Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1988 (27.8.1924)
- Date
- 1924-08-27
- Page
- Seite 5 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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-kr. 1988 Men, Mittwoch Wiener Movaenzertuns. ' 27. August 1924 ’^r^r Seite » Sie Ueberprüfung der Brotyreises Mhatma 8a«dhi in Wien. Wie--wir erfahren, wird der indische Freiheitsapostsl Mahatma Gandhi auf seiner Reise nach Deutschland in den nächsten Tagen nach Wien kommen. Ob er in Wien vorübergehend Quartier nehmen oder nur durchreisen wird, ist noch nicht sicher. Die PSnilenten. Aberglaube im nordamerikanischen Bundesstaat Neu-Mexiko. „Manchester Guardian. Weekly" schreibt: Ueber den Hügel, umrahmt vom Mondschein, kommt ein Mann, der ein hölzernes Kreuz schleppt. Ueber seinem Kopf ist ein schwarzer Gack; an seinen Beinen sieht mail Ranken aus Kattusstacheln oder Stricke, die fest zusammengedreht sind, um den Blutkreisfaitf zn hemmen. Er stolpert, rafft sich von neuem auf, von Zeit zn. Zeit Schläge von hinter ihm kommenden Männern erhaltend. Die Leute hinter ihn: gehen im Gänsemarsch. In ihren Händen tragen sie die aus Aucca (Wamsnadel) mit ihren Sägezahnrädern gemachten Peitschen. Sie machen zwei Schritte und schwingen die Peitsche rückwärts über ihre Schultern. Blut fließt an ihren nackten Rücken herunter bei jedem Hieb ■ und durchtränkt den weißen Lendenschnrz. Bei jedem dritten Schritt wird die Prozedur des Selbstpeitschens wiederholt. Das ist die Geißelungszeremonie der Pönitenten von Neu-Mexiko, die für ihre Sünden, die sie im Lause des Jahres begangen haben, dadurch Buße tun, daß sie aus ihren Körpern ' die b ö sen Geister herausschinden. Der wehklagende Ton' des „Pito" — der kleinen roten Flöte — begleitet die Abscheu erweckende Tortur, indem sie immer nnd immer wieder ihre vier Noten mit zum Wahnsinn reizender Hartnäckigkeit wiederholt. Der Zivilisation ist es nicht gelungen, die Zeremonie der neu-mexikamschen Pöniten auszurotten. Kein Indianer i ft ein Pönitent. Eine große Anzahl Spanisch-Amerikaner Neu-Mexkkos gehört dazu. Wie viele, das weiß niemand bestimmt, man sagt aber, daß es nicht möglich ist, in einem Pömtentenland einen Pönitenten eines Verbrechens zn überführen oder schuldig zn sprechen, und daß kein anderer Politiker. als ein Pönitent in einer Pömtentengvafschaft gewählt werden kann. „Los hermanos de Lnz" (Brüder des Lichts) ist der offizielle Name der Organisation. Rainer, ein Eremit ans Perugia, soll ihr Gründer im Jahre 1260 gewesen sein. Er fand bald Anhänger in allen Teilen Italiens. Zeitweilig belief sich ihre Zahl auf 10.000, die von Banner und Kreuze tragende Priestern unchergesührt wurden. Bon Land zu LaW zogest sie, um Almosen bittend. Jahrhunderte hindurch bildeten sie eine Art intermittierenden Orden von Fanatikern, oft in Zeiten der Not hier und dort auftauchend. Im 16, und 17. Jahrhundert noch in Spanien und Norditalien bekannt, scheinen sie.jM'verschwunden zu sein, Abgesehen von der kleinen Schar, die Äch in Neu-Mex:ko lÄbk^ ' In diesem Jahre berichtete man von einem Todesfall infolge der Geißelung in Aquibi. Vielleicht wirb man nie darüber die Wahrheit erfahren; denn an der politischen Macht der Pönitenten scheint man nicht zweifeln zu können. Gerade so wie in Ku-Klux-Klan-Ländern im Süden ein Hervortreten in politischer Beziehung und sogar im gesellschaftlichen und geschäftlichen Leiben ohne