Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1960 (30.7.1924)
- Date
- 1924-07-30
- Page
- Seite 8 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Wien, Mittwoch Wiener Morgenzettung. 80. Jul! 1954 Nr. 1960 tuch auf Oesterreich übevgreift, bewirte bei einzelnen Essenverten Kursrückgänge. Die Geschäistslosigkeit wal-rve durch die Meldung über den ruhigen Verlauf der Prager Bolle nicht verändert, während Sie abbröckelnden Kurse der Budapest er Börse sich auf ungarische Arbitragetverte übertrugen, so daß einzelne ungarische Papiere mit Kurseinbußen schlossen. In: späteren Verlause des Verkehrs zeigte sich Nachfrage nach Schöller-, Dampf! chiss- und ElektrizitätAverten, welche höhere Notierung answiesen. Auch nach polnischen Werten und solchen der Petroleummdustrie nahm das Interesse zu. Jivfolge geringer Anregung schloß die Börse nchig. Die Kurseinbutzen waren ebenso wie die Kurserholungen sehr gering; bei vielen Papieren blieb der Kurs des Vortages unverändert. . In brr Kulisse vevzeichneten die Bankpapiere' bis auf die Unionbank, die 1000 K., und Zivnostenska, die 900 K. verloren, durchwegs geringe Kurssteigerungen^ Es besserten sich Dankoere-in um 500 K., Britisch-ungarische Bank linr 2500 K., Oesterreichiische Kredi-t um 2600 K.. Anglobank um 1000 Ä. Von den Jndustriepapieren gewannen Skoda 15.000 K-, Waagner 1000 K., A. E. G Union 900 K, Siemens 2700 K., Gal. Karpachen 3100 K. Niedriger notierten Südbcchn nm 900 K., Felten uni 10.000 K., Krupp um 6600 K., Poldihütte um 8000 K., Tinrler um 5000 K., Trisoiler Kohlen um 1000 K-, Brunner- Maschinen um 2000 K., Ung. Hosherr um 4000 K., Oesterr. Hosherr um 2000 K., und Gummi Semperit um 3000 K. Im Schranken wiesen Kurssteigerungen auf: Pester Kommevzialbank um 50.000 K., Ciavborundum und Schöller Jucker um je 20.000 K. und DampifschiMtien um 26.000 K. Von den P e t r o l e u m w e r t e n gewannen Fanto 1000 K-, Lemberger Naphtha sowie Schodnica je 6000 K. und Wien- Floridsdorser Mineralöl 500 K. Dagegen verloren Nobel- Dynamit 60.000 K., Bvüxer Sohlen 20.000 K. uüd Gal'ioia 10.000 K. Der Anlagemarkt war sehr still. Von den Exoten notierten: Mraznica 42.000 bis 49.900 K., Tc.pcor 44.000 bis 45.600 K., Universale Bau 19.500 b:.i 20 TO') sr Warenbörse. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) Im Auslande, namentlich an der Berliner und Hamburger Börse, ist der Absatz der meisten Produkte nach wie vor schleppend und dürste gegen Mai schätzungsweise um 50 Prozent gesunken sein. Exportaultrage Iteoeit ständig vor, jedoch zu Preisen, die keine« Nutzen lassen. Einige Produkte, darunter speziell Chlorzink und Bleifarben, zogen infolge Eindeckung seitens der Industrie für das dritte Quartal im Preise an. Die gestrige Warenbörse verlief in ruhiger Haltung, von den ausgebotenen Artikeln in Chemikalien sind erwähnenswert: Aetzkali 86/92 zu 11.150 K., Aetznatron 123/130 zu 6650 K., Kupfervitriol zu 7400 K., Pottasche 96/98 zu 8150 K.. Schwefelsäure 66» Bö zu 1750 