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Wiener Morgenzeitung · 1924-09-17 · Heft 2008 (17.9.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2008 (17.9.1924)
Date
1924-09-17
Page
Seite 5 (sequence 7)
Language
German
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’WffiWW 'ffWSWMS f ■-! «Öfen, WMoH Vereine, BorirSge und Neksackmlnngen. . Z i4U 1sN.s ch e , I uge 11 dgruppe' L e o p o l dst a d t. Heute Mtzvoch, V,8 Uhr aberidS, Plenarversammlung' im LandsSkomÜee, 2. Bez., Taborstraßr 20 a. Um 8 Uhr Referat S ch w e r t f i n g e r. Nach 8 Uhr kein Einlaß. Gäste willkommen. — Zweckverba n.d der Zionistischen ,J ü g e N b g'r u v p e n. Morgen Donnerstag, % 7 Uhr, Vollsitzung im LandeLrsmitee, 2. Bez., Taborstraße 20 ». — Z e iroth MiSrachi. Der Kurs für h e b r L i s ch e L i t v r atur (Leitung H. Herzburg) beginnt Samstag den 4. Oktober, der h e b r a i s ch e Sprechkui 8 (Leitung H. D a f t) am 2. Oktober. Einschreibungen im VereinSlokal, 2. Bez., Obere ölugartenfttaße 88, Sonntag den 21. d. von 11 bis 1 Uhr und Donnerstag den So. d. von 9 bis 6 Uhr. ■ — Iung - Iuda I u g e ub b u n d. Heute, l)irJ Uhr Heimabend ln unserem Heim, 2. Bez., Große Gchiffgasie 2. —Leopold st ädter VolkShetm, 2. Bez., " “ - für Anfänger, Englisch ln Italienisch II, Tschechisch I. ( Vereinigte hebräische Schulen. ... hebräische Schule, 2. Bez., Große Mohrengä zwischen 5 und 6 Uhr. >ez., ZirkuSgasse 49. 7 Uhr r Italienisch III, Tschechisch I für Anfänger. 6 Uhr * Einschreibungen in die ngasse 16/22, täglich Bühne unh Kunst. „Ler UrgStz." Raimund-Theater. Im Dheatechrogramm ist KavHeinz Martin ckbgebildet, die Hände ineinmrdergepreßt, die Augen beschwörend geöffnet. Ich stelle mir vor, das Ensemble ist versammelt und der Spielleiter'spricht auf seine Akteure ein, sie mögen doch seinen Intentionen Nachkommen und ihm Helfer sein bei dem Unternehmen, die dramatisierte Historie Packend mit. schärffter Konturierung der EmzePgurerr ab rollen zu' lassen, sie Mögen sichv doch, die lieben, werten Mnsller —. jeder für sich und alle zusammen — dem schönen, lebensvollen Rahmen einfügen, den er gemeinsam mit dem Maler Harry Täuber schuf. Unser Frkund Pan hat Herrn Karlheinz Martin, wie hier zu sehen, gmz anders gezeichnet. So mag den Spielleiter sein Spiegelbild anschauen, wenn er daheim das Resultat seines Jnszeriierimgswerkes erwägt und die Taten seiner Leute überblickt. Nun, es war gut gemeint, aber es glückte beim Himmel nicht so, wie damals beim ,Zllovian Geyer" als Direktor Beer in Wien eiinzog. * Götz ist Wilhelm Klitsch. Es ist noch nicht lange her, daß er als Hinkemaun und in den „Wölfen" durch Knnst der Gestaltung nutz schlichte, wirklich menschliche Sprache überraschte. Wer merkwürdig. So wie Herr Klitsch Harnisch, Helm und Beinschienen anlegt, stellt sich jenes. Pathos ein,, das dem Material der Bühnenausrüstung mittelalterlicher Ritters- und Kriogsleute gleicht, nämlich nicht stählern, sondern blechern ist. Wie er agiert und trompetet, das,, scheint mir durchaus wider die Natur des echten Volksästigen Goetheschen Götz zu sein. Zum Exempel: Der Mann, der so ist, wie die Hand, die er an den Armstumpf schnallte, wich (im Gespräch mit dem Brüder Martin) niemals mit doppelt unterstrichenem Brustton, sondern in kraftvoller Gelassenheit bemerken, daß diese Faust aus Eisen ist. Er hat auch bessere Momente. Aber da Herr Klitsch nach peinlichen Jahren öden