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Wiener Morgenzeitung · 1924-08-31 · Heft 1992 (31.8.1924) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1992 (31.8.1924)
Date
1924-08-31
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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NÄe 8 Men, «DckAjW Wiener Morgenzettung. 31. Angust 1624 SLr. 1WS 2er Mann/der alle Evrachen wücht. Er tauchte jüngst in London wiedex aus, -und man sah ihn überall: in den Klubfa-ntemls des Hydeparck-Hotels, in der Do-wningstwet, iw Wembley, wo. er in Begleitung von Herriöt her-UMspa^evie. Er list kein Politiker, macht aber alle Konferenzen mit; er. ist ker Redner, aber er -vermittelt die -wichtigst'en politischen Sprüche; ex wird verhätschelt--wie ein Premier, man läuft ihm nach, er reist, im Salonwagen und wohnt in den besten AppartMents derLuxushotels, er wird zu königlichen Diners eingeladen, er ist schweigsam und. doch beredt, er spielt keine Rolle und ist unentbchrlich. Er ist alles und nichts. Er ist Cam-er lynch der DUlmets che r. .Dieser stille, untersetzte, uettgeAeidete Mann -mit hängendem. Schnurrbart und bebrillten Augen ist ' die lebendige, geheime Schublade der europäischen Politik. Er lebt luxuriös und vornehm, -wie es ihm beliebt: alles erhalt, er unentgeltlich, Wohnung, Autos, seine MaMiten in den großen Restaurants seine Klienten sind M größten Staatsmänner Europas. Man -weiß eigenÄich nicht recht, wofür er honoriert wird: für seine Beredsamkeit -in vielen Sprachen oder dafür; daß er in allen Sprachen schweigi? Er fah und. hörte fo ziemlich alles, von Versailles bis London, -was Ministerpräsidenten, Hvrrf-ührer und Diplomaten hinter verschlossenen Türen in ihren Salons gesprochen und . getan -halben. Er -war der Dolmetscher Wilson 's, der Vermittler zwischen LI o y d George -und Bartho-u in Genua, er ist -der einzige Privatmensch, der den Sitzungen des Obersten Rates beiwohnen durste, und er ist auch der einzige, der während des Krieges die Kriegsberatuugen Pershing-Foch- Fre n ch vermittelt hat. Bon diesem belgische u.Herrn, der den LHrstiM der U n i v e r's i t ä t von B r ü s s e l verlassen hat, um diese einzigartige, aufregende, seltsame Beschäftigung zu übernehmen, wird nur ' eines verlangt: Bersch w'i e g e n h e i t. Camerlynck schweigt beste r als das Grab. An Genua ist es sprichwörtlich , geworden: er schweigt wie Camerlynck. Er wird schon seine guten Gründe zum Schweigen haben. Camerlhnck ist der Mann, den ständig Journalisten verfolgen, und dem es nicht erlaubt ist, einem Journalisten auch nur die Hand zu ' drücken. Es würde ihm vielleicht mehr als seine bloße Stellung kosten, wenn er ein einziges Mal mit einem Zeitungsmann ein Wort wechseln würde. Nicht nur sein Eid «verpflichtet ihn zum Schweigen-sondern sämtliche politischen Geheimnisse Europas. Dieser'Mann hat all-es mit angehört, die Besprechungen großer Staatsmänmr, kleine Intrigen, er vermittelte kleine und große Tragödien zwischen Völkern, und es durchstvömten ihn — höllisches Mustkinstrument! — alle die, Döne der Nieder-, tracht und Brutalttät)'WeiSheit ünd-Schlauheit, guter Wille und