Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1963 (2.8.1924)
- Date
- 1924-08-02
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 v Wien- Samstaig nehmen. Sie wird wahrscheinlich einen größeren Kredit von seiten iber Zentralbank ibcr deutschen Sparkassen erhalten, uan die dr'ngeMten Gläubiger zu besviedigen. Einleger der Oesterreichischen Kaufmännischen Bank! Di» Verband der Sparer und Kleinrentner Oesterreichs ^SchntzcM-on für Kroirenwerte) fordert die Einleger der zuiamu(engebroche:rerc Oesterreichischen Kaufmännischen Bank zum Erscheinen bei der MasseMerssa-mimlunA crnr Dienstag den 5. August um 7 Uhr abends im großen Saale der Bezirks- Vertretung, 9. Bez., Währingerstwße 43, aus. Wiedereröffnung der Salzburger Handels- und Gewerbe- -Attk. Aus Salzburg wird telegraphiert: Die Salzburger Handels-?rnd Gewerbeblank, die seit 10. Juni d. I. infolge 'übergroßer Abhebungen ans Grund falscher Gerüchte immobil war, hat gestern nach einer ihre Miviiät erweisenden Revision die Schalter wieder eröffnet und sich gleichzeitig über eigenen Antrag vorläufig unter Geischäiftsaufsicht gestellt. Die Galoschensabrik „Prowodnik" Md die Londoner Konferenz. Bc-kannÜich ist eine Vereinbarung zwischen England und U. S. S. R. möglich, laut welcher letzterer die Einlagen der früheren Zarenregierung, und Mar im Betrage van 10 Millionen Pfund Sterling wiedererstattet werden soll. Wie der „Rußpreß" mitgereilt wird, befinden sich in der Bank o.f England auch die Kapitalien der Mengefellschaft „Pvckwodn'vk", und zwar nichl weniger als rund eine Million Pfund Sterling. Gegen die Herausgabe dieser Kapitalien hat. wie verlautet, die alte Berwaining des „Prowodn.iE" Einwendungen erhoben. Selbe weist daraus hin, daß sich die Fabrik au!s lettischem Gebrete befindci. Eröffrmng der JnnsbruSür Holzbörse. Aus Innsbruck wird telegraphiert: Heute vormittags fand hier, wie die „Neueste Zeitung" meldet, der von der Tiroler Handelsmtö Gcwerbeka innrer einberufene Holzw-irtscha'ftstag statt, der gleichzeitig die feierliche Eröffnung <ber Innsbrucker Holzbörse bedeutet. Dom -Handelsministerium war MiEevialrat Machal erschienen, tveiter Vertreter der Landesregierung sütvie der verschiedenen staatlichen Behörden und der wirtschaftlichen Organisationen. Einfuhrverbot für Postfenduugen nach Rumänien. Die Staatsskorrespondenz meldet: Nach einer Mitteilung der rumänischen Poswerwalmng besteht in Rumänien ein Einsrchrverbot für Postsendungen jeder Art mit österreichischen Kronen, ungarischen Kronen, russischen Rubeln, bulgarischen, deutschen, österreichischen, türkischen und ungarischen Kriegsanleihen, e'ben'o wie mit deutschen und polnischen Mark, gleichgültig, ob in bar, in Schecks oder in Kreditbriefen. Wiener Warenbörse. