Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1961 (31.7.1924)
- Date
- 1924-07-31
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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T3ü M7M f .... . ^"^7^ -wik , ■ ■•■■wr","*y ~rTgit», DMESKq . Abennalkse Serhoftaag des Bavapefter Saattrrs Ami« Stoch. Im Jänner erregte nicht nur in Budapest, sondern Auch in Wien die Flucht des 26jährigen Bankiers Armin Roth und des 27jShrigen Kaufmannes Geza Kor mos großes Aufsehen. Sie hatten Verbindlichkeiten in der Höhe von etwa 14 Milliarden ungarischer Kronen hinterlassen. Zu. den Geschädigten gehörte auch eine Reihe Wiener Firmen. Roth hatte oft und oft, so auch im Jänner, in Wien getveilt und immer in ersten Hotels gewohnt. Er hatte hier auf dem größten Fuße gelebt und sich mehren Automobile gehalten. Ehe er floh, hatte er seinem hiesigen RechlSauwalt seinen Paß übergeben und ihm versichert, nicht vor Februar Wien zu verlassen; allein er hatte, wie sich herausstellte, noch zrvei Pässe in Reserve. Seine Verfolgung wurde in ganz Europa und über dem Meere ausgenommen. Sie gestaltete sich sehr schwierig. Indessen war auch eine große Wertminderung der ungarischen Krone eingetreteu, die die Verbindlichkeiten der slüchtigeu Bankiers wesentlich verabsetzte. Mitte März kam aus Algier die Nachricht, daß Roth dort verhaftet worden sei. Er wurde nach Frankreich gebracht; allem, was seither mit ihm geschehen ist, ist hier unbekannt. Wahrscheinlich hatte er irgendwie die Freiheit erlangt; denn jetzt tras aus Deutschland die abermalige Mitteilung ein, daß Armin Roth dort verhaftet worden' sei, daß die ungarische Regierung an die deutsche das Ansuchen um seine Auslieferung gestellt hat und daß diesem Ansuchen stattgegeben wurde. Roth wird zunächst nach Schärding gebracht, dort den österreichischen Behörden übergeben, quer durch Oesterreich.eskortiert, in Mattersdorf interniert und inOedenbürg den ungarischen Kriminalbehörden ausgeliesert. Eine Gedenktafel für den Erfinder der Esperanto. Gestern wurde an dem Hanse Nr. 8 der Floriamgasse in der Josefstadt eine Gedenktafel für den Erfinder des Esperanto Dr. Zainen Hof. angebracht. Sie ist ans Marmor verfertigt und trägt in vergoldeten Buchstaben folgende Inschrift: „Dr. Lazar Zamenhof, dem die Menschheit die Hüfssprache Esperanto verdankt, wohnte 1886 und 1897 in diesem Hause." Da« Schicksal von Laxenbura. Ter Kriegsgeschädigtenfonds hat der Societe de Chateau de Larenbourg den bisherigen Vertrag gekündigt, beziehungsweise die Einsetzung eines Schiedsgerichtes gefordert, das darüber entscheiden soll, welche Verfehlungen sich die Gesellschaft gegenüber dem geschlossenen Vertrag mit dem Kriegsgeschädigtenfonds zu Schulden kommen ließ. Der sinäüzielle Zustand der Unternehmung ist ein so ungünstiger, so«daß im Falle eines Konkurses die meisten Gläubiger um ihre Forderungen kommen würden. Es sind daher jetzt einige Projekte in Erwägung gezogen worden, wie dieser Schädigung der Gläubiger und des Kriegsgeschädigtenfonds durch Uebernahme der Laxenburger Gesellschaft seitens einer neu«» Gruppe vorgebeugt werden könnte. Ein Brand in Lttakriag. G.it-n'n brach in später Nachtstunde aus einem Holzvlatz <n der Efsingersiraße im 16. Bezirk ein Brand ans, der aber bald gelöscht werden konnte. Die Höhe des Schadens ist noch 'Mbekonnt. Da« Wetter. Das angekündigte ungünstige Wetter ist leider eingetreten. Gestern regnete es in Wien und den meisten österreichischen Stationen. Die westlichen Gipfelstationen melden Schneefall und Frost. Für heute ist trübes, regnerisches und kühlesWetter angesagt. Tie Voraussage für die nächsten Tage, die sich allerdings als unverbindlich bezeichnet, lautet:VorherrschendesSchlechtwetter längere Zeit anhaltend. Wien, 31. Juli. .