Gier, welche 'das Orchester der großen europä-ischen Politiknur hervorbringen kann. Nun sicht.aber diese große Politik, von der Nähe, gesehen, 'doch so ähnlich aus, wie es sich der kleine Moritz vorstellt. Wer einmal einer Konferenz bergswohnt hat, -wo.Staatsmänner zwischen Frühstück - und Lunch da's Schicksal .von Erdteilen bestimmen, -wer je General Da-wes sah, .als er seinem Sekretär winkt: ,^Jch bitte um die Ruhrfrage", wer sah, wie Abenteurer von . mittelmäßiger Intelligenz' und Begabung ihre Privatangelegenheiten bei Konferenzen zu öffentlichen Angelegenheiten zu machen «bemüht sind, dem wird es ein Rätsel bleiben, was der schweigsame Camerlhuck wohl denkt, «werm er. allein bleibt?. Ob er überhaupt denkt? Kann er sich noch empören? Oder spielen seine kurzen,-dicken Finger, wie immer, . mit ferner Uhrkette, wahrend -er selbst, verbindlich lächelnd, gedankenloD «weiter durch das Leben wandelt.' . - - Seine Schritte werden durch.-Detektive beobachtete Er.-kann unmöglich jemanden telephonisch sprechen, 'ohne daß mgn sein Gespräch kontrolliert. - In einer primitiven Zeit Wäre -vielleW die seidene Schnur das Schicksal Camerlhncks gewesen; heute Mt man ihn im goldenen Käsig. .Amerikanische^ Perleger boten-diesem Wann große Summen, wenn er seine Memoiren schreibt, die.erst nach Zwanzig.Jahren veröffentlicht werden sollen. Camerlynck kann man aber nicht nahekommen, für ihn. stehen «Staatskassen offen, wozu 'braucht er noch Geld? Er lM Md trägt in stimm Gehirn in Fächer-geordnet Armenien, 'Deutschland, Oesterreich, die-Russen — vielleicht denkt er W auch nie', etwas,dabei, und sein Schlaf ist ruhig und sein Appetit ausgezeichnet.' Camerlynck kann kaum noch etwas anderes sein, als eine gut gekleidete Maschine. Wenn dieser Mensch noch dercken könnte, so-wäre-tt sicherlich nicht mehr, der er ist:' der -Dolmetscher Camerlynck. ‘ J Schulrat Dr. Adolf We?b gestorben. Am letzten. Donnerstag wurde hier der langjährige Religionsprsfessor Schulrat Dr. Adolf W ei ß unter großer Beteiligung zu Grabe getragen. Der Verstorbene^ der ein Alter von 76 Jcchven erreichte, zählte zu den bekanntesten.'Religions, lehtern an Wiener Mittelschulen in den letzten 4g Jahren. Er gehörst zu jenen Lehrern, die ihren . Berus mit peinlichster Pflichttreue versahen' und besonders, was die . Disziplin wäh-. reich' des Religionsunterrichtes .betrrfft, unechittliche^Strenge walten ließ. Er führst einen förmlichen Kampf gegen die in AssimilantenkreiseN Platz gegriffene'. Auffassung,i daß der' jüdische Religionsunterricht an den Mftelschulen ein notwendiges Uebel sei und daß der. Religionslehrer die Pflicht habe; sich dcmr.'ber hinwegzusetzm,.o-b der Schüler weni-Oens das ohnehin-karg, bemessen-Pensum auch beherrscht oder -nicht. Diese streng^ Auffassung Wer dir Pflichten? des jüdischen Schillers und Lehrers brachten -ihn . nicht. Mteit in.Konflikt mit der damals herrschenden Richtung in der Knltusgenreinde. Schulrat Dr. Weiß war auch wissenschaftlich tätig und schrieb Mchr-^ve -LehMcher für Mische Geschichtet «Dein?. Haichtwerh ist-dst vhr nicht-langer Zeitt «rschieneße flelberfetzuü-g von . Ma-iuunis >-,Mhrer der