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) An der gestrigen Warenbörse war ruhiger Verkehr und in Chemikalien kamen nur unbedeutende Abschlüsse zustande. Interesse konnte mm für Eisenvitriol, Pulver- und Stangenschwefel beobachten, auch für Essigsäure war Interesse. Ausaeboten wurden: Aetzkali 88/92 zu 11.200 K., Chromalaun zu 7200 K., Eisenvitriol zu 900 K., .Glyzerin 2° Bs technisch zu 18.600 K., Kupfervitriol zu 7200 K., Paraffin 50/32 in Tafeln weiß pro 100 Kilogramm zu 10.75 Dollar und zu 9600 K., Pottasche zu 7900 K. O e l e und Fette. Die Grundtendenz blieb eine feste, einige Gattungen erfuhren Preiserhöhungen, wie zum Beispiel holländisches Leinöl auf 16.300 K., Elain sap. 97/98 auf 17.600 K. und französisches Rizinusöl I. Pressung auf 24.100 K., nordamerikanisches Schweinefett pure lard Tierces pro 160 Kilogramm notiert 34.25 Dollar transit Wien und in Kisten 29.000 K. ab Wien. K o l o n i a l w a r e n. In Kaffee, Tee, Kakao, Gewürzen kam es?u einigen Abschlüffen zu den in der Berichtswoche erzielten Preisen. Reis ist um 100 K. höher. Es notieren Burma ll Originalware neue Ernt? pro 50 Kilogramm 16 Schilling waggonfrei Triest und 5700 K. ab Wien, italienischer Splendor ff . 7860 K. und 6a 7650 K. Zucker blieb behauptet, nur Kristall ab Lager Dien ist um 100 K. billiger und notiert 11.500 K. Neue Ware ist abermals um 5 Punkte gefallen, Kristall notiert 2.70 tschech. K., Würfel 2.95 tschech. K. pro Oktober-Dezember ab Grenze, Lequar 1923 schwächte sich um 100 K. aus 8000 K. und bosnische Pflaumen 110/120 in Kisten 1923 um 500 K. auf 8500 K. ab. Leder. Tie Tendenz sprach sich gut behauptet aus. Es notieren: Sohlenleder Vacheleder-Garnituren 42.000 bis 44.000 K., Vacheleder-Croupons 60.000 bis 64.600 K., Hälse 27.000 bis 30.000 St., Äsern 20.000 bis 22.000 K., Oberleder Boxkalf schwarz 1. Qualität 20.000 bis 22.000 K., ausländische Ware 27.000 bis 29.000 K., ll. Qualität' 18.009 bis 20.000 K.. III. Qualität 16.000 bis 17.000 St., farbige Boxkalf 23.000 bis 26.000 K. und ausländische Ware 33.000 bis 35.000 K. Zum öffentlichen Verkaufe gelangen am 4. d.. 7,12 Uhr, Pianino (Blütlmer). um 12 Uhr 29 Ballen Wcllaarne. am 6. August, 11 Uhr, Schlösser, Elektrolhtkupfer, itr 1 Pr (fcvneb Brest am 11 d., 12 Uhr, ein Maria Theresia-S^' " BailMwoKmartt.?' ru 31. SuTt. Baumwollzusuhren in r:» all aut. und Olfläfen —, im Innern —. , Ausfuhr nach Großbritannien —. nach dem Kontinent —. Lvlalmarkt nidaling: —(letzt. Kurs 31.76). Tendenz: —. — Tern'.ine: Juli —. August 28.87, Sevlember 28.95, Oktober 28.93, November —. Dezember 28.'2, Jauner 27.28, Februar —, März 28.35, April 28.35, Mai 28.40, Juni —. berliner Börse. Berlin, 1. Augüst. Die Einigung im ersten Anschuß der - -udoner Konferenz wird als das Signal für einen glatien Verlaus der weiteren Verhandlungen aufgefaßt und infolgedessen fetzte die Börse bei leibhafter Unternehmungslust in recht fester Hatlun.g ein. Die Auswärtsbetvegung schlug im Verlaufe noch ein schrlelleres Tempo ein. Namentlich Montanwerte erfuhren recht ansehnliche Aufbessernngen. So vor allem Harpencr, die -eittoeilig gegen gestern 6 Billionen Prozent gewannen, während sich die übrigen schweren Montanpapiere um 2 bis 3 Billionen Prozent höher stellten. Starkes Interesse trat für Mannesmann hervor, die schließlich um 5 Billionen