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Wiener Morgenzeitung · 1924-09-07 · Heft 1999 (7.9.1924) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1999 (7.9.1924)
Date
1924-09-07
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Wien, Sonntag 7. Sepieutfrox 1924 Seite 10 CimßerMW.?IIle Innneu jo uitui gleich sein. Hub bo.v ist sehr gut st>. Es tväte nun Beispiel ganz schrecklich, wenn jetzt alle in Uniformen eiithergc'nmt müssten, wie die „Herrschaften" wellten. Auch -für das genossenschaftliche Einheiisklcid, wenn auch ohne militärischen Truck,, kann ich mich nicht evivärmen. steh bin für Freiheit ohne Uniform. Sie bunte Awvccbstttng des Großsiadtbikdes ist schon. Ten-- noch erscheine es sedem. der sich alltäglich darin bewegt, monoton, stnr die Mitmenschen, die zu Tausenden an einen: vorilbergei'.-.".!. bat inan leinen Blick nvria. Rnr wenn eine durch seltene MeAmale charalierisristl'..' Gestalt anftnncht, 'ti: cc< auf und das Auge bleibt hastet!. Sie Zeit schasst mtmer nette Tvven. die dargewrbnte Einerlei der Straße beleben, Tvanme taneben satsonmäßig ans und verschwinden ebenso schnei!, bindere toteder bleiben, bis nie sieb, in dar Mino der Straße ciitfitaeu und nicht titelte beachtet i V ' i ‘ S £ >? S e v B a. n e r n i a. n.! e r. Uns Outen: nleniete a.ae» er die •cittjiae Sattste des .»Sontm.'rs". Ser Ban.wnjariter tont tnsvrungltch nur aus rassenretnen Matten tind sonnigen Haiden vor sowie'tu den gewissen Weilern und Siedlungen. lFsraeltten n'chr erwünscht') Wurde gewissermaßert des Kleid der Bergländerounder. Früher trugen ton nur Die ..lch'scbertei'S. Senerdtrtgr jeder, der „bodenständtg" scheinen will. Zum -llropf paßt so rin Fauler freilich atu denen. Zunächst verwendete tuet:: ihn nebst Aue-sack und Nagelschuhen auf Sorii-tonren. wen.n man weit htnanszvg ans die Berge oir znnt höcdste'.l ..Senrigetv'. Schließlich blieb man damit m der Stadt, dank der Sprivtonren. des wechselnd wolltgen. unsicheren, vwanderistbett alr Folge von einem ozeanischen Tief zur Eintrübung, jedoch dann zur weiteren Besserung mit zeitweisen Biederschlägeu tteiacnden Wetters. Sas Kasfeehans, -Tino und alle anderen Kulturftätien begannen gelb., rote und blatte Flecken anfzm weisen. Ser Battcrnsanter wurde der Clou der Saison. Fntim erschien darunter ns anaaSchnittone Hemd und die zottige Brust. Ein praktisches Stück, billig, erstxtn .Kleider. Ein ausgesprochener Messcschlaqer. Blade in Austria. Man trug ihn demonstrativ, auch wenn man kein Verächter von Eanborust und Ritschen und kein geborener Bauer war, direkt mit autochthouer Wurde, die zu. sagen schien: Sstunden hinaus! S a s Motorrad. Em Sapnel für fick. So cimr rast oft dahin, wie wenn er nicht schneit genug nach dem Steinhof kommen könnte. Seit neuester Zeit verschärft er noch das Tempo und eilt mit einem „Flugerl" dahitt. Oder es ist gar die holde Gattin ihm hinten aufsässig. Er siecht aus wie einer, der sich denkt: Sn kartitst mir den Buckel 'runter rutschen. Sie sitzt ihm auch tüchtig aut „G'nack". Immer häufiger werden attch die {leinen Badewannen daneben fürs Kind. Es beim, daß neue Motorräder mit eingehängtem Vogelhaus" für den Kanari in Ban begriffen find ttnd ttoch Vlatz zum Anlegen eines Schrebergartens lassen. S e r R inderwage n. Wir gehen zu. einem idhllischett und ntehr slaatserfiaftcncan Vehikel über. Ser Wiitderwagen würde nicht