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Wiener Morgenzeitung · 1924-08-04 · Heft 1965 (4.8.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1965 (4.8.1924)
Date
1924-08-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Breis K 1400 j( Vivo: Zum Abholen in der Expeditipn^IUTebörstr. 1-3. sder in einer VeracMeiaatella Trafik) monatl. K 40.000 Straasenyerkouf in Wien durch, die Kolporteure der Firma dpldschmiedt.l.8ez4 wöllzeile 11. MitPoatversand für Wien n. Oeaterr. monatl. K 40.000 Tscheeh p-Slowakei: Mon. K18. .Tug.oa 1 äwi en: Mon. Dinar 60. Polen: Mon. 31/» Zloty, Deutschland: Mon. Goldniark 4, Frank r., Belgien: Mon. Frcs. 12 •Wf" N»ehZahlungen 'WA Pf-iserhöjnujwww «mrbeliaUea Polen: 20 groszy England: Mon.4Shilling, Italien: Monatl. 12 Lire, Rn ma n i e n Mon. 150Lei, Bulgarien Mon< 80 Lewa. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 4 Redaktion u. Administration Wien, n.,Taborsträsael—3 Telephone: 44-0-38,43-3*19, ab 6 Uhr abds. 21-102,25-282 IX. Uni versitätsstr. 6—8 (Druckerei Steinmann) Oester reichisc!) es Post Spar* kassen-Konto Nr. 150,693 ffilen.Jldsttag, mmMwrnnä Berlin, S. August. (Wolfs.) Staatssekretär Hughes D heute früh mit seiner Gemahlin im Bahnhof Friedrichl'tvaHe ernge trosfen. Belgrad, 2. August. Der Minister rat. hat be schlossen, auf die Mitteilung der Interalliierten Kommission in ÄngsslsgercheiLdeS Ansuchens um Erhöhung der b n I g <t t is ch -en mil i/t L rischen G f f e k t i v st ä n d e iw N SiMe zu antworten. Bekgrab, 3. August. Die Regierung hat beschlossen, das von der früheren Regierung erlassene Verbot gechaftTi cher Orga nisatio n c n v on ArvK ckHo rrg i-g zu machen. ' 8dM, L August. (Agenzia Sie-sam.) In Anwesen, desM u s f o bi n i, mchverer Mi- Do«Mr >saszistischen Senatoren und Abtzeordweten wurde heute im Palatzza M-netzia der Ä 7 VuWlgto», 3. August? Die - persische Regierung hch WttMrng gewacht, daß sie die von der am e r rka n f. Wen Regierung wegen der Ermordung bei awerikanifchen Konsuls '. gesteWn.. Forde« »D GyWghmng a nn eHme. S« wichtig« Projekt fix Men vor der «erwirklichuutz. ^WMSmWes Kapital soll sich «m der MssMmg ÖCtttllgCfll \ ' %M|Cm jMM wk nm apfyten, ist daS schon seit längerer Zeit erörterte Projekt des Rhein-Main-Donau-Kanals iu ein Stadium getteteu, das seine Verwirklichung schon in der . nächsten Zukunft erhoffen laßt. ~ Die Kosten der österreichischen Strecke dieses KanÄs dürste etwa 10 Billionen Krone« betrogen. Es wird nun seit längerer Zeit versucht, Gr die KonUchoe n m e r i kanisch e s Kapital zu gewinnen. Schon mehrmals waren Vertreter amerikanischer Kapitalien in Europa, um die Grundlagen dieses Projekts 'm. Mdieren. 7 Zuletzt befanden sich als Vertrauensmänner der interessierten amerikanischen Kapitalistengruppe Mr.Manh Strautz und Mr. Harriman-,in Wi eil.. Vor etwa drei Wochen.weilten sie mehrere. Tage hier und würden Wer alle. Fragen, die Wien und Oesterreich bei dem protzen Projekt interessieren durch das. zuständige Ministerium, nämlich das MNistermm fü Handel und Verkehr, iufovmiM. Sie wurden auch vom Bundesminister Doktor S ch ü r fs in einer längeren Audienz empfangen > Uyd Wer. die Möglichkeiten Mes I n t e r e s s e- : me n t s s e i t e n s der ödster r e i chr scheu R e g i e r u n g genauest aufgeklärt. Anschließend daran fand unter der Führung der > kompetenten \ Referenten des Handelsministeriums, insbesondere des Sektionschess Reich, eine genaue B esichtigung der D o nauH ase n a«lageu und i der mit diiseu züsammeühängenden Schiffährtseinrich-! tuusich in Micht statt. ' . V.??"??,.'. t .-Der Kgual wird nach dem : derzeitigen: Prpjeft Wr HoÜarw, durch ^s Deutsche Reich, Oesterreich,: i Mngaru,. Mgoflawien, Bulgarien ' und Rumänien gehen" und bei Prailä ins Schwarze Meer münden. 