Mitglied der Organisation zu sein, unmöglich ist, so gilt in Mexiko (gemeint ist Neu- Mexiko, das em Nordamerika n i scher Staat ist) das Gleiche in entlegenen Bezirken, deren Leben sich nicht verändert zu haben scheint, seitdem Onaie und de Bargas das ungeheure Gebiet für Spanien eroberten. Die Beherrschung des Landes durch die mexikanische Regierung rmd später durch die Regierung der Vereinigten .Staaten hat auf diese entlegenen Bezirke, die wenig zum praktischen amerikanischen Fortschritt, der sie umgibt, beigetragen haben, keinen Eindruck gemacht. Sie bleiben vom Klan-Geist und Fanatismus beseelt. Pelletier d'Llfh in Paris. Aus Paris wird uns gemeldet: Der Flieger Pelletier d'Oisy und sein Mechaniker Be sin, die Helden des Fernstluges Paris—Tokio, sind in Paris eingetroffey.ustd wurden auf dem Lyoner Bahnhof von einer vieltausendköpfigen Menschenmenge begeistert empfau \’u.,. ' Re Tattenmörderin Krüger gesteht eine ihrer Mordtaten. .Berlin, 26. August. Die Witwe Krüger, die, wie berichtet, unter dam Verdachte des dreifachen Gattenmordes v e rhaftet worden ist, hat ringest ander:, daß sie ihrem letzten Gatten nut einem Rasiermesser die Kehle durchschnitten hat. In den beiden anderen Fällen leugnet sie noch. Re Drahtseilbahn auf dar Naxplate"«. . Das Ministerium für Handel und Verkehr hat dem Ingenieur Herrmann, Präsident der Wiener Baukredit-Bank, im Vereine mit Ingenieur Moritz Oberhoff, Direktor der Firma Adolf Bleichen u. Co., in W i e n, und Oberbaurat Ingenieur Dr. techn. Ewald Bing, Mitglied des VerwältungZrates der Wiener Bankredit-Bank, die Bewilligung zn technischen Vorarbeiten für eine als Seilschwebebahn auszuführende Kleinbahn von Hirschüvang zu. einem geeigneten Punkt am Plateau der Raxalpe auf die Dauer eines Jahres erteilt. Wie verlautet, soll mit dein Bau im Frühjahre 1925 begonnen werden. Die Bahn wird von H i r s ch w a n g bis zum Ebenwald führen. Die Projektanten hoffen, daß die Bahn bereits im Herbste -b-c§ kommenden Jahres in Betrieb gesetzt werden kann. Die Gesamtführzeit vom Wiener Südbahnhof bis aufs Naxplateau wird etwa ziweieiivviertel Stunden in Anspruch nehmen. Die Kalkulation der Ankerbrotfabrik eckspricht nicht den tatsächlichen Verhältnissen. Das. Plenum der Preisprüfungsstelle hat Heftern nachmittags im Beisein von Vertretern des Bundeskanzleramtes, der Zentralpreisprüfungskommission und der Wirtschaftspolizei eingehend über die künftige Gestaltung des Brotpreises beraten. Bei diesem Anlässe wurde auch das von der Wirtschaftspolizei unter -Mitwirkung ihrer drei Sachverständigen zustande gekommene Erhebungsmaterial einer Erörterung unterzogen. Was die Revision in der A n k e r b r o t f a b r i k - A.-G. anlangt, so hat -die Wirtschaftspolizei auf Grund des Gutachtens ihrer Sachverständigen den Standpunkt vertreten, daß die. von dieser Fabrik vorgelegte Kalkulation in einzelnen Punkten den tatsächlichen Verhältnissen nicht entspricht, bei deren Berücksichtigung sich eine E r m ä ß i g u n g des Brotpreises um mindestens 2 7 0 K r o n e n pro Leib -ergeben müßte. Die PreisPrüfungSstelle hat beschlossen, im Einvernehmen mit der WirtschaftSPolizei weiter Revisionen in mittleren und kleineren Betrieben vorznnehmen, während das zum Zwecke der Beschleunigung der Begutachtung eingesetzte Subko-mitee die Ueberprüfung des von der Wirtschaft'spolizei übermittelten Erhebungsmateriales abzuschließen hat. Die von der