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Wiener Morgenzeitung · 1924-09-18 · Heft 2009 (18.9.1924) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2009 (18.9.1924)
Date
1924-09-18
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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~x GeÄe 8 Wien, DönnerMg Bühne und Kunst. M Haieukreuz-Lrama. Zar Münchener Ausführung vvn Becks „Blutsünde". Mn Schluß gab es endlose Beifallsstürme. Ein Polizei* '.ausgebot ftaard ^bereit, aber diese Vorsicht erwies sich als j Werftüffig. Heinrich Beck hieß einer der bedeutendsten Schauspieler der deilffchen Klassik. .Mn rühmen die Zeitgenossen eine edle Leidenschaft nach, die er insbesondere in Schillers Dramen, des (deren Erstmchfichrung er in Mauuhe im nütwirlte, bewies. Als ' Dichter hatte er ebenfalls Erfolg. Auch der Verfasser des jüngst in München aufgasiührleu > Dramas heißt Beck. Auch er wirkte bei der Uraufiführung selbst «'mit. Auch sei,^. Werk ist von Leidenschaft getragen — dorr einer - freilich, Wer die hmausgukommsn das beste Streben aller ) deutschen Dichtung war —, der Leidenschaft nämlich der Koli portagelrteratmr. In der Nassischen Zeit bewegte sich diese! zwischen Elaureu und üllüllner, zloffchen VevsiMchmig und! Schaner.(schicksals)draina, den beiden Polen aller Kitschdichtung, i Das Beil, das notlvendig töten mußte, wurde von der deutschen i Dichtung mit dem gleichen Spott begraben, mit dem sie — etwa i bei Hauff, den Romantikern und Goethe selbst — aus die | Lächerlichkeit unnatürlicher Sentimentalität reagierte. Aber das * Reinigungswerk der Literaten dreier Jahrhunderte wurde ' gerade von jenen Deutschen nicht Veristanden, die als ihr Privii leg immer wieder die Ulckösileckcheit der Dichtung ousgeben. Der Augiasstall bevölkert sich wieder: einziehen die sogenann-! ten Nachkommen eines Herakles-Goethe und" in groteskem Mitz-; Verhältnis zu seinem Vernmchtnis erfüllen-sie den Raum mit i dem konvuffiveu, falschen Pathos der von ihm hinan sgefegien -Gattungen: S6>anerdrama, Schich'alsinstvrrment, Kolportage- - serrtrmentalität. Zacharias Werner, der Hauptvertveter des Schicksalssdramas, schmeichelte sich, von Goethe unterstützt, ja sogar in-! spiriert worden zu sein. Und sein Werk entlockte einer Frau von Stael Tränen, Die Werner aus den Tränendrüsen „aller deutschen Mädchen" hätte Gießen sehen mögen . . . Die \ Ehrung durch Goethe ist verständlich. Zacharias war eure der j oritzinellsteu, geschei:esten imd tüchtigsten Erscheinungen des! JcchMmderts. Das Requisit, dessen Kaangsmähige Tätigkeit! so berechtigte Kritik fand, diente bei chm doch wenigstens MorD-; taten, denen die Reue auf dem Fuße folgte, oder die doch zn- - mindest deutlich <uud in Vorreden ausdrücklich betont) die Verurteilung der Tar durch den Dichter gur Schau trugen. Die ^redwive Mordaxt des Herrn Beck hingegen vollführt eine Handlung, die des Segens der Dreieinigkeit des Autors, des ’ PMikrnns und Dimer-Hitlers teilhaftig wird. Denn die Axt i rächt sich in gottgewollter Gerechtigkeit eine Sünde wider das Blut. Bor hundert Jahren erschlug ein Ahne mit dieser Axt einen Juden .uns wurde {— pfui den Gerichten! —) zum Tode verurteilt. Seine Tochter gab sich einige Jahre später einem Duden hin, wiewohl doch die Axt als ein blutiggruölMS Memento an der Wand hing. Sie gebürt zwei Söhn«. Der 'ältere Bruder wird von einer hübschen Zrrkusjndin verführt. .Seine arische Jugendkraft ist beschimpft, sein Blut verunreinigt. -Aber in letzter Stunde wird der jüngere Bruder zum Rächer des Geschlechts. Er vollsührt die ethische Tat der Braudlelguatz des Zirkusse», dem die