Deklamierens wieder gut, ja herrlich spielte, muß man diesen seinen Götz des Wiener Musik- und Dheatevfestes ablehnen. Um das Unerfreuliche rasch abzutun: Die Darstellerin der Adelheid, eine neue Dame, die wir nicht nennen, weil sie hoffentlich nächstens besser sein wird, war (galant ausgedrückt) schl am Platz. ES kam dem Darsteller des armen Weisungen, Herrn Günther Hadank, schr zustatten, daß die Rosenfesseln, von dieser Dame angelegt, nicht glaubwürdig waren. Herr Hadank ist auch sonst schr umstäMich in der Abwicklung der ihm anvertvanten Rollen. Diesmal wirkte er einschläfernd — und man konnte es verzeihen. Nur das plötzliche kreischende Aufschreien kann nicht nach gesehen werden. Es iftÄ bei Gott, nicht angenehm. * Aber wenden wir uns dem Erfreulichen zu. Zwei Szenen sind.im „Urgötz" breiter, kräftiger als in dm späteren Fassungen geformt. Der erste Auftritt des Hans V.Selbiz und die des Kaisers MaximMan. Die Vorstellung gewann mit Wienei; MorgenzeiLüng. 17. WiMte tm «eöe 8 \ Mchard Strauß in Parts. Wie wir. erfahren, Schweben Beachten Sie den Unterschied zwischen Ledersohlen und PALM A-Kautschuksohlen und -Absätzen« Längere Tragdauer und grössere Haltbarkeit der Schuhe, elastischer, angenehmer Gang und Billigkeit sind die Vorzüge gegenüber /Ledersohlen! Verlangen Sie aber ausdrücklich'„PALMA“! Q ä n x Europa t r in k t Tee Mtssotzlrg Moskau Gegr. 1849 Htm* dielsen Szenen zwei überragende Gestalten. Eduard Loibner als Selbrz ist kernig, humorvoll, ein Weraus liebenswürdiger Haudegen, und Eugen Dumond ein abeiliger mit Verantwortung und Melancholie den Purpur tragender Kaiser. Hell und wesenhaft der Brüder Martin Otto Soll au 8. Die Sehnsucht nach dm weltlichen Freuden ruft er mit glutvoller Rede hinaus und man ist ergriffen, Eine vollwertige Gattin Götze-ns,.blond, stark und froh, gelingt Frau Elisabeth M a r kn s, und erquicklich, wenn auch zu zart geraten (wir meinen nicht bloß die äußere Erscheinung)'der Bube Georg des. Herrn Wolf H. Kersten. Schr bemüht Richard Dusch in skh als Franz, Mer leider ganz und gar nicht nach unserem Geschmack. Es wird immer wieder der fatale, müde Jammerjon laut, wo Feuer de-r Leidenschaft sprühen müßte. Sonst noch einige bemerkenswerte Episoden, von den Herren Josef Klein, Oskar Beraun und Willi Schmied er scharfumrandet. * ' Wunderschön die Umrahmung. Götz unter dem blühenden Baum im Gespräch mit dem Bruder Martin, der Rittersaal aus Jaxthausen, das Schlafgemach Adelheids, die Volksszene mit der Silhouette der brennenden Stadt im Hintergründe, einprägsame, kräftige Bühnenbilder. Nur die wütendes Jagd der Wolken im zuletzt gerühmten Bilde ist bedenklich. Man wird unwillig, wie das Publikum im Kino, wenn der Operateur zu rasch kurbelt und möchte trampelnd erwirken, daß die Segler der Lüfte nicht so wahnsinnig und unentwegt dchmrasen. Wer immer strebend sich bemüht ... So muß man den stanken, äußeren Erfolg, die jugendliche Begeisterung, die nicht nur dem Spiellettelv, sondern ganz besonders auch Herrn Klitsch aalt, mit Genugtuung buchen. Otto A b i \ e s. Am den Theatern. B o l kS o p e r. Heute „Dieverkauf te Braut", morgen Mozarts „Zauherflöt -e\ Anläßlich d-8 T h e a« t e ru n d MufrikfesteS gelangt am S4. d. . von, Karl Forest .neu inszeniert Millöckers „B e t t e l stu d e n t" unter musikalischer Leitung Dr. S t i e b ry 8 zur Aufführung. Im Deutschen Volkstheater wird Alexander M o i s s i im Rahmen des Musik- und