* Verunglückter Rechtsanwalt. Der 49jährige Rechtsanwalt Dr. August Fischer wurde gestern vormittags vor dem Hause, Lerchenfelderslraße 1, von einem Radfahrer mit dem Zweira.de niedergestoßen. Er erlitt eine Blutbeule an der linken Schläfe und eine Gehirnerschütterung. * Enigleksung im Wiener Nordbahnhof«. In der Nacht vom 29. auf den 30. d. entgleisten in Wien-Nordbahnhos die letzten vier Wagen eines auffahrenden Güterzuges auf der handgestellten Weiche 1 infolge Ümstellens des Wechsels unter dem Zug. Ein aus dem vorletzten entgleisten Wagen postierter Fahrarbeiter wurde getötet. * FliegeraLsturz in Aspern. Gestern hat sich auf dem Flugfeld in Aspern ein Unglück abgespielt, das noch nicht ganz ausg:tlärt ist. Der 23jährige Pilot Franz Berger, ein erprobter Flieger, stürzte mit einem Flugzeug, als er schon im ^Begriffe war, zu landen, aus beträchtlicher Höhe ab und blieb mit einer Gehirnerschütterung bewußtlos liegen. Das Flugzeug wurde fast ganz zertrümmert. Der Pilot war auf dem Flugzeug allein. Berger wurde in das Spital der Barmherzigen Brüder gebracht. * Der Pogromist schnorrt um Judengeld. Ter bekannte Pogromführer in der Ukraine Machno, der gegenwärtig in Danzig weilt, und nach Paris äbzureisen gedenkt, ersuchte das dortige jüdische ZentraWlsskomttee um eine größere U n t e rst ü tz u n g, damit er seine Reise nach Paris fortzusetzen in der Lage sei. Das Präsidium des Zeinralhilsslomitees hat begreiflichevweisc das Ersuchen des. bekannten. Pogrombanditen Machno mit Verachtung abgelehnt. * Falsche Zlotybanknoten. In Warschau wurden kürzlich falsche 5 Zloty-Banknoten im Umlauf festgestellt, die. wie angenommen wird, aus. dem Ausland importiert werden. Tie Falsifikate sind jedoch leicht zu erkennen, da der Hintergrund eine blässere Farbe als die echten Banknoten aufweist. * Die Glasergenossrnschast in Wien hält ihre diesjährige Generalversammlung, in welcher auch die Äorstehertvahlen stattsindeit/äm Montag oen 4. August, '/,6Uhr nachmittags, in der Rest-lttätion^ur Glocke". 7. Bez., Neubanaosse 5, ab. . MUntr Wfamfähm. Mitteilungen nur dem Publikum. ^2 RESTAURANT ■>«* Wien, II. Hammer- Purgstallgasse 4 Au« den Mater«. V o l k 8 o p e r. Heute „Der Z i g e u n e r b a r o n". Morgen „D e r T r o u b a d o u r". Im C a r l - T h e a t e r ist beute der vorletzte ..Bunte A Seit d" des amerikanisch-jüdischen KunsttheaterS; das Programm bringt neue Vorträge und Soloszenen. Morgen findet die Uraufführung des Schauspieles „M e i ch k e C h a s e r" von B e r k o v i tz statt. In der Titelrolle beginnt Ben Z lv i (Dr. Paul B a r a i o f f) sein Gastspiel. Im Johann Strauß-Theater singt heute Fräulein L n n i f e Kraus zum ersten Male die. L o t t e in „Des Königs. N a ch b a r i n". Theater in d'e r I o s e f st a d t. Heute, V,8 Uhr abends, „M uttcrlieb t“, „D i e Spieler" und „E i n H e i r a t s a n t r a g". Im R a i m u