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Wiener Morgenzeitung · 1924-09-21 · Heft 2012 (21.9.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2012 (21.9.1924)
Date
1924-09-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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IPo.isn zu uroSzyl Vien: Zorn Abholen in der Expedition, II. Taborstr. 1*3, oder in einerVerschleisstelle (Trafik) monatl. K 40.000 StraBtenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1. Bez., WoIIzeile 11 Wt Postversand für Wien n. Oestenr. monatl. K 40.000 Tschecho-Slowakei: Mon. K18. Jugoslawien: Mon. Dinar 60. P o I e n: Mon. 3*/i Zloty, Deutschland: Mon.Goklniark4, Franks Belgien: Mon. Frei. 12 __ Naebeah1ungen "ÜH hei Preiaerhobons'en Vorbehalte» Wiener Rr. 2012 Men. Sonntag. 21. Eevtember 1924 I Preis K1SOO England: Mon.4Schilling. Italien: Monatl. 12; Lire, Rumänien Mon. 150Lei, Bulgarien Mon.80 Lewa, 5 c h w eit und das übrige Ausland monatlich Fres. 4 Redaktion u. Administration Wien, R„Taborstrassei—8 Telephone: 44-0-38,43-3-19, •b 6 Uhr abds. 21-102,25-282 IX. Unlverßitätsstr. 6—8 (Druckerei Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.698 SZahrgang Amerika an der Abrüstungs frage teil. Aus dem gnhalt der heutige» Rümmer. Die Zukunft Europas. Von Güglielmö F e r r e r o. Rückläufiges Leben. Von Walter Finkler. Die Genfer Kur. Von Dr. Heinrich Schreiber. Vom Reichtum. Von S. Meisel s. Aber nicht unter -er Aegide der 8if5L <* (Eigerrdienst! der „Wiener Morgenzeitung".) Washington, 20. September. Bon zuständiger Seite wird mitgeteilt, daß dir amerikanische Regierung eine E i n l a - « n g für die vom Völkerbund vorgesehene Abrüstzutgskonferenz annehmen werde, aber nur unter der Bedingung, daß die Konferenz nicht unter >er Aegide des BSlkerbundes stattfindet. in Anbetracht des Umstandes, daß die Schltveiz v i el e Beta u b un g s m i t t e l h e r st e l'l t, von großer Bedeutung ist. Der chinesische Delegierte gab einige Ausschlüsse Wer die Oprmnpflangun'gen in China-, die stark zurückgeZangen seien. Außerdem werde der Anbau immer mehr durch Regierungserläffe beschränkt. Die Resolution wurde sodann ange- Chelmer Geschichten.' Von Dr. M. B e r k o w i c z/ Der Niedergang der Wiener Kafftchauskultur. Von Egon D ietrich ste im. - Der alte Iudenfriedhof in Brody Von Dr. N: Nr. Gelber. Wiener Theaterspezia litaten. War Bolrdersammlang des BSUerbunder. Genf, 20. September. Nach neuntäiger Unterbrechung fand honte «wieder eine Vollversammlung des Völkerbundes statt, in der zunächst Präsident M o t t a die Mitteilung machte, daß China die Forderung nach einem Ra isst tz echoben habe. Nach der Beratung über den unentgeltlichen juristischen Beistand für Mittellose vor den Gerichten ergriff die norwegische Delegierte FrSuVem Gorwövis das Wort zur Berichterstattung über den LyckunharM sowie über den Handel mit anderen Betäubungsmitteln. SLe schlug namens der fünften KommiWu eine R ef o luti o n vor, worin festgestellt Word, daß,die Korchrltationslommiffioirr die für die Einberufung einer zwei t e n Opiumkonfereüz notwendigen BovbeveitnnVen getan hat. Sodann nahm die V erjawmkMg von den vom schweizerischen Bundesrat für die Ratifizierung der OpiumLorweMon getroffemn Maßnahmen KelmtM,was Jeutfch-franMÄe Berhlmdlnnge». (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) BeMn anstmgs Oktober. Paris, 20. September. Der deutsche Botschaftrat Riebt besuchte in Bertvetu-ng des Botschafters Hoesch heute vormittags Herriol und teilte ihm offiziell mit, daß in den ersten Oktobertagen eine dmtsche Delegation unter Führung des. Staatssekretärs Tre n d ellenburg m Paris, emtreffen wird, um die ersten : vorbereitenden Verhandlungen für den deutsch-französischen Handelsvertrag einzuleiten. Gnr deatsche Wnfuhrabgabe i» Frankreich. Paris, 20. .September. Das Amtsblattveröffentlicht ein Dekret, wodurch vom 1. Oktober an zugunsten der Reparationszahlungen die 26prozentige Abgabe aus.die deutsche Einfuhr eingeführt wird.. Br. Marx — ReichstzrMentl (Eigendienst der „Wiener Movgenzeitung".) Berlin, 20. September. Wie gerüchtweise verlautet, soll Reichsbanzler Dr. Marx bei der im Fahre. 