Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1977 (16.8.1924)
- Date
- 1924-08-16
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1977 Wen, SamStag Wienev MormenxertuttK. 16,° August 1904 Seite 7 Die gestrigen Spiele. Gestern fanden, iwtzdem die Saison erst begonnen hat, bereits zwei internationale Gfviett statt. Die Wiener Mannschaften er-ielten schöne Erfolge. Der Sportklub siegte überlegen und auch Ostmark konnte ein un-ntscliiedenes R-es-Mit erjielen. In einem lokalen Treffen — Hertha gab den Gegner ab — bewies Rapid feine Ate Form durch einen neuerlichen überlegenen Erfolg. R«pid—Hevtha 5:2 (1:1)« Hevtha-Platz, 7000 Zuschauer, Schiedsrichter Mandler. Rapid: Kollar; Schlosser, Regnard; Richter,, Brandstetter, Nietsch: Wessely, Hvfbüue.r, Kuthan, Baerer, Wondrak. Hertha: ZenwnPa; Nowak, Schrammots; Wsolek, ScheW, Koerm; Rosettdorf, Aratochwill, Sindelar, KaHch, Pouhokd. Dir HüttMörfer stießen in der jungen Herthamannschnft «lf einen harten Gegner, der sich verzweifelt wchvte. Das zeigt auch, schon das Halibzeftergeibnis von 1:1. Rapid war in dieser EpiÄtzeit, obwohl überlegen, keineswegs die bessere Manüschast. Jhöi Stürmer Welten sehr zerfahren, dlte Bert^Sigüng und die HaildeSrekhe erreichten ihre sonstige Form. Nach Seitenwechsel, oft überraschend gleich ju Beginn der zweite Treffer fiel» ging eA dann kam SchwWg in die Äa-nnlschqft -mck es wurde gut Lomibimiert. Nebenbei wurde auch fleißig geschossen. Dnvch güten Schuß taten sich besonders Hofbauer und Wessely hechür; Sehr gut' arbeiteten die beiden Flügelstürrner Wessely mO WiMbük und in der Deckungsve-ihe Ntetsch. Die VMM« gung war nach der. zweiten Halbzeit um vieles dessen Die gegmrMchen -Stürmer kamen selten Über sie hinaus. Bei den Favoritn-ern gefiel am besten das Jnmntrio. Auch die Deickungsveche^war: chis gegen Mitte:der zweiten SpielhAste gut und nur durch ihre scharfe Spielweffe verdarb sie. den , grtten Eindruck. Die beiden Verteidiger waren" sioßsichÄl/ begingen 'aber öfter technische Schnitzer. ZemeiMäin Torehielt eine Anzahl Mi»^ Schüsse sicher. .dtzr 96. MnNte ist Kuthan' im Allein- Mng für.dkß^iMtolÄorfer. evsolgre-ich. Obwohl Rapid im. Felde überlegen'ist, gelingt es den Favovibnern, in der 44. Müüte durch Neuhold ckuSzugleichen. Nach Seitenwechsel köpfet Hbf-» bau« einen ZentarballWondr-aks Wundeiffchön ein. Fünf Minuten später ist. Hofbauer auf eii-neN Fchlet Nowaks hin abermals erfolgreich. Rapid legt -ine drückende Uebevlegenheit an den Tag. Trotzdem gelingt es Sindelar, den Vorsprung Rapids durch einen Treffer, an dem Kollar stark mitbeteiligt ist, zu verringern. Nun legen sich die HMeldorfer wieder ins Zeug und... 'in der 26. Minute erzielt. Hchbauer durch einen Effmeterstoß, der wegen Hands gegeben wird, den vierten Treffer, Wessely stellt mit einem Volleyschuß — es war das schönste Tor des Tages — das Endergebnis her. Sportklub schlägt Bratislava 3:0 (0:0), Sportklub-Platz, 8500 Zuschauer, Schiedsrichter Paul. - Die spielstarke Gästemannschaft, die unseren Erstklassigen sonst immer einen schweren Gegner abgab, mußte gestern trotz guten Spieles 'ihrer Hintermannschaft eine empfindliche Niederlage in Kauf nehmen. Die Sporiklub-Verteidigung und Halvesreihe lieferten das gewohnt gute Spiel, während der Angriff nicht immer befriedigen konnte. Auch die Bratislavaer Stürmer boten eine matte Leistung. In der 14. Minute nach der Pause erzielt Pcrmmer nach einer torlosen Spielhäffte die Führung. Hans und Budm stellen das Endresultat her. Ostmark—Moravska