n d - T h e a t e r findet Samstag, Vs8 Uhr abends, die Erstaufführung der Operette „D i e t o l I e L o l a" von Hugo Hirsch statt. — E x l - B ü h n e. Heute „Der heilige Floria n". (Freitag beginnt die Exl-Bühne ihr Gastspiel am Deutschen Volkstlieater mit „E r. d t“ von Karl Schänherr, vorher ,,K a r r n e r l e u t" von Karl S ch ö n h e r r.) Fünfte Festaufführung „Aida". Heute Donnerstag findet die fünfte Festaustührung ,.ALa" statt. Dirigent: Pietro Mascagni. Beginn: dreivievtel 8 Uhr abends. Ülach Schluß der Vorstellung direkter Straßenbähnveokehr nach allen Richtungen. Helene Wildbruun an der Wiener Staatsoper. Kammersängerin Helene Wildbrunn hat mit. der Wiener S; a a t s o p e r einen sechsjährigen Vertrag abgeschlossen, der sie für vier Monate in jeder Spielzeit dem Institute verpflichtet. Die Künstlerin wird im August während der Münchner Richard Wagner-Festspiele im Prinzregententheater die Isolde singen. Das Luftschiff im Dienst der Kunst. Die Pariser T h e o t e r d i r e k t o r e n, die gegenwärtig keine guten Geschäfte machen, wollen die neueste Errungenschaft der Technik sich zunutze machen. Um das englische Publikum, soweit es zahlungsfähig ist, in ihre' Theater zu locken, stellen sie ihm ■ direkte. Theaterlinftschifte zur.Verfügung, die jeden Tag von London nach Paris fliegen und. nach Beertldigüng der Vor»/ stellungen noch am selben Abend die. Rückreise noch London antreten. Neues Wiener Städttheater. Fron Hermme Urban, im Hauptberuf die Gattin eines Großindustriellen, hat ein Wiener Familienbild aus unseren Tagen, das den Titel „Leichter Sinn" führt, geschrieben Ihre Schwiegertochter trat in ihm mit Erfolg auf. Auch Schauspieler wirkten mit, die Lücken im Gefüge der Handlung mit Stegreifeingebungen ausfüllten. Am Theater befindet man sich also mitten in den Hundstagen. Eugen Hildach gestorben. In einem Zehlendorfer Sanatorium ist Professor Eugen H i l d a ch im 7ö. Lebensjahre nach längerer Krankheit verschieden. Seine Lieder- und Duettenabende, die er im Verein mit seiner Gattin, der Mezzosopranistin Anna Hildach-Schubert veranstaltete, hat wohl die ältere Generation der Konzertbesucher nicht vergessen. Als Komponist hat Hildach eine große Anzahl von Liebem geschrieben, die oft in einen seichten Salonton verfallen, aber gerade dadurch große Popularität erlangt haben. Sein bekanntestes Lied „Der Lenz ist da" wird noch heute viel gesungen. Zuletzt wirkte er als Gesangspädagoge in Frankfurt a. M. Die Werke Franz Kafkas im Tschechischen. Jan G r m e l a hat die Prüsadichtnngeu Franz Kafkas „Brudermord" und „A u f d e r G a l e r i e" inS Tschechische übertraoen und bereitet die Herausgabe einer Auswahl auS dem gesamten LebenSwerk des Dichters vor. Ern jüdischer Mäzen der Sorbonne. Wie I. T. A. aus Paris berichtet, bat Herr Georges Blu menth al auSÄetv-Aork der Sorbonne 250.000 Franken überwiesen. Der Minister deS öffentlichen Unterrichtes und der schölten Künste FraneoiS Albert hat im Namen der Universität Blumeutbal den Dank ausgesprochen. Blumenthal ist in den Literaten- und Künstlersphären Frankreichs sehr populär. Er bemüht sich nach Kräften, Talente zu ermutigen und die jungen Künstler zum Schaffen anzuspornen. Er stellt jedes Jahr für einen S ch r i f t st e l l e r und. einen bildenden K ü n ft 111 je 12.000Franken zur