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Wiener Morgenzeitung · 1924-08-31 · Heft 1992 (31.8.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1992 (31.8.1924)
Date
1924-08-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
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»Polar 29 flmzyl Wien: Zum Abholen in dev Expedition, II. Taborstr. ,1*3, oder in eiherVerschleisstelle (Trafik) monatl. K- 40.000 Strass6«verkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1. Bez., .Wollzeile 11 Mit Poatversand für Wien u. Oefterr. monatl. X 40.000 Ts eh e c h o-S Iowa k e i: Mon. K18. Jugoslawien: Mon. Dmar60.P o I e n: Mon. 31/# Zloty, Deutschland: Mon. Goldmark 4, F r a n k r* Belgien: Mon. Pres« 12 > r WT N«ehj»*hlun bei PreiaerhShanven «MD Vorbehaltes Rr. 1992 Wim, Sonntag. August 1924 | Preis K 1SOOI England: Mon4 Schilling-, Italien: Mpnatl. 12 Lire, Ru m an: e n Mon. 150Lei, Bulgarien Mon. 80 Lewe* S c h'w e i t und dasi übrige , Ausländ monatlich Pres« 4 .Redaktion u. Administration Wien, II., Taborstrasse 1 —3 Telephone: 44-0-38,43-3-19. ab 6 Uhr abds. 21 -102;25-282 IX. Universitätsstr. 6—8 (Druckerei Sfelnmann) Oesterreiehisehes Postspar* kaasen-Konto Nr. 150.698 6. Mrsang m AwesMetze m Kraft getreten. Uutmeichnum in London. — Bestell««- der Generalagenten für die Revurattourzahlunsen. — Ae SoMranken zwischen dem besetzten und unbesetzte« JeuMand Wen am 9. Sevtember! (Eigrndienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 30. August. Das Foreign - Ofsioe war heute mittags Schauplatz - eines weltgeschichtlichen. Ereignisses von besonderer Bedeutung: Um halb 1 Uhr versammelten sich - , im kleinen Konferenzsaale die Botschafter und Gesandten der alliierten Mächte soüvie der deutsche Botschafter, um die Londoner Abmachungen im Aufträge ihrer Regierungen zu nnterizeichnen. Der M der Fertigung dauerte nahezu,eine halbe Stun.de, da fün f S ch ri ft st ü ck e, nämlich das Protokoll und Vier Anlagen, zu unterschreiben waren. - Damiit 'smd. die Däwes-Gosetze in Kraft getreten, und * NM, w.ird auch die Nöparä.tiousko>mmisfi>im die defini-. live Bestellung des im Daiwes-Plan vorgesehenen G ene ralage>nten für - die Reparaiionszahlu ngen /vornehmen. Da bt-e hiefür in ^Aussicht; genommene PersMichkeil.die ^Funktion Nicht ^sofort übernehmen kann, hat OwenH : p r o v i s o r r sch zu 'über.Nchnwn. Die RsParasilWkoWNissiorHchat nun . ,;t . t4. Oteen Joung zum interimistischen lÄenera^agentev ernannte 'Wirkters wurden 'der b s ch e rtz'aÄlp Id ell egierte in der:Repärationskömm'issron Deha-eroix zum Treuhänder der- E i s e n b a h n obligatr0 nen, Negara (Italien) zum Treuhänder der Jn-du- - strieobligationen und der Gtznerals-ekretär de r Re- Parations'kommission. Mae F a h e a n Kommissär für! die Pfanderdinkönfte ernannt. ' ' Die gestern vom Reichstag angenommenen Gesetze zu d^n Londoner Abmachungen;sind, wie das Wolfssche Bureau erfährt, heute abends, mittels Kurier nach Paris , g e b rächt - worden' .und ' werden Montag der Reparütionskommission übergeben werden. . Die deutsche Anleihe wird am 15. Moder aufgelest. London, 31. AugUst. Der britische „United. Preß" mel- 60t aus New--Hork, daß der.' 15., Oktober von den amerikanischen Bankiers, als jener Tag. angesehen wird, an dem die deutsche Anleihe ausgegeben werden soll. Die Bankiers Prrd sehr. interessiert' für die Anleihe und erklären, daß sie vonder ^Reichstagsabstimmung sehr be-- ftiedigt seien,, da dadurch, das letzte Hindernis beseitigt, wurde. ' - : ' - Ae TaMns des Mkerbundrater. Genf> 30. August. Der Völkevbundrat befaßte sich heute in einer, unter -dem - Vorsitz H h m a n s'- abgehaltenen Äf-fentÜchen Sitzung; zunächst mit' dom 'Stande der f inanz iellen San ierung Ungarns,' wovübe^ der Gen-eraUommissär des Völkerbundes i«: Budapest I. S nli t'h ein Exposee erstattete. Der-Völkeribündvat nahm sodann einstimmig eine, vor Loch Par'moor im Namen des uilgarischen Komitees vorgeschlagene Entschließung an, worin' voll den bereits erzielten ’ R e s u l t a t e N des Sam-"rüngUvexkes .mit. Genugtuung .Kenntnis genommen wird.1 . ' -; ' ' Schließlich wurden über,Antrag, des Ministerpräsidenten Dr. B e n e s ch die Antworten der- Negierungenzu dem von der Abrüstung s'k 0 m miss io n der letztjährigen VMevbundversaMmlung aüÄgeaiKettetch.