Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1955 (25.7.1924)
- Date
- 1924-07-25
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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* \ , P* ■■■•■■'' '■'■'■■'•.'S.'- Seite 8 Wien, Freitag Wiener Morgen?,eitung. 25, Juli 1924 Nr. 1955 iisenindustrie um 59.000 K., von d e n M o n t a n w e r t e n ' Salizische Sierszaer Montantverke um 5000 Obernnnarische Zütten um 400V K. und Ungarische Ko-lenLergbau unr 50.000 K:. >on den P e t r o l e u m w e r t e n Ealicia um 10.000 &. mb Schodniea um 2000 K., während Fanto 10.000 K. verloren. Auf dem Ä n l a g e m a r k t sind sehr geringe Kursvnmste zu verzeichnen. Von den Exoten notierten: Mraznica 47.000 biS 51.000 K., Tex ege 43.000 bis 47.000 K., Universale Bau 19.000 bis 81.500 K. Die Warenmiirkte. Kaffee. Während Brasilien bisher frei von Schädlingen war. die tvie in anderen Ländern Verheerungen in den Kasieepflanzungen anrichten, wird jetzt das Auftreten eines Insekts gemeldet, das seine Eier in die Kaffeefrucht legt und sich rasch vermehrt. Es scheint sich um dieselbe Plage zu handeln, wie in Java und Ostafrika, wo die Ernte in fünf Jahren um fast 90 Prozent vermindert worden ist. In Java aber sind die Pflanzungen nicht ganz so zerstreut, während es sich in Brasilien 'um ein geschlossenes Gebiet Handel. Befallene Pflanzungen werden verbrannt, ebenso Säcke, die verdächtig sind. Die Ernte für 1924-25 wird am (5,841.000 Sack geschätzt, eine Mindestziffer. die aber erwart' -"de, da die vorjährige Ernte außerordentlich reich ausgc'.' ist. Im Innern des Landes befinden l'in noch Vorräte n 3 Millionen Sack, so daß wit r:md 10 Millionen Sack bis zur nächsten Ernte ZU rechnen ist. Spirituosen. In der letzten Zeit waren die Abberufungen bei der Spiritusstelle zufriedenstellend, namentlich Brennspiritus verceichnete größeren Absatz. Es notierten: Inländerrum 4'--/,ige Ware 20.500 bis 210^0 K., Stanislauer 50o/otae Ware °7,000 K., Slibowid je nach Qualität 62.000 bis 63.000 K. pro Liter, absolut; Wachholderdestillat 40°/a 45.000 bis 47.000 K. pro Liter; Weindestillat je uach Qualität 80.000 bis 8n.0f'0 K. pro Liter absolut; Jamaikarum Original zirka 70°/, 1t0.000 bis 150.000 K., Kognak in Flaschen 42.000 bis 51.000 K., Liköre in Flaschen je nach Qualität 52.000 bis /i5.000 K., Himbeersaft 18.500 bis 19.800 K. pro Kilogramm. Wie bekannt, wurde von der Einführung eines Branntoeinmonopols abgeseben, es wurde aber seitens der Negierung geschloffen, die bisherige staatliche Spiritusbewirtschaftung in der Form einer Regelung der Spirituserzeugung und des Verkehres aufrecht zu erhalten. Zu Liefern Zwecke bat sie im Nationalrat einen Gesetzentwurf eingebracht, der den Finanzminister ermächtigt. die Erzeugung von Konsumbranntwein und den Verkehr nit Spiritus zu regeln. Als Hilfsorgan bedient sich der Minister )er Spiritusstelle, der die Durchführung aller kaufmännischen Feschäfte sowie die Einhebung der Abgaben obliegt. Die Sperre reS im Inland hergestellten Spiritus soll der Spiritusstelle