Verfügung. Ein Komitee aus angesehenen Künstlern hat beschlossen, chm einen Ehrenpreis zu überreichen. Wahl gewinnt den Cousin-Preis. Die Pariser Akademie der moralischen und politischen Wissenschaften hat Herrn Jean Wahl, Professor au der Universität Besaiteon, für sein Werk „Le Partnenide de Platon" den Eousin-Preis in der Höhe von 8000 Franken znerkannt. (I. T. A.) Das Verbot der „Jüdin" in Palästina aufgehoben. Die palästinettsische Regierung hat, wie I. T. VL berichtet, ihre Einwilligung zu weiteren Aufführungen der Halevyschen Oper „D i e I ü d i n" erteilt. Bekanntlich war die Oper Ende Juni infolge des von Kardinal Giorgi im Namen der römisch-katholischen Gemeinde erhobenen Einspruches verboten. Der Einspruch stützte sich darauf, daß die Atolle des Kardinals in der Oper eine Herabsetzung der katholischen Kirche bedeute. Die Negierung hat die Aufführung unter der Bedingung gestattet, daß der Text der Nolle des Kardinals «Ländert werde' "****(*■"' 81 giifi tm ' Wt. HBT Gerichtssaal. Die Perlendlebin Baroaia Konradrheim. Gestern begann vor. dem Grazer Schöffengericht dir Strafverhandlung gegen die Perlendiebin Alice (Baronin) Konradsheim. In der ersten Anklageschrift wird sie beschuldigt, am 20. Februar d. I. auf einer Unterhaltung in dem Hause der ehemaligen Gräfin Alice Herbevstein 77 Perlen im Werte von mehr als 60 Millionen Kronen gestohlen zu haben. Nach dem Beka rntwerden dieses Diebstahls wurde sie auch anderer Perlend nbstähle in ihrem Bekanntenkreise in Graz verdächtigt. Im Anhänge zur Anklageschrift dom 12. März erhebt der Staatsanwalt in Graz gegen sie eine Nachtragsanklage, die gleichfalls auf Verbrechen des Diebstahls lautet. Nach dieser Anklage wird die Konradsheim beschuldigt, am 7. Februar bei einer Unterhaltung im Hause Welfersheintb der chemalrgen Gräfin Attems 26 Perlen gestohlen zu haben. Hinsichtlich dieses Diebstahls wurde festgestellt, daß Eugenie Attems eine Perlenschnur mit 451 Perlen getragen hat. Die Verteidigung führt Rechtsanwalt Dr. Spiegel. Die Angeklagte st in sehr ii'cheidelrer Kleidung erschienen. Auf die Frage des Vorsitzenden» ob sie sich verantworten wolle, erwiderte die Angeklagte tm weinerlichen Ton mit einem „Nein!" Ihr Perteidiger bemerkt dazu, daß die Angeklagte schon fünf Wochen nicht außer Hans gewesen sei und daß ihr Arzt ihr mit Rücksicht aus ihren Gsimdheiiszustand geraten habe, von einer Verantwortung avzustehen. Der Vorsitzende verliest hieraus die seinerzeitige Aussage der Angeklagten vor dem Untersuchungsrichter. Sie hatte unter attderem nrttgrletit, daß ihre verstorbene Mutter eine Morphinistin gewesen sei, und sieunter deren Krankheit schon in der Jugend schwer gelitten habe. aNch dem Tode der Mutter haben sich bei ihr nervöse Erscheinungen eingestellt. Die Angeklagte machte einen krankhaften Eindruck. Nach genauen Beobachtungen kamen die Gerichtsävzt« zu dem Schlüsse, daß bei Aiice Konra'osheim eine Gchirnkrankhert festzustellen sei, die -itr Ze'st der Tat bereits in Entwicklung begriffen gewesen wäre. Der Vorsitzende verliest ihre schriftliche Verantwortung, sie behauptet, unter Zwangsvorstellungen zu leiden und, wenn sie Perlen sehe, das unwiderstchliche Bedürfnis zu haben, sie drm Besitzer herunterzureißen und sie an sich zu bringen. Auf kurze Zeit wurde die Oeffenklichkeit von der