Prozent -höher bezahlt wurden. Vielfach wollte man wieder ausländische Käufe bemerken. Auf den übrigen Umsatz gebieten war besonders der Petroleummarkt begünstigt, wo deutsche Erdöl in starkem Auiistieg 4 Billionen Prozent gewannen. Von Maschinenfabriksaktien wurden Berlin,. Karlsruhe, Industrie und Ludwig Löwe zu schwankenden Kursen rege unigesetzt. Für deutsche Anleihen erhielt sich das Interesse. Don ausländischen Renten wurdest -bei guter Nachfrage türkische Anleihen wesentl sich höher bezahlt. Auch ScbinahrrLakilen zogen beträchtlich 'an.! __ Wiener MorftenzeitttnA. Bankaklien besserten sich im allgemeinen wesentlich. Berliner Handelsgesellschaft um 1,62 Billionen Prozent. Die ersten Kurse von Rcichsbankanteilen stellten sich auf 39,76 Billionen. /Alles in Billionen von Mark.) SckiInßkurse: Türkische Lose 20.—, jOeftert. Staatsbcilm 28.-, d.'ordd. Llovd 5.2, Wer. Elbeschtffahrt 2.5, Berliner Handelsgesellschaft 25.125, Kommerz. Privatbank 5.—, Darmstädter Bank 7.9, Deutsche Bank 9.2, Diskonto- Kommaudit 10.375, Dresdner Bank 5.875, Nattonalbmrk für Deutschland —, Qesterr. Kredit 0.375, Oesterr. Länderbank —. Reichsbauk 39.9, Wiener Bankverein 0.25. Wr. Unionban! 0.25. Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 8.7, Bochumer Gußstahl 46.—, Daimler Motoren 27.—, Deutsch-Luxemburger 48.75, Deutsche Maschinen 6.3, Dynamit Nobel 7.—. Felten u. Guilleaume 23.5, Gelsenkirchener Berg 48.76, Tb. Goldschmidt 12.1, Harpener Bergbau 69.—, Hirsch Kupfer 20.75. Höchster Farben 13.62, Hohenlohe-Werke ■21.5, Laurahütte 6.12, Mannesmannröhren 30.4, Phönix Bergbau 28.75,. Schnckert u. Co. 34.5, Siemens n. Halske 43.—, TeUvhon Berliner 5.—, Goldanleche 4.2. Dollarschatzanweisungen Prager Börse. . Prag, 1. August. Realisationsverkäufe führten an der heutigen Börse zu einer leichten Abbröckelung der Kurse. Tics gilt insbesondere von Zucker- und Eisen-Werten, von welch letzteren namentlich Alpine-akticn schwächer lagen. Nur Kabel konnten sich etwas befestigen. Von Vr-auwerten zogen Budweiser Brauaktien iu Kurse an. Nordbahn- und Prag-Duxer- Aktien erzielten namhafte Besserungen. Heimische Banken lagen kaum behauptet, die Wiener waren unbedeutend gebessert. In der Kulisse tendierten Skoda-Aktien sehr fest, dagegen gaben Brunner Maschinen im Verlaufe nach.. Auf dem Anlagemarkt ließ das Angebot etwas nach. Mehlaille ihe lag etwas' höher. Von Exoten hatten namentlich Bulgaren und Ipar-Mtien Kursrückgänge zu verzeichnen. Nachbörslich zeigte sich Neigung zur Abschwächung. Der Schluß war behauptet. S ck l u ß l n r s e: Türk. Eisenbahn-Anleihe 400 Franken —, Böhm, llnionbank 394.—, Böhm. Eskomptebank 387.—. Böhm. Jnbustrialbanr 416.—, Zivnostenska Banka 398.50, Avtzlobank 95.50. Oesterr. Kredit 74—, Wiener Unionbank 71.50, Wiener Bankverein 54.25, Bnschtiehrader Eisenbahn Lit. A' —. Sit. B —, FerdinanoS-Nordbahn 5600.—, Prag-Dnxer —, Anisig-Tepliher Eisenbahn —, Nestoniitzer Znckenndustrie 1385.—, Vereinigte Elektrizität Wien 108.—, Brosche 1055.—, Koliner Spiritus 1006.—, Königshofer Zement 930.