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Wiener Morgenzeitung · 1924-08-29 · Heft 1990 (29.8.1924) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1990 (29.8.1924)
Date
1924-08-29
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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CMte 10 Men, Freitag Wtene« Morgenzeiturrg. 89. August 1924 Nr. 1990 Die Generalversammlung der Hakoah. Wir/berichteten bereits in der Montagausgabe unteres .Blattes über die am Sonntag stattgefundene außerordentliche 'Generalversammlung der Hakoah.' Cs erübrigt sich, die amzelnen Re-fcrate wiederzuaeben. da, unsere Leiser die Ansichten 'der Herren Dr. I. H. Körner (Präsident), Artur Paar (Fuß- 'ballsektionsleiter) und Dr. Felix (.Hauptkassier) aus den von ihnen in unserem Blatte veröffentlichten Artikeln kennnen. Es lohnt sich aber, aus Meinungen und logische Schlußfolgerungen, die bei dieser Generalversammlung zum 'besten gegeben wurden, einzugehen. Wer sind denn diese Spieler eigentlich? In der ■ Oe'ssenllichkert ist die Meinung weit verbreitet, baß die Mehrzahl der erftslMigen Fußballer sich aus Tagedic'ben zusammensetzt, die zur Hefe des Volkes gehören. Der diese Nachricht verbreitet, ist ein Verleumder, und der sie 'glaubt, ist leichtfertig. Wir ho'ben Gelegenheit, mit den Fußballern aller erstklMgen Vereine ständig in Fühlung zu sein, und können ruhig die Behauptung ausstellen, daß die meisten Spieler sich gesellschaftlich einwandfrei benchmen, daß sie ,bürgerlichen Bernsen nachgehen und daß sie keineswegs übertriebene Anforderungen an das Leben stellen. Wir fühlen uns äber absolut nicht berufen, Wortführer sämtlicher Spieler zu. sein. Uns intereslsiercn in erster Linie die Hakoalhner, die wohl in der Oeft'entlichkeit eine glimpflichere Behandlung erfahren, ohne daß sie aber vor Bosheit, Mißgunst und Neid bewahrt bleiben. , Es muß nun einmal gesagt werden, daß es keinen einigen Fußballer bei der Hakoah gibt, der nicht sxn ganzes Sinnen und Trachten darauf richte, im - bürgerlichen Leben vorwärts zu kommen. Die Sparsamkeit der Spieler ist im Klub allgemein 'bekannt, und auch die Tatsache, daß sämtliche Fußballer ihre Eltern, soweit sie es benötigen. ausgiebig unterstützen, kann nicht bestritten werden. Aus den Polemiken der Herren Dr. Körner, Artur Paar und Dr. Felix war ersichtlich, daß die Spieler die Anwendungen verdienen nnd daß der Klub 'trotz dieser Auwendungen, oder vielleicht erst mittelbar durch sie, in die Laae versetzt wird, sein Auslangen zu finden. Ans unseren Ausführungen ist ersichtlich, daß d'ese Anwendungen an keine Unwürdigen fallen, weshalb jeder Versuch, die Spi.'ler zu Mitgliedern zweiten Ranges zu degradieren, ungerecht wäre. Dre Kaffeehausstrategen. Dr. Mrn-er hat während der Generalversammlung an die Gegner des Bernfsspie-lertnms einige Male die Aufforderung gerichtet, sich zum Wort zu melden und ihre Ansichten zu ver- treten. The Kaffechausstrategen schwiegen. Dr. Körner Provozierte sie- Er normte sie Schädlinge des Klubs, er warf ihnen Feigheit vor. Di« Kafftehausstrategen schwiegen. In seinen Schlußworten gab dann der Hakoah-Präsidsnl bekannt, daß die Leitung mit rücksichtsloser Strenge