Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-07-27 · Heft 1957 (27.7.1924) · p. Seite 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1957 (27.7.1924)
Date
1924-07-27
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2981040--19862-3007042
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

5 % - ' Ft' > " , » t^v P^;r - - Seit« IS äßtCR/ ©O'ituKly MflfCf j't*'*U* a»«?B®k Mäki£>4S*Aäi^£ «BJTvWCTJ y/iPTffifUjivlliniHi 27. A« ISSr W.l9»r ÄUTÖ-^EILAÖE PEP WIENER MORGENZEITUN SCHEINT SONNTAG Sie wirtschaftliche Bedeutung des Kleinautos. Ueber diese Frage schreibt Ingenieur Richard Hofsmann, Berlin, Karlshorst, im „Automobil-, Motorrad- und Flugverkehr": Die Beantwortung dieser Frage ließe sich nach zwei Gesichtspunkten hin finden und zwar: Entweder wir haben überhaupt erkannt, daß es vom technischen Standpunkte aus das Richtige ist, die. Weiterentwicklung unseres Kraftfahrzeuges nicht nach oben (höhere P. S.-Leistungen, größere Dimensionen, größere Gewichte usw.), sondern nach unten (niedrige P. S.-Leistungen, kleinere Dimensionen, geringere Gewichte) durchzuführen, oder aber die wirtschaftlichen Verhältnisse zwingen uns zu diesem Vorgehen. Wenngleich auch das erstsre zutrift, so steht doch fest, daß das letztere der ausschlaggebende Faktor war und weiterhin bleiben wird. Obwohl diese Tatsache feststeht, wird sie jedoch nicht immer erkannt und zugegeben. Unser heutiges Kleinauto ist entstanden aus der Notwendigkeit, ein in Anschaffung, Unterhaltung und Betrieb billiges (das heißt billig im Vergleich zum großen Wagen!) Fahrzeug zur Verfügung zu haben. Wenngleich man auch unter günstigen Verhältnissen dem' Kleinauto zu seinem' Rechte decholfen hatte (vergleiche auch das wirtschaftlich besser dastehende Ausland!), so muß aber zugegeben werden, daß wir auf diesem Gebiete heute noch lange nicht so weit vorgeschritten wären, wenn uns eben nicht die Notwendigkeit dazu gezwungen hätte. Somit hat also dieser Zwang auch sein Gutes gezeigt, indem er die Entwicklung des Kleinautos beschleunigt und uns zu einer neuen, zukunftsreichen Industrie geführt hat. Das Kleinauto ist also heute die Losung! Die Vorteile, die ein solches Fahrzeug bietet, sollen im folgenden etwas näher untersucht werden. Da wäre zunächst der Anschaffungspreis zu betrachten. Dieser ist nun beim Kleinauto nicht unwesentlich niedriger als beim Kraftwagen herkömmlicher Ausführung und spricht hierbei natürlich die Konstruktion und Ausstattung des betreffenden Fahrzeuges, eine große Rolle. Weiterhin kommt als sehr wesentlicher Preisfaktor die Art der Herstellung (Einzel- oder Massenfabrikation) in Frage. Kann man auch beim Anschaffungspreis noch ein Auge zutrücken (ein Kleinauto ist heute ebenfalls eine gute Kapitalsanlage), so ist jedoch weit wichtiger die Frage der laufenden Betriebskosten. Maßgebend ist hier in erster Linie die zu befördernde Nutzlast und der sich, aus dem Betriebsstoffverbrauch rrgebende Kilometerpreis. Es ist nun durchaus einleuchtend, daß die Kosten für den gefahrenen Kilometer dann an: niedrigsten sein werden, wenn eine entsprechende wirtschaftliche Ausnützung der Motor- und Fahrzeugleistung gegeben ist. Mit ruderen Worten: wenn man ein Fahrzeug verwendet, dessen p. S.-Leistüng im richtigen Verhältnis zur Nutzlast steht. So vare es zum Beispiel unsinnig und - unwirtschaftlich, mit rinem 45 P. S.-4 Tonnen-Äastwagen regelmäßig nur ein oder jwei Tonnen Nutzlast zu befördern. Das gleiche trifft nun auch für den Personenwagen zu. Aber gerade hier läßt sich festitellen, daß die Frage der Wirtschaftlichkeit recht nebensächlich Gehandelt wird. Wieviele benutzen heute noch für ihre Fahrten Vagen, deren Leistungen kaum aus* dem größten Teil unserer Straßen, geschweige denn aber im Stadwerkehr ausgenutzt verden können. Nun, es ist schließlich Sache des einzelnen, ob rr in der Stunde 45 Kilometer mit einem 10-P. S.