— , Breitfeld-Danek 476.50, Ringhoffer 678.—, Simmeringer 97.—, Rotbkostcletzer Textil 301.—, Alpine Montan 177.—, Poldihütte 293 —, Prager Eisen 856.—, Oesterr. Berg n. Hütten 2270.—. Skoda 624—, Znwald 235.—. Budatzester Börse. Budapest, 1. August. Die heutige Börse eröffnete in schwacher Haliung, die auch während der ganzen Böv'enzeit vorherrschte, wozu hauptsächlich flaue Wiener Meldungen und die Prolongation Anlaß gaben. Der Markt blieb ohne Anregung und Kursverluste im Ausmaß von 5 Prozent und darüber bildeten die Regel. Schluß vollständig geschäftslos und flau. In Wochengeld war kein Geschäft. Die Prolongation ging glatt von statten. (Alles in Tausenden von Kronen.) Schlußkurse: Britisch-Ung. Bank 43.—, Uug. Kredit 642, Oesterr. Kredit 166, Salgo Kohlen 555, Rimammanyer 124, Südbahn 52.—, Staatsbahn 480.—, Anglobank —Gran- Szaszvarer 350.—, Oberung. Berg-Hütten 440.—, Drasche- Ziegel 185.—, llng. allg. Kohlen 2940.—, Urikany Kohlen 900, Koburg —, Spodium 132, Clotilde chem. Fabrik 50.—. Ung. Eisenbahnverkehr 190, Verein. Holz —Adria 1000.—. Sie Devisenkurse. Zürich, 1. August. (Tevisenkurse von 11.50 Nhr. Von der Cclweizerischeu Kreditanstalt mitgeteilie ANttellurse.) Berlin pro Milliarde —.— <—.—). Holland 205.25 (206.50), New-Dork 538 - (539.50), London 23.70 (23:72), Paris 27.15 (26.90), Mailand 23.25 (23.30), Brüssel 24.50 (24.35), Kopenhagen 86.37'/, (87.10), Stockholm 142.75 (143.75), Chrtstiania 73.50 (73.50), Madrid 71.75 (71.75), Buenos Aires 176.50 (178.50), Prag 15.90 (15.95). Budapest 0.0069 (0.0069), Bukarest 2.35 (2.35), Belgrad 6.42'/, (6.45), Sofia 3.80 (3.92), Warschau -.- —Wien 0.007575 ( 0.007625). Berlin, 1. August. (Tevisenkurse.) (In Goldmarkfür 100 Einheiten mit Ausnahme von Buenos, New-Aork, London,Japan und Rio für 1 Einheit, D'ieu und Budapest fiir 100.000 Einheiten.) Amsterdam 160.05 (160.10), Belgien 19.20 (18.95), Christiania 56.61 (56.51), Kopenhagen 67.48 (67.53), Stockholui 111.42 (111.42-, Italien 18.10 (18.10-, London 18.455 (18.44). New-Dor! 4.19 (4.19), Paris 21.1)5 (20.95), Schweiz 77.76 (77.61), Spanien 55.61 (55.61), Men 5.90 (5.90), Prag 12.38 (12.40-, Budapest 5.36 (5.31), Sofia 3.03 P.05), Belgrad 4.99 (5.01). Berlin, 1. August, (Notenlmse.) (In Goldmark für 100 Einheiten mit Ausnahme von Dollar und Pfund für 1 Einheit, österreichische für 160.000 Einheiten und polnische fiir 100 Zloty.) - Nohn: Dollar 4.19 (4.19), Pfund 18.41 (18.40), Italienische 18.35 (18.10-, Oesterrelckische 5.94 (5.94), Polnische 77.25 (77.35-, Dschecho-slowakische 12.37 (12.48). Prag» 1. August. (Devisenkurse. — Mitgeteilt vom Bankamte des ischecho-slowalischen Finanzministeriums.) — Berlin"') 8.02'/, (8.03'/.), Zürich 631.50 (627.50-, Paris 172.25 (169.60), London '149.30 (149.30), New-York 33.95 (33.95), Belgrad 40.70 (40.62'/,). Bukarest 14.60 (14.56), Wien 4.70'/, (4.70'/,). Warschaus) 655.50 (657.-), Agram —Budapest 4.11 (4.14), Jugoslawische .40.60 (40.50), Oesterrelchische gestempelte Krone 4.68 (4.68'/,), Polnischest) 663.— (653.