^ sogenannten Garautielpakte an die neue VölleBundversammlung weitepgele-i-te-t.' - Die wirtschaftliche Räumung beginnt. Berlin, 30.-August.-Die Dortmunder deutsche Behörde - hat aus Düsseldorf ein Telegramm'. erhalten, worin der leitende Zol laus schu.ß .mitteilt, daß alle Abg a >b e n e r h e b -u n g e n a n der O st g r e n z e für die aus dem unbesetzten Deutschland ko-ylmenden Maren am 9. Septe mber, mitternachts, e i n z ustel l e n seien, . . ' ’ Meldung bedeutet eine fundamental 'wichtige Tatsache: die Aufhebung der inneren Z 0 l l s ch r a n k e n z w i s ch e n dem b esetzten und dem unbesetzten Deutschland. Die Agenee Havas - meldet: Gemäß der von den Ministerpräsidenten H e r r i 01 und T -h e u n i s im Schreiben - nnden. ^ichskaM«r^Dl?..Warx vom 16, August über-', nommenen Perpflichtung,. wird der Befehl zur - militärischen Räumung der Zone i Dortmund-Hörde und der aüßeHaHLer seit' dem 11.; Jänn.er lMZ. be setzten X Ruhr Megetzien^Mbiete nntzerwesit, MMeich mrt d tt} w irtf.chaftli chen: RMW-UAg der Zone, gegeben ■; - - ';;.'; Da die in den Londoner Abkommen für Äe-Wirtschaft-1 Ache Räumung vereinbarten FListen. von' der ersten Feststellung durch die Reparationskommission zu 'laufen haben, wird das'Datum des. - 1. September den Ausgangspunkt bilden, .da die.Mtzarati-oySkpmm-ission am' .1. Septsnsber , die Kundmachung der zur Einwendung, des. Dawes-Planes , notwendigen Gesetze amtlich festistellen wird. Am 30. September werden alle Behinderungen für den Ver-. kehr zwischen den -besetzten und unbesetzten Gebieten aufgehoben werden. Der Reichstag vertagt. Berlin, 30.. August. Der Reichstag vertagte sich bis 15. O k t 0 b e r, doch wurde der Präsident ermächtigt, die Sitzung früher oder später anzuiberaumen. Sie Mm»fe In Wna. Peking, .29. August. (Reuter.) Die Regievungen von F x a n kreich, England, A m e r i f a ' und Japan haben die -chinesische Regiemng davon, in Kenntnis gesetzt, daß. sie für alle, ihren Staatsange'horigen im Falle von .Kämpfen Mischen den Staathalt e rn von Ts chekiang und Kiangau ^ugefügten Schäden China verantwortlich machen. - 'Nach einer allerdings unverbürgten Meldung aus S ch a n g h a i sind dort bntfsche, jäpauilsche und amerikanische Kriegsschiffe eingetvofsm. Der Befehlsihaber-der in. den ostasiatischen Gewässern befindlichen amerikanischen Madinestveitkräfte, Admiral W a s s 0 n.t, isi.vom amerikanischen Marinchepartement ermächtigt, nötigenfalls Anordnungen Mer die Verwendung seiner Schiffe zu treffen, ohne, erst di^ Zwstimniung der Regierung eiuzuholen. London, 31. August. Der'Bürgerkrieg in Kanton' hat beute zwischen den S u n h a t s e n s-Truppen und. den F r e i w i l l i g e n e i n g e s c tz t. Die Lage rst ernst. Nach dem ersten Zusammenstoß brach - ein F e u -e r, das vermutlich durch Truppen gelegt worden war, aus und vernichtete 20 Dörfer. Sie Konferenz der FnteWarlameritarifche» Union beendet. Genf, 29'August. (Schweiz.'Dep-Ag.) Die Interparlamentarische. Konftt-cuz' hat Ihre Arbeiten beendet.