-Wagen -urücklegen will. Es ist auch Sache jedes einzelnen (uitb dessen Geldbeutels), ob er im ersten Falle das doppelte an Betriebskosten bezahlt als im zweiten. Vom volkswirtschaftlichen Standpunkte aus betrachtet, ist dies jedoch zu verwerfen, denn rs stellt immerhin eine Verschwendung des Brennstoffes'dar, die unserem gesamten Kraftsahrbetrieb aus Gründen, die jedoch im Nähmen dieser Abhandlung nicht erörtert werden können, schadet und deshalb zu verurteilen ist. Einen schweren Wagen nicht im entferntesten ausgenutzt zu betreiben, fft heutzutage rusgesprochener Luxus, den sich eigentlich nur noch Schieber, und Spekulanten leisten können. Wenn die Entwicklung unseres Wirtschaftsleben in gleicher Weise wie bisher weitergeht, dann werden wahrscheinlich die Spötter sehr bald recht behalten, die behaupten/ daß man nach der Höhe der P. S.-Leistung die erfolgreiche Tätigkeit der Schieber beurteilen könne. Außer den Ersparnissen an Brennstoff gestaltet, sich'der Betrieb beim Kleinauto/ auch infolge geringeren Reisenverbrauches (der wiederum eine Folge des niedrigen Fahrzeuggewichtes ist) bedeutend billiger. Auch die Kosten ffir Ersatzteile werden sich naturgemäß nicht unbedeutend' verringern. Daß beim Kleinauto infolge geringeren Raumbedarfes die Frage der Unterstellung eilt« nicht zu unterschätzende Vereinfachung erfährt, ist ein weiterer Vorzug dieser Fahrzeuggruppe. Zu erwähnen wäre schließlich noch die leichte Bedienung und größere Beweglichkeit des Kleinautos, die es zu einem vorzüglichen Grobstadtverkehrsmittel stempeln, sowie die geringeren Kosten für Steuern und Versicherungen. Wichtige Gefichtsvunkte für die Konstrultisn und Fabrikation von Kieintraftwagen. (Schluß.) Der Betrieb des Wagens wird billig, wenn man aus demselben die höchste Leistung bei geringstem Betriebsstoff» verbrauch herausgeholt. EineVoubedinaun-a hievfür in ein möglichst geringes Gewicht des Fahrzeuges, wodurch der Gummiverbrauch herabgedrückt wird. An die Betriebssicherheit müssen natürlich die höchsten Anforderungen gestellt werden. Die Bedienung muß, da der Wagen vorwiegend in Laienhände kommen wird, so einfach wie möglich sein. — Außerordentlich wichtig ist die Frage der Federung, man kann sagen, diese ist geradezu eine Lebensfrage für das Kleinauto. Den Beweis, daß man nach den oben angcdeuteten Gesichtspunkten einen brauchbaren Kleinkraftwagen bauen kann, hat trns leider erst eine ausländische Antomobilfabrik erbracht, das ist — Ford scheide ich aus der Betrachtung aus — die Nesselsdorfer Waggonfabrik mit ihrem Tatra- Wagen. Bei diesem Wagen sind die zu stellenden Forderungen in geradezu vorbildlicher Weise erfüllt. Seine Konstruktion weicht allerdings von der im Laufe der Jahre herausgebildeten Normalform erheblich ab. Charakteristisch ist zunächst, daß der Tatra-Wagen kein Chassis im eigentlichen Sinne besitzt, das heißt, keinen-Rahmen, an welchem alle maschinellen Teile anmontiert sind. Der Aufbau des Wagens ist vielmehr folgender: Der quer zur Fahrtrichtung liegende luftgekühlte 4-Steuer- PS-Motor bildet mit dem Getriebe einen Block. Dieses ist nach'modernsten.Grundsätzen mit Kugelkopsschaltung gebaut. Der Motor selbst setzt durch seinen ruhigen,''fast erschütterungsfreien Gang selbst die anspruchsvollsten Fachleute in Erstaunen. Er verleiht dem Fahrzeug eine Geschwindigkeit von fast 80 Stundenkilometer. Hervorragend ist auch die Bergsteigefähigkeit des Wagens. Mi-t dem Motorblock ist die Hinterbrücke durch ein kräftiges Stahlrohr starr verbunden. In diesem Rohr täicft die Antriebswelle für die Hinterachse. Diese ist ausgebildet wie die Hinterachse des Rumpler-Tropfen-Autos, das heißt jede Achshälfte schwingt für, sich. Es leuchtet ohneweiters ein, daß auf diese Weise eine geradezu ideale Federung erreicht wird, arbeitet dieselbe doch nach dem Grundsatz, eine Federung unmittelbar an der Stoßstelle zu erreichen, ohne daß dabei das Wagengewicht zu heben ist. Daher ist mit dem Tatra-Wagen ein absolut stoßfreies Fahren auch ans der schlechtesten Straße möglich. Das Verbindungsrohr zwischen Motorblock und Hinterachse dient gleichzeitig dazu, mittels entsprechender Schellen und Traversen