K., Stearin in Tafeln zu 19.800 K., Carnaubawachs zu 37.500 K., Japanwachs zu 24.000 K. transit Men. Für Aetzkali, Dipenten chlorfrei (entkampferteS Terpentinöl) und für Bormylazetat war Interesse vorhanden. Oele undFette blieben bebauptet. Französisches Rizinusöl II. Pressung befestigte sich um 100 K. auf 23.300 K., Schweinefett pure lard Tierces pro 100 Kilogramm nottert Dollar 34/10 transit Wien und in Kisten 28.500 K. Kolonialwaren. Die Stimmung in Kaffee ist andauernd fest und die Presse vermochten um neuerliche 500 K. anzuziehen. Es notieren: Santos prime 53.500 K., SantoS superior 51.500 K., Rio VH Johnston 45.500 K. ab Wien pro 50 Kilogramm. Reis zog um 100 K. an. Burma II Originalware neue Ernte notiert 15 Schilling 9 Pence pro 50 Kilogramm waggonfrei Triest und 5600 K. ab Wien, italienischer Splendor ff 7600 K. und 6 A 7450 K. Zucker blieb behauptet, nur neue Ware schwächte sich um 5 Punkte ab. Kristall notiert 2.75 tschech. K., Würfel 3 tschech. K. pro Oktober-Dezember ab Grenze. Zum öffentlichen Verkauf gelangten laut Art. 343 deS H.-G.-B. 15.000 Kilogramm Hadern.77,300.000 K. und Malrequisiten zu 16,000.000 K. Zum öffentlichen Verkauf gelangen am 31. d., 11 Uhr, zirka 2000 Kilogramm Hufstollen, am 1. August, 11 Uhr, 5 Ballen Verser- und Smyrnateppiche._ BiehmSrkte in St. Marx. Dorstenviehmarkt. Angemeldet wurden str den «estrigen Markt 9112 Schweine, allein zu Beginn desselben waren bloß 8662 Stück, darunter 6057 Fleisch- und 2605 Fettschweine ausgetrieben. Der Provenienz nach waren 84 inländische, 38 ungarische, 941 jugoslawische, 6305 polnische, 1057 rumänische und 237 ^dänische. Fettschweine tendierten im Einklänge mit der Aufwärtsbewegung auf dem Fettmarkte fester und haben gegenüber der Vorwoche bis zu 500 K. pro Kilogramm im Presse angezogen. Fleischschweine konnten die vorwöchigen Preise nur schwer erzielen. Es notierten: Fettschweine prima und mittelschwere 22.000 bis 23.000 K., Bauernschweine 20.000 bis 23.000 K., alte 20.000 K.. alte dänische 19.000 bis 20.000 K. Fleischschweine 20.000 bis 24.000 (24.500) K. pro Kilogramm Lebendgewicht. P fe r d e m a r k t. Zum gestrigen Markte wurden 317 Schlächter-, darunter 214 auf dem Kontumazmarkie, und 241 GebrauchSpserde gebracht. Marktverkehr schleppend. Preise für Schlächterpferde weiter steigend. ES notierten: Zugpferde leichte 4,000.000 bis 10,000.000 K., schwere 7,000.000 bis 14.000.000 K. Kutschpferde 4.000.000 bis 12,000.000 K., Pferde für Schlacht wecke 6000 bis 14.000 K. pro Kilogramm Lebendgeivlchi.' Berliner Börse. Bc.l-n, 29. Juli. Bei Beginn des heutigen Verkehrs lagen »ki&ciain von auswärts ziemlich bedeutende Kausauft trage vor, so daß die ersten amtlichen Kurse messt noch eine Besserung gegenüber den gestrigen hohen Schluykursen auswjesen. Demgegenüber verhielten sich die hiesigen Kreise eher abwartend, da eine leichte Geldversteisung eintrat, welche sich infolge der allgemeinen Belegung des Geschäftes bemerkbar machte, ferner neue Anregungen nicht Vorlagen und im Gegen teil neue Hemmungen den glatten Verlauf der Londoner Kon fersnz zu verzögern scheinen. Diese Momente Kamen aber nur 4« M OO1. .. X 1 . fix!.. i/.