-), Ungarische 4.07 (4.05). *) per Billion,'» st) für 100 polnische Gulden. Bu-apeft» 1. August. (Kurse der Devisenzentrale.) — Amsterdanr 29.990 bis 30.050, Bukarest 342.— bis 345.—, Kopenhagen 12.540 bis 12.610,Christiania 10.560 bis 10.616, London 345.000 bis 347.060, Berlin bis —Italien 8386 - bis 3404.-, Paris 3945.- bis 3975.-, Drag 2399.- bis 2321-, Stockholm 20.790 bi? 20.900, Zürich 14.665 bis 14.640, Wien 1,1030 bis 1,1090, Sofia 668.- bis 571.-, Agram 935.— bis 940.-, New-Aork 78.360 bis 78.760, Warschau bis Brüssel 3681.- biS 3579.-. Belgrad» 1. August. (Devisenkurse.) London 369.37 bis Paris 425.50 bis New°Aork 83.80 bis -.-, Genf 1657.- bis Saloniki bis Mailand 369.37 bis —.—, Prag 246.75 bis —, Berlin —bis Wien 0.1183 bis Bukarest 36.42 bis — Sofia —bis —, Budapest 0.1087 bis —, Brüssel 386.— bis —.—, Amsterdam —:— bis —, Warschau — bis —. Al gram, 1 August. (Devisen.) Wien 0.1178 bis — .— Berlin —bis Budapest 0.1110, Bukarest -.- bis —, Italien 363.— bis —, London 369.80 bis — .— New-Pork 83.70 bi» , Paris 425.— bis —, Prag 247.80 bis —, Sofia bis —, Schweiz 1559.— bis —P.Mel £>is Warschau bis — Amsterdam'8190 — bis —, Stockholm —bis —. Nachdruck Vorbehalten. 33. Fortsetzung. 2. August 1924 Nr. 1963 Mar hatte Abstoß. Mit einem leichten Stoß keß den Ball zu Finnegan rollen. Schon m nächsten Augenblick 'demonstrierte Girnsley seine charalteriftifche Spielweise. Bevor noch Dean, der schlanke, agile Rechtsaußen Hollywoods, den langen Paßbäll, den chm sein Partner vorgelegt hatte, erreichen konnte, brachte ihn ein rohes Foul nn-sanft zu Boden. Scheinbar hatte Girnsley die Absicht, auf den Mann zu gehen und nicht auf den Ball. Der Schiedsrichter pfiff sofort ab und ordnete einen Freistoß an. Ein tierisches Wutgeheul folgte dieser Entscheidung, so -daß er sichtlich blaß vor Angst wurde. Einige Minuten lang schien die Welt ringsherum irrsinnig geworden. M sein. Marx blickte grimmigen Gesichtes mif die tobenden Mafien. Angeeifert durch die fanatischen Zurufe der Anhänger rollte Girnsleys Angriff wie eine Horde fanatischer Fußballderwische immer und immer wieder gegen das gegnerische Tor. Sie kannten jedes Zollbreit des verräterischen Platzes, und da sie übeMes an die weiche Tonerde gewöhnt waren, so hielten sie sich bester auf den Beinen als ihre. Gegner. Tranfield, von allen Seiten hart bedrängt, hatte das Unglück, den Ball schlecht zu treten, und der sonst so sichere Fuß des tapferen Hollywood-Backs lenkte das Leder zu einem Korner. Einige Sekunden später hatte Wallis, der Tormann, durch eine kühne Nvbnrsonade den gntgezent-sv» ien Kornerball in sichere Weite befiwdert. Bennett und Tranfield, die eisernen Schrldwächter Hollywoods, leisteten, obgleich sie verschiedene Spielmethoden hatten, erstaunliche Zerstörungsarbeit. Der gutmütige, goldlockige Bennett warf sich buchstäblich mit Todesverachtung, aber ohne ein einziges Mal den Gegner unfair anzugehen, in das Kampfgetümmel, um dem heranbrausenden Girnsley-Sturm das Leder sicher von den Wßeu zu nehmen. Ihn: auf den Fersen, wie