die tendenziöse Erfindung stammt offenbar, von Nachrichtenagenturen, die mit großem Eifer bestrebt sind, übelwollende Gerüchte über die Lage in Bulgarien zu verbreiten. _ Kn Krzberger-Mrder im Bürgenland? Ans Deut sch-Kr entz wird uns gemeldet: Ein roichsdeutscher Nationalsozialist -namens Jung, der mö-g-. licherweise mit dem Erzberger-Mörder T h l e s s e n identisch ist, erschien unweit der ungarischen' Grenze auf dem Schlüsse Deutsch-Kreutz bei . dem Wirtschastsrat Ludwig Uher, gab sich als Legitimist und.Mitglied der reichsdeutschen Organisation „Consul" aus und erzählte, das; er seinerzeit wegen Beteiligung am Kapp-Putsch gezüchtet , sei. Wegen der Nachforschung na ch beit. Erzberg er-Mördern. in Ungarn, habe er seinen jetzigen Aufenthaltsort. Budapest verlassen. Nach Entgegennahme eines Geldgeschenkes entfernte er sich und trieb sich einige Tage' in der Umgebung.auf den Maier-. Höfen herum. Er'war auch beim Gutsverwalter Hamek in Nikitsch, wo er zwei Uhren reparierte, und unter Mitnahme eines braunen Lederrockes im Werte von "einer Million verschwand. Der Flüchtling spricht auch bei ehemaligen Offizieren und' hauptsächlich bei Gutsverwaltern um Unterstützung vor. •, ßie polnWe TEigendienst der „Wiener^ Morgenzeitung") Warschau, 24. September. ' Iw Zusammenhai z mit der von der Regierung 'dnrchgesübrten Kontrolle der Banktätigkeit wird wie Regierung eine Verordnung . herausgeken, um den Bankzinsfuß zu drücken und ihn der in den Weststaaten üblichen Höhe nahezubringen. Stenererieichternngk« in der Tschecha-BiMsikei. Prag, 24. September. (Tschech.-slöw. Preß-Bnreau.) Das Abgeordnetenhaus hat heute nach sehr umfangreicher Debatte das Steuererleichterungsgese'tz, das bei Bedrohung der Existenz Abschreibungen der Steuern vom Jahre 1949 bis 1922 vorsieht, in ' der Ausschußfassung in erster Lesung a n g e n o m m e n. Ohne ' Debatte - Wurde nach' dem Referat des Berichterstatters -das Gesetz über die P r ä g u n g v o n F ü n f- Kron e n-St nck en in erster Lesung zum B e schl nß erhoben. Zrr Prozeß Äüger. Ans L e m b erg wird.. uns berichtet: Das Justizministerium hat die Lemberger Gerichtsbehörde äugewlesen, die Ergänzungsuutersuchung in Angelegenheit des Steiger- Prozesses e h e st e n 's. durchzuführen, damit die Verhandlung vor den: Schwurgericht so rasch als möglich ftattfinden kann. Im Zusammenhäng mit dem letzten Attentat auf den Staatspräsidenten wird eine Reihe von leitenden Beamten der Lemberger Polizei versetzt werden. zusammenschlntz der zionistischen LüiÄesorgMisaWnen in Polen. Aus^ -K'.r-aila u '.wird''ü^ 'berichM; Wie bereits gemeldet, fand hier am 21.-d..eine Sitzung-der Vertreter der Zionistischen Zentralkomitees in Warschau, Lemberg. Wilna und K r ak a u statt, um über den Z u s a m m e nfchlnß aller zr«onLAi'stche.nlL'.a.n^.e.sorgalllsat'i o n,e jt i n.P ole tt . zn.bevätep. Es würde einstimmig der Beschluß gefaßt, ^daß der von dieser Tagung eingesetzte Zentralrat; anfangs -»Oktober in - Warschau ' zufammenzutreten hat, um den' Zusammenschluß aller Organisationen . durchzufilhren, den die. Konferenz Vorbehaltlich der Wahrung der Aütono-mie deZ bestehenden Löndeskomitee's gut-, /gchmßen'hat.'.' .^^ ■' ,■ ■; - . ' ' Der VMM Xr.. W r e n, 25- SchLeniböi.' Die vcrschiedentlichen Friedens,verträgtz, ' die' eine Neuordnung der nationalen und politischen Zustände in Europa hätten bringen sollenhakten,', mach hdr Absicht der Friedensdiktatoren, auch die Aufgabe,.Enropä zu ° entbalkanisieren. . Von diesem Ziel, ist jeddch Europa heute weiter denn je entfernt. Das Gegenteil ist, erreicht worden. Der Balkan beginnt schön an.der österreichischungarischen Grenze, und 'wo er," politisch-zivilisatorisch genommen, eigentlich aufhört, ist schwer zu sagen. Der Unterschied zwischen den einzelnen Balkänländern ist nur der, daß die einen vorgeben, dem