Slavia (Brünn) 1:1 (isl). Ostmark-Platz 2000 Zuschauer, Schiedsrichter Vernarbt. Ostmark: Köhler, Weissenböck, Pichler, Fürst, Biber, Jawsch, Graf, Hosibauer HanS, Swobodä, Walter, Wohlmut.' Moravska. Mavia: Fleischm-ann, Wad. Mar'ck, Klein, jMrarik, Swobodü, Rekköris, Lizka, Krih, Obruza, Hemara. Die ermüdete Ostckarkmannschaft müßte den Tschechen während des größten Teiles des Spieles die Jnitiatwe überlassen. Trotzdem kann das unentschiedene Ergebnis nicht als ungerecht bezeichnet werden, da die Tschechen vor dem Tore sehr unsicher Waren. Ihre heften Leute hatten die Gäste in dem FlügÄstürMer Rsktoris, einem alten Prager Spieler, in Hetnala üNd in den beiden Verteidigern, von deüen der glatzköpfige Marik besonders gut gefiel. . ' . Bei den Wienern wäre in erster Linie der ausgezeichnete Mittelläufer Biber hervorzuheben. Jarosch spielte in der ersten Hälfte sehr gut, war aber NÜch dev Pause total fettig.; Fürst zeichnete sich wie gewöhnlich durch rohes Spiel aus und spielte schlecht.' Hw Verteidiger waren sehr unsicher, doch besserte der glünMde Tormann Köhler ülle ihre Fehler Ms. ' Das Spiel beginnt mitheftigen Angriffen bet Brunner, die bereits' in der 5.. Minute durch ObtM in die Führung khmmfn. Swoiboda^gleicht in'-dtt 36. Minute, cnrs. . Auch wach der Pause sind die Tschechen NeW im Angriff/ ohne über TveM erreichen zu können. Die zweite ^pMhälfte wzrtde wegen Ein» brechens der Dunkelheit in der 80. Minute beendet. Kommen de Län-erfpiele. -Nach einem .Beschluß -des Fifa-Kongresses Unt-erstchen tz Zukunft sämtliche Mnderspielabschvüsse de-r Geuchmigüng dei internationalen Verbandes. Wie von der F. I. F. A. mitgs teilt wird, sind vom internationalen Verband 'bereits folgende für die Saison 1AS4—25 in Aussicht genommene,Länk>erspieA 'genehmigt worden: 1934: 24. August in Helsingförs: Firm, land—Norwegen. 31. August in Berlin: Deutschland—Schwe, den. 14. September in Chrtstiania: Novwegen—lDänomcrrk 31. September in Stockholm: Schweden—Norwegen. 20L Sep 'tem'ber in Budapests. Ungarn—Deutschland. 6. Oktober i« Kopenhagen: Dänemark-Belgien. 11. Oktober in HÄsing« fotS: .Finnland—Polen. 6. November in Lüttich' Belgien- Luxemburg, 11. November in Brüssel: Belgien—Frankreich 1926: 15. Marg in Antwerpen: Belgien—Holland. 18. AprV 'in Amsterdam: 'Holland—Dänemark. 8. iMai in Amstevdamj Holland—Belgien. 21. Mai in Papis: Frankreich-England Im weiteren sind noch folgende Länderspiele mit unbestimm« tem Termin angemeldet und genehmigt worden: Spanien— PortugE, SPanien-^iFtalten, Spanien—Oesterreich, Schweiz —Spanien, Jugoslawien—Cschecho-SloWakeä, Jugoslawien- Rumänien, Jngoslawien—Oesterreich. Ein Sportklub Hakoah in Berlin. Nach dem Beispiel der takoah Wien hat sich vor etwa zwei Monaten in Berlin ein Portklub Hakoah gelbildet. Der Sportklub soll schon heute über eine spielstarke Fußballmannschaft verfügen. Der Landerkampf Tschecho-Slowakei^-Jugoslajvien gelangt zum erstenmal am Samstag den 23. August-in Prag Mr. Austragung. __ NettungswettHeworV. Di» Gemeinde Kritzenddtf schreibt itt GeM-eiNschÄst E ihrem StrSttdbsd-ReMngsköchs fvlgenden Wettbewech MS, der Sonntag, den 17. d. um halb 3 ilhr nachmittags im Strandbad Kritzendrwf abgchalten Wird. Für die drei Besten sind Ehrenpreise ausgesetzt. Der R-ettungsbewerb findet bei jeder Witterung statt. Die Durchführnngsbesttmmutltzeü sind: Der „Ertrinkende" hält sich an einer im StröM verankertest Zille fest. Et Hai dem „Retter" weder Widerstand zu leisten, noch dürch Schwimmbewegungen (mit den