ein Schutzengel, folgte stets Tranfield, sein Freund und Partner. Ein sportlicheres Publikum als die heulenden Wahnsinnigen von Girnsley, hätte dieser wunderbaren Verteidigungsarbeit feinen Beifall gespendet. Hier hingegen verlangte die wütende Menge, erbittert durch die energische und geschickte Art, auf die ihre Stürmer jedes Mal zurückgeworfen wurden, daß ihre Lieblinge dem Gegner eins auswifchien! Das erste Goal fiel zehn Minuten nach Spielbeginn. Es war die unerhörteste Fehlentschiedung, die je bei einem wichtigen Match vorgeko-mmen war. Obwohl stark abseits, durfte der einheimische Rechtsaußen den begonnenen Lauf fortsetzen und den Ball -zentern. Was nun folgte, war so recht geeignet, den Hollhwöod'- Spielern die mühsam genug bewahrte Ruhe endgültig zu nehmen. Der Zenterstürmer Girnsleys, ein Kerl mit dickem roten Haar, der infolge feiner brutalen und rücksichtslosen Spielweise der besondere Liebling des Publikums zu sein schien, ging den Hollywood-Tormann-an und schleuderte ihn wuchtig über die Torlinie, che Wallis überhaupt Zeih, gehabt hätte, in die Nähe des Balles zu gelangen. SelbstverstäMich erwarteten die HMMood-Spieler eine sofortig» Ahndung dieses bmtalen Fouls, aber wahrend die Gäste noch untätig standen und auf die Entscheidung des Schiedsrichters ivarieten, wurde der Ball ins Netz gerollt. ■ „Goa l", brauste es frenetisch von allen Seiten. Beschwörend umringten die Hollyweed-Äeute den Schiedsrichter, der vollkommen verwirrt und zitternd dastand und kauni sprechen konnte. Er war entschieden nicht der richtige Mann für dieses schwere Spiel. Der wahnsinnige Wutausbruch der Menge, als er zu Beginn des Spieles einen Freistoß gegen Girnsley diktierte, hatte ihn scheinbar voll-> ständig aus der Fassung gebracht. Er war nun ein Rohr im Wind und der Wind war in diesem Fall ein Orkan. Zum Entsetzen der Gäste wollte der Schiedsrichter den Vorstellungen, die ihm gemacht wurden, kein Gehör schenken. Er hatte Gral gegeben und wollte bei dieser Entscheidung bleiben. Angesichts des turbnlen.ten Publikums fürchtete er sich, eine andere Entscheidung zu treffen. Die Situation sah verzweifelt aus. Die wütend geinächten Hollywood-Spieler gerieten ernstlich außer Rand und Band und Warriner, der immer Bedächtige, hatte Vtühe, seine Gefährten zu beruhigen. „Weiterspielen, Jnngens, und nicht den Kopf verlieren!" sagte er. „Bedenkt, daß -die Entscheidung des Schiedsrichters endgültig ist. Wir sind bereit, Sir!" Es kostete dem Hollywovd-'KaPitän viele Uebrvwindung, diese Wort zu sprechen — niemand auf dem Felde wußte, wie viel; aber er rechfferti-gte damit wieder einmal seinen Ruf, der vorbildlichste Profefiional zu sein, der je einen Fußballschuh geschnürt. Sofort nach dem Abstoß konnte man bemerken, daß Girnsley eine neue Taktik verfolgte. ,Jetzt, wo sie in der Führung war, schienen sie entschlossen, -den Vorteil zu wahren und sie strengten sich nicht mehr so an, Goal zu schießen, sondern umlagerten ihr Tor, um es rein zu halten/ (Fortsetzun-g folgt.) ««»i nvwarc.«xc. iv.'&a