anfsailen, wenn nicht imnter häufiger Männer dahinter eingespannt würden. Namentlich an Feiertagen, wenn sich d-er elende Junggeselle am Spieltisch austobt, „darf" der Ehemann den .Kinderwagen „zarr'n". Während die Gattin und Mutter in ziemlichem Abstand irgend eine Wochenschrift ftir „Kultur und Erotik" verschlingt, nntsz der junge Vater die sfolgett tragen und spazieren führen. Es ist kein Wunder, daß so einer dann oft auf die Idee eines Famtiiema rrades kommt! Sic A k t e n 1 a s ch e. Feder zweite Mensch in Wien har eine und fällt datn:t sicher nicht auf. Sie sei nur vermerkt, weil-sie sich so aut eingebürgert hat. Sie Aktentasche ist auch wirklich sehr praktisch. Akten habe ich darin noch nie gesehen. Dafür aber Schmalzbrote, Schmntzmäsche, Pantoffeln, Zwetschken und junge Hunde. Sie verleiht unbedingt ein solides Aussehen. Selbst wenn ein Mädchen damit um Mitternacht hernm- Hcipr. Garantie wird selbstverständlich keine übermutmten. Ser Bubenkopf. Fallt eigentlich auch nicht mehr auf. Wird nn.r deshalb erwähnt, weil jeder doch unwillkürlich aus die „Jnl a. erin" eines solchett Kopses schaut, was er fonft in vielen 'tollen sicher nicht täte. Freunde statistischer Berechnungen wollen festgestellt haben, daß der Bubenkopf bei Kinder» s.llen, ant häufigsten int Alter von 40 Fahren aufwärts 'oaScmuit, F'a, meistens bleibt eben aus der Jugendzeit uuhts anderes mehr, als der Kinderverstand ober ein VuRNopf. A l i. Wenn der Herr Bezirkshauptmann einen EpieMub „inspiziert". Sie Korrespondenz Herzog meldet ans Fschl: Sie Li.un.galassäre im Spotting Elub, die zu,- Schließung des Lpielklubs geführt hat, bildet noch imniec den Gegenstand <.rngter Auseinandersetzungen. Bei den fguwendtmgen dw Spielbank an die Gemeinde ging auch der V c; i r k s h a a p - . mann P>a ch t a nicht leer ans, zummeeg erhielt cr für noohl tätige Zwecke Beträge, sie in die v i e I eit aji; ([ i o - , u gingen ,jnt Vorjahre hatten Die französischen Spielban>.ln> sitzec ans Grund gefälschter Bücher den Steuertiouis Wiener^Morge >r?,eitunft._ betrogen und wurden ,zu einer Steuer strafe von >! .‘Mi n liavbcu verurteilt, die später ans Wl) Millionen reduziert wurde. Heuer verloitgte die Gemeinde von den Zoppoicr Sf>iel- 'oanlpäcblern eine fixe .Uanttvn von einer Milliarde, die sich dem Umsatz entfprecbend zu erhoben hätte. Auch Hofrat Pachta slolsen m e 1) v e r e h n n d e r t Bl i I l! o n e n zu als Siherslein fiir „wohlllitiae Zivecke in den ihm anvertranten Bezirkes Ser Besitzer der iitra'S’ eingerichteten Billa „Westend" tvurde für die Ueberiassung der Billa an die Zoppoter. reichlichst entschädigt. Alle Kundmachungen tmd ö'er'.anwarmtgen gingen unter der Flagge des SPorling Elub" und itnler dem Protektorate des Bezirlshaut'tttcüi'.ncs Pachta, der dem Klub nächtliche Besncye —- „FnspeltionetB — abslattele, die er dann in den a n d e r e u st o k a l e n f o r 11 o tz t e. Es ist fraglich, ob das Unternehmen dem Staate Stenern bezahl: hat. Sicherlich ist der Staatssäckel nt kurz gekoutmen und amb gegen die S e. v i s e n z e n t v a i e wurde arg gesündigt, da die in anstäitdischen Bglnten gemachten Gewinne ins Auslanda b g e i ch v v e n and mit fingierten. Sepescaen, wie „300 Spulen Zwirn eSaee.aaaeu" avisier: untraeu. Sowohl seitens der Wiener Polizeidtrektivn nn) von Sc-.ltburg ans aut Sporring E!ub gus.nerUan. gewacht wurde und