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Wiener Morgenzeitung · 1924-08-03 · Heft 1964 (3.8.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1964 (3.8.1924)
Date
1924-08-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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[ Preis K 1800 | Wien: Zum Abholen in der Expedition, II., T aborstr. 1-3, oder in einer VerschleissteHe (TrafikV monatl. K 40.000 Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmiedt, I. Bez„ Wollzeile 11. Mit Postversand für Wien u. Oesterr. monatl. K 40.000 Ts e h e c h o-S 1 owa kei: Mon. K18. fugoslawien: Mon. Dinar60. Polen: Mon. 31/» Zloty, Deutschland: Mon. Goldmark 4, Franks Belgien: Mon. Frcs. 12 MT Naehsahluntfen "W> bei Prei*erhohun?en vorbeb alte» ■ Nt. 1964 Wiener . ♦ WMWMW——UM—I Wien, Sonntag. 3. August 1924 Polen: 20 grotzj England: Mon,4Schilling, Italien: Monatl. 12 Lire, Ru man!en Mon. 150Lei, Bulgarien Mon. 80 Lewa. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 4 Redaktion u. Administration Wien, II., Taborstrasse 1—3 Telephone: 44-0-38,43-3-19, ab 6 Uhr abds.21 -102.25-282 IX. Uni versitätsstr. 6—8 (Druckerei Steinmann Oösterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. .150.698 8. Mrgang Das Pulverfaß mf dem Bullau. Griechische uud jugoslawische Demarche in Eosia. — Die fortwährenden AmitaMW»^ (Eigendienst der „Wiener Mörgrnzeiinng".) Athen, 2. August. G r i e ch e n l a n d hat in S osia einenenergischen Schritt wegen der Lage unternommen, die durch die neuen Verfolgungen für die in Bulgarien lebenden Griechen geschaffen wurde. Die Demarche erstreckt sich auch auf die Aktionen bulgarischer Banden an der Grenze. Ferner ist der griechische Außenminister vom Generalstab ersucht worden, an die Mächte eine N o t e z« senden, in welcher ans die Gefahren hingewiesen v^ird, die durch die Tätigkeit der bulgarischen Komitatschibanden hervorgevusen werden. Wenn diese weiter anhält, werden die griechischen Militärbehörden an die Grenzen Detachements entsenden und die auf bulgarische« Sammelpunkten befindlichen Komitatschis angreisen. Wie verlautet, wird Jugoslawien dieselbe Demarche unternehmen und zusammen mit Griechenland - ■ ,..v. . Militär gegen die KomitatschibanLen auwenden. - Nebst der Demarche bei der RHiermtg in Sofia legte die Athener Regierung dem bulgarischen, Gesandten in Athen einen entschiedenen Protest wegen der Mißhandlung der in Bulgarien lebenden Griechen vor, die gezwungen wurde«, das Land s o f o r t zu verlassen. Der bulgarische Gesandte beantwortete dies mit einer Verwahrung wegen der fortgesetzten Verfolgungen gegen die innerhalb der Grenzen Griechenlands wohnenden Bulgaren. Nach Meldungen von Militärbehörden aus Thrazien und Mazedonien ist die Bewegung unter den Komitatschis sehr lebhaft und es werden f ie b er h as t e B o r b er e i t u n ge n zu Einfällen getroffen. Die Proklamationen, die unter den bulgarischen Einwohnern, verbreitet werden, verkündigen die neue Autonomie Mazedoniens. Wie aus Belgrad gemeldet wird, überfiel vorgestern vormittags eine bulgarische Koniitatschibande das Städtchen B i n iea in der Nähe der bulgarischen Grenze. Zwischen den bulgarischen Komitäffchi und einer serbis ch e n Freischärlerorganisation eMstand ein Kämpfen dessen Verlags her F ü h rer d e r S e r b e n t ö d l ich verwund et Wurde,.