7 7 Die Pauaxbeiten his zur völligen Fertigstellung desrHanalsPürsten vier bis fünf Iahre in Anfpr-ul.chnohm.^p. ".^,2 M' 1 "" ' 8er Weite Teil der Londoner Pari-, 8. August. Die. Ägenee HavaS meldet aus London: . Die sechs Delegationschefs werden morge« vormit 1 ags zu einer Besprechung zusammrntreten. H e r r i o t wich beantragen, das V e rfahre ns ü r d"e n z w eit e n Teil der Konferenz ftstzulegen. Wie es heißt, werde er insbesondere Vorschlägen, daß di« R e P a r a t i o n s k o m m i s s i 0 n u n v e r z ü gl i ch m i t d e n d e u t s ch e » D e leg i e r t e n, di« in ihren Wirkungskreis. fallenden Fragen^ betreffend die Ins Werksetzung des Dawes-Planes erörtere, vorbehaltlich des zwischen Frankreich, Belgien ustd Dentschland abznschließenden UebereinkommenS Wer die wirtschaftliche RäUMNg des Ruhrgebietes. Gine ErklSxüng Hevrrots. Paris, 3. August. (Havas.) „Petit Parisien" bringt ein Interview, das Herr i o t dem Vertreter des Blattes in London gewährt hat. Der sranzösische Ministerprästdent erklärte «. a., daß zwischende« D e l egt erten der großen Entente und der kleine.« Entente stets die aufrichtigste und größte geh fr rscht habe'.^ Frau k re ich .hM^Mch1-gLs.e.r'ks' ch t»ffoM eZm «ln e g e r echt e e ll t/'d-iö -f iAauWe«'.S chiedsgevichtsbegviff a«fbaUte,' der in der Zuk«»ft.all!e diplomatischen Vereinbarungen beherrschen zu sollen scheine, denn es.sei der HvgeMick gekömmm, zu neuen Methoden -er yr-anifrer««- der Friedens zu greisen. Um dH groW ppkWhe« Differenzen beizulegen, gebe es entweder absolute Forme« oder das Schiedsgericht: Ich hche, schloß Hernot, das Schiedsgericht gewählt, dessen «orakffcher vorteil für alle Länder noch größer fein wird - als avle^ materielle« Vorteile. Es Netzt n u n an DeGtschland, sich ebenso klug z« zeugen wi-e wir, um rasch zm schlietzlichen Beruhigung und zvr endgültigen Wiederherstellung des Friedens z« gelangen. Mre-se der deutschen Del-vgertron. i L»udon, 4. August. Wie die „MontagS-Post" hört, hHtb feiic Delegatwn he Ute UM s u h r' v o rwit^ags nach Londonabreisen. PiWpmtt Movgan kommt nach London. J;;.' Paris, 3. August. (W'olff.) John Pierpont- Morgan'fft heute in Cherbourg eingetroffen. Er wird sich morgen nach London begeben. 7 WMWMo : In Gleichenbevg' ist gestern der ehemalige^ ruchenische ReichsrätsEgtzordnete Nikolaj Ritter v. SB a f f 111 d .. iiÄ 58/ LMnsfHre gestorben. Einem seit langem/in der Bukowina' änsWgeu. Adelsgeschlecht. entstammend,. wandte ' er sich friihzeitig politischer Betätigung zu und wurde. bald im/ politischen. ^Getriebe .'der / Bukowina . eine populäre 'ErschLismug:! seW^-grvßle. Ztzit^ in der Bukowina war wcchrenb der Statt-! hailtevfchast^ des/ „roten" Prinzen Hohenlohe. Noch in jungen.. i ZMen - gelängte, - «r als demokratischer Ruthene ins Parla» j Wun dem er^ bis zum Umsturz angchörte. WaMko war ein \ Politiker' von wirklich demokratischem Zuschnitt, sehr geschickt i üPHlrch seine, nach allen Seiten gepflegten Beziehu»Wn '.der j ^eWen< ,^ntervenierer" .he?'- österreichischen ' Parlamenta« j ri'sntüs^ Er rchete in den Kämpfen um das allgemeinesWhs«.; recht, in. s)Mpreich einer j üd i-s.ch eiN Kurie inder'-BMl chsna dUWrt. - . . V . | iv 5.M; W.Jahre^1918 die Bukowina in-.-.Mi. Teile. gei tM! würde, optierte er für /den rein russischen Teil,' für die' Mtnkttnüe, als deren Gesandter erin'Wien fungierte. Als hie Bolschewiken die Ostukraine besetzten,' übersiedclte er von Mi«n.