Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1970 (9.8.1924)
- Date
- 1924-08-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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20groml Wien: Zum Abholen in der Expedition, vl. Taborstr. i*3f oder ln einerVerschleisstelle (Trafik) mo-natl. K 40.000 Strassenverkv-uf in Wien durch die Ko’porteure der Firma Goldschmied, *• Bez.» Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien u. Oesterr. monatl. K 40.000 Tachech o• S 1 owak e 1 Mon. K18. fugoslawien; Mon.DinarßO. Polen:Mon. 3Vf Zloty, Deutschland: Mon. Goldmark 4, Fr an kr., Belgien: Mon. Frcs. 12 N»oh*«hlan jre n "VÜ M Prelierhöhnnjen vorbanaltM Nk. 1970 51 SICH E RN SI E SICH 1 WfeRipfeN SIE J AH RE ABONNENT - Ay | Preis K14QO | .< v{... England:.Mon,4Schilling, '■^^-4tallen: Monat!» 12 l-ire, '^Rumänien Mon. 150 Lei, .^Bulgarien Mon»80 Lewa. '■('S chwe iz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 4 Redaktion u. Administration Wien, II., TaborstrasBel—3 Telephone: 44-0-38,43-3-19, •b 6 Uhr abds. 21-102,25-282 IX. Uni versitätsstr. 6—8 (Druckerei Steinmann Mm. Samstag. 9. August 1924 Oesterreiehischea Postaparkassen-Konto Nr. 150.693!. FllHrgaug La Fallette ist seines Sieges Wer. Das Borspiel zur amerilauischm PrWdmtenwaHl. — Bestürzung in repuManischen Kreisen. der erste Verlust der Demokraten. (Etgendienft der „Wiener Morgenzeitung".) New-Zork. 8. August. Senator La F o! I e 11 e hat anläßlich des letzten Beschlusses der Arbeite rsöderati o n, die pvogrejssistrsche Kandidatenliste zu u-nter- Mtzen, an den Präsidenten dev Föderation, Samuel Gompers, ein Danktelegva-mm gerichtet. „Mit der Hilfe der organisierten Arbeiterschaft, der Farmer, Geschäftsleute uind aller Bürger,, die die Macht eigennütziger Interessen Wer die Regierung brechen wollen," heißt es in der Depesche La Folletes, ,chin ich sicher, daß wir gewinnen werden". ' In repubilikauischen Kreisen hat der Beschluß der AUbeiterföderation, die Arbeiterstämmen „La Follette zuzuführen, Bestürzung erweckt. Man war in dem vepuWKanifchen Lager der Meinung, daß Samuel Gommers feiner alten Talltik gemäß) die Stimmen der Arbeiterschaft zu annähernd gleichen Teilen der repuManischen und der demokratischen Liste zufallen lassen wird. Der Einfluß Gompers unterlag jedoch diiesmal dem Willen der jüngeren Führer in der Arbetterföderation. Der populäre demokratische Gouverneur des Staates New-Aork, Alfred Smith, Hat gestern die Erklärung abgegeben, sich nicht neuerlich um die Gander n e u r st e l l e zu bewerben. Der demokratische Präsidentschaftskandidat, Davis, bemühte sich, den Gouverneur von feinem. Entschluß abzubringen, aber vergeblich. In demokratischen Kreisen wird der Ausfall des Gouverneurs Smith als demokratischen Wählmachrrs in dem wichtigen Staate New-Zork als schwerer Verlust empfunden. Bereinigte Staaten von Der international« Transportarbeiterkongreß für die Propaganda dieser Idee. '; .internationale TransportarvejterlÄkDß hat heute /«i n^t W m t g Wen Antra g der französi s che« See l e u t e an genommen,' der die Propagierung der Idee der Bereinigten Staatenvon Europa verlangt. Ben Till et (England) setzte sich lebhaft für den Antrag ein, wenn auch der Plan heute noch utopisch sei. MedereinfWum der AgrarMe in Jeutschlond. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Berlin, 8. August.. Der Rei chs r.a t 'hat heute.unter dem Vorsitze des ReichsmiMsters JarreL den wichtigen Beschluß gefaßt, die Agrar zolle, die zu Kriegsbeil, inn für lebenswichtige Artikel, wie Kartoffel, Getreide, Vieh und Fleisch ausgehoben wurden, wieder ein Zufuhren. ___■" 1 Jer Lausonner Vertrag in Kraft getreten. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 8. August. Das „Fowign offiee" teilt mit, daß der L a u s a n n e r Vertrag . gestern in Kraft getreten ist. da drei der alliierten Mächte, nämlich England, Italien und Japan den Vertrag ratifiziert haben. Frankreich dagegen hat die Ratifikationnoch nicht vorgenommen. __ (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Budapest, 8. August. Die Rachnnttagsblätter berichten, daß Ra-die über Ungarn nach Jugoslawien znrückk ehren werde. Angeblich traf in Budapest der kroatische Banernparteiabgeordnete Kossutie wie einem diplomatischen Paß für Radie ein. ■; , , . -: : , Dir «naarischen Staatsbahne» bankrott? . (Eigendienst der „Wiener Msorgenzeitung".)^ Budapest, 8. August. ,,Az Ujsag" zufolge' stehen die ungarischen Staatsbahnen unmittelbar vor dem finanziell e nZ u s a-m m'e n b r u ch. Als die Staatsbahnen zur 'T.avi!jer.stellnng ans der. G.oldb as i Z übergingen, tvnrde ein' ÄttÄMtpräälable anfgestell-t, welches' Ja>h.reseiunähmen in der Höhe von 182,000.000' Goldkronen und Ausgaben yon 179,000.000 Goldkronen vorsah. Es steht bereits fest/ daß tzsxfec Voranschlag nicht annähernd verwirklicht werden kann. Sämtliche Sanierrmgsversnche und.Beratungen sinr Haudelsministerinm sind dem Blatte zufolge ergebnislos geblieben, so daß der größte Staatsbetrieb Ungarns vor deytz Bankerott steht. Der Streit im Dambrowaer Gebiet beendet. Wr r'chau, 8. August. (P. T. A.) Der- Streik im Dombrowaer Revier ist beendet. Alle Arbeiter haben die Arbeit wieder ausgenommen. t - , Paris» ÜripttüfL‘ 5^t'^outnaf meldet ,, aus, Madrid : Beim Verlassen des, königlichenPälastes' erklärte Primo de R i v e r a Pressevertretern gegenüber, das Direktorium werde auf seinem P o st e n v e r h a rr e n. Tie gegenwärtige Art der Preisfestsetzung unzeitgemäß. Gestern nachmittags hat in der Preisprüfungsstelle die im Aufträge der Negierung anberaumte Beratung über die beiden letzten B r o t p r ei s erhöh u ng en stattgeslniden. Bei der eingehenden Aussprache wurde von mehreren Seiten die gegenwärtige Art der Preisfestsetzung als unzeitgemäß und durch die wirtschaftlichen Verhältnisse überholt -bezeichnet. Nachdrückllichst wurde auch die Forderung vertreten, die Angemessenheit der beiden letzten B r o t p r e i s e r h ö h u ngen zu überprüfen. Dich- Usberprüfung wich von der Preisprüfungsstelle r a s ch c ft vorgenommen werden. Der Brotprers darf nicht mehr kollektiv festgesetzt werden. Auch der gestrige M i n i st errat hat sich -mit der Frage der Vrolpreisfeststellnng besaßt. In AuLMrmvg seiner Beschlüsse wird der Vizekanzler im Einvernehmen mit, dem Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, die im Monat August 1922 erfolgte G e st a t t u n g d e r , p e r i o d i-sch e n 'P r e i s v e r e i n b a r u n g ausdrücklich j u rücknehme n und gleichzeitig, um den freien Wettbewerb herzustellen, auf Grnlnd des § 9 der Preistreibereiverorduung den Broterzeugern die kollektive Pr e i s b e st>i m m u n g bei sonstiger Straffälligkeit untersagen. - (Radiodienst der „Wiener Morgruzeituug".) London. 8. August. Wechselkurse r Wien 318,500, Berlin 183/*, Bukarest 1000, Prag Paris 80,40, Brüssel 87,62'/., Rom 100,87'/,, Zürich 23,79'/,, Madrjd 33,42'/., New- Aork 4,52'/a, Amsterdam 11,62'/,, Kopenhagen 27,77'/,, Christiania 32,40'/„ Stockholm 16,92!/,) Helsingfors. 180. ' . London, 8. August. Baumwolle Schluß: August 16,27/ September 16,45, Oktober 16,11-, Jänver 15,75, März 16,63, 11 Uhr: New-Aork Oktober 18,25, Dezember 27,60, Jänner 27,48, März 27,75. .; ' . . Aew-Vorst» 8. August. .