Verirrten", ein mit wertvollen An-i merkungen und einer instruktiven Einleitung versehenes Buch/ - das bei der Kritik sehr gute Ausnahme gesunden hat. Zutermtiomle BoxkSmvse des Sp. ff. Mid; Die Wstner durchwegs erfplgreich. Die- Ergebnisse - wapen: Wingler (Rapid) und' Pchspischil (Wacker) t kämpfen unentschieden. Im Bchm-ft a m g e wicht entfiel der Kampf B arta (Rapid) gegen Hlousek (Prag), da letzterer zu viel Gewicht-in den Ring 'brachte. An Stelle Bartas kämpfte dann Eichholzer' (Sportklub) gegen -den Tschechen. In der zweiten Runde wurde - -der Kampf, zugunsten des Wieners abgebrochen. Worm (Ra-« pid)..siegt-gegen Cibus (Prag) in der zweiten Runde. Im Federgewicht besiegte Pal Io cs (Budapest)' Rirsch (Rapid) nach Punkten. Grießler (Rapid) besiegte' im Mittclge w i ch t A m u s ch e l l (München) nach Punkten, i Einen überraschenden Erfolg errang im. Halbschwergewicht - -Schrammel (R-aPid), der in der zweiten Runde G i gl er (München) knock-out schlug. Z ehetmay er (Hertha) und' Hon sch ka (Rapid) kämpften unentschieden. Der Kamps zwischen Christ (Rapid) und Pollak (Y. I. S. C.) mußte unterbleiben, da Pollak krankheitshalber nicht anträt. Zu den Kämpfen hatten, sich gegen 800 Zuschauer eingesunden. . Die Spanier in Prag geschlagen. Das Fußballwettspiel zwischen Slavia und Real' Socicdad San Sebastian endete mit 4:1 (2:1) zu- - gnnsten der Slavia. Das Spiel war zeitweist sehr scharf aber sair. 18.000 Zuschauer. Der Istman der PoMeisterin von Gobelsburg. Wie berichtet, wurde die Postmeister::: von Gobelsburg, Rosa Kowarna verhaftet, weil sie Amtsgelder in der Höhe von 2-50 bis 300 Millionen vornehmlich unter dem Einfluß des noch flüchtigen Kaufmannes Karl Pop nlo.ru m Vernntreut und Las Geld fast ganz ihm, seiner Frau und deren Mutter, der iu Wien verhafteten Antonia, König,, zugHvendet hat. Mit welcher Sicherheit auch die König vorging, wenn cs sich darum handelte, die Postmeisterin zur Bezahlung von Beträgen zu bestimmen, beweist folgende Anzeige: Beim hiesigerc Schneider Oskar Fleischnrann, Mittersteig Io, hatte Populorum vor Monaten für sich und seine Frau Kleidungsstücke, für zusammen '7,5 Millionen bestellt und bezogen, jedoch daraus mir 3,150.000 K. bezahlt. Von ihm mit «der Restfor-derun-g au Frau König gewiesen, kam Fleischmann zu der Frau, erfuhr aber von ihr, die' Postmeisterin Kowarna in Gobelsburg werde schon bezahlen. Als der Schneider darauf erklärte, daraus könne er micht. eingohen, da die Pastmeisterin doch nicht die Schulden ^sverrldäc,Heute zahlchr.werde, erflärte Frau König, sie w e rche und m üs s e zcchlen! , Fleischmanu unterließ es aber trotzdem, sich an sie zu wenden. Bald daraus traf er den Populorum aus der Straße und mahnte ihn ä» die Schuld. Er versprach, sie. zu begleichen, und tatsächlich kam bald der rekomuc-andierte Brief der Kowaru.a, dem 2 Millionen besagen, die sie. im Aufträge des Populorum zu schicken erklärte. Nun hatte er noch 1,150.000 Kronen zu bekommen. Im Juni traf er wieder Populormn und seine Frau, auf der. Straße n-nd mahnte wieder au die Schuld. Da gab ihm Populorum als Pfand einen Brillantring und eine Armbanduhr. Am 