^ In -der Schlußsitzung Wurden drei Resolutionen über'die Verminderung der Rüstungen und. über die 'Sicherheit - der Staaten angenommen. in allen Abteilungen des Warenhauses Unsere heutige Nummer enthalt auf Seite 13 bis 18 die Beilage „Der Export nach Polen" mit Beiträgen von Minister a. D. Julius b. Twardowskr, Leo K. April l. Sekretär der Austro-polmschen Handelskammer, und anderen. Femer: - Die Sanierung Polens. Von Dr. Jan Maria« Goethe als Naturforscher und Friedensanwalt. .Schaff. Von Dr. Adele Es geht vorwärts! Von Dr. Wolfgang Weisl. Die Juden um Friedrich v. Gentz. Von Dr. Willy Cohn. Lugano. Von Artur Silbe rg l e i t. Zur Geschichte der sephardischen Inden in Wien. (3.) Bim Dr. N. M. Gelber. - - - Der Weg zum Friede«. —sch. Wien. 31. August. - Wieder tritt-in Genf das Parlament der Volks' zusammen. Aus der Not des 5krieges geboren, hat der Gedanke des Völkerbundes, -der wie ein leuchtender! Stern aus dem blntgeröteten Himmel der. Menschhett glänzte, jene unvollkominene Form erhalten, welche allem-eigen ist, was eine Menschheit'geschaffen, in welcher Kriegsgedänke und Machtpolitik - so lange dre ^Grundlage Ihrer Beziehungen'-Hwischerrden-Bölkern brlideten. Diese Unvollkommenheit-ln. der Durchführung neuen Gedankens machte'es denen, .die noch immer im.alten Geleise mternationaler Politik geblieben -sind, - leicht, , das Werk des Völkerbundesherabzusetzen und zu , verhöhne»^- Das Wilhelminifche'Keuischland, welches.bis, - heute die pölitische Konzeption des' denkschen- Volkes dar- stellt, dasbolschewikische Rußland.- '. dessen Grundlagen aus Waffengewalt, militaristischönr Geist und terroristischem. Wirtschaftsumsturz bis l)eute bemhen, die Ver- Pttigten Staaten von Nordamerika, -denen^-der Krieg die Losungen wirtschaftlicher Machtpolitik gab, diese drei Staaten gehören bis-heute dem Völkerbund nicht an. Aber nicht nur von dort kam der Widerstand gegen den Völkevbundgedanlen, sondern auch aus allen jenen Regierungs- und Staatenformen,'-welche nicht auf wirklicher Demokratie aufgebaut sinh, sondern unter dem Schein einer Bolisherrschaft persönliche oder parteimäßige Machtherrschast erdulden müssen. Der Gedanke des Völkerbundes aber ist ein. Volksgedanke, ein Gedanke der VeMndung her Völker, nicht bloß der Staaten. Dies haben zuerst die westlichen Demokratien erkannt, als es ihnen als ersten gelang, die Trübungen und Verfälschungen des demokratischen Gedankens,' welche der Krieg herbei geführt hatte, von sich abzuschütteln. Seit der Völkerbund zum letzten Male in Genf tagte, ist in England sozusagen auf dem Wege einer Parlamentarischen Re-volutton der demokratische Gedanke Verstärkt worden, Hatz sich das französische Volk, des Krieges im Frieden müde, von dem Irrwahn gewaltsamer Sicherungen seines staatlichen Bestandes, die ihm nur Lasten, aber keine Vorteile bringen, abgewaM. Die neuen Regierungen der Weststaaten haben diesem Politischen Zuge entsprechend, den Versuch gemacht, die vielen ungelösten Fragen, welche der Friede übrig gelassen hat» nicht nach machtpolitischen, sondern nach völkerpMischen, völkerverbindenden Grundsätzen^ zu Men. Damit aber fallt'der Gedanke von Müchtebürwnissen und Mächtegruppierungen, mit dem die alte, zum Weltkriege führende Politik nicht nur den auf den Krieg folgenden Frieden, sondern' auch den Bölkerbundgedanken, der den Frieden sichern soll, beschwert "hat. Bezeichnend für die neue' Konstellation, welche der Völkerbund bei -seiner gegenwärtigen Tagung vorfinhet, ist die nahezu einstimmige Ablehnung des auf der letzten Vollversammlung in Gens'vorgeschlagenen Garanüepaktes - zur' gegenseitigen ' Hilfe. Das - wichtige Prinzip ^gegenseitige^ Hilfe ist von dem' französischen Poincarismus als ' Verpflichtung der Staaten zü weitgehender ^gegenseitiger Sicherung ihrer Machtgrundlagen interpretiert-worden. In dieser 'Fassung bedeutete es nichts anderes/ als die - Erneuerung' des Statüschüo-Gedankens und der Krregsbündnisse., Die jetzt beginnende . Bölkerbundtagung aber soll an Stelle dieser Vorschläge II. Tabprstraße 48 Telehhon' 47-4-78 Bn gros En defill

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