die ausschließliche Verfügung über den gesamten abliefernngSpstichtigen Spiritus gewährleisten. Die Robstoffe sollen weiterhin zentral bewirtschaftet werden. Bindende Richtlinien für die Preise werden nicht gestellt. Auch Strafen sind vorgesehen. Das Gesetz 'oll aller Wahrscheinlichkeit, ab 1. September in Kraft treten. Holz. (Ausland.) Im Ausland und. auch in Deutschland finden nur sehr geringe Umsätze in Schnitthölzern statt, trotzdem verschiedene deutsche Sägewerke zu langfristiger Kreditgewährung ' unter Annahme von drei Monate laufenden Wechseln, die sie zunächst mchr bsgetben können, bereit sind. Diel Beachtung widmet man jetzt in Fachkreisen dem Eulenfraß in Preußen. ist. aber nicht geneigt, an große Einwirkungen auf dem Markte gepflegter, für Möbel- und Bautischlerei in Frage kommender Schnitt?. Hölzer, wiez. B. derhochwertigen oschreutzischen Ware, zu glauben. Man muß vor allem wohl auch abwarten, welche Mengen überhaupt als für bessere Verwendungs-Decke brauchbares Sägewerkholz zu verwenden sein werden. Ein erheblicher Tekl wird nach der Auffassung-fachlicher Sachverständiger.dem Bergbau und der EisenIbckhnschweÜenprodnktion zugeführt werden. Gummi. Wie aus Amsterdam gemeldet wird, ist wieder eine ber' deutende Steigerung zu verzeichnen, wovon einige Produzenten Gebrauch machten, um manche größere Posten Lokoware für Abladung / von drüben günstig zu verkaufen. Auch in zweiter Hand war 'der Umsatz lebhafter in loko und auf Partien, über der Terminmarkt bliüb vernachlässigt. Nach einigen Aeznen Schwankungen ist der Markt augenblicklich ungefähr 2 C.ents-unter den Höchstpreisen wie folgt: Hevea cre-pe f 0,61 holl. Gulden, Sheets f 0,60,5 holl. Gulden loko-sowie 0,64 resp. 0,63,5 holl. Gulden.Per Oktober-Dezeanlber und 0,65,5 resp. 0,65 holl. Gulden per Jänner-März. Viehmiirkte in St. Marx. Rindermarkt. Der gestrige Austrieb belief sich auf 43 Stück inländisches, 177 Stück ungarisches, — Stück-tschechoslowakisches, 296 Stück jugoslawisches und 249 Stück rumänisches, zusammen 765 Stück Schlachtvieh, worunter sich 410 Stück Mast- und 356 Stück Beinlvieh befanden. Der Gattung nach waren 501 Ochsen, 112 Stiere, 142 Kube und 10 Büffel. Bei schwerfälligem Verkehr haben beffere Qualitäten 500 K., glle anderen Sorten bis zu 1000 K. pro Kilogramm gegenüber Mon tag im Preise nachgegeben.' ' Borstenvieh markt. Angemeldet wurden für den gestrigen Markt 2788 Schweine, allein zu Beginn desselben waren bloß 2488 Stück, darunter 2111 Fleisch- und 377 Fettschweine aufgetrieben. Fleischschweine erlitten im Vergleich zu Dienstag einen Preisrückgang von 500 bis 1000 K. pro Kilogramm. Fettschweine erhielten sich auf dem Preisstand des HauptmarkteS: notierten: Fettschweine 20.000 bis 22.500 K., alte dänische 19.000 Kronen und Fleischschweine 20.000 bis 23.500 K. pro Kilogramm Lebendgewicht. Stechviehmarkt. Tie gestrige Gesamtzüfuhr belief sich auf 1568 Stück Kälber, darunter 655 letzende, 433 Weidnerschweine, 35 Weidnerschafe. 