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Wiener Morgenzeitung · 1924-08-28 · Heft 1989 (28.8.1924) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1989 (28.8.1924)
Date
1924-08-28
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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■ "'" ' ' '■' ' '' '■" ' -. - :■ - 7 ' . \ ' ” ' ' . Nr.Md Men, KoM-vStag Wiener MorsenzeiLung. 88. August 1984 igelte 9 ♦ VeirZsereim einer ehemaligen ungarische» Mvokaten. Der früher^ ungarische Rechtsanwalt Ludwig Man* dofy, der schon im Mai vom Wiener LandeSgericht wegen Diebstahls zu sechs ALochen schweren Kerkers verurteilt Wochen war, hatte sich gestern neuerdings vor einem Schöffensenat unter Vorsitz des Hosrates Dr. Wüstinger zu verantworten. Mandoky hatte nach Vevbützung seiner Strafe von der Polizei die Erlaubnis erhallen, bis zum 16. Juni 1924 zur Ordnung seiner Angelegenheiten, in Wien zu blechen. Gin Mithäftling hatte chm einen Beschluß des Wiener Landesgerichtes Mergeben, mit welchem sein Gepäck, das sich in Verwahrung beim Inhaber einer Pension befand, freigegeben wuchs. Mandoky sollte diesen Beschluß dem Bruder des Besitzers überbvingen. Et bchob jedoch das Gepäck selbst und bchjelt eS bei sich : im Hotel Elisabeth, wo er wohnte. Als ex dann am 11.. Juni das Hotel unter Zurücklassung einer Schuld von 1,7 Millionen Kronen heimlich verließ, blieb das Gepäck zurück. Bald darauf traf, der Pförtner des Hotels, Ludwig Steign-ex.den durchge- .,brannten Gast auf einer Bank im Stadtpark schlafend an, rüttelte ihn wach und Gegehrte die Bezahlung der Hotelschuld. Marchoky bat den Portier, das gesamte Gepäck, ckuch das des Kun, zur Deckung der Schuld M veräußern; .. Mandoky entlockte einem Zahlikelluer eine Million und gab ihm einen wertlosen Scheck der Bauernban'k. Bevor er verhaftet wurde, schwindelte er noch rasch einem Bekannten eineinhalb Millionen heraus. .. Nach durchgeführtem Verfahren wurde-.der Angeklagte ' 'erkannt und zu fünf Monaten schweren Kerkers'verurteilt. ,,, ' 1 " > ««SKSMM5A Todesopfer des Krieges, ohne im Krieg gewesen zu sein. Der Buchhalter Siegfried Hauser, der rm Jahre 1916 als Landsturmmann einrücken mußte, ging mit einer Marschkompagnie von Wien nach Jglau ab, wo er mehrere Wochen hindurch abgerichtet werden sollte. Wegen Raummangels in der Kaserne erhielt er die Erlaubnis, im Hotel zu schlafen. Frühmorgens wurde er im Hotelzimmer tot aufgefunden. Als Todesursache wurde Kohlenoxydgasvergiftung konstatiert, das Gas war einem schadhaften Ofen entströmt. Der Witwe , und ihrem Kinde wurde von der Jnpalidemntschädiguugskomams- ' sion die Witwen- und Waisenrente zuerkannt, da der Ber-. unglückte als Opfer des Krieges zu betrachten sei. Da-' zogen brachte die Landesfinanzverwaltung die Klage an den - Peywaltungsgorichtshof ein, weil der Verunglückte üb erhaupt nicht im Krieg gewesen sei und daher sein Tod .M.dem Kriege in keinem Zusammenhang stche. Da er ni cht in der Kaserne, sondern in einem Hotelzimmer nächtigte, könne nan nicht emnrql hchaupten, daß-sein Tod einer „Eigen, tümlichktzit" deu militärischen Dienstleistung entsprungen War. Per Vertreter der Rentenwerbevin erwiderte, her Tingerückte unterstand der miWvtschen Kommandygawaft, pH er nun in oder außerhalb her Kaserne schlief, Wenn er die Erlanbins erhielt, im Hotel zu nächtigen, so geschah dies deshalb, weil in der Kaserne die Soldaten in fürchterlicher Enge, Kopf an Kopf, je zwei Wann auf einm Strchfack. schliefen. Per Perwaltungsgerichchof