reizende Jüdin angchört. BorMryt Bruder senior und Mt mit gigantischer Macht den lUrfeiud, /die Jüdin. Zu sylnbolischer Geste reckt fich"dbe Tat. Sv soll es allen Juden ergehen. Ilnd mit dieser Symbolik hat die Weltliteratur ohne Zweifel eine Bereicheru-ng erfahren: „Die 'göttliche Komödie" endet mit den Worten: „wie sich gleichförmig dr-eht das Rad der Liebe, das die Sonne bewegt und sondere Sterne". Und noch die „uwgöitliche Komödie" KvasmÄis schließt mit denc Ausruf: ,Malil«e vicisti!", „GÄÄaer, - du hast gesiegt!" Dinter-Becks Erlöserdrama aber verkündigt «i Stelle des Kreuzes -das Hakenkreuz und die Axt. Erlösung wird erst dem zuteil, der die Sünde wider das Blut im Blute eines 'Menschenbrrckers reinwäscht. Blut ist ein gai^ besonderer Säst. Den Menschen M er als heilig und ste verurteilen seine Vergeudung und seine Schande. Aber die Wäffungenlickbe, diese deutsche Halbgötter- Sünde wider das Blüh ist in einem Maße, vor dem twm schauert, erhaben übrr ttne andere deutsche Sünde, die Sünde wider den Geist. Franz Lederer. '-t Die weiteren Achiührungen der „Blutsünde" verböte«. Das oben besprochene antisemitische DendenAüü, welches sich völkische Kreise aus einer kleinen Privatbühne Münchens Vorspielen ließen, blieb nicht lange auf dem Spielplan. Dir Miuchener Polizei hat die weiteren Aufführungen des Stückes mit der Begründung verboten, daß feine Tendenz und Buir ü nlt i<5 feit ein u n z u >l a s s: ae s Maß vom Volk r v : v h e tz n u g d a r st e l le. A«5 de« Theater«. B u r g k h e a t e r. Morgen, 7 Uhr abends, ,ffl e d e a". Dienstag „Wl aria Stuart. Mittwoch „ft a t rt" von Anton Wrldgaus. Akademtetheater. Morgen, V-8 Uhr abends, „Der Zerrissen e". Dienstag „D i e L i e b e w a ch t\ Mittwoch „Quartett O t h m ri r". Schönbrun n er Schloßtheater. Morgen rrm */s8 Uhr abends „Unsere kleine Frau" von Avery H o p w o o d. Dienstag „K l e i n D o r r i i". Mittwoch „D i < Mau s". K a m m e r s p i e l e. Heute und die folgenden Tage, 7 Uhr abends, „I o s e p b i n". Täglich, 10 Uhr abends, „W a S Frauenträume n." Modernes Theater. Heute und die folgende« Tage, 8 Uhr abends, „Meine Cousine fl'iig W a r '' ü U". Wiener MorsenzeLtuna.^ Honst Rieft sitzt ' im Lnftspieltheatcr ihr erfolgreiches Gastspiel fort. Jnr populären Schwank „Di.e Welt ohn-e Mannes von Engel und Horst fand si-e den leibhaften Beifall ihres Stanmlpubliknms. Jüdischer'Aberch.'Dienstagi den LS. ds findet im VoriwAssnal des Wiener Schviftstellerveremes Scholle, 2. Bezirk, Lilionbmungasft 1 a, ein Jüdischer Ab enid statt. Mtwirffenide: Die Damen Hilda Dulitzkas-a, Mivjam Höflich- Schuaibel, Äma Hopmko, Hauua Schwarz, Lotte Weber soiwi-e die Herren Kapellmsister Max Geiger, Samuel Ben Levy, Qbepkantor G. MaogMes, Roibert Schwarz, ’ Regisseur W. Silberberg, R. Dimarr, S. Zucker. Künftleridsche Leitung: Bernhard Schiarer. We,Mu halb 8 Uhr abenlds. Das Theater der Shimmh-Erfinderin. Giildo Gray, die berühmte amerikanische Tau'Mva, die den Shimmy erfunden -hüben will, 'baut sich jetzt in Nvw-Uork -ein eigenes Theater. „The Gilda Grey Playhouse" wird es heißen. Dreihundert Plätze wird es fassen, dorzttgslweise -der Ta-nUkunst gewidmet, sein und das Luxuriöseste darsiellen, was New-Gork' ans diesent Gebiet hat. Ein revolutionäres Ballett. Im Großen Theater in Moskau gab es bis setzt keim Ballett revolM-onären Inhalts. Bon der Dheaterleitung würde doiher vor einiger Zeit dem Ballettmeister söivie einem jungen kammnmistiischen Komponisten der Auftrag erteilt, ein revolutionäres Ballett gu schaffen. Das ist nun geschelhen. Anfangs Okwber wird das revolutionäre Ballett „Der Tanz