27 lebende und 31 Ziegen, Lämmer und Kitze. Primasorten Kälber blieben im. Preise schwach behauptet. Alle anderen Qualitäten tendierten flauer Fleischschweine haben bei Marktbeginn um 1000 K. pro Kilogramm angezogen. Im Laufe des Verkehrs trat eine Abschwächung ein Fettschweine sind um 500 K. pro Kilogramm Bestiegen:' Es «stierten: Lebende Kälber 16.000 bis 26.000 K., Weidner 16.000 bis 28.000 K.. Fleischschweine 23.000 bis 29.000 K. (30.000 K.) Fettschweine 23.000 bis 26.500 K., Weidnerschafe 10.000 bis 15.000 K., lebende 7000 bis 12.000 K., Ziegen 5000 biSl0.000 K, Kitze und Lämmer 9000-bis 16.000 K. pro Kilogramm. , Berliner Börse. Berlin, 24. Juli. Auch heute zeigte sich bei Beginn des Börsenvevkchrs Kauflust- — namentlich von außen'ii'cheuÄen- Kreilen — auf allen Umjatzgeibicten. In der Kursbewegung trat dies hauptsächlich auf dem Markte der SchiffahrtSaktien und auf einigen anderen Nebenumsatzgebieten wie auf. dein Markte der Petroleumwerte in Erscheinung, während die Kursbewegung auf dem Montonmarikte keine 'Gleichmäßigkeit aufwies. Ans diesem Gebiete nahmen vorsichtige Spekulanten in den letzten wesentlich gestiegenen Papieren Gawinnrealisierungen auf Grund der Meldungen über Schwierigkeiten und Hemmungen, die sich dem Zustandekommen eines befriedigenden Ergebnisses auf der Londoner Kodieren; entgegenstellen, vor. Jur allgemeinen bNcb über die 'bessere Grundtendenz erhalten und die vorüberg-cherde Mbtscbwächnng konnte den Markt nicht beeinflussen. Bon DchHahrtSaktien gewannen Deutsch-Australische und Hamburg-Süd 2 Billionen Prozent. Don Maschinenfäbriksaktien stiegen Berlinl-Karlsruhe Maschinen um mehr als 3 Billionen Prozent: Ludwig Löwe mußte im Verlaufe von dem anfänglichen Gewinn Von 2,5 Billionen Prozent 1 Billion wieder hergeben. Recht gute Meinung bestand für Otavi- Minen. die bei lebhafter Kauflust in schnellen Sprüngen 2,25 Billionen Prozent gewannen. Am Anleihemarkt herrschte wieder renes Leben. Kriegsanleihe stellte sich um etwa 20 Millionen höher. (Alles in Billionen von Mark.) S ch lntz kurier Türkische 20.9. Oesterr. Staatsbabn 26.-. Nordd. Llohd - —, Per. Elbeschiffabrl 2.—. Berliner Haudelsqesellschast 24.4 .-.tommerz. Privatbank 4.25. Darmstädter Bank 6.8, Deutsche Bank 6.—, DiSkonto- Kommandit 8.9. Dresdner Bank 5.—. Nationalbauk für Deutschland —.—. Q-sterr. Kredit 0.325, Oesterr. Länderbank —ReichSbant 37.75. Wiener Bankverein 0.225 Wr. Nnioubank 0.275. Alla. Elektrizttäts-Geüllschast 7.9, Bocbumer Gnßstabl 45.—. Daimler Motoren 2.3. Teutlch-Luxembnrger 46.125 Deutsche V.'aWn?,, 4.375, Dtzuamit " Nobel 5.8. Felten u. Guillearme 18.5. Gellenkirchener Berg 46.—, Db. 0'oldschmidt 9.2, Harvener Beroban 53 5 - Hirsch Kupfer 17.— Höchster Farben 10.1 Hobenlode-Werke 16.8, Laurabütte 4.9. Manuesman"röhren 24.875, Pbönix Bergbau 25.3. Schlickert n. Ec. 30.5, Siemen? u. HalSke 42'—, Telephon Berliner 3.6. Goldanleihe 4.2. Dollarschatzanweisimaen 81.