hph die qngffochtHne Entschewung wegen mangelhaften Verfahrens auf, weil nicht ftzstggstelli sei, ob es sich bloß NM einen singulären Fall her Nächiignng außerhalb der Kaserne handle oder pH die Tr« lanbnis eine längere Zeit hindurch andauernd gewesen sei. . Haftet hie Gemeinde Wie» für einen Unfall durch Glatt« eis? Am 24. Februar d. I. stürzte der Essig- und Likörerzenger Paul Fritz auf der FiMstraßtz durch Glatteis zu Boden und sog sich einen Beinbruch zu. In einer Klage beanspruchte der Per letzte iw einer gestern beim Zivillandesgerichte dnrchgesilhr? lan Verhandlung von der Gemeinde Wien einen Schadenersatz für den Unfall im Betrage van 40 Million en Krousn. Der Kfageyertretsr begründete diesen Anspruch damit, «aß,die Gemeinde für derartige Unfälle hafte, weil sie Pflicht* mäßig für die JlpstH'Ndlhaltung her Straßen und daher auch deren Reinigung zu sorgen habe. Der Unfall sei, obwohl der Maer beim UeperschrLlten der Straße alle Vorsicht gebrauchte, Milch das VkMulhen der Gemeindtz uO deren'yvgan« er- Mt.-welche me nötige StraßenrÄnigung nicht genügend besorgte., Der Vertreter dex Gemgiche Wen erklärte, daß nur me Erhaltung der Straßen Wicht üex Gemeinde sei/ keines« Wegs aber die Verpflichtung der Straße,iremigung in ihre Obliegenheiten falle. Ditz.Gemeinde habe alles getan,, um Unfälle hmtanzuhalten. Gin derartiger Unfall ist eben ein Zufall, wenn er,nicht durch das Verschulden desHeWuMckten Mst herbeiaesubrt wird. Der Senat.beschloß, Zeugeü darüber zuzMssen, wie der Klager yerunWckte. weiter' die. btzi der Gtraßenreim« gung htzschäftfgten Personen über die Art lder Sänberung zu vernehmen, und vertagte zur Durchführung dieser Ptz« weise die .MeM MorgWMitMg" WMWPM1PWPMi.WWWWWWMHWNM XommsncÜts der Kroatischen Eskomptebank,Agram mmm^****^ BankfelThäftel MMtt, I. 4 '«ftbf W^ngeJhäfte Telephon j 82-5-90 Serie imas Telegrammadresse * Prapobank awwvwii'»wwwwiww Sit Sesterreichifche Kaufmännische Bank vei langt Biankovollmachten. Dem PräsMiM des Verbandes der Sparer und Klei» rentncr Oesterreichs sind verläßliche Mitteilungen zugÄommer daß die Direktion der Oesterrsichischen Kaufmännischen Ban ihre Gläubiger veranlaßt, unausgefüllte Vollmachten ®u unter fertigen, wodurch sie ermächtigt wild, im Ausgjleichsv'erisahre! die Gläubiger zu vertreten. Der Name-der Bevollmächtigten ij zwar nicht eingesetzt, aber es ist sMstverständlich, daß du Oesterreichlisch Kaufmännische Bank nur einen Vertreter wählen wird, der ihre Interessen, die Interessen der Bank, wahrt. Die Vollmachten wachen nämlich zu AWmmung im Au8- Fleichsverfahren verwendet, so daß die Vollmacht sgeber sich dem Schuldner durch die Ausstellung solcher Vollmachten vollständig a u s l i e f e r n. Die Gläubiger und Einleger werden daher dringend tzewarnt, ,solche Vollmachten zu geben, die voll ihnen mit 'der Begründung verlangt, «lvevden, daß sie zur',/Sanierung" notwendig sind. . » Lombard- und ßrkomvtebsnk. Ausgleichstagsatzung. Gestern fand im Schwurger'tchtssval die angEüMgte Au-c'gleichstagisatzung der - Lombach- und EskoimiPEank statt. In einem Zufatzantvag teAe die LonßbaManck mit, daß in e'mer binnen 45 Taigen einUcheruseinIden Gsneralversanrnrlu'Ng der Antrag gestellt werden wird, die bisherigen Miau zu 200 Kronen in 20 Stück zuisaMmntzwleMn mit dorn Nominale von 4000 Kronen, ' Mid diese den Aktionären, brzichu-ngsiweise den Gläulbigevn inr Falle der Wwhme des Saniemnjgs-pt«gnös nach Mahgalbe vhver For-' demnigen zur VevsiÜW>ng zu stellen. Hierauf