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Wiener Morgenzeitung · 1924-09-15 · Heft 2006 (15.9.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2006 (15.9.1924)
Date
1924-09-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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.M . V m Hl '")'ll»,llipn )|",-i-HUUiy,";,1"»" . .VPll'ijJ,! \~ kois« roiröW ■"> Wien: Zum Abholen in der Expedition, II. Taborstr. 1-3, oder in einerVerschleisstelle (Trafik) monatl. K 40.000 Strassenverlcauf in Wien durch die Kolporteure! der Firma Goldschmied, 1. Bez.. Wollreile ll ■ Mit Postversand für Wien u. Oesterr. monatl. K 40.000 Ts che eh o-S lowakei: Mon. K18. Jugoslawien: Mon. DinarßO. P o 1 e n: Mon. 31/, Zloty, Deutschland: Mon. Gold mark 4, F ran kr., Belgien: Mon; Frcs. 12 j Preis K 14QO | England: Mon.4Schilling. Italien: Monatl; 12 Lire, Rumänien Mon. ISO Lei, Bulgarien Mon.80 Lewa, S c h w e i z und das übrige Ausland monatlich Frei. 4 Redaktion u. Administration Wien, II., Taborstrasse 1 —3 SST Nachtaltl un geo m bei Prei«ei*-ohunffen vorbebaHea Telephone: 44-0-38,43-3-19, ab 6Uhrabds.2l-102,25-282 IX. Unlvereitätsstr. 6—8 (Druckerei Stelnmann) Oesterr eichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.698 Rr. 2006 Men. Montag. 15> Setztember 1924 6. Jahrgang Paris, 13. Soptewber. (Haidas.) Ministerpräsident Herriot und Justizminister Clementel haben nach weiterer Prüfung des Voranschlages für das Jahr 1925 an den Budgets der Ministerien für Justiz und für die befreiten Gebiete sowie der Unterstaatssekretariate für Lustschifsahrtswesen, Handelsmarine und Postwesen Abstriche tut der Höhe von 221 Millionen FrauEen durchgeführt. Päris, 15. September. Nach einer Mtteiluug der georgischen Gesandtschaft find die Tunnels zw-ischen Batn-m und Tiflis zerstört. Die AufftandsbLwegnug breitet sich über den gangen Kauknfu's aus. Rom, To. September. Die Deich des ermordeten faszistischeu MgeovdetM C a f a l i n r ist nachts nach der Kirche S a n - G i a e o m o - überführt worden und wird " tzente-ldrm dort feierli ch bestattet. Warschau, 13. September. (P. T. A.) Das Propa« MÜxckomitee des Irrternationalen Studenteniköngvefses Hat beMosftn, Ungarn Äs Miglied der Inter« Nationen. Stüdentenbmfvderadion vorMchlagen. Außerdem wirst die Aufnahme S o w jetru ßlan^/. der Pufsrschen Emigranteno^xtVisaH^v^ ' jQe» prgien8 undBulg är rens erwogen. ' Washington,' 14. September. (WoM.) Staatssekretär Hngh e s hatnachdrücklich die Gerüchte, daß die Vereinigten Staaten eine Intervention in China he* absichtigen, dementiert, mit dem HingusAgen, daß die ' amerikanischen Kriegsschiffe in Schanghai lediglich die Aufgabe hätten, das Leben und Eigentum der Ausländer zu schützen und im übrigen strikte N e ü t r al r t a t ''zu wahren. Ihre Anwesenheit habe die Zustimmung der beiden miteinander kämpfenden Parteien. Faenza, 13. September. (Stefani.) Die seismographischen Apparate des Observatoriums vevzeichneten heute nur $ Uhr 40 Mn. 4 Sek. ein sehr heftiges Erdbeben in einer Entfernung bon ungefähr 2090 Mometer. Der Herdes Bebens dürfte wahrscheiUlich