olle diejenigen an die Luft setzen wird, die zum Schaden des Klubs böswillige Nachrichten über Spieler und Funktionäre verbreiten und dadurch den Keim der Unzufriedenheit legen. Bei dieser Gelegenheit wollen wir auf eine Notiz der ,Monn- und Montagszeitung", die besagt, daß der SektionÄeiter eines erstklassigen Klubs, der gleichzeitig SportartikeHändler ist, von seinem Verein Bezahlung verlangte, zurückkommen. Unseres Wisiens haben nur zwei Vereine einen SektionÄeiter, die ein derartiges Geschäft besitzen, und zwar die Amateure und die Hakoah Die Nachricht der „Sonnnnd Montagszeitung" bezieht sich selbstverständlich aus den Sektionsleiter der Amateure. Der Leiter der Fußballsektion der Mischen Vereins verfocht bei der Generalversammlung nach wie vor den Standpunkt, daß die Hakoah ausschließlich Amateurfunktionäre haben müsse. Der Vollständigkeit halber erwähnen wir, daß wir in der Forderung des Soktionsleiters der Amateure nichts Unehrenhaftes finden. Strebt die Hakoah die Einführung des Berrifsspieleriums an? Aus den Ausführungen des Proponenten des Professionalismus war zu erkennen, daß die Leitung der Hakoah absolut nicht die Einführung des BerusSspielertums anstrebt. Der!"dische Verein ist, insofern« er sportlich keinen Rückfall erleben will, an die anderen rührenden erstklassigen Vereine gebunden. Entscheiden sich diese für die derzeitigen Verhältnisse, dann wird es der Hakoah recht sein. Sind sie aber für die Gründung einer Professionalliga, dann muh die Hakoah mithalten. In der Amateurliga würde der jüdische Verein zur Bedeutungslosigkeit herabsiiiken. Die außerordentlich!: Generalversammlung war für alle lehrreich, die zu sehen und hören verstanden. Die „Wilden". Kein Produkt der Zivilisation konnte den Negern in Südafrika bester gefallen als das Fußballspiel. (Wir sagen Zivilisation, wobei aber bei den zahlreichen, nicht sehr zivilisierten Vorkommnisten bei unseren Wettspielen ein Auge zugedrückt werden mutz.) Welcher Idealismus deyr Fußballspiel innewohnt, wenn er in den Kinderschuhe steckt (wer erinnert sich noch, mein« Herrschaften?), dafür gibt die Negermannschaft Ladysmith im Staat« Natal ein klaMcheS Zeugnis. Sie hatte ein Match mit den Schwarzen Elf von Harrysmith abgeschlossen. Die beiden Mannschaften sind, nur die Kleinigkeit von 96 Kilometer voneinander entfernt, also für einen Sonntagsausflug auf einer kleinen, schmalspurigen Bizinalbahn mti einer patenten Kaffeemühle vorne wie geschaffen. Doch die guten Leute von Lcvdysmich hatten, wie daS auch bei uns vorgekommen fein soll, als wir noch als Wald- und Wiesenklubs Fußball hackten auf Plätzen, wo Hunde und Kinderwagen spazieren geführt wurden, kein Geld. Zu den Gönnern und Macenen des Vereines gehörten auch keine Autobesiher und wenn, so war dort für solche Leute auch so «ine Konjunktur wie jetzt hier. Also nichts zu machen!. War tun? Afrikas Söhne brannten danach, Fußball zu spielen wie die „Wilden". Ein rascher Entschluß und eine- Donnerstags abends macht sich die Karawane zu Fuß auf den Weg und kommt Samstag früh an, spielt am Nachmittag, gewinnt daS Match, packt feine Siebensachen zusammen und will munter zurückwan.deru. Da fasten sich