evstattete der MSgleichsverwalter Direktor' Hacker seinen terswevse bereits bekannten Bericht Wer seine Ausgleichstätigkeit. In die'ssm führt er unter anderem noch aus: Me Geschäfte, welche die öffentliche Kontrolle nicht vertragen konnten, tourden vom Schwager des Bvonner und vom Direktor Gichmr gemacht. Direktor, Gichner wurde von der WirtschaftsiPollii'Di einvernommen. Nach der Meiniung des Ausgiteichsverlwalters kann Men ihn niur dffziplinär vorgegangen werden. Am meisten belastet ist Heinrich Bronner, der sehr großen Schaden angerichtet hat, der aber nur teilweise von seinem Bruder Jacques Bronmr guigenmcht wurde. Aber der Schaden, den Heinrich Bronner im Vorjahre durch En Eichung der flüssigen Mittel der Bank anrichtete, ist nicht wicider tvettzuimachen. Nach der Msmnng des Ansgleichsverwalters können die bevorrechteten Fosiderungen der GläMger nicht in die Ausgleichsmasse einlhezogen werden. Die Bilanz pxy 1923 weist einen Gewinn auf, da je- ' hoch dj,e offenen BorkviegSschulden Von ungefähr 10 MÄkvavden Kronen abziuzichen sein werden, dürfte hie Bilanz mit einem Manko Mchttehen. Der zweite im Juli erstellte Status, der aber erst anfangs dieses Monats fertig geworden 'ist, winvde in mancher Hinsicht vom AnsibleichHverwalter korrigiert. ' Der Ausgleichsverwalter teilt mit, daß nach dem Status Äne Ausgleichsauote von 66 Prozent möglich geworden ist. Nach dem?llßz>uge der bevorrechteten Fache« xMgen und nach dem Abginge jener Summe, hie notwenhsg ist, um die kleinen Mäuldiger bis fünf Millionen voll zu befriedigen, L-letbt eine Quote von 30 PrWnt zurück. Dp. Poppex stellt den Antrag, daß das AusWichsder^ fahren als solches annulliert werden soll. Der Status weife UnprchtGkeften Äff. In den Aktiven ist eine Post, hie die Bank von de? Familie Bronner zu fordern hatte, i»n Vertrage von 30 bis 40 Milliarden Kronen aus den Büchern einfach verfchwun-den. Rednex stellt sich gegen die großen MfertigunUn der DiMoren, die M Gegenteil nach zu Schß'chnsgut-machungen geAwuugen würden könnten, mb verlangt die AnnMievung her Vollnrachten des AusgsleichMeMg'lters, ha dieser Mgelassen hot. daß ein gewisser KoM Vollmachten von den Mäuldigern sammelt, um dann im Jnterass« der Bant M stimmm, von dep er hiefür honoriert Wich,, , - . GeMvMWor D a n n t r der Bank. DDutremere weigert sich infolge >der alMneMn Haltung der Mchr« heiit. Mnen Sanievungsp!lan poMtragen. Dr. Pappenhei'm stellt M Namen he§ Dr. Holler heu Antrag, daß, falls dem Aus>gleichsverfahxen Meftimntt Wende, dies nur dann geischÄhe, wenn die Garantie geboten sein werde, daß gsgen die Direktoren Teichner und Dr, Wechslöerg sowie gegen Heinrich, Bronn-er und dm ProAs risten Naochitz gerichtliche Schritte auf- Schaden-ersatz unternommen wechen. Im Namen eiMtzx ProtziinMlläulöHtzr stellt Dr. Mast na den Vertagungsantrag. Der Ausgleichsvorfchlag sei den ProvinMäubigern erst in letzter Stunde zugegamgen. Di? dis Mchcheit der Gläubiger genau wisse, sind die Aktiven der Bank zu hoch erstellt Wochen, Die Sanierung, Wie aus den Zeitungen zn epschen ist, dürfte sich halb als ein gewaltiges Geschäft der gegenlwärtigen Majorität l der BWk> und das ist zum größtest Teil die BaE > D'Ontvemere, heMsstelltzw Sanierung der Allgemeinen Zuduftriebank. In einer der letzten vom Verband der Sparer und Kleinrentner alhgehMenen.Vevsammlung, in welcher sich auch zahlreiche Gläubiger der Allgemeinen Judustriebank eingefunden hatten, erklärte das Mitglied des Gläubigerausschusses der Mgemeinen Jndustrieban'k, Bankier Mehrer, daß. sich die Lage drr Jndustricbänk nicht so trostlos gestaltet habe Äs bei den anderen in der letzten Zeit zusammengchrocheMN Bankern In der Allgemeinen Jndustriebank habe der Glä^bigerausschuß den Verwaltungsrat volltommen in der Hand.