^Schließlich, würden die Bulgaren zum Rückzüge gezwnwM -Aus-ihrer Flucht warfen diese vier Banken, denen Vier BaWwnen und zwei Bauern zmn Opfer fielen. Den Bnlgaren gelang es, die Grenze zu erreichen. Man betrachtet diesen Ueberfall als die Einleitung einer großzügigen B a n d e n a k t i o n der mazchonischen Koinitatschi. Das Plenum der Kouferenr nimmt die Ausschutzvorfchlöge an. — Die ßinladnng Mac Donalds an Deutschland. London, 2. August. Alle die Konferenzarveiten betreffende« Fragen sind nunmehr praktisch geklart. Die heute vormittags znsammengetretene P l e n a r s i tz u n g der Konferenz, welche bis 1 Uhr 30 Min. nachmittags dauerte, hat die Beschlüsse des ersten und dritten - Ausschusses mit geringfügigen Aenderungen angenommen. Die E i s e n b a h n f r a g e wurde der Entscheidung der sieben Hauptdelegierten überantwortet, welche Montag um halb 11 Ahr vormittags zu einer -Besprechung zusammentreien werden, die das Problem der künftigen. Handhabung der Eisenbahnen im besetzten deutschen Gäret zum. Gegenstand haben wird. Durch die erfolgte Einigung der Konferenz wurde, den französischen Anträgen entsprechen-, ein allgemeines Schiedsgerichtsverfahren für deutsche Verschlungen, Sachleistungen un- Uebertragungen angenommen. , Nach der Vollsitzung der Konferenz erklärte der französische Ministerpräsident H e r r tot den Journalisten: „Sie sehen mich vollkommen erfreut über die A e b e r e i nst i m m « n g, die endlich aus der Konferenz hergestellt ist. Die Geduld und die mühevollen Anstrengungen der französffchen Delegation finden heute ihre vollständige Belohnung in der Wiederherstellung der Entente unter den Alliierten. Die Verpflichtungen Deutschlands werden kommerzialisiert nnd sämtliche Schwierigkeiten, die sich .von mm anzwischen dem Deutschen Reich und den Älliierten ergeben werden, werden dem Schiedsspruch unterworfen. Auf diese Weise tritt das Rep a r a t i o n s p r o b l e m a u s , d e m Gebiete der Pofitik heraus, nnd seine:Regelung kann dadurch nur erleichtert werden, weil sie sich in Zukunft auf eine positive und praktische Grundlage stützen wird." Premierminister Ramsay Mac Donald hat der deutschen Botschaft bereits eine Einladung an das Deutsche Reich übermittelt, so bald als möglich Delegierte zur Londoner Konferenz zu entsenden. Die Konferenz hat einen neuen Aus s ch u tz vo n I n r i st e« gebildet, welche die Aufgabe haben, für die BerhandlungLn mit Deutschland die verschiedenen Berichte auszuarbeiten. Em' Redaktionskomitee würde beauftragt, h i s Dienstag die drei.Protokolle für die Jnswerksetzung der Beschlüsse der Könfereuz zur Durchf Lhrung des Dawes-Planes abzusassen; das erste betrifft die Alliierte« allein, das zweite die Alliierten und Deutschland, das dritte die Reparationskommission und Deutschland. Die Schriftstücke werden veröffentlicht werden. Die in London befindlichen Mitglieder der Reparationskommission haben heute beschlossen, nicht vor Mittwoch zusammrnzutreten, wofern nicht besondere Gründe es nötig machen, Dienstag eine Sitzung abzuhalten. Im übrigen hat die Reparationskommission ihre offizielle Tätigkeit in London begonnen. Das belgische Mitglied de Laeroix erklärte, der Zweck der Anw e i e n h e i t der Kommission in '.London sei, eine e n dgülttge Regelung der ReParationsfrage hetbeizusühren. Die Kommission werde zunächst die Berichte: des Organisationsausschnsses ontgegennehmen und dann Gegenvorschläge erstatten. Sobald eine vollkommene Uebereinstimmung unter den Alliierten erzielt sein werde, werden, die B e s P rech u ngen über di e Dur chsührnng der Projekte mit Deutschland stättfinden. Aus dem Fnhalt der heutigen Nummer. Die Völkerbundbewegung und der Lyoner Köngretz. Von Dr. Isidor M arg«lies. . Weltwirtschaft und Londoner Konferenz. Von Dr. Michael Sussan. Einer armenischen Mutter. Von Armin T. Wegner. Kriegsentdeckungen. Bon S. Meisels. Aus meinen Erinnerungen an Theodor Herzs. Von Doktor Wellisch. Eine Truppenschau