17. Juli holte die Frau PopulorumL dann die Pfänder ab und «bezahlte -den Rest von 1,150.000 Kronen. _ Sie dreiwöchige» Preissteigerungen der Lebensmittel. Die neuerlich hereingebrochene Teuerungswelle machte sich in allen Konfumentenkreifen empfindlich fühlbar. Die ohnehin nicht mehr zu erschwingenden Fleisch preise sind in der abgel-aufenen Woche merklich gestiegen. In der Großmarkthalle, die trotz Monatsfchlusses relativ lebhaften Besuch auswies, hat sich Rindf-lei-sch . abermals um 1000 bis 2000 K. pro Kilogramm gegen die Vorwoche verteuert. Kalbfleisch, das gleichfalls um 4000 K. pro Kilogramm im Preist erhöht wurde, mußte,, da der Wsatz empfiMrch stockte, rm Laufe des Verkehres um 2000 K. herabgesetzt werden. Immerhin betrug die Steigerung 2000 K. pro Kilogramm. Filz ist um 4000 K. und Schmalz um 1000 K. pro Kllogr-amm gestiegen. ' Die Gemüsezuf uhren entsprachen hem Bedarst, der gestern, wie gewöhnlich an einem Samstag, ein gesteigerter war. Zwiebel haben sich mäßig im Preist verbilligt; 2200 bis 3800 K. pro Kilogramm. Alle anderen Gemüsesorten erhielten sich auf dem vorwochigen Preisniveau. Auch die O b stzufuhren überwiegen die Nachfrage. Zwetschken haben sich verteuert bis zu 10.000 K. pro Kilogramm, was darauf zurückzuführen ist, daß -größere Sendungen aus den auswärtigen Produkt ionsgebieten nach Deutschland ausgesührt werden. Geflügel fand gestern besseren Absatz. Eier zu 1700 bis 1300 K. pro Stück und Butter zu 46.000 bis 82.000 K. je -nach Qualität pro Kilogrannn. waren in äusreichenden Mengen cutf allen Märkten. Vor einem Streik der Kinvmustter. , Nächste Woche wahrscheinlich keine Kinomusik. Vor einiger Zeit erhoben die Kinvan-gestellten verschiedene Forderungen an die Kmobesitzer. Während mit den ' in. der „Union" organisierten Arlgestellten (Operateure, Billeteure)' bereits e-ine -Vereinbarung zustande kam, zerschlugen sich die Verhandlungen zwischen-den Kinomusikern' und -besttzern. Die Verhandlungen wurden wieder ausgenommen und gestern den ganzen Vormittag fortgesttzt. Das einzige Zugeständnis der Kinobesitzer ist analog der „Union" eine zeh-nprozentj-gs. Lchmchöhun-g ab 16. September, aus drei Monatsraten ve» tei-tt, so daß-die vollen 10 Prozent erst im November zur AuS Wirkung kanten. ' ' ' In einer Massenversammlung der Kimmusrker wurde mi allen -gegen eine Stimme der Antrag angenommen, baß Anbo der Unternehmer ab zu lehnen und aus den Mindest sordernnge-n nach einer 60pr-ozentig-en Erhöhu-n einer Wprozentigen 'Lohnerhöhung siir Ueberstunden und eine neuen Massen eintei-lung usw. zu beh arren. Für Montag-ist. wahrscheinlich mit einei allgemeinen Aussperrung der Kinomusik.e« g n rechnen. Erfolgt-diese-nicht,, so wird dke Organisatsti Montag jeden: einzelnen Kinobesitzer rekommandiert die Forde r-un-gen bekanntgeben und diese bis Mittwoch früh be fristen. In den Kinos, deren Besitzer nicht annehmen, iw°« Donnerstag die passive Resistenz einsetzen. Wien. 31. August. *Den gibts noch immer! Kei-ä Umstand vermag viclleichl besser davzütun, wie wenig RevM-lion -und Republik den Geist des deutscher: Wllhelmmismus, /dieses zehrende. Gift anr Leib» des deutschen - Volkes, ansizumerM vermochten als .die Tat. fache, daß -ein Lndendvrss stets im Vordergründe all di« Tragikomödien agieren darf, welche die große Schar seiner „Brüder im Geiste" a-nzetteln. Der geschlagene Heerführer ist keim singuläre Erscheinung in der Geschichte u-nd man flöß« auf ihn ans allen ihrer blutgeträ-nkt-en Blätter. Aber daß einer, der s-o' kläglich Schiffbr-uch gelittenhat, au dessen Gestalt fick Millionen von, Verwünschungen knüpfen, einer, der sich noch dazu in der Nachkriegszeit, nachdem er mit einer blauen Brille davongekommen war, wiederholt als „Unrfalls'held" bewähren konnte, daß ein -solcher noch stolz erhobenen Hauptes in: Vordergründe der wechselnden Szenerien agieren darf, das ist wohl eine Erscheinung, -die in der ganzen Geschichte nicht ihresgleichen findet. Haben die Ereignisse den Helden von der tranr-igen Gestatt in seiner ganzen Erbärmlichkeit enHüllt, so ävächst dafür dessen Dreistigkeit über alles. menschliche. Normalmaß. Herr Lndendovfs laust davon, kehrt heim, mgcht Putsche, läuft nach'deren Mißlingen auch weiter frei herum, er darf in den Reichstag kandidieren, in Weimar blöde Hetzreden hatten und durch sein Votum die Geschicke des deutschen Bottes mit beeinflußen. Wen kann es wundern, daß Herr L-udendorff auch bei der Ahstinlmung über die Londoner Abmachunge::, von denen 'Deutschlands Zukunft abhängen kann, es versucht hat, den Führer seiner Mannen zu mimen. Und als die Dentschnationalon, in denen er seine Mitstreiter begrüßen zu können hoffte, mutig unffielen, da kannte seine Wut keine Grenzen. 'Luoendorfs wartet ans seinen zweiten Krieg und das Warten macht ihn ungeduldig. Man wird älter und 'es könnte zu' spät werden! Dcutschnationale U-nverläßlichkeit hat ihn wieder um eine Aussicht ärmer gemacht. Das Vaterland «st verraten und Herr Ludendorff zitiert das Wort vom „jüdischen Taun e n b e r g". welches diese Abstimmung «bedeute. Das soll heißen, die Inden hätten durch jene einen Sieg über -die deutsche Sache-errungen, wie der einstige „Iudenbefreicr" ' voll Polen meint, und «wenn es auch strittig sein mag,' wer der Sieger von - Ta-nneNberg -ist, als welcher bisher Hindenburg gegolten hat, so wäre jedenfalls das „jüdische Tannenberg" ohne -das Original-C-annenberg überflüssig. Nun braucht 'm4.1t in der Tat den jüdischen Einfluß aus diese Wstiminung wcher zu bchaupte'm floch zu -bestr-erten. 'Die Methode,. alles, '1vas . Ll-uom nicht H,rden' Kram paßff Äs' Lirdisch" zu--deüüuzieren,. ist schon so alt, abgebraucht und blöd, daß eine-sachliche Auseinandersetzung mit ihr ganz undenkbar erscheint. Man. weiß ja auch nicht,-was Litdeirdorff meinen-mag: isb Herviöt' ein Jude oder steht,er unter jüdischen Einflüssen, trifft dies-ans Mac Donald zu oder aber -zielt dies Wort aus die deutsche Sozialdemokratte? Wohl ans alle! Und «was ein rechter. Häkem kreutzler ist. dem die Technik -der Phrase von vor-rcherei-n jedes Denken als überflüssigen LuM erscheinen latzt, so hat er ohnedies sein Sprüche: für jeden Fall bereit: AMudas Ränke — Deutschlands Unterjochung und so ähnlich. Aber nicht -um all das-geht es augenbnMch: über die Ausartung des