Wirtschaftspolizei eingeholten Kalkulationen der anderen Brotfabriken werden ebenfalls einer gleichartigen Ueberprüfung unterzogen werden. * Neue Lohrrforverurrgn der Bäckergehilfen. Die Bäckergehilfen haben am Samstag den Brotfabriken und der Bäckergenofsenschast schriftlich mitgeteilt, daß sie eine-Lohnerhöhung von 10 Prozent fordern. Die Broterzeuger beschlossen den Gehilfen mitzuteilen, daß, insolange die verworrenen Verhältnisse im Bäckergewerbe andauern, von einer Erhöhung der Löhne nicht die Rede sein könne. Die volle Erfüllung der Lohnforderungen würde eine abermalige Erhöhung von 150 K. pro Laib nach sich ziehen. Dem Vernehmen nach wird die Gehilfenschaft ihre Forderungen wiederholen und deren Erfüllung an ein befristetes Ultimatum knüpfen. Re Lebensmittel. Bevorstehende namhafte Verteuerung der Fettpreise. Unter dem Einflüße der sprunghaften Anfwärtsbewegung auf dem gestrigen Lebendmarkte dürften sich auch Schweinefleisch und Fettproldukte in gleichem Ausmaß verteuern. Gestern kamen die Auswirkungen der Praisechöhungen auf dem Schweinemarkt vorläufig noch nicht zum Vorschein. Auf dem Naschmarkt, der gestern ziemlich ausreichend beschickt wurde, halben sich Spinat, und Gurken mäßig verteuert. Hingegen wurden Paradeiser, in denen ein Ueberfluß herrscht, verbilligt. Schöne Ware wurde von 2800 K. pro Kilogramm feil- -göboten. Alle anderen Gemüsesorten blichen' bei reger Nachfrage hn Preise unverändert. Der Obstmarkt bot auch gestern eine reichliche Auswahl. Zwetschken wurden neuerlich im Preise herabgesetzt. Die Eievpreise steigen Tag für Tag. Auf km Märkten zahlte man für frische Eier bis zu 1900 K. pro Stück. In den Bezirken wurden stellenweise 2000 K. pro Stück gefordert. Brrgarbeiterstreik in Steiermark. Graz, 26. August. Wie der „AGetterwille" meldet, sind die Bergarbeiter der Bergbaue in P i b e r st e t tt nnd Lankowitz mit einer Belegschaft von 800 Mann in den Ausstand getreten. Die Ursache des Streiks liegt in der von den Vertretern der Werksbesitzer anläßlich der am 22. b. in Graz abgehaltenen LohnVerhandlungen abgegebenen Erklärung, daß sie die Forderungen der Arbeiter zwar <m-erkennen, aber trotzdem keinerlei Lohne r h ö h n n g en zustimmen könnten. Re Gemeinde Wien nnd die „Llso"-Gesellschast. Zu der von uns gestern wiedergegebenen Mebdung eines MontaMattes über die Verbindung der Gemeinde Wien und 'der „Olso"-Lichtgesellschaft schreibt die Rathauskorrespondenz: Es Ist wahr, daß von den Wiener städtischen Gaswerken :y jüngster Zeit eine Bücherrevisiön durchgeführt wurde, da die Wiener städtischen Gaswerke entsprechend dem mit der „Olfo" geschlossenen Uebereinkommen zur UeberpriifuN-g der Geschäfts« gebarung berechtigt ist und die Städtischen Gaswerke von dieser Vertragsbestimmung pflichtgemäß feit dem Bestände des Uebereinkommens wiederholt Gebrauch gemacht haben und dies auch in Hinkunft tun werden. Frei erfunden ist die Mitteilung, daß durch dtz Bücherüberprüfung „ein Abgang von mehreren Milliarden" festgestellt und „haarsträubend e S ch l a m p e r e i e n" ausg-edeckt wurden. Die geschäftliche Verbindung zwischen d-en Städtische,: Gaswerken und der „Olso" bleibt nach wie vor aufrecht. Mit dieser Konstatierung ist allerdings die Verwendung von Stenergeldern durch die Gemeinde auch in diesem besonderen Falle nicht aufgeklärt. " Das Wetter. Eine grundlegende Besserung des Witteriingsch-arakters ist noch nicht in Sicht. Die