Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1972 (11.8.1924)
- Date
- 1924-08-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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krfen: ^nm'Abholen in der Expedition. JI. Tjabör str. 1-3, »der in emerVerscWelsbtelle [Trafik) monatl., K 40.000 Stra§senverl»uf in Mo» durch die Kolportcuffe der Pinna Goldschmied, 1. Bez., Wollzeile U Mit Postversand für Wien u. Oesterr* monatl. K 40.000 Ts che cK o-S 1 owa k ei: Mop."K18: jnsr°*l*wien. Mon. DinarßO.Pol e n: Mob. 31/» Zloty, D e n t s ch 1 an d: Mon.Goldrpark4, F r ank r., Belgien: Mon. Frcs. 12 | Preis K 14001 England: Mon,4 Schilling-, Itallen:.Monptl» 12 Lire, R ümänien Mon. ISO Lei, Bul garienMon. 80 Lewa. Schwe iz und das übrige Ausland - monatlich Frcs. 4 Redaktionu.AdministratioD Wien, II., Taborstrassei—3 Nach x.ahlun gen "WW ket Preiaerhohmi?« n vnr-beViaHen Telephone: 44^-38,43-3-19, ab 6 Uhr abds, 21-102,25-282 IX. UnlversHätsstir. 6—8 Druckerei Stelnmaim Oesterreichisches Postspar * kassen-Konto Nr. 150.693 m*1 Rr. 1972 London, 10. August. Me der Sonderberichterstatter des Wolfffchen Bureaus erfährt, ist gestern in später Abendstunde eine R e g e l n n g der A m n e st i e f r ä g1 zuftaudegerömnien. Bon der Amnestie bleiben nur diejenigen Personen ansgeschlossen, die Verbrechett mit tödlichem Erfolg begangen haben. Das Juristen komitee hat sich auf den Standpunkt Mai.donalds gestellt, daß in der Amnestiefrage ein energischer Strich d n r ch d»t V erg an genheit gemacht iverden müsse. Krgahrgang London, 11. August. Das von der Reparationsk v m >m i flsi orn *nnd dem RoiWkanzl^r Dri M a r x untAHerichnete Pr0t0io11 wuche' Mae Donald m seiWr Gilgenschast als Päsident d'er 'Ko-nferenz Äbeivmi-tM. -' Pmis, 10. August. Der frühere Handelsmmister und Abgeordnete L o uch e u r »ist heute' nach . L an d 0 na bg^e reist. Berlin, 11. zu Kv'MWMH.i'.st-e-n, wobei es ans.'beiden- Seiten •$'«$> L e tz t e gvb . Nach' einer naGn-ittags staMfüstdenen kom- «mniistrschen. BechmrmAng, in der'-Äe ''jüngsten 'Po-rköMwisse bei dem StaatrsgerichtHof erörtert wn-chm, zogen' did DeÄnechmer durch die Straßen, was He Polizei zu verhln* Hrn suchte. Ein besonders ra-biMr- (!)'. ,Ber!fa..--m.'.imlu « g s t e i l -n e h m e r sollte verhaftet werden, j -wollte aber flüchten. (!) Ein Polizist s ch oß nach und verletzte ihn so Mver, daß er aus dem Wige in das Krackenihaus star d. Es. wurden mehrere Verhaftung e'-n vöv- Mommerr, ... - Magdeburg, 11. August. In der vergangenen Nacht dldach aus dem- ^Gelände des! .G üte rbahnh'o fe §'' ein Maßes» Feuer aus, das einen dreisMigen. Speicher völlig vernichtete. Im 'Speicher lagerten viele, tausend .Zentner Hafer, .Roggen, und Melasse.- Der - angerichtete er ne Milli0n GoldmarE. - *'■ Mi«. Mamas. M Zugoflawifch-mmiinifche Fnter ventirm gegen Bulgarisn. Wegen Verletzung, AM^en'K-ertVages. - .(Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Belgräd, 11. AugusL Zwischen der jugoslawis,ch e n rmd>. r u.m ä n i s ch e» Rrgierupg - ist ein.Meinung s a u s t a «sch über v:«nen^ ge me i n s amen <2chritt bot-.den--M-tzm8chbe«vregeg Verletzung des. F r i e dens Vertrages v 0 )v N e u i l l y durch Bulgarien im, Gange. Dir rumänische Regierung hat nmrmchr nach Belgrad die Anttvort gesendetsie stimme mit der fugoslalvischen Regierung darin iiSerein, daß Bülgavien^kein Recht habe, seine regulären Trugen zu vermehren. Die rumänische Regierung Witt dahergemeinsam mit Jugoslawien hei der Alliiertenkommifsivv in Soßa. sowie bei der Botschasterkonserenz in London diesbezüglich intervenieren. Paris, 10. August. (Havas.) Die Blätter unelden aus Athen'x Dä die NnruhH an der griechisch-bulzarischen Grenze sich verschärfen, hat Griechenlanv nach S o,f i a e i n U l't i w a t u m g e schick t, worin von dem BeschlNß des griechischen^ Gemralstabs Mitteilung gemacht wich,- die Komitatschibanden ans bulgarischemrGWet^Verfölgen: " 7 Bregenz,. 10. August., GcneralkainMissär. Dp. Z.i mm e rtn an.hat.hcnte^^ gelegentlich seines...kurzen Aufenthaltes - in. Vorarlberg dem Bundeskanzler. Dr. Serpdl in Mehreran einen Besuch abgest'attet. ... _ . Resorm des Ausgleichrverfahtens. Wie' ein.- Montagfrühblatt aus'^dem Justiznnnisterium erfährt, hat' dieses eine N 0 v ell e 'zum Gesetz .über düs - Ausgleichs- und das K 0 n k u r.s v ersah re n, fertiggestellt, die vom Milüsterrat approhiert wurde uttb j bereits.in ^den .ersten Tagen der Herbstsession dem Naf tivnalrat zur. Beschlußfassung vorgelegt werden wird.! Die wichtigsten Bestimmungen ' des neuen' Gesetzes - sind: 1. . Die untere Grenze her vom Schuldner , beantrag- ' tcn Mindestguote wird von '25 Prozent ' aus 35 Prozent hinanfgcsctzt.> ...... ...; : i- 2. Wenn .ein eingebrachter Antragzurückgenommen' wurde, kann er nur nach Ablauf von weiteren sechs Monaten wieder.eingebracht werden. '! 3. Die Stundung der Zahlung der Gebühren Verfahrens wird eingeschränkt.' . ■<; ( . 4. ,£>ic Ilnsglcichskosmnissüre bekommcri freiere Hand, um bei HcststMrug. einer strafbaren' .Hnndltlng gegen den G.emei'u.schMn.tzr'; eMpchchend - vorzügehchr. . - \ ' " HiNe Neihe von Besüuunungen wird es. üninöglH i machen/ ' daß dct ' Attttäg ' auf. Äinlcitnng^des Ausgleichs-; Verfahrens als Moratorium mlsgewertetwerden könnte-. —st. WWt WM Der? Ministernat genehMgt die Hnltnng -‘w' : .'M..tzD-r-iost .und Kriegsminister! Nollet Wen sich um drorviertel 9 ttfjjt Mnbs Mch London zükückbegeben; eine Stnnde vorher wgr auch Finanzminifter E l e m e «t e l nach Londvtt.Mückgifahrey. -V'.. Paxid, ly. August. (HavasDUtber die Berätüngen des Ministerrates, die bis in die. Morgenstunden währten, würden z tv e i' M it t ei ln n gen ausgegeben. .7^'-.2ste'ersft' von 1 Uhr früh besagt: In dem unter Borsitz des Präsideuien Doumergue abgehaltenen Mini- ^terrat gah^^ Wnisterpräsident Herr io tinUebereinsttmmung mit