Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1993 (1.9.1924)
- Date
- 1924-09-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Polen: 20 groszrl J7ien: Zum Abholen in <ler Expedition, II. Taborstr. 1-3, >derm clnerVerschleisstelle [Trafik) monatl, K 40.000 styasscnverkauf in Wien Jurch die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1. Bez., Wollzeile 11 Mit Postversandfür Wien v. Gestern monatl. K 40.000 rachecho-Slowakei: Mon. K18, Jugoslawien: Mon. Dinar60. P o I e n: Mon. SV» Zloty, Deutschland: Mon; Goldmark 4* F rank ft, Belgien: Mon. Frei. 12 fPrels K 14001 England: Mon.4 Schilling, gtalien: Monatl, 12 tire, umä n i e n Mon. 150 Lei, u 1 ga rie n Mon. 80 Lewa, «achwei z und das übrige Ausland monatlich Frei. 4 Redaktion u. Administration Wien, II., Taborstrasse 1—3 . Telephone: 44-Ö-38,43**3-l 9, : ah 6 Uhr abds. 21-102,25-282 i IX. Unlversltätsstr.6—8 , (Druckerei Steinmanni WT NachjethlUngea 'MW' " Preiierhohi^gen Vorbehalte» Rr. 1993 Wien, Montag. 1. September 1924 Oesterreichksches Postspar« lassen-Konto hlr. 150.693 8. FaHrgnng Canton, 31. August. S u n tz a t f c tt hat seine Truppen aus der Stadt zurückgezogen,'den Bel a ge r u n g s z a* stand aufgehoben und die beschlagnahmten Waffen freigegeben. Äe Läden werden wieder geöffnet. - Washington, 31. August. Der P t t n z von Wales war heute'zum Frühstück beim Präsidenten Coolid.ge geladen. ' .. . . : , .. Warschau, 31. Augrrst. Der inter.natIonale Kongreß der M ittel sch ullehr er ist gestern geschlossen worden. Der -nächste Kongreß findet 1925 in B e l- Arad statt. Paris, 31. August. Wie „New-Pork Herold" aus Washington meldet, werde Präsident Coolidge p-n Vorschlägen auf Verbesserung der Bestückung der amerikanischen Panzerkreuzer seine Genehmigung versagen. London, 31. August. Wie das britische Schatzamt mitteilt, wird die R t. ^L.aHgM^L§LA'. de u bsche Expo rtwaren:vom 9. September iah auf 26 Pr.o- -ent erhöht. J?r Bratpreis zu hoch. Das Gutachten der PreiSPrWmgsfteÜe. Amtlich wird gemeldet: „Die PreisprüfrmgZstelle hat der Polizeidirektion nunmehr mitgeteilt, daß unter Zugrundelegung der von der Mvtschafispolizei gepflogenen Erhebungen der von der Arckerbrotsabriks-A.-G. geforderte Brotpreis von SOCK). Kronen für einen Normallaib Brot' als üb ermäßig M bezeichnen ist." " . * ... Wir konnten schon neulich melden/ daß. die Errechnung der Wirtschaftspolizei den letzten Brotpreis als um 270 Kronen zu hoch bezeichnetthat. Nunmehr hat die Preisprüfnngsstelle der Polizei ihr sehr behutsames Gutachten gegen die ^zuletzt erfolgte'Erlhöhnng des Brotpreises abgegeben. Es. ist gu erwarten, daß 'siih die' Tendenz der Brotpreisfestsetzung ent* schieden abwärts bewegen wird/ Wie verlautet,, wollen die Unter- und Hammerbrot werke den 8000-Krvrten-Preis ffür den Laib Prot auf 7 80 0 K r o nen her abf e.tz e n. Internationaler Mittelstandskongreß Das Programm der Tagung. Bern, 31. August. Der vom 1. bis 4. September hier 4<nd in Jnterlaken tagende Internationale Mittelstandskougretz wird folgende Gegerestände behandeln: 1. Fratzen allgemeiner Natur. Die Propaganda fürs den Mittelstand und sein Problem,' das Studium der Mittelstaudspr'obleme an den Umversitäten und höheren Schulen; Kreditwesen -und Kreditorganisation des Mittelstandes;- das -Wohnungsproblem.- - 2. Frage n besonderer N a t u r. Die Förderung der Berufstüchtigkeit,- gemeinsamer Warenbezug; KundenauMärung, unlauterer Wettbewerb, Hänstenwesen und Wanderlager; Zandwirtschastliche L)rganifa-tiön' und landwirt» schaftlches Gettössenschastswesen; Schutzder Titel für In- Haber akaderpischrr Grade; Mittel'.zur, Förderung des Ertrages und Herbeiführung einer besseren' Entlohnung der 'geistigen Arbeit'. ' ' ' ' AM Mit dem na'Mlrx-: - Paris, - 31 -August. ' Molff.):.