Menschlichen und Politischen, wie sie -das Hakenkreutzlertum darstellt, mag man hundertma-l im Tag den Kopf schütteln,' sie ist nun einmal-da und wird noch eine Weile hernmspeken. Wer -daß es einen Mann -der Oeffentlichkeit gibt, der Ludendovff heißt, das geht über die Vorstellungskraft eines normalen Menschen. * Das Auto des Tigers. Havas meldet aus Le Sables d'Olonne in der Bendee: Ein Automobil, in dem sich El emenceau befand, hat eine Fr am durch Ueberfahren getötet. ... - '; * Karl Wrabetz gestochen.- Der, frühere -Reichsr-atsabgeordnet^ und Gemeiuderat Karl Wräbetz ist im' 79. Lebensjcchre gestorben. Bon 1878 bis 1907 gehörte er als Mitglied der Fortschrittspartei dem -alten österreichischen KuriLN-paplament an und war auch während -herPuEr--Zeit-,Mitglied der fortschrittlichen OPPoMon ttn Wiener' .Ge-nMndevat. Seine, politische Tätigkeit war nie Vedeiltsam und. nach seinem Derschwinden aus dem politischM Leben ra'sch vergessen. * * Die Lebensmüden. Gestern nachts hat sich in einem- Hause in der Rotensterng-Lsse'-. ein. zirka - 2öjähr:ger ManN durch einen Revolverschuß in die recht« Schläfe schwer verletztt und mußte int. bewußlofenl Zustande ins >H)ital überführt,- wevden. Nach vorgefundemn Dokumenten dürste, der Mann, mit einem gewissen Franz Hä ringer ans Ollersdorf iden-' tisch sein. — Gestern mittags-hat sich -der Gärtnergehilfe« Heinrich Pitsch aus unglücklicher Liebe zu erstechen versucht^' wurdH jedoch rechtzeitig daran gehindert. . i * In einem Auszug tödlich verunglückt. J-n der Fabrik. Linzerstraße 141 stürzte .gestern vormittags der 61jährige' Hilfsarbeiter Anton Brnnner infolge Reißens der Kettennt einem Aufzug in die Tiefe und starb im Spital. , . * Zusammenstoß zweier Straßenbahnzüae. Gestern mit-, tags ist an der Kreuzung der Siebensterngasse und Stiftgasse ein Straßenbahnzug der Linie „L" mit einem Straßenbahn-' Sg ' der Linie „M" zusammengestoßen. Infolge-des heftigen! npralles erlitten zwei Fahvgaste: NervenerschütterNngen. * Mit einem Auto verschwunden. Der Inhaber eines- Autchauses, Ing. Heinrich P i rk.e r, zeigte gestern an, das; er. am 25. 0. seinen Chauffeur, Karl Papit, mit einem Auto,' Marke Praga, nach Innsbruckgesendet habe, damit er das Auto einem dort 'wohnhaften Herrn, der es,für einen Monat , gemietet hatte, übergebe. Von dem Chauffeur und dem Auto/, dessen Wert 90 Millionen beträgt, fehlt' seitdem jede Spur. * * Die Autoraserei. Gestern vormittags wurd^ in der- Gonzagag-asse die Private Marie Freuvensohn beimc Uebersetzen .des. F-ahrdammes von einem Auto ersaßt. Sie ax litt nlchvfache Verletzungen. Vorgestern abends wurde in der'. Wöllzeile -der 18jährige 'Sigismund Schnab e'l von einem Auto erfaßt. Er erlitt . Verletzungen am Kopfe "und mußte iw die Unfallstation gebracht werden. * Verhaftung eines Desrau-arrterr., . Gestern -.wurde - der, Maschinenarbeiter Johann' B o g'e ns pe r ger verhaftet. Er ist am 12. d. unter Mitnähm-e von vier Millionen «Kronen, die er als Ortsgruppenkassier des -sozialdemokratischen chemiicheu - PerbaMs k\ .Hrnterbera in Veowabrnna batte-, verschwunden.

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