Fmänzminister C l e m e n t e.l und MtzgS- Minisier N o ll e t eine ins einzelM gehende Darstellung sämtlichere Probleme -er Londoner Konferenz. Nach einer kurzen,Unttrbrechung, die der Minifftrpräsidestt und der Äriegs.mittister dazu benützten, um sich mit Marschall. Fach zu besprechen, nahm Herrwt sein Exposee wieder auf. \; i'Qjfe zweite Mitteilung berichtet: Der Ministerrat war M7L)Ährv3h-'Mi«iiien motgens zu EM. Er genehm i g^t e MstiMmig hie von Herriot dargelegen B e d i ngu n ge », unter' denen die Äechanhlmigen geführt -werden. '.: - - Keine Diskussion üben die Nämmms. ' ' Päri% 10. August.' Die Ägenee Hüvgs Ott Mtt:- Die franMsche Regierung ist ln Uebereinstichmüng 'mit den Delegierte« der aMren Verbündeten der Ansicht, Hitz bie Frage der militaüschm Räumung dds Ruhrßebietes von der Konferenz, die für digsen Gegenstand.nn- .znstW^^. ist>. .tzicht aufgerollt werden kann. Minister- Präsident H eH io t, der Muss wie der frühere MinWt- Präsident -P 0 i n carewiederholt erklärt hat, die Riiunstünß' würde:eine der Folgen der Durchstihrüng Hs' ^H aM e s - P l a n e s sein und . unter gewissen Umständen erfolgen, : bleibt seinen Berpfttchtüngen treu. Es ist offmstWch. Hiß. die Verwirklichung der Räumung den Sicher- ' lAMfaMen^. die Frankreich und Belgien fordern Üerechtigt sind, Rechnung tragen d wird. Marschall Foch hat -dep' Wn-Pünft. Hcrviots und NoÄcts vollständig ge- Aadil in We«.^ Bugrad, 9. August. Di^ BaüsMpMeL hat^ Mchvichjet^ drha'ltech' 'dasz StepHü Rad i.e.m Wien emgetrosfeüsei. Ääch?den MMungen ilvitd sich Radie - in einen. BchvoA "KegMn Wh KepnäK nach Agwm ^tvückkehrem ' . ...v .in WA. .'k.-'!.'MekMrlaütet, sollen schon in Mn nächsten Tagen bfe .MleMteM des Völkervundrütes" Niem a h er, Pa r- WZnPer- Biorchtni, Jansen, Pospischil Und D ü b 0 i s. in Wien Mtrefsen. '■% ' Diese, mit der Prüfnttg)d<8'öMrreichischcn Htaatsbübgets und der "Untersuchung der Ä-i r t.sch aftslag e btträute Kömmifsiou des DölkerbuMates wird mit den hiesigen' Vertretern von MuM unü per HMMM WUM schBW. .i e n, 11. August. Heldenfeier. — Der englisch-russische Vertrag. —/.Der - , Minister und der GnmdsM Strllgestandett! . Aiimd. gchsttten!'...- Zum - Geb'etf ' Porigen Sontag klang, dieser Kommandoruf'durch: .ganz' Deutschland. Man. feierte den zehnjährigen Gedenktag, des Beginnes des'großen-Krieges- und'das Andenken der.gefallenen Helden.. Ein phantasiereicher Kopf hätteden Plan ausgedacht,..alle-Deutschen zU. gleicher Zeit Und.zwei Ntinuten läng.schweigen.^zu lassest, als^Wrung. für die Kriegsopfer. Schade, daß der Mann nichtzehv Jahre, früher mit seinem Plan gekommen-ist. Hätten Preutzeüs Generale, Minister und Politiker.- statt im^ Zähre 1924 bereits im Jahre.19M das Maul .gehalten,' wäre urts allen bedeutend, Wohles '. E^> hätte keinen^ scheußlichen Krieg und keine.noch, scheußlicheren K^iegsseiern gegeben. Den - Schaden 'hätten nüv'die. Mirmer . gehgbt, deren,Speiszettäl-um, einige Millionen junger H^Nenleiber äriner. - MvorÄest, ,wKp. '. Nun -aher^ Myhen"M'ö'ch;.M'-alwn^ZatW^WpW^d^^,: an. grünen .Tischen.