(Radio.) Devisenschlußkurier Taggeld —, Wechsel auf London 4,51"/., 60'Tage- Wechsel 4.49, Paris 5.51'/„ Amsterdam 38.86. Prag 2,95'/», Berlin 23'/», Silber i Englands Erfolge. —y. Wien, 9. August. Die große Konferenz in London soll, wie man hofft, in der Mitte der nächsten Woche zu Ende geführt werden. Der Abschluß wird freilich nur die Beratungen betreffen. Die Probleme, um die es geht, Taffen sich , nicht so leicht durch Resolutionen lösen. Es sind Machtfragen, in denen wirffchaftliche, strategische und weltpolitische Momente zusammenlausen, und man wird froh sein, wenn.es zu einer wenigstens für absehbare Zeit haltbaren Einigung kommt, die den Regierungen und den Nationen eine außenpolitische Atempause schafft. Unverkennbar ist die Besserung der Stimmung, die sich einzig und allein aus der Anwesenheit von Vertretern aller Beteiligten ergibt. Die persönliche Fühlungnahme und die direkte Aussprache lassen Mißvevstän'dnisse nicht aufkommen und sie verhindern es auch, daß Fragen verschiedener Ordnung entstehen. Es steht ein einziger Komplex in Beratung: das Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich, die Sicherung des Friedens Mischen diesen beiden Staaten und die Schaffung von Garantien gegen eine kriege- . rische Auseinandersetzung Mischen ihnen, die naturgemäß auch auf das übrige Europa übergreffen müßte. In dieser Angelegenheit steihen wichtige Entscheidungen bevor. Der französische Ministerpräsident Wird heute im Flugzeug nach Paris fahren, um seinem Kabinett zu berichten. Er legt Wert darauf, sich der vollsten Zustimmung seiner Ministerkollegen zu versichern und auf. diese Meise seine Autorität gegermber den. Deutschen und-gegenü'ber der Poincareschen. Opposition zu..befesügen. . . . -v si -' Wie stark diese ist, läßt sich unter anderem auch daraus erkennen,- daß Mac Donald in feister großen Antwortrede au - Lloyd Georges Kritik, die -er - am 5. August im Unterhause hielt, auf diesen Punkt sehr nachdrücklich hinwies. „Ich glaube nicht einen'Augenblick, daß die französische öffentliche Meinung, obgleich sie vielleicht in. sehr ausgedehntem Maße von gewissen Zeitungen irregeführt worden ist, blind ist gegen Verpflichtungen, die ihr durch Erklärungen ihrer eigenen Regierung auferlegt werden." Der englische Premier hält es für nötig, der französischen Regierung auch für ihre inneve Stellung seine Unterstützung zu leihen, und dies fällt derzeit ganz besonders ins .GÄvicht, . da ja Mac Donald im gleichen Augenblick durch, die Finalisierung der Verhandlungen mit Sowjetrußland einen großen außenpolitischen Erfolg zu verzeichnen/hat. . ' . Die Unterzeichnung dieses Vertrages irbertrifst vielleicht noch die Reparationsfrage an Bedeutung. Es ist der erste Fall, daß die Moskauer Regierung zur offiziellen Anerkennung privater Vorkriegsschulden ge- ^nötigt wurde und daß sie sich bereitstnden.mußte, hie Schadensansprüche fremder Staatsbürger, die aus dein russischen Nationalisierungssystem sich ergaben, zu befriedigen. Dies ist ein nach verschiedenen Richtungen bedeutsames Präjudiz. Rußland wird auch die Forderungen anderer, also nicht englischer Gläubiger, nicht anders behandeln können, und .es muß -sich wirtschastspolitisch der Mentalität des übrigen Europa anpassen. .Von großer Tragweite für England, .ist die nunmehr in solenner Weise - ausgetauschte Zusage der Regierungen, keine gegen Bestand und Wahlfahrt des anderen- Staates .gerichtete Unternehmungen zu fördern oder zu dulden.. Dies betrifft hauptsächlich das-asiatische Territorium Englands, .das bisher von -seiten Rußlands einer wilden Agitation ausgesetzt war, die zwischen dem angewandten Sozialismus und der nichts weniger denn. sozialistischen Emirspolitik ein sonderbares Kompromiß hergestellt hatte. Da.Rußland Geld braucht,- wird es diesmal im eigensten ^Interesse loyal bleiben müssen..Durch-den Vertrag wird auch zwischen diesen Staaten die Atumsphäre entgiftet. Die englische Regierung wird der russischen eine Anleihe garantieren, die nach der Sachlage weniger eine Geldanleihe als vielmehr eine Warenanleihe fein w'rd, die alsoder unter den Auswirkungen der Reparationskouflikte schwer leidenden englischen Industrie einen Ausweg sichert. t Aus diesem Vertragsabschluß ergibt sich eine, wohltätige Wirkung auf die europäische Situation,.^ die von ichwet'eu Soraeu entbUtet w-'P. fcisfen 3mauwien«r