Beinen) die Rettung zu erleichtern. Der Retter stellt sich M Aüfrnf an den Start- Er ist Mit Schwimmhose, Socken, Halbschuhen» Hemd,, Höfe UM Rock bekleidet. Auf den Befchl „Los!" kann er ent-, Woder in Kleidern oder nach tsilweistM Abwerftn derselben Miels Flüchfprüng abgchen- Vorschrift ist eine GchwynDMt,' die dM ' Nsiter gestattet, den Ertrinkenden dauernd pr^ beob-. ächten. Der Ertrinkende ist Mit HtlMWngvisif zu evfassest,Dd zü transportieren. Auf ein bestimmtes, voM gegebenes Zeichen.ist der Griff z«, Weiseln und^der^^ Ms Wr '.mit Kopfgriff in RÜNntaD' za'. WEWgEDU- £$ Der ZielriWr^ruft bei Berührung des Ufers durch'die Hand MS. NettKs '„Ark^ . breit mzrxmmm «achdrrrck Vorbehalten. , 47. Fortsetzung. ,/Buur —Buw" ging der Kampf in der zweiten Spwl- Wfte'/ ^Ha.mpton Billa spielte vielleicht ansgEugeilleven Fußball, abe-r Geschicklichkeit im M'usterzeichnen auf dem grünen Rasen brachte ihnen nichts'«tu. Wie ein Tvöfaner kämpfte der Mohe Bill Äennie,"der Mau.fhörlich, Raids auf das MÜa-Goab unternahm.. Bon seinem Fuß kamen Schuß auf Schuss, die aber alle neben oder über das Tor gingen, und jedesmal, wenn er danebenschoß, sah manwie er -vor Äevger mit den Fingernknipste. Die Minuten verflogen und es schien, als vb der harte Kampf unentschieden enden sollte. Noch ein Goal zu, bekonttneir, -schien ganz unmöglich zu sein. Noch fehlten fünf M'nruten bi's zum Schluss, da gab der Schiedsrichter einen Freistoß für Hollywood. Rasch HM der Ball von Warr-iner zu Walter Bell. Der-NüHvl- Utann war sich der Dringlichkeit der Situation bewusst und verschwendete feilte Zeit in kunstvollen Manövern auf der Ontlinie, sondern schoss prompt imd direkt ans das Goal. Wie ein Mensch gewo'vdener Hurrikan 'stürmte LeMie heran, um -dem Ball zu begegnen. Ssin rechter Guss traf >den .Ball. «mit einem dn-mpsen Dröhnen,' das man auf 'der Tribüne hören, kmute. . Der Ball war wie ein brauner Blitzschlag. Keines Menschen Hände hätten ihn hatten Äinnen. Nur sechs Zoll tiefer und Lennie wäre unter -den - enHusiastischen Äma-vnm'ngen feiner 'Gefährten erdrückt worden. ' . Diese sechs Zoll jedoch machten einen grossen Unterschied aus — den Unterschied zwischen Triumph und EnP- Täuschung. Das Leder sauste. Wer die Quevstange, und als unmittelbar darauf das Spiel abgepfiffen wurde, sah Bill Lennie aus wie der unglücklichste Mensch au>f der gjartzsn weiten Welt. Der große Bill hatte jedoch einmal sein Wort gegeben -und das Schicksal entschied, daß er es halten solle. Das Nachspiel fand am 'lomulenpen DonneMag agn Matze der Wanderers statt und unter den Zuschauern befanden sich Dick und Margerh. Wieder spielte Lennie als,Zen-terftürmer und er erz,ielte das einzige Goal des Tages mit einem geschickt von der Mitte bis nahe vor das feindliche Tor gedribbetten Ball. Sofort fielen seine Gefährten über ihn her und begruben ihn unter ihrer A'mrtkennung. Sogar Wallis verließ sein Tor, um daran teilzunthmen. Da es ihm nicht gelang, in die Nahe des Schützen zu lkouimen, der langsam, aber sicher eristickte, schoß er. um seiner Freude auch Raum zu lassen, ein paar PnrzMäume.? Ms man dem grossen Bill endlich gestattete, aufzustehett, sah er in die Richtung, wo Marr unter den Zuschauern saß, und hob die Hand. Er haite sein Wort gehalten. . 