ünd.'Hch'beladLnen^Täfäln Mend, Millionen.inwen Tod'getrieben haben,, die Minister und Generale Deutschlands , und mitten u,nwr ihnen , der seifte ' Sattlergehilfe Ebe,rt/ der brave sozialdewokräti-s'che Platzhalter für ' den kommenden Preußenkönig, und. glotzten mit kälten Augen zur Erde, welche ihre Opfer birgt.' Sie wollten Rührung andetüen, Ergriffenheit, brachten es aber nur bis zum Aerger und'zur Wut -über das verlorene Kriegsspiel. ... Dabei gab es noch einen vergnüglichen. Zwischenfall. Die Juden wären, von der. Feier'ausgeschlossen, Katholische und . protestantische. Geistliche, durften' Ansprachen Hallen,.' Rabbiner - nicht. Darob große Verzweiflung in der deutschen Judenschaft, und . sie gingen hin und feierten justament ihre, eigene'jüdische Hewenfeier. Ob das die richtige Antwort auf die äntisemitische Büberei des Herrn Reichspräsidenten und seilws Klüngels war, ist wirklich zu-bezweifeln. Statt die jüdische Jugend auf den Friedhof zu schleppen.und ihr dort eine Kopie der- .offiziellen Gedenkfeier der Menschenschlächterei vorzuführen, wäre es' richtiger gewesen, sie:zu versammeln und ihr die abgrundtiefe iGeMeinheit^ und Lasterhaftigkeit des Militarismus ünd seiner Verkünder vor Augen zu führen.' : . .' Die englische Regierung hat den Vertrag mit Rußland abgeschlossen. Sie hat kurzerhand den Rlrssen drei Viertel des Betrages, welchen die zaristische Regierung von England als Darlehen ' genommen hatte, nachgelassen. Wegen dieser Streichung ist .es zu einem großen Geschrei in einem Teile der kapitalistischen Presse Englands gekommen, hesonders heftig geht es .-aber in der französischen Oeffentlichkeit-zu:. Die-Fran- -zosen haben nämlich den Russen noch viel, Vieh m^hr geborgt. Es gibt keinen - französischen Rentner,, der nicht ^ein wickes Bündel russischer .Anleihepapiereim Kasten .hätte, aber auch keinen, der sich nicht in dem süßen -Traume wiegew würde, schließlich und endlich doch zu 'seinem Gelde zu korninen. Keine französische Regierung -hat es.gewagt, diesen. Traum .'zu stören,.und jede hat 'feierlich erklärt, daß'ein'Verhandeln mit der Sowjetregierung insolange . arrsgeschlossen sei, ' als sich die Russen nicht zur vollen Änerkennung der Staatsschuld ' entschließen. Nun gehen wiese verfluchten Engländer her und machen einen dicken Strich durch die Rechnung :'ünd schenken, den? Moskäüer - Räubern etliche Dutzend Milliarden. Unerhört! Man ist entrüstet, man schimpft und schreit und wird schließlich und endlich, das Meichk tun müssen. Die Engländer habew einfach das, getan . Was jeder kluge Käüfmäün stltn muß, wenn er seiln Bücher in Ordnung bringen will. Sie haben, frei vor Mr Sentimalität, einen faulen uneinbringlicher P ostet: gestrichen und durch dieses Opfer, welches it \ AttrkliMt gsx keines K eine VMindmrg zur beste;