di« Zuschauer, denen das schöne Spiel überaus gefiel, ein Herg und im Nu wären die Reisespesen für die Sieger aufgebracht. Ob die strammen Afrikaner nicht trotzdem zu Fuß heimwärts zogen und sich die Paar Groschen als „Entschädigung" behielten, darüber schweigt der Bericht.. Wann aber wird dort, fragen wir, Europas übertünchte Höflichkeit (lieS: PrcsessionaliSmuS!) fernen „Siegeszug" halten? . den Wiener FußballverLand. Nächste Sitzung Montag 1. Sevtem'ber um halb 7 lHr abends. Die Generalversammlung des Wiener FutzballverbandeS mußte ans technischen Gründen von Samstag den 30. d. auf Freitag den 5. September verschoben werden. Zeit und Ort: 5 Uhr nachmittags im großen Saale des Hotel Post, 1 Be«., Drache^gasse 3. Die Admira trug zwei Spiele in Fiume aus Sie siegt« gegen Gloria 4:1 und spielte gegen Olympia 2:2 unentschieden. .. . Hakoah-Touristensektion. Zusamin-enlkünste jeden Freitag abends von..8 bis 10 Uhr. Telephon-Nr. 99-2-09. Tourenprogramm für Sonntag den 91. d.: 1. Wieuerwald: Zusammenkunft halb 8 Uhr Westbahn. Tulinetbach—Droppbera—Lulbrngerkogel. Führer: Rosegg. 2. Schneeelpe: Abfahrt am Vortag 16 Uhr 20 Minuten ngch Neuberg. Führer: Dr. Schur. 3. Scherblingstem: Abfahrt am. Vortag 16 Uhr 30 Miuten Westbahn. Führer: Richard Ran'b'ibschck. Herlinger (früher Haikoah) und Sternignn (früher. I.A.C.) sind dem I. S. B. Makkabi bei getreten. Turnen. Erster Wiener jüdischer Turnverein Makkabi y. DaS Turnen im Saale 9. Bez., Liechtenstei.nftvaße 20, beginnt am Donnerstag den 1>1. September. Herren: Montag und Donnerstag. Damen: Mittwoch. und Samstag, Zöglinge: Dienstag und Freitag. Das erste Werbe-SPortfest des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten. Aus Berlin wird gemeldet: Der Nennungs- Gluß zu dem am 31. d. stattfindenden Werbe-Sportfest de- RelchSbundes jüdischer Frontsoldaten ergab über 400 Meldungen, darunter solche auS Breslau. Kaffell, Köln, Magde- 'bnrg und Nürnberg. Der jüdische' Turnverein Dar-Koch'ba (Berlin) tritt mit seiner ersten Mannschaft gegen starke Bewerber aus Berlin und dem Reich an. Wettkämpfe werden in folgenden Sportdisziplinen ausgvtragen: LeichtaLh'letik. Iin Ji'tsu, Feck/en und Boxen._ Aus den Vereinen. Hakoah. Den Mitgliedern wird zur Kenntnis gebracht, daß sie zu dem Sonntag den 31. d. stattfindwden WettsM gegen W. A. C. keinen freien Eintritt haben. Die Spieler werden ersucht, ihre Pflichtkarten bis längsten? Samstag vormittags im Sekretariat, 2. Bez.. Schisfamtsgasse 16. zu beheben. Ferner wird bekanntgegeben, daß ab 1. September der Parteienverkehr wieder täglich, mit Ausnahme von Samstag und Sonntag, von 4 bis 7. Uhr stättsindet. — FußballsMion (Inngmannschast). Heute um halb 7 Ilhr wichtige Spielerversammlung im Klübheim, 2. Bez., Schiffamtsgaste 16. — Herrenhandballsektion.. Heute dringende. Zusammenkunft zwecks Mannschaftsaufstellung für das Spiel gegen F. A. C. 2 für Sonntag vormittags. Gleichzeitig Besprechung für die Reise nach Bratislava, wo einige Wettspiele ausgetragen, werden. I. A. C. Morgen Samstag um 8'Uhr im Klübheim, Wiener Radio-Cafe, Vollversammlung. Nachher Spielerversammlung. Sonntag Wettspiele mit drei Mannschaften. Die Erste und Reserve spielen