* Kaliwerken stiegen heute die gestern zurückgebliebenen Papieile. Chemssche Werte waren stark begehrt. Von Elektrizitätsrieren zeichneten sich Felten durch lebhafte Umsätze bei an- ' üden Kursen aus. Auch der Markt der Maschinenfabriks aktien fand mehr Beachtung. Bell.«-Karlsruhe Machinen zogen kräftig an. Das einzige Gebiet, auf dem sich eine Abschwüchnng zeigte, war der- Markt der dentschen Anleihen, ans dem die gestrigen Amßernnaen der Sachverständigen in der Ausivertuügskommsssion nachteilig -e'mwirkten. Schifsahrtsaktlen lagen fest, von Bahna-ttien waren El. Hochbahn-Mtien weichend. (Aller in Billionen von Mark.) S ch l u ß k u r s er - Türkische Lose 19i25. Oesterr. 'Staatsbahn 27.5, Nordd. Llovd 6.1, Der. Elbeschiffahrt 2.4, Berliner Handelsgesellschaft 25.625, Kommen. Privatbank 5.—, Darnsstädter Dank 8.—, Deutsche Bank 9.3, Diskonto- Kommandit 11.—, Dresdner Bank 5.75. Nationalhank für Deutschland —.—, Oesterr. Kredit 0.315, Oesterr. Länderbank —, NeichSbank 39.5, Wiener Bankverein 0.225. Wr. Unionbank 0.275, Allg. ElektrizitätS-Gelellschakt 9.2, Bochmner Gußstahl 47.2, Daimler Motoren 2.62, Deutsch-Luxemburger 50.—, . Deutsche Maschinen 6.5, Dynamit Nobel 6.87. Felten u. Guilleaume 21.—. Gelsenkirchener Berg 51.25, Tb. Goldschmidt 11.9. Harvener Bergbau 59.—. Hirsch Kuvfer 20.—, Höchster Farben 13.12. Hobenlohe-Werke 20.75, Laurahütte 6.4, McmneSmanvröhreii 26.62, Phönix Bergbau 27.25, Cchuckert u. Co. 34.—.Siemens n. HalSke 44.S, Telephon Berliner 4.8, Goldanleihe 4.2. Dollarschatzanwcssungen 81.8. Prager Börse. Prag, 29. Juli. Die heutige Börse verkehrte unregelmäßig. Gegen Schluß zeigte sich aber rine festere Stimmung Auf dem J'Ndustriemarkte gab es mit wenigen Ausnahmen nur geringe Veränderungen. Kulissenpapiere behaupteten ungefähr ihren letzten Kursstand. Bon Berkehrswerten zogen Nordbahnaktien neuerlich im Kurse an. Banken lagen nur zum Teil höher. St-aatsvapiere gaben nur wenig nach. Von Exoten waren namentlich Jpar gefragt. Der Schluß war unregelmäßig. Schlußkurse: Türk. Essenbabn-Anleibe — Franken —.—, Böbm. ssuionbauk 394.—. Böhm. Eskomptebank 387.—, Böbm. Jndnstrialbank 417.—, ZivuostenSka Banka 399.—. Anglobank 90.50. Oesterr. Kredit 72—, Wiener Umonbank 70.— Wiener Bankverein 53.25, Buicktiebrader Eiimbahn Lit. A Lit. B FerdinandS-Nordbabn 5665.-, Drag-Duxer —, Aussig-Tevlitzer, Eisenbahn —.—, Nestomitzer Zuckeriudustrle —. Vereinigte Elektrizität Wien 108.—, Brosche —.—, Koliner Spiritus 1000.—, KönigSbofer Zement 933.—. Breitseld-Dcmek 476.—, Ningboffer 678.—, Simmerinaer 96.50, Rotbkosteketzer Textil 300.—, Alpine Montan 181.—. Poldihütte 293.50, Prager Essen 855.—. Oesterr. Berg u. Hütten 2240.—, Skoda 510 50. Jnwald 238.