um das goldene Kalb" in Szene gehen. Aber schon jetzt weist dle bolschewikische Presse auf die Unnröglichkeit hin, das naturalistische Äiibretto mit den Llusdmäsforme.n der modernen Ballettkunst in Einklang zu bringen. Ern Ballett'MYsterium. Aus Prag wird uns berichtet: Im Tschechischen Nationaltheater erlebte das Ballett „Iftar" des jungen, in Paris lebenden tschechischen Komponisten B. Martin« seine Uraufführung. Das bemerkenswerte Werk stellt einen wichtigen Beitrag zur Remlisscmoe des pantomimischen Balletts dar; es gibt keine geschlosftnen Nimrmern mehr, sondern der Tanz ist ganz der dramatischen Idee untergeordnet. Die Fabel ist tief'in SMbolismus gchullt. So weit sich dieser restlos in tänzerische Forrn unrsetzen läßt, wird die „reine" Tanzkunst, die sich selbst genügt, gerechtfertigt. Die objektive Methode des Autors zeigt sich auch in der Musik, die mehr lyrischen als dramatischen Charakter auftovist. Das Ballett des Nationaltheaters rang schwer mit der neuen Ausgabe. Berliner Kunstausstellungen. Bei Paul Cassirer ist eine Gesamtschau von Wtax Liebermanns Handzeichnungrn zu sehen, die einen Uebevblick über das zeichnerische Schaffen des Künstlers in allen Perioden gibt. — In die Herbstausstellung de-r Galerie Fritz Gurlitt wurde auch eine große Kollektion von Bildern und Zeichnungen des Österreichers Adolf Faistauer (Salzburg) ausgenommen. Die Schreibmaschine als Musikinstrument. Die „Realistische" Tonkunst, die mit der JaWNusik 'bei uns eingedvnngelr ist und sich mit viel Geschick der Autohupen und Lokomotivpfeffen 'bedient, Vevlangt nach immer neuen Instrumenten, um die passenden ,MmmischunMn" hervorzubringen. Diese, merkwürdigen Instrumente halten auch ihren Einzug in die Orchestermusff. Me aus Paris berichtet wird, hat ein fran- Mscher Komponist, der sich äls früherer Soldat mit kriegerischen Themen beschwfbigt, eine Symphonie vollendet, die den Titel trägt „A n der Fron i". Die Zeitung „Avenir" verrät, Latz dieser Komponist verschiedene ganz, neue Jnstvnmente benutzt hat, darunter 20 Schreibmaschinen, die zufrmmen ,-gespielt" werden. Man ist sich noch' nicht ganz fi-oi darüber, vb durch dieses Schrei-bmaschinengMapper das Maschinengewchrfeuer oder die fieberhafte Arbeit im Großen Hauptgnartier -dargeftellt werden soll. Gerichtssaal. $et Stanvrechlryrozeß gegen Steiger. Das Attentat auf Wojciechowski. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Lemberg, 17. September. Der Prozeß gegen den cui- Aeblichen Attentäter ans den. Präsidenten Wojciechowski, den Studenten -Steiger, hat in allen Kreisen ungewöhnliches Interesse hiervorgerufen. Zur Verhandlnitg, die vor yuem Standgericht dnrchgeführt wird, sind zahlreiche ausländische und iuländische Pressevertreter erschienen. Der Staatsanwalt Lau iewski vertrat in einer längeren Rede die Anktagie gegen Steiger, wobei er sich auf die..Aussagen der ZeugM Pasternak, einer.Balletteuse, stützte, über deren.Veranlasiung. Steiger verhaftet worden war. Als der Verteidiger Dr. Grek, der Präsident der Leinberger Rechtsanwaltskammer, zn Beginn der Verhandlung an den Gerichtshof düs Ersuchen stellte, sich mit dem Angieklagten ins Einvernehmen setze,: zu können, wurde ihm nur eine halbe Stunde-Zeit gewährt, was Dr. .Grek verivarf. In seinem Verhör schilderte Steiger seinen bisherigen Lebenslauf. Auf Ermahnung des Vorsitzendjen, daß er sich, doch Zum Attentat bekenne, erklärte er mit fester Stimme, daß er unschuldig sei. Der Verteidiger Dr. Grek beantragte, den (von uns bereits veröfsentlschten) an die Redaktion der „Ehwila" gerichteten Brief -er ukrainischen Milkt ä rw r g a n i s a t i o