Theaterfestes Samstag den König Alphonso in Grillparzers „Die Iüdtn v o n Toled o" und Sonntag den König Monteznma in Gerhart Hauptmanns „Derweiße Heiland" "neben HcmS Marr als Fernando Cortez spielen. Heute und Freitag «Ein schwache- W e.iIr von. Jacques D e v al, morgen «D a s Kamelgeh tburchdaS Nadelöhr/ Raimund-Theater. Heute, 7 Uhr, „G ö tz von Berlichingen". N eu e S W i en er S t a d tth e at er. Wegen Erkrankung des. Herrn Richard D u s ch i n s k y, des Hauptdarstellers des Werkes „Sieben Jahreund ein Tag" von Hedwig R o.s s i mußte die Uraufführung auf Donnerstag den 2. Oktober verschoben werden. Bis inklusive FrMag den 19. d. bleibt «Der S o w j e t k o m m i s fr ä r auf dem Spielplan. Samstag Erstanffühnmg bcs. neuinszenierten Lustspieles „C a u s a K a i s e r" von Ludwig Stärk und Adolf Eisler. . T h e a t e r i n d e r I o f ef st a d t. Heute „A i m s e", „D e r M y r t e n k r a n z" von Andrs Btrabeau und Georges Dolley. JmLustsPieltheater wird „E in D o p p e lleben" nur noch morgen, Donnerstag, Freitag und Sonntag gegeben. Wieles von r 1985. S tvau tz irekior der werden lel eines Pariser al war Richard Bechandlungen wegen eines Dirigenten Richard ,Strautz in Paris im. FE würde in fr in er Eitze ns chast als Wiener Staatsgper nach Paris und zuim Austausch denA man an ein staMchen Instituts in Wien. Das letzte Strauß im Mai 1914 in Paris, als in der dortigen Größen Oper die UrauisführMig seiner ,^osefslegende" statffand, die er selbst dirigierte. . , , Die Partitur von „Schlagobers". Gestern nychmittags erschien der Direktor der Staatsoper Dr. Richard Strauß beii Bürgermeister Seitz und überreichte ihm die der Stadt Wien zum Geschenk gemachte bandschrfftliche Parkttur von „Schlagobers". Das Werk wurde ,den Beständen der städtischen Sammlungen einiverleiht. Der Bürgermeister hat verfügt, daß die Partitur der am Sonntag erössneten Änsstellnng „Ernste Musik in Men von Anoon Brückner bis zur jüngsten Gagoniwart" angeschlossan wird. > .. Gerichtrsaai. Ser Prozeß Mcoch. Das Verhör mit dem Angeklagten. Mlcoch, das gestern schon um halb 9 Uhr früh wieder ausgenommen wurde, gestaltet sich sehr langwierig und erfordert ständig die schärfste Aufmerffamkeit des Vorsitzenden Hvfrat Barg s ch. und des Staatsanwalts -Dr. H e l l r i e g e l. Mlcoch gibt keine bestimmten Antworten, sucht immer ausznweichen, hat aber damit kein Glück, da der Staatsanwalt den Akt derart gut behersscht, daß er Mlcoch bei jedem Versuch nachweift, daß er die Umwahrheit gesprochen hat. Und das geschieht fortwährend. >, So gab er die Zahl der im Jahre 1921 hergestellten Exemplare der .Vereinszeitschrift mit 516.000 an, während der Drucker in seiner Aufstellung nur 228.000 nachweist. — Angekl.: Da muß ich falsch informiert worden sein. Das mit der Provision werde ich aufklären. Ich habe 14 Millionen Provision zurückgegeben, damit sie ansgetragen und als Subvention wieder durch die Bücher geführt werden. Mlcoch legte eine nicht jdatierte QuittunL über 14 Millionen als Beweis vor. <— -Vor fr: Und haben Sie dre 14 Millionen zurückbekommen? — Angekl.: Das rveiß ich nicht mehr. (Lachen im Zuhörerraum.) — Vors.: Das ist wohl recht unglaubwürdig. — Der Angeklagte gibt fortwährend ausweichende Antworten. Die Verhandlung wird fortgesetzt. ’ "! I Kindesmord. Vor dem Schwurgerichte hatte sich gestern die 19jährige Hausgchilsin Anna B u ch m a n n wegen Kindesmordes zu verantworten.