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Wiener Morgenzeitung · 1924-09-07 · Heft 1999 (7.9.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1999 (7.9.1924)
Date
1924-09-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
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IPolen 20nroszyl Wien: Zum Abholen in der E^cpedition, II, Tabbrstr. 1*3, oder in einerVerschleisstelle (Trafik) monatl. K 401000 Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1. Bez., Wonzeile 11 Mit Postversand für Wien u. Oesterr. monatl. K 40.000 -v --v n Tseheeh ©-Slowakei1 Mon. K18. Jugoslawien! Mon. DinaröO. P o 1 e n: Mon. SV* Zloty, Deutschland: Mon. Goldmark 4, Fr an kr., Belgien: Mon. Fres. 12 WU* Naeh sah I u n;en “Wt M Preiserhöhungen Vorbehalte» 91t. 1999 Wien. Sonntag, 7. September 1924 | Preis k i^oo| England: Mon. 4 Schilling, Italien: Monat!. 12 I -ire. Rumänien Mon. 150 Lei, Bulgarien Mon. 80 Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 4 Redaktion u. Administration Wien, II.,Tahorstrnssel—3 Telephone: 44 »0-38,43-3-19, ,h 6 Uhr abds. 21-102.25-282 IX. Unlversitätsstr. 6—8 (Druckerei Stelnmann' O österreichische» Postspar kaesen-^onto Nr. 150.693 ü. Äftniang Die Heutige Nummer ist 20 Seiten stark. All» dem Inhalt: Bela jai. Bon Santos Hazra. Mefle und Judentum. Von Dr. Mchael Sussan. Der »ngesLhnte Mord an Baruch Reich..Von Joses Halmi. Der Uebermensch. Von S. Meifels. . Der Floh und die Philosophie. Von Walter F i n k l.e r. Die ältesten BankgeschLfte. Von Prof. Wilhelm Stein. Palästina in Wembley. Nus Gleichenberg. Von Jakob Krausz. Ein Vaters Von I. Opatoschu. Die nächste Nummer der „Wiener Morgenzeitung" erscheint Dienstag den 9. September morgens zur gewöhnlichen Stunde. Die KrifenmHe. g- Wie n, 7. September. In einer ziemlich kritischen Zeit nimmt die Wiener presse ihren Ansang. Weltwirtschaftlich ist die Situation trotz dem Londoner Abkommen noch nicht derart, iaß von einer'Beruhigung der Weltwirtschaft gesprochen beiden könnte. Doch auch innerwirtschaftlich bleibt viel « wünschen übrig. In diesen Tagen treten in Genf die Mitglieder des Völkerbundkomitees zusammen, um rber für die österreichische Wirtschaft vitale Fragen, zu »ersten. Es handelt sich nicht nur um die-Verwendung -er Restkredite, die als unvorhergesehenes'. Plus aus ^em Vudgetdefizit zurückgeblieben sind, Es/HMelt sich;. «y mehr. Denn es wird.bife^Aräge-erot$S-' die Wirtschaft Oesterreichs überhaupt., schön jetzt so lebensfähig ist, daß sie der weiteren Protektion des Völkerbundes nicht mehr "bedarf ünty aus eigene'Füße gestellt, nunmehr ihren Weg allein nehmen kann. Im' Inneren Oesterreichs sind die Wirtschaftszustände nicht joeniger kritisch. Die Krise 'hat ihren Kulminationspunkt erreicht. Wohl sprechen- Anzeichen -dafür,- daß' das ttergste bereits.überstanden ist, doch. der. Regenerations-' jveg ist lang und es dürfte noch viel Master die Donau mnabfließen, bis tatsächlich von einer vollkommenen tleberwindung der Wirtschaftskrise wird gesprochen sverden können. Als wollten die Ereignisse der letzten Zeit diese krisenartigen Zustände der-Wirtschaft geradezu kraß zum Ausdruck bringen, - ist knapp vor der Messe der Metallarbeiterstreik, ausgebrochen, dessen Beendigung vorläufig, noch nicht abzusehen ist. -Dieser Streik ist nicht so sehr als Einzelerscheinung, sondern mehr als Symptom zu werten. Es ist die Reihung, die sich in der Produktion äußert, weil die österreichische Wirtschaft noch eine Reihe Von Krankheitserscheinungen in sich trägt. Der Karyps der Metallarbeiter mit den Unternehmern, der so scharfe Formen anzunehmen droht, ist nichts anderes, als der Kampf um die Möglichkeit der Kon-, kurrenzfähigkeit der österreichischen Produkte auf dem Weltmarkt. Beim rapiden Steigen des Lebensmittelindex, bei dem ungeheuren Anwachsen der Kosten der gesamten Lebenshaltung ist es kein Wunder, daß sich diese Erscheinung auch in den Forderungen der Arbeiter ausdrückt. Es ist nicht unwahrscheinlich, haß die österreichische : Unternehmerschaft diesen Forderungen nachgegeben hätte, wenn