—. Bndapester Börse. Budapest, 29. Juli. Die heutige Börse zeigte eine unveränderte Haltung und behauptete Kurse. Der Verkehr war minimal und nennenswerte Abschlüsse wurden nur in einigen führenden Kulissenwerten getätigt. Kursverluste traten aber nur vereinzelt zutage, da die Ausnahmssähigkert des Marktes ziemlich groß war. Die Börse schloß bei geringem Verkehr in träger Haltung. Wochengeüd erhöhte sich heute bis 1 Prozent und wurde schließlich amtlich mit 0,5 bis 1 Prozent notiert. (Alles in Tausenden von Kronen.) Schlußkurse: Britksch-Ung. Lank 46.—. Ung. Kredit 575, Oesterr. Kredit 165, Salgo Kohlen 591, Rimamuranyer 130, Südbahn 61.—, Staatsbahn 520.—, Anglobank —.— Gran- SzaSzvarer 355.—, Oberung. Berg-Hütten 480.—, Dralche- Ziegel 195.—, Ung. allg. Kohlen —, Urikanv Kohlen 978, Koburg 42, Spodium 140, Clotilde chem. Fabrik —.—. Ung. Eisenbahnverkehr 180, Verein. Holz 17.—, Adria 1025.-. Sie Sevisenkurse. Zürich, 29. Juli. (Devisenkurse von 11.50 Uhr. Don der Schweizerischen Kreditanstalt mitgeteilte 'Mittelkurse.) Berlin pro Milliarde —.— Holland 207.60 (207.75), Netv-York 543.50 (543.50), London 23.87 (23.91). Paris 27.45 (27.75), Mailand 23.50 (23.52), Brüssel 24.80 (25.-), Kopenhagen 87.75 (87.75), Stockholm 144.75 (144.75),’ Christiania 72.50 f73.—), Madrid 72.70 (72.75), Buenos Aires 177.- (177.50), Prag 16.05 (16.15), Budapest 0.0069 (0.0069), Bukarest 2.35 (2.35), Belgrad 6.42V, (6.45), Sofia 8.90 (3.97), Warschau — -.-), Wie» 0.007675 (0.007650). Berlin, 29. Juli. (Devisenkurse.) (In Goldmark für 100 Einheiten mit Ausnahme von Buenos, New-York, London,Japan und Rio für 1 Einheit, Wien und Budapest für 100.000 Einheiten.) Amsterdam 159.95 (160.—), Belgien 19.05 (1920), Christiania 56.51 (56.36), Kopenhagen 67.53 (67.73), Stock- Holm 111.47 (111.47), Italien 18.10 (18.10-, London 18.415 (18.43). New-York 4.19 (4.19), Paris 21.15 (21.40), Schweiz 77.06 (77.06), Spanien 55.61 (55.61), Wie» 5.91 (5.91), Prag 12.405 (12.445), Budapest 5.24 (5.29), Sofia 3.04 (3.04), Belgrad 4.94 (4.94). Berlin, 29. Just. (Rotenkurse.) (In Goldmark für 100 Einheiten mit Ausnahme von Dollar und Pfund für 1 Einheit, österreichische für 100.000 Einheiten und polnische für 100 Zloty.) - Roten: Dollar 4.19 (4.19), Pfund 18.385 (18.40), Italienische 18.10(18.10), Oesterreichssche 6.91 (5.91), Polussche 77.75 (77.60), Tschecho-siowakssche 12.38 (12.44). Prag» 29. Juli. (Devisenkurse. — Mitgeteilt vom Baukamte der ischecho-slowakischen Finanzministeriums.) — Berlin*) 6.02'/. (8.03'/,), Zürich 622.50 (622.50), Paris 172.62'/, <174.-), London 149.30 (149.30), New-York 33.95 (33.95), Belgrad 40.42'/, (40.15), Bukarest 14.60 (14.50),. Wien 4.71 (4.71), Warschaus) 654.50 (653.-), Agram —(—.—), Budapest 4.03 (4.02), Jugoslawische 40.30 (40.15), Oesterreichssche gestempelte Krone 4.69'/, (4.70), Polnischef-) 650.25 (644.—), Ungarische 3.97 (4.-). *) per Billion, 1°) für 100 polnische Gulden. Du-apeft, 29. Juli. (Kurse der Devisenzentrale.) — Amsterdam 30.180 bis 30.650, Bukarest 345.— bis 855.