im Kaukasus oder in Anatolien liegen. Die Bewegmch war so stark, daß alle Apparate Beschädigungen erlitten haben. Ae Spanier verlassen Marokko? London, 14. September. (Havas.) „Sundah Expreß" meldet ans Barcelona, daß die spanische Regierung den Rückzug der T r uPP e n au s Maro.kkovorbereitet. . ' Die Spanische Darstellung. » . Madrid, 15. September. Die «militärische Lage irr der Westzone bessert sich. Die Straße Eeuta—Detuan «ist frei und gesichert. Das Direktorium denkt nicht daran, 'die spanische Intervtzntionszone zu räumen. Sttesemann dementirrt alles. Berlin, 14. September. (Wolfs.) Gegenüber anders lautenden Tm Auslande verbreiteten Meldungen, nach denen Reichsarchenminister Dr. St r^s e mau N erklärt haben soll, daß Deut sch l a n d d e m Bö lkerbunde Uich t be i treten k ö n ne, bevor die Kriegssch uldsrag.e gelöst sei,.'.muß mit aller Bestimmtheit festgestellt werden, daß -der deutsche Außenminister-eine derartige .Erklärung/nicht einmal dem Sinne nach, geschweige denn«im Wortlaute abgegeben hat. Dr. Stresemann hat in seinen, informellen(h -Mitteilungen an die Vertreter' dev deutschen' Presse nur den gleichen Starrst-^ Punkt vertreten,^ den^sämülche deutschen Regierungen seit Unterzeichnung des Versailler-Vertrages vonjeherin der Frage der KriWschuld eingenommen haben. Dieser Standpunkt .ist Hühin zu präzisieren, daß der .E i n t Pi t t? Deut f djianbg/tn-ben Bölkerpundsn^chst Pbn ein er An e rken n u ng d ex angeblichen den U \ f chen Kr t e g sschu ld a b h äu g i g gemacht werden dürfe. Nur-"im diesem'Sinne ist von einer Klärüng der Kriegsschuldjragö gesprochen worden. Streit auch in der Provinz. Kein Generalstreik. Weitere Verhandlungen. Der Streik der Metallarbeiter dauert fort und soll heute auf die Betrieb: der Provinz ausgedehnt werden. Trotzdem darf festgestellt werden, daß die Verhandlungen des gestrigen Tages eine weseutlichd Entspannung gebracht haben. Wien bleibt von der Gefahr des Generalstreiks verschont und auch der Anschluß der Elektrizitätsarbeiter an den Streik ist nach der gegenwürtigen Streiklage kaum mehr zu befürchten. Die Vertreter der Industriellen haben sich nämlich bereit erklärt, in meritorische L ö h n v e r h a n d l u n g e n mit den Arbeitnehmern einzutreten. Die Verhandlungen sollen, schon heute beginnen und es besteht begründete Hoffnung, daß sie zu^einer Be rst 8nd igun g führen werden. In -der gestrigen Versammlung der Elektvizitätsarbsi-ter. «war /Wohl beschlossen worden' s i ch M o ntag^ um 12 Uhr mit tag's aus' Solidarität,und Sy mpathie dem Streik i hre r? e r a d e n; a «n z u f ch l i e ß e n. Zwiettens: diesen zum daß er - Nicht gegen d i e G e. m ei n b e gMchtG ist, so zu fuhren, daß er nur -den 3eilten - guten - Dienst erweist. DEtensD MWürnteWrevarWaltu^ wich ' von diesem M^M^in^Mtnis-gefch^'.