-. Prager BW?. Prag, 21. Juli. Nach der gristr'g.'n Hausse d-'.r Zuckerwerte trat heute c'ue Ab'Hwächnn--' ein. Dies galt namentlich v-->N Döbmis-chen - Zucker-.. Anffig-Nafsincrien nnd Schöllcr- Zucker>M'.:n. Nur Kroatischer Zucker war mäßig gebessert. Im übrigen hielten sich die Schwankungen in mäßigen Grenzen Bcrke'hrswcr'e tendierten einigermaßen Heimische Banken ^-agrn zum Gr-stteil schwächer. Wi-nex Bankaktien w-ren bebauvtet. Aur im Mavlte der' ^^b'-rzinsl-chrn Werte waren Mehl und Investit:aneanleihschwächer. Das Angebot trat aber nirgends drängend in Er'ch'innng. Die Reas's-.erunaen ba-tten im Geldmangel vor dem Ult-'-nw ihre Ursachen. Am Exotenmorkr n'-aren Walter-Aktien aus 0'rekutiousvenkäufe einer hiesiaen Firma schwächer. Zpar ''nd Sch5nprie''ener waren mäßia göbessert. Später wurde das Ge.'chüf-t bei »ber zur Abschwäckn'ng. neigenden Kursen ruhig. Der Schluß war aibgoichwächt. S ö' l n ß k u r s e: ^ürk. wNenbabn-Aulelhe — s'-r'ni'eu —, Böbm. Nuionbauk 390— Böbm. Eskomptebank 389.—. Böbm. Inbu''«rialbauk 415.—, Z-"nostenska Banka 393.50, Anglobau? 89.— Sesterr. Pr*Vi\ 72—, Wiener Umoubank 72— Wiener Bankverein 52.87, 2'uichtiehrader E'senbglin —!»;» 8 :erdinandS-?kordbahn 5540.—, Lit. A Brag-T nrer 151—, S'nlstq-Devliher Ellenbabn Nestomitzer Zucke- 'nduflrie 1370.—. Bereiuiate Elektrizität Wien 106.—, Brosche 1< 75.—, Koliner Sv'ritns 10« 0. —, Köniasbofer Zement 935.—. 2'reitfeld-Dmiek 471—, Ringhoffer 680.—. Simmerinaer 96 —. Rotbkosteletzer Textil 300 —. Alpine Montan 181.—, ltzoldihütte 297:—. Prager Eilen 856.— Oesterr. Berg u. Hütten 2240.—. Skoda 605.—. Inwald 238.- Die Levisenknrse. Zürich, 24. Juli. (Devisenkurse von 12.15 Uhr. Von der Schweizerischen Kreditanstalt mitgeteilte Mittelkurse.) Berlin pro Milliarde —(—.—), Holland 208.15 (208.—). New-Vork 543.50 (543.-). 'London 23.92 (23.94), Paris 27.85 (28.07), Mailand 23.46 (23.50), Brüssel 25.— (25.15), Kopenhagen 88.— (88.-), Stockbolm 144.75 (145.76), Ebristiania 73.— (73.-), Madrid 72.60 (72.50), Buenos Aires 177 50 (177.50), Prag 16.15 (16.12'/,). Budapest 0.006« (0.0069), Bukarest 2.35 (2.42), Belgrad 6.42'/, (6.47'/.). Sofia 3.95 (4.-), Warschau -.-), Wien 0.007675 (0.007650). Berlin, 24. Juli. lTevisenkurse.l (In Goldmark für 100 Einheiten mit Ausnahme von Buenos,New-Uork, London,Japan und Rio für 1 Einheit, Wien und Budapest für 100.000 Einheiten.) Amsterdam 160.10 (160.40), Belaien 19.20 (1935). Christionia 55.96 (56.06). Kopenbaaen 67.68 (67.73), Stockholm 11147 (111.57), Italien 18.075 (18.15,. London 18.42 (18.45), New-Bork 4.19 (4.19), Pari- 21.45 (21.625). Schweiz 76i91 (77.111, Spanien 65.61 (55 96). Wien 5.915 (5.915), Prag 12.45 (12.45), Budapest 5.165 (5.165), Sofia 3.01 (3.01), Belgrad 4.93 (4.96). Berlin, 24. Juli. (Notenkurse.) (In Goldmark fiir 100 Einheiten mit Ausnahme von Dollar und Pfund für 1 Einheit/ österreichische für 100.000 Einheiten und polnische für 100 Zloth.) - Noten: Dollar 4,19 (4.19), Pfund 18.385 (18.41), Italienische 18.075 (18.15), Oesterreickilche 5.94 (5.96), Polnische 77.25 v'7.25), Tschecho-slöwakische 12.42 (12.42). Prag, ,24. Juli. (Devisenkurse. — Mitgeteilt vom Bankamte de? tlchecho-slowakischen FinanzministerinmSi) — Berlin*) 8.04 (8.03'/.), Zürich 619.60 (616.50), Paris 174.60 (175.87). London 149.30 (149.30). New-Pork 33.95 (33.95), Belgrad 40.05 (40.12p . Bukarest . 