1926 . stattfindenden Präsideutemvahl für den Posten des Reichspräsidenten in Aussicht genommen sein. Nansen «»d Marx. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Berlin, 20. September. Nach einem Privattelegrarnm des „Vorwärts" aus Genf befindet sich der norwegische BöKerbunddeleg'ierte Dr. N a n sen feit' Donnerstag in Sigmaringen, mn dort mit Reichskanzler Dr. Marx die Frage des Eintrittes Deutschlands in den Völkerbund zu besprechen.- Reue volklische Morde k» Sofia. Gmz, 20. September. Die „Tagespoft^/ 'meildet aus Sofia: Gestern wurden hier-anf offener Straße zwei An- Hanger A l e k o Paschas e r m o r.d e t. In - den letzten Tagen wurden über'300 Personen,- darunter 1L Wviwoden, getötet und 600 verwundet!. nommen. Nachdem noch Caballero (Par uah), Cavaz-- z-on i (Italien) und Stra ßb u rg er (Polen) sich Uer die Arbeiten der Hygiene-.Kom-miss-iou des VMsBundes geäußert hatten, worden die Verhandlungen a'bgcböochen.- Der DMeLÄÜndrat ist heute unter dem Vorsitze des Präsidenten Hymans (Belgien) zu einer Sitzung zusaMmenGLtreten. Ec hat in Anwesenheit des türkischen Vertreters Fet-hh Bei die M o s s u lf r a ge einer' Prüfung'unterzogen. Lord P a r m o o r (England) legte bl>c britische Ansichten dar, wonach es sich nur um die-Frage der G r e n zabste ck u-NEchütMft, und schlug M dissMt Bchuse vor?- eiste Umte^OchungsJomniiMo^n an Ort und S.telhe?zu entseMn, t«, die für die GrenUiehMynotwendigen rWeupnte^^zu sammeln. F e t h h Bei legte die türkische Ansicht dar. Danach sei das 'sich davbietende Problem nicht eine einfache Grenzsrage. Die Türkei beanspruche äu8 gvographffcheu-, "ethnischen und anderen Gründen das ganze Gebiet des Vilajets Mfful. Jie Frakgrenze. London,. 20. September. Das Reutersche Bureau meldet, aus Konstantinopel: Der Vertreter des Minister des Aeußern Nusret Bei hat dem britischn diplomatischen Vertreter eine Note betreffen angM'iche Bewegungen britischer Truppen an der Grenze Mischen der T ü r k e i und I r a k ülbevreichl^ Die HMamÜiiche Anatolische Nachrichtenagentur veröffentlicht eine Denkschrift, in der die kürkrlche Auffass'-ng über, die Morss.ul - F r a g e dargelegt. wird. Der Kamv! um Schanghai. Bombardierung -er Stadt. New-Dork,' 20. September. Nach Meldungen aus Schanghai sind die ‘ Rechen' der Tschekiäng-Tvu-Ppen, die Schanghai gegen die anvückenden Kiangsu-Truppen-ver-. leidigen,Heute'nachmittags .ins Wanken geraten und .haben' den Rückzug.auf die Stadt-vorbereitet...In den' s ä u ß e r e n' B e z i r k e n >der. Stadt' Schanghai ' herrscht 'Unruhe. . s. . . - Die Artillerie Tschang^-SsoMns hat Scha n h a i- ■ . Kwan mit Bomben belegt. - E»M»d der Reawahle»? Vorbereitungen der Konservativen. . (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 20.. September.. Dw Wahlkampagne der Kons.erva-tiveu wird am 1. Oktober m Ed rnburgh eröffnet tvevdem Dabei werden, der chemalige KriegÄmlWstev Churchill, ferner Äwd Balifonr und der' frühere SchatzkauKer Sir Rodert. Korne das Wort evgveffeu.» ', - . ' ' ' s Ne«» ßrdkebe»1» Klei«afie«. Nach einer Meldung'aus Könstastiindpel wurden im- - Gebiete von Er z er.u m neueGch^ stmÄe: Erdstohe^chM.^ \ Das Städtchen Paffinler u«d - eine - ReihevpnÄörern - wnr-' \ den zerfrört. Mm zählt bis jetzt iusgäfoömt 4 0 0 0 T o t e. . . — y. W i e n, 21.