Voraussage nl-ebdet: Veränderliches, kühles Wetter andauernd. WrrSelsturm in Louisiana. Paris, 26. August. Wie die Blätter aus New-Uor! melden, .hat in Louisiana ein Wirbelsturm eine Kirche zerstört, wobei zehn Personen ums Leben kamen und 22 verletzt wurden. Hochwasser in Norddeutschland. Königsberg, 25. August. Aus dem Landkreise König-» berg laufen allenthalben Meldungen über große Hochw a -s s e r s ch ü d e it ein. So wurde der Damm über den Mühlenteich bei Alt-Neuendorf zerstört. Zahlreiche Häuser und Gehöfte stehen unter Wasser. Beim Kentern eines Bootes sind drei Männer ertrunken. Aus. der Provinz laufen fortgesetzt Nachrichten über schwere Hochwasserschäden ein. Wie n, 27. August. * Tie Lebensmüden. Ain 28. d. hat sich in der Sicherheitswachkaserne des Polftrikonnn-issari-itcs Aiserg.uud. der Oberwach mann Franz Schmidt durch einen Scbnß aus isemer Dienst-Pistole, verm-utlich wecen Favv-lienzerwürfnisfe. .getötet. — Gestern wurde der Hills anbei irr Karl S ix in seiner Wc'hmnrg erhängt aufgchnnden. Er hat b:-c Tat wegen Krankheit begangen. * Ans der Jagd getötet. A,n 22. d. hat sich in der -Lsba-u ein tödliches Jagidnng-'ück ereignet. Die beider: Förster Johann Oberholer und Otto G luder er, der ans Sommer-irische aeweibt hat, gingen ans die Wftdeuteiis.vid. webe: durch SeWmtlMmg des Jagdgewehrs Obechosers tm Gestrüpp se'm Jagdg-esehrte G-'-nderer zn Tode getreten wurde. ' * Verhaftete Wiener Mädchen. Aus Korneuburg wird uns berichtet: Von der bieftgen Sicberhei.tspol.vze'i wn'vden in den Pankan'laigen drei ISjährige Mädchen ans-gegri>'ien. Sie gaiben bei ihrer Anhaltung an,.'vor ein-igen Tagen ans der Erziehnngsansiakt Eggenburg entwichen -ß sein. ' * Ueber zwei Milliarden für die Rettungsgesell schast gesammelt. Das bisherige Ergeibnis der Sammeltage der Wiener freiwilligen Rettnngsgesellschaft vom 1. und 2. Juni l. I. beträgt 2.4 3 3,2 9 6.8 3 3 Kronen. * Verhaftung von Pelzwarendieben. Wie belichtet, wurden in der Nacht znm 19. d. durch Einbruch aus dem Geschäfte des Petzwarerchänd-lers Adolf Portes in der Großen Schdffgasse, Pe-Pvaren im Werte von 150 Millionen gestohlen. Als Täter wurden nun die 20i äh eigen Julius Rosen berg e r, Max R o f e n z w e i g u nid Jenö R o b i n e r verhaftet. Der größte Teil der Beute'konnte zustandegebracht werten. * Eine neue Behandlung der englischen Krankheit. D e Gemeinde Wien hat über Betreiben der maßgoberchen Faktoren e^ine Höhe ns o nn e n st a tt o n für mchitWe Kinder errichtet, über deren Tätigkeit nun der erste ärztbiche Bericht vovlieiAt. Ir: der Station wurden bisher 80 an Rachitis erkrankte Kinder ungefähr 600 Bestrahlungen mit einer Lampe unterzogen. Der Erfolg war ln allen Fällen ein sehr günstiger. Es sollen, wie verlautet, solche Höhensonnenstatio neu auch bei den Jugendfürsorgeämtern in den etn-zÄnen Bezirken geschaffen werden. * Internationaler Fortbildungskurs über Tuberkulose. In der Zeit vom 9. bis 27. September d. I. wird für Aerzte des Inrvnd Auslandes ein InternationÄer Fortibi'ldnngskurs Wer Tüberk-ulose vom Professor Dr. E. Löwen st ein an der Wiener Universität abgchcrlten. * .Promenadenkonzert für die Hinterbliebenen der Katastrophe von Hart. Das Johann - Strauß - Orchester veranstaltet auf dem Heldenpkatz zugunsten der HinterblÄenen nach der Harter Bergwerkskaiastrvphe Sonntag den 31. d. um hall» 11 Uhr vormittags?m zv eites Kon-'rt * Todessinrz mit einem Fall'chirm. Aus