Balkan innerlich bereits entrückt zu sein, während die änderen-' und zwar gerade diejenigen, die unter den.Folgen der. Friedensverträge am schwersten leiden, darauf .Pochen,'daß: der Balkan mit allen seinen Greueln, mit dem.Recht .der Blutrack-e. und mit allen Attributen-des-ständigen Politischen Wetterw.inkels von jEuropa noch hesteht undnicht gewillt ist, die Welt zur Ruhe kommen zu lasten, bevor nicht auch ihnen ihr Recht geworden Ist. •;;; . Zu der letzteren Kategorie cher Balkaniänder gehört Bulgarien. Und.Bulgarien und die-MMd/imM-Fragje sind' auch heute noch. identische Begriffewie' vor Jahrzehnten, als lange vor dem wirklichem 'Ausbruch des großen Weltkrieges die ersten'Flamme'nzeichen des Weltbrandes mahnend' und. drohend' äufleuchteten. ‘ Sich in den tatsächlichen Vorgängen ln Bulgarien,litt den Wünschen und Forderungen.des'' bulgarischen Volkes selbst .zürechtzufind'en^1stM'n-'deKMlKmx<M!^ garisck^ Volk von jeher üno wüch-.'MWnö.ch-Noß der .Spielball in der Hand von auswärtigen p'ölitisWMMten gewesen ist. Nur die Absichten Dieserftemdm .Agenten und die Herkunft der'.'fremden Drahtzieher haben sich, je nach der Entwicklung der Geschichte der Nachbarvölker Bulgariens und derem Protektoren, die weit westlicher zu suchen sind, geändert. Gegenwärtig wird Bulgarien von zwei mazedonischen Komitees,.und.^zwar dem autonomistiscben inneren Komitee und dem. von Moskau dirigierten föderalistischen Komitee, , hin und hsr gerüttelt. Und diese Auseinandersetzung mit den beiden.revolutionären Komitees ist durch eine lückenlose. Kette, von politischen Morden gekennzeichnet. Nach der Ermordung des Führers der mazedonischen autonomistrschen. inneren Organisation, Teodor Alexandrow, wußte jeder Bulgare und jeder mit den Balkanverhaltnisien vertraute Ausländer, daß die Autonomisten aus ihre Rache nicht lange werden warten lassen. Und seit dem 34. August, dem Tage, an welchem der Tod Alexandrows in'Wirklichkeit erfolgte, ist eine ganze Reihe von-Föderalisten, die an der Ermordung des. Antonomistenführers unmittelbar oder mittelbar beteiligt Awaren, beseite' geschafft.'worden. Noch ist der Rachefeldzug nicht zu Ende, noch-weiß-heute kein . Politiker von Bedeutung ün Bulgarien, ob er wicht in der."nächsten Minute, von der Hand eines -politischen Gegners niederaestreckt - werden - wird. Auch. die. -Flucht aus'dem Lande' bietet heute keine- Sicherheit rn-ehr, wie die verschiedenen Bulgarenmorde in den einzelnen 'europäischen Zentren und die Mentätsverfuche' gegen Personen beweisen, welche , die Vorgänge, in Bulgarien in der einen oder anderen Richtung' beeinflüssen. Und glaubt eine der Parteien, daß. der König, der scheinbare Herrscher des Landes, der gegnerischen. Partei' zuneigt, dann ist auch er seines Lebens nicht sicher. Das Bedenkliche an den Wirren in Bulgarien ist jedoch, daß sie weder in den scheinbar unmittelbaren. Ursachen noch in ihren' mittelbaren Auslvirkungen eine rein innere Angelegenheit des kleinen. Balkanlandes sind. Das bulgarische Volk, das.'zum. größten Teil aus kleinen und ganz kleinen Landwirten bestehtJ leidet Hunger. Es ist bereit, Boden und Brot von-dem zu nehmen, der sie ihm gibt oder'zumindest überzeugend verspricht. Und solche Versprecher gibt es eine, Menge. Das bulgarische Volk ist'vertrauensselig undnicht feige. Es ist für jeden Kampf-zu haben, der ihm etite bessere Zukunft, sichert. Und. wird dieser Kampf, noch' dazu national verbrämt, dann opfert, der Bulgare auch sein Leben im Kampf. Diesen' ..Hunger., und diese - ehrliche j Vertrauensseligkeit; nützen . abwechselnd. von Moskau Ifiet Geld ersparen Sie'beim Einkauf von Stoff eh ^für^' Herbst’ und Wmter, R. Damen- und Herrenwäsche," Leinenwären, Strick- und Wirkwaren, Teppichen, Vorhängen usw.-zW*".'8m Warehhaus III il. TaborsträSe 48 - Teleohon 4^*1»7S.. En gros E« detail