- Sie hat am 6. April ein Kind zur Welt gerächt. Sie le-gte sich dann zu Bette und als ein Arzt gerufen wurde, konnte feftgestellt werden, daß Anna Buchyrann entbunden hatte. Sie leugnete zuerst', dann gab sie endlich an, sie sei, von der Geburt überrascht worden, und das Neugeborene sei, als sie auffta'td. in einen Kübel mit Wasser gefallen, wo es offenbar ertrunken sei. Die Leiche habe sie dann in Tücher gewickelt und im Kasten versteckt, wo man sie dann auffand. Die Aerzte gaben jedoch das Gutachten dahin a!b, das Kind sei durch Zudecken mit einem Polster oder Decken über das Gesicht uwd. durch Einführung von einem Fremdkörper, wahrscheinlich , einiger . Finger, erstickt worden. Di^ Angeklagte beteuerte, sie habe" dem Kinde nichts angetan. Sie war, als sie die Geburt überraschte, vor Schreck uild Schmerz ganz außer sich und könne sich nicht mchr erinnern, was zu jener Zeit mit ihr vorgegangen sei. Sie wurde freigesprochen. Eine Affäre im Jußballsvort. Eine in der Oeffentlichkeit viel erörterte Sportaffäre bildete gestern beim Strafbezirksgerichi 1 den Ausgangspunkt einer Ghrenbeleidigungsklage, welche der Rechtsanwalt Hans Mayer gegen ven Prc(sidenten des Wiener Fußballverbandes, Herrn Siegfried .Deutsch, erhoben hatte. Nach Inhalt der Klage soll der Beschuldigte im Anschluß an eine am 13. Juni stattgehabte Sitzung des Fußballverbandes in der Kanzlei des Verbandes in erregtem Tone die Aeußerung gemacht haben: „Ich werd c es dem W. A. C.-Gesindel noch zeigen." Durch diese Aeußerung, die in der Oeffentlichkeit. insbesondere in der Sportpresse lebhaft erörtert wnroe. fühlten sich eine große Anzahl von Mitgliedern des ge-namtten Wiener AthletiktlNbs betroffen und strengten gegen Deutsch die Ehrenbeleidigungsklage an. Wie der Richter bekanntaao. sind etwa 60 Klagen yn Zusammenhänge mit diesem Vorfälle gegen Herrn Deutsch anhängig. Als erster hatte Dr. Hans Mayer, der Mitcsii^. dieses Mubs ist, abgesondert eine Ehrenbeleidigungsklage' eingebracht. über die gestern verhandelt wurde. Der Angeklagte Deutsch gab an, daß er am 13. Juni eine AMige des Fußballklubs F. A. C. gegen den W. A. C. erhielt, in welcher schwere Beschuldigungen gegen einzelne Mitglieder bezüglich angeblicher Machonschaften bei den Meffters'chaftstiwas in der Anzeige sicht, muß das Gesindel entfernt'und aus dem Verbände eliminiert werden." Der als Zeuge veriwmmene Landesgerichtsrat Dr. Ebersthaler gab an, das; Herr Deutsch zur kritsichen Zeit sehr aufgeregt war. von Skandal und' Gemeinhoit gesprochen habe, so baß er, Zeuge, sich entfernen wollte, weil er dachte, da kommt etwas Unangenehmes heraus. Als er schon im Weggchen begriffen war, habe er aus dem Munde des Herrn Deutsch die Aeußerung gehört: „Ich werde es schon dem W. A. C.-Gesindel zeigen." Herr Deutsch sei däimls'derart aufgeregt gewesen, daß er nahezu unzurechnuwgssähig war. Auf die Fragdes Richters, wen Herr Deutsch mit seiner Aeußerung gemeint habe, erwidert der Zeuge: „Das weiß ich nicht. Ich hörte nur. als Herr Deutsch dann ans die Frage des Herrn Falk: Meinen Sie mich?, zur Antwort gab: Sie nicht, aber hie anderen er-u rtw mu*.. -»■*-' der gewiß schr kritianromme. weshalb .. -- -.rna anwesend waren, darunter Nationalvat Bolkert und Devvandskapitäu Hugo Meist als Zeugen gchört wepden müssen, weshalb die Vechandlung vertagt wurde. STOFFE tmtN.i. Aove t|6 '*d«fo'Nt762£* l

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