—. Küpen Hagen 12.750 bis 12.950.Christiania 10.680 bis 10.850, London 347.100 bis 352.400. Berlin bis Italien 3410- bis 3470.- Paris 3980.- bis 4060-, Prag 2330.- bis 2380.-. Stockholm 21.040 bis 21.370, Zürich 14.540 bis 14.760, Wien 1,1165 bid 1,1335, Sofia 565.— bis 575.—, Agram 935.— bis 955.—, New-Bork 79.000 bis 80.200, Warschau -.- bis Brüssel 3600. bis 3660.-. Belgrad, 29. Juli. (Devisenkurse.) London 371.25 bisParis 430.-bis.-.-, New-York 84.25 bis-.-, Genf 1553 50 bis —Saloniki bis Mailand 364.25 bis —Prag. 250.37 bis Berlin -.— bis . Wien 0.1191 bis -.—, Bukarest 33.32 bis — Sofia —.— bis —.—, Budapest 10.195 bis Brüssel '386.50 bis —.—, Amsterdam —.— bis —Warschau — .— bis —. Agram, 29. Juli. (Devisen.) Wien 0.1189 bis — .— Berlin bis Budapest 0.1045, Bukarest 36.50 bis Italien 364.- bis —London 871.50 bis New-York 84.87 bis —, Paris 430.— bis —Prag .250.80 bis —, Sofia —.— bis —, Schweiz 1551.25 bis - .— 4'r:'«es —bis —«rkchan —bis Anise;len* U2.U5 f..$ . , IrU.SSBALLrROMÄN VON(SIDNßY M Nachdruck Vorbehalten 30. Fortsetzung. Am eigenen Platz spieleit zu können, bas war das inniige Gebet, welches Ben Warriner zusanlinen mit HÄlister, dem Klubmanager, an die Sportgötter richtete. Ter erfahrene Kämpfer kannte die Stärke und das Spielvertranen, das eine Mannschaft aus der Atrlwesenh-eit ihrer Anhängerschaft schöpft, besonders!m Kampfe um dem Zauberkitel, der so wenig inneren Wert hatte und doch feinem Eroberer so viel einbrachte. Ein solcher Vorteil im Kampfe hatte oft und oft ven Sieg bedeutet. Angceifert durch die Zimrfe ihrer Anhänger, vollbringt eine Mannschaft oft das scheinbar Unmögliche. Fraget irgend einen Professional, wie er bett Wert des Spieles auf dem eigenen Platz einschützt, und er wird euch antworten: „So gut wie ein Goal Vorgabe!" Warriner, den Führer, Freund und Berater seiner Mannschaft, bedrückte die Nachricht, daß sein Team die erste Runde auf einem fremden Platz spielen sollte. Und in diesem Falle hatte ein Unglück das andere nach sich gezogen. Nicht genug, daß die Mannschaft vor einem fremden, den Gegner favorisierenden Publikum spielen sollte, sie sollte auch gegen Girnsley, diesen Totengräber so vieler Fußballhoftnungen, antreten. Wahrlich, das grausamste Zusammentreffen von Zufällen, die das Schicksal gegen Hollywood erfinden konnte. Girnsley war ein Name, gehaßt und gefürchtet zu gleicher Zeit. Die Mannschaft strengte sich nicht sonderlich in den Melsterschaftskämpfen an und sparte ihre Kräfte jahraus jahrein für den aufregenderen Pokallvettkamps. Skrupellose Spielmethoden und die Unterstützung einer beinahe zügellosen Anhängerschaft schüchterten in der Neg.l ein gegnerisches Durchschnittsteam schon ein, bevor dieser den schlechten, holperigen Boden des Girnsleh^Spielfeldes betrat. Selbst Akarr, der neueste Rekrut Hollywoods, hatte von den Girnsley-Methoden gehört, während sie den.übrigen schon unangenehm zu ISewußtsein gekommen waren. Die Hollywood-Spieler sahen einander mit bezeichnenden Bücken an und manchem von ihnen entschlüpft; ei» derber Fluch. „Lacht doch, Kinder, lacht!"