9. Kapitel. Am Vorabend des grossen Ereignisses. ' Die Hollywood-ManUschaft war zu einer Konferenz zusammenge-tretsn. Gin Ministervat, der über die europäische Krise 'beraten wollte, konnte nicht mit mehr Würde und Feierlichkeit abgehältett werden als diese Versammlung der Fußballer. Tatsächlich hing ja auch von dieser Versammlung,. soweit i&ei Mann auf der Straße in Frage kam, viel mehr abals von sämtlichen Miuisterratsvievsammlungen, die je in Downing Street getagt hatten. Nichts Geringeres stand ans der Tagesördnurrg dieser Konferenz als der. Mionspsan für das Cupftnale, welches qm übernächsten Tage ausgetragen werden sollte. - An wenigen Wochen war Hollywood zu schwindelnder Höhr MporHesti'egen und sein Ruf wiederhallte in der ganzen fuMllspiettnden Welt. Lennies .siegbringendes Goäl im SMifinale hatte jeden einzelnen Mann der Elf zu einei nationalen Berühmtheit Mteimpelt. Ihre Photographien erschienen überall. Gin geschickter, junger Zeittrngs-männ Mit einer' BoMM ftir sensationelle Überschriften hatte sich die „nordischen KampMhne" getauft, und Mi; Bezeichnung-,MM -haÄi) PopMr. Cs schien, uuglatdblich, daß^ sich in so., kurzer Zest so viel ereignethaben soltft. Vor zwei Monaten hatte der Klub noch Um seine Existenz gekänrpft; jetzt ubeöLot sich die gesa-mke Spo-rtw-slk darin, die' berühmte Elf zu ehren. Die vierzehn Spieler -waren gerade von ihrem Spezialtraining in Rockborough zurückgekehrt, wo sie Ballpraxis abwechselnd mit TWerlauf und Springen geübt hatM. Einem großen Ewignis geht immer eine hochgraldige nervöse Spannung voraus, und man konnte merken, dass die Spannung auf die «jüngeren Mitglieder des Tea>ms ihre Wirkung nicht verfehlte. Trotzdem -konnte sich Sam Hollister — welcher ein so völlig anderer Mensch geworden war, daß er sich isogar einen neuen Hut kaufte — über sie nicht beklagen. Unter der aiffmerksamen und taktvollen Obhut Ben Warriners gehörch!en sie allen. Befehlen- und gingen jeden Abend pünktlich um 10 Uhr zu Bett. In dieser Zeit blickten sie zu Ben Warriner empör wie Kinder zu ihrem Vater. Es gab keim Fußball- Mannschaft im ganzen Lande, welche dom Manne, der sie führte, so viel verdankte, wie Hollywood ihrem Bert Warriner. Aus dem Felde ein genialer Führer, genoß er überdies dü Pevfönlich>e Achtung und Freundschaft eines jeden Mitgliedes seiner Mannschaft. Seine Ratschläge waren gerade jetzt von besonderem Wert, denn Ben war schon früher „dabei gewesen" bei dem nervenerschüttern-. den, großen Ereignis, -dem Eupfinal-e. Dick Marx saß zwischen den anderen Spielern und hörte aufn:-erksam den Worten des alten Internatio-nalen. zu. Jetzt verstand er auch, warum Hollywood das Unglaubliche vollbringen könnte. Es war dieiser kleine, vierschrötige Mann mit 'dem vollen, immer lächelnden Gesicht, der sie soweit gebracht hatte, -der nienmls eine Niederlage zugegeben hätte, wenn sie auch noch so dräuend^ und sche'inhckr unvermeidlich war. Der junge kulttvierte Oxfordstudent war stolz darauf, daß dieiser ehemalige Kohlen-bergarbeiter ihn Freund nannte. „Ihr müsst euch immer und immer.-wieder sagen, dass ihr die bessere Mannschaft seid," 'wiederholte Warriner, „und daß ihr gewinnen müßt. Wenn ihr euch das imaufhövlich sagt, werdet ihr fest 'daran glauben, und ich will, daß ihr fest und unerschütterlich an euren Sieg glaubt. . Vertrauen zu sich selbst hat gerade im E-uPfinale mehr -und auLschlaM'beudere Bedeutung, als bei irgend einer anderen -Mogenheit. Beide Seiten sind natürlich nervös; das ist selbstverständlich nicht anders zu erwarten. Aber vergesset eines nicht: Die Mannschaft, -weche weniger, nervös -ist, wird to-tsicher das erste Goal schießen. Und ich muß euch nicht erst sagen, ivas es bedeutet, in: Finale das cf'-: tz-oai zu erzielen!" (Fortsetzung folüt.)