^ - Inzwischen^ waren mn IO Uhr vorlnittags die Vertreter der JudMstriellen mit den Vertretern des.Metaklar b'eiterv ervämd er unter lÜörsitz des Präsidenten Urban za neuerlichen Verhandlungen im Jndustriehäuse zusammeng-tryffen. Die Verhandlungen führten nach vierstündiger Dauer zu dem Ergebnis, daß die Unternehmer nachfolgende Erklärung den Vertretern der Gewerkschastskommissiön abgaüenr „Auf Grund der Alnterreduug der iudustriellen Vertreter «tt Regierung und politischen Parteien, sind die Vertreter der Unternehmer von ihrem bisherige» StandPuM abgegangen, -atz derzeit jede Verhandlung über eine Lohnerhöhung in der Metallindustrie auSgeschloffch ist. Sie erklären sich daher bereit, in L oh « v erh an dl u ng en e in z n g ehen, die r ascheftens zu Ende geführt werden sollen. Die Grundlagen für die Verhandlungen über die Erneuerung der vom MetaLarbeiterverbünd gekündigten Vertrage soll der Uebergang auf das vom Metallarbeiterverbande vorgeschlagene Lohnsystem (Einbeziehung der „Starren") und die Erhöhung der Mindestlöhne bilden." .We 'BM-reiier . der' WvLvkschafWommissio«n 'uhsrnahstien diese' Erklärung zur BerichWMttung '.an.'die zuständigen gvwerkschaMche-n Instanzen. Behufs. -Fort-' fetz'nng der Verhandlungen für den Wiener Veriragsbe-wich Mftdqs LohnikomWe der Memr MetaWndufWe hNÄd '«um 11 .'Ähr^ vormittags in den Ramnen des Wiener Induftviellenverbandes zusammen; Am 5 Uhr nachmittags ffndet' im gvvtzen Sitzungsfaaledes Indu-stneha-ufes eins außevorde.ntli.che > Bollv-LVsaNdinlnug de's Wiener Indu stvielleMerbandes statt, deren Tagesordmmg der bricht des Präsidiums . des Hauptverbandes - der Industrie äber den- .bisherigen. Verlauf der BMhandlmrgen und eine Beschlußfassung ü>her die den Unterhändlern zu ovteijewden.rmheren. Direktiven für dieweiteven Lohuverhand- Wgen bildet.' Zm VierzigerEsschuß^ der gestern neuerdings zusammmtrat, einigte man sich nachdrefftimdigen' Verhandlungen daraus, die Elekirizitätsärbeitev zu ersuchen, von der Ausführung ihrer in der vormittägigen Versammlung gefaßten Beschlüsse vorerst^ abzustehen, bis. die Streikleitung sie züm Streik aufrüfen werde. ' > Dip- Metallarbeiter der Prüvinz gehen heüte in den . .Streik, so .daß dann die Metallindüstrie in ganz Bieder österreich, Oberösterreich, Salzburg und. im Grazer, Ge- Liet. stilsgelegt sein wird '1"-Der 'Vierzigerausschnß, hat in eister Resolution die Unterhändler ermächtigt, . die BerhandluUgen mit den ea/er : st. D i e n, 18. September. Die Weiße Rasse als Kultursaltor. — Ein neuer katholischer Heiliger. ' Trotzdem die Weiße Rasse in-Europa-und Amerika schwere Zeiten durchwacht' .und mit sich lest genug zu tun hat, unterläßt sie es nicht, unter den Wilden zivilisatorisch zu wirken, und sie, wenn es sein, muß, auch mit Gewalt zu einem gesitteteu Lebenswandel, zu veranlassen.' Die letzten Wochen haben rührende Beweise . hierfür erbracht. — Im Kabul, der Hauptstadt Afghanistans/ erschien ein rmnischer Ingenieur ‘ beim Postschalter. Der; eingebornc Beamte hieß, ihn - warten. Uelber dieses in Europa ganz unerhörte Ereignis — man denke! Beim.Postschalter, warten!, Die WNen sind doch grundschlecht Menschen! —, also über dieses: in Europa, unmögliche, unerhörte Borkolnmnis war der weiße Mann gerecht entrüstet, unjd er begann.feine Aufklärungsarbeit unter den Barbaren' damit,! daß'er den; Wunen Beamsßn^nütherDeiMitsche .mne". PieM--! WWHnTirH