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Wiener Morgenzeitung · 1924-09-21 · Heft 2012 (21.9.1924) · p. Seite 17

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2012 (21.9.1924)
Date
1924-09-21
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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Den Hermelinmantel wird nur die Dame anziehen dürfen, die ihn zu tragen versteht. Sie muß wissen, -aß er jede Berührung mit der Straße,zu scheuen hat. Er ist die Hülle des Abends für große Feste und man legt ihn nicht in der Garderobe ab, sondern nimmt ihn mit in den Festsaal. Ebenso die P e l z e a p e s, die Hüllen für den Abend, die man aus Hermelin und Maulwurf wählt. Für das Theater, für das Restautant zieht man Mäntel in braunen und schwarzen Farben vor. Sie Aoien Reizvolle Abarten der engen Linie, nach obenzu so ^eit, daß genügend Spielraum vorhanden ist, um ein Abendkleid darunter zu haben oder vermuten zu lassen. Dazu der Hut, denn der dunkle Pelz ist der Mantel der öffentlichen Eleganz. k Aber auch der bloh' mit Pelz besetzte Herbstmantel zeigt ausgesprochene Originalität. Bald sind es senkrecht dem Rockteil aufgesetzte, an losen Stoffstreifen röhrenartig die Enden derselben schmückende Pelzgarniturteile, bald sind es Umrahmungen eines sehr breiten Stuart-Kragen von Pelz, bald wieder Wulstkragen, dick, breit, fast unförmig den schlanken Hals der Trägerin umrahmend, dann wieder trichterartige, hochstehende Kragen mit JrmenabferügMg von Pelz, die der Herbstmode ihr charakteristisches Gepräge geben. In ganz auffallendem Maße kommen hellfarbige Pelze zur Anwendung. Neben silbergrau und Leigefarbig, vor allem außerordentlich viel Hermelin, der namentlich als Einrollung der Ränder des aufrechtstehenden Kragens, der Manschetten und Taschenränder sich weich anschmiegt. Schließlich darf der elegante Pelzschal zur.Ergänzung der Herbstmantels mit und ohne Pelzbesatz nicht vergessen werden, der aus weichem Seiden- Ichiffon, schmiegsamem Seidenkaschmir oder feinem Tuch bestehend, in seiner vollen Länge und Breite ebenfalls durch Pelzumrollung garniert ist und wie der Herrensportschal seitlich unter dem Ohr einmal verschlungen getragen wird, so daß ein Ende vom Rücken her, das andere von vorn den,einen Arm umrahmt. R. M e n c z c l. X "MKW'U'-:— , ■ "-,'M PNrhÄ NML Mvdr.Idrrn. Eng, sehr eng sind die. Röcke, der Damen und auch Ziemlich kurz — je enger, desto schicker. Von kommenden Glockenröcken keine Spur. Allgemein sieht man eng anschließende, gerade, schwarze Paletots, mit etwas K>'n... ' Für Brautausstattungen | SehroSI-Chlffcme, Perkailinc, Inlette in allen Breiten. 1 I Leib- und Bettwäsche, auch nach Maas I ^Warenhaus Zelsel, Wien. V1U. Lerchenfeldersir. 54—56 VIKTOR MEISE LMANN SALON. 