14.40 (14.55), Wien 4.71'/, (4.71). Warschaus) 649.50 (649.50), Agram —(—.—), Budapest 4.01 (4‘/,), Jugoslawische 40.25 (40.25), Oesterreichische gestempelte Krone 4.71»/, (4.72), Polnisches-) 644.50 (644.—i, Ungarische 3.95 (3.95). *) per Billion, -si) für 100 polnische Gulden. BuSapeft, 24. Juli. (Kurse der Tevisenzentrale.) Amsterdam 30.670 bis 31.170, Bukarest 345.— bis 360.—, Kopenhagen 12.970 bis 13.180.Christiania 10.720 bis 10.900. London 352.500 bis368.100, Berlin bis Italien 3450- bis 3520.-, Paris 4100.- bis 4200-, Prag 2370.- SiSS420.-, Stockholm 21.370 bis 21.720, Zürich 14.740 bis 14.970, Wien 1,1310 bis 1,1600, Sofia 580.— bis 595.—, Agram 640.— bis 960.—, New-Vork 80.100 bis,81.400, Warschau bis , Brüssel 3680.- bis 3750.-. Belgrad, 24. Juli. (Devisenkurse.) London 371.25 bis —, Paris 436.60 bis , New-Dork 84.40 bis - . Genf-1556.- bisSaloniki —bis-.-. Mailand 363.75 bis—.-, Prag 247.60 bis Berlin bis Wien 0.1162, bis Bukarest 37.- bis Sofia bis Budapest 0.107 bis Brüssel —bis , Amsterdam —.— bis —. Warschau—.— bis-.-. Agram, 24. Juli. (Devisen.) Wien 0.11937 bis — Berlin bis Budapest 0.108. Bukarest 37.25 bis Italien 365 35 bis —London 872.65 bi« -.-. New-Porr 84.30 ..bis , Paris 432 50 bis —. Prag 251.40 bis —.—, Sofia bis —.—, Schweiz 1558.— bis —.—, Brüssel —.— bis —, B.'arschan —bis — .— Amsterdam 3222.50 bis —. Stockholm —bis —.—. Warschau, 24. Juli. (Devisen.) Berlin —.— bis —London 22.72 bis 22.94. Rew-Uork 616 bis 521. Prag 15.33 bis 15.47, Wien 7.28 bis 7.35. W*rr- Nachdruck vorb,halten Fortlehmiq. „Hier, Junge, gib her!" „Eine Schande, diese Hollywvod-Geschichte! Was Herr? Und so erstklassige Leute, wiis^da find!" „Du ^hast recht, es ist eine Schande", antwortete Marr und öffnete da's Blatt. Sofort fiel sein Auge auf die Spalte „Letzte Nachrichtein" und er las: „Es sind Anzeichen dafür vorhanden, daß die Versamnllung. welcheheute abends im Rathaus stai-tfindet, um über das Schicksal unseres hervorragenden, aber vom Mißgeschick verfolgten Fußballklubs zu entscheiden, sich sehr all fragend gestalten wird. Gewisse Informationen, die wir knapp nach Redaktionsschluß erhalien haben, zwingen uns zu »der.Annahme, daß eine rachsüchtige Gruppe in dieser Stadt existiert, die entschlossen ist, den Klub, welcher der Stadt soviel Ruhm gebracht hat, mit allen erdenklichen Mitteln umzubrir-.gen. Es ist daher Pflicht eines jeden Sportsmannes, beut? abends anwesend zu sein, um diesen verbrecherischen Einfluß zu steuern. Wir haben die Ueberzcugnug, daß unser Appell nicht nngehört Verhallen wird." Marr zerdrückte das Blatt in der Faust und schritt rasch weiter. Er fühlte, seilt Platz war heute abends im Ratha>ussaale bei seinen Kameraden. Er tonnte unmöglich statt dessen int Kino sitzen und die lächerlichen Vorgänge aus der Leinwand bestaunen. Plötzlich wurde er aus seinen Ge>da>nken aufgescheucht, denn Margery Kiriby stand vor ihm und das