Ä'. „New ‘ York kald" aus Chicago meldet, find im Verlaufe eines sanunenstotzes, der sich zwischen Anhängern und Geg M K u -Kl u x -Klan in Herr in S sZUinois) e n^te, sechs Personen getötet und mehrere vexl det worden. Truppen find uns Springfielzur Herstei der Ruhe abgegaugen. Die Böllerbundkontrolle soll verlängert werden! Ms Juli ^25. 1 - Die Beratungen der' Delegierten der Völkerbund- ' kommission über, die österrrichische Wirtschaftslage und den Ttaatsvoxayschlag gehen nun schon M fünf Tagen im Finanzministerium Vor sich, doch hat die Oefsentlichieit Über den b,ortgang derselben bisher so gut wie nichts erfahren. Die Koyyriission. hört täglich nicht nur leitende Staatsfunktionäre, sondern auch Männer der Bank- und : Geschäftswelt'an und Ivird bei der Dötailberatung über das Budget auch mit Dr. Seistel.selbst in Perbindung treten. Wie loir aus politischen Kreisen erfahren, geht heute schon die Ansicht der Delegierten tzahin, daß die Einnahmenseite des Budgets nicht als zu hoch beziffert angesehen werden kann, wenngleich man sich der Anficht nicht verschließt, daß vielleicht einzelne Steuereinnahmen zu hoch gegriffen sind. Dagegen macht die Ausgabens e i t e d«t Delegierten viel Kopfzerbrechen. Hier i konnte der Standpunkt der Regierung nur in den wenigsten Pos^.We Zw«Ee«tMHz der Delegierwn fittden. Es ist Tatsache, daß vielfach jene Ziffern, -die angeblich Ersparungen z anstyeisen )Men, den/ OeWr^^; werden. ^' : -:'r [ " Unter diesen Umständen glaubt inan in eingeweihlen . Kreisen .«M daran, daß die Resolution, die .über die österveichische Finanzgevanmg ein abschließendes Urteil abgeben! soll, . in' der» von den österreichischm Faktoren gewünschten Sinne enden wird, der eine Beendigung der LaÜMit des Bölkerbundgenerattommissärs Doktor Z i mm er m an erwarten lassen soll. Es wird Wohl eine Berlängernng der Tätigkeit Dr. ZirnwerttÄits zunächst für das erste Halbjahr 1925 ein-; treten. Mckkehr De. Tewels «ach Men. ' Wie die - Korrespondenz Herzog meldet, steht es nunmehr fest, daß der Bundeskanzler Dr. Seipel in der. ersten Hälfte dieser Woche aus dem Aisterzienserftift in Mehreran nach dem katholischen Erholungsheim in Hütteldorf zurückkehren wird, wo er bis zur; Uebersiedlung in seine Stadtwohnung noch einige Zeit! verbringen wird, um die Behandlung, die ihm sehr gut angeschlagen hat, fortzusetzen. Bundeskanzler Dr. Seipel wird in einer späteren Phase der derzeitigen Verhandlungen der -Völkerbunddelegierten in Wien Gelegenheit nehmenmit den Delegierten in offizielle Berührung zu tretend Mginn der Reparationsarbeiten in Berlin. - / -Pqris, 31. August. (Havas.) Das „Journal" meldet: Hie gestern von der RestarationskoMmission ernannten vier hohen Funktionäre werden sich am 3. September «ach Berlin begeben, um sofort die A r b e ite» tznr Durch fürung d es Da wes-Plan es aufz «.nehmen. tzxvlvsion einer türttschen Pulver« Wrik. 18 Perso«en getötet. ^KonstaMnpPel, 31. August. (Havas.) Die Pulverfübiik Von Mäkriköi bei San Stefano ist in die Lust gefloge». 