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Die moderne, allgemein beliebte Hütförm ist dev hohe Tops — meine Damen,. sie müssen sich im Herbst umtopfen -~ „haute de forme", immer schwarz, Zylinder, Filz oder Samt».glatt oder mit einer hochstehenden Vignette oder Masche oder auch mit leichter Gold- und Silberandeutung verziert. Schals und Schärpen sieht man nur vereinzelt. Die A b e n d k l e i d e r sind von reizender Phantasie — in allen Farben des Regenbögens, aus feinsten Seidenkrepps und ähnlichem, lila, orange, grün, mit. Straußfedernfransen oder nur Büscheln im gleichen. Ton verziert, sonst wieder nur eng. und gerade. — Blusen sind veraltet, nur die langen Kasacken in Crepe imprime und Crepe de Chine in den verschiedensten Farbenzusammenstellungen, oft groß stilisierte Muster, die ganz byzantinisch wirken, kommen in Betracht. Dann noch entzückende Abendmäntel, z. B. himmelblauer Samt mit weißem Pelzkragen, göldbrochiert mit weiß-schwarzem Federnkragen, vervollständigen die Toilette. Der Verbrauch an Schminken und Lippenstiften muß in Paris ein gewaltiger, sein. Die Mode diktiert wieder einmal wie zur Rokokozeit, die Schminke, und zwar nicht diskret, sondern ganz unbefangen stark aufgetragen. Di« Gesichter werden dadurch etwas „alle auf einen Leisten" und' wirken mehr künstlich als künstlerisch. Mode und MeMpier. In der heutigen raschlebigen Zeit ist. für rWhstsMge/ lang« -atmi^Epiisteln kein Raum. Dtcher Davsache halben Idiie Pariser Paprerlf-abrilkauten Rechnung igetpagest, Wem. sie..MWH. 4er Fevientzeft, da di>e KorrÄspWldmH xdfoltfto dennoch «inen' größeren Umfang MNimmt, BlliefPalpLeve von'kl^wisteiM Format in den veyschtedensterl Dörren ru'ulb mit dsn WcsyNvgfiMgsten MmogvainMiformen auf den MaM .dvachlen. .In, allen ' Pariser PapierladeNschÄchoNstern locken diie. neuen Mulster. Die Töne . sinh schc disürÄ; man siHt VM-Wau in miattam GvaMaiU, in. «LegaMn Wassennuarvien^. Lichs-Mn Blau imi't Wä Schimmer. Dann alle BeiHaab!sMfu.N!gen/Cvenre innd viel! Weiß' in gMichem Schüme, ucibst zaUem GrM. Die, Monogramme sind jetzt AlSimLich groß und'ischr schGE-länglich geformt, so man sie nicht überhaupt durch noch Modernere, e>m>z,elne Initialen ersetzt, wobei es Mer Mr chüinijHMÄivert ist^Hwei Vornamen oder zlv>c.i FamMiesinamen O .UMy, .da sich Mdi.Äuchstciben weift ävuMcher präsÄch'men ÄS deren drei. Gern 'läßt man die Lettern dann, durch Zwischenräume von je einem Zentimeter gotvennt, in gerader Linie aüfmiaMWn; Milch-' mal hängt Man sie aber auch.der Läng!«' nH.. ianÄnander, .wie die Mröba'ien der Mchic-Halls. AnMaNt ist es Jermr, wenn esivtl ddn bis zwei Guchsialben glsichlfam' M der Erde zu stchen scheinen, während M hvHerer-wie, em. Aeroplan Ger ihnen e •acx »n «tue» £ Darm sicht MM auch bvckgvMM Barren oder Straßen: rechts und, links steht je ein Mtrer Buchstabe, in der Mtte, -sie stolz überragenh und wie Äne DrtmnWfMe mit je einem Bein am'Boden sußenjd, erscheint breit und gewichtig ihr großer 'Namenslkolteize, Doch, eignen sich na-Urittch nicht alle. Buchstaben Kr diese Art der Gruppbernug. RÄiefbNchistaden in Silber oder Gold wedden Tein urch zcwt in MÄdaillen geprägt, auch Athletentypen der.oilympitschen Spiele, MiMs Stahllmien konturievt, tauchen lauf. Im alligemeinen M. das ebeigante Briefpapier auch jetzt wieder schr eichach gehMen, sei es gbwtt oder marmoriert bchandK, mit scharfen KaBen eder Pergamentartig ausgöfvanst. Ein PriviMpieif nnterschelidet sich jetzt äußert' sich lkanm von einem -eleganten GeschasitslbÄöf. EeMst Sherlock Holmes oder Arsene Älpm NonNten, wem so ein Boies aus der SWevplatte gebracht iwirh, bireilleücht nicht gleich entscheiden, ob dessen diskrete Endelchpe tagend wohlgeMVe