-ngch-Pern^ und spater-ngch. Berlin, -ß. ' Wasstlko war mit der Wiener. Soubrette Gerda W a ld e veMöhlt. . - 1-JJ"«gg3L'"»[»"■ eaten Der Balkan. — Das neue Völkerrecht. — Das Kpiegsjübiläum. — Brasilien. — Das Mandat über - die Philippinen. Es wird wieder einmal eine. Demarche. gemeldet. Sie.taircht wieder in dem politischen.Vokabular des Balkan auf und .kommt. diesmal, aus Äthers dem Geburtsort der Kunst, der Sophistik und 'des Thechers7 Vor drei Tagen hat die „neue" Negierung, die auf den Namen Sofulis hört, in ihrer Progranrmerklärnng an die Kammer den unabänderlichenHillen.. zum Frieden beschvoren und insbesondere den Ausbau und die.Vertiefung der Beziehungen zu den Freunden und den gewesenen Feinden als Zielpunkt ihrer . Tätigkeit bezeichnet.-Das Mort Vertiefung weckt , die-gleichen, peinlichen Erinnerungen ' wiedie Demarche,- und^ die -Re--. gierung Sofulis bleibt auf der Linie dieser Ässöziation,' wenn, siein Sofia einen energischen Schritt (gegen die! Komitatschis unternimmt. Ihr Botschafter hat dort jn-: zwischen: ejne:-MU der bulgarischen- MgitzrMg-». ent- „gegennehmen /somren, Zu? der. die' TWgke-it' griechischer Soldaten an der bulgarischen; Grenze' i. ben; 'Inhalt liefert. Die Sache;wäre wert, .von.einer -ritten-Aeste daraufhin geprüft zu. werden, ob /' nicht die. Uebeltäter in. beiden Fällen die gleichen Personen, sind.-. Am Handwerk such die jedenfalls - BerufZgenossen, - logische B/ekenner des Seelenäufschwunges, der. vor zehn Jahren auf dem Balkan begonnen hat und bis' heute nicht zur. Ruhe gebracht'.werden konnte.- - Das Gurgelabfchneiden war einstmals nicht beliebt und 'in den' Vertreiungskörpern zivilisierter Staaten hat es oft 'ärgerliche' Debatten,'-Wer" bte;„ntäs;' eedonian atrocities"' gegeben. Allerdings betrafen, sie immer die Türken als ausübenden Faktor.. Seither i^t es aber anders geworden.' Die europäische Moräl, dre aus dem Mittelmeerbecken kam, hat die Politik auf das Niveau jener interessanten Gegenden gehoben /und die dort gebräuchlichen Methoden des angewandten Patriotismus zur Grundlage ihres eigenen Systems- 'gemacht. Was früher am dürren Holz geschaht geschieht heute auch am grünen. Es wäre nicht verwunderlich, wenn die armseligen Kastrierer. vom Balkan, die auf eigeüe Faust Fragen ihrer Nation und ihres Glaubens zu lösen versuchenbittere Vorwürfe' erheben würden gegen'die Behandlüng, die man ihnen ünd' znm Unterschied den diversen Hejjas, Pronays und -Consul C- Lenten zuteil werden läßt. Fst etwa das Morden.und Ausrauben nur solange heilig, als es unter den' Fittichen des Völkerrechtes geschieht? Hat mani schon ein. neues Völkerrecht geschaffen, dasi mft junger Autorität das Bauchaufschlitzen untersagt? Nein. Na also! Und solange diese Frage nicht geregelt ist, darf-man es/ nicht beklagen,- daß bei primitiven Gemütern gewisse bedauerliche Verirrungen Vorkommen. ' Es uuttz Ordnung werden. Es ist absolut imstatt-' Haft, daß die griechischen Soldaten die gebotenen Unterschiede außeracht lassen. Sie. schließen auf die bulgarischen Komitatschis. Gut. Das ist Patriotismus.^ Sie schießerr aber auch, wie eilte -Belgrader Depesche mitteilt, auf die . jugoflawische Grenzbevölkerung. Sie - hüben sogar jugoslawische Bürger auf griechischem Gebiet abgefmlgen und auf bulgarisches Territorium abgeschoben. 19 Personen wurden erschossen und die jugoslawische Regierung bereitet. eine scharfe Protestnote an dir' griechischen Kollegen vor. Es sind, also bereits drei Demarchen vorhanden, ein Beweis, daß die Vertiefung von Erfolg zu Erfolg schreitet. Für7 aste Fälle hat Jugoslawien gegen das Ansttchen Bulgariens, seine- Armee im Hinblick auf die kommunistische Gefahr vermehren zu dürfen, Protest eingelegt, sich aber gleichzeitig bereit erklärt, im Bedarfsfälle sein eigenes Wlitäx den Bulgaren zur Versüguyg zu stellen. Das. ist

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