es sich nicht hier um dieses höhere Prinzip handeln würde. Es läßt sich nicht leugnen, daß die Leipziger Messe ein Fiasko war.'Man hatte ursprünglich, als die . Abmachungen des Londoner Abkommens bekannt! wurden, geglaubt, daß nunmehr für die mitteleuropäische Produktion einegroße Krise änbrechm werde, daß Deutschland mit seiner gewaltig ausgebildeten Industrie die übrige mitteleuropäische Produktion geradezu erdrücken würde, und daß ihrer Konkurrenz die Industrie.Oesterreichs, der Tscheche-Slowakei,-Jugoslawiens, Ungarns und aller anderen mitteleuropäischen Staaten überhaupt, nicht würde standhalten können. Nun zeigt sich eine merkwürdige Erscheinung: Die deutschen Industrie- Produkte sind auf dem Weltmärkte schwer abzusetzen. Ihre Preise sind zu hoch.' Dies hat-sich auf der Leipziger Messe ganz genau gezeigt. - Wohl 'wurden Geschäfte mit tschechischen, österreichischen, j französischen, Sie neuen KMmnsen Mar Zonalds und Hmiots in Gens. — Re ftanzöfisch-enslische Resolution. — Der Völkerbund beruft eine Abröstunsskonserenr ein. (Eigendienst, der „Wiener Morgenzeitung".) Genf, 6. September. Der Andrang zur heutigen Vormittagssitzung der' Völkerbundversammlung Mar., natürlich erheblich geringer als in den vergangenen Tagen. Dennoch umstanden Hunderte von Menschen die Eingänge zum Resormationssaal lange vor Beginn der Sitzung, die um halb 11 Uhr vom Präsidenten Motta : eröffnet wurde. Mae Donald und Herriot erschienen wenige Minuten nach Beginn der Sitzung. Als erster Redner in der Generaldebatte über den Bericht sprach der indische Delegierte, der Maharadscha von Bikan-or, der sich mit den Ausführungen Mac Donalds durchaus identifizierte.-Er erklärte die Garantien des vorgeschlagenen Garantietzaktes für gänzlich illusorisch und viele seiner Bestimmungen sogar für gefährlich. Mac Donald und mehrere Vertreter der Dominions'beglückwünschten den Maharadscha am Schluß seiner Rede außerordentlich lebhaft. Nachdem der Außenminister von Panama, Gqray, über den BerttqH^-Kyrkschw.-Panama iznd.den. Bereinigten Staaten gesProMn^hätte, erhielt der gvi-tzchische. Delegierte -dasWort. .erklärte', der Völkerbund und sein Pakt mußten die-Grundlage für einen Garanti-ev-ertrag «bgeben. Die obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit könne große Dienste leisten, aber nur, wenn sie mit Strafbestimm. u -n g e n ansgestattet werde;' sonst -genüge sie nicht, um die Sicherheit der Staaten zu verbürgen. In der Nachmittagssitzung, die um 3 Uhr 45 Minuten eröffnet wurde, sprachen der brasilianische Delegierte De Mello Franco, der für. den Ausbau des ständigen internationalen Gerichtshofes eintrat, ferner die Delegierten Dandurand (Kanada), Ouinones deLeon (Spanien), Villegas (Chile) .und als letzter Redner Urrut.ia (Kolumbia). Während der Rede Villegas' betreten..Mac Donald und H e r r i o t den Saal und der französische Delegierte H e n r i d e I o u -v e n e l übergibt dem' Präsidenten eine Erklärung, deren Verlesung man mit großer-Spannung entgegensieht. Bei der französischen Delegation herrscht lebhafte Bewegung. Alle Mitglieder der Delegation. haben sich eingefnnden. Auch die englische Delegation ist nunmehr vollzählich anwesend. , Präsident Motta teilt mit, daß sich die französische und die englische' Delegation über eine gemeinsame Resolution geeinigt haben, die als eine' Zusammenfassung der iw Laufe der Debatte ausgearbeiteten Gedanken aufzufassen ist. Nach der Rede des kolumbischen Delegierten verlas Präsident Motta die' französisch-englische Resolution, die in ihren hauptsächlichsten Punkten folgenden Inhalt hat: „Die Versammlung nimmt Kenntnis.von den Erklärungen der hier vertretenen Regierungen und. erblickt darin mit Genugtuung den Weg einer Verständigung zur ’(£r r ei ch un g öes endgültigen'Frie d ens. Die Versammlung beschließt, um die Verschiedenheit der hier dargelegten G e sich t s p unkt e au szuglei ch en, und näch Erzielung dieses Ausgleiches in der raschmöglichsten Frist durch V ermittlungdes Völkerbunde? eine - ' -' ■ ■ internationale Konferenz über die Rüstungen einberufen zu können: 1. die dritte Kommission wird beauftragt, die Dokumente über die Sicherheit und Herabsetzung der Rüstungen zu untersuchen, besonders auch die Vorschläge der Regierungen über den Entwurf eines gegenseitigen Garantievertrags, wie er in der dritten Völkerbundversammluüg ausgearbestet wurde, zu prüfen. 