^ rief Ben Warriner, als er die langen Gesichter seiner Mannschaft sah. „Mr. Hollister wird gleich hier sein und ihr wollt doch nicht ausschen wie Kinder, die sich vor einer Tracht Prügel fürchten, nicht? Da kommt er schon, lotz, macht, als wenn ihr euch gemütlich unterhalten würdet!" 'Ein genauer Beobachter konnte jedoch bemerken, daß der Manager selbst sein Bestes versuchte, nm gleichgültig - zu.scheinen. In Erinnerung an Dunsters Rat versuchte er jetzt, eine heitere Miene auszusetzen. „Nun, Jungens, Girnsley am Girnsley-Platz! Wahrscheinlich die schlechteste Auslosung, die wir haben konnten. Selbstverständlich kommen wir durch. 'Ihr dürft nur nicht den Kopf verlieren und euch von dem Publikum — nebenbei gesagt das schlimmste im ganzen Lande — nicht einschüchtern lassen. Spielt, wie ihr zu spielen gewöhnt seid. Girnsley ist zwar in der ersten Liiga, aber es ist kein Vergleich zwischen euch und den Girnsleh-Leuten. Allerdings, man gewinnt den Pokal nicht immer durch anständiges Fußballspielen. - Es muß für euch alle eine Ehrenangelegenheit sein, euch in bester Kondition zu erhalten — nichts trinken und so wenig als möglich rauchen. Der Klub ist^’noch immer nicht-aus dem Wasser; nur ein gutes Abschneiden im Cup sichert uns das große Publikum. Und wenn wir es einmal für.uns haben, dann behalten wir es auch, aber zuerst müssen wir es eben haben! Erfolg im Cup ist der sicherste Weg dazu,, Jungens", vollendete der Manager, während er seinen steifen Hut aus der Stirne rückte, eine charakteristische Bewegung von ihm, wenn er sehr erregt war, „wir müssen um jeden Preis in Girnsley gewinnen oder mindestens unentschioden spielen; wenn wir verlieren, können wir ebenso , gut gleich die Bicke zumachen!" Er verließ dm Raum, um feine Kanzlei auszusuchen, und ließ eine Atmosphäre hinter sich, in welcher die Verzagtheit einen erbitterten Kampf mit der Entschlosseicheit führte und — unterlag. Die Gefühle und Gedanken der Hollylwoch-Spieler wurden am besten zum Ausdruck gebracht, als Tormann Artur Wallis seine Kappe mit Wucht auf dm Boden schleuderte und leidenschaftlich ausrief: „Wenn ein Ball durchgeht, der zu halten ist, dann dürft-ihr mir so lange.die Visage boxen, bis sie wie ein Fußball aussiehr. Und je stärker ihr hmhaut. desto mehr wird es mich freuen!" Mit jedem Tag, der nun folgte, wurde die Entschlossenheit der Hollywood-Spieler, die schwere Prüfung, die ihrer harrte, nftt Erfolg zu bestehen, größer. Das Jntervste der Stadt wurde von Jimmy Dunster allabendlich aufgepritscht und wach gehalten, der in der Sportvubrik der „Evening Times" .jeden Abend detaillierte Berichte über das Training und den einzelnen Spieler brachte, ohne dabei viel.zu verraten. Und jeden Tag erklärte er in seiner Zeitung aufs neue,, daß er von den Trainingsmethoden des Teammanassers begeistert sei und daß große Uoberraschungen bevorstünden. (Forisetznna folgt.) RJB5C73 CFX/Mffl TC v: ► v jv-v. > ST?; t/a'• vr*5X« ■r'fl