zAMierch.. Die Pölizei von Habül, anschemend aus' ganzniedrigen.''Menschen^flern 'Lestchend, lud den Ingenieur zu sich. Doch iw'Gefühl . seiner noblen Rassenzugehörigkeit sagte der' weiße Herr: „Schmecks!"' In barbarischer. Verstocktheit verharrend, war die Kabuler Polizei' so 'unverschämt, dem Ingenieur zwei Beamte ins Haus zu schicken. -Aber auch. jetzt, noch legte sich der so schwer beleidigte weiße Mann jene Zurückhaltung auf, welche das Produkt jahrtauserchealter weißer Kultur ist. Er zog imr deu Revolver und erschoß die beiden-beamteten braunen Hallunken. Weiter tat er wirklich nichts. Nun "brach die Wildheit des'afghanischen Pöibels in scheußlichster Weise aus. Der Ingenieur wurde vor Gericht gebracht und verurteilt. Am nächsten Tage erschienen sämtliche europäischen Gesandten beim Emir und erklärten im Na-, men ihrer Staaten, daß sie im Interesse .der Zivilisation gegen dieses abscheulick)e^ Vorgehen protestieren müßten und forderten die sofortige Freilassung des Ingenieurs. Der italienische Gesandte teilte überdies mit, ’ daß im Weigerungsfälle sämtliche unter italienischer Herrschaft lebenden Mohammedaner haftbar gemacht würden. ' So wirkt Europa ^unentwegt für :die HMi-'- sation. — In Chile ist.Revolution. Das Militär-' kämpft gegen die :Regierung. .Die- Regierung ist schüvächer. Das erfüllt den. Präsidentender' Vereinigten Staaten mit Mitleid. Die weiße.-Rasse, muß dem - Schwächeren Helsen. Hilfe dem Schwachen ist ein Gebot der Zivilisation. Also schickt Washington der Regierung von Chile Waffen und nimmt dafür nur den Dank und einige tausend Kiloureter' der chilenischen Bahnen. Min sind die Rebellen schwächer. Da beginnt das weiche Herz Englands zu Muten. Es. kann nicht ruhig mitansehen, ' wie brutale Gewalt über, hilflose Schivache triumphiert. Es schickt den Rebellen Waffen und gibt sich -mit dem BMlßtsein edler Ha'ndlrmgsweise und einigen Kupferminen zufrieden. Jetzt, ist die Reihe wieder an Nordamerika, und dann wird'wieder England antworten. So lange es in Chile noch Eisen-, bahnen und Kupferminen gibt, die man noch'nicht hat, werden die beiden Trägerweißer Zivilisation 'nicht ruhen und rasten, dem SchwäclMen zu helfen.unddas Banner weißer Kultur hochzuhalten. Die Weiße Rasse tut ihre Pflicht! - ''.. . , •' ' . •*: ■ 1 > _ Die katholische Kircheust um einen-Heiligen reicher geworden, er heißt Mussolini. Wer gegen Mussolini ein schlechtes Wort zu sagen oder auszumucken wagt,' bövi auf, ein guter Sohn der Kirche zu sein, und-wird unerbittlich in Bann, getan. Der Heilige Väter^hat soeben diese Kunde durch seine Zeitung der- Welt'zur Kenntnis gebracht. Der „Osservätore romano", das Mterstehmernscheute halb ist Uhr. mittags aufzünehmen! Ovgan des Vatikans, richtet andie kacholffche Bolksupdiiy>eiyLr 'für 5 Uhr^^ nachmittags eistberufencn Sitzung Partei, die Popularn, die - Aufforderung, enogtütrg dem Vierzigerattsschutz neuerlich Bericht zu erstatten,- . I zwischen der Opposition gegen Mussolmi uud dent " ' ' KgMizismM Lll. wählen. Dig itabenffchen kathobschen

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