entzückende Gefichtchen^ lächelte ihm aus der Pelzumrahmung entgegen. , „Mr. Marr, Sie müssen mir heute einen sehr, sehr gl-'-ßell Gefallen erweisen", bat das Mädchen, nachdem st« sich begrüßt halten. iie größte Freude, die ich im Leben haben kann, finde ich darin, J-^ren Befehlen gehorchen zu dürfen, Miß Kirkby," antwortete ihr.Kavalier. Sie sind ja schon genau so wie die schrecklichen Männer^ über die man in den Sonntagszeitungen liest!" schalt Margery. „Aber ernstlich, Mr . . ." „Dick", fiel Marr ein.' . . Dick, ich wünsche, daß Sie mich heute abends irgend wohin führen und dort auf mich auspassen!"' „Natürlich! Sie haben doch nicht vergeffen", sagte der Fußballer etwas überrascht, ohne es sich merken zu lasten, „daß wir verabredet haben, heute ins Kino zu gehen? Dort will ich schon mein bestes' tun, um Sie gegen die wilden Cowboys zu verteidigen". „Dick" .... das Mädchen sprach den Vornamen diesmal ohne Zögern. . . „Sie sind aber dumm! Natürlich habe ich nicht vergesten! Aber wer wird, denn an einem solchen Abend ins Kino gehen wollen?" , „Dann darf ich mir wohl die 'höfliche Frage gestatten, wohin Sie gehen wollen, Margery?" Dgs. Mädchen quittierte die Kühnheit mit einem schelmischen Lächeln — und antwortete dann: „Zur Versammlung, natürlich! Glauben Sie, daß ich dort fehlen will? Da sehen Sie einmal". Sie hielt ihm ein Flugblatt hin, auf dem in dicken Lettern stand: Sportsleute! Erscheint heute abends um 8 U-Hr vollzählig im Rathaus! Eure Anwesenheit ist notwendig! Der Mttelstürmer dachte einen Augenblick nach. ES gab nichts auf der Welt, was er diesem bezaubernden jungen Geschöpf hätte verweigern können, aber eine große Versammlung, bei der es, wenn die Zeitung recht hattM wahrscheinlich zu gewalttätigen Ausschreitungen kommeM würde, war kein Platz, wo man ein junges, feinfühliges Geschöpfhinführen konnte. „Es ist sehr tapfer von Ihnen, daß Sie dorthin gehen wollen, aber .! ." „Es gibt kein „Aber," antwortete das Mädchen entschieden. „Ich weiß, daß Meine Tante, die heute schrecklicher als je-zuvor war, und viele andere Leute meine Absicht wenig, damenhaft finden würden, aber ich kümmere nnch wenig darum. Wenn Stanley hier wäre, müßte er mich hipführen, und da Sie momentan Stanleys Stelle vertreten . ..." „Ich führe Sie hin" sagte der Fußballer. „Gleichzeitig seien Sie bedankt für Ihr, Vertrauen!" „Ich habe zu danken; ich will mir aber das für eine passendere Gelegenheit aufheben. Jetzt müssen wir uns beeilen. Es wird schrecklich voll werden. Diese Zettel sind zu Tausenden verteilt worden!" Sie lenkten in die Hauptstraße ein, die zum Rathaus führte. Eine dichte Menge wälzte sich bereits diese Richtung hin. Es war ein sehr gemischtes Publikum. Fabriksarbeiter, Handelsangestellte, Kaufleute, hier und da ein Geistlicher und manchmal Leute, denen man die Wohlhabenheit ansehen konnte. „Ich sehe nicht viele Damen", bemerkte Dick mit mißbilligendem Ausdruck, als sie sich dem Eingang näherten, wo ein wirres Gedränge wie bei einem populären Fußballpmtch herrschte. (Fortsetzung folgt.)