15 Personen sind getötet lvordeM eaiep Das Schaf, Dänemark und der Weltfrieden. st. W i e n, 1. September. Auf dem soeben geschlossenen internationalen Kongreß der Tiere ist die Frage des gegenseitigen Sichauffressens beraten worden. Die Diskussion führte zu vollster Einigung. Es wurde festgestellt, daß alle Teilnehmer der hohen Tagung die gegenseitige Auffresserei als unverträglich mit den sonstigen Fortschritten der bestialischen Kultur erachten. Der Tiger und' die Klapperschlange stellten den Antrag, daß alle Mord-' und Meßwerkzeuge, wie Krallen, " Fangzähne und Giftdrüsen, sofort abzulegen und zu -vernichten sind. ' Deb Antrag wurde einstimmig angenommen und ein Z'usatzbegehren des Himalahaochsen, den edlen Antragstellern den Dank der gesamten Tierheit auszusprechen . und ihre denkwürdigen Reden auf^ Kongreßkosten1 in. Druck zu legen, auch. Dem Pavian; welcher sich bei Verkündung des Stimmresultates skeptisch am Gesäß -kratzte, wurde -vou^ vyxsitzenden. . Srvkodil ein strenger' Ordnungsruf erteilt. Die-'Lachtaube wurde -wegen unzeitgemäßer Be-. tätigung ihrer Baüchmuskulatuv von drei.^itzüngek ausgeschlossen. Bei Beratung, der Durchführungsvorschriften erbat sich der Tiger das Wort zu einer kleinen Erklärung. Er sei gerne bereit, sich die Krallen abschneiden zu lassen, doch habe ihm soeben sein Hausarzt wegen eines Blinddarmleidens die Vornahme der Operation strengstens untersagt. Er bittet die verehrten Kollegen, seiner Erklärung Glauben zu schenken und rät ihnen, in ihrem c.igenficrt Intersse, dringend ab, an seiner, des Tigers, Abrüstungsbegeisterung zu zweifeln, da er sonst . . . Die nächstsitzenden Kongreßteilnehmer rückten rasch um sechs Bankreihen weiter und riefen von dort aus, daß sie die Erklärungen des Tigers ausreichend fänden. Dann schraubte sich die Klapperschlange in die Höhe und gab zt; Protokoll, daß sie gerne ihre Giftdrüsen auf dem Altäre des - Friedensgedankens und ' der allgemeinen Bestiendevbrüderung niederlegen wurde, daßaber auch ihr der Zahnarzt derlei Eingriffe kategorisch verboten habe, hingegen sei sie bereit, in Hinkunft den-Saft ihrer Giftdrüsen muri zu Heilzwecken an kranke' Laubfrösche und rheumatische Ziegen abzugeben. Der Panther, der Wölf und der Löwe schlosset sich der Ansicht der Vorredner an. ■ \ - ' Jetzt aber hüpfte das Schaf auf die Tribüne und erklärte sich bereit, als Erster zur Tat zu schreiten. Es gab der Versamnllung das feierliche Versprechen, sich sofort nach Schluß der Sitzung drei- Backenzähne reißen zu lassen. Der Jubel, der sich nun erhob, ist unbeschreiblich. Der Elefant schwang das Schaf mit den: Rüssel in die Höhe, Eisbär und Wanze fielen einander in die Arme und mit. Tränen im Auge erklärte stas Vorsitzende Krokodil die Sitzung zur Feier des 'erhebenden Ereignisses für geschlossen. Unter den Klängen der bestialischen Friedenshymne: „Wir fressen nur Spinat! Und Kochsalat . . " leerte sich der Saal. Aber auch dann wollte sich die freudige Erregung nicht legen. Lange noch' standen die Kongreßteilnehmer in Gruppen und beivrachen das Ereignis. Der berichterstattende Flamingo von der „Neuen Freien Tierpresse" sagte den Umstehenden,- daß es sich hier um einen Wendepunkt in der Weltgeschichte handle; um ein Ereignis, das an Bedeutung .nur mit dem letzten Artikel , des Börsenkammerpräsidenten in-.der „Neuen Freien" zu vergleichen sei. Er redete so -mgezstert, daß er sich den'linken F'ügel verstauchte und ihm der Zwicker vom kühn gebogenen Nasern'ücken ins Maul des andächtig lauschenden ölte* sten Abonnenten seines Blattes, des Nashorns, rutschte. Der Pelikan von der roten, „Ameisenzeitung" sagte „Stuß! Was hat der blöde Bourgeois zu lachen? Die internationale soziale Tierrepublik ist jetzt gesichert!" Alle Journale melden ftoh: „Dänemark rüstet «b!" Es «hat seinen aktiven Stand Wi^ hundert-