n den Prozeßakten beizuschließen, Ebenso teilte er mit, -aß am 10. Juli der Redaktion der „Ehwila" neuerdings ein Brief Lugekomureu sei, per mit der Stampiglie des obersten.ukrainischen Revolutionsrates versehen ist, in dem mitgeteilt wird, daß angesichts' der herrschenden Tendenz, deir ersten Brief als mre Mystisika- -tion änzusehen, die ukrainische Militärorgauisatiou sich veranlaßt sehe, mitzuteilen, daß am 10. Juli ein mit de rse l b e n Schrift und Stampiglie versehener Brief dem Ge rich tsprä si de nten Hav e l übergeben wurde, in dein die Einstellung der Mißhandlungen von ^ukrainischen Gefangenen in Lemberg verlangt wurde. Der Verteidiger Dr. Gvek Vevlamgte nun Beffchließnng dieses Briefes' zu den Prozeßakten, um die Identität der Schrift n,rd Stampiglie sestzustellen. Ter Gerichtshof gab dem Antrag -des Vovtöidigers statt. Der Präsident des jüdischen Scjmklubs Abg. Reich hat vor Beginn der Verhandlung den: Staatsanwalt Malin untgeteilt, daß er int Besitze des genannten Originalbriefes der ukrainischen'Militärorganisation sei, er möge ihn daher in dieser Angelegenheit verhören. Der Staatsanwalt aut/- , wartete hierauf Abg. Reich,-aß er ihn erst aur Nachmittag 18. September 1924 " " Nr. 2009 - cmpfrugeir könne, obwohl ihm .Abg. Reich, erklärt, Hätte; daß für die - Verschleppung, .dieser Angelegenheit eitrig, tm* allein der Staatsanwalt zur.Verantwortung gezogen wirdi Als Abg. Reich nachmittags beim ^Staatsanwalt erschieß erklärte ihlit der Staatsanwalt, daß er dieses Dokumenl nur für feinen privaten Gebrauch übernehme. Erst-'Nach Protest des Abg. Reich, der erklärte, daß er zum Staatsanwalt nicht gekommen sei, um ihm Dokumente für.Privät« gebrauch, zu übergeben, sah sich der Staatsanwalt veranlaßt/ ihm eine schriftliche Bestätigung zu geben, daß er dieses Dokument offiziell übernehme. Im Zusammetchang mit diesem Prozeß hat sich, ein« Deputation, bestehend aus den Abgeordneten Dr. Schrei, der. Sotumerstein und Frostig zwecks' Intervention bein, Justizmimster von Lenrberg nach Warschau begeben. Die Delegation wurde von Tepartementdirektor Aug>v stinowicz empsaugeu. Sie teilte ihm mit, daß der Prozeß den Rahmen eines Kriminalfalles verlassen und, bereits einen ausgesprochen politischen Charakter angenommen habe. Die Tielegation besuchte auch den Mi. nisterpräsidenten Grabski und schilderte ihm eingehend die Sachlage des Prozesses sowie die Umstände, unter denen die Untersuchung geführt worden war. Die Delegation führte auch, beim Justizmimster Hübner dagegen Beschwerde, daß mehrere Gemeindebehörden in Ostgälizien Kundgebrrngen veröffentlicht haben, in denen sie in tendenziöser Weise auf „den Zionisten Steiger" als den eigentlichen Attentäter Hinweisen. Sie führten auch Beschtverde gegen die Gemeilrde in Pr ze wo r s.k, 'die während der Durchreise des Staatspräsidenten über Verbot der Po» lizei den Empfang der Delegation der jüdischen Gemeinde nicht zulassen wollte. 'Der Justizm-inister nahm sämtliche Beschwerden zur ' Kenntnis und erklärte, daß man zwischen dem Attentat und der In den Heft sowie der zionistischen Partei keinen Zusammenhang konstruierenkönne. Der Prozeß Mlvch. Bestem wurde die Schösferwerhandlung gegen Joses Mlcoch, den ehemaligen Präsidenten des Staatspensiouffteuvereines, fortgesetzt. Es werden mehrere Zeuger vernommeu und über die verschiedenen .Geschäfte beftagt, die der Angeklagte im Namen des -Pensionistenvereines, über.zu dessen Schaden, abgeschlossen habe, besonders über den vielerörterten Kauf der Baracke und des Hauses in der Marxergasse. Mlcoch kaufte für den Verein die Hälfte des Hauses Marxergasse 46, kaufte