Verhandlung wegen BZtzrechung des Familien- und EhelobenS der Angeklagten ausgeschlossen. Da nach Wiederaufnahme ber VevhaMung in ei?em Teil des Publikums Unnche herrscht, ersucht der Vorsitz-'td', die Damen sich ruhig zu vechalten, sonst müßte er oc:t Sial räumen lassen. Es sei kein Theater. Es tritt sofort Ruh^ »in. Ans die F"agc trs Vorsitzenden und des Staatsanwaltes über den angeblichen Krankheitszustand der Angeklagten bemerkt die Zeugin Auce Her barste in, daß sie nur ein nervöses Zucken Angen ec; Alice Konrad-Konradsheim bemerkte. Auffallende Erscheitmugen von Nervosität ckder Veränderungen ihres Wesens und Gesundheitszustandes in letzter Zeit habe sie ketark-wegS wcchrgenommen. - Der 46 Joh'-.e alte Gatte der Angeklagten, Obecstleütnänt Affreo Kcnrad-Konradsheim, ehemals Präsident deS ad'.lizen ’$i\u o§- in Prag, entfchlägt sich -Kt Zeugenaussage. Der 62 Jthce eilt Max (Graf) Herberstein, der Gatte der Bestohlenen, äußert sich in ähnlicher Weise wie set'te Frau und bemerkt, daß er keine wesentlichen nervösen Erscheinungen an dt-- Augeksag'.>"n bemerkt habe. Es sind 4 5 Zeugen geladen. >Der Prozeß dürfte erst heute abends zu Ende gesühr werden. Ein Mietvertrag für ewige Zeiten. Ein Feckalsenat d:S Z'M-lcmdesiger'tchtes hatte Astern über die Fvage der Zulässiigkeit eines Metvevtvages für immerwährende Zeiten zu entscheiden. Die Sodawasserfabvikanttn Juliane G r u n n e r in Eisenstadt und Preßbuvg, brachte beim Bezirksgerlicht Mattersdorf gegen die Gsmemde Draßburg (Burgenland) vine Klage auf Räumung eines in ihram Hau>se m DraMrg seinerzeit der Gememde Traßburg überlassenen Parterreraumes etn. Die beklagte Gemeinde bestvitt ihre VerMchtung, das Lokal, welches sie zur Untevbriinigung der Gendavmeriie bmötige, zu räumen, weil die Klägerin der Gemeinde zuaesichert habe, „sie könne so lange drinnen bleiben^ als sie wolle". Die Gemeinde brauche daher überhaupt niemals .das Lokal zu räumen. Die Klägerin erwiderte, sie häbe zu den damaligen Abmachungen m:i der Gemeinde, welche von ihrem Gatten geführt wurden, ihre Zustimmung nicht gvgeben. Auch wäre der Abschluß eines Mietvertrages für immevwährende Zeiten unzuläffig. Das Bezirksgevicht Mattersdors wies die Räumungstläge ab, weil das Lokal laut Aussage der Zeugen, darunter des vermittelnden Be^irkshauptmannes, der Gemeittde ohne Mietvertrag, jedoch mit der Bemeokting übergeben wurde, daß die Gemeinde solange sie wolle, darin bleiben könne. Bet der gestrigen Berufttngsvechandlnng erklärte der Bernfungs- Vertreter, nach der Anssassung -des Erstrichters sei das Lokal auf Leb ensd au e r d er Gemeinde, also auf ewige Zeiten der Gemeinde übergeben worden. Das sei aber gewiß nicht der Wille h-rr Parteien gewesen, auch sei eine solche Erklärung viel zu unbestimmt. Die Aeutzerung, „du tamtijt b’tttt bleiben, so lange du willst", sei doch nicht die Form, w!e mau einer Behörde ein AmtSlokal überläßt. Die Dauer des Gebrauches muß genau bestimmt sein. Der Berusttngssenat bestätigte das erstrichterkiche Urteil mit dem Zusätze, daß tatsächlich ein Mietvertrag stdie eriste Instanz hatte einen solchen negiert) vorliege. Die Einwendungen der Klägerin, daß die Untwandlung des Lokals in einem Wohn- . raum für die Gendarnteriic unWläsfig sei und daß sie den Raum für ihren Geschäftsbetrieb benötige, seien nicht zu beachten.