Hoirat Pachta den Akt zur A e u ß e r rt n g beiam. rnurde lustig toeitergespielt. Sic Stellung Hosrat Pachta: .st am das schwerste erschüttert und keine A 'e d c r o. j u u g trop der „Vort r a n e n t n n d g e b n n gr' h-.r Sariomutstsion beschlossene Sache. Sn LZSr » .»xmr**-r.rn:n.. . Ihren Verwandten, Freunden, Gästen, Kunden in «Ser mm de? „Wiener Morge^seituns“ am Sonntag den 28. September (29. EIul) Sie sparen Zeit u. Mühe! Die Neujahrsgratulationen der „Wiener Morgenzeitung“ haben sich seit Jahren beim jüdischen Publikum bestens eingeführt. Um die grosse Fülle der einlaufendeh Gratulationen unterbringen und günstigst placieren zu können, empfiehlt es sich, den anliegenden Bestellschein sofort auszuschneiden und umgehend an die Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung“ einzusenden. Der Betrag ist am besten in Noten der entsprechenden Landeswährung gleichzeitig mit dem Bestellschein in bar zu überweisen. Ser Pirecs ficr das Emheitsinserai jLv mm) beträgt: Für Wien und Oesterreich . K 70.009 Für . Zloty 5.— Für alle übrigen Länder DoHar 1,~ beziehur.gsweise dessen Gegenwert in der Landeswährung | J. Al, Frost und Frau fefc 5 II. Grosse Mohrengasse Nr. 17 MusSer: f gratulieren allen Verwandten, Freunden und I Bekannten | zum Neuen Jahre! Hier Ausschneiden! BestelSschein —ijrvrwncaiiii/MWW iiinini ■ hui«»*—w»»— An die Verwaltung der „ Wiener Morgenzeitung11 Wien, II. TuOorslrasse 1—3 7eh bestelle für die Ti o ch -17 a s eh a n ah -Nummer der Wiener MorgenreUuw/* ..Neujahrafjratulalion(en) zum Preise von und sende den 'Betrag gleichzeitig mit diesem Bestellschein ein Tc :r t: {deutlich aus fallen!) i\nmc: Nr. 1999 Re 7. Wiener Messe. Heute wird die Herbstmesse -cs heurrgen Jahres eröffnet. stängft schon ist die Messe zu einer denerüden Institution zzewordeitt, deretr bleibende Existenz weder Konsmtktur noch Krise »tehr erschüttern darf, soll Wien und mit ihm Oesterreich, seine wirtschaftliche Konsolidierung fortsetzen. Tie Bederunng uitb Lage Wiens als Handels.zetttrnnt und das steigende Interesse bringen es nrit sich, daß jede Messe an. A'Nsdehntmg und Neichhattigkeit znnimmt. Ties konnte attch bei der gestrigen Vorbesichtignng konstatiert werden Die Maschinenhalle der Rotunde weist zahlreiche technische stkenheitett ans. Tie Neu« a d a p 11 c r u n g des freien Geländes, die Ttraßeit und g ä r t n e r i s m e n?l n l a g e n werden den Beifall der Besucher sind-en. Ter Pastillen der Tabakrcgic re Prä- [oitttort sich Heuer in besonders schmucketn Gewände. In der K o h! e tt me s s e wird ein anschanliches Bild der österreichlschett Ke-Hlartprodnktion geboten. Tie Ga r t e bat!--, die Tb st statt-, die Kleintierzncht-Ansstellnt'g, die sorstwivtschastliche Versncbs-Attsstellnng sin.d sehr interessant. Eine aesondcrle Abteilung in der Rotunde stellt dT NaHrnngs- und Gcmrszmittel-Ansstclluug dar, in der Lebett-mniitct tnannigsaltigstcr Art vereinig: sind. Zm Blesse patast nimmt deit größten Nanv.t die st u y u s a i' t : f e I nt esse eilt, luu die aller Welt bctanntcn Erzeugnisse de-.. Wiener Kunstgewerbes zur Tchan gestellt sind, sttnch die Buchmesse, die das Buch- und Truckgewerbe u.mfaßt, ist im MFsepalast nntergebracht. Ebenso die Pa p i e r m es s e, in her man die verschiedensten Papiersorteu, .