^ Rchn-rr teilt mit,, daß der dortige Gläubigerausschuß ein vollständiges,, bis in alle Details äuSgearbei-tetes SanierungsprognamM. entworfen habe; es sei bereits heute schon als ziemlich sicher, 'anzunchmen, daß dieses Sanrerungsprogramm seine Genchmigung finden werde. Herr Wassermann, ebenfalls Mitglied des Gläubigerausschusses, erklärte, daß dieser kürzlich bei den maßgebenden Personen der Böhmifchen Judnsi rialbanf vorgesprochen habe, welche Kreise sich für die Allgemeine Judustriebank stark interessieren, und es sei von dieser Seite eine ziemlich deutliche Zusage gemacht worden^ an der SMierung der Allgemeinen Jndustriebanß kräftigst. m-itznarbettm. Das Säniermigsprytziamv,' At-.-^ie Zustimmung fast sämtlicher Gläubiger gefunden. Es wurde beschlossen, demnächst eine eigene Versammlung einzuberufen, um den Gläubigern der Jndustritzbank genauen Bericht zu erstatten. -Bankier Mehrer stellte den Antrag, auch au die Regierung heranzntreten, nunmehr ihre Pflicht gegenüber den Glänbigern-- zu erfüllen. Amnfteich und der Kurs des Amnlen, Oed „Y. T." wird gsschyieben: Die Steigerung, die der Frankenkurs im Verlauf der Londoner Konferentz eöfahreu hat, enthchrt nach Ansicht der Pariser Bankwelt nicht nur jeder sachlichen Begründung, sondern ist auch durchaus unerwünscht geikowmen. Die höhere Büwertnng der svangösischen Valuta ist in Erwartung -der wirtschaftlichen Konsolidierung Mitteleuropas durch speikulatiloo Frankeuläuse an den, Auslandsbörsen bewirkt Worden. Die sra-nzöistsche Wirtschaft hat sich an der HaussÄ-ewegüug nichtbeteiligt und ketneswelgs ihr Guthaben in ausländischer Palnt-a in Franken umFöWandelt, wdil sie elineu Rückschlag für unvermeidlich hält, Der Fehlbetrag im Staatshaushalt, der von Senator Verenger auf 3/7 Milliarden Franken veranschlagt wird, zwingt die sranMfche Regierung dM, im Herbst neue' Kredite aufzunchmeu,' die sie nach der Lage der Dinge nur durch Schaffung gesetzlichen Geld-'s erhalten kann. Däbei ist der Notenumlauf bereits auf 40,5 Milliarden Franken gestiegen und liegt sonuit nur 500 Millionen Franken unter dem gefePichen Kontingent. . Die Kaufkraft des französischen Geldes hat sich trotz-der Fvanlkeuhausse nicht erhöht, sondern verringert. Der Großhandels! nbex, der sich seit April wieder.stetig nach oben bewegt,' ist im Juli von 474 auf 401 gestiegen. Trotzdem von einer Geldknapscheüt feinte Rche fein kann, zeigt der Kreditmarkt sine meEche Anfpan-nmtg, da die Bankett an 'den hohen Disfentfätzen feschalten. In der ersten JahrieshAifte bezifferten sich die Emilfsionen nur aus vttnd 3,5 gegen 8 Milliarden Franken im Vorjahr. Man gewinnt .den Eindruck, daß die Bank von Fraiekreich durch die Krediterfchwerung einer iteuen Entwertung des Franken vovzulbeügen sucht. Die weitere Entwicklung bleibt un- ' geklärt. Der Bedas ä^ausländischen Zahlungsmitteln muß sich; bei Beginn der Erntevewegnng ganz erheblich steigern. .Grvß-;1»|;^r h H, ’ Vv 'V^’ W v® nenyänden dtzr >WimsvMorge-uKeitM^, der hie BezugSgMhr für 1 Jahr im voraus bezahlt, erhält Außer d e r. I fl h r e s g e b ü h r sind für V e r s a,n,d s p e s e n des „G,r a e tz" noch ö. K. 85.000 zuentrichten 11 ¥ VTW. "Tg?Vg.V^ « 00

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