Knnftauz wird gemeldet: Der L'.ut:garter Spe-r t.!:st im Ge manche des Fallschirmes, I. Leih, zeigte seine halsbrecherisch: Kunst bei einem Turnfeste. Nachdem der Pilot etwa 250 Dieter erreicht hatte, steuerte er dem Festplahe zu, um hier zu landen. Bei der herrschenden Windrichtung hätte er aber jedenfalls den Festplatz überfliegen und dann erst abspringeu müssen, um im Festplatz zu landen. Etwa 1000 Meter vor dem Festplatz löste sich Leltz vom Flugzeug los, ohne daß sich jedoch der Fallschirm geöfsnet hätte. Leitz stürzte im Königsbauquartier auf ein Dach und erlag einem Bruch der Wirbelsäule. - Kleine khronik. * Ein jüdisches pathologisches Institut in Polen. Dieser Tage wurde in Wawchau der Grundstein zu dem Ban des ersten jüdischen pathologischen Instituts in Polen gelegt. Das Gebäude wird auf dem Grundstück des jüdischen Spitals errichtet. Nachdem der Joint seinerzeit eine entsprechende Summe für das Institut gespendet hatte, wurde der Rest durch die Warschauer jüdischen Aerzte aufgebracht. (I. T. AZ * Die größte Jnsektensammlung der Welt. Die größte Jnsektensammlung der Welt besitzt das Britische Museum. Nach dreijähriger Avbeit ist die Katalogisierung vollzogen. Das Museum besitzt 1,118.000 Insekten, u. zw. 326.767 Schmetterlinge von 41.210 Arten, 398.000 Käfer von 67.300 Arten, Bienen, Wespen und Verwandte 19.608 Arten, Fliegen, Mücken usw. 7267 Arten, ferner nicht weniger als 3900 verschiedene Heuschreckenthpen. Die Sammlung hat _ zahlreiche Privatschenkungen in sich ausgenommen. Ein Stifter schenkte 230.000 Insekten, ein anderer eine Schmetterlingsammlung von 31.130 Exemplaren. > * Eine russische Gewehrkugel an Stelle eines Zahnes. Zu einem Preßburqer Zahnarzt kam ein Arbeiter und bat ihn, die Reste eines Hlnterzahnes zu entfernen. Der Arzt zog die Wurzel und fand an ihrer Stelle eine russische Gewehrkugel. Sie hatte sich während des Krieges in den Unterkiefer gebohrt. Jetzt erst, als sie nach auswärts zu dringen begann und. Schmerz verursachte, meldete sich der Arbeiter beim Arzt. * Zwanzig Morde einer russischen Wahrsagerin. In diesen Tagen wurde vom Moskauer Obergericht eine Frau Anastasija Permiakowa zum Tode verurteilt, die aus reiner MoMust mehr als zwanzig Frauen und^ Kinder getötet hat. Sie gründete in der Stadt Perm eine Räuberbande, die unter ihrer Führung eine große Anzahl von Räubereien ausführte, bei denen viele Gewalttaten verübt wurde::. Die Frau ließ sich dann in Perm als Wahrsagerin nieder. Viele ihrer Besucherinnen verschwanden ans geheimnisvolle Weise. Einmal war sie nach den^ Hause eines angesehenen Anwalts bestellt worden, weil die Tochter, die kurz vor der Verheiratung stand, ihre Zukunft wissen wollte. Die Wahrsagerin bat das Mädchen, sich umzudrehen und ihr Haar über den Nacken hochzunehmen, damit sie sehen könne, ob sie ein gewisses Glückzeichen hinten am Halse besäße. Als das Mädchen gehorchte, zog die Möredrin ein kleiues Beil unter ihrer Kleidung hervor und tötete sie mi: einem einzigen Schlage. Dann verließ sie unbemerkt das Haus. Der Tod des jungen Mädchens erregte aber großes Aufsehen und die Polizsi drang in die Behausung der Wahrsagerin. Man fand dort zchn lleme Aexte, die alle Flecken von Men^chen- . blut trugen, zwei Revolver und . eine Anzahl ^blntbesleckter Dlesser. Im Verlauf der Untersuchung wurden über jieansig Mordtlnen ernwardire! festgestellt, die sie an ihren BemchLriunen begangen hatte.