- September. Es geht um die Schaffung eines neuen . Völkerrechtes^ Das ist das Thema, das die Beratungen aller Kornmissionen des Völkerbundes -gegenwärtig beherrscht. Alle Aussprachen kreisen ym diesen Zentralpunkt, auch wenn er nicht so klar beim- Namen, genannt wird. Das Bedürfnis,-die durch den Krieg zerstörten geistigen Verbindungen zwischen den Völkern wieder herzustellen, ist' so stark geworden, daß es. sich^ Beachtung.erzwingt;: freilich noch nicht stark genug, die' sich.neu sammelnd^ Gleich-: gewichtstheorie zu überwinden.--Noch immer ist die Staatenpolitik mit ihrem Apparat von Bündnissen. und Gegenbündnissen, von Kompensationsverträgen, Grenzsperren und Prohibitivzöllen ick 'Vordergrund. Aber daß sie im Kampf gegen' eine Idee steht.und auf Verteidigung Macht fein muß, ist döch ein tröstlicher Beweis' dafür, daß die geistige EntwiGung die schlüpfrig.gewordenen Geleise der alten Systeme zu^ verlassen "berert 'isü' Es ist viele und schwere Arbeit zu leisten, um die neuen Gedanken von der Umformung der Gesellschaft, von dem Uebevgang aus dem Militarismus zum Migatorifcheu Schiedsgericht, in den festen - Besitz der /werktätigen Menschheit zu überführen und durch sie vor Ueberrumplungen zu sichern. Älles,^ was' iy Genf gesprochen und 'beschlossen wird, ist nur ein Beginn. Aber doch schon ein bedeutsamer Meilenzeiger in der'Geschichte der Zeit. Die Abrüstung und das Tempo ihrer ^Durchführung ist nur ein Teil des Werkes, zu dem der ' Entwurf Beneschs die Grundlagen bringt. Er will besagen, daß zuerst die Waffen weggelegt werden müff-en, ehe man an das' neue Recht denken kann. Der geistigen Mrüstüng' soll die materielle vorangehen. Selbst dieses erste Resultat aber ist, wie die Dinge leider liegen-,-nur unter tausend Schwierigkeiten zu. erreichen und einstweilen konnte nichts anderes erzielt werden, als. daß . man eine' internationale . Abrüstungskonferenz, plant, die bis zur - Mitte des nächsten Jahres Zusammentreten soll. Man hat also in den Staatskanzleien drei Vierteljahre Zeit, sich daraus vorzübereiten. Das ist immerhin eine genügende Spanne, um etwas Tüchtiges zu leisten und die nötige Austlärungsavbeit Ware die Pflicht' der Demokratie, die : sich hier zum ersten Male vor einer bereits durch inter- : nationale Diskussion formulierten Ausgabe steht. Sie mußte bisher vor der Uebermächt der Mlitärs zurückweichen, deren ganze Wissenschaft in der Erklärung bestand, daß es immer Krieg gegeben habe. Der Satz, „es war immer so", ist ja von der vordringenden Aufklärung schon .ein paar -dutzendmal in Scherben, geschlagen .worden. Aber vor diesem Argument, der'Kaserne, vor/dem ° der Patriotismus mit gezücktem Schwert Wache stand,' floh aller Mut und alle bessere Ueberzeugung. ’ Die Kinder lernten und die Lehrer sagten und bewiesen es ihnen, daß die Wäffe der Schmuck des Mannes sei und daß schon die alten Germanen den Strohtod Ver- - achtet hätten. "Diese Erziehung zum.Reglement des Mor-. des schuf die Atmosphäre des Krieges, den Haß und die Uebevbewertüng des eigenen 'nationalen Wesens. Darum ist auch der.Sieg der FriedensiLee ein Erziehüngs-: i Problem, das vor allem die lehrende und wirkende Generation ftir sich und an sich zu erfassen hat. Sie muß geistig äbrüsten, muß selbst'besser-weichen' ehe es besser-weri - den kann./Und da man mit-Sittensprüchen keine Esten-. Viel Geld ersparen Sie beim Binkauf von Stoffen für Herbst und Winter, Damen- und Herrenwäsche, Leinenwaren, Strick- und Wirkwaren, Teppichen, Vorhängen usw. ipF* Im Warmhaus Ml Schiff mann II. Taborstraße 48 Taleohon 47-1-79 Bn gros En dNtall

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