-kartonnagen. Bttreau- und Tchreibartikeln kenmen lernt uns ebenso mit bau mannigfaltigsten Arten vom Berpactitug ltn> Rellatne vertrant gentacht wird. Ten. verhältuismäßig kleinsten Raum unter dem dre' M.ssehäuseru nimntt die Diene Hofbnrg tu Atgoruch, in der ledigitch die B e k l c i d n n a s w esse nntergebracht ist. Tchube und ihr Znbchör sind stier ausgestellt, auch Tchuhmüschinen und alles, was zur Belleidnug gehört oder zu ihrer Erzeugung ttölig ist. Tie A u s [teil tt tt g d e r Erfinder in der B o fE gaffe, über die wir bereits berichteten, erfrettt sich bereits großen Interesses. Wie schon bei der Frühsahrstttesse, fyai sich auchdieses - mal wieder die Union der Sowjetrepubliken mit ihrem Pavillon vor der Notnitde eingestellt. Ter Hau» dcl zwischen Oesterreich und Rußland ist im raschen Aufblühen begriffen. Während der gesamte Umsatz von kllckl) bis Oktober 1923 sich auf 1,600.000 Dollar belief, ist unnrnehr ein U ut s a tz v v n 6,6 M 1111 o tt e n D o l l a r zu verzeichnen. Der Pavillon ist überaus reich besetzt und bring: ein instruktives Bild der russischen Agrar- und For'stwinschift. Breiter Raunt ist dem Knnstgewerbc der Akra i n c ae Widntet, die Ausstellung der Pelze, der Kleinarbeit i» Holz und Metall wird sich großen Zuspruches erfreuen. * Tic österreichische Tabakrcgic auf dstr Wiener Herbstmesse * 1924 wird am Rotundengelande in ihrem eigenem Pavillon wieder einen Teil des Tabakregiebetriebes, und zwar diesmai die maschinelle Erzugung von Khedrvettnd Rill Zigaretten, sowie der Kanzler-Zigarren dem Pübliknm vorführen. Die dort erzeugten Zigarren und Zigaretten, sowie auch alle übrigen Regiefabrikate werden sowohl im Pavillon am Rotundengelände, wie auch im Messepatast (eigener Pavillon int großen Hose, rechts) in den neuesten Pactungen und Ausstattuilgen zur Ausstellung und zmn Verkaufe gelangen. Znnt ersten Male werden auch entnikotmisterte Tabalfabrikate der bekannten Entnikotinisierungsanstalt A. Falk, Wien, 16. Bez., Paltattsgasse 16, ausgestellt und verkauft werden. (EttigelNich.) Erzherzogin Marie Valerie gestorben. Wallsee, 6. September. Die frühere Erzherzogin Marir Valerie, die jüngste Tochter des Kaisers Franz Joses, ist heule nachmittags um halb 2 Uhr im Beisein ihres Gemahls mck aller ihrer Kinder verstorben. Ein geheimnisvoller Hiistllng. In Przcmysl sitzt der 31jährige Henrik Mauer aus Snyatin, der dem eigenen Geständttis zufolge vielfach vorbestrüst ist, in Hast. Man fand bei ihm viele Sachen, die Darauf schließen lassen, daß cr auch in der lctztett Zeit als Dieb nicht untätig gewesen ist. Nebst gestohlenem Gute hatte er zwei geladene Revolver, vier Ditriche, einen Schlüssel mm Oeffnen der Waggontüren usw. in seinem Besitz. Er selbst gibt an, daß er bis zum 18. August in Opadi in der Tschecho- Slowakei wegen Raubes eine sechsjährige schwere Kerkerstrafe verbüßt hat. Manhält ihn für einen itttcrnationalen Einbrecher und Eisev'bahndieb, Er spricht polnisch, deutsch, tschechisch und russisch. Der Kinomusikerstreik beendet. Alls Grund der bereits am Freitag festgesetzten Nicht» Linien ist gestern vormittags in ntchrftiitldigen Verhandlungen der Abschlttß eiltest neuen Lohnnbereinkommens zwischen den Kinobesihem und den Klinomustkern zustande aei'ommctt. Der vollständige Betrieb wttvde noch gestern attsgettonumm. Die „Auswirkttng" dieser Lohnerhöhttng ans die Eintrittspreise in den .Kinos wird wahr-

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