sie darm dort dem Verein eigt Jahr später für sich, selber, gab ihm — di« Geschichte spielte 1920-21 — nicht nur schlechteries Geld, sonder« auch, wenitze.r. Mit Vereinsgield kaufte er. dann die zweite Harlshälste und verkaufte sofort das ganze Hans mit Gewinn, den ec natürlich einstecktie. In Straßhof kaufte Mlcoch! für bUg Pensionisten 143 Joch Grund. Er pteßte ihnen dafür den Letzten Heller 'ab. Dis Pensionisten kauften in Straßhof außerdem ein großes Haus, das sich Mlcoch als Ehrengeschenk überweisen ließ. Die Schenkung verhinderte der VeremSanwalt Dr. ^He üd. Da ließ sich! Mlcoch für seine Mühewaltmcg erst v i. e r M i l l i o n e n, dann fünfzehn 'Millionen (mV weitere fün f Millionen geben. Nichts zuftieden Mt dem, verkaufte er den größten Teil des Grundes und steckte das Geld e'Jt. Die Verhandlung wirft -sortgiesetzt. LSerst Wolff brgaodigt. Wie die Korrespondenz Herzog meldet, hat der Bundespräsident dem Führer der österreichischen MonarchtstM, Oberst Wolfs, den Rest seiner Haftstrafe nachgesehen. Oberst Wolfs war seinerzeit ju btfei. Monaten, acht Tagen .undzrc zehn Tagen, im ganzen zu 108 Tagen, wdgen W ide rsetzli ch.keit gegen die Wach t verurteilt worden. Er hat die Arreststräsen am 10. Just d. I. angtztreten,! demnach, zehn Wochen bereits abgjebüßt. Der Rest der Straft wurde ihm jetzt nachgiesehdn. Der türkische Oberste Gerichtshof für dir Valorisierung. Ein Privatier hafte vor dom Kriege der Flliale der Ottomanrischen Bank in Saloniki 0620 MMsche Gpldpi'u.nd eiNtWzähllt. Die Zentrale der Bank 'wollte dem Einleger jetzt unter Beirnftlug ans den Zlwangs'kurs des PcHPiMigeildes diesen Beiratz in Papiergeld ^urückzahlen. Ueber Mage des, Einliegers wuM «die Bank verurteÄt, den Betrag entwelder in Gold oder tn vollein Gegenwert in Papiergeld Mrückzübezahlen. Dieses Urteil lwuvd,? auch vom Krlkffchen Obersten Gerichtshof!b e st ä i i g t, >so daß die Mchz-ahlnng zum Gegenwert u«m' den achtfachen Betrag in PaprergÄd geleistet werben mußte, i - Der Mord an dem Saazer Ar^t Dr. Sigl. Aus Inns»- «brnck, M. d., wird gemeldet: Vor dem Wsigen Schwurgericht hat sich heute der HaudelsaugestMe WWem Preyar m verantworten, der.am 4. Auignst dieses Jalhres an einem Wallidabhang den Saazer Arzt Dr. Anton Sigl, mit dom er ebne Tour machte, von rückwärts erschoß Mid iberanbie. Pveyer 'Mchtete mit sein>er Geliebten WilhÄnffne Bürger- , nach Wiem 'wo er verhaftet wurde. Preher gestand den Mord ein unld gav an. nu Blutransche gchandeibt zu halben. Die Brifftaische unb die anderen Gegenstände halbe er nur zu sich genommen, .ulm die Identität Dr. Sigls zu verlschlleiern. In Innsbruck widerrieif Preher sein Geständnis und gab narr die Beraulbung M. Erst in Wien halbe er die Ermordung Dr. Gigls ersalhven und halbe nur aeftanden, um seiner Braut, idie unschuldig mbtiverhaftet worden sei, -die Freiheit zu verischaiffLN. Preher wickelte sich hei seinem Verhöre in Widerliprsüche^ ohne EM. Eilte Wirckelbank. Der BcvnL-ber Max Schorr Md 'der Banlkinlhalber Renoe Kohn standen gestern ' vor einem Schöffensenat wegen Bevbrechens!der BevuntvennM und Bergeliens der fahriläßsigen Krida. Sie lbötrielben Mammen ebu> kleines BauWschäft, dessen Seelft Schorr war. Ihre Hbsifnnngeu ans e-ttte Börsenhanffe erlfüllten sich nicht und die Firma hielt sich mit Taggeldorn und Verpfändung sämtlicher in' ihrer Verwahvmta befindlichen Effekten eine zerÄang Wer Wasser. Ein Herr Eniil Pr ach hatte die Adige erstMet. Schon wurde zum Teile schuldig erkannt und zu sechs Monaten schweren Kerkers verurteilt. KM wurde IreiaeLvroLeu.

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