gegen Bewegung Erste und Reserve, die Iungmannschcrft gegen Gersthof-Iunchnannschaft aus dem Lehrer-Sportplatz. . Kadimah. Sonntag Wettspiel m Hohenau mit einer Mannschaft. Freitag Aufstellung der Mannschaften. Versammlung der Reiseteilnehmer zwecks Besprechung morgen um 8 Ubr im Klubheim. Es haben zu erscheinen: Feilich 1 und 2. E. Bien, Schwenk, Eckhaus 1 und 2, E. Kohlmann. Makkabi. Morgen findet ein Welkspiel mit folgender Mannschaft auf dem V. A. S. 11-Platz nm dreiviertel 6 Uhr statt: Grün; Stermann. Bleichfeld; Flußmann, Hevlinger, Groß; Torten, Hochwald. Ehrenfreund, Weitzner, Wirtschafter. Der Platz ist zu erreichen mit dem 71er-Waqen bis zur Krausegaste (Ravelinstraße, Simmeringer Heide). Um 8 Uhr Spieler- Versammlung im Cafe Lovrcma, 3. Bez., Löwengasse 36. Ausstellung für die am Sonntag stattfindenden Wettspiele. Sonntag um 8 Uhr Iungmannschaft (Cheruth) und um viertel 10 Uhr eine kombinierte Mannschaft, guf dem Cricket-Platz und zwei Mannschaften in Stockerau.-Herr Josef Eckstein wird gebeten, an der Spielerversammlung teilzunehmen. — Pi-ng« Pong-Sektion. Am 1. September ist Rennungsschluß für bfe Klubmeisterschast unserer Tischtennissektion. Das Präsidium hat wertvolle Preise gespendet. .Anmeldungen bei den Herren Stein, Flußmann und der Frau Dr. Reiß. Theater von heute Burggartf«! Symphoniekonzert, Dirigent Martin Spörr; mitwirkend A. Delina, Karl Niedermann, Raimund Loibnegger 7,8 sdki Regen im Festsaal derHofburg) VÄKroper: Rigoletto Vevttcßer voNttlbealer: Die Freier theater Irfler 3osefJtadt Sonkin und der Haupttreffer RÄmuml-rdesier: Die tolle Lola uil. iiammerrpiele: Was Frauen träumen . Ulf. Stadttfteater: Die Gigerln von Wien HÄßtrpleitdealek: Die Kleine vom Varietä ulleser Usmockiendsur: Iphigenie auf Tauris 7S8 '/,8 7.8 7.8 \8 7.8 8 0arltl)eat«f: Die Königin der Nacht rdeuter s» Ser wie«: Gräfin Mariza Ulf. LSlgeMesler: Das DreimäderlhauS 3-st.5tts«rr.rber»ler: Des Königs Nachbarin U-Isnä-Lüßue (Das Theater der Komiker): Ohne Geld geht's anch! 7-8 7.8 7-8 7.8 /,8 Kinoprogramme von heute Bnrg-KiNO r (I. Opernring 19): Menschen und Masken y45, */46, '/«8, '/.6 0(Rtra)*KiHO (H. Taborstraße 8): Der falsche Emir 7-6, 7, ^9 U-^niufm.jf!no (f. Fleischmarkt 1): «!et Roman einer leichtsinnigen Frau 4,7-6,',.8,',.9 RESTAURANT« HAHN I. KOHLMARKT Nr. 7 (Eingang; durch den Hausflur) TOD IMSGWHhra. , . oriental. Küdie Spelten Natur, am Rost und am Spiess;Erstklassige Getränke! Schattiger Restaurationsgarten I IW nli A1 -II nhHinfl«* beim WeHtbaltnet* XV., Mariahilferstraste 132. Schlafzimmer, lickt ober dunkel. 2 Kästen, 2 Betten, 2 Nachtk.. l Tisch, 4 Segel, 2 Einsätze samt Matratzen, 2,ßv0.cw0 Ü. Große Auswahl in Speisezimmern, Usichen, Diwane», Ottomanen. Einsätz-n, Matratzen. Auch einzeln abzngebe». Preis sreibleibend. Bei Benifung a»k das Blatt Prozentkatz. 4 R adio material! jeder Art liefern Berger & Wittmarm II. Taborstraße 96 Probtnzversand: Eiageführte Ber treter überall gesucht! 6865 Organ für alte Interessen der internationalen Holz• Wirtschaft {Holzhandel, Holzindustrie, Waldbesitz) Erscheint jeden Mittwoch an d Samstag Zahlreiche Artikel! 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