Msse birgt odeiine Rechnung ans «tausend nöch' nicht gezählte Franken. Das Stkxcknadelklrid im Altertum. Die Gewandbetvegung gcht ursprünglich in Europa vom Genähten zum Gesteckten. Man glaube aber ja nicht, etwas, „nur" mit Sicherheitsnadeln Befestigtes sei deshalb „einfacher". / Die minoischen Kleider 7gleich den unseren genäht - bedeuten entschieden eine Zeitersparnis der klassisch.griechischeu- Tracht gegenüber. So ein „gestecktes" Gewand mußte jeden'Tag neu kreiert werden . . . gleichsam aus dem Nichts * . . bedurfte einer Arbeit von mehreren Stunden, die Nur teuren Spezialisten aus der Sklavenbrattche anvertraut werden-konnte. Am Abend fiel dann alles wieder ineinen» rechteckigen Fleck auseinander und der Dame ward angst bei dem Gedanken an die Morgigen Mucken der formlosen Materie. In Aegypten gab eß - daher einen Schutzgeist „des, Anziehens"; auf ihn konnte mart in verzweifelten Fällen Stoßgebete loslassen. Nur männliche Archäologen, die nie ein Peplon drapiert, ein Hhmation gefaltet, einen Chiton geordnet, habest, sprechen , leichthinvom „schlichten"/ weil „nahtlosen", griechischen Ge* toand. Die genähte Tracht ist somit im Grunde^ökonomischer, die gesteckte schwieriger und vornehmer. Der neue Kämpf um den kürzen Rock. Die Puffer Modeschöpfer machen «für die Herbstsaison etneü Neuen Versuch, den kurzen Rock'ist Ausnahme zu bprngen, und zwar ist der Rock der neuen Modelle Mrzer Äs je vorher, reicht nur wenig Aber das Knie oder bis anS Mie,. Man will die mpze RockmM der Kriegszeit.»roch übertxmnpfen und. die Man-nequinS, die. m hest neuen Modellen sich vW MsgewMten Kunden zeigen, lassen^^die gaM.Schonheit .ihrer Waden sehen. Die--Röcke sind außerdem noch außerordentlich, .eng - und die gerade Linie im Schnitt der Toiletten, dieseit langem hervscht, wird dÄonderS starr betont. Werden die Röcke.WMr,. so werden die Zacken -langer. Man unterscheidet hier zwei, neue Formen/die ganz kurze, kaum über die Hüften aehewe Jacke, dre vortreUich zu ' fMelten Rock paßt, und dielanc' "" yeruntersällt und rn vielen Fäl Mode und Sparsamkeit. Die herrschende Wdnot zwingt das Publikum, sich iN' jeder erdeMtzyt 'Art" UM'WÄse einzuschränken. Ein wesentlicher Budgetpogten im Hcmshalt des einzelnen, und besonders der Fvau.-P der Modchchapf..Es wirkt daher erfreulich auf das deprimierte Gemüt, wenn ein kluger- Kaufmann mit der Zeit Wachen'versteht'und, wie' die Fkma R. Rainseld,Mierr,^ 1. Gez./Schiva-n-gstsse 1, auch dem Minderbemittelten - Gelegenheit Mt, sich modern und aut' zu' kleiden. - ■ modelle billigen S/l^LPlä1 aufeh /ie BILLIC/T mm- -?fe i-TABOa/Ta wie <HOTn NATIONAL^ Teveprtori 404'2><< ROBERT GROSSMANN VI. SCHMAtZHOFGASSB 14 «» TELEPHÖN 757/2 LETZTE PARISER KREATIONEN ' . f'i MODELL HÜTE oa o wiie i BEMRK ® PERMANENTE ,• J0HA.SKES8A6SE ö AUSSTELLUNG gegründet 1884 m Mieder,Gürtel lind Büstenhalter aus Gummi, Trikot und linsten frans» Stoffen PERMANENTE AUSSTELLUNG 'Kunstgewerblicher Arbeiten,aller Art Blasen / Handarbeiten / Nippes Feine Damenväsebe Handgemalte Kleider und Tücher Hausindustrie EXPORT Hanna Menzel & CI.. Kunstgewetbe Wien, I. Burgpassage 10 28 (bleganle Qsamenh \~i'htV;er5ir*5ss 13 < * 792274

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