die aus einent Stück Blech gepreßte viersitzige Karosserie zu tragen. Daß der Wagen mit elektrischer Licht- und Starteranlage ausgerüstet ist, kann eigentlich als selbstverständlich angesehen werden. Be-. merkenswert ist die leichte Zugänglichkeit aller maschinellen Teile. Der Betriebsstofsverbrauch des Wagens ist außerordentlich gering und infolge des geringen Gewichtes hält sich auch der Gummiverbranch in sehr niedrigen Grenzen. Seine schnittige Form und seine einfache Bedienung machen den Tatra- Wagen geradezu zu einem Jdealfahrzeug für den Selbstfahrer. Seine konstruktive Durchbildung dürfte bahnbrechend sein. Das schließt natürlich nicht aus, daß man dem Problem des Kleinkraftwagens gewissermaßen auch von der anderen Seite beikommen kann. Ein charakteristisches Beispiel dafür ist der kleine Lancia-Wagen. Bei diesem Wagen fehlt eine eigentliche Karosserie. Es ist vielmehr hier das Chassis als Träger mit Dreiecksverstrebungen ausgebildet; dieser Träger, der außen und innen in geeigneter Meise verkleidet ist, bildet gleichzeitig die Karosserie. Es kann indessen nicht zweiselhäft sein, daß der beim Tatra-Wagen cingeschlagene Weg der einzig richtige ist. Vielleicht wird auch bei diesem Wagen der Zweitak-tmotor einmal eine Rolle spielen. ' Endlich wäre noch ein dritter Weg denkbar, um zu einem preiswerten K/einkraftwagen zu gelangen, das wäre die Fasich <Jer am ,;,i1Prsien seien Unfälle jeder Art: Durch Versicherung gegen Unfall iihcl ^Haftpflicht I Besonn "ts wichtig bei Betreiben von Körpersport (auch Wintersport), Radfahren und Reiten. FUr Aulobeaitxer I * ° Au i o- U n hr e r s a (-Versicherung deckt alle.für .Automobilisten m Betracht kommende Risken m zu den kulantesten — @ | fl © f P O I I Z Z © Bedingungen. Direktion: Wien, I., Stock-im-Eisenplatz Rr, ' 744«, 74443. Kostenlose Awkgnfte bei der Direktion 4« ANGI.O--DANUBIAH-LUOYD, Allgemeine veraic.i. rujvgS'A.*© "" T *--’-4- 1. Tel. Nr. 65M, 8Q0U Wlen, l., Afljerttplftt* brrkation eines normalen 6- bis 6-Steuer-PS-Wagens nach amerikanischem Vorbild, das heißt in einein -solchen Umfange, daß der Wagen zu einem konkurrenzlos billigen Preise lieferbar ist. Doch kommt dieser Weg in einem-verarmten Lande, wie Deutschland kaum in Frage, denn dazu gehört'erstens Geld und zweitens Geld und drittens Geld und das haben wir nicht übrig. Trotzdem ist der Siegeslauf des Kraftwagens auch bei uns nicht aufzuhalten und auch bei uns wird der Kleinkrastwagen einmal ein Volksfahrzeug werden, wenn zur' Zeit auch die geltenden gesetzlichen und steuerlichen Bestimmungen dem entgegenwirken. Notwendige Voraussetzung ist dafür natürlich eine prinzipielle Umstellung der Antomobilind'ustrie und eine weitgehende Typennormalisierung. Wenn auch in Zukunft nach wie vor bestimmte Kreise den starken Wägen.• bevorzugen werden, so ist doch die Frage des Kleinkrastwagens für die Automobilindustrie eine Lebensfrage. Schutzzölle allein können eine Industrie nicht lebensfähig erhalten, wenigstens nicht auf die Dauer, wenn sie nicht die innere Lebenskraft hat. Daß ihr diese erhalten bleibt, dazu sollen die vorstehenden Ausführungen beitragen. (A. A. Z. Berlin.) ich fahre hur mit ouple>2ord und \Voligummi- Reifen Autozubehöre Reparaturen \ Vollgummipresse Kaufmann & Eissler T<|i| ir<i Wien, iii. Ungargasse 12 a :: Tel. 7388 u.842/8 AUTOFAHRSCHULE RUMPLER vom Landesschulrat genehmigt I IIL Marxergasse 30 und 32 J Telephon 57-3-32 u. 51-7-55 mi Verlangen Sie Prospekte! J Kaufen fieniiüielHi I vor der Zollerhebung das pi eis werteste aller amer. Autos j mit allem Komfort, Dynamo, Anlasser etc., komplett fahrbereit, verzollt 85 Millionen General-Repräsentanz so68 mm Auto - Verkauf s-G. m. b. h« Fichtegasse 8 WSE&8 B. Kotowratring S iiwm MM mmiiiiii3iii.ffl.ua Wien München Nürnberg F r a n k f u r t Zürich Genf Budapest Mit Junkers Ganzmetall-Limousinen Flugscheine und Auskünfte im Oesterreichischen Verkehrsbnreau, Wien, I. Friedrichslrasse 1, Telephon 52-5-90

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.