aus Tansendundeiner Nacht. Böhmische Badereise. Von Egon Dietrich stein. Vererbnng und Rasse. Von Dr. Adele W i e n e r. Zur Geschichte der österreichischen Trenmrngsorthodvxik Von Dr. N. M. Gelber. Ae Konferenzen. . —y. Si e.it 3. August. . Die Londoner Reparationskonferenz arbeitet sich langsam, aber unsicher ihrem. Höhepunkt entgegen, der Auseinandersetzung mit den Vertretern' der deutschen Negierung. Die Erörterung von Schuld und Sühne ist in-den Hintergrund gerückt Wochen und es hat fast den Anschein, als ob man bereit-wäre, Vergangenes-zu vergessen urch in gemeinsamer Arbeit das Mittel zur Heilung derKriegsschäden zw suchen.-Aber es hat nur den A-nsHem? Deün alle Gedanken der Konferenzteilnehmer.. kreisen um den Revanchekrieg. Die immer von neüent " ausgeworfene ' Frage der Sicherheit - - Frankreichs, - die Prüfung der auf deutscher-Seite ettva zu begehenden mutwilligen Verfehlungen ist ja-nichts anderes als diese Befürchtung, und es handelt sich darum,- ob in solchem Falle die Ententemächte gemeinsam vorzugehen haben oder ob jede Macht, die einen solchen Verstoß konstatiert, nach eigenem Ermessen handeln darf. Das ist der Streit, unr den sich seit fünf Jahren alle Minister der Entente mühen, an den sie ihre ganze Dialektik verschwenden und der auch jetzt ihre Staatskunst, herausfordert. Noch immer ist die Reparationsfrage ein politisches Problem, wenngleich sie durch das Auftreten Amerikas eine andere Form, erhalten hat. Wahrscheinlich wird die Aussprache mit der deutschen- Delegation zu einer Kompromißformel sichren. An dem-Wesen der Sache-ändert sich nichts. Auf. beiden -Seiten -besteht vielleicht der gute Wille, die Einigung zu erzielen und Europa von einer schweren Last zu befreien. Aber die Wege, die zu diesem Ziel führen, sind nicht frei, Mißtrauen aus' der einen Seite, die natürliche' Zweideutigkeit der' Schwäche auf der änderen Seite verhindern die Klärung-und es gibt zwischen beiden keine-Brücke, die nur das. ehrliche Bekenntnis zum Frieden und zur Solidarität der europäischen Interessen, schlagen könnte. . Die Stellung aller Regierungen, die an den Londoner Beratungen teilnehmen, ist schwach. Alle haben kräftige Oppositionsparteien im Rücken,-zwischen denen die Abneigung gegen den Verhandlungspartner die geistige Verbindung -bildet. Die englische Unterhausopposition fürchtet, daß Deutschland durch die schweren Verpflichtungen der Reparationen von neuem zur billigen Massenerzeugung' gezwungen und dadurch aus die englische Arbeitslosenziffer unheilvolle -Wirkung üben würde. In der sianzösi-schen Oeffentlichkeit ist durch - die vorgestern eingetretene Vertagirng -der Kammer nur eine äußerliche Beruhigung erzielt worden. Der Poinoarismus läßt sich nicht so rasch zurückdrängen, und Herriot muß dieser Stimmung eine Konzession nach der anderen machen. In Deutschland zeichnen sich schon-die , Umrisse des kommenden Bürgerblocks ab,, dem die De- , mokräten nicht angehören und . der unter der Führung .der Nationalen stehen muß...Die Regierung, hat die Vorbehalte der Annexionisten akzeptieren müssen und, ' obzwar auch diese auf das Handeln angelegt sind, so , resultiert doch auch hier, eine Schwächung des Kabinetts, das seine Lebensdauer, schon vordem Ende sieht. Das kommende Reichskabinett wird den Kurs in noch entschiedenerer Weise nach rechts halten, was. in erster Linie innerpolitisch sich aüswirken wird, aber infolge der zu erwartenden heftigen Kämpfe mit den Sozialdemokraten die außenpolitische Aktionsfähigkeit des in allen Abteilungen des Warenhauses i II. TaborstraSe 48 Teleohon 47-1-79 In gros En delall

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