2. Die erste Kommission wird beauftragt, im Hinblick auf die eventuellen Zusätze zum Völkerbundpakt die Artikel des Paktes betreffend die Regelung von Streitfällen, zu studieren und zu prüfen, auf welche Art die Besinn» Mungen des Statuts des internationalen Gerichtshofes präzisiert werden könnten, um die Annahme dieser Klausel zu erleichtern, im Hinblick auf die Verständigung, die Solibelgischen, .. italienischen .und anderen. Ausstellern in großer Zahl' abgeschlossen, nicht aber mit den deutschen Ausstellern. Wenn nun in Oesterreich dieselben Verhältnisse eintreten, die zu einer weiteren Verteuerung der .Produktion führen' müssen, dann ist es zweifellos, daß die Krise weiter andauern wird. Infolgedessen, ist es das Bestreben der Produzenten, unbedingt nur ein solches Niveau der Produktionskosten zuzulassen, . daß der Standard des Weltmarktes noch gehalten werden kann. Dies -äußert sich vorerst im Kampfe zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Die Frage liegt aber viel tiefer. Nicht deswegen, weil die Arbeitnehmer zu hohe Löhne verlangen, droht in Oesterteich die 'Gefahr des Verlustes der Konkurrenzfähigkeit, sondern deswegen, weil die staatlichen Lasten, welche auf der österreichischen Produktion ruhen, viel zu groß zu sein scheinen. Bei der Sanierung der österreichischen Staatswirtschaft hat man der österreichischen Privatwirtschaft allzuviel zugemutet. Man hat ihr schwerere Bürden aufgeladen, als.sie. in Wirklichkeit ertragen kann/ Die Folge dessen ist nach dem- Gesetze der Abwälzung, welches jederzeit bei den staatlichen Abgaben in der Produktion Platz'greift, eine Produktions- Verteuerung.. Wenn, tatsächlich, die Konkurrenzfähigkeit' '.weiter gewahrt.'werden - soll, so ist in erster Reihe der Hebel beidett staatlichen Abgaben anzusetzen. Der Generalkommissär Dr. ZiMmexman hat. dies inehr als einmal in seinem.Berichte betont. Sowohl, die' Sozialdemokraten, die . jetzt so dringend für die Forderungen der Arbeiter eintreten, als auch, die Christlichsozialen, die den Standpunkt der Unternehmer wahren zu müssen glauben, haben sich in einer Front dagegen gewendet. Aber die wirtschaftliche.Tatsache als solche läßt sich durch politische Argumente nicht hinwegleugnen. Die Wirtschaft verlangt eine Minderung des staatlichen Druckes .auf die Produktion, damit sie auf dem Weltmärkte ihre Existenzberechtigung behält. ■ Die Wiener Messe ist der Prüfstein hiefür. Es wird sich zeigen, ob die österreichischen Produkte auch weiterhin mit solchen Kosten erzeugt werden können,., daß-sie die. Konkurrenz' der anderen Staaten - äuszuhalte'n imstande sind. Es ist das Bestreben des Handels und der Produktion, daß sie. sich in dieser Hinsicht, den Bedürfnissen des Weltmarktes vollkommen anzupassen suchen. Man . hofft auf einen günstigen. Erfolg der Messe. Doch wenn der Messeerfolg ein . dauernder bleiben soll, dann ist es notwendig, daß nicht nur Industrie und. Handel sich um die Messe bemühen, sondern daß auch die staatlichen Wirtschastssaktören sich-der Bedeutung des Außenhandels und der -Aüßenproduktiön für die österreichische Wirtschaftbewußt werden, daß sie ihnen alle Erleichterung gewähren, -die' sie brauchen, um 'konkurrenzfähig zu bleiben. Wenn die jetzige Wiener Messe diese Lehre zeitigen wird, dannwird sie einen noch größeren Erfolg haben, als es noch so viel Geschäfte vermögen, die aus der Messe abgeschlossen werden. 1 für den Einkauf vpn Stoffen für die Herbst-und Wintersaison Damen- und -Herrenwasche. Bett- und Hauswäsche, Strickwaren. Tepp'chen,. Vorhängen usw. nur das bekannt verlässliche und billige Warenhaus Schiffmann II. Taborstraße 84 Tel?nhon 47*1 »7f> En grös En detail

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